Christian Kracht Die totale Erinnerung. Kim Jong Ils Nordkorea

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Inhaltsangabe zu „Die totale Erinnerung. Kim Jong Ils Nordkorea“ von Christian Kracht

Die paar tausend Touristen und die wenigen Journalisten, die jährlich in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang kommen, werden von Aufsehern begleitet und bekommen nur das zu sehen, was das Regime für sehenswert hält. Manche Orte werden für den Blick eigens eingerichtet: Mit Schauspielern, die Fußgänger darstellen, ohne welche zu sein, mit Konsumgütern, die dargeboten werden, aber nicht verfügbar sind, mit Statisten, die das Volk repräsentieren. Kim Jong Ils Volksrepublik ist – für den Außenstehenden – eine gigantische Installation, eine Simulation, ein Theaterstück. Eva Munz, Christian Kracht und Lukas Nikol sind nach Nordkorea gereist, um Bilder von einem Land zu machen, von dem es keine Bilder gibt. Was sie in diesem Bildband zeigen, ist ein Blickfenster in die gigantische 3-D-Inszenierung von Kim Jong Il, in der sie selbst Statisten geworden sind und sein Drehbuch weitergeschrieben haben. Denn den Blick von außen kann es in dieser totalen Installation nicht geben. So haben die Autoren das einzig Mögliche gemacht: Sie kommentieren ihre Fotos mit Zitaten aus dem Regelwerk Über die Filmkunst – eines der Bücher, das der Diktator, der nicht nur Weinflaschen und Mazda RX-7-Sportautos sammelt, sondern auch über eine riesige Filmothek verfügt, zu didaktischen Zwecken verfasst hat.
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  • Rezension zu "Die totale Erinnerung. Kim Jong Ils Nordkorea" von Christian Kracht

    Die totale Erinnerung. Kim Jong Ils Nordkorea
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    Aicher

    30. September 2011 um 07:32

    Nicht nur die abgelegenen Landstriche Nordkoreas, sogar die Hauptstadt Pjöngyang sind bis heute verschlossene und geheimnisvolle Gebiete, was auf die politische Verschlossenheit des Landes zurückgeht. Dieser Bildband liefert einen faszinierenden Einblick in die Welt und das Leben Nordkoreas - und er liefert diesen Einblick gewissermassen auch nicht. Denn Vieles, was die Journalisten, die zu diesem Buch beitrugen, fotografieren durften, war durch die Behörden sorgfältig inszeniert. Was man sieht, ist für ein Land der politischen Inszenierungen einerseits authentisch, andererseits jedoch Fassade. Was hinter dieser steckt, lässt sich durch die Bilder nur selten erahnen...

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  • Rezension zu "Die totale Erinnerung. Kim Jong Ils Nordkorea" von Christian Kracht

    Die totale Erinnerung. Kim Jong Ils Nordkorea
    Schreiberin

    Schreiberin

    28. February 2007 um 17:56

    Ein faszinierender, sehr schöner kleiner Bildband mit faszinierenden Stimmungsbildern aus Pjöngyang. Die drei Journalisten sind anlässlich eines Filmfestivals dorthin gereist. Sie haben den Alltag fotografiert - beziehungsweise das, was ihnen ihre "Aufpasser" davon gezeigt haben. Im Nachhinein stellte sich heraus, das vieles davon inszeniert war, bis hin zu den Menschenmengen auf U-Bahnhöfen und sogar Dreharbeiten eines Historienfilms. Christian Kracht schreibt darüber ein interessantes Vorwort. Das Buch liefert beeindruckende Einblicke in ein fast völlig unerreichbares Land, das am anderen Ende der Welt liegt und trotzdem beinahe genauso aussieht wie die DDR. Leider nur bei 2001 erhältlich.

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