Christian Kracht

 3,6 Sterne bei 999 Bewertungen
Autor von Faserland, Imperium und weiteren Büchern.
Autorenbild von Christian Kracht (© Anthony Shouan-Shwan)

Lebenslauf von Christian Kracht

Christian Kracht (* 29. Dezember 1966 in Saanen) ist ein schweizer Schriftsteller und Journalist. Er besuchte mehrere internationale Internate, unter anderem die Schule Schloss Salem und die Lakefield College School in Lakefield, Ontario, Kanada. Kracht ist Absolvent des Sarah Lawrence College in Bronxville, New York, USA. In Deutschland war Kracht als Journalist für B.Z., Tempo und Der Spiegel tätig. Mitte der 1990er Jahre ging er als Indienkorrespondent des Spiegels nach Neu-Delhi, als Nachfolger von Tiziano Terzani. Anschließend lebte Kracht für mehrere Jahre in Bangkok im Gebäude der ehemaligen jugoslawischen Botschaft und bereiste von dort aus verschiedene Staaten Asiens. Nachdem Christian Kracht gemeinsam mit seiner Frau, der Regisseurin Frauke Finsterwalder, mehrere Jahre in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires lebte, hat er sich nun in Los Angeles niedergelassen. 2016 ist sein aktueller Roman "Die Toten" erschienen und er gewann den Schweizer Buchpreis und den Hermann Hesse Literaturpreis.

Neue Bücher

Cover des Buches Sisi und Ich (ISBN: 9783462050998)

Sisi und Ich

Erscheint am 09.02.2023 als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch.
Cover des Buches Eurotrash (ISBN: 9783596705184)

Eurotrash

Neu erschienen am 28.09.2022 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Alle Bücher von Christian Kracht

Cover des Buches Faserland (ISBN: 9783462301465)

Faserland

 (377)
Erschienen am 10.09.2020
Cover des Buches Imperium (ISBN: 9783596512928)

Imperium

 (159)
Erschienen am 24.04.2014
Cover des Buches 1979 (ISBN: 9783462301472)

1979

 (107)
Erschienen am 10.09.2020
Cover des Buches Der gelbe Bleistift (ISBN: 9783596185313)

Der gelbe Bleistift

 (46)
Erschienen am 09.10.2012
Cover des Buches Die Toten (ISBN: 9783596522057)

Die Toten

 (59)
Erschienen am 23.01.2019
Cover des Buches Eurotrash (ISBN: 9783462050837)

Eurotrash

 (49)
Erschienen am 04.03.2021
Cover des Buches Ferien für immer (ISBN: 9783462301489)

Ferien für immer

 (25)
Erschienen am 10.09.2020

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Christian Kracht

Cover des Buches Eurotrash (ISBN: 9783462050837)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Eurotrash" von Christian Kracht

für die Tonne
Tilman_Schneidervor 19 Tagen

Zerfaserte Christian Kracht in Faserland seine Story, so bringt der Titel Eurotrash das Buch schon auf den Punkt, es ist absoluter Trash! Eine schonungslose und super langweilige Selbstdarstellung. Zuviel Geld, zuviel Alkohol, zuviel ist Scheiße. Christian Kracht will betrachten und reflektieren und die Gesellschaft bei der Reise durch die Schweiz mit seiner Mutter beobachten, aber sieht doch nur die Oberfläche und nur bis zum Tellerrand. Er versucht so viel rein zu packen und bringt mit Missbrauch und Nationalsozialismus zwei große Themen und scheitert doch am erzählen. Das Buch ist einfach langweilig und macht ein äußerst fragwürdiges Bild von Christian Kracht. Absoluter Trash und einfach für die Tonne!

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Cover des Buches Imperium (ISBN: 9783596512928)
C

Rezension zu "Imperium" von Christian Kracht

Manieriertes Erzählexperiment von grossem Können
Christian_Fisvor 3 Monaten

Imperium handelt vom historisch verbürgten August Engelhardt, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Papua Neuguinea auswanderte, um sich nur noch von Kokosnüssen zu ernähren. Kracht verwebt das Scheitern von Engelhardt mit dem Scheitern der grossdeutschen Sehnsucht nach dem «deutschen Platz am Tisch der Mächtigen». Er verwendet dabei Stilmittel des schnellen Vor- und Zurückspringens und des Comics. Der Leser fragt sich unweigerlich, was geschah real und was hat sich der Autor ausgedacht. Das ist alles originell und sehr gut gemacht.

Gestört hat mich die Erzählstimme. Der Erzähler mag seine Figuren nicht, macht sich über sie nur lustig. Es gibt kaum eine Figur, mit der sich der Leser identifizieren könnte. Der Ton ist herablassend und triefend von grossbürgerlicher Ironie, die durchaus zum Beginn des 20. Jahrhunderts passt. Sicherlich spiegelt sich auch hier das Können von Kracht, einen historischen Roman in diesem historisierenden Ton zu schreiben. Den Figuren hat es enorm geschadet, meiner Lesefreude auch.

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Cover des Buches Eurotrash (ISBN: 9783462050837)

Rezension zu "Eurotrash" von Christian Kracht

»Das ist mein blind- und leer- und totgeweintes Jahrhundert.«
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Dieser Roman tat es mir schwer.⁣ Zugegeben, das muss ich direkt relativieren: Es gibt durchaus unterhaltsame, scharfsinnige und gekonnt provozierende Momente, und auch solche, in denen die Geschichte eine scharfsichtige Prägnanz entwickelt. Doch mein verflixtes Bauchgefühl sagt: Aber. Aber was? Aber nein. Aha. Nein also. Aber nein warum?⁣⁣

⁣⁣

Fangen wir mal bei der Familie des Autors/Protagonisten an.⁣⁣

⁣⁣

Jetzt könnte ich wieder Tolstoi bemühen. „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“ Denn diese Familie ist kaputt, marode, unter dem schönen Schein verrottet – und dabei doch hervorragend vernetzte Oberschicht. Das hat viel Potenzial für prägnante Gesellschaftskritik oder auch nur für eine prägnante Abrechnung mit der eigenen Kindheit! Stattdessen fühlte ich mich erst von der schieren Anzahl der Themen erschlagen, dann ernüchtert.⁣⁣

⁣⁣

»Weißt Du, was das ist? Ein Armutszeugnis ist das.«⁣⁣

⁣⁣

Da kommt alles zusammen: überzeugter Nationalsozialismus, sexueller Missbrauch, Alkoholismus und Medikamentensucht, Sadomasochismus, Wohlstandsverdruss und übersättigtes Ennui – da wird Geld in absurden Summen wahllos verschenkt, einfach so, ohne echten Grund und ohne echte Wohltätigkeit. Nur weil es mal etwas anderes ist, wenigstens kurzfristig vom eigenen Stumpfsinn ablenkt. Die lächerliche Dekadenz wird dabei nur nebenher und nur vage anerkannt, zu sehr ekelt man sich anscheinend vor der eigenen Lebensmüdigkeit.⁣⁣

⁣⁣

Dazu kommt ein gewisses Namedropping – hier und dort hat der Protagonist/Autor oder ein Mitglied seiner Familie diesen oder jenen Prominenten der Bildungselite getroffen, sich ganz selbstverständlich in dessen Kreisen bewegt. Und? Warum ist das bedeutsam, was soll es mir sagen? Was immer der Autor damit beabsichtigt, in mir erweckte es dein Eindruck einer zermürbend selbstbezüglichen Banalität.⁣⁣⁣

⁣⁣

Der Kern der Geschichte ist die gestörte Mutter-Sohn-Beziehung, die gleichzeitig als Liebeserklärung und Abrechnung erzählt wird. Da kommen zwei Menschen zusammen, die anscheinend schon lange verlernt haben, liebevoll miteinander umzugehen, und daher eher widerwillig versuchen, wieder zueinander zu finden. Die Dialoge in diesem Themenkomplex sind großartig geschrieben, bringen die Dinge in einer ganz eigenen Sprachmelodie auf den Punkt – dennoch sagen gerade die Leerstellen und die Momente des Schweigens mehr aus als jede Beschreibung.⁣⁣

⁣⁣

Dieses Element des Romans wirkt auf mich zwar erschütternd authentisch, für mein Empfinden wird es indes unter Belanglosigkeiten geradezu verschüttet.⁣⁣

⁣⁣

“Solche Sachen solltest Du mal schreiben, wie Marcel Beyer. Das ist ein guter Schriftsteller. Nicht so einen belanglosen Unsinn, wie Du ihn schreibst, den ohnehin keiner lesen will.”⁣⁣

DIE MUTTER ÜBER DIE LITERATUR IHRES SOHNES⁣⁣

⁣⁣

Fazit: Nicht ganz überzeugt.⁣⁣

⁣⁣

Christian Kracht, Autor und Hauptfigur dieses autofiktionalen Romans, setzt sich desillusioniert und schonungslos mit seiner Familiengeschichte auseinander, während er mit seiner sterbenskranken Mutter, die scheinbar von Pillen und Wodka lebt, auf eine wahllose Reise geht. Vielleicht nach Afrika, vielleicht aber auch nur mit dem Taxi durch die Schweiz. Jedenfalls lässt es genug Zeit und Raum, angestaubte Scheuklappen endlich abzunehmen und Tacheles zu reden. Die Dialoge zwischen Mutter und Sohn sind für mich das Highlight des Buches.⁣⁣

⁣⁣

Interessant fand ich das Spiel mit Dichtung und biografischer Wahrheit: Inwiefern Autor und Protagonist deckungsgleich sind, ob die Erzählfiguren ihren realen Vorbildern entsprechen, das kann man als Leser:in nur erahnen. Aber davon abgesehen konnte der Roman mich im Endeffekt nicht vollends überzeugen, blieb mir in vielem zu wahllos, beliebig und unbestimmt. Denn zu viel der Handlung dreht sich im Umfeld der Familie im Kreis: Man ist reich, man ist gebildet, man ist gelangweilt. Da können nicht mal Nazivergangenheit und Sadomasochismus die Geschichte aus dem Trott reißen.⁣⁣

⁣⁣

Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:

https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-christian-kracht-eurotrash/

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Zusätzliche Informationen

Christian Kracht wurde am 28. Dezember 1966 in Saanen (Schweiz) geboren.

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von 150 Lesern aktuell gelesen

von 34 Lesern gefolgt

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