Christian Thiel "Schatz, ich habe den Index geschlagen!"

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Inhaltsangabe zu „"Schatz, ich habe den Index geschlagen!"“ von Christian Thiel

Dem Bankberater gezeigt, wie das Geschäft geht … Legen Sie Ihr Geld noch bei der Bank an? Dann wissen Sie auch, dass die Zinsen nicht mal für ein schickes Essen mit der Familie reichen. Diese Erfahrung machte auch Christian Thiel. Und wendete sich daraufhin der Börse zu. Psychologischer Berater, der er ist, weiß er mit dem "Angstgegner Aktie" umzugehen: Kurzweilig erzählt er in "Schatz ich habe den Index geschlagen!", weshalb Anleger so oft aufs falsche Pferd setzen und wie sie fatale Denkfehler vermeiden können. Thiels Touren durch die Irrungen der Finanzwelt führen ihn zu Anlageprofis aller Art - vom Trader über den ETF-Fan bis hin zum Goldminenbesitzer. Sein Ziel: die besten Aktien der Welt zu finden. Das vollkommen Aberwitzige: Ausgerechnet er hat sie gefunden - und den Index geschlagen! Christian Thiels Buch zeigt auf unterhaltsame Art: - wie gerade Kleinanleger große Gewinne erzielen können, - wie Sie sich den Bankberater sparen können, - wie entspannt der Handel mit Aktien sein kann.

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  • Ein Psychologe und die süße Falle der selektiven Wahrnehmung

    "Schatz, ich habe den Index geschlagen!"
    R_Manthey

    R_Manthey

    21. February 2017 um 09:36

    Christian Thiel hat in einem Jahr den Dax um Längen geschlagen. Das schaffen noch nicht einmal viele Fondsmanager. Allerdings müssen diese Leute auch ein paar Regeln mehr als Herr Thiel beachten, die es ihnen unmöglich macht, so vorzugehen wie Dax-Bezwinger Thiel. Nun möchte ich Thiels Erfolg hier überhaupt nicht kleinreden. Sein Buch, so schwatzhaft und gleichzeitig unterhaltend es auch ist, provoziert jedoch ein wenig Widerrede, weil er seinen Zugang aus meiner Sicht ein wenig zu sehr glorifiziert und gelegentlich auch Unsinn verbreitet. Er tappt bei seiner Begeisterung für "Wachstumsaktien" wie schon viele Menschen vor ihm in die süße Falle einer selektiven Wahrnehmung. Ich werde das im Folgenden an einigen Beispielen erläutern.  Im Jahre seines Erfolges 2015 hatte Thiel folgende seiner "besten Aktien" im Depot: Apple, Amazon, Mastercard, Novo Nordisk und Facebook. Besonders auf Novo Nordisk ist er stolz. Dieser Wert dient ihm zu Beginn seines Buches geradezu als Paradebeispiel für seine Buy-and-Hold-Strategie. Einmal kaufen und ein Leben lang halten - das ist wohl die steilste These in diesem Buch. Nun, es würde mich schon interessieren, ob er sie noch hat, seine Novo Nordisk. Denn inzwischen ist sie von Kursen über 50 Euro schon mal auf Kurse etwas über 30 Euro gefallen.  Hätte man sie 1997 gekauft und alle Ausschüttungen immer wieder in sie angelegt, so Thiel, dann wäre man im Jahr seines Sieges über den Dax Millionär geworden. Da haben wir sie, die selektive Wahrnehmung. Man nehme eine Aktie oder einen Index mit einem starken und langen Trend und betrachte diese wunderschöne Entwicklung aus der Gegenwart zurück in die Vergangenheit. Und dann träume man, dass man das damals alles vorausgesehen hätte und nun Millionär sein könnte. Lustig daran ist, dass Thiel selbst eine solche Chance vergeigt hat, indem er Facebook einmal viel zu früh verkaufte. Man muss durch die Frontscheibe sehen und nicht durch den Rückspiegel, belehrt er seine Leser. Doch er selbst erliegt ebenso diesem seltsamen Zwang zur rückwärtigen Betrachtung nicht erfüllter Träume. Ich hätte übrigens keine Probleme, ihm noch ganz andere Strategien und Methoden zu zeigen, die ihn rein theoretisch mit einer ähnlichen nachgezogenen Betrachtungsweise noch viel schneller zum Millionär gemacht hätten, seine 10.000 Euro vorausgesetzt.  Illusionen können so schön sein.  Wie der Autor seine  "besten Aktien"  findet, verrät er nicht wirklich. Vielleicht erhält man nähere Informationen oder neue Tipps in seinen Internetauftritten, für die dieses Buch wohl eine sehr gute Marketingaktion sein soll. Thiel beruft sich immer wieder auf Warren Buffett und dessen Strategie, die er sehr bewundert. Aber auch dort neigt er zu einer selektiven Wahrnehmung. Man solle, so zitiert Thiel Buffett, niemals bei seinen Anlagen Geld verlieren. Buffett selbst hat sich schon einige ziemlich teure Fehlschläge geleistet. Und mit Sicherheit hat er nicht nur 22 Werte in seinem Leben gekauft und es damit auf sein Vermögen gebracht. Buffetts (und Mungers) Leistungen sind in der Tat bewundernswert. Aber bei lauter Bewunderung sollte man dann auch deren Methode und ihre Voraussetzungen etwas weniger oberflächlich darstellen als es Thiel in seinem Buch tut. Ein wesentlicher und besonderer Faktor in Buffetts Portfolio sind übrigens seine Versicherungswerte, die über die Prämien permanente Einnahmen liefern. Das sollte man beispielsweise schon wissen und erwähnen. Viele haben versucht, Buffetts Erfolge zu kopieren. Gelungen ist dies noch keinem, weil es bei Buffett auch Faktoren gibt, die sich einer Kopie entziehen.  Wenn man solche Bücher wie dieses schon oft gelesen hat, dann weiß man einfach, dass dort alle anderen Methoden der Kapitalvermehrung an den Finanzmärkten sehr schlecht wegkommen werden. Das passt leider gut in das Begeisterungsschema von Menschen, die sich im Besitz einer absoluten Wahrheit glauben. Thiel stellt Buffett und seiner eigenen Methode den typischen  Vollpfosten "Alex" gegenüber, der von sich glaubt, ein Trader zu sein und das Geld seiner Familie verzockt. Solch ein Vergleich zwischen einem glorifizierten Helden und einem Unfähigen ist ein billiger Trick, den man Thiel verzeihen sollte, denn offenbar hat er weder eine Ahnung davon, was Trading ist, noch kennt er wenigstens vom Namen ausreichend viele  Leute, die damit steinreich geworden sind. Thiel warnt an anderer Stelle davor, nur das wahrzunehmen, was ins eigene Weltbild passt. Komik entsteht eben oft genau dann, wenn man Belehrungen auf den Belehrenden anwendet.  Nach Thiel beträgt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Aktie an einem Tag steigt oder fällt, jeweils 50 Prozent. Wie er zu dieser Erkenntnis gelangt ist, verrät er nicht. Vermutlich hat er sich diesen haarsträubenden Unsinn irgendwo kritiklos angelesen. Wenn diese Aussage nämlich stimmen würde, dann müsste das bei jeder Aktie jeden Tag aufs Neue gelten. In der Mathematik nennt man so etwas "symmetrische  zufällige Irrfahrt". Einige Seiten zuvor zeigte sich Herr Thiel ganz begeistert von der langfristigen Performance des S&P 500. Er enthält die statistisch relevante Größe von 500 US-Aktien und steigt seit ewigen Zeiten mehr oder weniger. Die wenigen kurzen Perioden von Kursverlusten sind im Gesamtbild eher völlig unbedeutend. Das geht aber nur dann, wenn die übergroße Mehrheit seiner Aktien sich auch so verhält, was seine 50-Prozent-Aussage sauber widerlegt, denn bei einer zufälligen symmetrischen (!)  Irrfahrt ist dieses Verhalten von einer solchen Anzahl von Aktien statistisch nicht möglich.  Es gäbe noch einige andere Anlässe zu kritischen Bemerkungen, etwa zu Herrn Draghi (dem "engagierten" Euro-Retter, der Omas Sparstrumpf gerade gen Süden transferiert) oder zum Gold. Aus Platzgründen werde ich darauf nicht eingehen.  Was bringt dieses Buch nun eigentlich? Es macht Werbung für Thiels Internetauftritte, denn immerhin hat er in einem Jahr den Dax geschlagen, was  2015 nicht besonders schwer war. Dabei aber kann er eine gewaltige Performance für dieses Jahr vorweisen, was eine sehr gute Leistung ist. Allerdings fehlt der Nachweis einer nachhaltigen Performance. Der Leser erhält in diesem Text eine Vorstellung davon, dass man mit den "besten" Aktien solche  Ergebnisse erreichen kann.  Darüber hinaus gibt der Autor gewisse zukünftige Trends an, die nach seiner Meinung zu hervorragenden Ergebnissen führen werden, wenn man gewisse Aktien auswählt, die diese Trends spiegeln. Leser von Börsenzeitschriften oder Anhänger von Graham oder Buffett werden sicher mit diesem Buch ihren Frieden, aber nichts Neues finden. Für völlige Neulinge ist es dagegen sicher anregend und sogar empfehlenswert, weil es eine grundsätzlich hervorragende Methode  zwar kritiklos, aber dennoch halbwegs brauchbar erklärt. Seine Aktienauswahl muss man dann allerdings immer beim Autor nachfragen. Vielleicht etwas weniger erfahrene Leser leichter mit der weitschweifigen, etwas naiven und von sich selbst begeisterten Art des Autors zurecht kommen, die mich immer wieder fasziniert hat. Ich fand das Buch nicht nur deswegen amüsant und unterhaltend und wünsche seinem Autor nicht, dass Karsten Kagels, den manche vielleicht als Trader kennen und der in diesem Buch mit ein paar Bemerkungen zu Wort kommt, recht behält, wenn er Thiels Ergebnis von 2015 überwiegend für Glück hält.

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