Christian Oelemann Dumme Gedanken

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Inhaltsangabe zu „Dumme Gedanken“ von Christian Oelemann

Robert ist ein die Welt en gros verneinender Versicherungsmakler im Ruhestand. Dass er noch nie eine Beziehung zu einer Frau hatte, stört ihn schon lange nicht mehr; die Idole seines Daseins sind Romane und die Musik des Pianisten Keith Jarrett. Bei einem Mittagessen in einem Fastfoodrestaurant kommt er zufällig mit einer Frau ins Gespräch; ein Wort ergibt das andere, und ehe er sich versieht, hat er mit Marie, 57, eine Verabredung getroffen, für ein paar Tage nach Holland zu reisen, ans Meer. Marie fasziniert ihn schon während der Hinfahrt nach Schoorl ungemein; sie war einst Pianistin, später die Frau eines evangelischen Pfarrers und hatte mit Ausnahme dieser kurzen, verkorksten Ehe noch nie sexuellen Kontakt mit Männern. Robert schlüpft in eine Rolle, die er nicht kennt und die ihm nicht behagt: er erklärt Marie die Welt, wie sie seiner Meinung nach ist, und ist von der Art und Weise fasziniert, wie sie ihm zuhört. In Schoorl mieten sie sich in getrennten Zimmern in einem Robert bekannten Hotel ein, und alles steuert darauf zu, dass sich Robert einen Ruck gibt und seine Begehrlichkeit in punkto Marie eingesteht. Als es endlich so weit ist, stellt er fest, dass Marie abgereist ist; er hatte den Bogen bereits überspannt.

Ein einfühlsamer Roman über die Sehnsucht nach Intimität und Erotik.

— sara2014
sara2014

Ein gelungener Einblick in die Gedankenwelt eines nicht alltäglichen Menschen ... Sonderbar, besonders, humorvoll ... einnehmend!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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    Dumme Gedanken
    sara2014

    sara2014

    24. January 2017 um 23:58

    In einem Fischschnellimbiss begegnet der Protagonist Robert von Melis einer Wildfremden. Beide treffen in einer kaum nachvollziehbaren Schnelligkeit und Spontaneität die Entscheidung, am darauffolgenden Tag gemeinsam an die niederländische Nordsee zu fahren. Der Leser entwickelt ähnlich wie der Protagonist eine wachsende Neugierde auf die erst an fortgeschrittener Stelle im Roman namentlich Benannte, eine Erwartung und Erwartungsangst, die ihn bis zum letzten Satz nicht mehr loslässt und das Gefühl entstehen lässt, als unsichtbarer Dritter dabei gewesen zu sein.Der Wuppertaler Schriftsteller Christian Oelemann webt in seinem Roman „Dumme Gedanken“ mit einer beeindruckenden psychologischen und sprachlichen Subtilität ein immer dichter werdendes Gespinst von erfüllten und enttäuschten Erwartungen, Sehnsüchten und Projektionen. Ähnlich wie die Klangteppiche, die sich in Keith Jarretts Konzerten ausbreiten und den Zuhörer beim Hören und Wiederhören immer stärken bannen, lebt der Roman von vielen Beinah-Wiederholungen, die jedes Mal einen neuen Gedanken eröffnen und niemals langweilen. Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Oelemann mit den beiden Protagonisten seines Romans zwei Menschen in der zweiten Lebenshälfte, die sich im wahrsten Sinne des Wortes gemeinsam auf den Weg gemacht haben, um all das Ersehnte und Verpasste der ersten Lebenshälfte nachzuholen. Ein zwei Tage dauerndes Unterfangen mit vielen Situationen einer berührenden bis unerträglichen Intimität und mit einem stimmigen melancholischen Ausklang. Ein Unterfangen, das gewiss in beiden Suchenden und Sehnenden bleibende Spuren hinterlässt – genauso wie im Leser, der womöglich damit beginnen wird, über seine eigenen ungelebten Träume und gescheiterten Liebesversuche nachzudenken. Ein Roman, der nachklingt, ähnlich wie die Klaviermusik von Keith Jarrett.

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