Christian v. Ditfurth Ein Mörder kehrt heim

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Inhaltsangabe zu „Ein Mörder kehrt heim“ von Christian v. Ditfurth

Hilfsbereitschaft ist gefährlich. Vor allem, wenn eine schöne Frau einen um einen klitzekleinen Gefallen bittet. Prompt hat Matti die Leiche eines alten Freundes vor den Füßen und die Polizei an den Hacken. Und die schöne Frau verschwindet. Matti fährt Taxi in Berlin und lebt zusammen mit Twiggy und Dornröschen in der Okerstraßen-WG in Neukölln. Und landet als Hauptverdächtiger im Knast. Die Leiche heißt Georg und war Terrorist. Er gehörte zu den wenigen RAF-Untergrundkämpfern, die der Polizei entkommen konnten. Was wollte Georg in Berlin? Eine Bank überfallen, um die Altersversorgung aufzustocken? Welche Rolle spielt seine Tochter Anja, in die Matti sich verliebt hat? Welche Geschäfte treiben die alten Stasi-Genossen, zu denen Georgs Spur führt? Die WG begreift, dass hinter allen Rätseln ein großer Coup steckt. Sie müssen ihn aufdecken und Georgs Mörder finden. Sonst vermodert Matti hinter Gittern.

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  • Von der Vergangenheit eingeholt

    Ein Mörder kehrt heim

    Matzbach

    12. December 2013 um 17:30

    "Was hättest du getan, wenn Ulrike vor der Tür gestanden hätte?". Diese Frage stellt sich leicht abgewandelt für Matti aus der Okerstraßen-WG in Berlin-Kreuzberg. Die Tochter eines seit langem untergetauchten RAF-Mitglieds meldet sich hilfesuchend bei ihm. Ihr ihr bisher unbekannter Vater kommt nach Berlin und möchte sie sehen, als Beweis für die Richtigkeit seiner Worte nennt er eben Matti, den er vor Jahren in die linke Szene eingeführt hat. Es wird ein Treffen der drei vereinbart, doch als Matti erscheint, liegt sein Exkumpel Gerd erschossen am Boden. Matti führt die Tochter vom Tatort und verständigt die Polizei. Als diese erscheint, ist die Leiche fort. Der Intimfeind der WG, Kommissar Schmelzer, sieht also keinen Grund für die Aufnahme von Ermittlungen. Matti und die Tochter ermitteln also auf eigene Faust. Dabei werden sie mehrfach bedroht und aufgefordert, aufzuhören, was natürlich genau das Gegenteil bewirkt. Als dann jedoch überraschend Blutspuren Gerds gefunden werden und die Tochter verschwindet, deutet alles auf Matti als Täter hin. Hat er seinen Exgenossen nach einer gemeinsam verübten Straftat beseitigt? Die WG muss also erneut ihren kriminalistischen Spürsinn beweisen. Dies tut sie letztendlich erfolgreich in einem Gestrüpp aus Relikten des 70er-Jahre Terrorismus, Stasiseilschaften und Polizeidruck. Gewohnt spannungsreich und durch historische Fakten abgesichert steuert Christian von Ditfurth seine Leser durch den Roman. Dabei wird das Ausmaß der Verstrickungen der Stasi mit der RAF deutlich, schließlich galt der Kampf ja einem gemeinsamen Feind. Deutlich wird am Beispiel der Figur Mattis auch, wie schmal der Grat  zum Abgleiten in den Terrorismus war. Aus der legitimen Ablehnung der verkrusteten Strukturen in der Bundesrepublik und dem Einfluss von Altnazis sowie der Empörung über die ausgebliebene Vergangenheitsbewältigung erwächst der schrittweise Weg in die Gewalt. Matti und Gerd wollten einst durch einen Banküberfall Geld für ein Projekt der linken Szene beschaffen, Matti zögerte in letzter Sekunde, für Gerd war es der erste Schritt in den bewaffneten Kampf, dem einer verengten inneren Logik folgend, weitere schwererwiegende folgten. Das Eingeständnis der Sinnlosigkeit diese Kampfes gelingt ihm (fast zu) spät. Ein mir erst seit kurzem bekannter Skandal, namlich die Tatsache, dass ausländische SS-Leute 1944 durch einen Hitler-Erlass die deutsche Staatsbürgerschaft bekamen, was sie nach 1945 vor Auslieferung in ihre Heimatländer schützte, spielt in diesem Roman eine gewichtige Rolle und sei deshalb hier nicht unerwähnt.

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  • Neue Runde der „Ermittler WG“

    Ein Mörder kehrt heim

    michael_lehmann-pape

    12. November 2013 um 12:03

      Wie aktuell kaum ein anderer Autor versteht es Christian von Ditfurth (und macht diese Atmosphäre zu einem tragenden Teil seiner Romans), in die Zeit des linken Terrorismus, der RAF, der „roten Hilfe“ und der damaligen „Szene“ einzutauchen, indem er nun in einer neuen Runde seine drei „Altlinken“ Bewohner einer Berliner Wohngemeinschaft wieder einmal in den Mittelpunkt eines komplexen, gefährlichen und spannenden Geschehens stellt.   In der Gegenwart die eigene Vergangenheit noch zu leben, die alten Ideale zwar gemildert, aber doch als Grundlage des eigenen Lebensverständnisses hoch zu halten, dass ist gar nicht so einfach. Angesichts dessen, das zu befürchten ist, demnächst Kreuzberger Krawalle zu „Touristenattraktionen“ zu gestalten. Irgendwie nett, aber doch ohne echte Bedeutung für die Welt der Gegenwart.   Selbst Matti macht sich im Lauf dieses Buches so seine Gedanken, wenn er seine Mitbewohnerin „Dornröschen“ anschaut, wie wohl das Alter sein wird. Dornröschen, die bereits jetzt hier und da einige graue Haar färbt. Und Matti, der ahnt, dass als Taxi Fahrer das Alter in keiner Weise gesichert ist, so wenig die drei auch an Konsumgütern letztlich benötigen (solange das Katzenfutter für Robbi, das Bier für Twiggy und Matti selbst und der Tee für Dornröschen gesichert sind).   Doch zunächst haben alle drei, Matti voran, alle Hände voll zu tun, in der Gegenwart nicht endgültig unter die Räder der Polizei ob ihrer bekannten Nähe zur „linken Szene“ zu geraten.   Kommissar Schmelzer stattet der WG das ein oder andere Mal aggressive Besuche ab, der Staatsanwalt wird sich Matti vorknöpfen, Twiggy wird seine technischen Kontakte ausreizen müssen, um genügend Abhörgeräte zu besorgen, die alten Makarows der WG kommen zum Einsatz, IM und Altstasi-Obere geraten in den Fokus der Ermittlungen der WG. Ermittlungen, die weder gewollt noch geplant noch begrüßt werden, aber zwingend notwendig werden.   Ein alter, lange untergetauchter  RAF Terrorist taucht in Berlin auf. Trifft seine Tochter und gibt dieser den Rat, sich an Matti zu wenden, wenn die Dinge daneben laufen. Was sie gründlich tun. Denn plötzlich liegt Georg, der Terrorist, mit einem Kopfschuss als Leiche in einem Park. Und ist kurz darauf wieder verschwunden. Wie auch Anja, die Tochter (der Matti sich schnell sehr nahe fühlt) plötzlich nicht mehr auftaucht. Dafür aber verdächtige und frische Blutspuren im alten Bulli der WG nachgewiesen werden können.   Mehr noch als in den Vorgängerbüchern geht von Ditfurth in diesem Roman den Pfaden der linken Szene damals und heute nach. Lässt Figuren auftauchen, die völlig am Ende nur noch vor sich hin darben (Siggi), die aber „damals“ Helden der „linken Front“ waren. Führt tief ein in die enge Verbindung von RAF, Sympathisanten und der Staatssicherheit, bis der Leser fast den Faden verliert, wer mit wem denn nun koalierte und wer ein doppeltes bis dreifaches Spiel betrieben hatte. In einer Atmosphäre eines für die Beteiligten schwer zu ertragenden Gefühls des Scheiterns aller linker Ideen .   „Irgendwas war da. Es war soviel versunken“.   Politische Ideale, Abgrenzungen zur Gewalt, dennoch eine Haltung, die mit Makarow, Wanzen, Einbruch  und Einschüchterung ohne Hemmungen arbeitet, versuchen Matti, Twiggy und Dornröschen Licht in das Dunkle eines unübersichtlichen Geschehens zu bringen, für das selbst das Erhaschen des Anfanges eines möglichen Fadens Schwerstarbeit darstellt.   Spannend, realistisch, in bestens getroffener Atmosphäre der linken Szene Berlins und deren täglichen Angehen des Lebens in der Gegenwart legt von Ditfurth wiederum seinen rundum gelungenen Kriminalroman vor.

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