Christian Wulff Ganz oben Ganz unten

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Inhaltsangabe zu „Ganz oben Ganz unten“ von Christian Wulff

Am 17. Februar 2012 trat Christian Wulff nach 598 Tagen von seinem Amt als Bundespräsident zurück. Obwohl sich vor Gericht auch der letzte gegen ihn erhobene Vorwurf als haltlos erwies, reichte die öffentliche Demütigung noch über den Tag des Freispruchs hinaus. Niemals zuvor haben die Medien unseres Landes einen Politiker in solcher Weise verfolgt. Auch das Verhalten der Staatsanwaltschaften in Celle und Hannover wirft Fragen auf. Ging alles mit rechten Dingen zu? Nachdem sich bisher Andere mit der Causa Wulff auseinandergesetzt haben, schildert nun Christian Wulff aus seiner Sicht, wie die Affäre inszeniert wurde, was sich hinter den Kulissen abspielte und wie es sich anfühlt, derlei massiven Angriffen ausgesetzt zu sein. Auch seine eigenen Fehler benennt er. Ganz oben Ganz unten ist ein Lehrstück über Politik, Presse und Justiz, das nachdenklich macht.

Abgebrochen. Absolutes gejammere von Hr. Wulff. Geht gar nicht

— Bine1970
Bine1970

Ehrlich, informativ, stellenweise fast wie ein Krimi... Es regt zum Nachdenken über die Macht der Medien an!

— angi_stumpf
angi_stumpf

sehr interessantes, teilweise auch hintergründiges Buch.

— Gesi
Gesi

"Jeder wollte den größten Stein werfen." (Zitat vom Buchrücken)

— kvel
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  • Durchaus unterhaltsam, informativ - und es regt zum Nachdenken an...

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    angi_stumpf

    angi_stumpf

    05. July 2014 um 14:57

    Sicher hat jeder von uns den großen “Wulff-Skandal” mehr oder weniger intensiv verfolgt. Selbst wenn man nicht politikinteressiert ist, kam man an den großen Schlagzeilen Ende 2011 / Anfang 2012 kaum vorbei. Als Christian Wulff schließlich im Februar 2012 von seinem Amt als Bundespräsident zurücktrat, war das noch lange nicht das Ende der Hetzkampagne gegen ihn. Dass die Presse fast genau zwei Jahre später nicht in gleichem Umfang über den vollständigen Freispruch von Herrn Wulff berichtete, sagt schon vieles. Als ich anfing, dieses Buch zu lesen, habe ich erst einmal zurückgedacht und versucht, mir in Erinnerung zu rufen, was ich damals ob dieses Skandals empfunden habe. Genau kann ich das nicht mehr rekapitulieren, aber beim Aufkommen solcher Vorwürfe ist meine Meinung zumeist, dass kein Mensch fehlerfrei ist und dass es vielen Anklägern gut zu Gesicht stehen würde, erst einmal vor ihrer eigenen Tür zu kehren. Erst wenn echte (keine konstruierten) Beweise für das Fehlverhalten vorliegen, kann man sich ernsthaft Gedanken darüber machen, wie die Folgen für den Betreffenden aussehen sollten. Wenn solche “Skandale” einen Politiker betreffen, frage ich mich zusätzlich, ob es nicht besser wäre, wenn die Herrschaften ihre Energie in ihre eigentliche Aufgabe investieren würden, für die sie bezahlt werden – und die Aufklärung den zuständigen Stellen überlassen würden. Im Fall von Christian Wulff lief das alles leider ganz anders und er erläutert in diesem Buch seine Sicht der Dinge. Er tut dies in einem sehr angenehmen, flüssig zu lesenden Schreibstil und auch Leser, die sich sonst weniger für Politik interessieren, können seinen Ausführungen sehr gut folgen. Zuweilen sorgt eine gewisse Ironie, die man angesichts seiner Erlebnisse fast als “Galgenhumor” bezeichnen möchte, sogar für etwas Erheiterung in der ansonsten eher ernsten Lektüre. Übersichtlich und nicht zu ausschweifend werden nicht nur die Amtszeit und die zwei Jahre nach dem Rücktritt beleuchtet, sondern auch einiges aus Christians Wulff Vergangenheit. Er erläutert sachlich die Hintergründe der medialen Hetzjagd gegen ihn und sucht nach Erklärungen für die persönlichen Beweggründe mancher “Ankläger”. Angenehm fand ich, dass das Geschriebene keinen Beigeschmack von Selbstbeweihräucherung hat und dass Herr Wulff auch eigene Fehler, Versäumnisse oder Fehleinschätzungen ehrlich zugibt. Was mich sehr beeindruckt hat, das war der Umfang der angestellten Ermittlungen: auf der schier verzweifelten Suche nach irgendeinem verwertbaren Beweis für die Schuld von Herrn Wulff wurden Millionen an Steuergeldern verschwendet und die Kriminalbeamten hätten während der ganzen Zeit sicher in relevanteren Fällen bessere Ergebnisse erzielen können. Nach dieser Lektüre fragt man sich unweigerlich, welche Pressemeldungen überhaupt noch einen zweiten Blick wert sind oder besser: welchen Medien kann man noch vertrauen? Eine gewisse Skepsis und vor allem die Vermeidung von Vorverurteilungen sollte hier für alle Menschen selbstverständlich sein, damit solche Fälle künftig sachlich und in angemessenem Rahmen geklärt werden. Fazit: Sachlich, informativ und durchaus unterhaltsam zeigt dieses Buch die Hintergründe der “Wulff-Affäre” auf. Auch Lesern, die nicht so politikinteressiert sind, würde ich nicht abraten, denn stellenweise liest es sich eher wie ein spannender Krimi. Ein wichtiges Buch, das zum Nachdenken über die Macht der Medien anregt…

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  • "Jeder wollte den größten Stein werfen." (Zitat vom Buchrücken)

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    kvel

    kvel

    26. June 2014 um 01:57

    Christian Wulff erzählt hier die Ereignisse, die zu seinem Rücktritt geführt haben, aus seiner Sicht: "Ich habe mich bisher nur vor Gericht geäußert. Jetzt lege ich meine Sicht der Dinge dar." (S. 9) Natürlich ist ein großes Thema des Buches die mediale "Verfolgung", der er sich ausgesetzt sah und dass Details aus laufenden Ermittlungen heraus über die Medien an die Öffentlichkeit hinaus posaunt wurden. Aber der Autor erklärt auch zu vielen Reden / Situationen, was er damit ausdrücken wollte und warum er was gesagt, nicht gesagt oder getan hat und gibt damit, wie ich finde, gute Einblicke in seine Absichten. In dem Kapitel "Der Präsident" beschreibt er die Aufgaben eines Bundespräsidenten und wie er sie für sich umgesetzt hat und das Amt des Bundespräsidenten mit seiner Persönlichkeit und den für ihn hochprioren Themen gefüllt hat. "Menschen reagieren mit Recht empfindlich, wenn Fairnessprinzipien verletzt werden. Eine Finanz- und Wirtschaftselite, die nach dem Motto handelt, wenn es gut läuft, war es die Wirtschaft, wenn es nicht so gut läuft, war es die Politik, verstößt gegen diese Prinzipien und bedroht den Zusammenhalt der Gesellschaft. Ein Grundprinzip der Marktwirtschaft ist nämlich, dass Risiko und Haftung Hand in Hand gehen: Wer etwas riskiert, muss in Kauf nehmen, dass er scheitern kann. Die Vertreter der Banken waren nicht amüsiert." (S. 100) "In diesem Zusammenhang sprach ich mich unmissverständlich gegen die Ausweitung der Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank aus. Diese Praxis könne allenfalls übergangsweise toleriert werden, die Währungshüter müssten so schnell wie möglich zu den vereinbarten Grundsätzen zurückkehren: "Ich sage es hier mit Bedacht, ich halte den massiven Aufkauf von Anleihen einzelner Staaten durch die Europäische Zentralbank für politisch und rechtlich bedenklich. Artikel 123 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union verbietet der EZB den unmittelbaren Erwerb von Schuldentiteln, um ihre Unabhängigkeit zu sichern."" (S. 100) "Der Widerstand, der mir wegen meiner kritischen und mahnenden Worte zur Finanzkrise aus Bankenkreisen entgegenschlug, war so ungewöhnlich heftig, dass manche Netzaktivisten später sogar meinen Rücktritt damit in Verbindung bringen wollten" (S. 100) Der Schreibstil ist flüssig und klar strukturiert und somit gut zu lesen. Inhalt (aus dem Inhaltsverzeichnis des Buches): Einleitung Erster Teil: Die Wahl Der Kandidat Der Präsident Die ersten hundert Tage Zwölf Kerzen Zweiter Teil: Die Jagd Die letzte Kugel Das Recht Hint: Das Buch enthält auch einige Bilder (Fotos, bunt) von Herrn Wulff bei öffentlichen Anlässen.

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  • Durch die Augen des ehemaligen Bundespräsidenten

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    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. June 2014 um 12:20

    Durch die Augen des ehemaligen Bundespräsidenten Es mag durchaus sein, dass der Grund des Rücktritts vom Amt des Bundespräsidenten durch Christan Wulff „nur“ der der Aufhebung der Immunität und dem vorhergehend der Antrag auf Strafverfolgung der Staatsanwaltschaft in Hannover war. Es ist durchaus Fakt, dass von den strafrechtlichen Vorwürfen nun richterlich geklärt nichts von rechtlicher Bedeutung im Raume mehr steht und das Ganze mit einem Freispruch endete. Und es war offenkundig zu beobachten, dass eine mediale Kampagne (von Wulff im Buch „Die Jagd“ bis zur „letzten Kugel“ genannt) stattgefunden hatte. All dies, was den Leer aktuell sicherlich im und am Buch am Meisten interessieren wird, kommt, flüssig und in klarer Sprache dargestellt, im Buch ebenso klar vor. So dass, alles in allem, das Ansinnen Wullfs, seine Ehre im rechtlichen und, nun durch das Buch, auch im öffentlichen Verständlich, formal als wiederhergestellt verstanden werden kann. Aber eben nur „formal“. Ebenso aber verbleibt (und erhärtet sich gar durch die Lektüre) der Eindruck der damaligen breiten und öffentlichen Diskussion, dass es im Kern und letzten Endes gar nicht so sehr um rechtsrelevante Tatbestände oder um eine öffentliche Ehrabschneidung ging. Sondern viel stärker im Verlauf der Affäre die mangelnde Kommunikationsfähigkeit des Bundespräsidenten, das spürbare Unverständnis zum „Geschmäckle“ und das „Hängen am Amt“ jene Elemente waren, die vielfach kritisch angesprochen wurden und auf die ebenso vielfach eine echte Antwort nicht erfolgte. Auch wenn Einladungen, Urlaube, Einflussnahmen, private Kredite, schillernde Ehe, „Nord-Süd“ Dialoge, die Haltung zu seinem Freund und Referenten und vieles mehr im Gesamten immer wieder logisch und rational im Einzelnen erklärt und erläutert wurden (und z.T. im Buch wiederum werden), den Eindruck eine Mannes in (zumindest emotional fragwürdigen) „Verflechtungen“ scheint Wulff weiterhin nicht wahrzunehmen oder als einfach nicht statthaft zu bewerten. Er ist „Opfer“ einer gezielten, langen und strategisch durchgeführten „Jagd“ auf seine Person, das ist der Kern seiner Darstellung. Dabei sind im einzelnen Bewertungen durchaus mit seiner Beschreibung zu teilen, nur eben die Schlüsse daraus könnten divergieren. Ja, ganz offenkundig hat Wulff das Amt des Bundespräsidenten gegen eine bestimmte „Medienhaltung“ erworben. Andererseits waren das eben vielleicht nicht nur bestimmte Medien, die dann nicht lockerließen, weil sie ihn einfach „nicht mochten“, sondern vielleicht gaben die konkreten Medien nur der Überzeugung eines nicht unerheblichen Teils der öffentlichen Meinung sichtbare Gestalt. Drei Wahlgänge und laut werdende Kritik an seiner Zeit als Ministerpräsident (und auch hier mit einem Kern in der Kommunikation und mangelnder Bereitwilligkeit transparenter Amtsführung) sprachen schon zu Beginn seiner Amtszeit als Bundespräsident eine zumindest erkennbare Sprache. Wer aber nicht sehen will, der sieht dann auch nicht und findet andere Erklärungen für solche „Missstände“. So bietet dieses Buch einerseits eine durchaus interessante Lektüre zu Person und „Affäre“ um Christian Wulff, aber dies anders, als Wulff selbst es anstrebt. Durchaus herauszulesen ist nämlich auch die Nähe zur „Glitzerwelt“ des „Boulevards“ die er suchte und die (leicht zu beleidigende) Sensibilität und Empfindlichkeit, die er zugleich in diesem Spiel zwischen Nähe und Distanz in sich trägt. Ebenso wie eine fast unprofessionell zu nennende Hilflosigkeit bei steifem Gegenwind. Eine persönliche Tirade auf einem Anrufbeantworter zu hinterlassen, gespeichert und belegbar somit, allein dies disqualifiziert fast schon für höchste politische Ämter (in der Form und im Ansinnen hinter dieser Tirade). Egal, wie gut und wortgewandt man das dann meint, erklären zu können. Im Gesamten bildet das Buch eher eine Bestätigung der „insulären Wahrnehmung“ und der mangelnden Einsicht in die eigentlich kompromittierenden „Fehltritte“.. als das es ein anderes, zurechtgerücktes Bild Wullfs ergeben würde.

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  • Si tacuisses…..

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    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    17. June 2014 um 09:11

    Und wieder hat er es geschafft, mit seiner Eitelkeit und Selbstgerechtigkeit die Würde des Amtes eines Bundespräsidenten zu beschädigen. Denn die zu achten und zu schützen wäre gerade nach seinen Rücktritt die Aufgabe von Christian Wulff gewesen. Hat man je etwa von Horst Köhler solche Jammereien und Selbstgerechtigkeiten gehört? Obwohl auch die Medien ihm übel mitspielten, hat er bis heute Haltung bewahrt und sich nach seinem Rücktritt durch eine stille Arbeit wieder den öffentlichen Respekt erarbeitet.   Ähnlich wie es Wulffs ehemaliger Frau Bettina mit ihrem nach dem Rücktritt verfassten Buch viel mehr um die eigene Eitelkeit als um wirkliche Aufklärung ging, sind auch seine hier vorliegenden Erinnerungen ein Sammelsurium an Selbstbeweihräucherung und Larmoyanz. Kaum ein Wort zu den eigenen Fehlern und Lügen, dafür aber versteckt Angriffe auf seinen Nachfolger, wenn er behauptet, er wäre „auch heute noch der Richtige im Amt“. Peer Steinbrück, dem die Medien im letzten Wahlkampf auch übel mitgespielt haben, hat in seiner Rezension des Buches in der letzten ZEIT darauf hingewiesen, dass die Geschichte Wulffs kein Einzelfall sei, sondern paradigmatisch für den Umgang der Medien mit der politischen Klasse: "Unter dem Druck des Wettbewerbs um Auflage, Quote und Klicks, im Hochgeschwindigkeitsjournalismus um die erste und die süffigste Nachricht, in der Tendenz zur Personalisierung und Reduzierung von Politik auf Duellsituationen haben wir es gewiss mit anderen Zeiten zu tun als jener, in der es nur zwei öffentliche Fernsehanstalten, kein Internet, keine Onlinedienste und kein Twitter gab".   Das ist richtig, aber das zu analysieren hätte es dieses vor Eigenlob trotzende Buch nicht gebraucht, in dem mit keinem Wort die Rede ist davon, wie etwa Wulff in Kooperation mit der BILD-Zeitung damals die Trennung von seiner ersten Frau medial begleiten ließ und sich mit seiner neuen Frau in einer neuen  Glamourwelt feiern ließ.   Christian Wulff ist von allen Vorwürfen frei gesprochen worden und sollte sich nun auf den Aufbau eines neuen Lebens konzentrieren. Ein guter Bundespräsident war er mit seiner Verortung bei den Reichen, Berühmten und Schönen nicht. Die Türken in Deutschland lieben ihn wegen dem Satz, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Für die meisten Deutschen wird er auch wegen diesem Buch als selbststilisiertes Medienopfer und selbstgerechte Plaudertasche in Erinnerung bleiben.   Nachdem er sich tapfer vor Gericht verteidigt hatte und sich damit auch den Respekt seiner Kritiker erwarb, sehen diese, unter anderem der Rezensent, sich durch dieses Buch erneut bestätigt.   Si tacuisses…..    

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