Christiane Hoffmann

 4,3 Sterne bei 90 Bewertungen
Autor*in von Die Träume, die wir hatten, Alles, was wir nicht erinnern und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Christiane Hoffmann ist Erste Stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung. Hoffmann studierte Slawistik, osteuropäische Geschichte und Journalistik in Freiburg, Leningrad und Hamburg. Sie arbeitete fast 20 Jahre für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» und berichtete als Auslandskorrespondentin aus Moskau und Teheran. Anfang 2013 wechselte sie als stellvertretende Leiterin ins Hauptstadtbüro des «Spiegel». Seit 2018 war sie dort Autorin und häufiger Gast in Rundfunk und Fernsehen. Hoffmann ist die Tochter zweier Flüchtlingskinder. Ihre Vorfahren väterlicherseits stammen aus Schlesien, die Familie ihrer Mutter aus Ostpreußen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christiane Hoffmann

Cover des Buches Die Träume, die wir hatten (ISBN: 9783406843785)

Die Träume, die wir hatten

(57)
Erschienen am 09.07.2026
Cover des Buches Alles, was wir nicht erinnern (ISBN: 9783406784934)

Alles, was wir nicht erinnern

(15)
Erschienen am 17.02.2022
Cover des Buches Alles, was wir nicht erinnern (ISBN: 9783423352161)

Alles, was wir nicht erinnern

(12)
Erschienen am 12.10.2023
Cover des Buches Mami-Talk (ISBN: 9783517089294)

Mami-Talk

(1)
Erschienen am 17.03.2014
Cover des Buches Hinter den Schleiern Irans (ISBN: 9783832195380)

Hinter den Schleiern Irans

(1)
Erschienen am 20.07.2009
Cover des Buches Alles, was wir nicht erinnern (ISBN: 9783406791796)

Alles, was wir nicht erinnern

(0)
Erschienen am 17.03.2022

Neue Rezensionen zu Christiane Hoffmann

Cover des Buches Die Träume, die wir hatten (ISBN: 9783406843785)
G

Rezension zu "Die Träume, die wir hatten" von Christiane Hoffmann

Gise
Romanbiografie mit historischem Schwerpunkt

Christianes Freundin hat sich das Leben genommen, genau in der Woche, in der Russland die Ukraine überfallen hat. Beide Frauen waren seit Ende der Achtziger Jahre eng befreundet, Teil einer Gruppe junger Frauen, die Russisch studierten und sich viel mit der aktuellen politischen Situation beschäftigten. Das Buch erzählt von Träumen, die dann doch nicht wahr werden konnten, und von Unheil, das niemand kommen sah – oder nicht kommen sehen wollte. Dabei gilt dies sowohl für den Selbstmord der Freundin wie auch für den Krieg, den Russland in der Ukraine angefangen hat.

Diese Romanbiografie möchte eine Brücke schlagen zwischen dem Leben der beiden Frauen und der Geschichte, die zum Krieg in der Ukraine führte. Beides sind Themen, die die Autorin Christiane Hoffmann sehr beschäftigt haben. Ihre eigene politische Tätigkeit, ihre Kompetenz in Sachen Russland und Ukraine schimmern dabei ständig zwischen den Zeilen hervor, auch dann, wenn sie im Buch in den Hintergrund treten. Die Bearbeitung des Suizids ihrer Freundin geschieht auf persönlicher Ebene, bleibt aber in meinen Augen sehr distanziert. Mir ist es kaum gelungen, diese beiden Handlungsfäden so miteinander zu verbinden wie ich vermute, dass die Autorin selbst dies gesehen hat. Die Freundin, die nie namentlich benannt wird, blieb mir letztendlich fern wie auch das Verstehen der Freundschaft der beiden Frauen. Dafür habe ich nun ein besseres Verständnis für den Krieg in der Ukraine und für die Haltung Russlands.

Ich empfehle dieses Buch unbedingt allen, die sich zum Ukraine-Konflikt einarbeiten bzw. sich damit auseinandersetzen möchte. Leider kann ich wegen der weniger gelungenen Verknüpfung zu den privaten Träumen der Frauen nicht die gesamte Sternezahl vergeben: Es bleibt bei 3 von 5 Sternen.

Cover des Buches Die Träume, die wir hatten (ISBN: 9783406843785)
U

Rezension zu "Die Träume, die wir hatten" von Christiane Hoffmann

usto
Zwei Ebenen

          In dem Buch " Die Träume, die wir hatten" beschäftigt sich Christiane Hoffmann mit zwei miteinander verküpften Themen. Ihre Freundin hat Selbstmord begangen und sie kämpft mit Schuldgefühlen und Trauerarbeit. Für die Bewältigung ihrer Trauer blickt sie auf ihren gemeinsamen Lebensweg zurück, der über Jahre in und auf Russland fokossiert war. Sie versucht die Frage zu beantworten, wie es zum Ukrainekrieg kommen konnte, nach dem der kalte Krieg überwunden schien. Ihr Blick auf vierzig Jahre, in denen  Glasnost ,Meinungsfreiheit,wirtschaftlicher Niedergang, Aufstieg der Oligarchen und Rückkehr der alten Machtstrukturen in Russland auf einander folgten, ist aufschlußreich. Auch ihre Gedanken, was der Westen hätte besser machen können, sind interessant, wobei man natürlich in der Rückschau immer bessere Lösungen finden kann.

Cover des Buches Die Träume, die wir hatten (ISBN: 9783406843785)
theagri_liests avatar

Rezension zu "Die Träume, die wir hatten" von Christiane Hoffmann

theagri_liest
Von Freundschaft und Verlust

Vor einiger Zeit habe ich Alles was wur nicht erinnern von Christiane Hoffmann gelesen. Da es mir sehr gut gefiel, war ich auch auf ihr neues Buch gespannt. 


Die Autorin erinnert sich an ihre Freundin, die ihr in der gemeinsamen Jugend, während des Studiums so nahe, so selbstverständlich war. Geheimnisvoll wurde sie erst durch ihren Tod, der zeitgleich mit dem Krieg zwischen Russland und Ukraine geschah. Wer war sie, die Freundin? Und was hat sie ihr gegenüber und überhaupt versäumt?


Christine Hoffmann erzählt die Geschichte ihrer Freundschaft indem sie im Briefstil erzählt, wie sie zueinander fanden, was sie erleben, einzeln und gemeinsam, was ihre Freundschaft zusammenhält. Sie erzählt von getrennten Zeiten, Problemen, von Liebe und Hoffnung. Dabei spielt immer die Liebe zu Russland und der Ukraine eine Rolle. Diese Liebe scheint es auch zu sein, die die Autorin bewegt, die geschichtliche und politischen Ereignisse, besonders der jüngeren Zeit ausführlich zu schildern. Hier verlässt sie die Briefform und erzählt die Ereignisse, wie sie bekannt worden. Dies war mir häufig zu viel, zu abschweifend. Zum Titel "Die Träume die wir hatten, passt es, denn der Wunsch nach Demokratie und Freiheit für jeden Menschen durchzieht das Buch und dazu gehören politische Ereignisse. 


In den Passagen mit der persönlichen Erzählform, die sich direkt an die Freundin richten, erfährt man viel über deren Wesen und Leben. Das ist sehr interessant. Im Text erscheinen diese briefartigen Texte nahtlos, aber man kann sie gut auseinander halten. Man spürt dem Text ab, dass die Autorin noch nicht ganz fassen kann, dass die Freundin nicht mehr da ist. Sie hofft, mit Beendigung des Buches, käme die Freundin zurück. Doch gleichzeitig ist es ihre Art Abschied zu nehmen, sich zu erinnern und loszulassen.


Viele Passagen haben mir richtig gut gefallen, andere waren zu ausufernd. Auf jeden Fall war dies eine interessante, informative, lehrreiche Erfahrung, eine Geschichte von echter Freundschaft, dauerhaft und beständig im Kontext aktueller Ereignisse. Vieles habe ich erkannt, mich an Personen erinnert, zB an Peter Urie oder Memorial, mitgelitten und um verlorene Hoffnungen getrauert. Auf die Frage, was die Freundin und sie verbunden hat, gibt sie die Antwort, dass dies Russland, der Abgrund und der Humor sei.

Ein schönes Buch.

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