Christian Kracht

 3.6 Sterne bei 861 Bewertungen
Autor von Faserland, Imperium und weiteren Büchern.
Christian Kracht

Lebenslauf von Christian Kracht

Christian Kracht (* 29. Dezember 1966 in Saanen) ist ein schweizer Schriftsteller und Journalist. Er besuchte mehrere internationale Internate, unter anderem die Schule Schloss Salem und die Lakefield College School in Lakefield, Ontario, Kanada. Kracht ist Absolvent des Sarah Lawrence College in Bronxville, New York, USA. In Deutschland war Kracht als Journalist für B.Z., Tempo und Der Spiegel tätig. Mitte der 1990er Jahre ging er als Indienkorrespondent des Spiegels nach Neu-Delhi, als Nachfolger von Tiziano Terzani. Anschließend lebte Kracht für mehrere Jahre in Bangkok im Gebäude der ehemaligen jugoslawischen Botschaft und bereiste von dort aus verschiedene Staaten Asiens. Nachdem Christian Kracht gemeinsam mit seiner Frau, der Regisseurin Frauke Finsterwalder, mehrere Jahre in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires lebte, hat er sich nun in Los Angeles niedergelassen. 2016 ist sein aktueller Roman "Die Toten" erschienen und er gewann den Schweizer Buchpreis und den Hermann Hesse Literaturpreis.

Alle Bücher von Christian Kracht

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Faserland

Faserland

 (334)
Erschienen am 22.01.2015
Imperium

Imperium

 (147)
Erschienen am 25.07.2013
1979

1979

 (100)
Erschienen am 01.09.2010
Der gelbe Bleistift

Der gelbe Bleistift

 (45)
Erschienen am 01.04.2002
Die Toten

Die Toten

 (50)
Erschienen am 23.01.2019
New Wave

New Wave

 (14)
Erschienen am 01.08.2009
Mesopotamia

Mesopotamia

 (10)
Erschienen am 01.10.2001

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Neue Rezensionen zu Christian Kracht

Neu

Rezension zu "Imperium" von Christian Kracht

Ein Südsee-Paradies mit Macken
gregor_bvor einem Monat

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wandert der Deutsche August Engelhardt in die damalige Kolonie Deutsch-Neuguinea aus, um sich auf der kleinen Insel Kabakon vollständig der Verehrung und dem ausschließlichen Verzehr der Kokosnuss (Kokovorismus) hinzugeben. Er hofft auf zahlreiche Anhänger aus Deutschland, die ihn besuchen. Es kommen aber nur ein paar Einzelpersonen, darunter auch der bekannte Pianist Max Lützow, die es aber alle nicht lange aushalten. Sie scheitern nicht nur an den enttäuschten Erwartungen auf paradiesische Zustände, sondern auch am übermäßigen Individualismus Engelhardts, so dass es bald zu Streit und Zwistigkeiten kommt bis hin zum Totschlag, der, als Unfall getarnt, ungesühnt bleibt. Die ursprünglich hehren Ziele Engelhardts enden in zunehmender körperlicher und geistiger Verwahrlosung.


Trotz der Verwendung der heute unüblichen auktorialen Erzählweise sowie die Anlehnung an den aus heutiger Sicht leicht antiquierten Schreibstil, liest sich der Text flüssig, die Sprache ist sehr anschaulich. Der häufige Wechsel zwischen Gegenwarts- und retrospektivischer Erzählebene ist nicht verwirrend, da jeweils gut kenntlich gemacht.
Das Werk ist in sprachlicher und inhaltlicher Sicht außerordentlich gut gelungen. Allerdings habe ich mich an zweierlei gestört: dass Kracht die Namen der Protagonist*innen, die es tatsächlich seinerzeit gab (insbesondere August Engelhardt, den Gouverneur Albert Hahl und den Pianisten Max Lützow) zwar verwendet, aber völlig willkürlich in seine frei erfundenen Handlungen eingebaut hat: z.B. starb Engelhardt schon 45-jährig 1919 auf Kabakon und nicht, wie im Roman, erst nach dem 2. Weltkrieg auf einer ungenannten Südseeinsel. Das zweite ist das unnötig hinausgezögerte Ende des Romans, als in den letzten Kapiteln (XIV und XV) die beiden Weltkriege in einem ironischen Parforce-Ritt thematisiert werden. Beide Kapitel sind m.E. entbehrlich.

Fazit: Ein insgesamt kurzweiliger, sogar spannend zu lesender Abenteuerroman mit literarischen Qualitäten. Leser, die ein Faible für exzentrische Charaktere und das farbig geschilderte deutsch-koloniale Leben in der Südsee haben, werden das Buch mit Genuss lesen. Es sollte ihnen aber auch nichts ausmachen, dass die namentlich genannten Personen zwar tatsächlich existiert haben, die Handlung jedoch eine freie Erfindung Christian Krachts ist und den Lebensdaten zum Teil widerspricht.

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J

Rezension zu "Die Toten" von Christian Kracht

Das No zum No
Joerdis_Mvor 2 Monaten

Ich lese Christian Kracht seit seinem dritten Roman. Dieser ist, mM, sein schwächster. Die Sprache ist sehr manieriert. Der erste Satz schon ist überfrachtet. Manchmal wusste ich nicht, ob der Autor sich mit diesem Märchenonkelstil über den Leser oder vielleicht die Literaturindustrie lustig machen will. Der Roman ist für mich nur ein Surrogat aus erfolgversprechenden Zutaten: ein bisschen Noir, Japan-Exotik, historische Figuren aus den Berliner goldenen Zwanzigern und das Stichwort Hollywood. Das hätte tatsächlich ein ganz tolles Kracht-Buch werden können. Für mich und meine Kracht-Lektüren ist er hier überfordert gewesen oder nicht fertig geworden. SCHADE!

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Rezension zu "Die Toten" von Christian Kracht

Die Toten
vormivor 6 Monaten

In »Die Toten« führt uns Christian Kracht in die letzten Tage der Weimarer Republik, in denen alles auf dem Spiel steht. Der Schweizer Regisseur Emil Nägeli will einen Film machen, der das ganze Wesen seiner Zeit erfasst. Dieser Film, so hofft Amakasu, der japanische Co-Produzent, wird eine deutsch-japanische Achse begründen und das Monopol Hollywoods brechen.

In betörend-magischer Sprache ist »Die Toten« ein Roman über zwei Menschen, die schon alles gesehen zu haben glauben. Ihr hellwacher Blick wie ihre frühreife Intelligenz haben sie durch schockartige Erfahrungen zu Geistern werden lassen, die durch das Leben zu treiben scheinen – angetrieben von ihrer Sehnsucht nach Vergänglichkeit und Schönheit, abgestoßen vom Geheimnis der Gewalt. In bald langen Kamerafahrten und durch bald schnelle Schnittfolgen gelingt es dem schreibenden Cineasten Kracht eine Welt zu evozieren, die uns immer noch im Griff hat.

»Angesiedelt zwischen den beiden Weltkriegen erzählt der Roman eine Geschichte von Liebe und Trauer in einer Zeit, da die Schwachen und Zögerlichen von den unnachgiebigen nationalsozialistischen Ideologien zermalmt wurden.“
Sjón

»›Die Toten‹ ist der vollkommen verrückte, brillante Roman, den Thomas Mann hätte schrieben können, hätte der den Osten so gut gekannt wie Yukio Mishima und Hollywood mit der Begeisterung geliebt wie Nathanael West. «
Joshua Cohen

»Eine Glanzleistung ... und der Beweis für wirklich GROSSE KUNST! Deshalb: unbedingt lesen. «
Yilmaz Dziewior

Inhaltsangabe von amazon


Da können noch so viele hochgelobte Worte über das Buch geschrieben werden, aber für mich ist es nichts. Viel zu düster und zu morbide und bis ich es abgebrochen habe, kaum Handlung. Fast nur Rückblicke auf schlimme Kindheiten und überforderten Eltern. Ich habe es als Hörbuch gehört, aber nur etwas über 1 Stunde durchgehalten. Also leider noch nicht mal bis zur Hälfte.

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Christian Kracht wurde am 28. Dezember 1966 in Saanen (Schweiz) geboren.

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