Christian Ingrao Hitlers Elite

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Inhaltsangabe zu „Hitlers Elite“ von Christian Ingrao

Sie waren jung, hochintelligent, kultiviert. Und sie waren verantwortlich für den Tod Hunderttausender Menschen – Hitlers Elitetruppe, die Führungsriegeder SS. Die mörderische Effizienz des Holocaust ist ohne diese Funktionselite von hervorragend ausgebildeten Akademikern nicht zu denken, und doch war bislang kaum etwas über sie bekannt. Christian Ingrao, einer der renommiertesten französischen Historiker und NS-Spezialist, wertet zum ersten Mal achtzig repräsentative Biographien dieser radikalen Überzeugungstäter aus und bietet neue Erkenntnisse zu der immer wieder gestellten Frage,was aus »ganz normalen Männern« Massenmörder macht.Anhand konkreter Fallbeispiele vermag Ingrao erstmals überzeugend nachzuweisen, dass es nicht in erster Linie dumpfe Nazi-Schergen und gescheiterte Existenzen waren, die die Mordmaschinerie des Holocaustin Gang setzten, sondern überdurchschnittlich begabte, oftmals promovierte Juristen, Ökonomen, Geographen oder Historiker, die die Plänezur Massentötung der europäischen Juden entwickelten und akribisch umsetzten. Ein wegweisendes Buch, das in Frankreich großes Aufsehen erregte.

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  • Massenmord und Ideologisierung

    Hitlers Elite

    Sokrates

    11. April 2013 um 23:21

    Minutiös arbeitet sich Christian Ingrao durch die Lebensläufe bekannter, akademischer Nationalsozialistischen wie bspw. Walter Best. Gemeinsam sozialisiert, eine solide akademische Ausbildung genossen, sind sie allesamt nach 1933 in Amt und Würden in führende Positionen aufgestiegen, vorrangig in der SS und dem SD untergekommen. Ingrao zeigt deutlich, wie wenig Einfluss „staatsnahe“ Studienfächer wie Jura hatten; zu den eigentlichen „Legitimationsfächern“ wurden schließlich Geschichte und Wirtschaftswissenschaften. Zwar finden sich unter den im Band besprochenen „Eliten“ auch viele Juristen, ihr Studium blieb indes noch weit ideologiefern. Nichtsdestotrotz waren sie an der Ideologisierung der Jahre nach 1933 maßgeblich beteiligt. Ingrao beendet seine Studie mit den Verbrecherprozessen nach 1945 und der Feststellung, dass es vielen „Eliten“ gelang, sich nach 1945 ein Auskommen zu sichern. Nur wenige erfuhren eine strafrechtliche Verfolgung oder mussten anderweitig für ihre Schuld sühnen. Insgesamt eine sehr interessante Lektüre, die aber an manchen Stellen aufgrund ihrer Detaillastigkeit etwas vom Thema abdriftete und man erst nach knappen 15 Seiten den „Roten Faden“ wiederfand.

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  • Rezension zu "Hitlers Elite" von Christian Ingrao

    Hitlers Elite

    michael_lehmann-pape

    30. May 2012 um 15:04

    Akademiker und „Leistungsträger“ im dritten Reich 80 Hochschulabsolventen der verschiedensten Fachrichtungen und deren Lebenslauf und Prägungen, der sie mit Überzeugung in die Reihen der SS und hier vornehmlich des SD späterhin getragen hat und in dessen Dienst sie wesentliche „Puzzlesteine“ in der Gesamtmaschinerie des dritten Reiches darstellten, bilden das „Rückrat“ dieser breiten, fundierten und umfassenden Geschichtsbetrachtung Christian Ingraos. Wobei hier im engeren Sinne keine „Mehrfachbiographie“ vorliegt und die einzelnen Lebenswege auch nicht einfach nur nacherzählt werden. Ingrao hat anderes vor und drückt dies auch von Beginn an aus. Er schlägt den Bogen zurück in die Jugend und Studienjahre von Hitlers Akademiker Elite, zeigt vor allem die enge Verbindung zwischen Persönlichkeitsentwicklung und Erfahrungen aus und des ersten Weltkriegs auf. Welche Erfahrungen im Aufwachsen haben diese Menschen geprägt? Welche universitären Lehrer mit ihrer zeitgeprägten Ideologie von „Raum“ und „Boden“ und „Rasse“ und Geschichts- und Rechtsverständnis haben ihre Ideen in den (vorbereiteten) Köpfen der Studenten verankert? Welcher „Zeitgeist“ hat diese durchaus intelligenten und reflektionsfähigen Menschen geprägt, um ein solches in sich logisches, von außen betrachtet aber grausames und menschenverachtendes Ideologiegerüst sich festsetzen zu lassen. Hochinteressant ist es, zu lesen, dass nicht nur die „große Politik“, sondern gerade auch die „vor Ort“ oft verbundene „völkische Bewegung“ mit ihren Anklängen der Romantik und ihrer Gewaltbereitschaft gegen alles „Artfremde“, dem man in Deutschland nach Ende des ersten Weltkrieges sich zähneknirschend hat beugen müssen hier fast der wichtigste Nährboden für darauf aufbauende, verdrehte Argumentationsketten war. So legt Ingrao zunächst die „Erfahrungsgeschichte“ dieser stellvertretenden Biographien vor, zeigt den Weg in die SS auf, vollzieht von den ersten Überlegungen an die Entstehung des SD als umfassenden Nachrichtendienst dar und lässt den Leser nachvollziehbar Einblick nehmen in die innere sich entfaltende Gedankenwelt dieser „Elite“ und ihrer Verbindungen und gegenseitigen Beeinflussungen untereinander. Und auch den Anpassungsdruck erwähnt er überzeugend, der nach und nach perfekt umgesetzt allen gegenüber durch alle gegenüber im Raume stand. Aus diesen Prägungen heraus mit ihren Folgen leitet Ingrao im Weiteren das politische Handeln der Nationalsozialisten als „kulturelle Reaktion auf diese frühe Erfahrung“ ab. Eindrucksvoll schildert er km Anschluss die grenzüberschreitende „Umsetzung“ des lange Jahre gereiften, verblendeten ideologischen Gerüstes im Rahmen des Vormarsches der deutschen Armee im Osten. Wie die perfide Logik sich in Massenmord umsetzte, wie die „hellen Köpfe“ der akademischen Elite eine Vernichtungsmaschinerie sondergleichen installierte, ideologisch unterfütterte und praktisch am Laufen hielt. Kurz erwähnt, ein durchaus sinnvoller Abschluss des Werkes, Ingrao zum Schluss den Umgang seiner Betrachtungsgruppe mit der Niederlage und die juristischen Urteile nach Ende des Krieges. Das Scheitern von Menschen, die wie Werner Brest die Niederlage im ersten Weltkrieg von früh an schlichtweg ignorierten, die es als „Träume meiner Jugend“ bezeichneten, nicht „wie mein Vater als Soldat für den deutschen Sieg kämpfen zu dürfen“. Und die aus dieser inneren Haltung nie herauswuchsen, die im Gegenteil durch ihr Umfeld, durch Professoren, durch Verwandten- und Freundeskreis immer klarer und stärker in diesem Gedankengeflecht sich verankerten. Christian Ingrao legt, trotz der manches Mal dürren Quellenlage, die ihm auferlegt, Leerstellen durch Thesen zu füllen, ein überzeugend argumentiertes und gut zu lesendes Geschichtswerk vor, in dem er breite Zusammenhänge darstellt und anhand individueller Lebenslinien die „Kultur“ einer ganzen „Zwischenkriegszeit“ fassbar in den Raum zu stellen vermag. Ein „kultureller Geist“ verbunden mit akademischen Prägungen, die ihre ganze Kraft ihren Überzeugungen gemäß letztlich für eine „Un-Kultur“ zur Verfügung stellten und der Welt dafür einen hohen Preis abverlangten. Ein wichtiges Buch trotz manchmal dürftiger Quellenlage und dadurch doch des Arbeitens mit reinen Thesen.

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