Römisches Fieber

von Christian Schnalke 
4,3 Sterne bei11 Bewertungen
Römisches Fieber
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Ein tolles historisches Buch - klasse Charaktere, gute Geschichte - das macht Spaß!

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Geschichtsträchtiger Roman in bildhafter Sprache erinnert etwas an ,,Kleider machen Leute", jedoch mit Spannung versehen. Lesenswert.

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Inhaltsangabe zu "Römisches Fieber"

1818. Franz Wercker, dessen Traum es immer war, Schriftsteller zu sein, flieht vor einer unseligen Familiengeschichte. Als ihn am Gardasee die Kräfte verlassen, will er seinem Leben ein Ende setzen. Die zufällige Begegnung mit dem jungen Dichter Cornelius Lohwaldt, der mit einem Stipendium des bayerischen Königs auf dem Weg nach Rom ist, ändert alles: Franz nimmt seine Identität an. In Rom taucht er ein in die Gemeinschaft deutscher Künstler - junger, begeisterter Enthusiasten, die fern der Heimat hart arbeiten und glücklich leben. Franz findet Freunde, erlebt amouröse Abenteuer - und verliebt sich in eine junge Malerin. Doch als sich Lohwaldts Schwester Isolde auf den Weg nach Rom macht, um ihren Bruder zu suchen, droht das mühsam errichtete Lügenkonstrukt einzustürzen. Als ein Mord geschieht, zieht sich die Schlinge um Franz zusammen ...
»Liebevoll, gleichwohl mit trockenem, manchmal bösem Humor und einer feinen Ironie erzählt — mein Freund Christian Schnalke hat einen grandiosen Roman geschrieben.« Volker Kutscher

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492059060
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:04.09.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 04.09.2018 bei Audio Media Verlag erschienen.

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    EvelynMs avatar
    EvelynMvor 12 Tagen
    Glück und Unglück eines jungen Mannes in der ewigen Stadt

    Das Schicksal hat es mit Franz Wercker nicht gut gemeint. Völlig verzweifelt und kraftlos flieht er vor dem Gesetz in seiner Heimat Bayern über die Alpen an den Gardasee. Bevor er seinem Leben im See ein Ende setzen kann, trifft er den erfolgreichen, aber überheblichen Schriftsteller Cornelius Lohwaldt. Diese Begegnung wird für Franz zum Wendepunkt in seinem Leben. Durch ein großes Unglück schlüpft er in die Identität des Künstlers und setzt dessen Reise samt Stipendium König Maximilians nach Rom fort. Dort angekommen taucht er tief in die Künstlerkreise jener Zeit ein und baut ein Lügengerüst auf, das in bald zu ersticken droht. Stets geplagt von Gewissensbissen und erfüllt von der Freundschaft zum Maler Georg ist ihm wohl bewusst, dass sein Leben auf Dauer nicht vom Glück begünstigt ist. Anfangs sieht er seinen Wunsch, als Schriftsteller erfolgreich und frei zu sein, immer näher kommen und genießt seine kleinen Erfolge und die Gemeinschaft mit den anderen Künstlern. Da beschließt Lohwaldts Schwester Isolde, nach Rom zu reisen, um der Enge ihres Elternhauses zu entfliehen und getrieben vom Misstrauen gegenüber den Briefen ihres vermeintlichen Bruders. Spätestens jetzt droht Franz‘ Täuschung aufzufliegen.

    Die Geschichte spielt im Jahre 1818 als sich viele deutsche Künstler in Rom eine eigene kleine Gemeinschaft aufgebaut hatten. Der Autor versteht es wunderbar diese Gesellschaft vor dem inneren Auge des Lesers lebendig zu machen. Seine Landschaftsbeschreibungen des Gardasees sind ebenso bildhaft wie auch die bunte Vielfalt der Künstler in der Ewigen Stadt. Sein Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst und zeichnet sich durch Ironie und manchmal bissigem Humor aus. Ganz wunderbar finde ich so kleine Begebenheiten wie z.B. der mitreisende Herr, der ständig in seinen Taschen nach etwas sucht oder Herr Köhler aus Sachsen, dessen Mundwerk nie stillsteht. Da konnte ich mir so manches Mal das Lachen nicht verkneifen. Neben den historischen Fakten kam die Spannung im Roman nicht zu kurz und ich habe mit Franz/Cornelius mitgelitten und gehofft, dass die ganze Geschichte gut für ihn ausgeht. Dies macht für mich einen gelungenen und lebendigen Roman aus, in den ich eintauchen und meinen Alltag ausblenden kann. Christian Schnalke hat die Charakterzüge von Franz sehr gut herausgearbeitet und ihn authentisch dargestellt. Auch die verschiedenen Protagonisten sind sehr differenziert beschrieben, so dass ich mir jeden Einzelnen gut vorstellen konnte.
    Ganz besonders überrascht und fasziniert war ich, dass Franz Wercker in Grünenfurt bei Memmingen aufgewachsen ist. Als Memmingerin kam ich da besonders auf meine Kosten, da ich das Schloss Grünenfurt zumindest von außen kenne und nun dazu noch recherchiert habe.

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    Charleas avatar
    Charleavor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Ein tolles historisches Buch - klasse Charaktere, gute Geschichte - das macht Spaß!
    Ein tolles historisches Buch - klasse Charaktere, gute Geschichte - das macht Spaß!

    Cover / Artwork / Aufbau des Romans
    Das Cover lässt schon richtig vermuten, dass es sich bei "Römisches Fieber" um einen historischen Roman handelt. Es ist wie ich finde hierbei sehr klassisch gehalten in der Gestaltung, was mir gerade für ein historisches Buch wirklich gut gefällt. Das Buch selbst umfasst circa 400 Seiten, die man schnell lesen kann, da die Sprache sehr flüssig und plastisch ist. Ich hatte beim Lesen immer das Gefühl, dass sich der Autor nicht nur mit den geschichtlichen Fakten sehr gut auseinandergesetzt hat, sondern auch auf literarischer Ebene ein sehr gutes Werk geleistet hat.


    Inhalt
    Die Hauptperson der Geschichte ist Franz Wercker, der sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf der Flucht befindet und auf den Dichter Cornelius Lohwaldt trifft. Auch Franz hat lange davon geträumt, als Dichter leben zu können, doch während Cornlius die finanziellen Mittel dafür besitzt, kann Franz nur von der Hand in den Mund leben. Ist das fair? Wohl kaum und wie durch Gottes Hand erhält Franz eine Möglichkeit, seinem Leben eine Wendung zu geben. Rom ist sein großes Ziel, wo er seinen Traum edin Stück näher zu kommen scheint, in den erlauchten Kreis der Künstler aufgenommen zu werden. Doch es kommt, was kommen muss - die Angst, jemand könnte ihn als einen Betrüger zu entlarven folgt ihm auf Schritt und Tritt und nimmt ihm die Luft zum Atmen.


    Fazit
    Wie eingangs erwähnt möchte ich zunächst noch einmal den tollen Schreibstil des Romans hervorheben, den ich als sehr plastisch empfunden habe. Ich habe zwar an einigen Stellen einige Längen empfunden, aber diese fielen in der Gesamtbilanz nicht so ins Gewicht, dass ich deswegen einen Punktabzug verteilen würde. Neben der exquisiten Sprache hat mir auch die Charakterzeichnung sehr gut gefallen. Nicht nur Franz, auch die anderen Charaktere haben stets Schatten für mich geworfen und in Verbindung mit der ebenfalls sehr gut getroffenen Beschreibung des Lokalkolorits hatte ich immer eine Art Film vor Augen. Ob das daran liegt, dass der Autor auch als Drehbuchautor arbeitet, vermag ich nicht zu beurteilen - aber gefallen hat es mir wirklich gut, so dass ich mir den Namen merken werde. Wer gerne historische Romane mit filmreifen Charakteren liest, sollte bei "Römisches Fieber" auf alle Fälle zugreifen.

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    Principessa75vor einem Monat
    Kurzmeinung: Geschichtsträchtiger Roman in bildhafter Sprache erinnert etwas an ,,Kleider machen Leute", jedoch mit Spannung versehen. Lesenswert.
    Rom im 19. Jahrhundert

    Man schreibt das Jahr 1818. Franz Wercker, Sohn eines Tagelöhners, der den sehnlichsten Wunsch in sich trägt zu schreiben, erfährt von seinem Vater nur Verachtung und kassiert Prügel. Franz liebt jedoch nichts mehr als die Dichtkunst und träumt davon, einmal Rom zu bereisen, angelehnt an Goethes Streifzüge durch die Ewige Stadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten, geprägt durch die vielen künstlerischen Einflüsse. Doch bis dato sammelte er hauptsächlich niederschmetternde Erlebnisse im Gefängnis und sein Leben erschien ihm wertlos, so dass er kurz davor war, seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch wie es der Zufall so will, begegnet er dem jungen, aufstrebenden Dichter Cornelius Lohwaldt, der betrunken in den See fällt und Franz es nicht mehr schafft, ihm das Leben zu retten. Schließlich bietet sich Franz die Gelegenheit und er schlüpft in die Rolle Lohwaldts. Anfangs noch unsicher im Auftreten und immer in der Angst aufzufliegen als Betrüger, erfährt er rasch, wie ihm Tür und Tor offen stehen mit den ihm nun zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln und genießt es im Kreise der Dichter, Maler und diverser Künstler. Sein Traum scheint in Erfüllung zu gehen. Währenddessen wartet die kranke Schwester des ,,echten" Cornelius auf einen Brief ihres Bruders und man fragt sich sofort, wann die beiden aufeinandertreffen und sie Franz' falsche Identität dann auffliegen lässt.

    Eindrucksvoll beschreibt der vielgereiste Autor Christian Schnalke die Landschaften Italiens und die damals vorherrschenden Bedingungen in Rom, welches intensiv literarisch-philosophisch und künstlerisch beeinflusst wurde. Ein historischer Roman mit Spannungselementen. Lesen!

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    eigers avatar
    eigervor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein gelungenes Debut
    Der Traum von Rom

    „Römisches Fieber“ ist 2018 im PIPER Verlag erschienen. Es ist der erste Roman von Christian Schnalke. Ein wahrhaft gelungenes Debut.

    Den Inhalt seines Künstlerromans beschreibt der Autor wie folgt: „Im Jahr 1818 flieht Franz Wercker vor einer unseligen Familiengeschichte und nimmt die Identität eines nach Rom reisenden Dichters an. In Rom wächst er in die Gemeinschaft deutscher Künstler hinein, gewinnt Freunde und findet seine große Liebe. Doch sein Identitätsbetrug bringt ihn in immer drängendere Not, mehrere Morde werden ihm angelastet und die Schlinge um Franz zieht sich gnadenlos zu…“

    Rom war, seit der „Italienischen Reise“ von Johann Wolfgang von Goethe, die 30 Jahre zuvor erschien, das Sehnsuchtsziel für deutsche Künstler.
    Auch der Protagonist Franz Wercker träumt von einer Schriftstellerkarriere in Rom. Hier in der ewigen Stadt können Künstler ihr Arkadien finden und frei leben, fern von den Zwängen in Deutschland.

    Unterwegs bietet sich Franz eine Chance und er nutzt sie. Er wird als Cornelius Lohwaldt tatsächlich nach Rom reisen und seinen Traum leben. Ist dieser Wunsch verwerflich? Meiner Meinung nach hat er eine Gelegenheit genutzt, um den Lauf des Schicksals zu korrigieren, welches ihm bisher nur die Schattenseiten des Lebens geboten hat.
    In Rom angekommen lebt er sich schnell in die deutsche Künstlergemeinschaft ein, wo er mit offenen Armen aufgenommen wird. Er gewinnt mit seiner bescheidenen und zurückhaltenden Art Freunde und Anerkennung.

    Die Menschen, denen Franz begegnet, werden durch den Autor sehr gut beschrieben, es ist eine Mischung von realen und fiktiven Personen und Eigenschaften. Mehr dazu erfährt der Leser am Ende des Romans.

    Christian Schnalke erzählt flüssig und kann den Leser gut in das Rom des 19. Jahrhunderts entführen. Als fundierter Kenner der Kunstgeschichte beschreibt er einfühlsam und detailliert Landschaften, die Stadt und ihre Menschen. Er gewährt dem Leser einen literarischen Schlüssellochblick auf die deutsche Künstlerkolonie und die ewige Stadt.
    Hier lernt Franz das bunte und schillernde Künstlerleben kennen, aber auch den Druck innerhalb einer bestimmten Frist, die durch Stipendien oder ähnliche Zuwendungen begrenzt ist, etwas künstlerisch Wertvolles zu schaffen.

    Doch dann kündigt sich der Besuch von Cornelius Schwester an und seine neue Identität ist in Gefahr. Auch Isolde flieht vor Zwängen in der Heimat und möchte frei und selbstbestimmt leben. Doch gegensätzlicher können Menschen kaum sein. Sie, die egoistische und kalte Frau, die die Karikatur einer Salonière wird und Franz, der warmherzig und aufgeschlossen ist und für die Kunst brennt. Intrigen und Missgunst bestimmen von nun an sein Leben.
    Es erwarten den Leser und Franz noch so einige Überraschungen in der temporeich erzählten Geschichte. In einem grandiosen Finale offenbaren sich menschliche Abgründe und wahre Größe.

    Der Schreibstil des Autors ist flüssig und facettenreich. Durch immer wieder neue Wendungen bleibt die Spannung erhalten und man fiebert mit Franz. Neben dem Protagonisten sind seine Freunde die Maler Clara und Georg sehr sympathische Künstler, die Franz gewogen sind. Auch die anderen Nebenfiguren aus der Künstlerszene, der Politik und dem Vatikan sind sehr gut charakterisiert und vermitteln ein buntes Kaleidoskop der römischen Gesellschaft. Besonders erwähnen möchte ich noch Morten. Mit ihm ist dem Autor eine Figur gelungen, die mich an Victor Hugos Quasimodo erinnert.

    Besonders hat mich die Szene berührt, als Clara seiner Bitte nachkommt und ihn portraitiert. Sie sieht in ihm einen Menschen, der unendlich leidet. Ihr gelingt es sein Vertrauen zu erwerben, denn Clara selbst ist die Verkörperung von Menschlichkeit und Güte.

    Die Handlung ist in sich schlüssig und wird sprachlich gewandt erzählt. Nebenbei wird kulturhistorisches Wissen vermittelt und so ist ein wirklich lesenswerter und spannender Künstlerroman entstanden. Ich kann das Buch allen Lesern, die sich für Kunst und Geschichte in der ewigen Stadt Rom interessieren, uneingeschränkt empfehlen.

    Das Rezensionsexemplar wurde mir dankenswerter Weise vom PIPER Verlag zur Verfügung gestellt und hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

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    gaby2707s avatar
    gaby2707vor einem Monat
    Eine spannende Reise ins künstlerische Rom

    Franz Wercker will schon von Kindesbeinen an Schriftsteller werden. Nach seiner unschönen Kindheit reist als Filippo Miller, dem Namen, mit dem seinerzeit schon Goethe nach Italien gereist ist, von Zuchthaus und Hinrichtung bedroht, über die Alpen, an den Gardasee. Hier ist er mit seinen Kräften am Ende, zerlumpt und total erschöpft, will er sich im Gardasee umbringen.

    Cornelius Lohwaldt, durch eine Leibrente von König Maximilian dazu in der Lage, lebt für seine Dichtkunst. Auch er will nach Rom. Wie es aber der Zufall will, endet sein Leben, als er schwimmend im Gardasee mit dem Tod ringt und diesen Kampf verliert. Auch Franz kann ihn nicht retten. Er nutzt das Schicksal zu seinen Gunsten und reist unter der Identität von Lohwaldt weiter nach Rom, seiner Sehnsuchtsstadt. Hier tritt er ein in das ausschweifende Leben als Künstler, findet schnell Freunde und vor allem die Anerkennung, die er sich immer gewünscht hat.

    In Sorge um ihren Bruder und weil sie sich aus den Zwängen der Familie befreien will, kommt Cornelius´ Schwester Isolde nach Rom. Schnell findet sie den Namensträger ihres Bruders und der Lügenballon, den Franz über sich aufgebläht hat, droht zu zerplatzen…


    Anfangs hatte ich etwas Mühe in die Geschichte hinein zu kommen. Aber nach ein paar Seiten hatte sie mich gepackt. Ich habe mit den Protagonisten gelitten, mich hier und da gefürchtet, habe gelacht und vor allem das neue Leben von Franz / Cornelius genossen.

    Eine Geschichte, in der ich alles finde, was für mich einen guten Roman ausmacht: ein Mord, ein Unglück, Liebe, Freundschaft, die vielfältige Kunst, eine unverhoffte Wendung und ich habe mitgefiebert – immer wieder. Mit der Vielzahl von Nebenrollen musste ich auch noch klar kommen, ohne diese zu verwechseln.

    Und ich hatte den Eindruck, dass auch der Autor voll in seiner Geschichte drin ist und sie nicht nur erzählt. Die Bildhaftigkeit des Schreibstils und das Realistische der Protagonisten haben mein Kopfkino schnell in diese andere Zeit hineingezogen.

    Ich fand das Flair und die Landschaftsbeschreibungen vom Gardasee sehr beeindruckend und schön. Als ich dann zusammen mit Franz / Cornelius im Rom bin, fehlen mir hier diese Bilder etwas. Das wurde dann aber durch die vielen künstlerischen Details und Kleinigkeiten wieder wettgemacht. Hier in Rom komme ich mit der farbigen Welt der Künstler und ihrer Künste in Berührung und das hat mich richtig fasziniert. Ich fühle mich mitten hinein katapultiert in das römische Künstlerleben von vor fast genau 200 Jahren.

    Ein spannender, künstlerischer Roman, der mich begeistert hat. Es war mein erstes Buch des Autors. Aber ich hoffe auf mehr.

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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor einem Monat
    Kurzmeinung: Die Handlung ist abwechslungsreich und spannend. Mir hat dieser historische Roman im Künstler-Milieu gut gefallen.
    Identitätsdiebstahl

    Franz Wercker hat es bisher nicht leicht gehabt im Leben. Er wollte immer Schriftsteller werden, aber seine Herkunft hat das verhindert. Nun ist er auf der Flucht vor der Vergangenheit und auf dem Weg nach Rom. Er ist bis zum Gardasee gekommen, aber seine Kräfte reichen nicht, seine Kleidung ist in Fetzen und der Hunger plagt ihn. Er will seinem Leben ein Ende setzen. Doch dann bietet ihm das Schicksal eine Chance und er nimmt sie wahr. Wercker schlüpft in die Rolle des Schriftstellers Cornelius Lohwaldt, welcher mit einem Stipendium des bayrischen Königs bedacht wurde. In Rom findet Franz das, was er sich erhofft hatte. Aber als die Schwester von Lohwaldt in Rom ihren Bruder suchen will, droht alles aufzufliegen. Als dann auch noch ein Mord passiert, wird es eng für Franz Wercker.

    Der Schreibstil von Christian Schnalke ist bildhaft, oft ein wenig ironisch und der damaligen Zeit angepasst.

    Schon Johann Wolfgang von Goethe zog es nach Rom und viele andere Künstler taten es ihm nach. So hatte sich 1818, als Wercker in Rom ankam, dort eine Künstlerkolonie niedergelassen, in die er schnell aufgenommen wurde.

    Franz ist wirklich am Ende, als Cornelius in den Gardasee fällt und Franz versucht ihn zu retten. Vergeblich! Er überlegt nicht lange und nutzt die Chance, aber er hat auch Gewissensbisse, denn der Gedanke, ob er Lohwaldt hätte retten können, geht ihm immer wieder durch den Kopf. Als er in Rom ankommt, gewinnt er schnell Freunde. Das Leben im Kreis der Künstler berauscht ihn, er genießt es. Obwohl Franz sich immer besser in seine Rolle hineinfindet, spürt man seine Zerrissenheit – ist er nun Franz oder Cornelius?

    Isolde, die Schwester von Cornelius, hat sich Sorgen um den Bruder gemacht, da sie nichts mehr von ihm hörte. Aber in Wirklichkeit ist auch sie auf der Flucht vor ihrem Zuhause. Sie will sich nicht mehr bevormunden lassen, sondern selbst über ihr Leben bestimmen. Sie erkennt in Rom natürlich gleich was los ist und nutzt ihr Wissen aus.

    Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich in die Geschichte eingelesen hatte, aber dann hat sie mich wirklich gepackt. Ich fand Franz schon ein wenig dreist, als er so mir nichts, dir nichts die fremde Identität annahm. Doch als ich mehr über ihn erfahren habe, konnte ich ihn auch besser verstehen und mit ihm fühlen, besonders als sein weiteres Schicksal in Frage stand. Aber auch die anderen Charaktere waren interessant und lebendig. Besonders Clara habe ich ins Herz geschlossen.

    Die Handlung ist abwechslungsreich und spannend. Mir hat dieser historische Roman im Künstler-Milieu gut gefallen.

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    marpijevor einem Monat
    Schöne, bildhafte Sprache

    Im Jahr 1818 Franz Wecker ist auf der Flucht aus seiner Heimet, er flüchtet von seier Vergangenheit und schwerem Kindheit. Franz liebt Bücher über alles aber bis jetzt war er nur bestraft für seine Interesse für die Bücher.... Beim Gardasee Franz Wecker trifft Cornelius Lohwaldt, ein junge Dichter welche reist nach Rom, durch ein Unglück  nach Rom weiter reist Franz als Cornelius.....

    Schöne historische Geschichte mit sehr viel künstlerischen Details, für alle Kunstliebhaber bestimmt eine Perle.
    Der Sprache ist sehr bildhaft und detalliert , die Orte, Plätze, Gebäude sind genau beschrieben, ich habe die vor meinen Augen.
    Auch die Personen sind sehr ausführlich beschrieben , die Gefühle, besonders die großen Zweifeln beim Franz sind gut spürbar.

    Der Anfang ist bisschen holprig aber später die Geschichte sorgt für gute Unterhaltung und durch die viele künslerischen Details auch sehr lernhaft.

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    nellsches avatar
    nellschevor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein gelungener historischer Roman
    Römisches Fieber

    Im Jahr 1818 flüchtet Franz Wercker aus seiner Heimat. Sein Traum, Schriftsteller zu sein, scheint sich nicht zu erfüllen. Als er entkräftet am Gardasee ankommt, trifft er auf den Dichter Cornelius Lohwaldt, der sich mit einem Stipendium des bayerischen Königs auf dem Weg nach Rom befindet. Durch ein Unglück nimmt Franz kurzerhand Lohwaldts Identität an. Er reist nach Rom und taucht dort in die Gemeinschaft junger Künstler ein. Er findet dort Freunde und erlebt so manches Abenteuer. Doch als Lohwaldts Schwester Isolde sich auf den Weg nach Rom macht, um ihren Bruder zu besuchen, droht Franz Lügenwerk einzustürzen. Und dann geschieht auch noch ein Mord.

    Dieser historische Roman hat mir gut gefallen. Der Schreibstil, der dem Jahr 1818 prima angepasst war, ließ sich gut und flüssig lesen und die Beschreibungen, insbesondere der Landschaften, waren sehr detailliert und bildhaft. Ich hatte die Personen und die Umgebungen dadurch sehr gut vor Augen und konnte prima ins Jahr 1818 eintauchen.

    Franz wurde sehr anschaulich beschrieben. Er hatte Bedenken, dass er in die Rolle von Cornelius Lohwaldt geschlüpft ist und brauchte erstmal seine Zeit, sich daran zu gewöhnen. Das machte ihn sympathisch. Dann begann er, die Zeit in Rom, die bunt und ausschweifend war, unter all den anderen Künstlern zu genießen. Seine Gedanken und unterschiedlichsten Empfindungen wurden gut dargestellt und ich konnte sie gut nachvollziehen, auch wenn ich immerzu dachte, dass das nicht auf Dauer gutgehen kann und sein Lügenkonstrukt irgendwann zusammenbrechen muss.

    Auch alle weiteren Protagonisten fand ich anschaulich und authentisch beschrieben und ich konnte sie mir gut vorstellen.

    Dieser Roman gab mir einen tollen Einblick in die Künstlerkreise des anfänglichen 19. Jahrhunderts in Rom, eine Zeit voller Kunst, Literatur und Intrigen, gespickt mit Humor und Ironie. Auch die Spannung kam nicht zu kurz, denn ich war sehr neugierig, wie sich die Geschichte entwickelt und wie sie ausgeht.

    Ich habe diesen historischen Roman gerne gelesen und vergebe 4 von 5 Sternen.

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    Ariettas avatar
    Ariettavor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein Buch über das Künstlerleben in Rom zur Goethezeit 1818, das mich an das Boehme von Paris erinnert.
    Eine fesselnde Geschichte voller Überraschungen

    Inhaltsangabe: Quelle Piper-Verlag


    1818. Franz Wercker, dessen Traum es immer war, Schriftsteller zu sein, flieht vor einer unseligen Familiengeschichte. Als ihn am Gardasee die Kräfte verlassen, will er seinem Leben ein Ende setzen. Die zufällige Begegnung mit dem jungen Dichter Cornelius Lohwaldt, der mit einem Stipendium des bayerischen Königs auf dem Weg nach Rom ist, ändert alles: Franz nimmt seine Identität an. In Rom taucht er ein in die Gemeinschaft deutscher Künstler - junger, begeisterter Enthusiasten, die fern der Heimat hart arbeiten und glücklich leben. Franz findet Freunde, erlebt amouröse Abenteuer - und verliebt sich in eine junge Malerin. Doch als sich Lohwaldts Schwester Isolde auf den Weg nach Rom macht, um ihren Bruder zu suchen, droht das mühsam errichtete Lügenkonstrukt einzustürzen. Als ein Mord geschieht, zieht sich die Schlinge um Franz zusammen ...

    »Liebevoll, gleichwohl mit trockenem, manchmal bösem Humor und einer feinen Ironie erzählt — mein Freund Christian Schnalke hat einen grandiosen Roman geschrieben.« Volker Kutscher



    Meine Meinung zum Autor und Inhalt:

    Die ganze Geschichte fängt an vor der großartigen Kulisse des Gardasees und lässt uns von da aus nach Rom in die Künstlerkolonie Reisen, das La Boheme das mich an Paris erinnerte, wo sich alle großen Künstler trafen. Schon Geheimrat Goethe weilte im September auf seiner italienischen Reise am Gardasee. Der Autor Christian Schnalke lässt seine Protagonisten den berühmten Dichter Cornelius Lohwaldt und Günstling des bayrischen Königs dort 1818 auf seiner Reise nach Rom dort für einen Zwischenstopp verweilen, wie es das Schicksal will kreuzen sich hier die Wege mit Franz Wercker , der auf der Flucht vor seiner unglücklichen Familiengeschichte ist. Franz ganzer Traum ist nach Rom zukommen um dort ein berühmter Schriftsteller zu werden. Was beide nicht wissen, das die Begegnung zu ihrem Schicksal werden wird. Cornelius ertrinkt das Nachts jämmerlich im See, Franz Rettungsversuche scheitern, er nutzt die Gunst der Stunde und schlüpft in die Rolle von Cornelius und reist nach Rom, mit den ganzen habe. Franz, findet sich in seiner neuen Rolle zurecht, und mit ihm lernen wir das wahre Künstlerleben dort kennen. Rasch findet er Freunde und Anerkennung, die ihm zu Hause fehlten. Ein Ausschweifendes Leben beginnt. Das Leben dort ist sehr Bunt und schillernd, voller Hoffnungen und Begeisterung. Auf dem Höhepunkt angekommen, taucht plötzlich Cornelius Schwester Isolde auf, die in Sorge um ihren Bruder ist, der lange nichts mehr von sich hören lies. Auch Isolde flieht vor der Familie, sie möchte Frei sein und ein selbstbestimmtes Leben führen. Natürlich entlarvt sie den Betrüger Franz, der sich als Cornelius ausgibt. Von nun an hat sie ihn in der Hand, und er muss nach ihren Perfiden Spielregeln leben.

    Der Autor erzählt das ganze mit großer Begeisterung und Hingabe, es fällt einem leicht in das ganze einzutauchen, auch wenn ich am Anfang Schwierigkeiten hatte, der Gardasee kam mir zu kurz. Sein Schreibstil ist sehr Bildhaft und spannend. Seine Protagonisten wirken sehr Athenisch und real, er haucht ihnen Leben ein. Die einzelnen Charaktere von ihnen sind sehr gut heraus Kristallisiert, auch deren Gefühlen, Begeisterungen, Ängste und Hoffnungen, waren spürbar. Er spannt einem beim Lesen ganz schön auf die Folter, besonders was Franz weiteres Schicksal betrifft, ob er es schafft seinen Traum von einem berühmten Schriftsteller zu werden, den eine dunkle und unheilvolle Wolke schwebt über ihm.......


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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Das Rom des frühen 19. Jahrhunderts, Wunschziel deutscher Autoren und Maler - und Zentrum von Intrigen und Ränken. Lesenswert trotz Längen!
    Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn?

    Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn? Das fragte Goethe in seinem berühmten Gedicht 1795 und in den folgenden Jahrzehnten verstanden das viele Künstler: allem voran Schriftsteller und Maler folgten ihm nach Italien, vor allem Rom war das Ziel der Sehnsüchte. Dort hatte sich Anfang des 19. Jahrhunderts eine regelrechte Künstlerkolonie gebildet.

    Der junge Autor Cornelius Lohwaldt, Verfasser der schwärmerischen Ode "Germania" hatte das Glück, dass der bayerische König auf ihn aufmerksam wurde und ihm ein Stipendium für ein Jahr in dieser Stadt vergab. Cornelius - ein ziemlich eingebildeter Kerl - kam allerdings bereits unterwegs ums Leben - er ertrank im Gardasee, was den jungen Franz Wercker, aus mehreren Gründen auf der Flucht aus Deutschland, veranlaßte, dessen Identität anzunehmen.

    Ein Unterfangen, das monatelang von Erfolg gekrönt war - Franz führte als Cornelius Lohwaldt im Vergleich zu seiner vorherigen Situation ein Leben in Saus und Braus und verfasste sogar einen Roman, der viel diskutiert wurde.

    Doch dann erschien die mißtrauisch gewordene Isolde Lohwaldt - Cornelius`Schwester in der Stadt...

    Ein farbig gestalteter Künstlerroman, dem reale Fakten zugrunde liegen , in die der Autor Christian Schnalke gekonnt Franz Werckers Geschichte einbettet. Ein historischer Roman der etwas anderen Art, einer, der vor allem Lesern, die sich für Kunst und Literatur interessieren, Freude bereiten wird. Ein Roman, in dem viele interessante Fakten enthalten sind, in dem die Stadt Rom aus meiner Sicht jedoch ein wenig im Hintergrund bleibt - ich hätte mir hier mehr Atmosphäre gewünscht.

    Statt dessen kommen Liebhaber von Ränken und Intrigen auf ihre Kosten. Ich habe es sehr genossen, dass es dem Autor gelang, nie kitschig zu werden, nie auch nur in die Nähe eines Konsalik oder auch von Iny Lorentz zu geraten.

    Insgesamt ein ausgesprochen lesenswertes Buch, das durch sein eher ungewöhnliches Setting nicht so rasch vergessen werden kann!

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