Harte Tage, gute Jahre

von Christiane Tramitz 
4,2 Sterne bei17 Bewertungen
Harte Tage, gute Jahre
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Positiv (13):
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Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Kritisch (2):
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Für mich keine Biografie sondern ein Roman mit fiktiven Gesprächen und Ereignissen. Schade, hatte mir mehr erhofft.

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Inhaltsangabe zu "Harte Tage, gute Jahre"

„Sachrang, der Geigelstein und die Sennerin dort oben, die Mare, das ist für mich die Essenz von Bayern.“
Werner Herzog

70 Jahre auf einer Alm in den bayerischen Bergen - die außergewöhnliche Lebensgeschichte einer bemerkenswerten Frau.
Christiane Tramitz erzählt das Leben der Sennerin vom Geigelstein. Es ist eine Geschichte vom einfachen Leben im Gleichmaß der Jahreszeiten und in Achtsamkeit vor der Natur und von der Geborgenheit inmitten einer vertrauten Heimat.
Weil sie Liebeskummer hatte, packte die damals siebzehnjährige Bauerntochter Maria Wiesbeck aus Samerberg 1941 ihren Rucksack, verließ den väterlichen Bauernhof und stieg auf zur Oberkaser-Alm in den Chiemgauer Alpen. Dort versorgte sie fortan als Sennerin das Vieh und kehrte seitdem nicht einmal in den harten Wintern ins Tal zurück.
Die Alm-Wirtschaft wurde ihr Lebensinhalt. Sie lebte einfach und gesund im Einklang mit der Natur. Nun, am Ende dieses langen Lebens erkennt sie, dass das Vertraute mehr und mehr verschwunden ist. Auch auf der Alm hat das moderne Leben längst Einzug gehalten, und so manches davon bedroht die Natur.
Die Biografie der Sennerin vom Geigelstein entführt die Leser auf eine anrührende Weise in die längst untergegangene Welt der traditionellen Alm-Wirtschaft inmitten einer Natur, die sich die meiste Zeit des Jahres lebensfeindlich zeigt. Dieses Leben ist alles andere als ein Idyll gewesen. Es war voller Entbehrungen und bot dennoch jene Geborgenheit, die wir heute Heimat nennen.

* Das unvergleichliche Leben einer Sennerin in den bayerischen Bergen
* Lesefutter für alle, die sich nach einem ursprünglichen und unverfälschten Leben sehnen
* Für die Leser von Anna Wimschneiders "Herbstmilch" und Dora Prinz´ "Ein Tagwerk Leben"

Das perfekte Geschenk für alle Bergfreunde, Bergwanderer und Naturliebhaber

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426214312
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Knaur
Erscheinungsdatum:01.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Buchraettinvor 4 Monaten
    Es ist ein sehr berührendes Buch über eine ungewöhnliche Frau

    Eine Frau, die ihr Leben auf einer Alm in den Chiemgauer Bergen verbracht hat. Als 17- jährige während des zweiten Weltkriegs kam sie hier herauf als Sennerin und blieb ihr ganzes Leben. Dieses Buch erzählt ihre Geschichte.
    Die Perspektive der Geschichte wechselt immer zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit von Mare, so heißt die Frau. Sie kommt mit 17 Jahren auf die Alm. Sie lebte mit ihrer Familie zusammen, dem Großvater, der nun im Sterben liegt, ihrer Schwester, die verheiratet ist. Es ist die Zeit des zweiten Weltkrieges. Die Männer werden einberufen. Ihre Schwester heiratet den jungen Mann, in den auch Mare sich verliebt hatte. Die Anspannung zwischen ihnen nimmt zu und so geht Mare auf die Alm.
    Wie lebt eine junge Frau so allein auf einer Alm. Mit ihren Tieren, den Menschen, die ihr begegnen, der vielen Arbeit, den Entbehrungen. Ist sie einsam gewesen?
    Die Gegenwartsgeschichte berichtet von ihrem Alter. Die Hütte eingeschneit, eine Lawine geht ab- aber auch nach der Rettung will Mare ihre Alm nicht verlassen. Ihr ganzes Leben hat sie hier verbracht. Als Leser bekommt man auch noch Eindrücke von Nachbarn, die zu gern die Alm besitzen würden, wäre Mare nur fort da.

    Die Geschichte wird in einem sehr lebendigen Ton erzählt. Aber ich fühlte mich dennoch Mare so nahe, als sei es eine Ich -Erzählung.
    Was mir ein wenig schwer fiel, da musste ich manchmal mehrfach lesen, waren die Dialoge im Buch. Diese sind in Dialekt geschrieben, aber das bewirkt, dass es noch authentischer wirkt.
    In der Anmerkung am Ende des Buches erfährt der Leser, dass es auch fiktive Anteile gibt in dieser Geschichte, die Autorin des Buches aber sich ihre Geschichte, Mares Geschichte, hat erzählen lassen. Auch welche Figuren fiktiv sind und welche real. Mich hätte vielleicht noch interessiert, was ist wirklich real davon und wie sehr ist das Buch doch eine fiktive Geschichte.
    Ich fand es interessant, dass Mare ihre Geschichte erzählt hat. Und die Danksagung der Autorin an sie ist schon auch berührend und habe mich gefreut, dass ich durch das Buch einen Einblick in das Leben dieser ungewöhnlichen Frau erhalten habe.
    Ich mag ja gern Fotos in Sachbüchern, das hätte ich hier noch schön gefunden, aber es ist auch die Frage, gibt es überhaupt Fotos von Mare im Laufe der Zeit?
    Es ist ein sehr berührendes Buch über eine ungewöhnliche Frau, die ihr Leben in den Bergen bei ihren Tieren, der Natur verbrachte. Es ist berührend zu lesen, fesselnd wie ein Roman und dennoch auch informativ wie eine Biographie über Mare, die Sennerin.

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    Imoagnetvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.
    Ein einfühlsames Buch, welches das Leben bejaht!!!

    Ich fahre in den Urlaub. Immer Richtung Süden. Aus dem Fenster heraus kann ich grüne Wiesen sehen, ganz im Hintergrund die Alpen. Ich bin auf der A8 unterwegs und irgendwo links sind der Chiemsee und die Chiemgauer Alpen. Auf meinen Beinen liegt das Buch „Harte Tage, gute Jahre“ von Christiane Tramitz. Schon beim Aufschlagen verbindet sich meine Realität mit dem Inhalt des Buches. Plötzlich verschwinden die weiten Wiesen, die Berge rücken immer näher und ich bin auf dem Geigelstein. Zusammen mit Maria Wiesbeck und dem Berggeist...

    Inhaltlich geht es in „Harte Tage, gute Jahre“ um das Leben der Mare (Maria Wiesbeck). Sie wächst mit Bruder und Schwester, Mutter und Großvater auf dem Schadhubhof auf. Eines Tages verliebt sie sich, doch diese Liebe wird leider nicht erwidert (wer diese Liebe ist, möchte ich hier nicht verraten, denn es würde zu viel von der Spannung beim Lesen nehmen). Eines Tages ändert sich die Familienkonstellation, sodass Mare auf dem Hof keinen Platz mehr hat.

    Sehr schön finde ich in diesem Zusammenhang folgende Textstelle: „Wie viele Tage sind es im Leben eines jeden Menschen, die sein Auf und Ab jäh bestimmen, unbeeinflussbar, endgültig und für immer? [...] Wie viele solche Tage geben dem Leben eine andere Richtung, als man sich erhofft hat? Selten sind es nur wenige, meistens so viele, dass sie vergessen werden. Was bleibt, ist das diffuse Gefühl, das Schicksal habe gewirkt, mal ein schönes, mal eines, das man sich nie erhofft und lieber nie erlebt hätte.“ (S. 45)

    Mares Großvater schickt sie über den Sommer als Sennerin auf die Oberkaseralm. Am Ende des Sommers steht für Mare fest, dass sie für immer hier oben bleiben möchte. Die verschiedenen Erlebnisse von ihr sind weiterer Inhalt des Buches.

    Besonders beeindruckend finde ich, wie Mares Bruder Franz und seine Vorahnungen, welche den Krieg betreffen, dargestellt werden. Franz ahnt schon recht früh, dass Hitler nichts Positives hervorbringen wird. Doch seine Aussagen werden nur müde belächelt. Dieses Phänomäen gibt es leider auch in der Gegenwart, dass Menschen die Augen verschließen bzw. vermeintlichen „Rettern“ bei Wahlen (weltweit) ihr Kreuz geben.

    Immer wieder tauchen im Buch auch Passagen auf, die mich als Leserin über Gottvertrauen (welches Mare in einem besonderen Maß hat) bzw. die Existenz Gottes nachdenken lassen. Eine solche Stelle ist auf den Seiten 92 bis 93 zu finden:

    „’Gott sei mit dir!’, rief Mare ihm hinterher. [...] ‚Gott?’, schrie er zurück. ‚Der nützt neamand was im Krieg, und ob er die Toten alle zu sich holt in den scheenen Himmi, des glaub i net, bei dene vielen, die auf einmal verreckt san und noch sterbn wern. [...]’“

    Oder auch: „[...] und so war sie [Angst] bei Mare dem blinden Vertrauen zu Gott gewichen, auch wenn dieser viel Tod auf Erden zuließ.“ (S. 131)

    Während des Lesens im Buch lernt der Leser immer neue Menschen kennen, mit denen Mare Kontakt hat. Einige fallen mir positiv auf, wie zum Beispiel Conny, Werner Herzog, Ferdi, Claus Hipp, Carsten oder die Besitzer der Niederkaseralm. Andere hingegen sind mir gleich von Anfang an unsympathisch, so unter anderem die Familie Finsterwalder.

    Fast genauso oft, wie ich als Leserin neue Personen kennenlerne, muss ich mich von lieb gewonnenen Vertrauten verabschieden. Christiane Tramitz schafft es, dass solche Szenen wirklich unter die Haut gehen und ich mich mehr als einmal mit Tränen in den Augen erwische. Eine solche Situation ist, als Mare sich nach einer langen gemeinsamen und schönen Zeit mit ihrer Mutter Edith auf der Alm von dieser verabeschiedet. Ich habe einen richtigen Film vor meinen Augen gesehen, wie Mare ihr erst „Auf Wiedersehen“ sagt und ihr dann sogar noch einmal hinterher rennt. Mir hat es fast das Herz zerrissen.

    Umso größer wird meine Hochachtung vor Mare, wenn ich daran denke, dass dies nur ein Abschied von vielen ist. Wie kann ein Mensch so viele traurige Momente durchleben und trotzdem nicht daran zerbrechen?

    Vielleicht hilft es doch manchmal die Realtität wegzuschieben und sich in eine andere Welt zu flüchten?

    „[...] Dann zieht sie sich die Decke über den Kopf, will nichts mehr sehen, nichts mehr hören, sondern wieder träumen. Nichts soll sich verändern, alles so bleiben, wie es ist, hier auf dem Geigelstein. Es sind schon so viele Menschen gegangen, weg vom Berg, weg von Mare.“ (S. 111)

    Oder auch: „Gott lässt in Mares Hirn das Hier und Heute in nostalgischer Vergangenheit versinken, begleitet von Wehmut und Dankbarkeit. Die Zeit der Gegenwart ist jetzt nicht mehr lang, sie quält nicht mehr, vergeht schneller denn je. Und die Einsamkeit ist schon lange verflogen inmitten all der schönen Erinnerungen. Mare lebt ihr Leben ein zweites, drittes Mal, immer wieder. Gott bewirkt auch, dass die alte Frau langsam vergisst, was nicht gut war und ist.“ (S. 174)

    Es gäbe noch so viele andere Themen im Buch ausführlich hervorzuheben, die mich beeindruckt haben. Jedoch soll auch diese Rezension nur einen groben Überblick über das sehr gute Werk von Christiane Tramitz geben. Aber erwähnen möchte ich auf jeden Fall noch die scheinbar unendlichen Kämpfe um Mares Heimat (sei es die Oberkaseralm oder auch der Berg ansich) und die Zähigkeit, mit der Mare Naturkatastrophen und anderem trotzt und so dem Tod mehrfach von der Schippe springt.

    „Wenn sich der schwarze Sensenmann um Mares Hütte stiehlt, die Türe öffnet, nach innen huscht und sich auf das Bett setzt, um die Greisin zu holen, schwebt der Berggeist über der alten Frau. Er war auch da, als der Tod Mare vor einiger Zeit verhungern lassen wollte. Er war gegenwärtig, als der Tod die Stube in Flammen aufgehen ließ. [...] Schickte er [der Tod] Mare ins Jenseit, holte der Berggeist sie wieder zurück ins Diesseits. Inzwischen war Mare schon so oft zwischen Tod und Leben hin- und hergeglitten, dass sie den Respekt vor dem Sensenmann verloren hatte. Todsicher, a bleeds Wort, des gibt’s gar net, denkt Mare oft, denn nichts ist bei ihr, der Zähen, bislang so unsicher gewesen wie der Tod.“ (S. 174f)

    Geschrieben ist diese Biographie über Maria Wiesbeck wie ein Roman. Dadurch verschwindet für mich die (manchmal störende) Distanz, die ich oft fühle, wenn ich Biographien lese, die als Sachbuch veröffentlicht sind. Auch, dass einige „Teile des Inhalts“ fiktiv sind, finde ich nicht schlimm. Im Gegenteil, ich kann verstehen, dass Persönlichkeitsrechte gewahrt werden müssen und dass es über einige Abschnitte in Mares Leben vielleicht einfach keine Informationen gibt bzw. Mare nie darüber sprechen wollte (zum Beispiel ihre erste Liebe). So finde ich es schön, dass hier trotzdem eine „runde Geschichte“ vorliegt und nicht riesengroße Lücken in Mares Leben geblieben sind.

    Als besonders gelungen möchte ich die Einteilung der einzelnen Kapitel nennen. Es findet ein ständiger Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit statt. So gefällt mir auch, dass ich als Leserin einen Rahmen um die Geschichte habe, weil ich das Gefühl habe, dass Mare sich nach dem Lawinenabgang am Anfang des Buches an ihr Leben erinnert und ich so mit ihr auf diese spannende Reise genommen werde.

    Den Schreibstil von Christiane Tramitz finde ich sehr angenehm und flüssig. Obwohl ich nicht aus Bayern komme und diesen Dialekt nur aus diversen Vorabendkrimiserien im Fernsehen kenne und liebe, vermittelt er hier eine Art Heimeligkeit und ich fühle mich sofort in die Geschichte hineingezogen und Eins mit Maria Wiesbeck.

    Mein Urlaub ist zu Ende, die Fahrt geht über den Brenner immer in Richtung Norden. Als ich auf der Höhe von Holzkirchen bin, lasse ich meinen Blick nach rechts wandern und denke mir, dass sich Mares Geschichte nur ca. 40 km Luftlinie von hier abgespielt hat. Und zum Ende meiner Reise lese ich die letzten Seiten in dem Buch um Mare. Es bleiben ein letztes Seufzen und die Dankbarkeit, dass es jemanden gab, der diese faszinierende Lebensgeschichte gerade noch rechtzeitig in so einer besonderen, liebevollen und wertschätzenden Art aufgeschrieben hat. Ich bin mir sicher, sie wäre sonst im Jahr 2017 für immer verloren gegangen.

    „Frieden mit dem Leben schließen, das einen beutelt und herausfordert, ist eine Kunst. Kein Hadern, kein Jammern mit dem Schicksal, kein Zurück-, sondern ein Nachvorneblicken, sich arrangieren und das Beste daraus machen, das alles ist eine Gabe, die Kraft verleiht und Leid erspart.“ (S. 185)

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    Ambermoonvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Biographie einer Sennerin in Romanform. Ein Rückblick in alte Zeiten - bewegend, beeindruckend und mit so viel Weisheit.
    So frei und dem Himmel so nah

    70 Jahre auf einer Alm in den bayerischen Bergen - die außergewöhnliche Lebensgeschichte einer bemerkenswerten Frau.
    Christiane Tramitz erzählt das Leben der Sennerin vom Geigelstein. Es ist eine Geschichte vom einfachen Leben im Gleichmaß der Jahreszeiten und in Achtsamkeit vor der Natur und von der Geborgenheit inmitten einer vertrauten Heimat.
    Weil sie Liebeskummer hatte, packte die damals siebzehnjährige Bauerntochter Maria Wiesböck aus Samerberg 1941 ihren Rucksack, verließ den väterlichen Bauernhof und stieg auf zur Oberkaser-Alm in den Chiemgauer Alpen. Dort versorgte sie fortan als Sennerin das Vieh und kehrte seitdem nicht einmal in den harten Wintern ins Tal zurück.
    Die Alm-Wirtschaft wurde ihr Lebensinhalt. Sie lebte einfach und gesund im Einklang mit der Natur. Nun, am Ende dieses langen Lebens erkennt sie, dass das Vertraute mehr und mehr verschwunden ist. Auch auf der Alm hat das moderne Leben längst Einzug gehalten, und so manches davon bedroht die Natur.
    Die Biografie der Sennerin vom Geigelstein entführt die Leser auf eine anrührende Weise in die längst untergegangene Welt der traditionellen Alm-Wirtschaft inmitten einer Natur, die sich die meiste Zeit des Jahres lebensfeindlich zeigt. Dieses Leben ist alles andere als ein Idyll gewesen. Es war voller Entbehrungen und bot dennoch jene Geborgenheit, die wir heute Heimat nennen...(Klappentext)

    ❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁

    "Die alte Sennerin Mare sitzt auf ihrem Stuhl und lauscht in die Stille. Im Herd zuckt die letzte Flamme, dann wird es finster im Raum. Ist schon die Nacht hereingebrochen?" (Beginn)

    Erzählt wird aus der Sicht der über 90-jährigen Mare - einer alten, nun schon leicht dementen, aber immer noch dickköpfigen Sennerin.
    In der Gegenwart hat Maren mit ihrem Alter und den Menschen zu kämpfen, welche sie von ihrer geliebten Alm vertreiben wollen. Zu alt, zu schwach und nicht ganz richtig im Kopf sei sie, sagen die Leut'. Die alte Sennerin jedoch, stur wie eh und je, weiß es besser und immer wieder schweifen ihre Gedanken in die Vergangenheit ihres langen und harten Lebens. Und so begleitet der Leser die alte Maren durch ihre Jugend mit der ersten großen Liebe, über ihre Tage als hart arbeitende Sennerin, bis hin zu ihren letzten Tagen. Ein Leben voller Stille und Entbehrungen, manchmal auch Hunger und Einsamkeit. Doch es war ein selbst bestimmtes Leben und sie wollte es nie anders haben, denn auf ihrer Alm war sie glücklich, dort oben war sie frei.

    Die Geschichte von Maren wird von der Autorin einfühlsam wiedergegeben, sodass ein bewegendes und vor allem beeindruckendes Portrait einer Frau entsteht, die sich den damaligen Konventionen hinwegsetzte und ein selbst bestimmtes Leben führt, so wie es ihr gefiel.

    Der Schreibstil ist flüssig und die Erzählweise packend, hat man doch das Gefühl durch Marens Augen zu blicken und mit ihr in Erinnerungen zu schwelgen.
    Mit viel Liebe zum Detail, welche wunderschöne Naturbeschreibungen einschließt, gewinnt diese Biographie in Romanform Authentizität. Vor allem auch durch die im bayrischen Dialekt geführten Dialoge.

    "Zur Winterzeit gibt es Tage auf dem Geigelstein, da verschwindet alles, was die Menschen dort geschaffen haben, unter einem großen weißen Teppich, und der Berg ruht still und mächtig wie ehedem." (S. 17)

    Auch an Witz und Humor fehlt es nicht, was daran liegt, dass Maren nicht auf den Mund gefallen war und über einen Batzen trockenen Humor verfügte.

    ">>Schnall di o.<< , >>Des hat's früher net geben, des will i heit a ned<<, sagt Mare und schimpft bis zur nächsten, übernächsten und überübernächsten Kurve über das nervende Klingeln und Blinken des Fahrzeugs, bis sie sich fluchend anschnallt. >>Damit a Ruah is!<<" (S. 101)

    Und von der alten Sennerin Mare können wir nebenher noch vieles lernen - nicht immer gleich jammern, gelassener und mutiger sein, das Beste aus jeder Situation machen, sein eigenes Leben leben, ob es den anderen passt oder nicht und hin und wieder auch etwas sturer sein.

    Fazit:
    Ein bewegender und beeindruckender Rückblick in alte Zeiten aus der Sicht der alten Sennerin Mare.
    Diese Biographie in Romanform konnte mich begeistern, vor allem aufgrund der einfühlsamen und würdevollen Charakterzeichnung und der Liebe zum Detail.
    Ein Buch welches man immer wieder lesen kann und wobei einem Mare auch jetzt noch so einiges über das Leben beibringen kann. Nicht nur für Berg- und Almliebhaber.
    Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung und ein Chapeau an die Autorin.

    © Pink Anemone

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    Vampir989s avatar
    Vampir989vor einem Jahr
    Kurzmeinung: sehr interessante Lebensgeschichte
    Sehr interessante Lebensgeschichte

    Klapptext:


    70 Jahre auf einer Alm in den bayerischen Bergen - die außergewöhnliche Lebensgeschichte einer bemerkenswerten Frau.
    Christiane Tramitz erzählt das Leben der Sennerin vom Geigelstein. Es ist eine Geschichte vom einfachen Leben im Gleichmaß der Jahreszeiten und in Achtsamkeit vor der Natur und von der Geborgenheit inmitten einer vertrauten Heimat.
    Weil sie Liebeskummer hatte, packte die damals siebzehnjährige Bauerntochter Maria Wiesböck aus Samerberg 1941 ihren Rucksack, verließ den väterlichen Bauernhof und stieg auf zur Oberkaser-Alm in den Chiemgauer Alpen. Dort versorgte sie fortan als Sennerin das Vieh und kehrte seitdem nicht einmal in den harten Wintern ins Tal zurück. 
    Die Alm-Wirtschaft wurde ihr Lebensinhalt. Sie lebte einfach und gesund im Einklang mit der Natur. Nun, am Ende dieses langen Lebens erkennt sie, dass das Vertraute mehr und mehr verschwunden ist. Auch auf der Alm hat das moderne Leben längst Einzug gehalten, und so manches davon bedroht die Natur. 
    Die Biografie der Sennerin vom Geigelstein entführt die Leser auf eine anrührende Weise in die längst untergegangene Welt der traditionellen Alm-Wirtschaft inmitten einer Natur, die sich die meiste Zeit des Jahres lebensfeindlich zeigt. Dieses Leben ist alles andere als ein Idyll gewesen. Es war voller Entbehrungen und bot dennoch jene Geborgenheit, die wir heute Heimat nennen.



    Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch .Und ich muss sagen das ich nicht enttäuscht wurde.In diesem Buch erzählt uns die Autorin die Lebensgeschichte der Sennerin vom Geigelstein .Beginnend mit den Kindheitsjahren erleben wir mit Ihr all die vielen Jahren auf der Oberkaser-Alm.Auf zwei Zeitebenen werden wir durch die Geschichte geführt.Dabei lernen wir die junge und alte Marie kennen.Durch die sehr ansprechende und interessante Erzählweise der Autorin wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Es hat mich tief bewegt und berührt zu lesen ,welch schwere und harte Zeiten die Sennerin erleben musste.Eine sehr tapfere,lebensmutige und eigensinnige Frau die sich nicht ermutigen lies.Im Einklang mit der Natur,den Tieren und Ihrer Umgebung lernte Sie aus jeder Situation das beste zu machen.Sie war manchmal etwas stur und hartnäckig und blieb ihrer Lebensweise treu bis zu Ihrem Tode.Narürlich gab es auch es glückliche und schöne Momente in ihrem Leben.Dies konnten wir selbst als Leser auch miterleben.Wunderschön fand ich auch die ansprechenden und bildhaften Beschreibungen der Bergwelt und der Natur.So konnte ich mir alles sehr gut vorstellen und hatte das Gefühl selbst an diesem Ort zu sein.
    Von Anfang bis zum Ende hat mich dieses Buch angesprochen und es kam nie Langeweile auf.
    Auch das Cover finde ich sehr ansprechend und es lädt gleich zum Lesen ein.Es passt hervorragend zu dieser Biographie und rundet das brilliante Werk ab.
    Ich hatte viele wunderschöne Lesemomente mit dieser Lektüre  und kann diese nur empfehlen.

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    bettinahertzs avatar
    bettinahertzvor einem Jahr
    Die Sennerin vom Geigelstein

    Harte Tage, gute Jahre Die Sennerin vom Geigelstein Autor: Christiane Tramitz Aus Liebeskummer und vom Leben bitter enttäuscht verlässt im Jahre 1941 die siebzehnjährige Marie Wiesbeck, genannt Mare, den Heimathof und steigt zur familieneigenen Oberkaseralm in den Chiemgauer Alpen. Dort beginnt sie ein Leben als Sennerin und wird nie mehr zurückkehren. So abwechslungsreich und arbeitsam die Sommer sind, so entbehrungsreich und einsam sind die langen Wintermonate. Mare lässt sich nicht unterkriegen und schon garnicht von ihren Berg vertreiben. Sie sieht viele kommen und gehen, erlebt den Wandel der Zeit bis in die heutige Gegenwart. Und die Leute kommen zu ihr, zur Oberkasermare, sie wird bekannt weit über die Grenzen hinaus. Diese einzigartige Biographie der Sennerin vom Geigelstein hat mich richtig tief beeindruckt. Der Autorin Christiane Tramitz ist es mit diesem Roman wunderbar gelungen, Mares Leben einzufangen. Wir begleiten Mare in verschiedenen Zeitebenen und sind stiller Zuschauer ihres einfachen Leben im Einklang mit der Natur und ihren geliebten Tieren bis ins hohe Alter. Viele Erlebnisse in ihrem Leben sind sehr authentisch dargestellt und man muss lachen, weinen oder ist mit Mare glücklich oder auch wütend. Sie musste viele Rückschläge einstecken, doch es gab für sie niemals ein Aufgeben. Mit ihrer natürlichen, frechen und humorvollen Art kämpft sie um ihren Berg, um ihre Hütte und dass sie dort bleiben kann, bis zum letzten Atemzug. Dies Buch kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen und ich beneide Christiane Tramitz, dass sie Mare persönlich kennenlernen durfte. Von mir gibt es für dieses gelungene Buch volle fünf Sterne.

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    M
    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Emotional und ein Blick auf die Zeitgeschichte aus ganz besonderer Perspektive

    Emotional und ein Blick auf die Zeitgeschichte aus ganz besonderer Perspektive

    „Was auch immer an jenem Tag geschehen sein mag, an dem Mare Xaver auf dem Steg sitzen sah, welche Empfindungen und Wallungen in den dann folgenden Wochen ihr Gemüt erhitzt haben, erfuhr keine Menschenseele….. Zumindest waren es diese Sommermonate, die Mares Zukunft lenken würden“.

    Aber bei Weite, nicht in jene Richtung, die der blutjungen Mare damals traumhaft in Herz und Winn waren. Ein ganz unerwarteter Weg wird folgen, durchaus aber durch das sprachliche Geschick und das Talent, tief in ihre Figuren blicken zu lassen, das Christiane Tarmitz in diesem Werk vor Augen legt, ein Weg, der durch die emotionale „Achterbahnfahrt“ und die weiteren Umstände dann wiederum in sich logisch und geschlossen wirkt.

    „In Mares Leben sollte es zwei dieser Tage sein, Zwei Tage, die bestimmten, wie es im Leben der jungen Wiesbeck weiterging. Zwei Tage, und auch zwei Männer: Xaver und ihr Großvater“.

    Ein besonderer Weg, ein Leben, dass so nicht unbedingt viele in den letzten Jahrzehnten geführt haben. Nah an der Natur und doch ein gutes Stück weg von der Welt. Beständig tätig, aber auch mit dem unverstellten Blick in den weiten Himmel am Tag und in der Nacht hinein.

    Sennerin, Almbäuerin, auf sich gestellt. Zu Beginn in äußerer Ruhe, teils Einsamkeit, an der vieles „da draußen in der Welt“ schlichtweg vorbeigeht, ohne Einflüsse auf das Leben am Berg zu haben.
    Im Lauf der Jahre dann als Zeugin der sich entfalteten Zivilisation, die mehr und mehr nicht mehr nur Naturbegeisterte einzelne, sondern im Lauf der Zeit bis in die Gegenwart hinein nicht enden wollende Ströme von Touristen, erst nur im Sommer, dann Sommers wie Winters, an der Alm vorbeifließen ließen.

    So ist in diesem Buch vieles herauszulesen. Die Person der Mare in all ihren Facetten. Der einfache, harte und doch auch beglückende Lebensalltag „auf dem Berg“. Der Wandel der Zeiten mit immer tieferen Einschnitten in die Natur. Vor allem natürlich, was die rigide Veränderung der Landschaft durch den boomenden Wintersport anging. Aber auch die Sommer immer belebter. Klettersteige, die gesetzt wurden, Wanderwege, die „bequem“ gestaltet wurden.

    Was immer auch, differenziert im Buch, Segen und Fluch zugleich ist. Das Leben einfacher, den Weg zur Alm erschlossener machte, Zubrot brachte, aber auch Bedrängung durch die schieren Massen, die breite Bautätigkeit an Liften, die weniger werdende Ruhe.

    Eine Entwicklung der realen Zeit, die zudem im Buch für eine sich aufbauende Spannung sorgen. Denn beileibe nicht nur äußere Bequemlichkeiten oder Freude an den Touristen oder Ärger auf die Touristen kennzeichnen die Veränderungen, sondern zum Ende hin geht es auch ans „Eingemachte“. Menschlich und sachlich. Nicht Lebensgefahr wird drohen, aber das über 70jährige Leben an diesem konkreten Ort als Sennerin gerät für Mare in immer größere Gefahr.

    Was Christiane Tramitz sensibel, mit innerer Spannung (die der Anspannung der Sennerin bestens korrespondiert) und umfassend detailreich romanhaft über die gesamte Lebensstrecke der Mare Wiesbeck erzählt. Im Übrigen ohne falsche „Romantik der Berge“ (die es auch gibt), sondern mit klarem Blick und ebenso klarer Darstellung der Härten dieser Form des Lebens allgemein und des Lebens der Sennerin im Konkreten.

    Anregend und interessant im Gesamten zu lesen, wenn auch mit einigen Längen und hier und da durch die „Zeitenwechsel“ auch im Lesefluss gestört.

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    siebenundsiebzigs avatar
    siebenundsiebzigvor einem Jahr
    Eine außergewöhnliche Frau.

     Eine außergewöhnliche Frau

    Nach einer schweren Enttäuschung zieht die junge Maria Wiesbeck, Bauerstochter vom Schadhubhof am Samerberg in Oberbayern, mit siebzehn Jahren als Sennerin auf die Oberkaseralm am Geigelstein im Chiemgau. Dort oben, auf einer Seehöhe von 1600 Metern verbringt sie nicht nur die Almsommer, sondern ihr ganzes Leben bis ins hohe Alter. Sommer wie Winter ist die Almhütte ihre Wohnung und Heimat. Trotz aller Entbehrungen jeglicher Zivilisation meistert die Oberkaser Mare, wie sie nur noch genannt wird, dort ihr Dasein.

    Grenzenloses Gottvertrauen, eine tiefempfundene Liebe zu den Tieren und zur Natur, lässt sie ein gesegnetes Alter erreichen.

    Frau Christiane Tramitz versteht es klar und greifbar die Oberkaser Mare zu beschreiben. Das Leben einer tapferen, manchmal auch etwas sturen Person, die unbeugsam und kämpferisch ihr Leben meisterte. Im Einklang mit der Natur, mit Bescheidenheit und einer grossen Lebenserfahrung. Dabei gelingt es der Autorin Tatsache und Fiktion behutsam und trotzdem lebendig miteinander zu verweben. Auf zwei Zeitebenen geschrieben, lässt einen dieses Buch nicht mehr los.

    Wenn ich jetzt den letzten Abschnitt dieses Werkes zitiere, so spüre ich deutlich das Einfühlungsvermögen der Autorin die da schreibt: „Mare, du warst eine eigenartige, bewundernswerte Frau. Es ist anders geworden ohne dich auf dem Geigelstein. Du fehlst uns.“ Mehr Worte möchte ich dazu nicht mehr schreiben. (Maria Wiesbeck verstarb am 25. Juli 2017)

    Ein ausgezeichnetes gut verfasstes Buch das ich nur weiterempfehlen kann. Besonders jenen Menschen, die das Leben in den Bergen, wie auch die Lebensumstände dort näher kennenlernen möchten.

    Von mir, auf jeden Fall fünf Sterne für dieses gelungene Werk.

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    Bibliomaries avatar
    Bibliomarievor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Hommage an eine Frau, die ein selbstbestimmtes und hartes Leben gewählt hat.
    Die Sennerin vom Geigelstein

    Eine unglückliche erste Liebe wirft Maria aus der Bahn. Ausgerechnet ihre Schwester wurde ihre Nebenbuhlerin, sie will sich zurückziehen und als der Großvater sie den Sommer über auf die Alm schickt, wird ihr der Lebensweg klar: sie geht nicht zurück ins Dorf, wenn der Almsommer vorbei ist.


    Eine Siebzehnjährige trifft aus enttäuschter Liebe eine Entscheidung, die ihr komplettes Leben beeinflussen wird. Mit vielen Höhen und Tiefen, aber immer selbst bestimmt und frei. Christiane Tramitz hat das Leben der Almbäuerin Maria – der „Oberkasermare“ in Worte gefasst. Sie hat die Greisin noch selbst erleben dürfen und viele Gespräche mit ihr geführt. Das macht die Biografie dieser Frau so lebendig und farbig wie ein Bergroman.
    Keine einfache Frau, ein unbeugsamer Charakter, der es ihrer Umwelt nicht immer leicht macht. Eine stolze Frau, die sich alles selbst erarbeitet hat und nie jemandem zur Last fallen wollte. Die nach ihren eigenen Regeln lebt und nur die Natur als Gesetz annimmt. Solche Menschen gibt es nur wenige und ich finde, die Autorin hat mit dieser Biografie der Sennerin Maria Wiesbeck ein Denkmal gesetzt.

    Die Beschreibung der Lebensumstände auf einer Alm in den entbehrungsreichen Zeiten der Nachkriegszeit, als noch keine Straßen, keine Elektrizität und kein fließendes Wasser das Leben leichter machten, hat mich fasziniert. Was war das für eine unberührte, aber auch harte Welt.

    Ich finde es überaus gelungen, wie Christiane Tramitz in ihrer Buch diese Frau und diese Zeit geschildert hat. Dabei hat mir auch besonders gefallen, dass die Autorin nicht chronologisch ein Leben nacherzählt, sondern Vergangenheit und Gegenwart nebeneinander stellt.

     

     

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    JessicaLiests avatar
    JessicaLiestvor einem Jahr
    Ein Leben lang auf dem Berg

    Klappentext:

    Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte einer bemerkenswerten Frau. Es ist eine Geschichte vom einfachen Leben in Achtsamkeit vor der Natur und von der Geborgenheit inmitten einer vertrauten Heimat. Weil sie Liebeskummer hatte, packte die damals siebzehnjährige Bauerntochter Maria Wiesböck aus Samerberg 1941 ihren Rucksack, verließ den väterlichen Bauernhof und stieg auf zur Oberkaser-Alm in den Chiemgauer Alpen. Dort versorgte sie fortan als Sennerin das Vieh und kehrte seitdem nicht einmal in den harten Wintern ins Tal zurück. Die Alm-Wirtschaft wurde ihr Lebensinhalt. Sie lebte einfach und gesund im Einklang mit der Natur. Nun, am Ende dieses langen Lebens erkennt sie, dass das Vertraute mehr und mehr verschwunden ist. Auch auf der Alm hat das moderne Leben längst Einzug gehalten, und so manches davon bedroht die Natur.

    Meine Meinung:

    Für mich ist so eine Art Buch eine neue Erfahrung aber ich wollte dies unbedingt „ausprobieren“ und mich in diese Geschichte einlesen.

    Die Geschichte wurde auf zwei zeitlich verschiedenen Ebenen geschrieben, aber diese hat gut funktioniert. Man lernt einerseits Mare als jungen Mädchen und auch  als alte Damen kennen und kann sie somit auf beiden Ebenen kennen lernen. Dabei ist der Schreibstil ehrlich und redete einem nichts schön ein. Der Schreibstil hat sich dabei gut und angenehm lesen lassen. Man konnte die Geschichte sich gut vorstellen und gut nachvollziehen.

    Mare ist dabei an sich ein richtig interessanter Charakter, sie ist einfach so wie sie ist. Sie hat ihre harte Seite aber genauso ihre weiche Seite. Ihr Leben war einfach faszinierend beschrieben, dadurch hat auch der Schreibstil dazu beigetragen.

    Wer mal eine gute Abwechslung sucht, der sollte sich das Buch mal genau ansehen. Es ist ein gutes Buch für zwischendurch oder auch wenn man einfach mal was Neues lesen möchte. 

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    P
    Pixibuchvor einem Jahr
    Harte Tage, gute Jahre

    Hier hat Christiane Tramitz über das Leben der Sennerin Maria Wiesbeck eine wahre Hommage geschrieben. Diesem Lebenslauf kann sich wirlich kein Leser entziehen und er ist begeistert von der Zähigkeit und Entshlußfreudigkeit dieser Frau. Mare wächst zusammen mit zwei Geschwistern, der Mutter und dem Großvater auf einem Bauernhof im Chiemgau auf. Der Vater, mit Verletzungen aus dem 1. Weltkrieg, hat sich das Leben genommen. Von den Geschwistern interessiert sich die Mare als einzige für die Landwirtschft. Als junges Mädchen verliebt sie sich unsterblich in einen Bauernsohn, doch der läßt sie schmächlich sitzen und heiratet ihre Schwester,nachdem diese von dem jungen Mann geschwängert wurde. Da die Schwester nun mit ihrem Mann auf dem Hof wohnte, ging Mare mit 17 Jahre als Sennerin auf die Kaseralm und beshloß, nie mehr ins Tal zu kommen. Sie fast 70 Jahre auf dem Berg. Sie diente dort mehreren Herren, betrieb Ausschank, sah im Krieg Grenzgänger und Flüchtlinge, erlebte den Beginn des Fremdenverkehrs und blieb sich aber stets treu. Nie verließ sie die Alm für einen Mann. Auch im Alter von über 90 Jahren bewohnte sie weiterhin die Kaseralm, ohne technischen Fortchritt unter primitivsten Bedingungen. Nachdem sie einmal von einer Lawine verschüttet wurde, wollte man sie in ein Altenheim bringen, sie weigerte sich jedoch bis zum Schluß, ihre Heimat zu verlassen, für die ihr der Großvater lebenslanges Wohnrecht zugesichert hatte. Im Alter wurde die Mare etwas sonderlich, sie sah überall Terroristen und sprach mit dem Berggeist. Die Mare war die letzte Sennerin, die noch genauso gelebt hat, wie man vor 50 Jahren auf dem Berg lebte. Mit ihr ist ein Stück Geschichte aus dem Chiemgau gesorben.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    C
    Die spannende und einzigartige Geschichte der Oberkasermare entführt in die schöne, bisweilen harte und entbehrungsreiche Bergwelt. Mare verließ mit 17 Jahren den elterlichen Bauerhof. aus Liebeskummer und weil es dort keine Arbeit mehr für sie gab. Bis zu ihrem 93. Lebensjahr blieb sie auf der Alm, 1600 Meter hoch gelegen, unter dem Gipfel des Geigelsteins. Dort lebte sie Sommer wie Winter.
    In den über 70 Jahren, in denen sie auf der Alm war, erlebte sie den Krieg, die schweren Nachkriegsjahre, die Schmuggler, die Wilderer, den Wandel auf dem Berg von Einsamkeit zur touristischen Erschließung.
    Vor zwei Monaten starb die Sennerin friedlich in den Armen eines Freundes, während auf der Hütte nebenan eine Bergmesse abgehalten wurde.
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    Letzter Beitrag von  Vampir989vor einem Jahr
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