Christian Kracht

 3,6 Sterne bei 1.037 Bewertungen
Autor von Faserland, Imperium und weiteren Büchern.
Autorenbild von Christian Kracht (© Anthony Shouan-Shwan)

Lebenslauf

Christian Kracht (* 29. Dezember 1966 in Saanen) ist ein schweizer Schriftsteller und Journalist. Er besuchte mehrere internationale Internate, unter anderem die Schule Schloss Salem und die Lakefield College School in Lakefield, Ontario, Kanada. Kracht ist Absolvent des Sarah Lawrence College in Bronxville, New York, USA. In Deutschland war Kracht als Journalist für B.Z., Tempo und Der Spiegel tätig. Mitte der 1990er Jahre ging er als Indienkorrespondent des Spiegels nach Neu-Delhi, als Nachfolger von Tiziano Terzani. Anschließend lebte Kracht für mehrere Jahre in Bangkok im Gebäude der ehemaligen jugoslawischen Botschaft und bereiste von dort aus verschiedene Staaten Asiens. Nachdem Christian Kracht gemeinsam mit seiner Frau, der Regisseurin Frauke Finsterwalder, mehrere Jahre in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires lebte, hat er sich nun in Los Angeles niedergelassen. 2016 ist sein aktueller Roman "Die Toten" erschienen und er gewann den Schweizer Buchpreis und den Hermann Hesse Literaturpreis.

Alle Bücher von Christian Kracht

Cover des Buches Faserland (ISBN: 9783462301465)

Faserland

 (390)
Erschienen am 09.09.2020
Cover des Buches Imperium (ISBN: 9783596512928)

Imperium

 (163)
Erschienen am 24.04.2014
Cover des Buches 1979 (ISBN: 9783462301472)

1979

 (109)
Erschienen am 09.09.2020
Cover des Buches Eurotrash (ISBN: 9783462050837)

Eurotrash

 (60)
Erschienen am 03.03.2021
Cover des Buches Der gelbe Bleistift (ISBN: 9783596185313)

Der gelbe Bleistift

 (47)
Erschienen am 09.10.2012
Cover des Buches Die Toten (ISBN: 9783596522057)

Die Toten

 (60)
Erschienen am 23.01.2019
Cover des Buches Ferien für immer (ISBN: 9783462301489)

Ferien für immer

 (26)
Erschienen am 09.09.2020

Videos

Neue Rezensionen zu Christian Kracht

Cover des Buches Faserland (ISBN: 9783462301465)
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Rezension zu "Faserland" von Christian Kracht

Barbourjacken, Zigaretten und Drinks
AQuavor 5 Monaten

Eigentlich hätte ich dieses Buch natürlich vor 25 Jahren lesen müssen, aber diese ganze Diskussion um (die männlich dominierte) Popliteratur damals hat mich nicht sonderlich interessiert. Nun aber hatte mich die Lektüre von Eurotrash doch neugierig gemacht.

Krachts Bild der 90er Jahre in Deutschland mag treffend sein. Trotzdem ist mir die Position des Erzählers elitär und fremd. Eine traurige Gestalt, die es nicht vermag, echte Beziehungen aufzubauen und sich ziellos treiben lässt von Party zu Party. Ein scharfer Beobachter und einsamer Zyniker.

Ein Vaterland für Kinder, denen von ihren abwesenden Vätern (nur) eine Menge Geld geblieben ist. Und dass Geld allein nicht glücklich macht, ist zumindest eine gemeinsame Botschaft der beiden Bücher Faserland und Eurotrash.

Cover des Buches Eurotrash (ISBN: 9783462050837)
AQuas avatar

Rezension zu "Eurotrash" von Christian Kracht

Als Roman aufgeblasene Erzählung eines Hochstaplers
AQuavor 6 Monaten

Dieser Text lässt sich innerhalb ein paar Abende durchlesen, am Ende gibt es sogar noch 14 leere Seiten. (Warum?) Man hätte gut und gerne ein halb so dickes Buch daraus machen können. Das Cover ist auch nicht wirklich ansprechend und mir erschließt sich die Verbindung zwischen Bild und Inhalt nicht. Es gibt Bücher, die man selbst gerne besitzen möchte, weil sie so schön sind... Dieses gehört nicht dazu.

Gerne gelesen habe ich es dennoch. Es ist eine Mischung aus Hochstapelei mit Namedropping ohne Ende, wen der autofiktionale Erzähler Christian Kracht alles kennt, wessen Nachbar oder Patenkind er war/ist, in wessen Ferienhäusern er wessen Wein getrunken hat, welche berühmten Gemälde welche Zimmer geschmückt haben, in welchen Ländern man überall schon Zuhause war... und gleichzeitig ein schambehaftetes Abtasten der vorhergegangenen Generationen, ihrem Rassismus, ihrer Dekadenz, ihrem Machtstreben, ihrem Scheitern. Der Versuch, sich selbst zu verorten in einer Welt, in der man eigentlich überall Zuhause ist, aber gleichzeitig einsam und verloren. Mit einer Alkohol- und Medikamentenabhängigen Mutter, bei der sich immer die Frage stellt, ob sie genial oder verrückt ist und die schließlich (Achtung Spoiler) auf charmante Art, als Roadtrip getarnt, ins geschlossene Heim überführt wird. Eine Mutter-Sohn-Beziehung mit vielen offenen Fragen, rücksichtslosen Beschimpfungen, Ekel und gleichzeitig zarter Nähe. Seltsame, wohlstandsverwahrloste Menschen, tragisch komisch.

Cover des Buches Eurotrash (ISBN: 9783462050837)
H

Rezension zu "Eurotrash" von Christian Kracht

Eurotrash ist alles - nur kein Trash
heikoscornervor 7 Monaten

Ach, Christian, du kannst glücklicherweise nicht enttäuschen.

Ich war erst etwas besorgt als es hieß, Herr Kracht würde einen Folgeroman zu “Faserland” (DEM Popliteratur non plus ultra) herausbringen und dann waren die Vorabkritiken auch noch eher mau. Schlechte Zeichen, also. “Langweilig” sei der Herr geworden und “zu sicher” der Schreibstil.

Oh weia.

Ich bin gerade mit dem Roman fertig geworden und kann beides glücklicherweise verneinen.

Und das kommt aus dem Munde eines “Faserland”-Ultras. (Nur vorneweg: es ist keine 1:1-Fortsetzung, also lieber in dem Falle nicht zu viel erwarten, in allen Anderen gerne mehr.)

“Eurotrash” ist ein gutes Buch, es ist vielleicht sogar ein sehr gutes, aber das kann ich erst nach ein paar Jahren beurteilen, wenn es mir hoffentlich genauso wie “Faserland” ans Herz gewachsen ist.

Es zeigt wieder einmal, was für ein grandioser Autor Christian Kracht ist. Gespickt mit autobiografischen Elementen und Aussagen, die einiges an Deutungsfreiheiten liefern, überzeugt mich “Eurotrash” durch seine überraschend warmherzige und lockere Natur. Der Anfang mag etwas holprig klingen für viele, doch jeder Weg ist zu Beginn etwas steinig. Sobald die Koffer, die Mutter und das ganze Geld aber gepackt sind, geht die Fahrt dann richtig los und der Roman hat mir mehr Spaß gemacht, als ich es vielleicht in der Öffentlichkeit zugeben darf.

Es ist ein Abenteuerroman, ein Märchen, es ist Popliteratur, ein Geschichtsbuch und eine Autobiografie. Es ist irgendwie alles und doch nichts so wirklich von alldem.

Es ist einfach Christian Kracht.

Ganz viel Liebe geht an dieser Stelle übrigens an Mama Kracht und ihre immer passenden, französischen Zitate (obwohl sie doch laut eigenen Aussagen die Sprache nie erlernt hat).

“Eurotrash” ist in meinen Augen ein Roadtrip der ganz besonderen Art.

Und vielleicht sehen wir ja irgendwann, in einem weiteren Band, doch noch die Zebras. Es wäre uns zu wünschen.

(An dieser Stelle auch noch der Hinweis an Kritiker, dass wenn sie sich einzelne Zitate herauspicken und kritisieren, sie doch diese bitte im Zusammenhang interpretieren und lesen sollen. Sonst ergibt die Kritik leider keinen Sinn.)

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Zusätzliche Informationen

Christian Kracht wurde am 28. Dezember 1966 in Saanen (Schweiz) geboren.

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