Christian v. Ditfurth Tod in Kreuzberg

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Inhaltsangabe zu „Tod in Kreuzberg“ von Christian v. Ditfurth

Platten-Rosi ist tot. Ihre Leiche lag auf der Admiralbrücke. Dort, wo Kreuzberg überlaufen wird von Touristen. Wo Immobilienspekulanten die Mieter verdrängen, um Luxuswohnungen für die Reichen zu bauen. Rosi war eine Freundin der Okerstraßen-WG gewesen. Von Matti, dem abgebrochenen Studenten und Taxifahrer. Von Dornröschen, hinter dessen Dauergähnen sich ein hellwacher Verstand verbirgt. Von Twiggy, der fast alles beschaffen kann und geheimnisvollen Geschäften nachgeht.

Die Polizei behauptet, den Mord aufgeklärt zu haben, und erschießt den Tatverdächtigen auf der Flucht. Doch Dornröschen weiß, dass Rosi Machenschaften der Kolding AG aufgedeckt hat, jenes Immobilienhais, der den halben Graefekiez aufgekauft hat. Rosi führte in einer Bürgerinitiative den verlorenen Kampf gegen die 'Aufwertung von Wohnraum'. Sie schreckte vor militanten Aktionen nicht zurück.

Die Okerstraßen-WG stößt auf einen Sumpf der Korruption. Spekulanten, Politiker und Bürokraten schieben sich die Beute zu. Als die WG dem Mörder nahekommt, schlägt er zurück. Brutal und gnadenlos.

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  • Rezension zu "Tod in Kreuzberg" von Christian von Ditfurth

    Tod in Kreuzberg

    michael_lehmann-pape

    28. September 2012 um 09:08

    Matti, Twiggy und Dornröschen zum Zweiten Die Ockerstrassen-WG in Berlin, aufrechte und überzeugte Linke moderner Prägung, leckt noch ihre Wunden der Ereignisse der Vormonate. Matti, der abgebrochene Student und Taxifahrer, smart und dennoch mit offenem Herzen, muss die Enttäuschung durch Lilly überwinden. Twiggy, der Bär von Mann mit dem etwas kindlichen Gemüt, pflegt seine Liebe zu Robbespiere, der Hauskatze. Und Dornröschen, intellektueller und mentaler Mittelpunkt der WG, scheint ein auf Abwegen, betrachtet man nur ihre häufigen verstohlenen Telefonate. Just in diese Situation hinein werden die Drei mitsamt ihres Umfeldes gefordert. Rosie, die gute Bekannte, wird ermordet, erschlagen. Und natürlich steht sofort Hauptkommissar Schmelzer mit seinem mächtigen Leib und dem schütteren Haupthaar vor der Tür. Wie immer umsonst, aber das kennt er ja schon. Umgehend machen die drei ungleichen WG-ler sich auf den Weg eigener Ermittlungen. Unterschwellig gehindert durch den leicht schief hängenden Haussegen, der sogar beim Kater Robbie psychosomatische „Fell-Spuren“ hinterlässt. War es eine Tat im Affekt? War es ein geplanter Mord? Ist Rosies „Initiative gegen die Schönsanierung“ das Motiv? Ihre Mitstreiter in der Initiative zumindest wirken überwiegend nicht sonderlich vertrauenserweckend. Aber auch der Chef der Immobilienfirma Kolding kann noch so sanft und verständnisvoll tun, Dornröschen lässt sich ihr Misstrauen gegen die harte Kapitalisten nicht nehmen. Als dann auch noch ein Frau auftaucht, die Rosie zum verwechseln ähnlich sieht und klar wird, dass wieder einmal einige Lokalpolitiker Dreck am Stecken haben, aber auch so manche türkische Migranten voller Ärger und Wut sind, beginnen die Ereignisse Fahrt aufzunehmen und Gefahr zieht auf. Schräge, aber überzeugend entwickelte Charaktere, ein gehörig misstrauischer Blick auf lokale Verhältnisse und lokale Politiker und zudem das hoch aktuelle Thema der „Gentrifizierung“, sprich der „Teuer-Sanierung“ der Innenstädte, zudem ein rätselhafter Mord, zu dessen Aufklärung durchaus kriminalistische Spürsinn benötigt wird, all dies verbindet Christian von Dittfurth mit einfacher Sprache und klaren Bildern zu einer anregenden und spannenden Melange. Bei der „gut“ nicht einfach „gut“ ist (siehe die Aktivisten der Bürgerbewegung) und „böse“ nicht einfach „böse“ (Der Chef der Immobilienfirma ist ein durchaus differenziert denkender Mensch). Ebenso, wie von Dittfurth selbst alle Seiten des Problems mit ihren Argumenten zu Wort kommen lässt. „Wir leben in einem Wirtschaftssystem, in dem so funktioniert, und alle profitieren davon...:“ „Außer den Mietern, die aus ihren Wohnungen fliegen“. Und natürlich außer Rosie, die erschlagen wurde. Vom System? Aus ganz anderen Gründen? Das wird sich natürlich nach etlichen Ermittlungen, falschen Fährten und menschlichem Miteinander im Buch erst zum Ende hin herausstellen. „Tod in Kreuzberg“ ist ein würdiger Nachfolger des ersten Falles der WG, unterhaltsam, flüssig erzählt, nicht oberflächlich in der Geschichte und den Charakteren und durchaus kernig, wo es um Gewalt und Mord geht. Ein empfehlenswerter Thriller der anderen Art.

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