Christian Weymayr , Nicole Heißmann Die Homöopathie-Lüge: So gefährlich ist die Lehre von den weißen Kügelchen

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Inhaltsangabe zu „Die Homöopathie-Lüge: So gefährlich ist die Lehre von den weißen Kügelchen“ von Christian Weymayr

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    Die Homöopathie-Lüge: So gefährlich ist die Lehre von den weißen Kügelchen

    sabatayn76

    07. November 2012 um 18:05

    'Es ist in der Tat nur möglich, an eine Wirkung der homöopathischen Präparate zu glauben, wenn sämtliche Naturgesetze, deren Erkenntnis sich die Menschheit erworben hat, über Bord geworfen werden.' (H. Hopff) Inhalt: In 'Die Homöopathie-Lüge' berichten Christian Weymayr (promovierter Biologe) und Nicole Heißmann (Redakteurin beim stern) von Prinzipien der Homöopathie, von Argumenten gegen sie, von häufig angeführten 'Beweisen', dass sie hilft, sowie von gefährlichen Aspekten der Homöopathie, von der Rückendeckung von politischer Ebene, ärztlichen Fortbildungen, Pharmavertretern und Apothekern, Krankenkassen und Medien. Mein Eindruck: Ich selbst bin promovierte Psychologin und arbeite im Bereich der (medizinischen) Forschung. Mir sind Begrifflichkeiten aus der Statistik somit bekannt, ich weiß, wie Studien richtig durchgeführt werden, welche Aussagekraft erzielte Ergebnisse haben und wie man gut durchgeführte von schlechten Studien unterscheiden kann. Ich finde, dass es den Autoren hervorragend gelungen ist, diese Begriffe und Hintergründe auch Laien nahe zu bringen. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, ist wissenschaftlich fundiert, die von den Autoren benutzten Quellen sind nachvollziehbar (auch ohne Fußnoten). Auch die umfassende und gründliche Recherche der Autoren kann man nur loben. Der interessierte Leser bekommt hier einen guten Überblick über die Entwicklung und die Annahmen der Homöopathie und warum man was kritisieren kann und muss. Wer sich mit dem Thema bereits auseinander gesetzt hat, wird hier viel Bekanntes lesen, aber sicherlich auch einiges dazulernen, denn die Autoren gehen sehr detailliert auf bestimmte Aspekte ein, vertiefen so bestehendes Wissen und ermöglichen es Einsteigern, sich gut zurecht zu finden. So werden zum Beispiel Dinge oft wiederholt, was es Neulingen sicherlich einfacher macht, für mich aber bisweilen etwas zu repetitiv war. Mein Resümee: Ein spannender, bisweilen aber etwas abschweifender und dadurch langatmiger Einblick in die Homöopathie. Sehr empfehlenswert! Ausgewählte Zitate: - 'Wenn keine Wirkung zu erwarten ist, hat das den Vorteil, dass man auch keine Nebenwirkungen befürchten muss - zumindest keine direkten. Indirekte Nebenwirkungen oder Schäden sind sehr wohl denkbar. Eine haben wir bereits eingangs erwähnt, nämlich die Gefahr, dass sinnvolle medizinische Maßnahmen unterbleiben. Eine weitere Gefahr droht eher vom gegenteiligen Effekt: Ganz im Geiste Hahnemanns vermittelt die Homöopathie den Eindruck, dass ein Mensch nur mithilfe von Pillen gesund werden kann.' (Seite 37) - 'Homöopathische Arzneimittel haben meist auch schon in niederen Potenzen keine Wirkung im Menschen, und so ist es vollkommen unerheblich, welche Substanz, welche Pflanze oder welches Tier verrieben und verschüttelt wird. Wenn Apotheken verschiedene Präparate in diversen Potenzen auf Lager haben, wenn Ärzte über Büchern grübeln, welche Substanz wohl die richtige ist, und wenn Firmen die Präparate stundenlang schütteln und verrühren, dann schneidern sie des Kaisers neue Kleider, das heißt, sie geben nur vor, etwas Sinnvolles zu tun.' (Seite 40) - 'Selbst wenn man im Bekanntenkreis täglich auf solche Heilungsgeschichten stoßen würde, behielte der unter Wissenschaftlern beliebte Satz seine Gültigkeit: 'Der Plural von Anekdote ist nicht Daten.' Sondern Anekdoten. Und die können keine Wirksamkeit von Homöopathie belegen.' (Seite 53) - 'Wenn medizinische Studien eine vermeintliche Wirkung homöopathischer Arzneien feststellen, kann man daraus nur folgern, dass entweder Placebo-Effekte nicht völlig vermieden wurden oder dass die Studien fehlerhaft waren. Man sollte jedoch nicht annehmen, dass geistartige Heilkräfte am Werk waren, die von einem Wassergedächtnis transportiert wurden. Mit anderen Worten: Die Methodik der evidenzbasierten Medizin hat gar nicht die Macht, die Wirksamkeit der Homöopathie zu bestätigen oder zu widerlegen.' (Seite 109) - 'Es kann unserer Ansicht nach nur einen Ausweg geben: Die Homöopathie muss, wie die Astrologie und die Alchemie bereits vor ihr, kategorisch aus der wissenschaftlichen Welt verbannt werden. Homöopathie ist Glaube, Aberglaube, Esoterik, Voodoo - wie auch immer. Jedenfalls hat sie in der Wissenschaft nichts verloren.' (Seite 121) - 'Während sich schon viele Diabetiker oder Cholesteringeplagte von ihrer Versicherung anhören mussten, dass bestimmte Medikamente nicht voll erstattet werden, weil deren Nutzen zu gering sei - bei der Homöopathie fragen Kassen gar nicht erst danach, sie wird einfach bezahlt.' (Seite 263)

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