Christian Schüle Wie wir sterben lernen

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Inhaltsangabe zu „Wie wir sterben lernen“ von Christian Schüle

„Die Tragödie des Menschen an sich besteht darin, dass sein Kampf gegen den Tod schon bei der Geburt verloren ist. Der Mensch kämpft nicht gegen den Tod, er kämpft um das Leben und weiß von vornherein, dass er es dennoch verlieren wird. Der menschliche Verstand kann sich sein eigenes Ende nicht vorstellig machen. Jahrzehnte hat der Zeitgeist uns gelehrt, Tragödie und Drama des Menschen zu ignorieren. Sterben und Tod waren der Tyrannei ihrer Verdrängung ausgeliefert. Trügen jedoch die Zeichen nicht, hat seit kurzem ein revolutionärer Wandel die Republik erfasst: Der Zeitgenosse lässt sich seinen Tod nicht mehr aus der Hand nehmen. Bis in die Haarspitzen selbstbestimmt, will er die letzten Dinge gestalten: sein Sterben, seinen Tod und die Weise der Erinnerung an ihn. Man hat Sterben, Tod und Trauer neu zu denken, und alles beginnt damit, dass der Tod ins Leben zurückkehrt.“ Christian Schüle

Ich habe Rotz und Wasser beim Lesen geheult!

— Perle

lebensnotwendig!

— Buecherspiegel

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  • Christian Schüle - Wie wir sterben lernen

    Wie wir sterben lernen

    Perle

    19. February 2015 um 11:28

    Klappentext: "Synonym für die Menschenwürde einer neuen Kunst des Sterbens könnte ein durchaus altertümlich klingender Begriff sein, der dennoch zeitgemäß ist und mit den >Attrbuten der Glücksassoziiert wird: Wohlergehen ist verschwistert mit Lebenszufriedenheit, und wenn Psychologen neuerdings Lebenszufriedenheit als Parameter für >Glück ausmachen, so könnte dem die Sterbenszufriedenheit als Maßstab für Würde entsprechen. Denn darum geht es ja auch im Horizont des Todes - um Glück." Christian Schüles Essay ist ein überzeugendes Bekenntnis zur Humanität und eine mutige Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir sterben wollen. Eigene Meinung: Dieses Buch fand ich am Wochenende in der Bibliothek in Koblenz. Ich begann Freitagabend zu lesen und las es am Sonntag dann schon zu Ende. Man konnte es gut und schnell lesen, es hatte gerade mal 224 Seiten. Viel gibt es nicht zu dem Buch zu sagen oder zu schreiben, es hat mich sehr berührt und mir ging so einiges durch den Kopf. Ich habe tatsächlich Rotz und Wasser geheult während des Lesens, warum möchte ich hier nicht erörtern. Lasse es einfach so in den Raum stehen. Hierfür vergebe ich gerne, liebgemeinte 5 Sterne!

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  • sterben beginnt mit dem leben, ohne leben kein sterben und keinen tod

    Wie wir sterben lernen

    Buecherspiegel

    04. January 2014 um 15:46

    Wir alle werden sterben. Das ist nun mal so. Am Ende steht der Tod im Raum, doch darüber reden, lesen, nachdenken, damit tun wir uns schwer. Denn keiner weiß wie, wann, wo es passiert, es, unser Ende im Diesseits. Christian Schüle, Autor und Publizist, mehrfach ausgezeichnet, zeigt uns mit seinem Essay, wie sich Deutschland in den letzten Jahren bei diesem Thema weiterentwickelt hat, welche Gedankenspiele bis vor kurzen noch verpönt waren, welche Ansätze die Medizin heute hat, um es uns schmerzfreier zu machen, mit dem Sterben. Die meisten Menschen sterben an den Folgen von Erkrankungen und diese machen sich oftmals Gedanken darum, wie es sein wird, wie es sein kann. Es geht hier nicht um andere Länder, die zurzeit fürchterliche Kriege durchleiden müssen, oder um Naturkatastrophen, bei denen viele Opfer werden. Hier lesen wir vor allem über uns und unsere Sitten und Gebräuche, wie sie waren, wie sie jetzt, 2013, sind und wie sie in Zukunft vielleicht aussehen werden. Ein Blick über die Grenzen, in die Schweiz, nach Frankreich und England und auch in andere Länder zeigt uns den Stand, wie dort gehandelt und gedacht wird, über das Sterben. Ein Hospiz, aus dem lateinischen hospitium für Herberge, ein Ort, den wir uns aussuchen können für eine Sterbebegleitung, das gibt es noch viel zu selten in Deutschland, wie uns der Autor aufzeigt. Auch die Palliativmedizin, die dafür sorgt, dass wir nicht unter Schmerzen sterben müssen, ist noch nicht so weit verbreitet und akzeptiert, wie es Not tut, hierzulande. Können wir uns aussuchen, wo und wann wir sterben? Und auch das Wie? So wie wir leben, wie wir uns um unser Wohlergehen sorgen, wie wir eine Lebenszufriedenheit anstreben, so streben viele auch eine Sterbenszufriedenheit an, würdevoll aus dem Leben zu gehen. Immer mehr wollen eigenverantwortlich entscheiden, wie wir aus dem Leben scheiden und wo unser letzter Platz auf Erden sein wird, wo unsere sterbliche Hülle verbleiben soll. Ob mit oder ohne gläubigen Beistand. Christian Schüle spricht viele Themen an, die indirekt oder auch direkt mit dem Sterben zu tun haben, den Jugendwahn, den wir auch im Alter erhalten wollen, die Werbeindustrie, die wohl umdenken muss und auch wird, da sie die Älteren bisher vernachlässigt haben, die Kosten im Gesundheitswesen, veränderte Sterberiten und Todesplätze. Fünf Introspektionen lassen uns an seinen innersten Gedanken teilhaben, die ebenfalls anregen darüber nachzudenken, was wir von unserem Lebensende erwarten. Es ist ein wortgewaltiges Skript, nicht einfach zu lesen, es wird Zeit brauchen, um die Worte zu studieren, sie sacken zu lassen, die Wirkung derer sich entfalten, aber lohnenswert und wichtig.

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  • „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Psalm 90)

    Wie wir sterben lernen

    WinfriedStanzick

    23. October 2013 um 17:04

      Über eine lange Zeit war es in unserer Gesellschaft Standard, den Tod und seine Begleitumstände, wie etwa den Schmerz, das Leid und das Elend, das manches Mal mit dem Sterben verbunden ist, zu verdrängen. Ich erinnere mich noch gut an das entsetzte Aufstöhnen in der Trauerhalle, als ich bei meinen ersten Bestattungen als junger Pfarrer Anfang der achtziger Jahre beim Namen nannte, dass etwa ein Mensch an Krebs verstorben war. Auch heute noch gibt es viele Menschen, die ihre eigene Sterblichkeit und ihren Tod verdrängen und so tun, als gälten diese Gesetze für sie nicht.   Dennoch hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel verändert. Bestattungsrituale und Interpretationsmuster sind aus den Kirchen ausgewandert auf dem freien Markt der Sinnangebote. Der Tod und das Sterben haben sich gewandelt. Der freie Autor und Publizist  Christian Schüle spürt diesen Wandel in all seinen Facetten in einem sensiblen und feinen Essay nach. Er nähert sich auf eine sehr persönliche Weise dem Thema an, mit genauen Beobachtungen, aus denen er vorsichtige Schlussfolgerungen zieht Der Essay liest sich wie eine Art persönlicher Reisebericht in die Welt des eigenen Sterbens und Todes. Auf sprachlich hohem Niveau geschrieben, eignet sich der Text als Einstieg in die eigene Beschäftigung mit dem Thema ganz hervorragend Am Ende schreibt er wie eine Art conclusio: „Ich will den Tod, wenn er eines Tages kommen wird, als notwendigen Teil meines Lebens begriffen habe. Das ist geistige Arbeit. Wie ich mein Leben plane und geplant habe, so will ich auch mein Sterben planen und für den Todesfall geplant haben. Ich denke heute, mir im Alter schuldig zu sein, dass ich mir am Ende des Lebens mit Liebe begegnet bin. Selbstliebe im Falle des Sterbens ist das letzte Zeichen, das ich zu hinterlassen wünsche. Ich weiß nicht, wo ich im letzten Moment meines Lebens sein werde. Ich weiß nicht in welchem Zustand ich dann sein werde. Ich weiß nicht, ob ich das Glück habe, schnell, friedlich und  schmerzbefreit zu sterben oder das Unglück, in Schmerzen vom Leben ausgewrungen zu werden. Auch wenn ich all das nicht weiß und niemand es vor der Erfahrung je wissen kann, weiß ich eines gewiss: dass ich Herr über mein Sterben sein will. Ich weiß, dass dies jetzt geht. Ich weiß, dass ich anfangen muss, sterben zu lernen.“ Der Psalm 90 drückt das seit 2500 Jahren so aus: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“  

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  • Sensible Betrachtung eines „Kulturguts“

    Wie wir sterben lernen

    michael_lehmann-pape

    22. October 2013 um 09:13

      Von Dürrematt stammt der Hinweis: „Die Beschäftigung mit dem Tod ist die Wurzel der Kultur“. Und genau diese Beschäftigung mit dem Tod nimmt in den letzten Jahren gesellschaftlich spürbar zu. Wie immer, wenn Pendel zu sehr in eine Richtung schwingen, wird eine Gegenbewegung nicht lange auf sich warten lassen.   Die Verdrängung des Todes als dem Alltag, quasi aus dem „natürlichen Leben“ des Menschen gerade in den westlich geprägten Gesellschaften, Das Verschieben des Todes an den „Rand des Lebens“, in die „Unsichtbarkeit“ der Krankenhäuser und die immer weniger stattfindende ausdauernde und auch feierliche Beschäftigung mit dem Tod eines Menschen ist dieses weit in eine (falsche) Richtung geschwungenes Pendel.   Eine Entwicklung, die Schüle in seinem klugen Essay genauso nachvollzieht und sachlich dem Leser vor Augen führt, wie er dem „Kulturgut Tod“ ebenso intensiv grundlegend nachgeht. Und dabei aufzeigt, wie sich der Tod wieder „in das Leben“ mit integriert. Moderne Bestattungsformen, kreative Gestaltungen, Hospize für ein begleitetes, menschenwürdiges Sterben spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle, wie der Wunsch, aber auch die dafür notwendigen medizinischen Möglichkeiten und die Möglichkeiten des Umfeldes, „selbstbestimmt“ sein Sterben einstückweit zumindest zu gestalten.   Und das ist, folgt man Schüle ins einer überzeugenden Darlegung, auch gut so. Denn wie zu allen Zeiten gilt: „Die Tragik des Menschen besteht darin, dass der Kampf gegen den Tod schon bei der Geburt verloren ist“. Ein Satz, ein Fakt, der dem Verstand zwar jederzeit zugänglich ist, der emotionalen Akzeptanz aber weithin verloren gegangen ist. Jene Verschiebung des Todes an den Rand des Lebens, weg aus dem alltäglichen Blick, hat, so weist es Schüle auf, eben auch viel mit der Haltung des „modernen Menschen“ zu tun, das Ganze doch lieber „im Leben“ nicht wahrhaben, spüren, ständig vor Augen haben zu wollen.   „Das Glück des Menschen besteht darin, dass er den Tod überlisten kann ...... (der Mensch) organisiert die Verzögerung seines Endes“. Und ist damit so beschäftigt, dass er das Unausweichliche aus dem Blick verliert. Bewusst.   Was also tut Not? Schüle formuliert das klar. „Einfach so“ kann der Mensch sein Ende geistig nicht bewältigen. Also bedarf es einer Reflektion und inneren Entwicklung, einer Auseinandersetzung mit sich und dem eigenen, feststehenden Tod. Was nicht einfach so im Raume steht, sondern eine der existenziellen Fragen des menschlichen Lebens ist. Ein gelingendes Leben, ein innerer Friede, eine Chance, mit sich und seiner begrenzten Existenz auch im Leben bereits ins Reine zu kommen, das geht nur, wenn der Tod als bestimmender Teil des Lebens schon für das Leben seine integrative Bedeutung erhalten kann.   „Wenn Du das Leben aushalten willst, richte dich auf den Tod ein“ (Sigmund Freud).   Mit ernst, sensibel und dennoch sachlich und nüchtern in Teilen schreitet Schüle die Breite des Todes ab. Plädiert für ein weitgehend selbstbestimmtes Sterben, hinterfragt vielfach moralische Normen und weist präzise auf Verdrängungen hin, ebenso, wie er die „Beschädigung der Kultur des Todes“ durch die Ökonomie nicht auslässt.   Auch wenn der starke Schwerpunkt auf der Selbstbestimmung hier und da überhand nimmt, ein sehr empfehlenswertes, unaufgeregtes Buch zu dem existenziellen Thema menschlichen Seins, dass hochgradig zur eigenen Reflektion auffordert und anleitet.

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