Neuer Beitrag

Hoffmann_und_Campe_Verlag

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Die Wut ist Yehyas Sucht. Die Kriminalität seine Droge. Was er braucht, ist Entzug. Aber in den Gangs von Neukölln sind alle auf dieser Droge. 
Mit dreiundzwanzig hat Yehya E. eine eindrucksvolle Karriere hinter sich: Sohn palästinensischer Flüchtlinge aus dem Libanon, die erste Straftat mit sieben, Einser-Schüler und Tyrann an der Rütli-Schule, mit 15 Boss von der Sonnenallee. Drei Jahre Gefängnis, dann Vorzeige-Aussteiger aus der kriminellen Szene, Streitschlichter in Neukölln, Liebling der Politiker. Er scheint es geschafft zu haben. Plötzlich der Rückschlag. Wer hat versagt? 


Schonungslos und kritisch erzählt Christian Stahl von einer steilen kriminellen Karriere und dem schwierigen Weg des Ausstiegs, der jederzeit scheitern kann. Ein ebenso einzigartiger wie intimer Bericht über das kriminelle Leben in der parallelen Welt von Neukölln jenseits der Klischees des deutschen Boulevards.


In "In den Gangs von Neukölln" beschreibt der Journalist Christian Stahl das Leben von Yehya E., den er mehrere Jahre lang für die Dokumentation "Gangsterläufer" begleitet hat. Gemeinsam mit dem Leser geht er den Ursachen für dessen Verhalten auf den Grund und sieht hilflos zu, wie ein vielversprechender Charakter an den deutschen Gesetzen scheitert. 

Am 16. September erscheint "In den Gangs von Neukölln" und zusammen mit dem Autor laden wir Euch zu einer Vorab-Leserunde und gemeinsamen Diskussion ein. Ihr könnt Euch bis einschliesslich 14. September hier dafür bewerben! 

Christian Stahl, geboren 1970 in Köln, ist gelernter Journalist, hat in Bonn und Oxford Literaturwissenschaft und Geschichte studiert und viele Jahre beim Radio und Fernsehen gearbeitet. 2005 gründete er eine Agentur für Kommunikation. Christian Stahl dreht Filme, coacht, lehrt andere, ihre Geschichten zu erzählen, und erzählt selbst.
Facebookseite von Christian Stahl

Sein Dokumentarfilm "Gangsterläufer" hat mehrere Preise erhalten und gibt bereits einen Einblick in das Leben des Yehya E.:


Autor: Christian Stahl
Buch: In den Gangs von Neukölln

MiraBerlin

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

So ein Buch ist genau nach meinem Geschmack.
Mich interessiert es immer, wie Menschen so sehr abrutschen können oder wie sie sich zumindest so sehr verändern können.
Ich beobachte einfach gerne Leben fremder Menschen, um mehr über das menschliche Handeln und Wesen herauszufinden, weil ich später gerne Psychotherapeutin werden möchte. :)
Gerade die Mischung aus einem Ausländer in Berlin, der Einserschüler und zugleich Tyrann ist, finde ich mehr als brisant und interessant.
Deswegen bewerbe ich mich gerne für die Vorab-Leserunde. :)

Ramira

vor 3 Jahren

Ich wohne in Berlin, zwar nicht in einem Teil der Brennpunkt ist, aber trotzdem herrscht auch da Gewalt und ich stoße immer wieder auf Zusammenstöße zwischen den Kulturen.Ich bin sehr interessiert an der Geschichte des jungen Mannes von der ich schon mehrfach gehört habe. Möchte gerne die Sicht "der anderen" erfahren. Das der Film mehrere Preise gewonnen hat, verstehe ich, der Trailer war beklemmend und gut. Ich bin neugierig auf das Buch.
Ich denke an unserem System stimmt sehr vieles nicht und es müßte sich eine Menge verändern.
Gerne in den Lostopf!

Beiträge danach
139 weitere Beiträge (Klassische Ansicht)
Beiträge davor

michaela_sanders

vor 3 Jahren

Leserunde Teil 2) Seite 89-168
Beitrag einblenden

so nun endlich bin ich zum weiterlesen gekommen. für mich zieht sich das lesen etwas hin. ich komm mit der art der darstellung von yehyas leben nicht so einfach zurecht. mir sind viel zu viel details über den author drinnen, wie der film gedreht wurde, auf welchen filmfesten er geszeigt wurde, udn welche preis er erhalten hat, das find eich jetzt relativ unwichtig für das leben von yehya, worum es mir in dem buch geht. ich würde gerne mehr über yahya innenwelt erfahren, stattdessen wir immer wieder das system für die schwierigkeiten verantwortlich gemacht. ich leugen das überhaupt nicht,d ass die ayslbedingungen in deutschland, ganz arg zur problematik beitragen. ich bin psychotherapeutin und arbeite mit minderjährigen unbegleiteten flüchtlingen, und krieg auch regelmässig das grauen,wenn ich sehe wie willkürlich und menschenunwürdig die bedingungen sind. aber in diesem buch hab ich mir was anderes erhofft. eben nicht eine schuldzuweisung an das deutsche system (das sicher dazu beiträgt) sodnern eher auf die wechselwirkungen auf yehyas psyche udnd as kommt mir zu kurz.
zudem finde ich, dass yehya nie der vorzeige-flüchting wurde, wie das in dem buch idealisierender weise dargestellt wird, er hat von anfang an damit zu kämpfen, auf der rechten bahn zu bleiben, es hat sich im knast nicht alles geändert udn er hat nicht zum rechten weg zurück gefunden, ich denke das hatte was von einem artifakt, der autor, hat sich ihn auserkohren um einen film zu drehen udn er wollte vielleicht mitspielen, wollte es versuchen,a bgers eine inneren strukturen können sich nicht einfach so ändern.
zudem find eich ist nicht klar, welche rolle der author für yehya einnimmt, er bezeichnet sich an manchen stellen als ein reund, aber ein freund macht gefängnisbesuche um den andern zu unterstützen, umd ihm ind er schweren zeit beizustehen, er aber macht "interviews". Filmaufnahmen, etc...er versucht als selbst einen utzen aus den gesprächen zu ziehen, zwar mit moralischen appellen an yehya, aber für mcih ist aus dem buch nichts an freundschaft zu spüren. deswegen wirkt das buch etwas künstlicha uf mich. yehya wirkt wie ein lebloses objektd as durch das system deutschland, geformt wird, seine innenwelt bleibt mir trotz der briefe, etwas zu banal.

seschat

vor 3 Jahren

Eure Rezension - Fazit zum Buch

Interessantes Interview zum Buch, das meinen Leseeindruck bestätigt:
http://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/video/talk-in-den-gangs-von-neukoelln-clip

MiraBerlin

vor 3 Jahren

Leserunde Teil 2) Seite 89-168
Beitrag einblenden

Dieses Buch ist ein ständiges Auf und Ab. Man leidet förmlich mit Yehan! Kein Wunder, dass er immer wieder abrutscht, wenn man sieht, wie schwer es ihm gemacht wird.
Auch, dass er nicht mit auf die "Filmtournee" durfte, tat mir für ihn sehr leid.
Schockierend fand ich die Zeit in der JVA im Haus 2. Da hatte ich ein ganz bedrückendes Gefühl. Schlimm fand ich auch, dass der Wärter nur meinte, dass er "gebrochen" werden soll. Kein Wunder, dass diese "Psychologie" nicht aufgeht!

Interessant fand ich auch die Auseinandersetzung mit der Religion. Auch diese radikale Akzeptanz der (angeblichen) Werte empfand ich als verblüffend. Denn immerhin hat Christian das ja auch immer wieder getestet...

Für mich ist das Buch immer wieder schockierend, da dort aufgeführt wird, wie Deutschland Ausländern die Entwicklungsmöglichkeiten und auch die Identitätsfindung verweigert wird...

MiraBerlin

vor 3 Jahren

Leserunde Teil 3) Seite 169 - Ende
Beitrag einblenden

Das Ende des Buches konnte mich noch einmal so richtig fesseln: ich fand es furchtbar zu sehen, wie sich Christian und Yehya immer weiter voneinander distanzierten. Auch seine in gewisser Weise fehlende Einsicht in Bezug auf seine Tat fand ich äußerst interessant geschildert. Hier wurde kein Blatt vor den Mund genommen.
So war das auch bei der Kritik an der Integrationspolitik: schonungslos offen äußert Stahl seine Meinung und regt so zum Nachdenken an.
Besonders gefallen hat mir am Ende der tabellarische Lebenslauf Yehyas und auch noch die Geschichte seines Vaters. Natürlich wird der deutsche Staat insgesamt an einigen Stellen auch etwas zu negativ dargestellt, aber dennoch lässt sich sagen, dass er viel Potenzial vergeudet, indem er den Ausländern den Zugriff auf gute Ausbildungsmöglichkeiten verwehrt.

Natürlich ist Yehya auch kein Unschuldslamm, aber es ist dennoch verständlich, dass er seine Frustration und Wut am deutschen Staat auslässt, der ihm das Leben so schwierig macht. Nur ist das ein ewiger Teufelskreis, weil er es so nie schaffen wird, die Behörden von sich zu überzeugen.
Schuld an diesem Problem tragen beide Seiten - die deutschen Behörden, aber auch die Ausländer. Das Problem ist leider viel zu vielschichtig, um da ad hoc eine Lösung zu finden, aber gerade deswegen sollte Deutschland sich mehr darauf konzentrieren. Denn immerhin hängt davon die Sicherheit eines jeden Menschen in Deutschland und auch die finanzielle Zukunft Deutschlands ab...

MiraBerlin

vor 3 Jahren

Eure Rezension - Fazit zum Buch

Und hier ist meine Rezension:
http://www.lovelybooks.de/autor/Christian-Stahl/In-den-Gangs-von-Neuk%C3%B6lln-1113358156-w/rezension/1117456665/

vielen lieben Dank, dass ich mitlesen durfte! Das Buch hat mich mehr als nur positiv überrascht! :-)

michaela_sanders

vor 3 Jahren

Leserunde Teil 3) Seite 169 - Ende
Beitrag einblenden

Leider hat es bei mir etwas länger gedauert, bis ich jetzt endlich durch bin.
Mir ist der Journalist leider nicht sonderlich sympathisch, irgendwie stellt er sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in den Mittelpunkt. Auch wenn seiner Argumentation durchaus folgen kann.
Meine rezi kommt auch gleich.

michaela_sanders

vor 3 Jahren

Eure Rezension - Fazit zum Buch
Beitrag einblenden

Danke dass ich mitlesen durfte.
Ich kann auf dem iPad den link leider nicht kopieren, deswegen kopiere ich die rezi hier direkt rein. Ich hab sie auf LB und auf amazon veröffentlich .

Das Buch handelt um einen Tatsachenbericht. Der author, ein Journalist erzählt vom leben des yehya, einem Jugendlichen der aus dem Libanon als Baby nach Deutschland kam, und nun immer noch im Asyl verfahren hängt und immer noch nur geduldet ist, mit all den verbundenen Schwierigkeiten, wie z.b. Sich nicht frei bewegen zu können und nicht das Abitur machen zu dürfen.
Der author deckt zusammenhänge zwischen den Straftaten des yehya und den Bedingungen unter denen er zu leben hat, auf. Er stellt da wie das asylgesetz den Jugendlichen seine Position erschwert und wie der Reiz der Kriminalität, des schnellen Geldes, des Wohlstands in mitten all der Einschränkungen immer größer wird.
Die Darstellung der verschiednen Behörden und stellen und deren Einfluss auf yehya leben ist beeindrucken und detailliert geschildert. Viele Gedanken sind mir neu und haben mir die Augen geöffnet, für neue zusammenhänge und Beziehungen. Dafür bin. Ich sehr froh.
Allerdings hat das Buch auch einige Schwächen, wenn gleich die Botschaft für mich sehr wichtig ist, und meines Erachten von möglichst vielen Menschen gelesen werden sollte.
Im Klappentext heißt es "Wut ist yeyas antrieb, die Kriminalität seine Drogen.". Mit dieser Informationen hätte ich auf einen Einblick in yehyas Psyche erhofft. Leider bleibt die Psyche sehr unbeleuchtet, warum die Wut oder der Hass in yehya aufflackert bleibt für mich ungeklärt. Viel mehr scheint es so, dass yehya aus andern gründen wieder zurück in die Kriminalität fällt ( keine Chance in normalen leben, Außenseiter in der Clique, wünsch nach schnelle Geld) , seine Wut ist nicht das übermäßig treibende.
Zudem finde ich das der author sich zu sehr in den Mittelpunkt stellt, er beschreibt seine Psyche viel besser. Er stellt da, warum er handelt wie er handelt. Mich nervt das an mehreren stellen, z.b wenn er die Preise die er mit dem Film einfährt detailliert beschreibt. Das interessiert mich in einem Buch über yehyas leben nicht sonderlich.
Außerdem sehe ich in yehya angeblichen vorzeige Karriere als etwas ziemlich künstliches, nur weil der author den jungen zufällig ausgewählt hat, um ihn zu puschen, heißt das ja noch lange nicht, das er ohne dieser zusätzlichen Zuwendung auch so eine "gute" ausgangschance hatte. Als dann doch nichts aus diesem Projekte es authors wurde, lag es dann plötzlich nur noch an den ausländerbehörden und den Schwierigkeiten die yehya von außen zu erleiden hat.
Dieser Eindruck bekomme ich eben dadurch, das die author sehr aus seiner Sicht schreibt und nicht wirklich in der Psyche von yehya sucht.
Ich hätte mir weniger vorwürfe ( z.b. Gegen die ausländerbehörden, asylbehörde) und mehr reflektion gewünscht, Warum es zu den einzelnen Straftaten kommt.

Neuer Beitrag