Christian Kracht Faserland

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Inhaltsangabe zu „Faserland“ von Christian Kracht

Einmal durch die Republik, von Nord nach Süd: Christian Krachts namenloser Ich-Erzähler berichtet von seiner Deutschlandreise. Der kleine Bildungsroman ›Faserland‹ veränderte in Deutschland die Wahrnehmung einer ganzen Generation, von der es vorher hieß, sie habe gar keine Wahrnehmung.
Die Kontroversen, die 1995 sofort nach der Veröffentlichung des Romans ›Faserland‹ ausbrachen, haben sich gelegt, der Roman ist heute ein Klassiker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, der immer wieder neue Leser fasziniert.

'Christian Kracht ist jener Autor der westlichen Gegenwartsliteratur, der das erzählerische Experiment am radikalsten vorangetrieben hat.'
Oliver Jahraus

Das Element der Zerfaserung in der Moderne auf einem hohen literarischen Niveau gebracht

— ronja_waldgaenger

'Faserland' macht mich ratlos. Aber: "Vielleicht ist die Schweiz ja eine Lösung für alles." (S. 151)

— Beust

Ode an die Barbourjacke und ein deutscher Abklatsch von "Unter Null" mit wenig Substanz

— ichundelaine

Für mich als Millenial ein interessantes Zeit- und Gesellschaftsdokument!

— BellaBender

Adoleszenroman: Fahrt eines reichen Semi-Erwachsenen durch Pop-Deutschland. Ich-Erzähler ist arrogant, selbstgefällig und ohne Moral.

— Neutron

Toll geschrieben. Protagonisten und Story muss man nicht mögen aber darum geht es auch nicht. Es gut Identität

— sternchennagel

Das kommende Genie blitzt auf, mehr aber auch nicht.

— Spinelldete

die reise eines nazihassenden namenlosen Erzählers durch Deutschland bis hin zur Schweiz. man muss genau hinsehen um alles zu erkennen. toll

— thiefladyXmysteriousKatha

Der Klassiker der Popliteratur, eine kurzweilige Darstellung des Lebensgefühls der Jugend in den 90er.

— clickclackboum

Insgesamt ein wirklich interessantes Buch!

— Aqua__

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  • Die Leere der Moderne

    Faserland

    ronja_waldgaenger

    13. January 2018 um 13:15

    Im Roman Faserland von Christian Kracht ist die Leere das dominierende Element. Die Problematik bei der Herausstellung dieses Sachverhalts liegt vor allem in der naturgemäßen Nicht-Sichtbarkeit der Leere. Die umfassende Nicht-Funktion sozialer Beziehungen, die das prägendste Merkmal des Romans ist, ist nicht nur auf die Brüchigkeit dieser Interaktionen zurückzuführen, sondern durch die Leere, die im Protagonisten selbst begründet ist. Alle weiteren Nicht-Funktionen sind nur die Folge einer postmodernen Zerfaserung, die mit dem Begriff der Entfremdung erklärt werden kann. Die ironische Distanziertheit zu allem und jedem überbrückt nicht mehr eine Unsicherheit, sondern sie ist Habitus geworden.Freundschaften, Liebe, Familie und auch Geschichte bedeuten im Grunde nichts mehr und es gibt nicht nur keinen Versuch, diesen Zustand zu ändern, sondern der Versuch der Änderung wäre grundlegend lächerlich, da sich die Protagonisten des Romas in der Moderne befinden und in dieser gefangen sind.

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  • Rastlose Reise durch Deutschland

    Faserland

    uli123

    19. August 2017 um 15:34

    Richtig überzeugt hat mich dieses Buch nicht. Der Ich-Erzähler, offenbar Sohn aus reichem Elternhaus, ohne sich aber selbst eine Existenz aufgebaut zu haben, reist von Sylt über Hamburg, Frankfurt, Heidelberg und München nach Zürich und erzählt in einem endlosen Monolog  von seinen kurzen Aufenthalten. Er trifft unterwegs vermeintliche Freunde von früher, besucht Partys und Bars. Alle geben sich dem exzessiven Alkohol- und Drogenkonsum hin, übergeben sich mit einer Regelmäßigkeit, rauchen exzessiv. Immer wieder erinnert er sich an Begebenheiten aus seiner Kindheit und Jugend, kritisiert Verhalten und Aussehen seiner „Freunde“. Wichtig sind ihm Markenmodeprodukte wie die immer wieder erwähnte Barbour-Jacke. Dieses Buch wird den bekanntesten Büchern der 90er zugeordnet. Für mich gibt es allerdings eindeutig zu wenig Handlung. Richtig Freude an dem Buch wird nur haben, wer Spaß am Interpretieren hat. Doch was will mir die Geschichte eigentlich sagen– geht es um die Orientierungslosigkeit und Unfähigkeit der im Wirtschaftswunder Deutschland aufgewachsenen jungen Leute aus besserem Hause?

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  • Leserunde zu "Wunderschöne Winterzeit" von Max Bolliger

    Wunderschöne Winterzeit

    Vucha

    ~~~~~~~~ Hier gibt es KEINE Bücher zu gewinnen~~~~~~~ ~~~~~~~~Dies ist der Lesemarathon unserer „Zukunft vs Vergangenheits“-Gruppe und unserer Werwolfrunde ~~~~~~~~ Lesemarathon zwischen den Jahren (27.12-30.12.2016)Zu unserer Werwolfrunde hier auf Lovleybooks veranstalten wir immer einen Lesemarathon. Um dieser Tradition treu zu bleiben findet auch dieses Mal wieder so ein Marathon statt.Manch einer von uns wird bestimmt zu Weihnachten das ein oder andere Buch unter dem Weihnachtsbaum finden. Hier bekommt ihr die Gelegenheit und Zeit, eure neuen Schätze zu zeigen und sie zu lesen, oder aber auch noch ein bisschen SuB-Abbau zu betreiben.Größtenteils wird es sich thematisch um die Feiertage in den letzten Dezembertagen drehen... lasst euch überraschen! Welche Bücher ihr euch dazu aussucht ist vollkommen egal. Wir wollen das Jahr zusammen ausklingen lassen und gemütliche Stunden zusammen verbringen. ♦ZIELE:♦ Setzt euch welche! Was wollt ihr an diesen vier Tagen schaffen?  ♦EURE BELOHNUNG:♦ 2017 steht vor der Tür! Ihr bekommt deshalb für je 50 gelesene Seiten von uns einen Glücksbringer. 🍀🐞🐷 Zudem wird es einige Aufgaben geben, bei denen ihr zusätzliche Glücksbringer sammeln könnt. ♦DIE THEMEN:♦ Wir werden jeden Tag des Lesemarathons ein anderes Thema vorstellen und die Fragen diesem Thema anpassen. Geplant sind: Familien, Geschenke, Essen und Traditionen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel.  ******************************************** WICHTIG: Unsere gestellten Fragen werden so weit wie möglich einen Bezug zu den genannten Themen haben. Dies muss nicht für eure ausgewählten Bücher gelten. Es darf gelesen werden, was Spaß macht. Zudem sind zu diesem Marathon nicht nur Teilnehmer unser "Zukunft vs. Vergangenheitschallenge" und "Werwolfrunde" eingeladen. Jeder Leser ist willkommen.  WANN STARTEN WIR? Der Marathon startet am Dienstag, den 27.12.2016 um 10 Uhr und endet am 30.12.2016 um Mitternacht.  Der Spaß bei unserem Lesemarathon ist natürlich an erster Stelle. Und frei nach dem Motto "Alles kann, nichts muss" könnt ihr euch eure Zeit einteilen, wir ihr mögt. Wir streuen in regelmäßigen Abständen Aufgaben und Rätsel ein und setzten uns gerne Ziele, um den Spaßfaktor ein wenig zu erhöhen, beides ist aber nicht verpflichtend. ******************************************************** Habt ihr Fragen, Anregung oder Rätsel, die ihr uns für den Marathon zukommen lassen mögt? Gerne nehmen wir jede Hilfe an. Schreibt einfach eine kurze PN an: Knorke MissSnorkfraeulein SchCh121  oder Vucha ******************************************************* Teilnehmer: Vucha stebec SchCh121 samea MissSnorkfraeulein Mitchel06 melanie1984 pinucchia BUCHimPULSe Tatsu Mysticcat Knorke sternchennagel mabuerele histeriker AnnikaLeu, AberRush, Katha_strophe

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    • 706
  • Ein Roman, der polarisiert

    Faserland

    Lilli33

    07. December 2015 um 19:25

    Taschenbuch: 176 Seiten Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 4 (22. Januar 2015) Sprache: Deutsch ISBN-13: 978-3596185320 Preis: 8,99 € Ein Roman, der polarisiert Ein namenloser Ich-Erzähler reist durch Deutschland bis in die Schweiz, von Nord nach Süd. Sylt – Hamburg – Frankfurt – Heidelberg – München – Meersburg – Zürich. Das sind die Stationen, doch sie sind größtenteils austauschbar. Dabei gibt der reiche junge Mann sich zum Teil mit Freunden ab, erkennt dann wieder, dass es eigentlich gar keine Freundschaft ist, die sie verbindet, dass er selbst auch nicht zur Freundschaft fähig ist und die anderen ebensowenig. Es klingt an, dass das ganze Land irgendwie verkommen ist. Mich konnte der Roman leider nicht wirklich erreichen. Der Ich-Erzähler konnte mich überhaupt nicht für sich einnehmen. Er befand sich – überspitzt gesagt – in einem Kreislauf von Saufen, Rauchen, Kotzen und wahlweise ins Bett oder in die Hose kacken und dann wieder von vorne. Dabei lamentiert er über die Gesellschaft, wobei man vieles zwischen den Zeilen herauszerren muss. Sicherlich ist mir auf diesem Weg vieles entgangen, was mir der Autor sagen wollte. Als Schullektüre mit einem geeigneten Lehrer mag das Buch angehen, denn hier kann man wirklich munter drauf los spekulieren und interpretieren. Sicher wird jeder Schüler etwas anderes sehen und zusammen wird die Klasse ein vollständigeres Bild zusammenpuzzeln als mir das möglich ist. Dabei muss ich sagen, dass mir schon der Sprachstil nicht gefallen hat. Wenn in einer so saloppen Art erzählt wird, empfinde ich das immer als sehr mühsam. Nach einer halben Stunde habe ich wieder abgeschaltet, weil der Film so unerträglich war. Ich meine, da passierte überhaupt nichts. Die Kamera ist über so Landschaften rübergefahren, und alles lief beschleunigt ab, und im Grunde war der Film nichts anderes als ein ellenlanges, endlos dröges Musikvideo. Kaum zu glauben, dass sich jemand im Ernst so etwas zwei Stunden lang ansieht. (S. 117) Wenn man diese Textstelle von Film auf Buch umarbeitet, hat der Autor meine Gefühle beim Lesen dieses Buches witzigerweise ganz gut getroffen. ;) ★★★☆☆

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  • Eine Hommage auf die Barbourjacke...

    Faserland

    Exonik

    20. January 2015 um 21:45

    Ein gutsituierter, junger Barbourjacken-Fetischist reist von Nord nach Süd durch die geschundene BRD-Republik... Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf, Sechs, Sieben und Acht... Kapitel. Eins steht für Sylt, Acht für Zürich, südlich der BRD angesiedelt... Dieser Barbourjacken-Fetischist ist kein Lebemann, sondern ein stiller aber gewissenhafter Beobachter, der seine Wahrnehmungen akribisch sammelt und diese präzise zusammenbaut, wie ein Schweizer Uhrmacher... So beschreibt er z.B. die BRD-Betriebsratsvorsitzenden und BRD-Sozen, Zitat: „Jeder Betriebsratsvorsitzender einer Kugellagerfabrik fliegt heutzutage,die kennen sich alle schon, die Betriebsräte, und sie grüßen sich am Gate mit einem nonchalanten Lächeln und zupfen dabei ihre bunten Krawatten zurecht und ihre senffarbenen Sakkos und erzählen sich dann im Flugzeug von ihren letzten Phuket-Aufenthalt“ und „Halt's Maul, du SPD-Nazi“ Herrlich treffend! Mit dem Erscheinungsdatum dieses Romans, also Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es noch keine Probleme mit den links-grün versifften Aktivisten, dieses Thema sollte der Autor in seinem nächsten Buch knallhart angehen. Herrliche Sprache (sic!), klasse Buch, sehr lesenswert!

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  • Rezension zu "Faserland." von Christian Kracht

    Faserland

    Jok

    14. March 2013 um 11:02

    Der namenlose Erzähler reist einmal quer durch Deutschland. Er startet auf Sylt und die Geschichte endet in der Schweiz, in Zürich. Sein Tagesablauf, sein ganzes Leben ist geprägt von Alkohol, Drogen und ausschweifenden Parties. Überall trifft er die gleichen Menschen, die das gleiche tun wie er: von Party zu Party zu gehen und am Ende des Tages betrunken zu sein. Kristian Kracht will das Leben des Protagonisten beschreiben, das von Sinnlosigkeit geprägt ist - von Ziellosigkeit, Oberflächlichkeit, Langeweile, Einsamkeit. Dazu bedient er sich eines Schreibstils, der mir persönlich nicht gefällt, der aber genau diese Stimmung rüberbringt. Absatzlos und wie ein Kind beschreibt der Erzähler was er tut, warum er es tut, worüber er nachdenkt. Das klingt oft sehr naiv und hilflos, ist aber genau das, was er fühlt. Dazu passt auch, dass die Reise willkürlich von Sylt über Hamburg, Frankfurt, Heidelberg, München bis nach Zürich führt. Der Erzähler muss nicht arbeiten, hat offensichtlich genügend Geld zur Verfügung, nimmt auf niemanden Rücksicht. Trotzdem steht er als Beobachter oft neben sich und wertet die Situation. So ist er sehr abgestoßen von den Exzessen die er bei seinen Freunden und sich selber beobachtet. Er flüchtet dann, rutscht aber bei nächster Gelegenheit sofort wieder in das gleiche Schema ab. Das Ende ist offen und lässt viele Interpretationen zu. Das Buch ist als Zeit- oder Millieu-Studie sicher sehr gut. Mich persönlich hat das nicht so sehr interessiert. Ich hätte nach den ersten Seiten beinahe abgebrochen, bin nun aber froh, dass ich es doch zuende gelesen habe. Die Stimmung der Erzählung ist wirklich etwas deprimierend und düster. Deshalb von mir absolut subjektive zwei von fünf Sternen.

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  • Rezension zu "Faserland." von Christian Kracht

    Faserland

    melvil

    08. March 2013 um 21:48

    Sehr unterhaltsamer, mit einer ordentlichen Prise Verachtung und Zynismus versehener Debütroman von Christian Kracht. Also genau mein Ding.

  • Rezension zu "Faserland" von Christian Kracht

    Faserland

    sophie_senoner

    19. February 2013 um 22:24

    großartig

  • Rezension zu "Faserland." von Christian Kracht

    Faserland

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. February 2013 um 23:18

    Schon tausendmal gelesen. Zumindest gefühlt. Ein reicher Ich - Erzähler reist durch Deutschland und berichtet uns vom "sorg- und hoffnungslosen Leben" zwischen dekadenten Drogen -, Sex- und Alkoholexzessen, Abstumpfung und der Unmöglichkeit echter zwischenmenschlicher Beziehungen. Vom Verschwinden in einer Gesellschaft, die das Ziel vor Augen verloren hat. Die Geschichte kenne ich. Von Bret Easton Ellis beispielsweise. Sein Debutroman "Less than zero" kann meiner Meinung nach durchaus als amerikanisches Pendant gelesen werden. Nur, dass Ellis es besser macht. Daneben sind mit auch die kontinuierlichen, aber vor allem am Schluss von "Faserland" besonders deutlichen Verweise auf Thomas Manns "Der Tod in Venedig" sehr aufgestoßen und haben mich auf der Zielgeraden fast dazu verleitet, Krachts kleinen Roman doch noch in die Ecke zu feuern. Die pseudointelektuelle intertextuellen Verweise des Autors, sein blasser Protagonist und die merkwürdig zynischen mythologischen Anspielungen, die den Schluss von "Faserland" prägen, haben wenig mit Thomas Manns grandioser Novelle zu tun. In meinen Augen beinahe eine Anmaßung. Insgesamt eine herbe Enttäuschung. Keine Empfehlung - es sei denn, man kann nicht genug von Bret Easton Ellis bekommen.

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  • Rezension zu "Faserland" von Christian Kracht

    Faserland

    papierelch

    09. January 2013 um 23:10

    Kracht beschreibt in seinem Roman Faserland einen jungen namenlosen ich- Erzähler aus reichem Haus, der sich auf einer Deutschlandreise befindet und in verschiedenen Städten an Alkohol und Drogenpartys teilnimmt. Kracht‘s Roman hat keine großartige Handlung und wenn man danach gefragt wird, worum es in diesem Buch eigentlich geht, fällt einem zuerst vermutlich nichts ein. Ein Buch ohne Handlung? Falsch! Denn wenn man sich mit dem Roman näher befasst versteht man nach und nach den Sinn des Ganzen. Dadurch, dass der Roman keine Einleitung besitzt, lernt man den Ich- Erzähler nach und nach besser kennen. Kracht lässt den Erzähler häufig in der Umgangssprache denken und Sprachfloskeln verwenden. Dadurch kann sich der Leser sehr gut in den jungen Mann hineinversetzen. Man begleitet den Erzähler auf seiner Reise und bekommt jedes Detail und alle Gedanken genau mit. Dies hat allerdings zur Folge, dass man manchmal mehrere Seiten etwas darüber lesen muss, wohin die Exkremente der Menschen aus einem Zug früher überall verteilt wurden. Dadurch wird das Buch stellenweise ziemlich langweilig. Während seiner Reise besucht der junge Mann ein paar seiner Freunde. Die Beziehung zu diesen ist sehr widersprüchlich. Obwohl er sie als seine Freunde benennt, führt er mit ihnen keine richtigen Konversationen und lässt sie im Stich. Außerdem kritisiert der Erzähler andere Leute und verhält sich öfters unverschämt. Sobald es ihm auf einer Party zu viel wird verlässt er fluchtartig die Stadt und fährt zur nächsten, wo sich das ganze wieder wiederholt. In jedem Kapitel passiert also das gleiche, nur immer etwas anders. Das macht das Buch langweilig, hat aber durchaus einen Sinn. Denn so vermittelt Kracht das Leben dieses reichen Mannes. -Langweilig, einsam und sinnlos.- Ich für meinen Teil finde, dass Kracht die Oberflächlichkeit der heutigen Gesellschaft und die Schatten der „Markenwelt“ treffend beschreibt, dies aber nicht offensichtlich genug macht, sodass man während dem Lesen des Romans nicht sofort erkennt, was Kracht einem vermitteln will. Meiner Meinung nach muss man das Buch nicht unbedingt gelesen haben, kann dies aber gerne tun, wenn man beim Lesen gerne viel Platz zum Interpretieren hat. Sicherlich kein Buch zum „Lesen und danach wieder im Regal verschwinden lassen“!

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  • Rezension zu "Faserland." von Christian Kracht

    Faserland

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. December 2012 um 21:47

    Der Roman Faserland handelt von einem namenlosen Erzähler, der wohl aus gut situierter Familie stammt. Aus seiner Perspektive wird über eine Reise quer durch Deutschland, von Sylt nach Zürich, berichtet. Während des Lesens erlebt man eigenttümliche Reisen mit ICE, TAxi der Flugzeug mit und kann beobachten wie zwischenmenschliche Beziehungen zerbrechen. # Zuerst ist der Inhalt relativ einseitig und die elend langen Beschreibungen von der Umwelt des Protagonisten werden teilweise langweilig. Während Alkoholexzesse, Drogenkonsom und wilde Partys an der Tagesordnung sind, wird die emotionale Ebene dabei nur angerissen. Damit wird die wohlhabende Schicht dargestellt, in ihrer Dekadenz und Emotionslosigkeit. # Ob der Leser die 'High Society' genauso betrachtet wie Kracht liegt bei ihm selbst. Auf jeden Fall regt das Buch zum Überdenken der Sichtweise auf diese Schicht an und verschafft uns einen Einblick in die Einseitigkeit des Lebens eines reichen, aber ziellosen Mannes.

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  • Rezension zu "Faserland" von Christian Kracht

    Faserland

    GOOMPI

    21. August 2012 um 21:44

    Der Trip beginnt auf der Insel Sylt und geht quer durch Deutschland, über Hamburg, Frankfurt usw. bis nach Zürich. Auf dieser ziel- und planlosen Reise trifft der Held immer wieder alte Freunde und erfährt deshalb, gedanklich, eine Rückschau auf sein Leben und auch sonst durchlebt er einige Höhen und noch intensivere Tiefen. Dabei wird die Hauptperson, im zunehmenden Verlauf der Geschichte, immer mehr physisch und psychisch ein Wrack, was wohl zum Teil auch am Schlafmangel liegt. Krachts Faserland gilt als der Auftakt zur Popliteratur. Mir ist allerdings nicht ganz klar was Popliteratur auszeichnet. Einige Parallelen konnte ich zu Leif Randt entdecken, denn beide Autoren benutzen zum Beispiel gerne die Wörter irgendwie, ziemlich und eigentlich. Der Grund, weshalb das Buch Faserland heißt, konnte ich leider nicht wirklich aufdecken. Meine Überlegungen dazu, erscheinen mir eher oberflächlich. Die Narration wird von einem namenlosen, nihilistischen Protagonisten wiedergegeben. Der Namenlose ist etwas sadistisch, redet nicht sehr viel, denkt aber um so mehr. Dabei immer auf eine pessimistische Art, er nörgelt in Gedanken ständig über seine Umgebung. Desweiteren hat er Schwierigkeiten anderen Personen zuzuhören, da er immer wieder durch Gerüche oder dergleichen abgelenkt wird und in diesem Moment, an sein bisheriges Leben denkt. Auf seiner Reise trifft die Hauptfigur stetig auf den widerlichen Hedonismus, der sich zu dieser Zeit in Deutschland entfaltet und immer noch allgegenwärtig ist. Der hedonistische Lebensstil der anderen, ist dem Held überaus unangenehm, und er versucht dem zu entfliehen. Doch gelingt es ihm nicht, im Gegenteil, mit jedem Kapitel nehmen die Wirren des (seines) Lebens zu, und er fragt sich ob es denn überhaupt noch einen Sinn gibt. Zumal er sowieso ziemlich planlos durch die Gegend treibt, vielmehr mitgerissen wird. Dabei fragt man sich, ob der Namenlose einfach nur in einer Adoleszenzphase feststeckt, eine Midlife-Krise durchlebt, oder schlicht unter einer Depression leidet. Andererseits hat er einen überaus scharfsinnigen und kritischen Blick auf die Gesellschaft, obgleich ihn diese Gedankengänge womöglich seelisch zerstören. Jene acht Kapitel, auf 158 Seiten, machen richtig Spaß. Was auch am hervorragenden Schreibstil liegt, der zum Teil auf verschrobener Art romantische Nuancen annimmt. Dennoch begibt man sich mit dem Protagonisten in eine Art Ritalin verseuchten Mainstream. Oberflächlich ist das Buch recht witzig, doch eigentlich voller Hass, dabei nicht selten äußerst poetisch und schonungslos. Wenn man mal einen anderen gesellschaftskritischen Blickwinkel auf Deutschland ersucht, sollte man Krachts Faserland lesen. Irgendwie lässt das Buch, eigentlich ziemlich viel Raum für Spekulationen, besonders das Ende kann in vielerlei Hinsicht interpretiert werden. Bedingungslos wunderbare Literatur. Wenn ich dem Buch ein Musiktitel zuordnen sollte, würde ich “All Live But The Ending” von Circlesquare wählen, und nicht nur wegen den Lyrics. Der Song bauscht sich, genauso wie der Roman, zu einem Crescendo auf und endet dabei in Stille. Auch zu lesen auf http://buchpiraten.blogspot.de

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  • Rezension zu "Faserland." von Christian Kracht

    Faserland

    Cordon_Bloe

    15. August 2012 um 10:10

    Erster Satz: “Also, es fängt damit an, daß ich bei Fisch-Gosch in List auf Sylt stehe und ein Jever aus der Flasche trinke.” Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de Christian Kracht, Jahrgang 1966, gilt als Vorreiter der Popwelle in der deutschen Literatur. Er selbst lehnt den Begriff ab, spricht stattdessen von “Light Entertainment”. Populär wurde sein Debütroman allemal: Heute zählt “Faserland” zu den bekanntesten deutschsprachigen literarischen Texte der Neunziger. Die sinnfreie Reise des namenlosen Schnösels von Nord- nach Süddeutschland erhebt die Leere zur Kunstform, als Spiegelbild einer teilnahmslosen Jugend, deren Dekadenz zum Himmel stinkt. Dreist auch der erste Satz: Da steht also ein Mann an der nördlichsten Fischbude Deutschlands und kippt sich ein Bier hinter die Binde. Das allein wäre so bemerkenswert wie die Ankündigung, dass auf Ebbe garantiert Flut komme, wenn sich in den Worten nicht ebenjene Hoffnungslosigkeit und Belanglosigkeit einer ganzen Generation widerspiegeln würde. Ein Gesellschaftsroman über das Verschwinden. Von allem. Auch das scharfe S im ersten Satz ist inzwischen aus den Büchern verschwunden.

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  • Rezension zu "Faserland." von Christian Kracht

    Faserland

    janinajohanna

    12. July 2012 um 09:12

    Da ist diese Reise durch Deutschland, da sind die Begegnungen mit den vielen Menschen aus dem vergangenen und gegenwärtigen Leben des Protagonisten, vielen Drogen, wilden Partys, überall zugänglicher Geschlechtsverkehr, ob hetero oder homo, und da ist die unbegrenzte Freiheit, das Heimatlose, die Suche nach der Realität, die Marken, das Geld, die Macht, die Zerstörung. Angefangen in gespielter Normalität auf Sylt wandert der Protagonist über Frankfurt und München durch die Problematik der Neuzeitgesellschaft, trifft alte und neue Freunde und verliert sie sogleich wieder. Er verlässt Deutschland, seine Kultur, seine Identität, sein soziales Milleu. Die Reise endet in der Schweiz, was mit dem Protagonisten dort geschieht, weiß nicht mal er selbst. Zerbricht er oder entdeckt er endlich seinen ganz persönlichen Sinn des Lebens?

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  • Rezension zu "Faserland" von Christian Kracht

    Faserland

    Marcus_Krug

    22. March 2012 um 17:24

    Ein namenloses Kind reicher Eltern reist von Sylt über Hamburg, Frankfurt, Heidelberg, München und Meerburg in die Schweiz und schildert als Ich-Erzähler die Irrungen und Wirrungen der gutsituierten Jugend. Es dauerte eins, zwei Seiten, bis ich mich an diese schnoddrige Erzählweise gewöhnt hatte. Aber dann las es sich ganz flott weg, das Buch. Dabei war es sehr kurzweilig und nicht annähernd so provokativ, wie es manch anderer Rezensent beschrieben hatte. Auf Dauer tragen sich auch Barbour-Jacken ab und auch der viel verwendete Hinweis auf alte Männer, die wohl aussähen wie Nazis animiert zum gähnen. Zugegeben, das Buch ist mittlerweile knappe 17 Jahre alt, aber ich stelle mir allerdings vor, dass das Leben reicher Sprößlinge durchaus noch sinnentleerter sein kann, als hier von Herrn Kracht beschrieben. Auf Grund der Kürze ist das Buch wohl für jeden geeignet, der sich ein paar Stündchen unterhalten fühlen möchte. Egal, was die anderen sagen, es wird nichts Schockierendes oder Unverdauliches dargeboten, lediglich recht kurzweilige Lektüre.

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