Christian Oelemann Nur für Erwachsene

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Inhaltsangabe zu „Nur für Erwachsene“ von Christian Oelemann

Der siebzehnjährige Frieder Heinziger findet einen stehengebliebenen Samsonite-Koffer. Weil er sich langweilt, entfernt er sich von der Feierrunde und schafft ihn ins nahe gelegene Zuhause. Dort versteckt er ihn im Keller. Am nächsten Tag macht er sich daran, den Koffer gewaltsam zu öffnen und findet darin u.a. einen prall gefüllten Leitzordner mit Geschichten; der Koffer gehörte einem gewissen Magnus Hochfeldt. Im Internetcafé recherchiert er, dass Magnus Hochfeldt tags zuvor an einem Herzinfarkt in Wuppertal verstorben ist. Handelt es sich dabei um sein neuestes Manuskript? Frieder gibt der Verlockung nach, sich als angehenden Schriftsteller bewundern zu lassen, nicht nur, um seinem ihm intellektuell überlegenen Freund Piet etwas bieten zu können, sondern insbesondere auch die Gunst der Tochter der frisch eingezogenen Nachbarsfamilie zu erwerben. Im Zwiespalt mit seinem Wunsch nach Anerkennung und seinen moralischen Werten ist er auf der Suche nach sich selbst und seinem Platz in einer Welt zwischen Schein und Sein.

Sehr lesenswert und unterhaltsam, für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene.

— Igelmanu66
Igelmanu66

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    Nur für Erwachsene
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    12. August 2016 um 12:21

    »Frieder nahm den Koffer zwischen seine Hände und schüttelte ihn vorsichtig; nichts darin klapperte, doch angesichts des beachtlichen Gewichts konnte er unmöglich leer sein. Vermutlich war er im Gegenteil mit irgendetwas prall gefüllt. Frieder erwog zwei Möglichkeiten: Die erste bestand darin, den Koffer am Tresen beim Cheffe abzuliefern, was normal gewesen wäre, wie er sich später eingestand. Er entschied sich jedoch für die zweite, nahm seinen Fund an sich und verließ damit eilig das »Capri«, vom Rest der Feiernden unbemerkt. Warum tat er das? Weil es ihm wirklich die Langeweile vertrieb? Er musste an einen Roman von Albert Camus denken, den Piet ihm geliehen und zur Pflichtlektüre erklärt hatte. In »Der Fremde« wird ein Mörder vor Gericht nach dem Grund seiner Schandtat gefragt. »Wegen der Sonne« lautet seine Antwort, und ähnlich wie dieser Mörder kam sich Frieder nun selbst vor. Bei ihm war es allerdings die pure Langeweile und nicht die Sonne, die ihn zum Täter werden ließ.« Für die Langeweile, die Frieder quält, war eine sich gefühlt ewig hinziehende Familienfeier verantwortlich, an der er teilnehmen musste. Die Mitnahme des Koffers, dessen Besitzer gerade einem Herzinfarkt erlegen war, sorgt nur kurzzeitig für ein schlechtes Gewissen bei Frieder. Danach fesselt ihn der Inhalt, der im Wesentlichen aus einem Ordner voller ausgedruckter Geschichten besteht, umso mehr. Da sich mittlerweile herausgestellt hat, dass der Verstorbene ein berühmter Schriftsteller war, halten Frieder und sein Freund Piet die Ausdrucke für dessen nächstes, noch unveröffentlichtes Werk. Frieder kommt das gerade recht, denn bei dem Versuch, seiner neuen Nachbarin – einer sehr talentierten jungen Pianistin – zu imponieren, hat er sich selbst als Schriftsteller ausgegeben. Selber geschrieben hat er aber noch nichts… Als ich mit diesem Buch begann, wusste ich eigentlich gar nicht so recht, was auf mich zukommen würde. Doch hatte ich mit dem Autor schon sehr gute Erfahrungen gemacht und kann jetzt nach der Lektüre sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat! Was treibt einen jungen Mann von 17 Jahren so um? Die Hormone natürlich, ohne Zweifel. Aber auch romantische Gefühle, Freundschaft, Ärger mit der Familie und in Frieders Fall die Liebe zum Klavierspiel. Und als wenn das noch nicht genug wäre, sind die persönliche Entwicklung, Selbstzweifel und Unsicherheiten große Themen für einen jungen Menschen. Wobei: Mangelndes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl bleibt für viele das ganze Leben hindurch ein Knackpunkt. Und wer mag schon das Gefühl, nicht ernstgenommen zu werden? Christian Oelemann beschreibt all dies sehr deutlich und gleichzeitig so lebendig, dass ich mich immer mitten in der Handlung fühlte und selbst von Stellen, an denen eigentlich gar nicht so viel passierte, gefesselt war. Einzig die amourösen Abenteuer Frieders mit diversen (aus seiner Sicht) älteren Frauen, erschienen mir leicht überzogen. Aber nun gut, die Hormone halt ;-) Gefreut habe ich mich zudem über „Gastauftritte“ anderer Autoren oder Romanfiguren und über reichlich Wuppertaler Lokalkolorit. Raffinierte Wortspielereien und viele witzige Einfälle, sowohl stilistisch als auch inhaltlich, machten für mich das Lesevergnügen perfekt. Fazit: Sehr lesenswert und unterhaltsam, macht Spaß beim Lesen und gibt Stoff zum Nachdenken. Für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene. »Es scheint wichtiger zu sein, etwas getan zu haben als es zu tun. Ganz so, als ob das Perfekt die entscheidendere Zeit wäre und nicht das Präsens.«

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