Giftflut

von Christian v. Ditfurth 
4,6 Sterne bei29 Bewertungen
Giftflut
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Annejas avatar

spannend und sehr realistisch

kassandra1010s avatar

Atemlos jagen wir den vermeintlichen Tätern hinterher, beneiden den Mut der Aufbegehrenden und sind sprachlos über die Macht des Geldes.

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Inhaltsangabe zu "Giftflut"

Ein Sprengstoffanschlag auf die Oberbaumbrücke erschüttert Berlin. Es gibt Tote und Verletzte. Auch in Paris und London explodieren Brücken. Es folgt Anschlag auf Anschlag. Die Polizei tappt im Dunkeln, die Täter hinterlassen keine Spur und keine Botschaft. Klar ist nur: Jemand führt Krieg gegen Europa. Die Politik verfällt in Panik, die Bevölkerung lebt in Angst, es kommt zu Übergriffen auf Minderheiten und Flüchtlinge. Rechtsparteien werden stärker. Aktienmärkte und Wirtschaft stürzen ab.
Mit hoher Schlagzahl jagt Christian v. Ditfurth seinen Berliner Hauptkommissar Eugen de Bodt durch ein Land am Abgrund. De Bodt wirft alle Regeln über den Haufen, ermittelt hart am Rand der Legalität und darüber hinaus. Mit seinen Kollegen Silvia Salinger und Ali Yussuf verfolgt er Spuren im In- und Ausland.
Eugen de Bodts dritter Fall spielt in einer Welt, die sich auflöst. Alle Gewissheit schwindet. Eherne Regeln werden zertrampelt. Moral ist Ballast, Recht ein Störfaktor. In einer entfesselten Welt braucht es neue Ideen, um Ideale zu bewahren. Und um Gewalttäter zu fassen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783570585658
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:carl's books
Erscheinungsdatum:04.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Annejas avatar
    Annejavor 11 Tagen
    Kurzmeinung: spannend und sehr realistisch
    Ein weiterer spannender Fall mit Eugen de Bodt

    Auch wenn ich es nicht unbedingt mit den Thematiken Politik und Wirtschaft habe, begeistern mich die Bücher von Christian v. Difurth jedes Mal aufs Neue. Dies liegt vor allem daran, das im Buch diese Themen sehr anschaulich verarbeitet werden und man einen interessanten Einblick hinter die Kulissen des Staates erhält. Dabei nimmt der Autor auch keine Rücksicht auf Sehenswürdigkeiten oder Errungenschaften die einen jahrelangen Aufbau benötigten und schafft es damit seine Welt sehr realistisch wirken zu lassen. 

     

    Aber von vorne, denn auch wenn das Buch zu einer Reihe gehört, dürfte man als Leser kaum ein Problem damit haben, bei diesem zu beginnen. Ganz im Gegenteil. Egal ob Haupt- oder Nebenperson, kleinere Beschreibungen finden stets statt und ließen zumindest mich, stets wissen, welche Position jeder Einzelne bestritt. Anspielungen auf die vorherigen Fälle finden nur selten statt und lenken so den Fokus auf den aktuellen Fall. 

     

    Dieser hatte es diesmal wirklich in sich, denn die Ereignisse schockierten mich regelrecht und hinterließen nur eine Frage: Ist dies wirklich möglich? Wie bereits in der Kurzbeschreibung erzählt wird, erfolgen im Buch Anschläge. Viele Anschläge um genau zu sein und diese fordern nicht nur Menschenleben, sondern legen alles lahm, denn die Menschen sind in Panik. Diese Angst nutzen ein paar gerissene Personen aus, um den möglichst großen Profit zu erreichen. Genau dies schockierte mich, denn kann man wirklich gewinnen, wenn alles brach liegt? Anscheinend schon und der Weg bis dahin ist spannend und zeigt, wie wenig geschützt wir eigentlich wirklich sind. 

     

    Zu Eugen de Bodt und seinen Kollegen Silvia Salinger und Ali Yussuf, kann man eigentlich nur das sagen, dass sie ein ausgezeichnetes Team sind. Dabei spielt de Bodt die größte Rolle, denn er hat sich seinen Beruf nur als Reizung für seinen Vater ausgesucht und bezeugt dies auch immer. Trotz des Hasses auf seinen Job, macht er diesen ausgezeichnet, was besonders daran liegt, das er sich über Grenzen hinwegsetzt. Und genau das ist es, was diese Reihe für mich so interessant macht. Denn würde der Herr Kommissar sich an die Regeln und Gesetzte halten, würde er wohl keinen Fall lösen können. Dabei zeigt sich besonders, wie anstrengend unser Rechtsstaat ist, da jeder noch so kleine Schritt beantragt und genehmigt werden muss. Natürlich hält er so nicht nur seine Bürger, sondern auch seine Schützer in Grenzen, aber wann hat sich je ein Krimineller an die Regeln gehalten? 

     

    Ein besonderes Highlight des Buches, war übrigens eine Nebengeschichte, die von einem jungen Mann handelte, der seine Freundin rächen wollte. Die Einbindung dieses Nebenzweiges in die Hauptgeschichte gab dem ganzen noch mehr Pfiff, da er unwissentlich dazu beitrug de Bodt´s Fall weiter zu bringen. Dabei war die Geschichte selbst sehr traurig und weckte mein Mitleid, trotz der Gräueltaten, die dieser schließlich beging. 

     

    Kommen wir nun mit zum Wichtigsten im Buch, der Schreibweise, denn diese steigerte sich seit dem ersten Band enorm. War sie anfangs noch gezeichnet von kurzen Sätzen, die nur ein holpriges Lesen ermöglichten, arbeitete sie sich zu einem geschmeidigen Umgangston aus, der für ausreichend Neugier, Spannung und Unterhaltung sorgte. Kurz um, ich verschlang das Buch in einem Haps denn selten konnte mich ein Wirtschaftsthriller so begeistern. 

     

    Mein Fazit

     

    Wenn diese Reihe für eines steht, dann für Realismus. Die Menschen, die Städte und die Taten selbst, fühlen sich unglaublich echt an. Doch was die Geschichte ausmachte, waren, neben de Bodt, die Täter selbst, welche wirklich alle Stränge nutzten, um ihren Plan durchzuziehen. Wer also glaubt eine Lösung zu haben, wird meist schon ein paar Seiten weiter enttäuscht das Handtuch werfen müssen. Dazu schafft es das Buch, politische Themen lesefreundlich zu erklären, so das man mit einigen Ohh und Ahh-Momenten rechnen darf.

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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor 5 Monaten
    Ein rasanter Thriller

    Es gibt kein Wasser in Berlin. De Bodt und sein Team werden zu einem merkwürdigen Mordfall gerufen. Ein Ehepaar liegt tot in der Badewanne. Es handelt sich um den Chef des Wasserwerks Friedrichshagen und seine Frau. Das kann kein Zufall sein.

    Quer durch Europa explodieren Brücken. In Berlin, Paris und London gibt es Anschläge und niemand weiß, wer dahintersteckt. Es gibt auch keine Bekennerbotschaft, dafür aber viele Tote und Verletzte.

    Jemand scheint einen sehr speziellen Krieg zu führen.

    Dies ist der dritte Band um Hauptkommissar Eugen de Bodt und seine Mitarbeiter, die Kommissarin Silvia Salinger sowie Assistent und Computerfreak Ali Yussuf.

    Christian v. Ditfurth präsentiert uns mit diesem Buch nicht nur einen rasanten Thriller, sondern er behandelt auch wieder sehr aktuelle Themen, wie beispielsweise Fremdenhass, Terrorismus und Klimawandel. Von der ersten Seite an bis zum dramatischen Ende wird man durch die rasante Geschichte gejagt.

    Es ist kein Wunder, dass die Bevölkerung in Angst verfällt und die Politik ist unfähig, mit der Gefahr umzugehen und für Ordnung zu sorgen. Die Auswirkungen spürt man sehr schnell auch an den Aktienmärkten.

    De Bodt ist ein sympathischer und intelligenter Ermittler, der seinen Job macht, manchmal auch am Rande der Legalität und immer wieder gegen Widerstand in den eigenen Reihen. Aber wenigstens harmoniert sein Team gut. Mir gefallen seine Mitarbeiter Salinger und Yussuf auch gut. Dieser Fall fordert ihn und sein Team ganz besonders. Seine Ermittlungen führen ihn durch ganz Europa

    Den Tätern ist erst beizukommen, wenn man das Motiv durchschaut. Es geht um Geld und Hass. Auf der Pazifik-Insel Palau kommt der Tourist Jan den Tätern zufällig zu nahe. Seine Freundin Nadine wird deshalb getötet und das kann Jan nicht so hinnehmen.

    Erst am Ende fügen sich die verschiedenen Handlungsstränge zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammen.

    Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Die Story ist gut konstruiert, die Charaktere perfekt gezeichnet und die Spannung ist durchgängig hoch.

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    kassandra1010s avatar
    kassandra1010vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Atemlos jagen wir den vermeintlichen Tätern hinterher, beneiden den Mut der Aufbegehrenden und sind sprachlos über die Macht des Geldes.
    Grenzen werden überschritten!

    In Berlin, London und in Paris steht das Wasser still. Irgendjemand hat den Hahn zugedreht. Während kurz danach das Wasser wieder läuft, stoßen de Bodt und sein Team auf einen seltsamen Mord. Ein Ehepärchen liegt scheinbar ertrunken in der eigenen Badewanne. Da es sich bei dem Toten um den Chef des Wasserwerkes handelt, glaubt de Bodt nicht an einen Zufall. Kurz darauf werden in den drei Zentren Brücken gesprengt und die Anschlagsserie scheint noch nicht vorbei.

    Die Soko steckt fest und de Bodt ermittelt gewohnt abseits der Norm. Mit Yussuf und Salinger im Team werden Grenzen überschritten. Als alte Bekannte aus Moskau und ein neuer Freund aus Paris ebenfalls das Ausmaß begreifen, scheint es für die Weltmärkte und die EU schon kurz vor dem Aus zu stehen.

    Der unkonventionelle Strippenzieher de Bodt löst einen Faden nach dem nächsten aus dem schier nicht enden wollenden Knäul des Terrors. Bepackt mit Kant und Nietzsche packt er das Problem an der Wurzel und sein Gegner ahnt, dass ihm ein Ebenbürtiger gegenübersteht.

    Mit de Bodt rasen wir quer durch Europa und durch die Machtverstrickungen Berlins in der Hoffnung, dass dies alles nur Fiktion bleiben mag.

    Atemlos jagen wir den vermeintlichen Tätern hinterher, beneiden den Mut der Aufbegehrenden und sind sprachlos über die Macht des Geldes.

    Mit Giftflut hat Christian v. Ditfurth einen weiteren beeindruckenden Thriller geschaffen. Das Geld die Welt regiert, war einem als Leser ja vorher schon klar, aber nach dieser Story überlegt man sich sicherlich eine andere Alternative der Geldanlage. Ausgezeichnet!

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    julias_wonderlands avatar
    julias_wonderlandvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: na ja hätte mir mehr erhoft
    na ja hätte mir mehr erhoft

    Hallo ich wolte eigentlich schon seid längern die rezi zu diesen buch posten bzw. schreiben .
    so aber jetzt zu diesem buch ich habe es als reziexemplar vom bloggerportal aka von carl´s book (verlag) bekommen:3
    zum cover muss ich sagen es ist sehr unscheinbar , denn man sieht nur eine u bahn und ein Gebäude und das Klima wie ich finde ist eher düster. Der Schreibstil eher schnell den es kam mir vor das es eher so da hin gebletter wurde also das alles so plötzlich XD hoffe ihr versteht was ich meine :3 aber nach einer zeit ging es echt gut also an gewöhnt man sich daran.

    zum inhalt Ein Sprengstoffanschlag auf die Oberbaumbrücke erschüttert Berlin. Es gibt tote so wie auch verletzte. In Paris und auch in London sind auch Brücken explodiert. aber die Polizei tappt leider im dunkeln, die Täter haben keine spuren hinterlassen so wie keine Botschaft. mir ist dann auch klar geworden das jemand oder eine Gruppe krieg gegen Europa Fürren will. die wirtschaft in den Bach und Rechtspartei werden stärker.mehr sage ich nicht:)


    Meine meinung
    Da ich die anderen beiden vorder bänder nicht gelesen habe (ich weiß ich weiß) ich dachte das wäre der erste band aber ich habe mich vertan. Die Charaktere waren ok und nur leider nicht ganz so präsent wie Herr de Bodt, was ihn aber nicht weniger sympathisch macht

    In diesem Buche werden auch ein paar Themen zum Nachdenken mit angerissen, wie Klimawandel, Terrorismus und ein paar andere. was ich echt gut fand denn es spielt sich ja auch jetzt in unserer zeit ab.
    Sorry das die rezi so kurz ist denn ich habe mir leider nicht so viel merken können XD da es etwas länger her ist .
    Fazit
    Dieser Thriller trifft genau den Ton der Zeit, man wünscht sich den entscheidenden Schritt nach vorn in eine bessere Welt.
    Aber er war nicht so besonders

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    Sigismunds avatar
    Sigismundvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Topaktuell und märchenhaft spannend
    Märchenhafte Spannung

    Mit wahnwitzigem Tempo jagt Autor Christian von Ditfurth (64) nicht nur seine Protagonisten diesmal durch die Welt, sondern auch uns Leser von Szene zu Szene seines im September 2017 bei carl's book veröffentlichten, wieder äußerst spannenden Politthrillers "Giftflut". Es ist nach "Heldenfabrik" (2014) und "Zwei Sekunden" (2016) der dritte Band um Hauptkommissar Eugen de Bodt und seine Mitarbeiter, die Komissarin Silvia Salinger sowie Assistent und Computerfreak Ali Yussuf, den "blonden Türken" mit der Zappelkrankheit ADHS. Gewaltige Anschläge auf Brücken und sogar den Eurotunnel mit hunderten von Opfern in Berlin, Paris und London stellen die Sicherheitsorgane aller drei Länder vor Rätsel und lassen - wie in jedem Band dieser Reihe - deren beamtete Spitzen recht dumm dastehen. Natürlich deutet alles auf international agierende Terroristen, doch fehlt den Nachrichtendiensten jeglicher Hinweis. Nur dem hyperintellektuellen Eugen de Bodt, dem Schützling der deutschen Kanzlerin, gelingt es mal wieder - gegen alle Widerstände aus den eigenen Reihen -, diesen scheinbar unlösbaren Fall zu lösen. Ditfurths Maschinengewehr-Schreibstil ist ungewöhnlich: Kurze abgehackte Sätze. Subjekt, Prädikat, Objekt. Oft nicht einmal das. Fragmente. Nur ein Wort. Ein Adjektiv. So bleibt dem Leser Raum für die eigene Phantasie. Kurze Sätze, kurze Kapitel. Ein wahrer "Pageturner", man mag nicht aufhören zu lesen. Die Spannung bleibt immer auf hohem Niveau. Erholung und Zeit zum Atemholen findet der Leser in eingestreuten Szenen mit böswitzigen Dialogen und sarkastischem Humor. Ditfurth verbindet auch in diesem dritten Band wieder tagesaktuelle Themen (Terror, Unsicherheit in der Bevölkerung, aufkommender Rechtsradikalismus, Ausländerhass) mit manchmal märchenhaft erscheinder Fiktion: Eugen de Bodt als allwissender oder -ahnender Supermann, der nicht nur seine Mitarbeiter, sondern auch uns Leser oft mit seinem Wissen und Handeln überrascht. Doch ist dies verzeihlich. "Giftflut" bleibt trotz mancher Übertreibung ein höchstspannender Politthriller mit mancher unerwarteten Wendung bei der Suche nach den Tätern.

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    Gulans avatar
    Gulanvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Rasanter Thriller, hohes Tempo, verknappter Stil, aktuelle Themen, überzeugend!
    Die wahren Terroristen.

    „Wenn jemand den Westen zerstören will, würde er dieses Programm fahren“, sagte de Bodt.
    „Aber wer will den Westen zerstören? Davon quatschen die in der Glotze dauernd.“
    „Die Chinesen nicht, die Russen nicht. Die Islamisten natürlich. Aber die können es nicht. Wer will den Westen zerstören, und wer kann es auch?“
    Salinger schwieg eine Weile. „Was heißt eigentlich den Westen zerstören?“
    „Bomben zerstören Menschen und Gebäude. Aber nicht die Demokratie. Was oder wer die hiesige Demokratie zerstört, das sind eher die Regierungen. Maßnahmen, die die Sicherheit nicht erhöhen, aber Rechte aushöhlen.“
    […]
    „Wir drehen uns im Kreis. Wir sollten uns darauf konzentrieren, wer
    so eine Operation durchziehen kann“, sagte de Bodt. (S.184-185)


    In Berlin wird die Oberbaumbrücke Ziel eines Spengstoffanschlags, wenig später auch eine Seinebrücke in Paris und die Tower Bridge in London in die Luft gejagt. Sehr planmäßig durchgeführte Anschläge,
    die Hunderte von Todesopfern fordern. Das Seltsame: Den Anschlägen gingen jeweils Doppelmorde an leitenden Angestellten der städtischen Wasserwerke voraus. Hauptkommissar de Bodt versucht unter großem Einsatz, die Verbindung zwischen den Taten zu ziehen, um weitere Anschläge zu verhindern.


    De Bodt scheut sich nicht, auch den von ihm inhaftierten Supergangster Robert Wedenstein um Rat zu fragen und ihm einen Deal anzubieten. Zudem kommt es zu einer engen Zusammenarbeit mit dem französischen Kollegen Lebranc, der in seiner Behörde ähnlich isoliert ist wie de Bodt. Er selbst legt sich wieder mit der gesamten Riege der Sicherheitsbehörden an und doch scheint er diesmal an seine Grenzen zu gelangen, denn der Gegner verfügt über schier unglaubliche Ressourcen. Die Anschläge stoßen die betroffene Länder in große Krisen, die Angst in der Bevölkerung wächst, die Wirtschaft bricht ein, die Zeit der Populisten bricht an. Wer könnte von diesen Entwicklungen profitieren?


    „Giftflut“ ist der dritte Teil der Reihe um den LKA-Hauptkommissar Eugen de Bodt und sein Team Silvia Salinger und Ali Yussuf. De Bodt habe ich schon bei einer vorherigen Rezension als „Laus im Pelz des
    Beamtenapparates“ bezeichnet. Er ist ein exzellenter Polizist, der
    unkonventionelle Methoden verfolgt und damit großen Erfolg hat.
    Damit zieht er natürlich Neider auf sich. Durch seine
    selbstbewusst-arrogante Art wird dies natürlich noch verstärkt. De
    Both ist nicht gewillt, sich den üblichen Gepflogenheiten des
    Systems zu unterwerfen, hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg
    und stößt Vorgesetzten vor den Kopf. Er weiß aber nur zu gut, dass
    sie hinter seinem Rücken die Messer wetzen und nur auf einen
    Misserfolg von ihm warten. Privat knistert es immer noch de Bodt und seiner Oberkommissarin Salinger, aber sie kommen auch dieses Mal nicht zusammen. Was auch daran liegt, das de Both sich dieses Mal einer Venusfalle erwehren muss. Erfreulich fand ich das Wiedersehen mit Konstantin Merkow, dem russischen Spezialagenten aus dem zweiten Band „Zwei Sekunden“.


    Christian v. Ditfurth schreibt diesen Thriller in einem hohen Tempo. Die Kapitel sind kurz, die Perspektiven wechseln rasch, der Stil ist
    extrem verknappt, die Dialoge knackig, der Ton teilweise
    ironisch-spöttisch. Das macht wirklich Spaß. Zudem sind die
    Thematiken höchst aktuell. „Giftflut“ ist ein rasanter Thriller,
    der zwar dick aufträgt und überspitzt, der aber keinesfalls als
    Verschwörungstheorie abgehakt werden sollte. Vielmehr zeigt von
    Difurth hier überzeugend auf, aus welcher Richtung wirkliche Gefahr
    für das Gemeinwesen und soziale Miteinander droht. Vorsicht vor
    allzu schnellen Vermutungen! Der IS ist es nicht, die Russen nicht
    und die Flüchtlinge auch nicht.


    Noch am Abend fuhren sie zum neuen EZB-Hochhaus im Ostend. De Bodt blickte die Stahl-Glas-Silhouette hoch. Da saßen die Herren, die die Sparer mit Minuszinsen ausnahmen, um die Banken zu retten. Die sich selbst in den Abgrund gezockt hatten. Sie versenkten jetzt die kleinen Leute. Für die Boni-Zauberer. Und des Finanzministers schwarze Null. Den neuen Fetisch.

    „Es ist pervers“, sagte Yussuf. „Von mir aus können die den Laden in
    den Main sprengen.“ (S.338)

    Kommentare: 9
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: So muss ein Krimi sein. Ein wirklich gelungenes Rundum-Paket.
    Sehr gelungen.

    Beginn der Geschichte:
    Kommissar Bodt wird zu einem neuen Fall gerufen: der Chef des örtlichen Wasserwerkes liegt mit seiner Ehefrau tot in der eigenen Badewanne, offensichtlich wurde das Verbrechen inszeniert. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse, Paris und London haben ebenfalls ermordete Chefs der örtlichen Wasserwerke zu verzeichnen. Dann überschlagen sich die Ereignisse.

    Plot:
    Der Spannungsbogen ist konstant hoch, ein Ereignis jagt das Nächste. Die Geschichte wird durch verschiedene Stränge erzählt, die erst zum Schluss zusammenlaufen. Das Ende ist sehr überraschen und in meinen Augen großes richtig gut gelungen.

    Figuren:
    Kommissar de Bodt arbeitet zurückgezogen. Von Kontakt zu Kollegen hält er nichts, sein Team bildet da die große Ausnahme. Er ist anders als andere Ermittler und arbeitet auch so, was ich wirklich sehr erfrischend und abwechslungsreich fand. Trotz seiner eigenbrötlerischen Art habe ich ihn sehr sympathisch gefunden, weil er sehr intelligent und philosophisch ist.
    Yussuf arbeitet in de Bodt's Team und ist ein blonder, hyperaktiver Türke. Auch er findet Gefallen an der Philosophie und hält seine zickigen Bemerkungen nicht zurück.
    Silvia Salinger erscheint oft unnahbar, sucht aber insgeheim de Bodt's Nähe. Ziemlich klischeehaft, aber sie passt deswegen gut in die Geschichte. Mir hat sie sehr gut gefallen, weil sie ihre Bemerkungen nicht zurückhält, als de Bodt mit einer Frau Kontakt aufbaut.

    Schreibstil:
    Ich mochte den Stil sehr, da es keine verschachtelten Sätze in der Geschichte gab, sondern diese wurden kurz und präzise gehalten. Ebenso wie der Spannungsbogen ist das Tempo hoch, und was mir besonders gut gefallen hat: trotz der schlimmen Ereignisse ist der Humor nicht zu kurz gekommen.

    Fazit:
    Eigentlich bin ich keine Krimileserin, aber dieser bekommt von mir volle 5 Sterne, weil er ein wahnsinnig gutes Rundumpaket bietet: Ausführlich ausgearbeitete Figuren, ein spannender Plot und einen dazu passenden Schreibstil. Eine große Empfehlung an alle Krimifans!

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    Aleenas avatar
    Aleenavor einem Jahr
    De Bodt dritter Fall

    Kurz zur Story.
    Ich fasse mich da sehr kurz,da ich es allgemnein gar nicht besser zusammenfassen kann.
    Es geht um Bombenanschläge auf Brücken in einigen Großstädten und gleichzeitig tauchen auch noch Badewannmorde wo Pärchen zusammen in der Badewanne ertränkt werden auf. Ein Kommisar und sein Teamkollege ermitteln in diesem Fall,auf ihrer Weise.
    Was an dem ganzen Buch nicht schlecht war das es kurze Absätze hat und dadurch man das Gefühl hat man kommt gut voran in der Geschichte,leider hat es auch seine Nachteile.Teilweise war es mir einfach zu verwirrend das in den kurzen Passagen auch wechselne Szenen waren,dem ich einfach irgendwann nicht mehr folgen konnte.Ich bin Leie was diesen Autor und der Reihe an geht und hatte dadurch es sehr schwer mit dem Buch.Die Tiefe der Charaktere hat mir auch gefehlt,ich kannte schließlich keinen davon,was mich verwirrt hat.Ich wusste nicht mal ob ich den Kommisar wirklich mögen könnte,wenn ich das Buch bis zum Ende gelesen hätte,aber sry, ja ich hab das Buch abgebrochen,weil es für mich unmöglich war zu lesen.Ich mag es auch gar nicht einen dritten Fall zu lesen,wenn man die Vorgänger so gar nicht kennt,außerdem mag ich keine Politikthriller und daher war ich auch raus.Ich möchte hier auch nur meine Meinung kundtun und das Buch in keinem Fall schlecht reden,es gibt bestimmt sehr viele Fans der Reihe die den Schreibstil des Autors und die Figur de Bodt lieben,doch leider gehöre ich nicht dazu.

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    walli007s avatar
    walli007vor einem Jahr
    de Bodt & Co

    Es sieht wie ein normaler Mord aus. Der Leiter des größten Wasserbetriebes der Berliner Wasserwerke und seine Frau liegen tot in der Badewanne. Kommissar de Bodt und seine Mannschaft stehen vor einem Rätsel. Wer sollte diesen unbescholtenen Leuten etwas antun wollen. Bald werden in Paris und London ähnliche Taten entdeckt. Die Lage verschärft sich. Und als die erste Brücke einstürzt, ist der Teufel los. Die Stimmung im Lande ist am Boden, die Märkte brechen zusammen und die Welt zittert vor dem, was noch kommen mag. Es gibt weder eine Spur zu den Tätern noch einen Hinweis auf die Motive.


    Mit unkonventionellen Methoden, von denen nicht ganz klar ist, ob sie sich noch im Rahmen der Legalität bewegen, macht sich Kommissar Eugen de Bodt auf die Suche nach den Tätern und den Hintergründen. Scheinbar mit viel Geld ausgestattet begehen die Täter ein Attentat nach dem anderen. Fieberhaft versuchen die Ermittler Schlimmeres zu verhindern. Doch wenn ein Vorfall in die Politik hineinspielt, gibt es auf einmal viele Parteien, denen gedient werden soll. De Bodt wäre nicht er selbst, wenn er sich das einfach so gefallen ließe. Wieder einmal ist er wie der Dorn in der Seite seiner Vorgesetzten, der, den sie am liebsten los wären, auf den sie aber eben wegen seiner unkonventionellen Methoden nicht verzichten können.


    Mit einer atemberaubenden Ermittlungsfahrt durch Europa nimmt einen der Autor mit auf einen Weg, der an vielem zweifeln lässt. Die Skrupellosigkeit der Täter ist schier unglaublich. Sie scheinen vor Nichts zurückzuschrecken und den Tod vieler Menschen in Kauf zu nehmen. Wer kann solch ein Handeln an den Tag legen. Nahezu unbesiegbar scheinen die Drahtzieher zu sein. Wenn jeder nur das nötigste weiß, kann er schließlich nicht viel verraten. Eugen de Bodt versucht, sich in die Täter hineinzudenken. Es wirkt wie eine doppelte Struktur, die zunächst auf tote Gleise führt und schließlich doch einen Ansatzpunkt bietet. Man taucht ein in diese Welt des Schreckens und fiebert darauf, dass endlich das grausame Tun beendet wird. Und nach etlichen unerwarteten Kniffen, nach einer Achterbahnfahrt der kalt geplanten Unsäglichkeiten, zeichnet sich ein Silberstreif am Ermittlungshorizont ab. 


    Dieser Thriller trifft genau den Ton der Zeit, man wünscht sich den entscheidenden Schritt nach vorn in eine bessere Welt.


    4,5 Sterne

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    Wonni1986s avatar
    Wonni1986vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr Spannend.
    Spannend bis zum Schluss.

    Titel: "Giftflut"
    Autor: Christian V. Difturth
    Verlag: Carl´sbooks
    Seitenzahl: 4

    Cover:
    Ein unscheinbares Softcover, man sieht lediglich eine U-Bahn und Gebäude, alles ist recht düster gehalten.

    Schreibstil:
    Die Sätze sind recht kurz und alles wird Schlag auf Schlag erzählt…man kann zwischen durch gerade so Luft holen. Da ist man auch schon wieder wo anders in einer anderen Situation…, wenn man sich daran gewöhnt hat dann geht es.

    Inhalt:
    Ein Sprengstoffanschlag auf die Oberbaumbrücke erschüttert Berlin. Es gibt Tote und Verletzte. Auch in Paris und London explodieren Brücken. Es folgt Anschlag auf Anschlag. Die Polizei tappt im Dunkeln, die Täter hinterlassen keine Spur und keine Botschaft. Klar ist nur: Jemand führt Krieg gegen Europa. Die Politik verfällt in Panik, die Bevölkerung lebt in Angst, es kommt zu Übergriffen auf Minderheiten und Flüchtlinge. Rechtsparteien werden stärker. Aktienmärkte und Wirtschaft stürzen ab.

    Mit hoher Schlagzahl jagt Christian v. Ditfurth seinen Berliner Hauptkommissar Eugen de Bodt durch ein Land am Abgrund. De Bodt wirft alle Regeln über den Haufen, ermittelt hart am Rand der Legalität und darüber hinaus. Mit seinen Kollegen Silvia Salinger und Ali Yussuf verfolgt er Spuren im In- und Ausland.

    Eugen de Bodts dritter Fall spielt in einer Welt, die sich auflöst. Alle Gewissheit schwindet. Eherne Regeln werden zertrampelt. Moral ist Ballast, Recht ein Störfaktor. In einer entfesselten Welt braucht es neue Ideen, um Ideale zu bewahren. Und um Gewalttäter zu fassen.

    Meinung:
    Das ist mein zweites Buch von Herrn Ditfurth, dass 2.Band gefiel mir leider nicht so gut… Aber dieses hier war sehr gut. Es war nicht so verwirrend wie das erste und die Action stimmte, so stell ich mir einen Thriller vor.
    Die Charaktere waren ok und nur leider nicht ganz so präsent wie Herr de Bodt, was ihn aber nicht weniger sympathisch macht. Vielleicht im nächsten Buch.
    In diesem Buche werden auch ein paar Themen zum Nachdenken mit angerissen, wie Klimawandel, Terrorismus und ein paar andere.

    Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

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    Buchverlosung und Leserunde


    "Giftflut" - Eugen de Bodts dritten Fall schon vor dem Erscheinen lesen!


    Jetzt geht es weiter mit Hauptkommissar de Bodt vom Berliner Landeskriminalamt. In „Heldenfabrik“ und „Zwei Sekunden“ hatte er schon mit harten Fällen zu tun. Aber sein dritter Fall – „Giftflut“ – sprengt die Dimensionen. Im buchstäblichen Sinn: Irgendwer versetzt Europa mit einer Serie von Sprengstoffanschlägen in Angst und Schrecken.


    Als Erstes versinken die Trümmer der Berliner Oberbaumbrücke in der Spree. Es gibt Tote und Verletzte. Auch in Paris und London explodieren Brücken. Es folgt Anschlag auf Anschlag. Die Polizei tappt im Dunkeln, die Täter hinterlassen keine Spur und keine Botschaft.


    Die Politik verfällt in Panik, die Bevölkerung lebt in Angst, es kommt zu Übergriffen auf Minderheiten und Flüchtlinge. Rechtsparteien werden stärker. Aktienmärkte und Wirtschaft stürzen ab.


    Der Berliner Hauptkommissar Eugen de Bodt jagt die Verbrecher durch ein Land am Abgrund. De Bodt wirft alle Regeln über den Haufen, ermittelt hart am Rand der Legalität und darüber hinaus. Mit seinen Kollegen Silvia Salinger und Ali Yussuf verfolgt er Spuren im In- und Ausland. Aber immer wieder enden Ermittlungen in Sackgassen. Und in den eigenen Reihen muss de Bodt gegen Inkompetenz und Ignoranz ankämpfen. Als de Bodt schließlich das Motiv hinter den Anschlägen erkennt, setzt er alles auf eine Karte. Seine letzte Chance, die Drahtzieher zu stoppen.


    Die E-Book-Ausgabe von „Giftflut“ erscheint am 1. August. Die gebundene Version vier Wochen später. Die Leserunde endet am 25. Juli. Der Verlag spendiert den Gewinnern 15 Exemplare der E-Book-Ausgabe von „Giftflut“, die am 26. Juli verschickt werden.


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