Christian Saint-Étienne Das Ende des Euro

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Inhaltsangabe zu „Das Ende des Euro“ von Christian Saint-Étienne

Der Euro sollte die Entwicklung der EU zum einheitlichen Wirtschaftsraum befördern, ist jedoch aufgrund von konzeptionellen Fehlern gescheitert. Christian Saint-Étienne weist nach, dass sich die Eurozone nicht besser entwickelt hat als der Rest Europas oder des Westens und dass der Euro die Einheitlichkeit nur suggeriert, weil es an gemeinsamen Strukturen fehlt und jeder Staat seine eigenen Ziele verfolgt – dabei bleibt harte, fundierte Kritik an der Politik Deutschlands (und Frankreichs) nicht aus. Saint-Étienne fasst drei Möglichkeiten für die Bewältigung der Krise ins Auge: 1. Föderalisierung der Wirtschafts-, Währungs- und Steuerpolitik – Schaffung einer „echten Eurozone“. 2. FortSetzung der „Heftpflaster“-Politik, ein Rettungspaket nach dem anderen. 3. Das Zerbrechen des Euro nach dem Scheitern von 2., entweder „apokalyptisch“ oder „geordnet“, in Form zweier Euro-Währungen mit eigenen Zentralbanken in Frankfurt und Paris. Auf den letzten zehn Seiten liefert Saint-Étienne Vorschläge für das Vorgehen Frankreichs angesichts des drohenden Endes des Euro – auch für deutsche Leser hochinteressant.

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  • "Der deutschen Vorliebe für die Industrie steht eine französische Vorliebe für Freizeit gegenüber."

    Das Ende des Euro
    R_Manthey

    R_Manthey

    09. July 2015 um 14:59

    Man könnte meinen dieser Satz stammt von einem deutschen Autor eines populistischen Buches. Doch Christian Saint-Etienne ist mit ganzer Seele Franzose, Wirtschaftsprofessor und Mitglied zahlreicher staatlicher Gremien seines Landes. Und sein nicht für die breite Masse verfasstes Buch erweist sich als ein wahrer Augenöffner für die französische Sicht auf den Euro und dessen wohl für alle Beteiligten tragisches Schicksal. Leider stellt es aber auch ein Dokument politischer Uneinsichtigkeit dar, weil es aus einem eigentlich erkannten Fehler Schlüsse zieht, die diesen Fehler noch schlimmer machen werden, sollten sie tatsächlich in die Tat umgesetzt werden. Durch die Einführung einer einheitlichen Währung in Staaten völlig unterschiedlicher wirtschaftlicher Leistungskraft gingen den schwächeren Staaten ökonomische Ausgleichsmechanismen verloren. Dafür aber erhielten sie bei den Zinssätzen Vergünstigungen, die zu einer blasenartigen Entwicklung von ganzen Wirtschaftszweigen wie beispielsweise der Bauwirtschaft in Spanien und Irland führten. Das Platzen dieser Blasen brachte diese Länder an den Rand des wirtschaftlichen Abgrunds. Nachdem der Autor zu Beginn seines Textes beklagt, dass die Eurozone keine optimale Währungszone sei, vergleicht er dann ihre Wirtschaftsleistung mit der Konkurrenz und kommt zu dem Schluss, dass sie keineswegs überlegen ist. Die Eurozone sei "zu einer Zone geringen Wachstums und zunehmender Ungleichheiten geworden". Der Euro wäre, so der Autor, ein tödliches Bonbon: "Er scheint zwar vor Finanz- und Wechselkurskrisen zu schützen, aber er verhindert weder mangelndes Wirtschaftswachstum noch den Verlust von Marktanteilen noch die Vervielfachung der armen Beschäftigten." Dann jammert er: "Die Umstellung vom EWS auf den Euro war ein regelrechtes Milchmädchen-Geschäft, vor allem für Frankreich!" Auch wenn Saint-Etienne dies nicht klar ausspricht, so hatte man sich im Geburtsland der Euro-Idee die Geschichte ganz anders vorgestellt. Deutschland sollte seine Währung und damit seine ökonomische Stellung in Europa verlieren. Doch der Schuss ging aus französischer Sicht völlig nach hinten los. Deutschland nämlich hat seine ökonomischen Hausaufgaben gemacht und die Lohnstückkosten erheblich gesenkt um konkurrenzfähig zu werden. Frankreich dagegen zog es vor, so der Autor, seine öffentlichen Haushalte auszudehnen und ungedeckte Schecks bei den Sozialleistungen zu verteilen, anstatt seine Industrie zu stärken. Die Folge bezeichnet der Autor als fortschreitende Deindustrialisierung Frankreichs und beweist das mit Zahlen. Während Deutschland seine Exportanteile vergrößerte, verlor Frankreich seine in geradezu dramatischer Weise und steht nun schlecht da. Da Saint-Etienne dies in Zusammenhang mit der "Stärkung der Binnennachfrage" in Frankreich zu Lasten der Exportindustrie setzt, kann man sich nun auch gut vorstellen, wohin ein solcher Ansatz Deutschland bringen würde. Doch das Buch erweist sich auch wegen eines anderen Punktes als überaus lehrreich. Der Text enthält immer wieder Klagen über das unkooperative und unsolidarische Deutschland, um dann aber am Ende für Frankreich im Grunde den deutschen Weg vorzuschlagen. Solange der Autor nämlich als Wissenschaftler versucht, die Lage objektiv einzuschätzen, kommen interessante Wahrheiten ans Tageslicht. Dann aber wird er wieder zum französischen Politiker. Auch das ist ein wahres Lehrstück, denn als Ausweg aus der völlig verfahrenen Lage der Euro-Zone schlägt er eine fiskalische Förderation und eine europäische Wirtschaftsregierung vor. Das hört sich auf den ersten Blick harmlos an, meint aber nichts anderes als eine Art Länderfinanzausgleich auf europäischer Ebene, der natürlich dauerhaft völlig zu Lasten Deutschlands gehen und uns alle betreffen würde. Verklausuliert steckt dahinter das bekannte Prinzip der Umverteilung, das am Ende alle arm macht, weil es den starken Ländern die finanziellen Freiräume und die ökonomische Atemluft nimmt und die Schwachen wenig ermuntert, endlich ihre Probleme zu lösen. Seine Vorschläge hält Saint-Etienne für den europäischen Königsweg. Obwohl der Autor die Euro-Einführung als Fehler begreift, schlägt er damit letztlich vor, noch einen viel schlimmeren daraufzusatteln und die europäischen Völker zwangsweise steuerlich zu vereinigen. Man kann sich vor dem Hintergrund der unterschiedlichen europäischen Traditionen und der nicht immer einfachen europäischen Geschichte nur schwer vorstellen, dass eine solche "Harmonisierung", wie es der Autor nennt, harmonisch enden würde. Doch selbst er glaubt an diesen Ausweg nicht wirklich. Vielmehr meint er, dass die gegenwärtige Strategie, wenn man dies so überhaupt bezeichnen kann, zu einem Nord-Süd-Zerfall der Eurozone führen wird. Und er hält dann die Südzone unter der Führung Frankreichs für eine letztlich willkommene Möglichkeit, sein Land wieder auf den Weg der wirtschaftlichen Tugenden zurückführen zu können. Alles in allem ist Saint-Etiennes nicht immer einfach lesbarer Text für alle interessant, die die Euro-Problematik einmal aus der Sicht eines bedeutenden französischen Ökonomen begreifen möchten. Das öffnet nicht nur den Blick für französische Absichten, sondern zeigt auch recht objektiv, wie es wirklich um die Eurozone bestellt ist. Die Punkte gibt es für die Informationen. Aus deutscher Sicht sind Saint-Etiennes Behauptungen gegenüber unserem Land absurd, zumal er am Ende seines Buches Frankreich den deutschen Weg empfiehlt.

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