Christian Wehrschütz Brennpunkt Balkan

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Inhaltsangabe zu „Brennpunkt Balkan“ von Christian Wehrschütz

Christian Wehrschütz ist davon überzeugt, dass der Balkan der entscheidende Testfall für die EU ist und bleiben wird. Die Union wird beweisen müssen, dass sie ihren „Hinterhof“ befrieden kann, wenn sie ein wirklicher außenpolitischer Faktor in der Welt sein will. Doch die seit Jahren herrschende Krise in der Euro-Zone hat sich auch auf die Attraktivität der EU am Balkan ausgewirkt, was sich nicht nur an der steigenden Zahl dahingehend kritischer Karikaturen zeigt. Doch dieser Region fehlt geografisch und wirtschaftlich jede rationale Alternative zum EUBeitritt. Dieses Ziel haben aber erst Slowenien und Kroatien erreicht; beide Länder leben in und mit einer Krise, und vor allem im Falle Kroatiens dürfte der Beitrittsschock massiv werden. Christian Wehrschütz schreibt mit dem Wissen und der Erfahrung des langjährigen Korrespondenten, der die Mühen der EU-Annäherung und deren Probleme am Balkan kennt. Das betrifft die Aussöhnung zwischen den Völkern ebenso wie die sozialen, wirtschaftlichen und demografischen Gruppen, von den Herausforderungen, die diese „Nach-Kriegs-Region“ zu bewältigen hat. Doch der Autor schildert auch viele positive Entwicklungen, die den Balkan- Klischees widersprechen.

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    Brennpunkt Balkan
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    13. November 2013 um 09:52

      In den Zeiten des Kalten Krieges war, je weiter man vom Balkan entfernt wohnte, desto mehr, in Vergessenheit geraten, dass schon vor dem Ersten Weltkrieg dort mit den später sogenannten Balkankriegen heftige, auch ethnische Kämpfe und Auseinandersetzungen  tobten, die nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Zwangsbefriedung Titos nur ansatzweise unterdrückt werden konnten.   Kaum war das sowjetisch dominierte System nach 1989 zusammengebrochen, gingen die für einen Westeuropäer völlig unverständlichen ethnischen Auseinandersetzungen wieder los, und ein Krieg entbrannte, in dem die NATO und auch die Deutschen  dann intervenierten. Städte wie Vukovar und Sebrenica prägten sich als Orte von Kriegsverbrechen und Völkermorde ein in das schockierte europäische Gedächtnis, wie man sie seit dem Zweiten Weltkriege nicht mehr gekannt und eigentlich auch auf europäischen Boden danach für unmöglich gehalten hatte.   Erst zehn  Jahre ist es nun her, das die letzten Konflikte mühsam und mit erheblichem diplomatischem Aufwand befriedet werden konnten. Die ehemaligen Teile Jugoslawiens sind in der EU oder streben ihre Aufnahme an. Und dennoch wird man als Beobachter den Eindruck nicht los, als brodelte dort ein Pulverfass, zu dessen erneuter kriegerischer und gewalttätiger Entladung nur wenig fehlt.   Die Österreicher als direkte geographische Nachbarn mit einer langen gemeinsamen Geschichte sind so etwas wie Fachleute in Sachen Balkan. Deshalb ist es nur schlüssig, dass das vorliegende mit dem ORF produzierte Buch von Christian Wehrschütz, Balkanexperte und –korrespondent des ORF seit mehr als 20 Jahren, dort geschrieben wurde.   Die einzelnen Kapitel gehen weit zurück in die Geschichte, stellen Zusammenhänge her, und beschreiben die je unterschiedlichen und oft sehr dornenreichen Wege zu einer wirklichen Aussöhnung und zum Frieden. Dass die Präsidenten aller nun selbständigen Staaten das Buch von Wehrschütz mit einem Grußwort ehren, das dieser als gemeinsames Vorwort dem Buch vorangestellt hat, mag  als ein positives und ermutigendes Zeichen angesehen werden.   Wer sich in Deutschland mit dem Balkan und seiner Problematik beschäftigen möchten, der auch vor noch nicht allzu langer Zeit die Innen- und Militärpolitik Deutschlands auf den Kopf stellte, dem sei dieses Buch sehr empfohlen.    

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