Christiane Frohmann

 4,4 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor*in von Tausend Tode schreiben, Vier Wochen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Christiane Frohmann, geboren 1969, lebt in Berlin und in Italien, ist Autorin und Verlegerin des Frohmann Verlags. Sie studierte Literaturwissenschaften, Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin und an der Yale University, New Haven. Frohmann publiziert plattformübergreifend und vermischt die Rollen von Verlegerin, Autorin und Netzaktivistin. Ihr Stil ist persönlich, analytisch und von Optimismus geprägt. In Vier Wochen unternimmt sie den Versuch, das „instantane Schreiben“, das sie in Social Media entwickelt hat und in dem Leben, Reflexion und Literatur zusammenfließen, offline zu simulieren. Von ihr erschienen zuletzt "Präraffaelitische Girls erklären das Internet", "Präraffaelitische Girls erklären Hexerei", "Präraffaelitische Girls erklären Demokratie" (Frohmann Verlag).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christiane Frohmann

Cover des Buches Vier Wochen (ISBN: 9783948631604)

Vier Wochen

(5)
Erschienen am 08.03.2025
Cover des Buches Being Christiane F. (ISBN: 9783955660901)

Being Christiane F.

(3)
Erschienen am 11.02.2019
Cover des Buches Tausend Tode schreiben (ISBN: 9783944195568)

Tausend Tode schreiben

(10)
Erschienen am 01.12.2014

Neue Rezensionen zu Christiane Frohmann

Cover des Buches Vier Wochen (ISBN: 9783948631604)
Johanna_Bes avatar

Rezension zu "Vier Wochen" von Christiane Frohmann

Johanna_Be
Coming of Age für Eltern

Eine witzige und sehr heutige Vater-Mutter-Kinder-Geschichte. Man kann sie auf verschiedenen Ebenen lesen: als essayistisch angehauchte Erzählung einer Frau über die Abnabelung der Eltern von ihren Kindern (nicht umgekehrt), als kritische Darstellung unseres digital geprägten Lebens und – wenn man mag – auch als feministischer Debattenbeitrag zum männlich geprägten Literaturkanon.

Aus der nachdenklichen, oft selbstironischen Perspektive einer Frau, die mit ihrer Familie am „blonden Stadtrand“ von Berlin lebt, wird erzählt. Sie ist eine von den „Guten“, will alles richtig machen und ist sich ihrer privilegierten gesellschaftlichen Position sehr bewusst. Die Eltern wollen eine neue Familienphase einläuten und das feiern: mit einem Aufenthalt in einem Ferienhaus auf einer idyllischen italienischen Insel. Geplant ist die Reise in wechselnden Zusammensetzungen, eine Woche nur die Eltern, andere Wochen mit einem Sohn oder mit zweien und mit deren Freunden. Die beiden Söhne sind gerade erwachsen geworden, die Eltern wollen aus der Vater-Mutter-Kind-Konstellation heraus, Neues erproben.

Was kann da nur schief gehen? Ziemlich viel. Peinliches. Lustiges. Schmerzliches. Es sind nur 156 Seiten. Da soll man nicht zu viel verraten. Was neben der unmittelbaren Handlung im Vordergrund steht, ist das digital geprägte Leben, das über Internet und Smartphone kanalisiert wird. Ein bisschen traurig, aber nah an der Realität einer weißen, relativ gut betuchten Mittelschichtfamilie im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, in der man über digitale Kanäle (freiwillig oder nicht) mehr über seine Kinder erfährt als im analogen Leben. Ausbaden muss man es dann analog.

2025 erschienen. Sehr gute Ferienlektüre!

Mehr im Blog: www.kultursalon.blog

Cover des Buches Vier Wochen (ISBN: 9783948631604)
M

Rezension zu "Vier Wochen" von Christiane Frohmann

Meisje25
Kurzweilig mit fehlender Pointe

Vier Wochen greift ein Thema auf, das viele Eltern unmittelbar betrifft: der Chill-Modus der (heutigen) Jugendlichen und die Frage, wie man als Erwachsener damit umgehen soll. Gerade wenn man selbst Teenager im Haus hat, wirkt der Ausgangspunkt des Buches sofort vertraut und weckt Neugier. Allerdings sitzt der Chill-Modus hier eher in Party, Alkohol und Drogenkonsum - etwas, was die Mutter sich auch selbst als Jugendliche zuschreibt. 

Gut fand ich die Erzählweise, die war ironisch, zynisch, witzig. Allerdings fand ich das Thema dann nach 80 Seiten erschöpft - die anfängliche Spannung verliert sich, weil das Buch nicht viel mehr bietet als die Variation derselben Grundidee. 

Besonders irritierend wirkten die Namen der Protagonisten, die den Lesefluss eher stören als bereichern, da ich ständig überlegen musste, wer jetzt wer ist. Künstlerisches Mittel? Ich weiß es nicht.

Insgesamt ist Vier Wochen ein kurzweiliges, stellenweise amüsantes Buch, was ich ganz gern gelesen habe, dem mir nach hinten dann aber der Biss fehlte. 


Cover des Buches Vier Wochen (ISBN: 9783948631604)
coffee2gos avatar

Rezension zu "Vier Wochen" von Christiane Frohmann

coffee2go
Veränderung zulassen

Die Novelle bietet ein ungewöhnliches Leseerlebnis, indem es bildhafte Beschreibungen von Alltagssituationen einer Familie mit zwei Teenagern schildert. Dier Erzählperspektive ist aus Sicht der Mutter und so authentisch, dass man sich als Leser*in fast wie ein Teil der Familie fühlt und mit ihr die gemeinsamen vier Wochen in Italien hautnah miterleben kann. Die Gefühlslagen wechseln, Vorstellungen vom Leben der Jugendlichen und der Erwachsenen driften auseinander, Konflikte werden von allen Beteiligten anders wahrgenommen. Konsequenzen durchzusetzen, fällt schwer, Verantwortung zu übernehmen für das eigene Handeln ebenfalls und Loslassen und Vertrauen sind ebenfalls wichtige Themen. Und am Ende ist es an der Zeit, etwas zu verändern. Ein Wandel beginnt, der Aufbruch in eine neue Lebensspanne. Vielleicht hat alles so kommen müssen?

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