Christian Peter Dogs

 3.8 Sterne bei 9 Bewertungen

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Gefühle sind keine Krankheit

Neu erschienen am 20.09.2018 als Hörbuch bei TIDE exklusiv.

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Gefühle sind keine Krankheit

Gefühle sind keine Krankheit

 (9)
Erschienen am 29.03.2019
Gefühle sind keine Krankheit

Gefühle sind keine Krankheit

 (0)
Erschienen am 20.09.2018

Neue Rezensionen zu Christian Peter Dogs

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Kleine8310s avatar

Rezension zu "Gefühle sind keine Krankheit" von Christian Peter Dogs

Gefühle sind keine Krankheit
Kleine8310vor 10 Monaten

Der Einstieg in dieses Buch ist mir sehr gut gelungen. Ich fand das gesamte Buch ungemein flüssig zu lesen und habe stets gerne weitergelesen. Der Aufbau des Buches ist durch die verschiedenen Themeninhalte abwechslungsreich und interessant gestaltet. Zum einen bekommt man fachliche Informationen zum Thema der Gefühle, dann gibt der Autor aber auch Einblicke in seine Arbeit mit Patienten, was toll durch verschiedene Fallbeispiele beschrieben wird. Was mir in manchen Momenten ein bisschen gefehlt hat, war mehr Struktur im Buchaufbau. Es liest sich aber auch trotz mancher Themensprünge sehr gut.


Einen großen Teil des Buches nehmen jedoch die persönlichen Erfahrungen des Autors ein. Hier fand ich es sehr beeindruckend, wie offen und detailliert Dr. med. Dogs Einblicke in seine eigenes, in vielen Bereichen, unglaublich schweres und prägendes Leben Einblick gewährt. Hier wird es nicht nur emotional, sondern der Autor zeigt dem Leser/der Leserin damit auch auf, dass ein bisher schwieriges oder traumatisches Leben nicht zwangsläufig bedeutet, dass dieses auch für immer so bleiben muss.

Ich muss sagen, dass dieses Buch wirklich in vielen Punkten großartig ist und für mich sticht es, alleine schon durch die einfühlsame, persönliche Note, aus der Masse ähnlicher Bücher heraus. In vielen Punkten konnte ich dem Autor auch bedingungslos zustimmen, da seine Ansichten meinen sehr ähnlich sind. Lediglich in ein, zwei Punkten gehe ich nicht mit ihm konform, was ich aber überhaupt nicht schlimm finde. Grandios finde ich, dass der Autor zum Thema "Burn Out" haargenau meine Gedanken der letzten Jahre ausspricht. Toll, dass meine Meinung diesbezüglich von einem Fachmann ebenso eingeschätzt wird. Ein großes Plus waren, für mich, auch die Ratschläge für Behandler. Das ist wirklich klasse und würde, wenn es angenommen werden würde, bestimmt vielen Patienten helfen.


Positiv: 

* flüssiger Schreibstil mit anschaulichen Beschreibungen

* schöne Mischung aus sachlichen und persönlichen Informationen

* tolle Vermittlung der vielfältigen Thematik der Gefühle 

* gute Tipps für Betroffene und Behandler


Negativ: 

* manchmal hätte den Inhalten etwas mehr Struktur gut getan


"Gefühle sind keine Krankheit" ist ein tolles, informatives Sachbuch, welches ich, aufgrund der vielschichtigen Thematik und der persönlichen Note, sehr gerne weiterempfehle.



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Babschas avatar

Rezension zu "Gefühle sind keine Krankheit" von Christian Peter Dogs

Kompetenter Erfahrungsbericht eines Mediziners
Babschavor einem Jahr


Der persönliche, informative und teils mutig geschriebene Ratgeber eines Mannes, der sein Berufsleben der Psychiatrie und Psychotherapie gewidmet und dabei so ziemlich alles erlebt hat, was man da erleben kann. Dogs war zuletzt Chefarzt einer psychosomatischen Klinik in Süddeutschland. Er beleuchtet im Buch insbesondere die teils unschönen Realitäten der psychotherapeutischen Behandlung und Begleitung Betroffener in Deutschland und legt dabei den Finger in manche Wunde: Geldschneiderei, extreme Wartezeiten bei gleichzeitig sinnlos langen Therapien teils unfähiger Therapeuten, fehlende oder falsche Strategien in der Behandlung von Patienten usw.. Gleichzeitig votiert er, offen von seiner eigenen fatalen Jugend mit einem despotischen, brutalen Vater berichtend, vehement dafür, in der Therapie gerade nicht in negativen Kindheitserlebnissen als Ursache allen Übels zu "graben", sondern sich dem Heute und den Möglichkeiten, das eigene Leben zu verbessern bzw. zu stabilisieren, zuzuwenden. Ebenso sollte nicht die verzweifelte permanente und meist nicht von Erfolg gekrönte Suche nach persönlichem "Glück" im gesellschaftlichen Umfeld im Vordergrund stehen, sondern der Einzelne sollte sich als Individuum und völlig eigenständige Persönlichkeit wahr nehmen, so sein und leben, wie es für ihn selbst gut ist und dabei vor allem auch nicht seine Gefühle wie z. B. Trauer, Wut und Angst unterdrücken. In der heutigen komplizierten und verschachtelten Welt der sozialen Interaktion vielleicht nicht ganz so einfach, aber grundsätzlich durchaus ein zu bejahender Ansatz.     



Dogs sieht in der Gesamtbetrachtung viele interessante teils selbst entwickelte Therapieansätze in der Behandlung des weiten Spektrums seelischen Ungleichgewichts und differenziert dabei trennscharf zwischen wirklich behandlungsbedürftigen klinischen Diagnosen wie Depressionen und auch in anderer Weise zu verbessernden "Befindlichkeitsstörungen".



Ein gut geschriebener, interessanter Bericht mit einem klar Stellung beziehenden Autor.

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EvyHearts avatar

Rezension zu "Gefühle sind keine Krankheit" von Christian Peter Dogs

Herbstlich. (Rezi-Ex.)
EvyHeartvor einem Jahr

Als Mensch, der schon einige Bücher zum Thema "Psychologie" gelesen hat, war ich mir nicht sicher, ob ich "Gefühle sind keine Krankheit" anfordern sollte. Letztlich hat mich fasziniert, dass das Buch von den "Gefühlen" ausgeht, nicht von den Krankheiten. Ich dachte, dass ich erfahre, welche Gefühle es gibt, wie sie funktionieren und wie ich noch besser Zugang zu ihnen finde.

Nach dem Ende verspürte ich ein Gefühl wie nach einer Reiswaffel: Ich hatte etwas im Kopf (oder Magen), aber nicht das Gefühl, etwas gelernt zu haben. Das Buch konzentriert sich nicht auf Gefühle, sondern gibt einen Überblick über Störungen, Behandlungsmöglichkeiten und was im deutschen Therapie-System verbessert werden kann. Von allem ein bisschen, nichts tief genug. Der Reihe nach.

Worum geht es?


Ausgehend vom Inhaltsverzeichnis:

Teil 1 - Gehirn, Botenstoffe, Autorenbiografie, Gefühle + Krankheiten (ca. 44 % des Textes, das titelgebende "Gefühle sind keine Krankheit" nimmt 19 % ein)

Teil 2 - Therapiekritik, Therapeuten finden, Therapiemethoden (ca. 25 %)

Teil 3 - Was man selbst tun kann (ca. 7 %)

Teil 4 - "Eine Klinik nach meinen Vorstellungen" (11 %)

Das Buch gibt einen guten Überblick über die Krankheiten und besonders bei Essstörungen hebt es hervor, dass hinter dem gestörten Essverhalten eine soziale Phobie steckt oder die Unmöglichkeit, mit Konflikten umzugehen. Außerdem plädiert der Erzähler dafür, Gefühle zuzulassen, sie sogar zu genießen.

Im zweiten Teil berichtet der Erzähler nicht nur vom Un-Sinn der Psychoanalyse und Problemen bei der Ausbildung, er erzählt auch, dass Psychotherapeuten verantwortlich für ihre Patienten sind. Es geht u.a. um kürzere Therapien und Therapeutenwahl.  Gut gefällt mir, dass nur wenige krasse Negativbeispiele geschildert werden. Dennoch finde ich es schade, dass die Kritik nicht deutlicher ausfällt.

Im dritten Teil geht es um Ruhe, um Wagnisse und darum, seine Beziehung zu pflegen. Letzteres ist für Singles schwer :-)

Der vierte Teil greift stärker die Biografie des Autors auf. Der erzählenden Stil passt hier weniger, weil die Änderungen und Unterschiede zu "normalen" Kliniken weniger deutlich werden.

Aufgefallen ist mir dass es oft um Kinder geht, die durch die Gefühle ihrer Eltern ein Problem entwickelt haben. Das korrespondiert mit der These, dass Kinder/Twentysomethings der heutigen Generation von ihren Eltern so verwöhnt werden, dass sie nicht allein leben können bzw. überfordert sind. Ich denke, dass man auch das nicht verallgemeinern kann und es ärgert mich, dass dieses Klischee bedient werden musste.

Wie wird erzählt?


Der Erzähler spricht meist sachlich und notiert einige Beispiele. Gut gefallen hat mir, dass er sich auf die Ursachen und die Behandlung konzentriert, aber nicht zu ausschweifend wird. Das Buch wirkt an diesen Stellen fokussiert.

Es hat mich überrascht, dass der Erzähler sehr deutlich in Erscheinung tritt, aber der Autor nicht so stark. Die Biografie ist relativ kurz und auch sein Klinikkonzept, das der Autor teilweise umgesetzt hat, wird nur wenig "beworben". Es gefällt mir, dass der Erzähler Fehler eingesteht, das macht ihn für den Leser sympatisch.

Spürbar war jedoch eine Erwartungshaltung, Druck, die der Erzähler gegenüber den Patienten einnimmt. Beispielsweise lehnt er es ab, wenn Patienten mit vielen verschiedenen Medikamenten behandelt werden, aber er plädiert dafür, die Patienten zu führen. Im Beispiel auf S. 76/77 animiert er eine schwer depressive Patientin, Medikamente zu nehmen. Für manche Patienten kann das hilfreich sein, aber nicht für jeden. Ich empfinde den Erzähler nicht als herrisch, nicht als überheblich, aber als jemand, der Erfahrungen gemacht hat und der seine Meinung gehört haben will. An manchen Stellen war mir das "ich" zu deutlich.

Insgesamt ist das Buch gut und flüssig zu lesen, es gab nur wenige Stellen, an denen ich stolperte. "Claquer" kannte ich nicht.

Fazit


Ein bisschen geärgert hat mich, dass der Titel und der Klappentext einen Ratgeber bewerben, der keiner ist. Das Buch ist oft zu sachlich, eine Beziehung zum Leser konnte ich selten spüren und die Tipps für den Leser werden kaum betont. "Gefühle sind keine Krankheit" liefert interessante Denkanstöße, ist aber nicht darauf ausgerichtet, Probleme zu lösen.

Ich würde das Buch nicht jemandem empfehlen, der in einer Krise Bestand sucht. Ich würde es jemandem empfehlen, der sich für Psychologie interessiert und 2 Stunden damit verbringen will.


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