Christiane Neudecker Das siamesische Klavier

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Inhaltsangabe zu „Das siamesische Klavier“ von Christiane Neudecker

Schatten, die sich von einem selbst lösen. Kinderspiele, die zu tödlichen Geisterbeschwörungen werden. Eine verhängnisvolle Begegnung mit einem Erlkönig der Neuzeit. Ein Schachspiel mit einem Toten. Sportsgegner, die sich einfach nicht besiegen lassen wollen – oder zu sehr ... Neudecker erzählt mit hypnotischer Spannungskunst von dem winzigen Spalt, der sich von Zeit zu Zeit in unserer modernen, nur scheinbar rationalen Welt auftut.

Abgründig, verstörend intensiv und auf heimtückisch unaufdringliche Weise beunruhigend.

— LitteraeArtesque

Die Erzählungen sind keine Gruselschocker - und doch verstören sie durch die dunkle Atmospähre und die Verzerrung der Realität...

— parden

Das Cover sieht super aus, die Geschichten sind jedoch etwas seltsam und abstrus.

— Agnes96

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  • Langweilig und nicht unheimlich

    Das siamesische Klavier

    aliinaa1309

    25. November 2017 um 12:12

    Ich kann hier nicht wirklich eine Inhaltsangabe machen da ich sonst zukünftige Leser spoilern würde. Aber kurzgesagt: an Klischees wird sich hier ganz und gar nicht bedient.Mir persönlich hat das Buch nicht so gut wie den meisten anderen Leuten gefallen. Hier soll eine gruselige Stimmung ohne viel Blut und Klischees aufgebaut werden. Eine super Idee aber leider gar nicht gut umgesetzt. 2 von 8 Geschichten konnten mich halbwegs überzeugen aber der Rest ist entweder schon anfangs voraussehbar oder einfach nicht gruselig. Bei einer Geschichte zum Beispiel wo es um einen Freefighter ging, der einen Kampf hatte konnte ich nichts unheimliches feststellen, da einfach nur ein normaler Kampf beschrieben wird wo mal etwas schiefgeht. Die Autorin hat sich wirklich sehr gut über die einzelnen Themen erkundigt (Schach, Musik, "Erlkönigjäger" usw.) was an sich eine gute Sache ist. Aber bei Horrorgeschichten interessieren mich die ganzen Arten von Schach oder verschiedene Kampfstellungen nicht wirklich. Für mich war nichts wirklich unheimlich und eher langweilig.Der einzige positive Punkt ist der Schreibstil der Autorin. Es klingt schon fast wie ein Märchen oder eine Geschichte zum Vorlesen. Also wirklich schön aber leider konnte dieser mir nichts retten. Das die Geschichten kaum Klischees beinhalten mag gut sein, wurde aber leider nicht so gut umgesetzt.

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  • Unheimliche Geschichten...

    Das siamesische Klavier

    parden

    08. May 2017 um 00:15

    UNHEIMLICHE GESCHICHTEN...Christiane Neudeckers Geschichten versetzen das Genre der unheimlichen Erzählung von E.T.A. Hoffmann bis Daphne du Maurier in unser hoch technisiertes Dasein, in unsere vermeintlich entzauberte Welt. Abgründig, verstörend intensiv und auf heimtückisch unaufdringliche Weise beunruhigend. Diese Geschichten wirken lange nach...Sieben Geschichten mit vollkommen unterschiedlichen Grundthemen erwarten den Leser hier, doch Christiane Neudecker hat sich in die jeweilige Thematik intensiv hineingearbeitet. So ist es ihr gelungen, den einzelnen Erzählungen eine glaubwürdige Authentizität zu verleihen und sie gleichzeitig von einer beunruhigenden Atmosphäre durchdringen zu lassen.In 'Das siamesische Klavier', das diesem Buch seinen Titel verlieh, wird im tiefsten Urwald ein seltsames Doppelklavier gefunden. Da alle Versuche, es zu transportieren, scheitern, wird an Ort und Stelle ein Konzerthaus gebaut. Mit Liszts Bearbeitung von Beethovens 9. Symphonie soll es glorios eröffnet werden - dass man aber an Klavier und Musik besser nicht gerührt hätte, zeigt sich erst, als es längst zu spät ist.'Gerufene Geister oder: Der Carpenter-Effekt' beschäftigt sich mit einer Gruppe junger Mädchen, die sich mit Gläserrücken die Zeit vertreiben und eine Katastrophe herauf beschwören. "Wann sie damit anfingen, die Toten zu rufen, weiß im Nachhinein niemand so genau. Es bgann doch als harmlose Feizeit auf dem Hof, aber dann wurden die Spiele der Kinder immer beängstigender. Bis zu jener Nacht, von der sich die, die sie überlebten, bis heute noch nicht erholt haben."Ein Boxer kämpft in 'Ein Geräusch, so hässlich, so ein hässliches Geräusch' gegen einen teuflisch guten Gegner. Als dem Gegner mit dem engelhaften Gesicht Maden aus dem Mund zu quellen beginnen, weiß der Freefighter nicht mehr, was er glauben soll. Ist seine Siegesgewissheit gerechtfertigt?'Dunkelkeime' weist nahezu kafkaeske Züge auf. Hier wird ein Mann zunächst von seiner Freundin verlassen und zieht anschließend in deren Landwohnung. Dort schlüpft er - ohne es selbst zu merken - zuerst in deren Leben und dann ganz unmerklich und immer mehr in deren Körper. Am Ende zweifelt der Leser ernsthaft, was wahr ist und was nicht.'J'adoube' - Ich berichtige. Ein Ausdruck aus der Welt des Schachs, und hierum dreht es sich in dieser Geschichte. Um eine Partie, die nicht real sein kann. Weil eine junge Frau online von ihrem vor einigen Monaten verstorbenen Freund zu einer Schachpartie herausgefordert wird. Einbildung? Oder was?Frostig wird es in 'Der Erlkönigjäger'. Nahe dem Polarkreis testen viele Autokonzerne ihre streng geheimen Erlkönige - und ein Fotograf kommt ihnen seit Jahren immer wieder auf die Schliche. Doch plötzlich wird er in Eis und Schnee selbst zum Gejagten...'Wo viel Licht ist' gleitet schließlich wieder sehr ins Surreale ab. Ein Softwarekünstler gerät in seinem Spiel um Licht und Schatten an die Grenzen der Realität. Sein Schatten stockt, bewegt sich nicht mehr kongruent zu ihm - und schließlich beginnt eine verstörende Verwandlung.Nicht jede der außergewöhnlichen Geschichten konnte mich gleichermaßen begeistern, aber in allen zeigt sich das sprachliche und stilistische Feingefühl der Autorin. Die Erzählungen sind keine Gruselschocker, keine Horrorstorys - und doch verstören sie durch die dunkle Atmospähre und die Verzerrung der Realität.Nach dieser Lektüre möchte ich jedenfalls noch weitere Bücher der Autorin lesen.© Parden

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    • 8
  • Rezension zu "Das siamesische Klavier" von Christiane Neudecker

    Das siamesische Klavier

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Es gibt Bücher, die eine Tür öffnen. Eine Tür, die einen Spaltbreit offen steht, hinter der nichts als Dunkelheit zu erkennen ist. Dunkelheit und bedrohliche Schatten. Was sich hinter der Tür verbirgt, weiß man nicht, man ahnt jedoch, dass es etwas sein könnte, das einem die Nackenhaare langsam und unmerklich aufstellt, den Körper mit Gänsehaut überzieht. Eisige Kälte von innen heraus übertüncht jedes andere Gefühl. Es gibt Bücher, die eine Tür in einem selbst öffnen. Eine Tür, die noch geschlossen ist, sich jeden Moment einen Spaltbreit öffnen kann. Man möchte nicht wissen, was sich hinter dieser Tür verbirgt und hält sie verschlossen. Manchmal legt man Bücher, die diese Tür öffnen könnten wieder beiseite. Man möchte nicht wissen. Es ist ein schmaler Grat zwischen Wissen wollen und Nicht-Wissen wollen. Manchmal ist die Neugier stärker, manchmal siegt die Angst über den Mut. Und die Tür bleibt geschlossen. „Das Siamesische Klavier“ von Christiane Neudecker ist ein unheimliches Buch mit sieben unheimlichen Geschichten, die sachte und beschaulich beginnen und irgendwo in der Magengegend ein leicht beklommenes Ziehen zaubern. So können viele Geschichte beginnen, und doch gibt es nicht viele dieser Art. Je weiter die Geschichten voranschreiten, desto beklemmender wird mein Gefühl. Mein Atem stockt, fast halte ich die Luft an. Möchte wissen und erfahren, wie es weitergeht, möchte das Geheimnis ergründen. Gleichsam furchtlos in die Tiefe hinabsteigen, meine kalte Hand an ein Geländer geklammert, es zieht mich magisch hinunter, so ein Gefühl ist es, die Geschichten zu lesen. Das Buch mit einem Mal zuzuklappen kommt mir in den Sinn, doch das Buch lässt mich nicht. Da ist zum einen die Geschichte "Gerufene Geister oder: Der Carpenter-Effekt". Sie handelt von einigen Mädchen, die Geister rufen, bis etwas Schlimmes passiert. In "Ein Geräusch, so hässlich, so ein hässliches Geräusch" kämpft ein Freefighter gegen einen engelhaft aussehenden jungen Mann, dem plötzlich Maden aus dem Mund quellen und den Boxring in Madenmatsch verwandeln. "Dunkelkeime" hat etwas kafkaeskes, jemand verwandelt sich ganz unmerklich und immer mehr in eine andere Person und am Ende weiß der Leser nicht, was ist wahr und was nicht. In "J'adoube" wird eine Schachspielerin von ihrem verstorbenen Schachfreund im Internet zu einer neuen Partie gebeten. Es kann nicht sein, was nicht sein kann. Oder doch? "Der Erlkönigjäger" ist beklemmend, real und doch von unheimlichen Elementen durchzogen. Warum musste der Fotograf mit seinem Blut unterschreiben und was genau hat er unterschrieben? Er, der moderne Erlkönigjäger, wird gejagt. Die Beklemmung scheint real, auch hier wieder endet die Geschichte mit einem überraschenden Schluss, der lange nachhallt. Christiane Neudeckers Sprache ist wohltuend klar, fließend und von präziser Eleganz, wie sie nur selten zu finden ist. Sie erschafft einzigartige Atmosphäre, dicht, verwoben und plastisch und reißt somit das Geschehen aus dem Alltag. Alle Szenarien sind völlig realistisch, bis das Bild kippt. Es beginnt zu kippen, Wendungen liegen in der Luft und fallen über die Geschichten wie ein schwarzes Tuch, sie verschlucken das Reale unserer technisierten Welt und öffnen einen klitzekleinen Spalt durch den es, das Unbegreifliche, in unsere Welt hineinschlüpfen möchte. Am Ende weiß der Leser nicht, ob es gut war, bestimmte Türen zu öffnen. Als Kind verschlossene Türen von Dachböden und Kellern, aber auch leer stehende Häuser gebannt zu beobachten, unwiderstehlich angezogen und beunruhigend neugierig, was sich im Innern und in den Ecken verbirgt, auslotend, in wieweit der eigene Mut reicht; als Erwachsener unheimlichen Geschichten zwischen raschelnden Blättern lauschend. Der Spalt ist da. Man wünscht sich, man hätte den Spalt geschlossen gelassen und doch bemerkt man den eisigen Hauch, der die erhitzte Haut kühlt. "Das siamesische Klavier" hat mich beeindruckt, so sehr, dass ich auch den anderen Erzählband Neudeckers lesen möchte.

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    • 5
  • Rezension zu "Das siamesische Klavier" von Christiane Neudecker

    Das siamesische Klavier

    goldfisch

    Wir spielen ein siamesisches Klavier,welches uns den Takt vorgibt. Mitten im Urwald entdeckt , hat es dort Jahrzehnte überdauert.Weiter geht es in die nächste Geschichte. Mädchen alleine auf einem Zimmer, die ich langweilen und ein Spiel beginnen, ein Spiel mit Geistern und wir stehen im Ring, gegen einen Gegner, den wir vielleicht nicht besiegen können, wir wissen nicht, sind wir männlich oder weiblich.Wir haben Angst vor dem Licht und jagen Erlkönige und wissen nicht wer diese letzte Schachpartie gegen uns im Internet gespielt hat. Christiane Neudeckers Geschichten ziehen den Leser mit in das Buch, man ist verwirrt, befremdet oder fürchtet sich. Die Sprache ist klar und wunderschön. Dieses Buch hat viele Leser verdient. Unheimliches kann so gut sein ! Sehr lesenswert !

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    • 2

    giulianna

    12. December 2010 um 10:42
  • Rezension zu "Das siamesische Klavier" von Christiane Neudecker

    Das siamesische Klavier

    yoko

    Liebe Leser, wenn ihr dieses Buch lest, sollte es hell sein! Ich meine damit richtig hell und keine künstlich erzeugte Helligkeit. Keine Lampe, sondern Tageslicht. „Das siamesische Klavier“ von Christiane Neudecker ist kein gewöhnlicher Erzählband. Man muss sich davor in Acht nehmen und darf es nur am Tag in den Händen halten. Zu unheimlich, zu gruselig sind die Geschichten, die darin stehen. Sicherlich ist es von einer Autorin aus Fleisch und Blut geschrieben worden, doch ich werde den Verdacht nicht los, dass hier auch Geister aktiv waren und es immer noch sind. Gerade in diesem Moment, spüre ich ein Flackern in den Seiten und einen kalten Hauch, der meine Nase umweht. Sieben schaurige Geschichten entführen uns in eine dunkle Welt, die sich in das Leben ganz normaler Menschen einmischen. Die Welt von der ich spreche, ist das Reich der Toten. In den Erzählungen von Christiane Neudecker kommen sie nicht zu Ruhe und reihen sich unter das Volk der Lebenden. Da ist der komische Tscheche im Boxring, der zart aussieht wie ein Engel und seinen Gegner irritiert. Zumal der Engel extrem brutal zuschlägt. Unheimlich wird es, als dem Tschechen Maden aus dem Mund fallen und der Boden des Boxrings sich zu einem Larvenmatsch verwandelt. Oder die junge Frau, die plötzlich im Internet mit ihrem verstorbenen Spielpartner Schach spielt. Eine andere Erzählung dreht sich um einen Schatten in Hongkong, der sich verselbstständigt. Oft schwankt man zwischen Glauben und Nichtglauben. Ist das zu fantastisch, was da passiert oder wäre es doch möglich? Wie nah können sich die beiden Welten tatsächlich kommen? Ist eine Begegnung wirklich ausgeschlossen? Jede Erzählung ist auf ihre Weise gruselig, manche sogar so schrecklich, dass man sich windet und „Igitt“ schreit. Der Atem beschleunigt sich und die Haut kräuselt sich, Nackenhaare stehen plötzlich aufrecht. Christiane Neudecker ist „eine Meisterin der Atmosphäre“, wie die FAZ geschrieben hat. Hier treffen kafkaeske Elemente auf Hitchcock-Sequenzen. Sie hat jeder Geschichte ihren eigenen Rhythmus und Sprache gegeben. Ihre Sprache ist schlicht, schnörkellos und erzählt in einem ruhigen Ton, doch dann kommen sie, die kleinen bemerkenswerten Umschreibungen, die beeindrucken und erstaunen. Ebenso wie die Plots, die sich gern von hinten anschleichen und euch, liebe Leser, in eine tiefe Verzweiflung stürzen lassen. Überrascht ruft ihr dann: „Das kann nicht sein!“ Doch das kann es. Sehr gut sogar. Aber bitte, befolgt meinen Rat und lest dieses Buch nicht an einem einsamen und dunklen Ort. Sonst könnten sie kommen, die höchst lebendigen Toten. Uaagh!

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