Christiane Neudecker Sommernovelle

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Inhaltsangabe zu „Sommernovelle“ von Christiane Neudecker

Es ist der Sommer, den sie nie vergessen werden. In ihren Ferien arbeiten zwei 15-jährige Schülerinnen auf einer Vogelstation direkt am Meer. Bei flirrender Hitze streifen sie über die Insel und lauschen den Trillergesängen der Austernfischer, sie trinken eisgekühlte Limonade, zählen Silbermöwen am Himmel und führen Kurgäste durch das schillernde Watt. Doch dann holt eine Realität sie ein, mit der sie nicht gerechnet hatten. Denn was geschieht, wenn man sich mitten in der Lebenslüge eines anderen Menschen befindet? Mit leuchtender Erzählkraft entführt Christiane Neudecker ihre Leser an die stürmische Nordsee, hinein in die Turbulenzen des Erwachsenwerdens – und in die Magie des Sommers von 1989.

Zwei Wochen im Sommer 1989, die zwei kindlich engagierte Mädchen prägen und ernüchtert von den Erwachsenen reifen lassen

— schnaeppchenjaegerin

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  • Zwei Wochen im Sommer 1989, die prägend sind und zwei Mädchen heranreifen lassen

    Sommernovelle

    schnaeppchenjaegerin

    12. June 2017 um 18:17

    Die beiden 15-jährigen Mädchen Panda und Lotte verbringen ihre Pfingstferien an der Nordsee auf einer Vogelstation. Sie sind voller Enthusiasmus und Engagement für die Umwelt und hatten sich vorgestellt, sich dort um kranke und verletzte Vögel kümmern zu können. Stattdessen ist es aber eine reine Forschungsstation, so dass ihre Aufgabe darin besteht, Vögel zu zählen oder Besucherführungen durch die Dünen zu machen. Es ist der Sommer 1989, aber dennoch ist Panda noch gedanklich mit den Auswirkungen der Katastrophe von Tschernobyl beschäftigt. Sie wollte eigentlich Vegetarierin werden, wüsste aber dann gar nicht, was sie noch essen soll, da sich sich kaum mehr an Salat und Beeren herantraut. Vor allem bei dem tiefgefrorenen Gemüse, das neuerdings sogar bis zur Haustür geliefert wird, ist sie skeptisch. Lotte und Panda sind in ihrem jugendlichen Leichtsinn naiv, aber gleichzeitig auch so vorbildhaft engagiert, wenn sie sich vorstellen, die Welt retten oder zumindest ein Stückchen besser machen zu wollen. Themen wie der Kalte Krieg, Umweltzerstörung oder Neonazismus belasten sie. Sie wollen sich dagegen stark machen - Müll einsammeln, gegen den Verkauf von Pelzen vorgehen oder sich bei der Antifa engagieren.  Panda bewundert Hiller, den vogelkundigen Rentner, der wie Panda die Leidenschaft für Bücher teilt, während Lotte für den etwas älteren Julian schwärmt, der auch auf der Vogelstation arbeitet, allerdings ein Auge auf die Studentin Melanie geworfen hat.  Als nach einigen Tagen des Aufenthalts vor Ort der Leiter der Vogelstation, der Forscher und Prof. Dr. Hansjörg Kupfer eintrifft, ändert sich die Stimmung schlagartig durch seine rüde Präsenz. Sein Befehlston und seine Art mit den Vögel umzugehen, lösen bei Panda ein Misstrauen aus, weshalb sie beginnt, seine Forschungsarbeit zu hinterfragen. Der Coming-of-Age-Roman von Christiane Neudecker hat zwar nicht viele Seiten, ist aber sehr dicht mit vielen klugen und nachdenklich machenden Sätzen aus der Sicht der Ich-Erzählerin Panda geschrieben. Trotz des Alters der Protagonisten ist es kein Jugendroman, sondern eher ein Roman, für diejenigen, die auch in den 80er-Jahren großgeworden sind und die Sorgen und Nöte von Panda und Lotte geteilt haben. "Sommernovelle" ist per Definition eine kurze Erzählung über zwei Wochen im Sommer, die die beiden Mädchen prägen und in welchem Panda und Lotte ein wenig ernüchtert von der Erwachsenenwelt reifer werde und erwachsener nach Hause zurückkehren.

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  • Jugendbuch- Challenge bei LovelyBooks 2016

    Buchraettin

    Lest ihr gerne Jugendbücher? Habt ihr Lust, dies gemeinsam mit anderen begeisterten Jugendbuchliebhabern zu tun und neue Bücher kennen zu lernen? Dann macht gleich bei unserer Jugendbuch-Challenge 2016 mit. Diese Challenge soll vor allem viel Spaß machen und zum Entdecken neuer Bücher einladen. Anmeldungen sind natürlich jederzeit möglich!Hier geht es zu Challenge 2017https://www.lovelybooks.de/thema/Jugendbuchchallenge-2017-1358395874/ Hier sind die Regeln: Es sollen jeweils 2 Bücher aus den unten folgenden Kategorien gelesen werden - Natürlich könnt ihr auch mehr lesen! Die Challenge läuft vom 1.1. bis 31.12.2016. Es zählen all jene Rezensionen, die ab dem 1.1.2016 geschrieben worden sind. (hier bei LB) Da dies eine Challenge ist, soll sie selbstverständlich eine kleine oder auch größere ;-) Herausforderung sein und dazu anregen, vielleicht auch Bücher aus einem Genre zu lesen, das ihr so sonst eher nicht gelesen und dann auch nicht entdeckt hättet. Es sollte zu jedem Buch eine Rezension geschrieben werden, eine Kurzmeinung reicht leider nicht aus. Die Rezension sollte die hier bei Lovely Books sein, die hier verlinkt wird, alle anderen zählen hier nicht. Für die Jugendbuch-Challenge zählen alle Bücher, die für ein Lesealter ab ca. 13 Jahren bis ca. 18 Jahren empfohlen sind. Das Alter der Hauptfiguren im Buch sollte in diesem Rahmen liegen. Das hier ist ein Beispiel für einen Sammelbeitrag: Jeweils 2 Bücher pro Unterpunkt - insgesamt 12 Bücher sollen gelesen werden. Fantasy, Science Fiction, Dystopie (Erscheinungsdatum 2016) Gesellschaftsliteratur, aktuelle Jugendthemen, historische Jugendbücher (Erscheinungsdatum 2016) Liebesromane, Romantic Fantasy (Erscheinungsdatum 2016) Krimis und Thriller aus dem Jugendbuchbereich (Erscheinungsdatum 2016) Alte Schätze, Jugendbuchreihen, Sachbuch, Hörbuch und 2 dürfen frei ausgewählt werden! ( auch in Bezug auf das Erscheinungsdatum, gilt auch für Punkt 5 und hier dürfen auch englische Bücher einsortiert werden)   Jeder Teilnehmer erstellt einen Sammelbeitrag, um dort seine Rezensionen übersichtlich zu sammeln und zu aktualisieren. Verlinkt in diesem Sammelbeitrag außerdem ein Regal mit dem Namen "Jugendbuchchallenge 2016", das ihr in der Bibliothek in eurem Profil erstellt. Bitte schickt mir den Link des Sammelbeitrages per persönlicher Nachricht. Dann verlinke ich diesen mit eurem Namen in der Teilnehmerliste. Die aktuellen Verlosungen, Leserunden usw. verlinke ich nachfolgenden Beitrag. ( Es gibt keine Garantie für Vollständigkeit, ich mache das hier alles in meiner Freizeit:) Thema Halloween Halloween in der Kinder und Jugendliteraturgruppe Thema Lesemuffel Tipps für Lesemuffel in der Kinder und Jugendliteraturgruppe Kleiner Anreiz um die Challenge zu schaffen. Das LB Team wird ein Buchpaket stellen, das wird dann verlost Anfang nächstes Jahr unter allen, die die Challenge geschafft haben:) Liste für Neuerscheinungen im Jugendbuchbereich 2016    Challenge Beendet Mira20 MiraxD danielamariaursula Marbuerle Mrs_Nancy_Ogg Connychaos lenicool11 Floh Seelensplitter cytelniczka73 Enys Books annlu ank3006 Lotta22, Icelegs Teilnehmer 62.61.60.59. EnysBooks challenge beendet58. JamieRose57. anjazwerg56. icelegs Challenge beendet55. Peachl54. Lea-Krambeck53. Mira12352. czarnybalerinja51. ShellyBooklove50. Lotta22 Challenge beendet49. saskiaundso48. yunasmoondragon747. BeaSurbeck46. freakygirli45. Mira20  Challenge beendet44. Buchgeborene43. Curin42. ChubbChubb41. Getready40. Gwendolina39. annlu Challenge beendet38. Danni8937. Kuhni7736. ch3yenne35. Paulamybooksandme abgemeldet 22.134. Solara30033. Schluesselblume32. Kylie131.littleowl 30. MiraxD  Challenge beendet 29. DieBerta 28. danielamariaursula   Challenge beendet 27. Mabuerle Challenge beendet 26. Delphyna 25. Mrs_Nanny_Ogg Challenge Beendet 24. Connychaos   Challenge beendet 23. christaria 22. ban-aislingeach 21. marinasworld 20. lenicool11 Challenge beendet 19.Bambi-Nini 18.JuliB abgemeldet 17.Cithiel 16.Buchgespenst15.cytelniczka73  Challenge beendet 14.Bookfantasyxy 13.Vielleser18 12.xxslxa 11.buchfeemelanie 10.Claddy 9.Foreverbooks02 8.Floh Challenge beendet 7.Lesezirkel 6.Alchemilla 5.Seelensplitter Challenge beendet 4.Xallaye 3.anke3006 challenge beendet  2.Katja78 1.Buchraettin

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  • Eine Geschichte über einen Sommer. Einen Sommer, an der Schwelle zum Erwachsenenwerden.

    Sommernovelle

    Buchraettin

    26. March 2016 um 07:45

    Panda, so wird die Ich-Erzählerin von ihren Eltern genannt. Sie ist 15 Jahre und will zusammen mit einer Freundin auf einer Insel arbeiten. Ohne Eltern, Vögel beobachten, am Meer sein. Ein Sommer, der so eine Art Übergang darstellt, eine Grenze von der Kindheit ins erwachsene Leben. Die Geschichte hat einerseits einen locker und leichten Stil. Sie bietet mir als Leser eine Fülle an Eindrücken, Beschreibungen und Bildern. Es war ein Abtauchen für mich in die Geschichte. Eine Art Kurzurlaub am Meer per Kopfkino. Die Brise des Windes, die Schreie der Möwen, den Sand unter den Füßen, das spürte ich beim Lesen. Ebenso konnte ich den interessanten Vorträgen von Melanie lauschen, über die Vogelwelt und das Leben im Watt. Das war auch ein Detail dieses Buches. Als Leser erfahre ich viel Wissen über Vögel. Das macht neugierig und inspiriert sich vielleicht weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Die Geschichte spielt im Jahr 1989 Pfingsten, ein Jahr voller Wandlungen, Veränderungen und historischer Ereignisse, wie wir heute wissen. Auch für die Ich- Erzählerin ist ein besonderer Sommer. Eine Art Schwelle auf dem Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein. Auch die anderen Figuren auf der Insel sind manchmal etwas geheimnisvoll, verhalten sich so anders, als die beiden Mädchen es dachten und bereichern damit auch die Geschichte. Ich empfand die Sprache als wunderschön und sehr gefühlvoll. Ebenso hat mir das eingestreute Wissen über Vögel sehr gefallen. Auch dieses Gefühl bei mir als Leser hautnah dabei zu sein, diese lebendigen Beschreibungen, die ersten Geheimnisse der Freundin, das gefiel mir sehr. Es ist war auch ein Buch für Buchliebhaber. Hier werden Bücher angesprochen, es kommen wunderschöne Sätze darin vor. Sie laden ein zum Träumen und in der Fantasie davonfliegen wie die Vögel. Eine Geschichte über einen Sommer. Einen Sommer, an der Schwelle zum Erwachsenenwerden. Ein Buch, wie ein Kurzurlaub an der See, mit einer wunderschönen Sprache.

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  • Wunderschöne Sommergeschichte

    Sommernovelle

    Isalay

    25. March 2016 um 23:01

    Wunderschöne Geschichte, vom Sommer, vom erwachsen werden, von Vogelbeobachtungen und von der Natur. Man fühlt sich beim Lesen, als wäre man selbst an der Nordsee. Die Geschichte hat zwar nicht so wahnsinnig viel äußere Handlung, aber die Gedanken und Gefühle der Protagonistin sind sehr schön beschrieben. Mann kann sich gut in sie hineinversetzen. Insgesamt ein sehr fesselndes und berührendes Buch, wie eine warme, angenehme Sommerbrise am Meer.

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  • Besinnlich-schöne Geschichte über das Erwachsenwerden

    Sommernovelle

    Devona

    05. March 2016 um 13:17

    Christiane Neudecker erzählt mit “Sommernovelle” die stimmungsvolle coming-of-age Geschichte der beiden Fünfzehnjährigen Lotte und Panda. Bereits auf der ersten Seite wird man durch den nuancenreichen Erzählstil der Autorin in den Bann der Landschaft einer kleinen Nordseeinsel gezogen, auf der die beiden Mädchen sich im Frühjahr 1989 einfinden, um als freiwillige Helfer auf einer Vogelstation einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz zu leisten. …Die Luft war durchzogen von Salzdunst und vom Duft aufspringender Dünenrosen, sie vibrierte unter dem Summen der Bienen, dem Knistern im Sand verdorrender Schalentiere. Auf den Salzwiesen wucherte der Strandflieder und von den aufgeheizten Feldern quollen die grellgelben Rispen des Labkrauts, das wir für Raps hielten, bis auf die Bohlenwege hinauf. An manchen Tagen hob der sommerwarme Wind von den Dünen ganze Schleier aus Flugsand ab, die sich bei den Wattführungen um unsere nackten Knöchel schlängelten. … Vor dem Hintergrund dieser traumhaften Kulisse begleitet der Leser die Mädchen von ihrer Ankunft in dem kleinen, versteckt in den Dünen liegendes Haus mit seinen skurrilen Insassen – der Zivildienstleistende Julian, die Studentin Melanie, das altjüngferlich wirkende Fräulein Schmidt sowie Hiller und Sebald, zwei ebenfalls ältere Herren –  durch die erste Woche ihres Inselaufenthaltes, in welcher der Inhaber der Vogelstation, Herr Professor Dr. Hansjörg Kupfer noch nicht vor Ort ist. Diese Zeit ist geprägt von mannigfaltigen Eindrücken, die die Insel und das kleines Team den Mädchen bescheren, sowie dem unbeirrbaren, natürlichem Drang aller Fünfzehnjährigen, wenn schon nicht die Welt zu retten, dann doch zumindest IRGENDWAS zu tun, was dem eigenen Dasein einen Sinn verleiht. …Ich schämte mich. Für das Badengehen, die Sonne, das Eis. Ich schämte mich für das Urlaubsgefühl, das ich vorhin gehabt hatte. Wir waren schließlich zum Arbeiten hier. Es passte mir nicht, dass wir heute noch nichts wirklich Sinnvolles getan hatten. Nachher, beschloss ich, würde ich mit Lotte noch ein paar Vogelarten auswendig lernen. Vielleicht konnten wir auch eine Flyer für unsere Anti-Kriegskampagne entwerfen, die wir in der Schule starten wollten. Oder ein paar Ladenbesitzern, die hier im Winter bestimmt Nerzmäntel verkauften, ins Gewissen reden. Oder endlich mal herausfinden, wann sich bei uns daheim in der Stadt die Antifagruppe traf, von der wir immer wieder gehört hatten. Es gab so viele Dinge, gegen die man etwas unternehmen musste, manchmal wurde mir davon ganz schwindelig. Die Umweltverschmutzung. Die Armut in der Dritten Welt, der Hunger. Das Waldsterben, die Massentierhaltung, die Nazis. Der Treibhauseffekt. Die Atomwaffen, der kalte Krieg. Die Sache mit dem Regenwald. … Während die seit frühester Kindheit befreundeten Mädchen zeitweilig ein wenig auseinanderdriften, da Lotte sich unsterblich in Julian verliebt und erste Erfahrungen mit diesem Zustand sammelt, folgt der Leser größtenteils der Ich-Erzählerin Panda. Nach der ersten Enttäuschung darüber, dass in dieser Vogelstation anders als von den Mädchen erwartet, keine Vögel versorgt und aufgezogen werden, lässt sich die aufgeschlossene und äußerst wissbegierige Panda vom kauzigen Hiller erklären, mit welchen visuellen Methoden und Tricks man zuverlässig und annähernd genau die Zahl der Vögel in einem am Himmel dahinziehenden Vogelschwarm ermittelt. Denn dazu ist die Vogelstation angeblich da: es werden Vögel am Himmel gezählt. Diese “Daten” werden dann vom Professor “nach England übermittelt”. Panda ist immer noch begeistert. Aber die ersten Zweifel melden sich. In der zweiten Woche erscheint der Inhaber der Vogelstation – der Professor – auf der Bildfläche und mit ihm kommt die Veränderung. Von Haus aus schon ein unsympathischer Typ, ist er zudem nicht bereit, das zunehmend zielgerichtete, kritische und logische Hinterfragen der Mädchen zu den Abläufen in der Vogelstation zuzulassen. Panda begreift sich nicht, warum brütende Möwen in einem Naturschutzgebiet von ihren Eiern gescheucht werden müssen, nur um diese zählen zu können. Wozu, weshalb, warum? Was passiert mit den Daten in England, wozu werden sie gebraucht? Es gibt keine Antworten vom Professor, aber da beide Mädchen nicht dumm sind, erschließt sich ihnen in relativ kurzer Zeit von selbst der wirkliche Hintergrund ihres Tuns. Und während Lotte den Schmerz der ersten unglücklichen Liebe verarbeitet, lässt der Erkenntnisprozess auch Panda unsanft in der Welt der Erwachsenen aufschlagen. Eine Welt voller Lügen, in welcher Idealismus keinen Platz mehr zu haben scheint. … “Wann wird man so?”, fragte sie. “Wann kippt das? Die können doch nicht alle schon immer so gewesen sein.” Ich schwieg. Ich hatte einfach keine Antwort. Sie kuschelte sich an mich. “Wir machen da einfach nicht mit.”, flüsterte sie. …. Wenn nicht schon vorher, so wird man als Leser spätestens an dieser Stelle in die eigene Jugend zurück versetzt und erinnert ähnliche Prozesse beim Erwachsenwerden. Wer irgendwann in den 80ern mal 15 war, wird sich ohnehin „zu Hause“ fühlen. Christiane Neudecker beschließt das Buch 25 Jahre später mit der noch einmal auf die Insel zurück gekehrten und nach Spuren aus der Jugend suchenden Panda, die aus dieser zeitlichen Perspektive nun ganze Geschichte rückblickend erzählt hat. … Es gibt diese Sommer nur in der Kindheit oder Jugend. Oder in der Erinnerung – für immer in den eigenen Gedanken geborgen. Sie verändern die Wahrnehmung. Manchmal steigen Momente aus diesen Sommern in unser Bewusstsein und versinken wieder. Sie durchbrechen die Oberfläche nicht, sie schillern in der Tiefe. Man kann sie nur ahnen: ihre Wirkung, ihr Licht. Sie beeinflussen die Fragen, die wir stellen, sie lenken immer noch den Blick. … Fazit: eine ganz zauberhafte, ruhige, nachdenklich machende, in die eigene Tiefe spürende Geschichte über das Erwachsenwerden zweier junger Menschen. Und hinterher fragt man sich, warum solche Bücher nicht mal für den Deutschen Buchpreis nominiert werden…

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  • Sommernovelle - Christiane Neudecker

    Sommernovelle

    Lesen_ist

    01. November 2015 um 14:38

    Inhalt Pfingsten 1989: Lotte und Panda wollen die Welt verändern. Es ist die Zeit kurz vor der Wende, in der es für Jugendliche in der BRD vor allem Nord und Süd gab, nicht aber Ost und West. Deutschland liegt noch im Schatten der Wolke von Tschernobyl und jedes Gewitter bringt sauren Regen. Die beiden Freundinnen sind sich einig: Sie wollen handeln. Gemeinsam mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe aus Rentnern und Studenten leisten sie ökologischen Dienst in einer skurrilen Vogelstation. Da ist etwa Hiller, der vogelbesessene Pensionär, der Panda in sein Herz schließt und ihr beibringt, das Meer zu deuten und den Himmel zu lesen. Er fasziniert sie mit seiner Liebe zur Literatur und taucht mit ihr ein in die Legende von Rungholt, der tief in der Nordsee versunkenen Stadt. Lotte nähert sich dem attraktiven Julian an, der sie für erwachsener hält, als sie tatsächlich ist. Langsam aber fügen sich die Eigenheiten der Station zu einem entlarvenden Mosaik zusammen. Und den Mädchen stellt sich die Frage, wie viel Idealismus man sich als Erwachsener eigentlich bewahren kann. Meine Meinung Bei der #Leseparty zur #FBM15, für alle daheimgebliebenen, hat Jess @Primeballerina Goodie-Bags von LovelyBooks verlost und ich hatte das Glück, eines davon zu gewinnen. Darin war, unter anderem, auch dieses Buch. Bei Goodreads gibt es einige 5 Sterne Bewertungen, darum war ich schon sehr neugierig. Zwei 15-jährigen Mädchen fahren ohne Eltern von Süddeutschland zu einer Insel in der Nordsee, zu einer Vogelstation, wo sie für zwei Wochen als freiwillige Helferinnen mitarbeiten wollen. Panda und Lotte sind beste Freundinnen und grundverschieden. Panda (so wird sie von ihren Eltern gerufen) ist eine Leseratte, wie ihre Mutter, sie trägt Docs (Doc Martens Schuhe), nur Hosen, und hat fast ihre gesamte Kleidung schwarz eingefärbt. Lotte ist eine kleine Künstlerin, zeichnet lebensechte Bilder und kleidet sich viel weiblicher in Kleider und Röcke. Es ist Mai und noch nicht so richtig Sommer, es gibt auch einen Sturm, Wind und Regen aber auch Sonnenschein. Vor allem gibt es sehr viele Möwen; Lachmöwen, Sturmmöwen, Heringsmöwen, Silbermöwen, Graukopfmöwen, Rotschnabelmöwen und einige mehr. Ich wusste ja gar nicht, dass es so viele verschiedene Möwen gibt. Panda erzählt diese Geschichte aus der Ich-Perspektive. Eigentlich sollte mir die Protagonistin absolut sympathisch sein, weil sie Bücher liebt und sich in Geschichten vergräbt, aber das war nicht der Fall. Ich weiß nicht, ob es an dem Alter liegt, vielleicht habe ich schon lange vergessen, wie es war als 15-Jährige, aber es entstand einfach keine Sympathie. Ein älterer Herr namens Hiller war mir viel näher, obwohl er nur eine Nebenrolle spielt. Panda war mir an der einen Stelle im Buch sogar richtig unsympathisch, weil ich den Eindruck hatte, sie verletzt die Gefühle ihrer Freundin mit Absicht. Bis auf Hiller und sein alter Freund Sebald hat mich keine Figur wirklich interessiert. Die Atmosphäre fand ich gelungen. Ich war noch nie an der Nordsee und möchte das doch irgendwann ändern. Die Schilderungen im Buch haben mir große Lust auf das Meer gemacht. Aber das war dann auch alles. Beim Lesen habe ich immer darauf gewartet, dass irgendwas Interessantes passiert. Meine Gedanken sind häufig abgeschweift und ich habe wiederholt eine Seite nochmal konzentrierter lesen müssen um zu wissen was passiert ist, wenn überhaupt was. Abends sind mir nach ein paar Seiten einfach die Augen zugefallen. Erst auf Seiten 149 ist etwas passiert, das meine Aufmerksamkeit erregt hat, aber das war dann nach eine halben Seite auch wieder vorbei. Die Erzählung plätschert so dahin und eigentlich passiert nicht wirklich viel. Ja, die beiden Mädchen haben einiges gelernt über Möwen, haben ein paar angenehme Tage an der Nordsee verbracht, haben Unangenehmes auch erlebt, aber nichts was ich persönlich aufregend fand, nichts was meine Aufmerksamkeit richtig gefesselt hätte. Ich kann mich an manche Ereignisse in meiner eigenen Kindheit erinnern, die aufregender waren. Ich bin wohl eine Ausnahme, was dieses Buch angeht. Es gibt einige begeisterte Stimmen, aber meine gehört nicht dazu. Von grandios bis bezaubernd, wundervoll und poetisch sagen fast alle. Ich muss gestehen, dass ich mich die meiste Zeit gelangweilt habe beim Lesen, was wohl der Grund ist, warum ich 5 Tage(!) mit 186 Seiten verbracht habe. Auch sprachlich fand ich die Geschichte nicht besonders und einige Sätze sogar recht umständlich oder etwas verdreht formuliert. Bis auf eine Nebenfigur haben mich nicht einmal die Charaktere für sich einnehmen können. Ich wünsche jeden, der dieses Buch liest, viel mehr Freude damit, als ich damit hatte. Ich gehöre zu den ganz Wenigen, die anderer Meinung sind.

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  • Leserunde zu "Sommernovelle" von Christiane Neudecker

    Sommernovelle

    ChristianeNeudecker

    Hurra, der Sommer kommt!  ....und mit ihm meine brandneue "Sommernovelle" (Erscheinungstermin: 25.5.). Deswegen lade ich 20 von Euch ein, sich mit mir und meinen beiden Hauptfiguren, den 15jährigen Mädchen Lotte und Panda, an die sommerliche Nordsee zu träumen. Und zwar hinein in das Jahr 1989 + an einen ganz besonderen Ort: nämlich an eine Vogelwarte, direkt am Meer! Dort lernen die beiden Freundinnen, wie man Vögel zählt, wie man den Himmel liest, wie man Wattführungen leitet - und noch ein paar andere Dinge mehr... "Es gibt diese Sommer nur in der Kindheit oder in der Jugend. Oder im Übergang vom einen zum anderen. Ich habe nie wieder so etwas erlebt. Dabei war jener Sommer eher ein Frühling. Und er dauerte nur zwei Wochen lang." Wer von Euch Lust auf eine Teilnahme hat, bewirbt sich bis zum 10.5. unter der Rubrik "Bewerbung, ich möchte mitlesen". Beantwortet einfach mindestens eine der folgenden Fragen: Wo verbringst Du am liebsten Deinen Sommer?, Hast Du einen Lieblingsvogel? Wenn ja: welchen und warum?, Bist du eher ein Meer-Typ oder ein Berg-Typ? Die Gewinner werde ich am 11.5. ermitteln. Ihnen gehen vom Luchterhand Literaturverlag aus die Bücher zu. Und Ihr habt sie dann wahrscheinlich noch VOR dem offiziellen Erscheinungstermin! Das finde ich gerade selbst ganz aufregend, denn noch halte ich das fertige Buch selbst nicht in den Händen. Also: auf, auf! Ich freue mich auf Eure Bewerbungen. Und auf den Sommer. Herzlich Christiane Neudecker http://www.randomhouse.de/Buch/Sommernovelle/Christiane-Neudecker/e465139.rhd

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    • 415
  • Ein atmosphärisches Kunstwerk

    Sommernovelle

    whoiskafka

    14. August 2015 um 11:54

    Einige Worte zum Inhalt 1989, der erste Urlaub ganz ohne Eltern: Die Freundinnen Panda und Lotte reisen an die Nordsee, wo sie als Praktikantinnen in einer Vogelwarte ihre Pfingstferien verbringen möchten. In der Vogelstation begegnen sie so manchen einzigartigen Gestalten – und gewinnen neben neuen Freundschaften auch einen neuen Blick auf die Liebe, Umwelt und Selbstständigkeit. Meine Meinung Sommernovelle ist ein außergewöhnliches kleines Buch, in dem jedes Kapitel einer Praline gleicht, die man sich genussvoll auf der Zunge zergehen lassen möchte. Trotz der Kürze habe ich mehrere Tage gebraucht, um das Buch zu beenden, denn ich wollte mir viel Zeit lassen, um das Lesevergnügen noch ein wenig länger zu genießen. Das Setting hat mich von der ersten Seite an verzaubert: Die Nordsee mit all ihren Facetten, ihrer Wildheit, ihrem Charme. Christiane Neudecker schafft es, den Leser an den Strand zu entführen, ihn die salzige Luft schnuppern und das Rauschen der Wellen hören zu lassen. So jedenfalls ging es mir und ich bin vollkommen in den wunderbaren Beschreibungen der Autorin aufgegangen, denn sie haben etwas so Faszinierendes und Vertrautes, dass man sich nur wohlfühlen kann. “Es gibt diese Sommer nur in der Kindheit oder in der Jugend. Oder im Übergang vom einen zum anderen.” – S. 7 Die Mädchen Panda und Lotte stecken mitten in der Pubertät. Vor allem Panda ist eine kleine Weltverbesserin, die meine Sympathie mit ihrer klugen Art und ihrer Wissbegier sogleich erobert hat. Die Freundinnen beschäftigen sich intensiv mit ihrer Umwelt, prangern Missstände an und gehen in ihren Studien auf. Doch Lottes Interesse wird nicht nur von den Vögeln und der Umwelt geweckt, sondern auch von dem jungen Mann Julian, der ebenfalls in der Vogelwarte arbeitet. Mir haben die Charaktere ausgesprochen gut gefallen. Sie sind greifbar und durchdacht, vor allem Panda ist mir sehr ans Herz gewachsen. Die Handlung ist sehr ruhig und zeigt keinen klassischen Spannungsbogen. Dies ist aber auch gar nicht nötig, denn was das Buch ausmacht, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Persönlichkeitsentwicklung der Protagonistin. Nichtsdestotrotz kann man sich kaum von den Seiten lösen. “Es war ein Buchstabenschmerz, den ich mir da zufügte, wenn ich an einem Nachmittag nicht absetzte und – den Blick stur auf die Seiten geheftet, mechanisch umblätternd, umblätternd – zwei, drei Bücher hintereinander verschlang.” – S. 34 Zum Schreibstil der Autorin lässt sich sagen: Er ist perfekt. Wirklich, es ist eine Seltenheit, dass ich so weit gehe, einen Schreibstil als perfekt zu bezeichnen, doch Christiane Neudecker ist eine Wortkünstlerin mit einem herausragenden, umwerfenden Stil. Selten wurde ich derart in ein Buch gesogen wie durch Frau Neudeckers Worte. Man liest aus jeder Zeile, wie viel Herzblut in jedem einzelnen Wort steckt, wie künstlerisch, poetisch und durchdacht die Textkomposition ist. Fazit Sommernovelle ist einw überragende Lektüre mit einer unglaublichen Atmosphäre und der Schreibstil der Autorin ist reine Perfektion. Pure Wohlfühlliteratur! Ich werde mich definitiv bald den anderen Büchern von Christiane Neudecker widmen.

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  • Ein einzigartiger Sommer in der Jugend

    Sommernovelle

    Arizona

    24. July 2015 um 15:22

    Ein einzigartiger Sommer in der Jugend, Nordsee, 1989. Zwei Freundinnen, Lotte und Panda, beide 15 Jahre, verbringen zwei Wochen auf einer Nordsee-Insel. Sie machen ein Praktikum auf einer Vogelbeobachtungsstation. Die Stimmung im Haus ist von Anfang an etwas mysteriös. Die anderen Mitbewohner scheinen alle ganz nett zu sein. Doch als später der Professor auftaucht, so scheint dieser doch recht seltsam zu sein. Es geschehen ein paar komische Sachen, und die beiden Mädchen beginnen alles zu hinterfragen was dort abläuft. Was sind das für Forschungen, und hat der Professor etwas zu verbergen? Das wäre soweit alles zum Inhalt, das Besondere an diesem Buch ist meiner Meinung nach, dass es der Autorin zum einen besonders gut gelingt die Stimmung auf der Nordsee-Insel (Sylt?) einzufangen. Und zum andern auch diese etwas mystische Stimmung zu beschreiben. Es ist so ein besonderer Sommer, auf der Schwelle zum Erwachsenwerden, so wie es ihn nie wieder geben wird. Es hat ein bisschen etwas Magische an sich. Das ist der Pluspunkt des Romans, von der Handlung selbst her fand ich ihn nämlich eigentlich gar nicht so wirklich spannend. Die Atmosphäre ist aber sehr gut getroffen. Und die Charaktere sind sympathisch und nicht so typisch, eher etwas ausgefallen. 

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  • Von Vögeln und Menschen

    Sommernovelle

    kleinegrauewolke

    04. July 2015 um 17:11

    Vielleicht geht es allen so, dass es diesen einen Sommer gibt, der die Kindheit vom Erwachsensein trennt; einen Sommer, nach dem vielleicht äußerlich nicht viel anders ist, nach dem man immer noch zur Schule geht und immer noch bei den Eltern wohnt, und in dem sich dennoch die Gewichte unwiderruflich verschoben haben. „Sommernovelle“ erzählt, in wunderschöner, poetischer Sprache und in Bildern, die dem Leser lange in Erinnerung bleiben, von genau jenem Sommer bzw. Frühsommer im Leben der zwei jungen Protagonistinnen: der nachdenklichen, genau beobachtenden Panda und ihrer besten Freundin, der verträumten, künstlerisch begabten Lotte, die Panda einerseits im Erwachsenwerden voraus und gleichzeitig doch kindlich verletzbar ist. Beeindruckend sicher vermittelt die Autorin Gedanken- und Gefühlswelt der Erzählerin, ohne sie älter oder jünger erscheinen zu lassen, als sie ist. Panda und Lotte sind zum ersten Mal ohne die Eltern vereist, und zumindest in Pandas Fall wird bald klar, dass die Reise auch eine kurze Flucht vor den Sorgen daheim darstellt. Verschlagen hat es die beiden auf eine Vogelbeobachtungsstation an der Nordsee, doch während sie wirklich etwas über Vogelbeobachtung lernen, sind es vor allem die fast surreal wirkenden menschlichen Bewohner der Station, die den Stoff dieses Buches ausmachen, und deren Komplexitäten, Enttäuschungen und Kompromisse sich als zuviel für die Mädchen erweisen werden. Am Ende kehren Lotte und Panda nach Hause zurück – etwas reifer, vielleicht etwas illusionsloser; und vermutlich staunen sie, wie auch der Leser, dass dieser „Sommer“, in dem sich so viel ereignete, nur knapp zwei Wochen währte.

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  • Sommernovelle verzaubert von Anfang an

    Sommernovelle

    BeaSurbeck

    29. June 2015 um 07:51

    Zum Inhalt: Panda und Lotte verbringen 2 Wochen als Helfer in einer Vogelstation an der Nordsee. Die Freundinnen verbringen eine aufregende Zeit an der Nordsee, schließen neue Freundschaften und lernen die viel über die Insel, aber auch die Vogelwelt kennen. Meine Meinung: Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch weil es flüssig lesbar war. Man fieberte vom Tag der Abreise mit den beiden Mädchen mit und lernte mit ihnen die Insel kennen und konnte wissenswertes über die Vogelwelt an der See mitnehmen. Es war interessant und lehrreich zugleich, aber das Buch hatte noch mehr zu bieten. Man lernte die unterschiedlichen Mädchen gut kennen, die etwas reifere und stillere Panda, sowie die etwas lockerere Lotte. Beide gefielen mir gut, sie ergänzten sich gut und auch wenn sie mal nicht einer Meinung waren, man spürte dennoch wie eng sie miteinander verbunden sind. Auch die anderen Charaktere in dem Buch waren einem gleich nah. Es war eine kunterbunte Gemeinschaft die trotz des unterschiedlichen Alters recht schnell zusammen fand. Die Novelle spielt in einer anderen Zeit, in einer Zeit ohne Handys und Internet was mich in meine Jugendzeit zurück versetzte. Ich fand es einfach nur schön. Es war, als wäre man als stiller Beobachter mit dabei - man konnte die Meeresbrise und das Salz des Meeres förmlich riechen. Cover und Titel passen unglaublich gut zu dem Buch. Mein Fazit: Ein wunderschönes Buch über Freundschaft, erste Liebe und das Erwachsen werden. "Sommernovelle" ist ein kleines Schatzkästchen das einen von Anfang an verzaubert und Erinnerungen an die eigene Jugendzeit wach werden lässt. Ich kann dieses schöne Buch nur jedem empfehlen.

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  • Eine Novelle nicht nur für den Sommer …

    Sommernovelle

    hesi

    23. June 2015 um 21:54

    Panda, die 15-jährige Ich-Erzählerin, verbringt mit ihrer Freundin Lotte zwei Wochen als ehrenamtliche Helferin in einer Vogelstation an der Nordsee. Die Novelle beginnt mit der Abreise der beiden und endet – nicht ganz - mit dem Antritt der Rückreise. Dazwischen schließen sie Bekanntschaft und mehr mit Hiller, der Panda das Himmellesen beibringt, und seinem Freund Sebald, Julian, dem Lotte näher kommt, dem Professor, der die Vogelstation leitet, der Insel und den Vögeln und nicht zuletzt dem Plobbomon. Inhaltlich überzeugt die „Sommernovelle“ – und man erinnert sich auf einmal daran, wie man selbst sich als Jugendliche fühlte. Sprachlich stellt sich die Frage, ob eine 15-jährige wirklich so schreiben würde – oder ist die Erzählerin doch die längst erwachsene Panda? Und Formulierungen wie „wie die Knochen und Ellen in seinem Arm geborsten waren“ (jeder Arm hat nur eine Elle und die ist bereits ein Knochen) sind kleine Untiefen im Lesefluss. Doch diese lässt man schnell hinter sich, denn die „Sommernovelle“ ist eine einfühlsame Erzählung über das Erwachsenwerden, über erste Lieben, eine Sommer-und-Meer-Geschichte, ein Beispiel für das, was Erinnerung mit Ereignissen macht, eine Hommage auf die Literatur und das Lesen und noch viel mehr – aber das sollte man selbst lesen und entdecken.

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  • Sommernovelle

    Sommernovelle

    buecherwurm1310

    16. June 2015 um 13:15

    Panda und Lotte aus Süddeutschland wollen die Welt verbessern. Es ist 1989 und die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl liegt noch nicht lange zurück. Sie wollen auf einer Nordseeinsel Freiwilligendienst auf einer Vogelstation leisten. Die Station wird von einem Professor geleitet, der meist nicht anwesend ist. Außerdem ist dort eine bunt gemischte Gruppe von Freiwilligen. Panda und Lotte sind 15 – nicht mehr Kind, aber auch nicht erwachsen. Sie sind noch auf der Suche, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Obwohl sie idealistisch sind, fühlen sie sich oft unsicher. Hiller hat eine besondere Beziehung zu Panda und unterstützt sie beim Zählen der Vögel. Lotto verliebt sich in den Studenten Julian. Die Mädchen lernen jeden Tag mehr. Sie beginnen, das zu hinterfragen was geschieht und werden damit erwachsener. Das bedeutet auch zu akzeptieren, dass es nicht nur Gutes und Angenehmes im Leben gibt. Dass vieles nur Schein ist, erkennen sie dann auch und treffen ihre Entscheidung. Wunderbar ist die Umgebung auf der Insel beschrieben. Mir kam es vor, als könnte ich den Wind und das Salz auf der Haut spüren. Sprachlich ist das Buch sehr bildhaft und poetisch. Die Atmosphäre dieser Zeit ist sehr gut nachzuempfinden. Die Personen sind auch sehr schön beschrieben, so dass ich mir gut ein Bild von ihnen machen konnte. Das Cover ist wundervoll und unterstreicht die Geschichte sehr gut. Diese bezaubernde, manchmal auch etwas wehmütige Novelle hat mir sehr gut gefallen und ich kann sie nur empfehlen.

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  • Sommernovelle

    Sommernovelle

    Buecherschmaus

    13. June 2015 um 16:02

    "Sommernovelle" - das lässt ein leichtes, duftiges Buch erwarten, gleichzeitig aber auch eine gewisse formale Strenge. Und Christiane Neudecker vermag es, Beides in diesem wunderbaren kleinen Buch vortrefflich zu vereinen. "Es gibt diese Sommer nur in der Kindheit oder in der Jugend. Oder im Übergang vom einen zum anderen. Ich habe nie wieder so etwas erlebt. Dabei war jener Sommer eher ein Frühling. Und er dauerte nur zwei Wochen lang." Panda und Lotte sind 15. Zwei Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden und typisch für dieses Alter mit seinen Unsicherheiten, Sehnsüchten und Träumen - wie komme ich bei den Anderen an, besonders beim anderen Geschlecht, wie kann ich mich von meinen Eltern abgrenzen, wie kann ich mein Leben anders, besser, sinnerfüllter gestalten, was ist überhaupt ein sinnerfülltes, gutes Leben? Typisch aber auch für ihre Zeit, die achtziger Jahre, denn sie treibt die Sorge um die Umwelt um, die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl liegt gerade mal drei Jahre zurück, was kann ich noch unbesorgt essen, wie wird die Welt aussehen, in zehn, zwanzig oder auch fünfzig Jahren, wie begegne ich dem überall lauernden Rechtsextremismus, wie kann ich beitragen zu einer gerechteren, friedlicheren Welt. Gedanken, die damals viele junge Menschen sehr unmittelbar umgetrieben haben. Und das in der alterstypischen Radikalität - Gut oder Böse, Schwarz oder Weiß. Und so möchten auch Panda und Lotte beitragen zu der ersehnten besseren Welt. Ein freiwilliger Einsatz auf einer Vogelstation im Wattenmeer der Nordsee soll es sein. Und so reisen die Beiden aus Süddeutschland hoch in den Norden. Gleich von der ersten Seite an schafft Christiane Neudecker eine dichte Atmosphäre. Man riecht die See, spürt den Wind, hört die Möwen kreischen. Die Sprache ist bei aller Klarheit hoch poetisch und bildhaft und wunderschön. Und ein feiner, leiser Humor kommt auch nicht zu kurz. Auf der Vogelstation treffen die beiden auf eine Schar anderer Freiwilliger, lernen Vögel zählen, selbständig sein, Heimweh aushalten, aber auch, dass vieles nicht so ist, wie es scheint oder als Ideal sein sollte, sei es die Liebe, sei es die Arbeit für das vermeintlich Gute. Am Ende dieser zwei Wochen Sommer werden Panda und Lotte ein ganzes Stück erwachsener geworden sein. Eine Entwicklungsgeschichte also, eine Sommergeschichte, aber auch eine zarte Freundschaftsgeschichte. Wie der Titel verspricht leicht, aber nie seicht. Etwas wehmütig, voll mit kleinen stimmungsvollen Details aus der damaligen Zeit. Und damit ein Buch sowohl für Pandas und Lottes Altersgenossinnen, als auch für den reiferen Leser, der sich auf zauberhafte Art und Weise in seine Jugend und vielleicht in seinen einen Sommer zurückversetzt fühlt. Christiane Neudecker beherrscht dafür nicht nur eine wunderbar poetische, nie kitschige Sprache, sondern verpackt sie geschickt in die Form einer klassischen Novelle, lässt sogar das reinigende Unwetter niedergehen. Und das so zwanglos und leicht, dass es dem Leser eine Freude ist. Ein kleines, feines Buch und eine eindeutige Leseempfehlung!

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  • Hier kommt der Sommer!

    Sommernovelle

    hexhex

    Christiane Neudecker hat uns mit „Sommernovelle“ ein richtig schönes Sommerbuch geschenkt. 1989: Die Mädchen Panda und Lotte aus Süddeutschland fahren in den Pfingstferien für zwei Wochen auf eine Nordseeinsel, um dort in einer Vogelstation gemeinnützige Arbeit zu verrichten. Eigentlich sind die beiden mit ihren 15 Jahren zu jung dafür, aber sie versuchen ihr bestes. Sie sind in dem Alter, in dem sie vieles in Frage stellen, die Welt retten wollen und noch unbekümmert auf Erwachsene zugehen. Die Bewohner der Station sind bunt zusammengewürfelt. Außer den Mädels sind noch zwei Rentner, zwei Studenten und eine unscheinbare ältere Frau dort. Der Leiter, ein Professor, ist ein skurriler Typ. Schnell finden Panda und Lotte sich am Meer zurecht. Sie genießen die Insel, lernen viel über Vögel und versuchen sich nützlich zu machen. Sie machen Wattführungen, zählen Vögel und Möweneier. Lotte entdeckt die Liebe für sich, während Panda sich mit den Fragen des Lebens auseinandersetzt. 1989 ist Tschernobyl noch in aller Munde, der Regen ist sauer und man sammelt Kleingeld für die Telefonzelle. Beide machen während dieses Aufenthaltes Erfahrungen fürs Leben, leider nicht nur gute. Schon auf den ersten Seiten wird der Leser in einen Bann gezogen. In den Bann des Meeres. Er kann die salzige Luft riechen und kommt in Versuchung, sich den Sand von den Füßen zu streichen. Das perfekte Buch für den Urlaub an der Nordsee, aber auch für jeden, der täglich Sehnsucht nach dem Meer hat – so wie ich. Sprachlich ein Genuss, Cover mit Sehnsuchtsfoto und wunderschönem Einband. Ein hochwertiges Buch, über das sich jeder freut, der gerne ans Meer fährt.

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