Der Platz an der Sonne

von Christian Torkler 
3,6 Sterne bei40 Bewertungen
Der Platz an der Sonne
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Positiv (19):
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Ein erschreckendes, aber glaubwürdiges Szenario.

Kritisch (3):
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Absolut enttäuschendes Buch. Furchtbarer Schreibstil, total langweilig und belastend. Keine Empfehlung!

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Inhaltsangabe zu "Der Platz an der Sonne"

Berlin, 1978: Die Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik liegt in Trümmern, die Kinder klauen Kohlen und in der Politik geben sich die Halunken die Klinke in die Hand. In dieser Welt entfaltet sich die faszinierende Lebensgeschichte von Josua Brenner – ein wagemutiger Tausendsassa, der sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Doch als ihn die Ereignisse überrollen, wird der Gedanke an eine Flucht ins reiche Afrika plötzlich real.

Josua Brenner kennt sich aus im Leben der kleinen Leute. Im zerbombten Berlin fährt er Suppe aus, schachert auf dem Schwarzmarkt und holt sich Ratschläge fürs Leben bei Opa Lampbrecht. Eine Zeitlang scheint er die Nase vorn zu haben. Die Umstände sind ihm gewogen, seiner kleinen Familie geht es prächtig und auch die Geschäfte laufen gut. Die Strippenzieher in der Neuen Preußischen Republik versuchen zwar, ihm das Leben schwerzumachen, doch so leicht gibt Josua Brenner nicht auf. Ihn treibt ein unbezwingbarer Wille zum Glück, egal wie oft ihm der Teufel ins Handwerk pfuscht. Erst als es für ihn so richtig knüppeldick kommt, bricht er auf in Richtung Süden. Wie all die anderen vor ihm hat er vor allem ein Ziel: ein besseres Leben in einer besseren Welt. Wunderbar leichtfüßig erzählt Christian Torkler von einem modernen Helden, der sein Schicksal herausfordert und sich niemals geschlagen gibt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608962901
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:592 Seiten
Verlag:Klett-Cotta
Erscheinungsdatum:02.09.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Hermione27s avatar
    Hermione27vor einem Tag
    Kurzmeinung: Absolut enttäuschendes Buch. Furchtbarer Schreibstil, total langweilig und belastend. Keine Empfehlung!
    Spannendes Gedankenexperiment – langatmig umgesetzt

    Das Buch spielt in einer alternativen Parallelwelt, in der Josua Brenner in Berlin (in der „Neuen Preußischen Republik“) aufwächst. Die Menschen dort leiden unter Armut, Willkür der Regierung(en), überbordende Bürokratie, Kriegen und Aufständen und schlagen sich meistens mehr schlecht als recht mit Gelegenheitsjobs durch.

    Ganz anders als in Europa sieht es im reichen Afrika aus, das Josua Brenner wie das gelobte Land erscheint.

    Sein Freund Roller ist dorthin geflüchtet und schickt eine traumhafte Postkarte, die Josua Brenner einfach nicht mehr loslässt, so dass er beschließt ebenfalls sein Glück zu versuchen, um ein besseres Leben in Afrika zu finden.

     

     

    Meine Meinung:

    Ich fand den Grundgedanken des Autors sehr interessant. Sich einen alternativen Gang der Geschichte zu überlegen und die heutigen Gegebenheiten einmal völlig auf den Kopf zu stellen, ist wirklich ein interessanter Gedanke.

    Allerdings fiel das Buch bei mir von Anfang an durch einen wenig ansprechenden Schreibstil auf, denn es ist sehr umgangssprachlich, teilweise fast vulgär, gehalten, vielleicht um die Gedanken von Josua Brenner authentischer wiederzugeben.

    Dieser Stil zieht sich über die gesamten beinahe 600 Seiten durch, so dass ich durchweg kein Lesevergnügen verspürt habe. Zwischenzeitlich musste ich das Buch auch für einige Zeit weglegen, weil es mich so heruntergezogen hat.

     

    Die gesamte Geschichte zieht sich wie Kaugummi. Jeder Abschnitt – ob Josua Brenner bürokratische Hürden zu überwinden hat, ob er auf einer abenteuerlichen Reise Rückschlag über Rückschlag erlebt oder was auch immer – ist so dermaßen lang und langatmig geschrieben, dass man oft versucht ist, ganze Kapitel zu überblättern. Da ich das nicht getan habe, war ich zum einen total gelangweilt, zum anderen hat mich manch detaillierte Beschreibung richtiggehend runtergezogen.

     

    Das Thema an sich halte ich schon für wichtig und man kann m.E. gar nicht oft genug darauf aufmerksam zu machen. Daher fand ich den Ansatz, den Spieß einmal umzudrehen und die Sicht eines Flüchtlings aus dem armen Europa in das reiche Afrika zu beschreiben, auch sehr innovativ. Nur schade, dass dann durch die wenig überzeugende Umsetzung wieder so viel kaputtgemacht wird.

     

     

    Fazit:

    Das Buch hat in mir durch die Themenwahl hohe Erwartungen geweckt, wurde diesen jedoch leider in keiner Weise gerecht. Aufgrund der aus meiner Sicht wenig ansprechenden Umsetzung kann ich das Buch nicht empfehlen. Da hätte ich meine Zeit wirklich besser nutzen können.  

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Ein erschreckendes, aber glaubwürdiges Szenario.
    Christian Torkler - Der Platz an der Sonne

    Josua Brenner wird Ende der 1970er Jahre in eine schwierige Lage Berlins hineingeboren. Seine alleinerziehende Mutter weiß kaum die Kinder zu ernähren und so muss der aufgeweckte Junge schon früh mithelfen, Geld zu verdienen. An eine langjährige Schulbildung ist in der Neuen Preußischen Republik auch nicht zu denken, es geht um das Überleben. Aber mit Cleverness und Mut schafft er es als junger Vater für sich und seine kleine Familie ein verhältnismäßig ordentliches Leben aufzubauen, trotz aller Widrigkeiten. Immer wieder hört er von Bekannten, die dem Land den Rücken kehren und ihr Glück im Süden versuchen, in Afrika, wo stabile politische Verhältnisse herrschen, die Staaten nicht von korrupten Politikern geführt werden, die sich und ihren Familien die Taschen vollstopfen und zugleich das Volk ausbluten lassen. Doch der Weg dorthin ist weit und gefährlich. Nach zwei harten Schicksalsschlagen beschließt auch Josua, dass er nicht mehr zu verlieren hat und es das aktuelle Leben auch nicht wert ist, gelebt zu werden. Also bricht er auf.

    Christian Torkler verkehrt die Welt in seinem Roman „Der Platz an der Sonne“: Europa hat sich vom Zweiten Weltkrieg nicht erholt, ist politisch und wirtschaftlich instabil und in unzählige Kleinstaaten zersplittert. Afrika ist der reiche Kontinent, der zum Sehnsuchtsort wird, wo sich die Träume vom guten Leben realisieren lassen. Doch die Grenzen sind dicht, scharfe Kontrollen überall verhindern den unkontrollierten Exodus gen Süden, was jedoch viele Lebensmüde und Mutige nicht davon abhält, die weite und riskante Reise zu wagen.

    Im ersten Teil des Buchs erleben wir die schwierige Lage in Berlin. Dass es auch so hätte kommen können, ist durchaus vorstellbar. Das Leid der Leute, die korrupten Beamten, die Verschwendung und Veruntreuung von Aufbaugeldern reicher Staaten, die wiederholten Rückschläge, die Josua auf dem Weg zu seiner eigenen Kneipe erlebt – Torkler zeichnet ein glaubwürdiges Bild, das durchaus angelehnt an das ist, was für viele Menschen heute Alltag ist, wenn auch nicht in Mitteleuropa. Es braucht diese lange Vorgeschichte, um nachvollziehen zu können, weshalb Josua nichts mehr zu verlieren hat und die Flucht ergreift.

    Der Weg ist geprägt von allerlei Beschwerlichkeiten durch Witterung, Grenzzäune oder auch Polizisten, schnell schon lassen die ersten Weggefährten ihr Leben. Die Brutalität und Sinnlosigkeit, mit der auf die Geflüchteten eingeschlagen wird, lässt einem manchmal an der Menschheit zweifeln. Umgekehrt schildert Torkler aber auch Episoden von Hilfsbereitschaft und Unterstützung, subversivem Unterwandern der Gesetze und dem gemeinsamen Bewältigen der unmöglichen Situation. Es gab und gibt eben immer beides auf der Welt. Die finale Überquerung des Mittelmeers wird zum Höhepunkt, ein unberechenbares Glücksspiel, das man überlebt oder nicht und das selbst im ersten Fall kein Garant für eine glückliche Zukunft ist.

    Eine ungewöhnliche Geschichte von Flucht und Hoffnung auf ein besseres Leben. Das Buch ist ohne Frage politisch, stärker wiegt jedoch der menschliche Appel an das Verständnis für die Lage derjenigen, die ihre Heimat verlassen, weil es dort nichts mehr gibt, das sie hält. Niemand wird Zweifel daran hegen, weshalb Josua Brenner Berlin den Rücken kehrt. Warum kann man dieses Verständnis nicht auch in der Wirklichkeit aufbringen? Der ungehinderte Zugang zu wirtschaftlich und politisch stabilen Ländern kann nicht die Lösung sein, das geht auch aus „Der Platz an der Sonne“ hervor, denn eigentlich will niemand seine Heimat verlassen, sondern nur ein bescheidenes, aber sicheres Leben führen.

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    booklovingvor 2 Tagen
    (K)Ein Platz an der Sonne ?

    INHALT
    Berlin, 1978: Die Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik liegt in Trümmern, die Kinder klauen Kohlen und in der Politik geben sich die Halunken die Klinke in die Hand. In dieser Welt entfaltet sich die Lebensgeschichte von Josua Brenner - ein wagemutiger Tausendsassa, der sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Doch als ihn die Ereignisse überrollen, wird der Gedanke an eine Flucht ins reiche Afrika plötzlich real.
    Josua Brenner kennt sich aus im Leben der kleinen Leute. Im zerbombten Berlin fährt er Suppe aus, schachert auf dem Schwarzmarkt und holt sich Ratschläge fürs Leben bei Opa Lampbrecht. Eine Zeitlang scheint er die Nase vorn zu haben. Die Umstände sind ihm gewogen, seiner kleinen Familie geht es prächtig und auch die Geschäfte laufen gut. Die Strippenzieher in der Neuen Preußischen Republik versuchen zwar, ihm das Leben schwerzumachen, doch so leicht gibt Josua Brenner nicht auf. Ihn treibt ein unbezwingbarer Wille zum Glück, egal wie oft ihm der Teufel ins Handwerk pfuscht. Erst als es für ihn so richtig knüppeldick kommt, bricht er auf in Richtung Süden. Wie all die anderen vor ihm hat er vor allem ein Ziel: ein besseres Leben in einer besseren Welt.

    (Quelle Klappentext Klett-Cotta Verlag)

    MEINE MEINUNG
    „Der Platz an der Sonne“ ist das interessante Debüt des deutschen Schriftstellers Christian Torkler, der in seinem Roman die aktuelle Flüchtlingsproblematik aufgreift, diese dem Leser aber unter umgekehrten Vorzeichen aus einer erstaunlichen Perspektive heraus präsentiert.
    Torkler kreiert eine verdrehte, dystopisch anmutende Welt, die in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht ein Spiegelbild unserer Realität darstellt, in der Europa nach einem Dritten Weltkrieg den Status eines armen Entwicklungslands mit desolaten Verhältnissen zugeschrieben bekommt, während die afrikanischen Länder im Reichtum schwimmen und sich vor einem stetigen Flüchtlingsstrom mit Einreisebeschränkungen schützen müssen.
    Im Mittelpunkt des Romans steht der junge Ich-Erzähler und Protagonist Josua Brenner aus Berlin, dessen bewegende Lebens- und tragische Flüchtlingsgeschichte der Leser als nachträglich in Tagebuchform aufgezeichnete Erinnerungen liest. Geschickt verwendet der Autor für Josuas Bericht eine erstaunlich derbe, flapsige Sprache - die typische „Berliner Schnauze mit Herz“ und eine sehr nüchterne Sichtweise, die aber zu seinem Charakter und seiner Herkunft hervorragend passt. Auch wenn er insgesamt sehr wenig von seinen Gedanken und Emotionen preisgibt und seine Innenwelt sich mehr über sein Handeln erschließt, kann man sich in seine Beweggründe ganz gut hineinversetzen und beginnt ihn allmählich zu mögen. Im ersten Teil des Romans, der im heruntergekommenen, verarmten Berlin der „Neuen Preußischen Republik“ angesiedelt ist, lernen wir Josua in seinem Lebensumfeld kennen. Sehr detailliert und anschaulich führt uns der Autor einen beklemmenden Alltag vor Augen, der für die Bevölkerung geprägt ist von Hunger, Not, Willkür, Korruption, Hoffnungslosigkeit und Gewalt. Frustration, Verbitterung und Wut macht sich unter Menschen breit, denn trotz Regimewechsel ändert sich für sie kaum etwas. Fasziniert und voller Bewunderung begleiten wir Josua bei seinem unentwegten, mühevollen Kampf um ein bisschen Normalität und Glück. Auch nach privaten Verlusten, herben Rückschlägen und behördlichen Schikanen gelingt es ihm immer wieder Hoffnung zu schöpfen, sich nicht unterkriegen zu lassen und weiterzumachen – bis auch er nur noch die Flucht nach Afrika als Ausweg aus seinem Dilemma sieht.
    Im zweiten Teil begleiten wir Josua nun auf seiner gefahrvollen Flucht und durchleben an seiner Seite viele Rückschlägen, schockierende Erlebnissen und nur einige wenige berührende Momente. Dem Autor ist es in vielen Episoden gut gelungen, die langwierige, deprimierende und kräftezehrende Odyssee sehr eindringlich und anschaulich zu beschreiben. Josuas bedrückendes Einzelschicksal steht stellvertretend für die vielen tragischen Geschichten der Flüchtlinge aus Afrika, Syrien, Afghanistan, Irak und anderen Ländern, die tagtäglich ihr Leben geldgierigen, skrupellosen Schleppern anvertrauen müssen sowie Willkür, Ausbeutung und Hass ertragen müssen.
    Durch den sehr detaillierten Erzählstil mit vielen Wiederholungen von ähnlichen Szenen ist die Lektüre stellenweise leider etwas langatmig und ermüdend. Insgesamt hätte ich mir eine etwas straffe, poiniertere Handlungsführung gewünscht. Als etwas schade empfand ich es, dass der Autor seinem umgedrehten Weltengefüge nicht noch einen kleinen Überraschungseffekt hinzugefügt hat, um aus seinem interessanten Gedankenspiel noch deutlich mehr als eine reine Flüchtlingsgeschichte zu machen.

    FAZIT
    Ein bewegender Roman zur aktuellen Flüchtlingsproblematik mit einer genialen Ausgangsidee, deren Umsetzung mich aber mich völlig überzeugen konnte. Fesselnd geschrieben, aber leider mit einigen Längen!

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    StefanieFreigerichts avatar
    StefanieFreigerichtvor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Vertauschte Welten: Afrika ist reich und Fluchtziel, Deutschland arm. Leider sonst nicht mehr.
    „Was ist so falsch daran, wenn einer rauswill aus’m Dreck?“


    S. 478 „Was ist so falsch daran, wenn einer rauswill aus’m Dreck?“

    Nichts. Erst mal. 

    In Europa ging alles den Bach runter, in einer alternativen Entwicklung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs (warum und wie, wird erklärt). Afrika ist reich (warum und wie, aus all den Überresten der Kolonialzeit, der Zersplitterung - wird nicht erklärt). Josua Brenner lebt in Berlin - er ist Ich -Erzähler und schreibt auf, wie sein Leben in Berlin verlief, bis er dort genug hatte.

    Die Realität sieht unter anderem so aus: Wir kaufen in Europa vom Geflügel die zarten Teile, den Rest schaffen die Erzeuger gerne billig nach Afrika. Keine Chance für die heimischen Landwirte dort. Wir wollen Fisch - also wird mit riesigen Pötten vor Afrika gefischt und die heimischen Fischer müssen für immer weniger immer weiter raus. Wir schaffen da unseren Computerschrott hin, unsere Altautos (o.k., es gibt keine afrikanischen Autohersteller meines Wissens - aber wir diskutieren hier Schadstoffe und schaffen den Schrott weiter in die Welt??). Für Touristen wird in armen Ländern eine Parallelwelt geschaffen mit einheimischem Personal, aber nicht gerade betrieben von einheimischen Firmen. Dazu die Ausbeutung von Rohstoffen und seltsame "Entwicklungshilfe", die meist eher Subventionierung der jeweiligen Industrie der Länder ist, aus denen die Hilfe kommt. 

    Also sind "wir" nicht so ganz unbeteiligt daran, dass die Menschen z.B. in Afrika nicht gut leben können sprich: an den Flüchtlingsströmen. 

    Solche Hintergründe finde ich im Roman nicht - das halte ich aber für wichtig, es soll ja wohl eine Darstellung sein, die Afrika und Europa quasi vertauscht, uns den Spiegel vorhält.

    „Was ist so falsch daran, wenn einer rauswill aus’m Dreck?“ 

    Naja - im Buch haben nur die Schlepper etwas von dem Bestreben, aus dem Dreck heraus zu wollen. In der Realität immer auch die, aber sicher ebenso Organisationen, die Eingliederungs- und Sprachkurse anbieten, Privatleute, die teils Schrottwohnungen für Flüchtlinge herrichten, Obstplantagen im Süden mit Zuständen, die eher Sklaverei sind (ich rede NICHT von den freiwilligen Helfern). Keine Sprachkurse, keine Wohnungen sind auch keine Alternative. Aber so eine "Industrie" gab es schon mal, als man mit Verschrottungsprämien die Autoindustrie stützte (die haben das so in die Preise eingerechnet, dass man da ohne Verschrottung besser kein Auto kaufte) oder als man die Selbständigkeit förderte (Ich-AG, Gründungs-irgendwas - jede Menge Kurse rings um die Ämter, privat, aber quasi mit Job-Garantie). Ich finde die Ausbeutung gut dargestellt, aber längst noch nicht detailliert genug. Es gibt Leute, die haben ein Interesse daran, dass es Flüchtlinge gibt - das ist deren Geschäftsmodell!

    Für mich ist das Asylrecht unanfechtbar - es wurde nach WWII so geschaffen, weil Juden, die aus Deutschland flohen, häufig nirgendwo angenommen wurden.

    Im Buch geht es um Migration ohne Verfolgung - Torkel zeigt auf, wie mies die Ausnutzung unterwegs ist. Einverstanden - dagegen. Ich hatte vorher schon eine Reportage von der Behandlung von Flüchtlingen auf Obstplantagen im europäischen Süden gesehen - das ist Sklaverei, es gibt da nicht im Ansatz ausreichend Bekämpfung. Aber noch wichtiger wäre die Bekämpfung von Fluchtursachen. Was soll denn passieren, wenn primär die jungen Männer gehen? Wie sollen die am Ziel wirklich "ankommen"? Es gibt jetzt schon in Europa, im Osten, ganze Gegenden, da haben  die Eltern im "Westen" Arbeit und  die Kinder werden von Großeltern erzogen (in Afrika gab es das bislang "nur" bei AIDS-Waisen - wohin führt das noch "obendrauf"?).  Mit wem verhandeln unsere Regierungen in Ländern mit Korruption, wegen "der Stabilität"? Wie sollte Entwicklungshilfe stattfinden? Brauche ich T-Shirts für 2,-? Deutschland vergreist, braucht Fachkräfte - also ein "Brain-Drain" in den Herkunftsländern und noch mehr Fluchtgründe? Gegen das elendige Absaufen im Mittelmeer freie Flüge - und dann ist das Geschäftsmodell der Schlepper vielleicht Erpressung, "ich beschieße eure Flüge oder ihr zahlt", ähnlich der Piraterie vor Afrikas Küsten?

    (und nein, eine Lösungsidee habe ich nicht - nur Baby-Schritte, wie ein Verbot des Verkaufs von Kleiderspenden und Altkleidern nach Afrika oder die Fischerei zu verhindern, die Kleinfischern die Lebensgrundlage entzieht und eine Aufstockung von Entwicklungshilfe, ECHTE Unterstützung statt Hilfe von oben herab)
     
    Ich kann mich darüber hinaus insofern nicht mit Josua identifizieren, weil ich seinen Weggang nicht nachvollziehen kann (gefühlt hat der Autor so etwas geahnt und deshalb den Unfall mit Todesfolge eingebaut - interessant, dass der später unwichtig gewesen zu sein scheint). Josua wollte in Berlin mit den großen Hunden bellen - und musste dafür das Beinchen heben. Schutzgelderpressung kann einem Gaststättenbetreiber wohl leider auch heute begegnen, oder Anwohner klagen ihn zu. Der wäre ebenso im "realen" Deutschland verdammt naiv an die Sache herangegangen. Ich schaffe es nicht, mich in "seine Schuhe" zu stellen.
     
    Also: "guter Ansatz" (netter Ansatz, so weit hinunter würde ich nicht gehen). Ich fand die Flüchtlingsthematik in "Exit West" von Mohsin Hamid besser angedacht, geschickter im Fabulieren von Möglichkeiten, Wirkungen, Gefahren, Ideen. Mir geht Torkler nicht weit genug zu den Ursachen (gut ist hier "Das Meer" von Fleischhauer, allerdings eher ökologisch, nur zum Teil zu den Menschen), er geht mir nicht weit genug zu den Begleitumständen, der Bekämpfung von Flucht zuungunsten einer gewissen Naivität, die rein auf Sympathie abzielt. Herrje, muss man wirklich begründen und aufbauen wie im Buch, dass/damit man Sympathie, Mitgefühl mit jemandem empfindet, der alles hinter sich lässt, sein Leben riskiert? Mit einer Lösungsidee hatte ich auch nicht gerechnet, aber mit irgendetwas, was mir noch neu war. Der vorgehaltene Spiegel ist mir zu stumpf.

    Guter Ansatz, nicht ausreichend gut etwas daraus gemacht. 3 Sterne.

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    anna_mvor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Ein tolles Gedankenexperiment mit höhen und Tiefen, das man aber nicht unbedigt gelesen haben muss.
    Verkehrte Welt - Europa träumt vom Platz an der Sonne

    „Der Platz an der Sonne“ erzählt von einer Welt, in der die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Europa und Afrika in etwa den heutigen Gegebenheiten entsprechen, jedoch mit umgekehrten Vorzeichen. In dieser verkehrten Welt hat ein dritter Weltkrieg Deutschland und Europa in den Ruin getrieben und der Afrikanischen Union Wohlstand und Wachstum gebracht. Der Leser folgt dem Erzähler Josua Brenner von seiner Kindheit an und erfährt so sehr facettenreich, wie es sich in der Neuen Preußischen Republik, einem der neuen deutschen Kleinstaaten, lebt und leidet, bis Josua beschließt nach Süden zu ziehen, um sein Glück an einem Platz an der Sonne zu suchen.

    Der erste Teil des Romans spielt in einem noch vom Krieg gezeichneten Berlin. Josua arbeitet neben der Schule und nimmt später verschiedene Jobs an, um ausreichend Geld für sich und später auch seine junge Familie zu verdienen. Er versucht, Erfolg zu haben und hat einen starken Willen, wenn es darum geht, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Dabei wird hervorgehoben, wie korrupt die Kaste der Politiker und das Beamtentum der Republik sind.
    Die Flucht gen Süden nimmt den zweiten Teil des Buches ein und Josua berichtet über seine Reise, mit vielen Zwischenstopps, hilfsbereiten Menschen, gewalttätigen Polizisten und der italienischen Mafia. Ob er es schafft, sein Ziel in Afrika zu erreichen und dort glücklich zu werden, muss ich an dieser Stelle offen lassen, denn ich möchte das Ende nicht vorweg nehmen.

    Das Buchcover hatte mich auf den Roman aufmerksam werden lassen und der Titel, der auf die Kolonialpolitik des deutschen Kaiserreichs anspielt, weckte zusammen mit dem Klappentext mein Interesse. Der sonnengelbe Einband ist sehr hübsch und mir fehlte nur noch ein Bändchen als Lesezeichen.

    Ich finde die Idee hinter dem Buch sehr schön und denke, dass Christian Torkler auch viele Leser dazu bringen wird, über aktuelle Fluchtursachen nachzudenken. Denn Josua flieht nicht vor dem Krieg, sondern vor der Perspektivlosigkeit. Dabei wird einem schnell klar, dass unser Wohlstand nicht selbstverständlich und auch vergänglich ist. Allerdings muss ich sagen, dass ich von dem Buch etwas enttäuscht wurde, denn der Autor hätte mehr daraus machen können. Das Gedankenspiel rund um die Vertauschung von Nord und Süd hätte noch weiter gesponnenen werden können.
    Leider bin ich auch mit der Stimme des Erzählers nicht warm geworden. Josua Brenner verfasst seine Geschichte selbst und verwendet in dieser Autobiographie seine eigene Sprache. Sie soll authentisch sein, war mir manchmal aber etwas zu viel des Guten. Der Stil ist folglich sehr umgangssprachlich und enthält viele Redewendungen und auch recht derbes Vokabular, das sich teilweise wiederholt. Die Oralität der Erzählung wird gut eingefangen, denn Josua wechselt das Tempus, wie es ihm passt, als würde er tatsächlich mit jemandem sprechen. Was bei einer Unterhaltung nicht stört und nur natürlich ist, hat mich auf die Dauer im Buch etwas gestört. 

    Beispiel: „Wir wollten gerade los, da klopft es an der Tür. - Josua, sagt mein Muttchen, geh du mal. Ich trottete zur Tür, mach auf und draußen steht Onkel Werner." (S.26)

    Hier haben wir auch eines der Wörter, die mir auf die Dauer auf die Nerven gingen: „Muttchen“, vermutlich eine Art Berliner Dialekt, ob tatsächlicher oder fiktiver, weiß ich nicht, aber es hörte sich in meinen Ohren sehr abwertend an.
    Es gibt aber auch einige Stellen, die zum Schmunzeln einladen und den Leser etwas von Josuas Charme ahnen lassen.

    Beispiel: „Am 27. März 2000 ist Opa Lamprecht gestorben. (...) Der Trauergottesdienst fand in der Kirche statt und die war gerammelt voll. Opa Lamprecht kannte Gott und die Welt. Die halbe Welt war gekommen und Gott auch." (S. 121)

    Es wird aus der ersten Person erzählt, was auf der Hand liegt, da Josua selber schreibt. Allerdings frage ich mich, wieso der Autor diese Perspektive gewählt hat, denn Josuas Gefühle bleiben größten Teils im Verborgenen. Angesichts der schweren Entscheidung, Berlin und damit seine Heimat zu verlassen sowie während der Strapazen der Flucht – nur äußerst selten gewährt der Autor Einblick in Josuas Gefühlswelt, was mich stutzig machte und den Protagonisten auch leider sehr unnahbar machte. Keine Zweifel, keine Hoffnung, keine Fragen. Und gerade Flüchtlinge unter sich müssten sich doch austauschen über ihre Ziele, die beste Route, Erfahrungen etc. Manchmal selbst über Sprachbarrieren hinweg. Das hat mir hier sehr gefehlt. Es geht mehr um die Fakten, gerade im zweiten Teil des Buches kann man über lange Strecken sagen, dass es sich um eine Aneinanderreihung von Reiseetappen handelt, die sich ähneln. Das spiegelt zwar einerseits die zurückgelegte Strecke wider, zieht die Handlung aber auch in die Länge. 

    Ein anderer inhaltlicher Kritikpunkt, den ich hervorheben möchte, ist das Prinzip Zufall. Denn obwohl Josua Berlin verlassen will, schiebt er die Flucht immer weiter vor sich her und es ist schließlich ein zufälliges, wenn auch verhängnisvolles Ereignis, dass ihn aufbrechen lässt. Auch später gelingt es ihm nur durch reinen Zufall, sich noch einmal selbst aus dem Sumpf zu ziehen. Außerdem fällt es dem Leser manchmal schwer, in die Welt einzutauchen, die Torkler beschreibt, denn der technische Fortschritt hat Berlin nicht erreicht und das einzige Medium scheint das Radio zu sein. Von Fernsehern keine Spur, von Smartphones und Internet will ich hier gar nicht anfangen. Auch über die geschichtlichen und politischen Umstände wird der Leser erst spät aufgeklärt und muss zu lange im Dunklen tappen, was zum Beispiel die Grenzen der Neuen Preußischen Republik angeht.

    Wiederum gut gefallen hat mir im ersten Teil die Beschreibung von Josuas Arbeitsalltag. Manchmal fällt es schwer, sich nicht eine Stadt in Afrika vorzustellen, sondern im Kopf zu behalten, dass es Berlin ist. Das zeichnet den Autor aus, kann aber auch andersrum ausgelegt werden. Es zeigt dem Leser, wie fest Vorurteile bzw. die Realität in seinem Kopf verankert sind. Gut gefallen hat mir auch der Ausgang der Geschichte. 

    Mein Fazit fällt also recht durchwachsen aus und ich muss leider sagen, dass „Der Platz an der Sonne“ kein Buch ist, das man gelesen haben muss.

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    Buchinavor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Spannend und auch interessant, aber die grandiose Idee des Romans wurde nicht ausgenutzt.
    Grandiose Idee, die in den Hintergrund trat

    Die kurze Inhaltsangabe des Buches hat mich sofort fasziniert. Der Autor Christian Torkler hat eine fiktive Welt, die sehr an unsere Welt erinnert und doch ganz anders ist. Berlin ist weiterhin Hauptstadt, aber nicht von Deutschland, sondern der Preußischen Republik. Deutschland ist zerstückelt und arm. Es gibt eine kleine reiche Oberschicht und der Rest der Bevölkerung versucht mehr oder weniger über die Runden zu kommen. Protagonist Josua ist ein Antiheld, gehört eindeutig zu den Verlieren. Vater verschollen, wahrscheinlich tot. Seine Mutter versucht mit harter Arbeit ihn und seine Geschwister durchzubekommen. Josua will aber kein Verlierer sein und versucht alles, um sein Leben zu verbessern. Die Geschäfte laufen einigermaßen, er hat eine kleine Familie, aber ein schreckliches Ereignis zerstört alles und Josua will in den Süden, um dort endlich sein erträumtes Leben zu finden.

    Während der erste Hälfte des Romans in Berlin spielt und die täglichen Schranken, die der Staat den Menschen aufzeigt, sehr genau beschrieben werden. Ich wurde oft an das Leben in der DDR erinnert. Die zweite Hälfte dreht sich um die gefahrvolle Flucht von Josua in den Süden. Die Flucht war wirklich sehr spannend beschrieben. Ich hatte richtig mitgelitten, als Josua immer wieder vom Pech verfolgt wird, aber dann auch wieder unsagbares Glück hat.

    Aber trotz gewählter Ich-Perspektive fiel es mir schwer Zugang zu Josua zu finden. Ihm fällt es sehr schwer Emotionen zu zeigen. Ob es eine Form von Schutz ist vor den schrecklichen Ereignissen, die ihn treffen? Jedenfalls fehlten mir ein wenig die Emotionen. Die Idee, die Machtverhältnisse in diesem Roman umzukehren, also das Afrika, der erfolgreiche Kontinent und Europa der Verlierer fand ich sehr spannend. Leider gibt es wenige Hintergrundinformationen vom Autor, wie und warum es sich so entwickelte. Es ist eine einfache Umkehrung unserer heutigen Gesellschaft, ohne tiefer darauf einzugehen oder zu differenzieren. Ich habe einfach etwas anderes erwartet. Der Autor selbst in der DDR aufgewachsen, lange in Tansania gelebt und studierter Kulturwissenschaftler habe ich mehr Differenziertheit erwartet. Die Fluchtursachen, die Flucht selbst und auch das Ende sind nicht wirklich neu. Dadurch, dass der Hintergrund für mich so nebulös bleibt, unterscheidet sich dieses Buch für mich nicht wirklich von anderen Romanen über Flucht. Das heißt nicht, dass ich mit dem Protagonisten nicht mit fiebere, aber ich denke, er hat Potential verschenkt. Denn wenn er das Thema warum seine Welt ist wie sie ist, stärker hervorgehoben hätte, wäre vielleicht die Erkenntnis größer, dass es einen selbst nur so gut geht, weil es anderen schlecht geht. Schade, für mich hatte die Idee so viel Potential, was verschenkt wurde.

    Kommentare: 1
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    Nenaties avatar
    Nenatievor 8 Tagen
    Der Platz an der Sonne

    Meinung
    Ein sehr interessantes Gedankenspiel, was wäre wenn es nach dem zweiten Weltkrieg anders gelaufen wäre? Wenn nach der Niederlage Deutschlands die Kämpfe trotzdem weiter gegangen wären? Die Umsetzung von war leider nicht ganz so interessant, ich hätte mir aber mehr Informationen gewünscht wie es so kommen konnte. Es gibt ein paar Anspielungen wie die alternative Geschichte verlaufen sein könnte aber konkret wird es nicht.

    Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten geht es um Josuas leben vor der Flucht. Sein Kampf um seine Zukunft, den Wunsch seine Träume zu verwirklichen um dabei immer wieder Steine durch das korrupte und kaputte System vor die Füße geworfen zu bekommen. Josua ist ein Kämpfer der viele Rückschläge irgendwie verkraftet und immer wieder aufsteht, bis es ihm dann reicht und er die Flucht wagt. In ein besseres Lebens, ins reiche Afrika. Der zweite Teil handelt dann von dieser Flucht. Dieser Teil war spannender aber auch echt frustrierend. Josuas Reise ist gut beschrieben und wahrscheinlich sehr viel autenthischer als sie scheint, auch wenn die Welt eine alternative Geschichte hat. Auf der Flucht ist er immer wieder den Schleppern und anderen Menschen einfach ausgeliefert, es gibt gute und viele schlechte Momente aber irgendwie versucht man durchzuhalten. Die Flucht an sich wurde aber leider irgendwann sehr eintönig da immer nach dem gleichen Muster vorgegangen wird. Hier ein netter Mensch der Josua hilft, dann wieder jemand der ihn gnadenlos ausbeutet. Immer abwechselnd. Und wenn es sehr aussichtslos erscheint kommt doch spontan ein Ausweg und es geht weiter. Aber die Geschichte regt auch sehr zum nachdenken an. Wie schnell sich ein Leben ändern kann.

    Die Charaktere waren sehr austauschbar und stereotyp. Und leider durch Brenners sehr sachlichen Beschreibungen auch nicht wirklich greifbar. Es war fast egal was mit ihnen passiert, sie waren einfach da. Und was mich ebenfalls sehr gestört hat: Es gibt kaum Frauen in der Geschichte und wenn sind es nörgelnde Ehefrauen. Sehr schade und nervig.

    Die Idee an sich fand ich, wie gesagt, sehr spannend. Die Art die Geschichte zu erzählen nicht. Josua sitzt in einer Zelle und schreibt seine Geschichte auf. Sehr sachlich und sehr emotionslos. Leider geht dadurch auch viel Verloren, vor allem Informationen. Und es ist auch sehr anstrengend diesen sachlichen berichtenden Stil zu lesen. Es kommen kaum Emotionen rüber.
    Am Ende weiß ich nicht so recht was ich von "Der Platz an der Sonne" halten soll. Die Idee ist gut aber die Umsetzung hat mich nicht so ganz überzeugt. Und was genau Christian Torkler nun mit seinem Roman eigentlich sagen möchte ist mir leider auch nicht so ganz klar geworden. Insgesamt ist das Buch eine Mischung aus alternativer Geschichte, Roadmovie, Lebensgeschichte und Flüchtlingsdrama, von allem ein bisschen. Ich schwanke sehr zwischen 3 und 4 Sternen.

    Danke an Klett und Netgalley für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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    frenx1s avatar
    frenx1vor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Alternative Weltgeschichte: Josua kriegt im verarmten Deutschland keinen Fuß auf den Boden und flüchtet ins reiche Afrika...
    Auf der Suche nach dem kleinen Stück vom Glück

    Was für eine tolle Idee, dachte ich mir, als ich den Klappentext las. Was für eine schlechte Umsetzung, dachte ich mir, während ich das Buch las. Was will mir das Buch sagen, dachte ich mir, als ich das Buch fertig gelesen hatte. „Der Platz an der Sonne“ von Christian Torkler lässt mich zwiegespalten zurück.

    Die Handlung ist schnell umrissen: Josua kriegt im zerstörten Deutschland der 1980er Jahre keinen Fuß auf den Boden. Deshalb will er ins reiche Afrika, das als Gewinner eines langen zermürbenden Krieges emporstieg, um sein Glück zu machen. So berichtet der erste Teil des Buches vom Steh-auf-Männchen Josua, das es trotz aller widrigen Umstände, trotz aller Korruption, schafft, seine eigene Bar aufzumachen, während der zweite Teil die zermürbende Flucht nach Afrika schildert.

    Die Utopie, die Christian Torkler hier aufmacht, hat zunächst ihren Reiz. Was wäre, wenn nach der Niederlage Deutschlands weitergekämpft worden wäre. Wenn die Weltmächte sich aneinander zerrieben hätten. Wenn dadurch Afrika der Aufstieg zur Weltmacht ermöglicht worden wäre. Allerdings begnügt sich Torkler in seinem Buch mit einigen wenigen Anspielungen; die alternative Weltgeschichte, die er aufmacht, bleibt weitestgehend im Dunkeln. Das ist nicht nur schade, sondern enttäuschend, weil man beim Lesen immer auf die genaueren Hintergründe wartet.

    Gelungen hingegen ist, wie Torkler die Situation beschreibt, in der Josua leben muss. Überall Willkür, Machtmissbrauch, Korruption. Man bekommt als Leser irgendwann zu viel davon, und so ergeht es auch Josua. Immer mehr hat er die Schnauze voll vom tristen Leben in Deutschland. Genauso gelungen ist auch die Beschreibung der Flucht: Josua wird zwar immer wieder geholfen, doch seinen Schleppern ist er willkürlich ausgeliefert, wird sogar eine Zeitlang versklavt. Wer da Freund, wer Feind ist: es ist kaum zu erkennen.

    Nicht sehr geglückt finde ich die Art und Weise, wie erzählt wird. Dass Josua seine Geschichte selbst aufschreibt, während er im Gefängnis sitzt, führt letztlich dazu, dass man zu Josua als Leser keine emotionale Bindung aufbaut. Josua berichtet, erzählt nüchtern und sachlich. Und wenn Josua nach dem Tod seines Sohnes in den Alkoholismus abdriftet, erfährt man das nur am Rande. Ebenso beiläufig sind die Wendungen des Romans: die Auseinandersetzung mit einem Taxi-Passagier und die Rettung eines Mädchens lassen die Handlung weitergehen. Das war mir etwas zu viel deus ex machina.

    Die Zweiteilung des Romans finde ich irgendwie nicht gelungen. Was vor der Flucht passiert, ist plötzlich völlig unwichtig, man kann es als Leser ad acta legen und sich auf neue Begegnungen, auf neue Menschen einlassen. Wenn es darum gehen soll, wie jemand verzweifelt sein Glück sucht, dann passt das, dann sind das zwei Seiten einer Medaille, aber als Leser hätte ich mir da etwas anderes gewünscht. Zumindest ein paar rote Linien, eine Entwicklung hin zur Flucht statt eines plötzlichen Aufbruchs. Zwischen den Teilen besteht für mich kein richtiger Zusammenhang.

    Das andere, was mich an dem Buch kolossal stört, ist die Sprache. Es gibt fast keine Seite in diesem Buch, auf der nicht irgendein Gespräch wiedergegeben wird. Letztlich schlittert die Handlung von Begegnung zu Begegnung, und das tut dem Roman nicht gut. Torklers Schreibstil hat nichts Fesselndes an sich. Er schreibt nüchtern, viel zu nüchtern, berichtend. Hinzu kommen sehr plumpe Versuche, die Situation sprachlich widerzuspiegeln. Da wird ständig vom „Fraß“ gesprochen, den es zu essen gibt, dann wiederum wird die fehlende Bildung der deutschen Bevölkerung  während der Reise immer wieder plump durch Wortspiele angesprochen (die Landschaft heißt ähnlich wie Apfelsine – aha…).

    Richtig klar geworden ist mir nicht, was Christian Torkler mit seinem Buch erreichen will: will er eine alternative Weltgeschichte durchspielen?  – dann wäre das Buch ob der geringen Hintergründe schlichtweg peinlich. Will er Sympathie für Flüchtlinge wecken? – dann hätte das Buch nicht so emotional verkorkst sein dürfen. Will er die Geschichte eines kleinen Mannes erzählen, der einfach nur auf der Suche nach einem Stück vom Glück ist? – dann hätte es einer stärkeren Akzentuierung bedurft.

    Was übrig bleibt ist ein Buch, das interessante Seiten hat, mich aber letztlich nicht überzeugen konnte.

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    Marapayavor 13 Tagen
    Der Sonne entgegen

    Ich bin in einem Land geboren, dass es nicht mehr gibt. Sicher, die Orte sind noch alle da, teilweise auch die Menschen, aber das Land mit seiner Regierung und seinem System gibt es nicht mehr. Davon habe ich als kleines Kind auch gar nicht so viel mitbekommen. Aber die Veränderungen nach dem Ende der Republik sehr wohl. Sie dauern bis heute an und sind immer noch Thema, auf beiden Seiten, wenn auch in unterschiedlichen Akzenten und obwohl es die Seiten nicht mehr gibt und wir nun in ganz Deutschland eigentlich einen Platz an der Sonne haben. Und diesen sonnigen Platz wollen wir nicht verlieren, besonders die nicht, die sowieso schon im Halbschatten sitzen. Wenn Menschen anderer Länder in unser Land strömen, dann könnte es eng werden und man wird vielleicht abgedrängt, ins Dunkle, sieht die Sonne nicht mehr. Das ist eine diffuse abstrakte Angst, gegen die man gar nicht gut ankommt und die man nicht gut aushalten kann. Am besten man lässt einfach niemanden von außen mehr rein, macht die Schotten dicht, zieht die Mauern hoch, fängt jeden ab und schickt in wieder zurück. Die Sonne ist doch nicht für alle da.

    Christian Torkler ist auch in dem Land geboren, dass es nicht mehr gibt. Und er hat Verwandtschaft, die Jahrzehnte früher ihre Heimat aufgeben mussten, weil ihr Grund und Boden an ein anderes Land übergangen ist. Dort nun andere Nationalitäten leben. Fängt man überhaupt einmal damit an, ist man ganz schnell in der europäischen Geschichte angekommen und verliert ruckzuck den Faden, wer wann welches Gebiet von wem wie erobert, verloren, gewonnen, verzockt hat. Geschichten um Flucht und Vertreibung sind so alt, wie die Menschheit selbst. Wir in der Sonne möchten daran aber lieber nicht so oft denken. Denn uns geht es gut. Daher hat sich Torkler ein Gedankenspiel überlegt. Er verändert ein historisches Detail der deutschen Nachkriegsgeschichte und schon sehen wir Leser uns mit einer ganz neuen Weltgeschichte konfrontiert. Kein Frieden nach 1945, erst Anfang der 60er Jahre ist man des Kämpfens allmählich müde. Das Land ist mehrfach geteilt, der Freistaat Bayern hat endlich wieder seine Unabhängigkeit. Doch Europa wurde aufgerieben im Machtkampf zwischen Ost und West, während sich Afrika entwickeln durfte und nun vorn an der Spitze steht. Es ist das gelobte Land, wer als Europäer irgendwie sein Glück machen will, der versucht auf den afrikanischen Kontinent zu kommen. Und so präsentiert uns Torkler einen Ich-Erzähler, der im einfachen Berliner Singsang in der ersten Hälfte des Romans von den prekären, ungerechten, korrupten Verhältnissen in der Neuen Preußischen Republik berichtet und sich nach allerlei persönlichen Tragödien in der zweiten Hälfte auf den Weg ins gelobte Land macht. Ein Preuße auf der Flucht nach Afrika.

    Es ist die Grundidee des Autors, die mich neugierig auf sein Buch werden ließ. Ein anderes Deutschland. Ein armes, geteiltes, undemokratisches Land, dass Entwicklungshilfe aus Afrika erhält. Ja, ich war auch interessiert an der Flucht, den Umständen, der Hoffnung, den Möglichkeiten. Doch Torkler hat keinen Plan B im Gepäck. Er dreht nur die Verhältnisse um, tauscht die Seiten, lässt die Europäer auf dem Mittelmeer in ihren überfüllten Hochsee untauglichen Booten ertrinken, sie jede hart erarbeitete Mark dem Schlepper in den Rachen werfen, der sie vielleicht über die Grenze bringt und sie dann dort an die Grenzer verrät und doppelt kassiert. Die Lebensumstände sind bitter und die Fluchtgeschichte eine typische Erzählung über Flucht. Soll sie mich (mehr) berühren, weil der Protagonist mein Landsmann ist oder will mir der Autor einfach nur aufzeigen, wie viel Glück ich hatte, auf der sonnigen Seite auf die Welt gekommen zu sein? Darüber bin ich mir bewusst. Ziemlich klar sogar, gerade auch weil es mein Geburtsland nicht mehr gibt. Ich stimme Juli Zeh zu, die auf dem Klappentext zitiert wird: „Nicht wer wir sind, entscheidet über unseren Platz in der Welt, sondern wo wir geboren werden.“ Doch zu dieser Erkenntnis braucht es für mich nicht den Roman von Christian Torkler, sondern dazu reicht selbst der flüchtigste Blick aufs aktuelle Weltgeschehen. Was uns fehlt, ist der Plan B. Wie bekommen wir, die Menschheit, es endlich fertig, dass für jeden von uns die Sonne scheint?

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    Andrea-Karminrotvor 16 Tagen
    Kurzmeinung: Der blick verändert sich nach diesem Buch.
    Empfehlenswert

    Frieden und Wohlstand

    Wärst du bereit, alles stehen und liegen zu lassen, deine Familie zurück zu lassen und dich zu Fuß über die Alpen zu machen? Dir einen Platz an der Sonne (also Frieden und Wohlstand) zu suchen? Was muss geschehen, damit du dich ins Ungewisse aufmachst. Vor solchen Fragen stehen wir in unserem schönen Land nicht, in dem die "Sonne" überall scheint. Aber wie ist es, wenn man nichts hat und ständig strampeln muss, um den Kopf über Wasser zu halten? Begreifen wir überhaupt, was ein Flüchtiger durchmacht?

    Christian Torkler zieht seinen Roman sozusagen verkehrt herum auf. Sein Josua Brenner lebt in einem katastrophalen Berlin. Trotzdem Josua alles tut, um ein adäquates Leben führen zu können, werden ihm immer wieder massive Steine in den Weg gelegt. Es ist ein einfacher Trick des Autors, unseren Blick auf unser eigenes Land zu lenken, dafür aber sehr effektvoll. Du begreifst die Beweggründe des Flüchtenden ganz anders. Es ist näher, dichter, denn der Hauptakteur will ja aus deiner/unserer Heimat weg. Einer Heimat, die es nicht wert ist zu bleiben. Aber was treibt einen denn nun aus seiner Heimat? Wie ergeht es einem dann, wenn man auf der Flucht ist. Kann man jedem trauen? Wohin führt es, sein Leben hinter sich zu lassen, so ganz ohne Papiere.

    worum geht es 

    Der Krieg in Deutschland war 1945 zwar vorbei, aber die Alliierten konnten sich über die Verteilung der Länder nicht einig werden. So kam es zu den nächsten Kriegen, die Deutschland komplett in Schutt und Asche legten und das Land in verschiedene (korrupte) Einzelländer, aufteilten. In dem maroden und herunter gekommenen Berlin wird Josua 1978 geboren. Er kennt es nicht anders, bequem und einfach gibt es nicht. Der Junge bekommt eine mäßige Schulbildung und nur weil seine Mutter nicht dazu in der Lage ist, ihm das Gymnasium zu bezahlen, muss Josua mithelfen, den Rest der Familie durchzufüttern. Josua macht einfach alles. Er ist sich für nichts zu schade. Nur auf zwielichtige Dinger, lässt er sich nicht ein.

    Josua ist ein Machertyp. Er hat Ideen, die ihn vorwärtsbringen sollen. Ihm ein Leben ermöglichen sollen, das annehmbar ist. Aber das Schicksal hat einen anderen Plan. Er verliert, was er sich aufgebaut und was er geliebt hat. Josua sieht in der korrupten „Neuen preußischen Republik“ keinen Sinn mehr, so dass er sich entschließt, einen Neuanfang in den reichen afrikanischen Ländern zu machen. Aber dazu müsste er erst einmal dorthin gelangen. Es ist ein gefährliches Unterfangen und oft genug weiß Josua, dass es nicht richtig ist. Natürlich hat er keine Papiere, was alles nur noch schwieriger macht.

    Am Anfang des Buches sitzt Josua in einem vergitterten Raum. Er soll seine Geschichte aufzuschreiben. Und genau so liest sich die Geschichte dann auch. Josua ist ein einfacher Mann, der mit der Berliner Kodderschnauze sein Leben meistert. Im Grunde hat er nichts zu verlieren und keine Ahnung, was ihn auf dem andern Kontinent erwartet. Nur die Hoffnung, dass es ihm in dem reichen Afrika besser ergehen könnte. Er erwartet nicht einmal viel. Und Arbeiten, das kann er.

    Mich hat dieses Buch begeistert. Die einfache Sprache und die Art, wie der Debütant Christian Torkler, die Geschichte aufzieht, haben mich in ihren Bann gezogen. Langsam und nur bruchstückhaft erfährt man von der Missere, die in Deutschland nach dem so und so vielten Krieg herrscht. Nur langsam begreift man, in welchen Verhältnissen die Menschen leben, die nicht zur Elite der Bevölkerung zählen. Ich hatte immer das Gefühl, ganz dicht an der Hauptfigur Josua dran zu sein. Ein Buch, das ich am liebsten jedem empfehlen würde, der gegen Flüchtige und Migration steht. Aber natürlich auch allen Anderen.

    Christian Torkler
    Verlag Klett-Cotta
    ISBN 978-3-608-96290-1

     



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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    elane_eodains avatar
    Ein neues Jahr, in dem wir gemeinsam deutschsprachige Debütautorinnen und -autoren und ihre Bücher entdecken können!
    Ich bin es wieder, die Debüttante. ;-) und möchte wieder mit Euch gemeinsam Debütautoren entdecken, zusammen ihre Bücher lesen, rezensieren und - wenn sie uns gefallen - weiterempfehlen. Bei den vielen Neuerscheinungen in jedem Jahr haben es deutschsprachige Debütautoren schwer sich zwischen Bestsellerautoren und Übersetzungen durchzusetzen. Wir können uns ganz bewusst gemeinsam daran versuchen das zu ändern und entdecken sicher wieder besondere Buchperlen!

    Ablauf der Debütautorenaktion:

    Es geht darum, möglichst viele Bücher deutschsprachiger Debütautoren zu lesen, also Bücher von Autoren, die erstmalig zwischen 1. Januar 2018 und 31. Dezember 2018 ein Buch/einen Roman (in einem Verlag) veröffentlichen.
    Von Seiten des lovelybooks-Teams werden wieder Leserunden und Buchverlosungen gestartet, die die Kriterien erfüllen, und auch Verlage und Autoren werden sicher wieder aktiv sein. Außerdem dürft Ihr selbst gerne Vorschläge machen.

    Begriffsdefinition: 'Debütautor/in' ist, wer bisher noch kein deutschsprachiges Buch veröffentlicht hat und im Jahr 2018 nun das erste Buch erscheint, dabei zählen sowohl Verlags- als auch Eigenveröffentlichungen.
    Ausnahmen bilden Romandebüts, das erste Buch in einem Verlag sowie das erste Buch unter dem eigenen Namen oder einem neuen Pseudonym, diese zählen ebenfalls. Keine Ausnahme wird gemachen, wenn der Erscheinungstermin vor 2018 lag.
    Wichtig:
    Alle Bücher, die im Debütjahr der Autorin/des Autors erscheinen, sind dabei. Das heißt, es können auch mehrere Bücher einer Autorin/eines Autors zählen, nicht nur das erste Buch. Es zählt also das gesamte Debütjahr der Autorin/des Autors.


    Ziel ist es 15 Bücher von Debütautoren bis spätestens 25. Januar 2019 zu lesen und zu rezensieren.


    Wie kann man mitmachen?

    Schreibt hier im Thread "Sammelbeiträge" einen Beitrag, dass Ihr mitmachen möchtet. Ich verlinke dann Euren Sammelbeitrag unter Eurem Mitgliedsnamen in der Teilnehmerliste. Bitte nutzt dann diesen von mir verlinkten Sammelbeitrag, um Euren Lesefortschritt mit allen Rezensionen von gelesenen Debüts festzuhalten, haltet diesen aktuell, denn nur anhand dessen aktualisiere ich wiederum die Liste. Die Teilnehmer- und die Punkteübersicht werde ich in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Wenn ich eine Aktualisierung durchgeführt habe, weise ich mit einem neuen Beitrag darauf hin.

    Informationen/Regelungen:

    • Ihr könnt Euch ab sofort hier für die Aktion anmelden, aber auch ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich.
    • Es wird über das Jahr verteilt Leserunden und Buchverlosungen geben, bei denen Ihr Bücher gewinnen könnt, die hier zur Debütautorenaktion zählen. Somit kann sich ein Einstieg jederzeit noch lohnen. Natürlich könnt Ihr Euch die Bücher aber auch selbst kaufen oder anderweitig beschaffen, die Teilnahme an Leserunden/Buchverlosungen o. ä. ist nicht verpflichtend.
    • Eine Leserunde/ Buchverlosung o. ä. mit Beteiligung der Autorin/des Autors ist keine Bedingung, das heißt alle deutschsprachigen Debütbücher bzw. alle Bücher im Debütjahr der Autorin/des Autors, die in einem Verlag erschienen sind, zählen
    • Auch Debüts von 'Selfpublishern' zählen dazu. Das heißt, dass auch Debütautoren mit ihren Büchern zählen, die nicht in einem Verlag veröffentlichen. Für mich heißt das in der Organisation mehr Aufwand, da mehr Autoren und Bücher zu berücksichtigen sind, aber ausschließen ist doofer! ;-)
    • Hörbücherversionen der Bücher zählen ebenfalls.
    • Es ist nicht schlimm, solltet Ihr Euch für die Aktion anmelden und am Ende keine 15 Bücher schaffen. Ziel ist es doch vor allem tolle neue Autoren und Bücher kennen zu lernen.
    • Unter allen, die es schaffen 15 Bücher deutschsprachiger Debütautoren im Jahr zu lesen/zu hören und zu rezensieren, wird am Ende eine kleine Überraschung verlost, gesponsert von lovelybooks.
    • Bitte listet wirklich nur Rezensionen zu den an diesen Beitrag angehängten Büchern auf. Wenn Ihr eine/n Debütautor/in entdeckt, der/die hier noch nicht gelistet ist, aber zu den Bedingungen passt, schreibt mir bitte eine Nachricht und ich überprüfe das. Die Rezensionslinks aber bitte erst auflisten, wenn meine Zusage gemacht ist bzw. der/die Autor/in und die entsprechenden Bücher im Startbeitrag angehängt sind.
    • Habt bitte Verständnis dafür, wenn meine Antwort auf eine Anfrage mal etwas länger dauert. Ich betreue diese Aktion in meiner Freizeit und habe dementsprechend nicht jeden Tag ausreichend Zeit, um sofort zu reagieren. Aber ich gebe mir Mühe, versprochen!
    • Und noch einmal: Sollte ich Debütautoren, ihre Bücher, Leserunden oder Buchverlosungen übersehen, die hier eigentlich zählen müssten, dann habt bitte Nachsicht und weist mich einfach im passenden Bereich darauf hin. Wenn es passt, werde ich sie an den Starbeitrag anhängen bzw. die Aktion verlinken. Jede Unterstützung dahingehend ist mir sehr willkomen!
    Ich wünsche uns allen wieder viel Spaß & Freude beim Entdecken neuer Autoren und ihren Büchern, sowie beim gemeinsamen Plaudern & Weiterempfehlen! :-)
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    Aktuelle Leserunden & Buchverlosungen:

    (HINWEISE: Zur besseren Übersicht lösche ich ältere Links nach und nach, alle Bücher bleiben aber unten angehängt, so dass man mit einem Klick auf ein Buch auch leicht die dazugehörige Lese-/Fragerunde/Verlosung finden kann. Die Angaben zur Bewerbungsfrist sind ohne Gewähr.)
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    Es zählen ausschließlich Bücher, die an diesen Beitrag angehängt sind bzw. im Laufe des Jahres angehängt werden, sowie die jeweiligen Hörbuchversionen davon, soweit vorhanden
    .
     
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    Für Autorinnen & Autoren:

    Du bist Autorin/Autor und veröffentlichst in diesem Jahr dein erstes Buch? Du möchtest dich an der Debütautorenaktion beteiligen?
    Dann schreib bitte eine Mail an Daniela.Moehrke@aboutbooks.de für weitere Informationen!
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    PS: Natürlich darf hier im Thread munter geplaudert werden, dazu sind alle Leserinnen, Leser und (Debüt-)Autoren herzlich eingeladen.  
    elane_eodains avatar
    Letzter Beitrag von  elane_eodainvor 9 Stunden
    Nehme ich gleich mit auf. Danke!
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    abas avatar

    "Hier ist der Preußische Rundfunk, wir unterbrechen das laufende Programm für eine Sondersendung"

    Stellt euch eine Welt vor, in der die Flüchtlinge aus einem Land namens Neue Preußische Republik kommen und deren ersehntes Ziel Afrika ist. Für seinen Debütroman "Der Platz an der Sonne" wählte Christian Torkler ein ganz besonderes Szenario. Aber wie unwahrscheinlich ist dieses Gedankenspiel wirklich? Begleitet Josua Brenner auf ein Abenteuer in einem Deutschland, welches ihr so nicht kennt ...

    "Der Platz an der Sonne" ist unser siebter Titel im LovelyBooks Literatursalon!

    Wenn ihr zusammen mit Josua die Neue Preußische Republik entdecken wollt, dürft ihr diese Leserunde auf keinen Fall verpassen.

    In unserem LovelyBooks Literatursalon erwarten euch weitere literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben!

    Zur Handlung
    Berlin, 1978: Die Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik liegt in Trümmern, die Kinder klauen Kohlen und in der Politik geben sich die Halunken die Klinke in die Hand. In dieser Welt entfaltet sich die faszinierende Lebensgeschichte von Josua Brenner – ein wagemutiger Tausendsassa, der sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Doch als ihn die Ereignisse überrollen, wird der Gedanke an eine Flucht ins reiche Afrika plötzlich real.
    Josua Brenner kennt sich aus im Leben der kleinen Leute. Im zerbombten Berlin fährt er Suppe aus, schachert auf dem Schwarzmarkt und holt sich Ratschläge fürs Leben bei Opa Lampbrecht. Eine Zeitlang scheint er die Nase vorn zu haben. Die Umstände sind ihm gewogen, seiner kleinen Familie geht es prächtig und auch die Geschäfte laufen gut. Die Strippenzieher in der
    Neuen Preußischen Republik versuchen zwar, ihm das Leben schwerzumachen, doch so leicht gibt Josua Brenner nicht auf. Ihn treibt ein unbezwingbarer Wille zum Glück, egal wie oft ihm der Teufel ins Handwerk pfuscht. Erst als es für ihn so richtig knüppeldick kommt, bricht er auf in Richtung Süden. Wie all die anderen vor ihm hat er vor allem ein Ziel: ein besseres Leben in einer besseren Welt. Wunderbar leichtfüßig erzählt Christian Torkler von einem modernen Helden, der sein Schicksal herausfordert und sich niemals geschlagen gibt.

    Zum Autor
    Christian Torkler, geboren 1971 in Greifswald, wuchs im Pfarrhaus auf. Das und die unerschöpflichen Erzählungen der ostpreußischen Verwandten haben ihn früh geprägt. Er hat in Berlin Theologie, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Von 2002 bis 2009 hat er in Dar es Salaam, Tansania, gelebt und von dort aus den Kontinent bereist. Seit einigen Jahren lebt und schreibt er in Berlin und Phnom Penh, Kambodscha. "Der Platz an der Sonne" ist sein erster Roman.

    Möchtet ihr mehr über "Der Platz an der Sonne" erfahren?
    Zusammen mit Klett-Cotta verlosen wir 30 Exemplare von diesem spannenden Roman unter allen, die Lust haben, sich darüber im Rahmen einer Leserunde auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben.
    Seid ihr dabei? Dann bewerbt euch * über den blauen "Jetzt bewerben"- Button bis zum 19.08. und antwortet auf folgende Frage:

    In "Der Platz an der Sonne" wird ein außergewöhnliches Gedankenspiel beschrieben.
    Realitätsferne Fantasie oder mögliche Zukunft? Wie könnte so eine Welt aus eurer Sicht entstehen?

    Ich freue mich auf eure interessanten Beiträge.

    Viel Glück bei der Verlosung!

    Ihr seid noch kein Literatursalon -Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier und in unserer Literatursalon-Plauderecke.

    * Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
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    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    »Nicht wer wir sind, entscheidet über unseren Platz in der Welt, sondern wo wir geboren werden: Christian Torkler hat den Roman der Stunde geschrieben.
    Ein literarisches Ereignis.« Juli Zeh

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    littlesparrows avatar
    littlesparrowvor 2 Monaten
    Ich freue mich auf das Buch, da ich Afrika allgemein und Berlin im Besonderen liebe. Außerdem ist es mir wichtig, stets den Blickwinkel zu ändern. Ich bin sehr gespannt, wie der Autor das in diesem Buch umsetzt.
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    TheCoonvor 2 Monaten
    Die Geschichte klingt unfassbar und ich bin gespannt, wie die Idee umgesetzt wird!
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    isasbuecherblogs avatar
    isasbuecherblogvor 2 Monaten
    Die kurze Inhaltsangabe klingt absolut vielversprechend und ich fiebere schon auf den 30.8 hin!
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    Charleas avatar
    Charleavor 2 Monaten
    Das Cover ist ja wirklich mal einzigartig! Habe ich gleich auf meinen Wunschzettel gestellt.
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    Sassenach123s avatar
    Sassenach123vor 2 Monaten
    Warte mit Spannung auf diesen Roman
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    Printys avatar
    Printyvor 2 Monaten
    Die Story hört sich besonders toll an und das Cover ist richtig super!
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    Sommerkindts avatar
    Sommerkindtvor 3 Monaten
    Das Cover gefällt mir unglaublich gut und die Geschichte klingt auch sehr interessant.
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    elane_eodains avatar
    elane_eodainvor 3 Monaten
    Klett-Cotta-Bücher sind nicht nur im Bereich der Fantasy immer einen zweiten Blick wert. Ich bin gespannt auf den Platz an der Sonne!
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