Christian Stahl

 4.6 Sterne bei 30 Bewertungen
Autor von In den Gangs von Neukölln, Keine Macht für Niemand und weiteren Büchern.
Christian Stahl

Lebenslauf von Christian Stahl

Christian Stahl, geboren 1970 in Köln, ist gelernter Journalist, hat in Bonn und Oxford Literaturwissenschaft und Geschichte studiert und viele Jahre beim Radio und Fernsehen gearbeitet. 2005 gründete er eine Agentur für Kommunikation. Christian Stahl dreht Filme, coacht, lehrt andere, ihre Geschichten zu erzählen, und erzählt selbst.

Alle Bücher von Christian Stahl

Christian StahlIn den Gangs von Neukölln
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In den Gangs von Neukölln
In den Gangs von Neukölln
 (17)
Erschienen am 16.09.2014
Christian StahlKeine Macht für Niemand
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Keine Macht für Niemand
Keine Macht für Niemand
 (10)
Erschienen am 01.10.2008
Christian StahlDas falsche Rot der Rose
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Das falsche Rot der Rose
Das falsche Rot der Rose
 (2)
Erschienen am 01.01.2006
Christian StahlDas falsche Rot der Rose
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Das falsche Rot der Rose

Neue Rezensionen zu Christian Stahl

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michaela_sanderss avatar

Rezension zu "In den Gangs von Neukölln" von Christian Stahl

Ein Buch das nachdenklich macht
michaela_sandersvor 4 Jahren

Das Buch handelt um einen Tatsachenbericht. Der author, ein Journalist erzählt vom leben des yehya, einem Jugendlichen der aus dem Libanon als Baby nach Deutschland kam, und nun immer noch im Asyl verfahren hängt und immer noch nur geduldet ist, mit all den verbundenen Schwierigkeiten, wie z.b. Sich nicht frei bewegen zu können und nicht das Abitur machen zu dürfen. Der author deckt zusammenhänge zwischen den Straftaten des yehya und den Bedingungen unter denen er zu leben hat, auf. Er stellt da wie das asylgesetz den Jugendlichen seine Position erschwert und wie der Reiz der Kriminalität, des schnellen Geldes, des Wohlstands in mitten all der Einschränkungen immer größer wird. Die Darstellung der verschiednen Behörden und stellen und deren Einfluss auf yehya leben ist beeindrucken und detailliert geschildert. Viele Gedanken sind mir neu und haben mir die Augen geöffnet, für neue zusammenhänge und Beziehungen. Dafür bin. Ich sehr froh. Allerdings hat das Buch auch einige Schwächen, wenn gleich die Botschaft für mich sehr wichtig ist, und meines Erachten von möglichst vielen Menschen gelesen werden sollte. Im Klappentext heißt es "Wut ist yeyas antrieb, die Kriminalität seine Drogen.". Mit dieser Informationen hätte ich auf einen Einblick in yehyas Psyche erhofft. Leider bleibt die Psyche sehr unbeleuchtet, warum die Wut oder der Hass in yehya aufflackert bleibt für mich ungeklärt. Viel mehr scheint es so, dass yehya aus andern gründen wieder zurück in die Kriminalität fällt ( keine Chance in normalen leben, Außenseiter in der Clique, wünsch nach schnelle Geld) , seine Wut ist nicht das übermäßig treibende. Zudem finde ich das der author sich zu sehr in den Mittelpunkt stellt, er beschreibt seine Psyche viel besser. Er stellt da, warum er handelt wie er handelt. Mich nervt das an mehreren stellen, z.b wenn er die Preise die er mit dem Film einfährt detailliert beschreibt. Das interessiert mich in einem Buch über yehyas leben nicht sonderlich. Außerdem sehe ich in yehya angeblichen vorzeige Karriere als etwas ziemlich künstliches, nur weil der author den jungen zufällig ausgewählt hat, um ihn zu puschen, heißt das ja noch lange nicht, das er ohne dieser zusätzlichen Zuwendung auch so eine "gute" ausgangschance hatte. Als dann doch nichts aus diesem Projekte es authors wurde, lag es dann plötzlich nur noch an den ausländerbehörden und den Schwierigkeiten die yehya von außen zu erleiden hat. Dieser Eindruck bekomme ich eben dadurch, das die author sehr aus seiner Sicht schreibt und nicht wirklich in der Psyche von yehya sucht. Ich hätte mir weniger vorwürfe ( z.b. Gegen die ausländerbehörden, asylbehörde) und mehr reflektion gewünscht, Warum es zu den einzelnen Straftaten kommt.

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MiraBerlins avatar

Rezension zu "In den Gangs von Neukölln" von Christian Stahl

Wieso fühlt sich niemand verantwortlich?
MiraBerlinvor 4 Jahren

Inhalt

Die Wut ist Yehyas Antrieb. Die Kriminalität ist seine Droge. Was er braucht, ist Entzug. Aber in den Gangs von Neukölln sind alle auf dieser Droge.
Yehya E. ist ein sogenannter Intensivstraftäter, dessen Intelligenz, Charme und Energie verblüffen und erschrecken: zwischen kindlichen Gangsterträumen, vom Krieg traumatisierten Eltern und dem Wunsch nach Normalität in Deutschland lebt Yehya E. ein zerrissenes Leben.

Jeder hat schon einmal Vorurteile über Ausländer gehört und manche scheinen sich teilweise ja auch zu bestätigen. Das besagen auch viele Statistiken. Aber woran liegt das?
Genau danach sucht Christian Stahl in diesem Buch Antworten mit schockierendem Ergebnis: denn der deutsche Staat ist teils selbst schuld, dass die Ausländer nichts für ihn tun können, einfach weil sie die Erlaubnis dazu nicht erlangen. Damit wäre das Problem für die Ausländer geklärt.
Aber das Problem der Gesellschaft ist das weit verbreitete Unwissen über die Beschlüsse bezüglich von Flüchtlingen. Die wenigsten Menschen wissen, was eine Residenzpflicht überhaupt ist, obwohl dies das Leben der Flüchtlinge massiv bestimmt.

Aber wie kann es soweit kommen? Niemand wird gezwungen, kriminell zu werden. Das Problem ist aber, dass sich der Hass der Ausländer gegen die deutschen Behörden und so gegen das System richtet. Zurück können sie nicht, da sie keine Heimat mehr haben. Sie machen ihrem Ärger durch Straftaten Lust und bestätigen damit viele Deutschen wieder, indem sie die Vorurteile erfüllen. Natürlich gibt es auch viele Ausländer, die nicht auffällig werden bei Straftaten, aber dennoch gibt es erschreckend viele kriminelle Ausländer.

Um das Denken dieser kriminellen Jugendliche zu verstehen, ist dieses Buch perfekt geeignet, weil es ein Einblicke in das Leben eines solchen Menschen bietet: natürlich ist das Buch sehr subjektiv geschrieben, da der Schwerpunkt auf der Sicht der Ausländer liegt, aber dennoch kommen auch die Behörden und die deutschen Politiker zu Wort. Es ist kein Buch, das aufzeigt, wie schrecklich Deutschland doch ist, sondern es ist ein Buch, das aufzeigt, was für Missstände es in Deutschland gibt, für die sich aber niemand zuständig zu fühlen scheint. Es zeigt, dass jedes System seine Schwächen hat und dass man vor allem in dieser Richtung die Bestimmungen nochmal überarbeiten sollte.  
Auch in das Gefängnisleben man einen guten Einblick, da Stahl Yehya dort auch immer besuchte. Das Besondere ist, dass er ihn niemals aufgibt. Egal, was auch passiert, er hält weiterhin zu ihm und unterstützt auch seine Familie. Das finde ich zutiefst bewundernswert und zugleich auch in gewisser Weise sukrill.

Christian Stahl ist nicht einfach nur ein Journalist. Er selbst war der Nachbar von Yehya und begleitete ihn so schon früh in seinem Leben. Yehya beschreibt ihn selbst auch als Freund und sieht in ihm nicht nur ein Mittel zum Zweck, über das er sich vermarkten kann. Gerade durch diese intensive Beziehung der beiden fällt es dem Leser leichter, Yehyas Gedankengänge in gewisser Weise nachvollziehen zu können, da auch ihm Ungerechtigkeit widerfährt. Sein Potenzial, welches er in der Schule beweist, wird nicht unter den Teppich gekehrt, sondern wiederholt betont.
Stahl möchte zeigen, dass es Schwachsinn ist, ein Problem zu lösen, indem man versucht, die Wirkung einer Ursache zu verändern, aber die Ursache selbst beim Alten belässt.
Vor allem aber beweist dieses Buch, dass unsere Maßnahmen, um Ausländer auf den richtigen Weg zu bringen, die falschen sind, da diese für sie eine Auszeichnung sind bei ihren kriminellen Freunden. Aufgrund der Residenzpflicht kommen die Ausländer auch nicht aus ihrem alten Umfeld raus und sind so immer wieder mit der Kriminalität konfrontiert und zugleich ihrer hoffnungslosen Perspektive. Ein Teufelskreis, der beinahe zur Kriminalität motiviert.

Trotz der Subjektivität regt dieses Buch definitiv zum Nachdenken an und regt zugleich auch das Verständnis für Ausländer. Dieses Buch ist nicht als Entschuldigung gedacht, aber es bringt einem diese Menschen näher.
Die Botschaft dieses Buches: auch Ausländer verdienen es, den deutschen Staat durch ehrliche Arbeit bereichern zu dürfen.
Ein Gedanke, über den es sich definitiv nachzudenken lohnt.

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WunderKind90s avatar

Rezension zu "In den Gangs von Neukölln" von Christian Stahl

"Der Boss von der Sonnenallee"
WunderKind90vor 4 Jahren

Ich habe dieses Buch bei einer Leserunde gewonnen und mich sehr darüber gefreut. Ich wollte besonders gerne mitlesen da ich selber in Neukölln wohne. Ich war daher natürlich besonders gespannt auf die Geschichte, die hier erzählt wird.

Ich kann vorab sagen, dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe. Man merkt, dass der Autor Christian Stahl sich intensiv mit der Geschichte von Yehya E. aber auch mit der politischen Lage in Deutschland beschäftigt hat. Zwar sagt der Autor zu Beginn des Buches, dass er sicherlich nicht objektiv berichten kann sondern eine subjektive Sicht auf die Dinge hat - ich fand aber, dass der Autor doch sehr rational und objektiv urteilen konnte. Er beschönigt in diesem Buch nichts und in meinen Augen liegt auch kein Schwarz-Weiß-Denken vor, das man in den Medien sonst leider oft findet. Weder sieht der Autor den Jungen als ausschließliches Opfer noch als ausschließlichen Täter. Ich fand es sehr gut und angenehm, dass der Autor diese Haltung einnehmen konnte.


Ich finde dem Autor ist es sehr gut gelungen darzustellen wie das Zusammenspiel der deutschen Asylpolitik und dem Charakter von Yehya zu der unvermeidlichen Entwicklung führte.


Es ist sehr interessant sich gemeinsam mit dem Autor auf eine Reise in die Parallelwelt Neukölln Nord zu begeben - ich konnte so meinen eigenen Bezirk doch noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive heraus kennenlernen (Neukölln hat über 300.000 Einwohner - wenn man nicht in Neukölln Nord lebt, bekommt man eher weniger davon mit). Möglicherweise werde ich nun aber mit anderen Augen durch Neukölln laufen.


Fazit: ein absolut empfehlenswertes Buch!

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Gespräche aus der Community

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Hoffmann_und_Campe_Verlags avatar
Die Wut ist Yehyas Sucht. Die Kriminalität seine Droge. Was er braucht, ist Entzug. Aber in den Gangs von Neukölln sind alle auf dieser Droge. 
Mit dreiundzwanzig hat Yehya E. eine eindrucksvolle Karriere hinter sich: Sohn palästinensischer Flüchtlinge aus dem Libanon, die erste Straftat mit sieben, Einser-Schüler und Tyrann an der Rütli-Schule, mit 15 Boss von der Sonnenallee. Drei Jahre Gefängnis, dann Vorzeige-Aussteiger aus der kriminellen Szene, Streitschlichter in Neukölln, Liebling der Politiker. Er scheint es geschafft zu haben. Plötzlich der Rückschlag. Wer hat versagt? 


Schonungslos und kritisch erzählt Christian Stahl von einer steilen kriminellen Karriere und dem schwierigen Weg des Ausstiegs, der jederzeit scheitern kann. Ein ebenso einzigartiger wie intimer Bericht über das kriminelle Leben in der parallelen Welt von Neukölln jenseits der Klischees des deutschen Boulevards.


In "In den Gangs von Neukölln" beschreibt der Journalist Christian Stahl das Leben von Yehya E., den er mehrere Jahre lang für die Dokumentation "Gangsterläufer" begleitet hat. Gemeinsam mit dem Leser geht er den Ursachen für dessen Verhalten auf den Grund und sieht hilflos zu, wie ein vielversprechender Charakter an den deutschen Gesetzen scheitert. 

Am 16. September erscheint "In den Gangs von Neukölln" und zusammen mit dem Autor laden wir Euch zu einer Vorab-Leserunde und gemeinsamen Diskussion ein. Ihr könnt Euch bis einschliesslich 14. September hier dafür bewerben! 

Christian Stahl, geboren 1970 in Köln, ist gelernter Journalist, hat in Bonn und Oxford Literaturwissenschaft und Geschichte studiert und viele Jahre beim Radio und Fernsehen gearbeitet. 2005 gründete er eine Agentur für Kommunikation. Christian Stahl dreht Filme, coacht, lehrt andere, ihre Geschichten zu erzählen, und erzählt selbst.
Facebookseite von Christian Stahl

Sein Dokumentarfilm "Gangsterläufer" hat mehrere Preise erhalten und gibt bereits einen Einblick in das Leben des Yehya E.:

###YOUTUBE-ID=zmGNVfTHn9k###
michaela_sanderss avatar
Letzter Beitrag von  michaela_sandersvor 4 Jahren
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