Christiane Pöhlmann Das Krokodil

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Inhaltsangabe zu „Das Krokodil“ von Christiane Pöhlmann

Fjodor Dostojewski – der Inbegriff von existenzieller Düsternis und qualvoller Seelenanalyse? Diese Sammlung weitet den Blick. Fünf neu übersetzte Erzählungen zeigen den russischen Großmeister von einer überraschend anderen, hierzulande kaum bekannten Seite: als Autor heiterer, satirischer Geschichten. Die Besichtigung eines leibhaftigen Krokodils scheint Iwan Matwejitsch die geeignete Vorbereitung auf eine Europareise – da wird er von dem monströsen Tier verschluckt. Für niemanden, das Opfer eingeschlossen, ist das ein Anlass zur Klage, befördert die Attraktion eines sprechenden Menschen im Reptilienbauch doch finanzielle Interessen und Eitelkeiten aller Art. Nicht um Geld, aber um seine Glaubwürdigkeit als Mann der Reformen kämpft Staatsrat Pralinski. Um Toleranz zu demonstrieren, taucht er unangemeldet bei der Hochzeit eines Angestellten auf – «Eine peinliche Geschichte» mit chaotischen Folgen. Ob Slapstick, Groteske, sanfte Ironie oder Tragikomik – Dostojewski zieht in diesem Band alle humoristischen Register.

Bisher wenig bekannte Kurzgeschichten von Dostojewski: https://sprachgewaltig.wordpress.com/2016/08/13/klassiker-lektuere-das-krokodil-von-

— RonjaEva

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Kukolka

Hammerharte Realität, hammerhart erzählt. aber Umsetzung + Stil waren leider nicht so mein Fall. Sehr distanziert. Dennoch grausame Realität

Yuyun

Lauter gute Absichten

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Was man von hier aus sehen kann

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  • Fünf Erzählungen Dostojewskis

    Das Krokodil

    Minoo

    04. May 2017 um 09:12

    Die Gestaltung dieses kleinen Büchleins ist hervorragend. Ausgestattet mit einem Einband in Krokodillederoptik, einem passend grünen Lesebändchen und dem besonderen Format von 10 x 2,7 x 15,6 cm eignet es sich perfekt als Geschenk. Doch auch der Inhalt kann sich sehen lassen, denn dieses Buch umfasst nicht nur die Kurzgeschichte "Das Krokodil" sondern vier weitere Erzählungen sowie ein umfangreiches Nachwort des Herausgebers Eckhard Henscheid.Roman in neun Briefen (1847)Der "Roman in neun Briefen" wird durch den Briefwechsel zweier Männer erzählt. Zu Beginn bezeichnen sich die beiden als Freunde, doch der Ton verschärft sich von Brief zu Brief. Vorwürfe bestimmen den Ton und der Leser fühlt sich zwischen den beiden Männern hin- und hergerissen, kann die Beweggründe beider verstehen. Das an der Nase herumführen gelang Dostojewski mit dieser Erzählung hervorragend und mit einer ordentlichen Portion Humor. Das Krokodil (1865)"Das Krokodil" ist wahrscheinlich die absurdeste Geschichte dieses Sammelbandes. Jeder Charakter der Geschichte, versucht das Beste aus der Situation, in der Matwejitsch bei lebendigem Leibe von einem Krokodil verschluckt wird und in dessen Körper weiter lebt, zu machen. Die Reaktionen sind komisch, tragisch und bringen den Leser zum Schmunzeln.Eine peinliche Geschichte (1862)Mein Favorit ist ganz klar "Eine peinliche Geschichte". An Komik war diese Erzählung kaum zu überbieten. Die Geschichte, in welcher sich ein Mann hohen Ranges dazu entschließt durch Menschlichkeit und Nähe, die Liebe des niederen Volkes zu gewinnen und so ziemlich alles falsch macht, was man nur falsch machen kann, brachte mich nicht nur mehrfach zum Lachen, sondern auch zum Fremdschämen.Die Sanftmütige (1876)Die große Überraschung dieses Sammelbandes kam mit "Die Sanftmütige". Ich war darauf eingestellt auch hier eine komische Geschichte zu lesen, allerdings handelt diese Erzählung von der Geschichte einer Selbstmörderin. Wie es zu dem Selbstmord kommen konnte schildert ihr Ehemann, der an dem Unglück der Frau nicht ganz unbeteiligt war. Diese Geschichte ist weder komisch noch heiter, aber sehr spannend und eindringlich.Ein kleiner Held (1857)In „Ein kleiner Held“ (1857) blickt ein Mann zurück auf seine erste Schwärmerei mit elf Jahren. Dabei geriet er in die Irrungen und Wirrungen auf einem Gutshof. Diese Geschichte überraschte mich mit Dostojewskis Einfühlungsvermögen in die Gefühle eines pubertierenden Jungen. Auch in dieser Erzählung gibt es zwar einige witzige Stellen, doch die Geschichte wird vor allem durch den bildhaften Schreibstil und die Authentizität der Charaktere getragen.Abgerundet wird dieser Sammelband durch Fußnoten, Anmerkungen und einem interessanten Nachwort von Eckhard Henscheid.Fazit: Empfehlenswert für alle, die sich für russische Literatur interessieren. Egal, ob Dostojewski-Kenner oder Dostojewski-Neuling.

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  • Dostojewski einmal anders

    Das Krokodil

    Gospelsinger

    08. April 2015 um 20:03

    Dostojewski, da denkt man an dicke Wälzer mit schwermütigem Inhalt. Weltliteratur, aber nicht gerade leichte Kost. So ist er eben, der Dostojewski: ernst, tief, schwer, melancholisch. Aber er konnte auch anders. Es gibt Erzählungen von ihm, die sich von seinen dicken Romanen stark unterscheiden, in denen er zeigt, dass er auch humorvoll und satirisch schreiben kann. Manesse hat jetzt fünf dieser Erzählungen in neuer Übersetzung in einem liebevoll (und zum Inhalt passend) gestaltetem Band herausgebracht, mit einem lesenswerten Nachwort von Eckhard Henscheid. Es beginnt mit einem „Roman in neun Briefen“. Wobei „Roman“ etwas hochtreibend formuliert ist, die Geschichte hat gerade einmal 28 Seiten. Der Briefverkehr zwischen Pjotr Iwanytsch und Iwan Petrowitsch beginnt vorgeblich freundlich und eskaliert zusehends. Um Geld geht es – und um eine Frau… „Das Krokodil“, die Titelgeschichte, die verantwortlich für die krokodilhautähnliche Buchdeckelgestaltung ist, handelt von einem Mann, der von einem Krokodil verschluckt wird. Komischerweise ist das Krokodil innen hohl, sodass der Mann nicht nur überlebt, sondern sich darin recht bequem einrichtet und die neugewonnene Popularität für seine politischen Zwecke ausnutzen will. Mein Favorit dieser fünf Geschichten ist „Eine peinliche Geschichte“. Der Offizier Iwan Iljitsch bemerkt auf dem Nachhauseweg die Hochzeitsfeier eines Untergebenen und lädt sich kurzerhand selbst ein. Dass er sich mit seiner Anwesenheit in den Vordergrund spielt, ist ihm gleichgültig. Zwar merkt er irgendwann, dass er zu viel getrunken hat und sich danebenbenimmt, aber da kann er schon nicht mehr zurück. Es wird peinlich. Sehr peinlich. Ich hätte nie gedacht, dass Dostojewski mich so zum Lachen bringen kann. „Die Sanftmütige“ liegt tot auf dem Tisch. Sie hat sich ein paar Stunden zuvor aus dem Fenster gestürzt. Ihr Mann lässt nun ihre Ehe Revue passieren, wobei zweierlei deutlich wird. Erstens, der Gute hat eine äußerst gestörte Selbstwahrnehmung, und zweitens, die Frau hatte einiges auszuhalten. Was sie letztendlich nicht mehr ausgehalten hat. „Ein kleiner Held“ ist der Elfjährige, der auf dem Landgut eines Verwandten an dessen nie endenden Feiern teilnimmt und von den anwesenden Frauen geneckt wird. Prompt verliebt er sich in eine der Frauen, natürlich heimlich, und gerät deshalb in peinliche Situationen. Zum Schluss verhält er sich aber wirklich heldenhaft. Einmal mehr hat Manesse ein kleines Buchschätzchen hervorgebracht, das einen Klassiker nicht nur lebendig hält, sondern auch von einer ungewohnten Seite zeigt.

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