Christina Baker Kline Der Zug der Waisen

(140)

Lovelybooks Bewertung

  • 142 Bibliotheken
  • 9 Follower
  • 2 Leser
  • 68 Rezensionen
(88)
(39)
(12)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der Zug der Waisen“ von Christina Baker Kline

New York 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Brand ihre Familie. Gemeinsam mit anderen Waisen wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder ein neues Zuhause finden sollen. Doch es ist eine Reise ins Ungewisse – nur die wenigsten erwartet ein liebevolles Heim. Und auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor. Erst viele Jahrzehnte später eröffnet sich für die inzwischen 91-jährige in der Begegnung mit der rebellischen Molly die Möglichkeit, das Schweigen über ihr Schicksal zu brechen.

Zwei Schicksale, die berühren. Eine Geschichte, die unter die Haut geht.

— dicketilla

Das Buch hat mich sehr berührt.

— Ekcnew

Habe es verschlungen. Endlich mal ein ganz neues geschichtliches Thema.

— Bramomi1982

Ein Buch, das mich mehr als beeindruckt hat!

— Bookpoint

eine Geschichte in d. Geschichte. mitreißendes Kopfkino. es hat mein Herz berührt

— CorneliaP

Eine überraschende Freundschaft und das schwere Schicksal eines jungen Mädchens - verknüpft in einer berührenden Geschichte. Top!

— ConnyKathsBooks

Wunderbares Buch. Die Geschichte hat mich sehr berührt.

— shadow_dragon81

Super Buch

— leserin

Echt Klasse, ein beeindruckendes Buch!!!

— vormi

Eine wundervolle Geschichte zweier Personen, die viel gemeinsam haben und beide eine schwere Vergangenheit hatten.

— michelle16

Stöbern in Historische Romane

Der Turm der Ketzerin

Ein interessanter, gut recherchierter historischer Roman. Ich fühlte mich gut unterhalten, hätte mir aber gerne noch einige Infos gewünscht

tinstamp

Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

Ein gutes, berührendes und definitiv lesenswertes Buch.

Mauela

Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel

Seit Grangé wieder ein ausgezeichneter französischer Krimi

MellieJo

Das Geheimnis des Glasbläsers

Spannende, fesselnde und informative Geschichte über das geheimnisvolle, wunderschöne Kristall und seine geheime Herstellung

Tulpe29

Mord im Badehaus

ganz ok, aber die ersten drei Bände fand ich spannender

Zweifachmama

Das blaue Medaillon

nach anfänglichen Schwierigkeiten, teilweise durch die vielen ausländischen Begriffe, ein historisches & schnelles Lesevergnügen :)

suggar

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Pflegekinder

    Der Zug der Waisen

    dicketilla

    23. January 2018 um 12:57

    Molly lebte schon in vielen Pflegefamilien während ihrer 17 Jahren. Nie findet sie die Liebe, Anerkennung, die ein Kind so dringend bräuchte. Wurde zu einer Aussenseiterin, ihr Goth-Image dient  eher als Rüstung, Gefühle werden unter Kontrolle gehalten. Ihre Leidenschaft sind Bücher. Sie wird in der Bibiliothek beim Diebstahl einer Jane Eyre Ausgabe erwischt, was ihr 50 Sozialstunden einbringt, ansonsten drohe Jugenknast.Durch Vermittlung eines Mitschülers kann sie diese bei einer alten Dame ableisten, deren Speicher entrümpeln. Vivian Daly, 91, bewahrt ihre Erinnerungen in Kisten auf, und diese führen zurück in das Jahr 1929.So erfährt der Leser die traurige Geschichte eines 9 jährigen Mädchens, Niamh Power, die Familie aus Irland nach Amerika auswanderte, ihre Eltern und Geschwister verliert und mit dem Waisenzug der Children's Aid Society unterwegs ist. Fahren Orte an, an denen sie auf eine Familie hoffen, die ihnen eine neue sein wird."... Das Kind, dass sie sich aussuchen bekommen Sie kostenlos. ... für eine Probezeit von neunzig Tagen. Danach können Sie es, wenn Sie so entscheiden, zurückschicken." (S.86)Doch oft wird nur eine billige Arbeitskraft, für Farmarbeit oder Haushaltshilfe benötigt, Hoffnung auf ein neues Familienglück schnell schwindet.Niamh wird ausgenutzt, muss Hunger, Kälte ertragen, bekommt neue Namen, bis sie endlich von einer Familie aufgenommen wird,  es ihr besser ergeht, zu Vivian wird.Anfänglich geht Molly widerwillig zu der alten Dame, doch dann entdecken sie Gemeinsamkeiten, da beide mit 9 Jahren bei Pflegefamilien aufwuchsen. Langsam schleicht sich Vertrauen, Offenheit bei Molly ein, sogar ihr Äußeres verändert sich.Eine gemeinsame Geschichte verbindet.Das Leben von Niamh rührt zu Herzen, macht betroffen, wütend. Man möchte nicht glauben, dass diese Kinder wie Sklaven begutachtet, bewertet wurden.Am Ende des Buches befindet sich eine Erläuterung mit alten Fotoaufnahmen zu den "Orphan Trains", wie diese Waisenzüge damals genannt wurden.Christina Baker Kline hat ein fast schon vergessenes Thema aufgegriffen.Sie verbindet die Schicksale ihrer zwei Haupthelden gekonnt, der Wechsel von Vergangenheit zur Gegenwart verläuft fließend, läßt sich gut in die Handlung einbringen.Ihre Sprache ist gekonnt und lesefreundlich gewählt.Leider konnte sie mich am Ende nicht 100ig überzeugen, da die Handlung etwas sehr ins Unwahrscheinliche verfiel.Dennoch ist es eine interessante Geschichte, die tiefe Einblicke in eine nicht gerade rühmliche Zeit gibt.Man sich aber auch heute mit dem Thema Pflegekinder beschäftigen sollte, bei dem nicht der materielle Vorteil, sondern das Kind an erster Stelle stehen sollte.

    Mehr
    • 2
  • Berührender Roman, beruhend auf historischen Tatsachen

    Der Zug der Waisen

    WildRose

    20. January 2018 um 17:06

    Mir waren sie nicht bekannt, die "Waisenzüge", die arme, oft verwaiste Kinder im 20. Jahrhundert über Jahre hinweg unter anderem von den Straßen oder aus den Waisenhäusern New Yorks sammelten und in eine ungewisse Zukunft zu Pflegeeltern auf dem Lande - meist im mittleren Westen der USA - transportieren. Manche der Kinder hatten den Umständen entsprechend Glück und kamen in liebevollen Familien unter. Doch viele der Kinder, die dieses Schicksal erlebten, waren in den Pflegefamilien Misshandlungen, Vernachlässigung und Ausbeutung ausgesetzt. Die Mädchen mussten Hausarbeit verrichten, die Jungen schwere Arbeit auf den Feldern und Farmen verrichten. Diesem interessanten und viel zu wenig bekanntem Kapitel amerikanischer Geschichte nahm sich Christina Baker Kline in ihrem Roman "Der Zug der Waisen" an. Darin geht es um die alte Vivian, die in einem herrschaftlichen Haus residiert und seit vielen Jahren mit niemandem mehr über ihre Vergangenheit gesprochen hat. Dies ändert sich erst, als Molly bei ihr Sozialstunden ableisten muss. Die Siebzehnjährige stammt aus schwierigen familiären Verhältnissen, lebt in einer Pflegefamilie, in der man sie vor allem sich selbst überlässt - oder permanent kritisiert - und ist nur knapp dem Jugendgefängnis entgangen. Zunächst soll Molly nur den Dachboden Vivians entrümpeln, doch dieser steckt voller Gegenstände aus Vivians Vergangenheit, von denen die alte Dame sich nicht zu trennen vermag. Langsam kommen Molly und sie sich näher und die Beziehung intensiviert sich noch, als Molly für ein Schulprojekt mit jemandem über dessen Vergangenheit und wichtige Eckpunkte darin sprechen soll. So bricht Vivian ihr jahrzehntelanges Schweigen und erzählt Molly von der Kindheit in bitterer Armut in Irland. Die Familie reiste mit dem Schiff in die Staaten, wo sie sich eine bessere Zukunft erhofften. Doch die Alkoholabhängigkeit des Vaters und die Launen der Mutter lasten schon da schwer auf  Vivian, die damals noch Niamh heißt. Als Vivians Eltern bei einem schrecklichen Brand ums Leben kommen, landet das Mädchen in einem Waisenhaus und schließlich in einem der "Waisenzüge". Doch Vivian hat zunächst kein Glück, sie kommt zu einem Ehepaar, dass das Mädchen als kostenlose Arbeitskraft ausbeutet. Tag um Tag muss sie Kleider nähen, darf nicht einmal die Schule besuchen. Auch in ihrer nächsten Pflegefamilie ergeht es Vivian nicht viel besser, sie soll sich um die Kinder kümmern, doch die Familie lebt in bitterer Armut und der Familienvater wird ihr gegenüer auch noch zudringlich... So erzählt Vivian Molly von ihrer schweren Kindheit und wie es ihr dennoch gelang, sich ein gutes Leben aufzubauen. Davon profitiert letztlich auch Molly, die endlich wieder eine Perspektive für ihre eigene Zukunft sieht. Das Buch ist sehr berührend, lässt sich flüssig lesen und befasst sich mit einer interessanten Thematik. Meiner Ansicht nach hätte es ruhig noch 200 bis 300 Seiten länger sein können, dann wäre es vermutlich auch noch etwas stärker in die Tiefe gegangen, was die Charakterentwicklung der Protagonisten betrifft. Gerade im letzten Drittel schwächelte das Buch leider, Vivians Jahre als junge Erwachsene wurden eher zackig abgehandelt, und es fehlte der Raum, sich wirklich mit ihr identifizieren zu können. Ein paar Wendungen am Ende sind schon haarscharf am Kitsch vorbei, ein wenig hatte ich das Gefühl, das Buch solle nur möglichst schnell zu einem positiven Abschluss gebracht werden. Das ist schade, aus diesen letzten Seiten hätte man meiner Meinung nach durchaus noch mehr "hinausholen" können. Insgesamt betrachtet aber ist "Der Zug der Waisen" ein lesenswerter Roman, der auch rührt und beschäftigt, nachdem man ihn zu Ende gelesen hat.

    Mehr
  • Interessant, aufwühlend!

    Der Zug der Waisen

    Achtsamkeit

    16. January 2018 um 14:09

    Um 1929 wurden in Amerika Waisen mit dem Zug in andere Bundesstaaten gefahren und dort wie auf einem Viehmarkt zum kaufen angeboten. Die Organisation hatte dabei den Gedanken, diesen Kindern, die meist aus ärmlichsten Verhältnissen kamen, ein gutes Leben zu vermitteln. So waren die aufnehmenden Familien verpflichtet die Kinder zur Schule zu schicken, sie zu ernähren und zu pflegen und sie zu anständigen Bürgern zu erziehen. Meist handelte es sich um Kinder von Einwanderern. Die Familien, die kamen um sich ein Kind auszusuchen, hatten leider meist keine christlichen Absichten, sondern rein wirtschaftliche. Sie suchten kostenfreie Arbeitskräfte für die Landschaftarbeiten, für den Haushalt, für alle anfallenden Arbeiten. Oft wurden die Kinder geschlagen,gequält, bekamen kaum zu essen und mussten unter den menschenunwürdigsten Bedingungen hausen.In dem Buch wird von einem iririschen Waisenkind erzählt und dessen Schicksal. Dies ist erschütternd, aber sehr spannend erzählt. Zudem geschieht dies aus dem Rückblick der nun mehr 91 jährigen Protagonistin. Diese kommt mit einem ebenfalls als Waise bei Pflegeeltern lebenden Teenager zusammen, die bei der alten Dame soziale Pflichtstunden abarbeiten soll. Im Verlauf des Romans nähern sich die beiden immer mehr an.Ein Buch das berührt und man kaum aus der Hand legen kann. 

    Mehr
  • Der Zug der Waisen

    Der Zug der Waisen

    Lenny

    02. December 2017 um 10:24

    Hier werden auch Taschentücher benötigt. Eine wundervolle Geschichte, die nur zum Vorschein tritt, da zwei Frauen aufeinander treffen, die ähnliches erlebt haben. Nur so kann man genau fühlen, wovon der andere erzählt. Es geht unter die Haut.....Zwei unterschiedliche Zeitstränge einmal New York 1929 und Main 2011! Die Geschichte von Vivian und Molly und sie haben wirklich sehr viele Gemeinsamkeiten. Unfassbar gut.  Waisenkinder auf dem Weg ein Zuhause zu finden......

    Mehr
  • Rezension zu "Der Zug der Waisen"

    Der Zug der Waisen

    ElkeK

    01. December 2017 um 06:07

    Inhaltsangabe: Maine 2011: Die 17jährige Molly, die schon wieder bei neuen Pflegeeltern unter gekommen ist und sich den Konsequenzen eines Diebstahls gegenüber sieht, muss 50 Stunden Sozialdienst leisten, ansonsten droht Gefängnis. Ihr Freund Jack kann ihr eine Stelle bei der 91jährigen Vivian Daly besorgen, die schon seit Ewigkeiten ihren Dachboden ausmisten will. Doch anstelle des Aussortierens beginnt die betagte Dame von ihrer ungewöhnlichen Reise in ihrer Kindheit zu erzählen. Die neunjährige Niamh ist gerade mit ihren Eltern und den zwei Brüdern aus Irland nach Amerika emigriert, als ein Feuer alles zerstört. Der Vater und die Brüder versterben, die Mutter kommt in eine Nervenheilanstalt und über die kleine Schwester wird nichts bekannt. Die Children’s Aid Society organisiert sogenannte „Waisenzüge“, die die Kinder jeden Alters von der Ostküste in den Mittleren Westen bringt, um sie in neue Familien zu integrieren. Dabei werden die Kinder oftmals nur als billige Arbeitskräfte angesehen. Auch Niamh erlebt ein Martyrium nach dem nächsten … Mein Fazit: Das schlichte Cover mit den zwei kleinen Kindern, die fröhlich auf einer Wiese spielen, täuscht über den wahren Inhalt ein bisschen hinweg. Es symbolisiert doch eine idyllische Kindheit, die die Kinder der „Orphan Trains“ in der Regel jedoch nicht hatten. Das Buch handelt von der fiktiven Geschichte, aber es steht für viele Schicksale, die sich in unzähligen Häusern so oder so ähnlich abgespielt haben. Die Abschnitte von Niamh sind dabei aus ihrer eigenen Perspektive erzählt, wie sie als kleines Mädchen nach New York kam und bald ihre Familie verlor. Sie hatte schon in Irland kein leichtes Leben, aber ihre Erinnerungen an ihre Großmutter gaben ihr stets Halt in dunklen Stunden. Erschütternd, welches Schicksal das Mädchen ereilte, aber gleichzeitig auch mutig war, das alles stoisch zu ertragen, begleitete ich die Autorin bei ihrer Erzählung, die nichts beschönigte. Sie beruft sich dabei auf persönliche Begegnungen und den daraus entstandenen Gesprächen mit den „Train Riders“, die aus ihrem schweren Start ins Leben berichteten, aber offensichtlich ihren Mut und ihre Hoffnung nicht verloren, wohl aber den Bezug zu ihrer wahren Identität. Dabei machte mich nicht nur das Verhalten der Pflege-Familien wütend, sondern auch die der Organisation, die die Kinder auf dem Weg begleitete. Kaum waren die Papiere unterzeichnet, wurden die Kinder ihrem Schicksal überlassen und niemand überprüfte, ob auch alles Recht war, was geschah! In der heutigen Zeit kaum noch denkbar, zumindest für meinen persönlichen Lebensbereich kann ich das sagen. Natürlich gibt es da noch die 17jährige Molly, die in der Gegenwart auch mit ihrem Schicksal kämpft. Ihr Vater verstorben, die Mutter im Gefängnis, wird sie von einer Familie zur nächsten gereicht, da sie sich kaum auf neue Menschen einlassen kann. Die Enttäuschungen sitzen zu tief. Während ihrer Arbeit bei Vivian beginnt sie langsam aufzutauen und zu verstehen, warum das alles so gekommen ist. Gleichzeitig wird sie stärker und steht für sich selbst ein. Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und mich mit dem kleinen Mädchen leiden und zittern, aber auch lieben und aufblühen lassen. Bewundernswert und doch kam auch Traurigkeit auf, dass das Schicksal ihr so übel mitgespielt hatte. Sehr bewegend und ergreifend und es bringt ein bisschen Licht in eines der dunklen Kapitel der amerikanischen Geschichte. Sehr interessant waren auch die Ausführungen und Bilder über die „Orphan Trains“ und die „Train Riders“. Sehr empfehlenswert, von mir bekommt die Geschichte fünf Sterne!

    Mehr
    • 2
  • Eine traurige und zugleich schöne Geschichte

    Der Zug der Waisen

    Clarissa03

    27. September 2017 um 22:01

    Verschiedene und doch sich ähnelnde Geschichten zweier einsamer Kinder.Beide kommen als Waisen zunächst in Familien, die nichts für sie übrig haben. 

  • Eine wunderbare Geschichte un zwei außergewöhnliche Frauen

    Der Zug der Waisen

    Bookpoint

    07. June 2017 um 12:47

    Ich war schon lange nicht mehr so beeindruckt und zutiefst bewegt von einem Buch! Die Geschichte um Vivian, die im Jahre 1929 nach dem Tod ihrer Eltern in ein Waisenzug verfrachtet wird und sich ihrem Schicksal fügt, hat mich zutiefst bewegt und mitgerissen. Aber auch die Geschichte um die rebellische Molly hat mich sehr angesprochen. Die Autorin schafft zwei ausdrucksstarke Protagonistinnen, die beide im Leben von nichts verschont worden sind. Die Autorin hat in diesem Roman nicht nur zwei Schicksale miteinander verbunden, sondern auch zwei Zeitstränge. Die Geschichte um Molly bildet die Rahmenhandlung und spielt im Jahre 2011 in Maine. Die Geschichte um das Schicksal von Vivian bildet die Binnenhandlung und beginnt im Jahre 1929 in New York. Molly und Vivian – Zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein können und trotzdem das gleiche Schicksal durchleben mussten.  Das Cover des Taschenbuchs ähnelt einer alten, verblassten Erinnerung und ist demnach sehr passend. Mein Fazit: Die Geschichte zieht den Leser sofort in seinen Bann. Keine Seite ist überflüssig und keine Beschreibung zu viel. Die Dialoge sind schlüssig und nachvollziehbar. Dieser Roman ist absolut empfehlenswert!

    Mehr
  • Wundervolle und sehr berührende Geschichte

    Der Zug der Waisen

    ConnyKathsBooks

    12. May 2017 um 13:11

    "Wir fahren in die Ungewissheit, und uns bleibt nichts anderes übrig, als ruhig auf unseren harten Bänken zu sitzen, bis wir dort ankommen." (S. 66)New York, 1929: Die irische Einwandererfamilie der 9jährigen Niamh Power erhofft sich einen Neuanfang in Amerika, doch dann zerstört ein Brand alle Träume und das Mädchen bleibt allein zurück. Mit dem sogenannten Zug der Waisen gelangt Niamh nach Minnesota, um dort ein liebevolles Heim zu finden, doch die Realität sieht ganz anders aus. Denn auf die Waisen warten zumeist entbehrungsreiche Jahre, in denen sie als kostenlose Arbeitskraft ausgenutzt werden. Auch Niamh, die später Dorothy und schließlich Vivian genannt wird, muss teils unmenschliche Bedingungen ertragen, bis sie endlich einen Ort der Geborgenheit findet. Doch erst Jahrzehnte danach bringt die überraschende Freundschaft zu einem rebellischen Mädchen namens Molly ihr wahren Frieden. "Der Zug der Waisen" ist ein mitreißender Roman aus der Feder von Christina Baker Kline, in dem die Autorin anhand von fiktiven Schicksalen ein bedeutsames Kapitel amerikanischer Geschichte aufschlägt: den Zug der Waisen, der zwischen 1854 und 1929 mehr als 200.000 verwaiste, verlassene und heimatlose Kinder von der Ostküste bis in den Mittleren Westen beförderte, wo sie dann zur Adoption freigegeben wurden.Mit Vivian Daly und Molly Ayers stehen hier zwei sympathische Protagonisten im Mittelpunkt, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein, doch eine glückliche Fügung führt sie im Jahr 2011 in Maine zusammen, als die 17jährige Molly nach einem Diebstahl Sozialstunden ableisten muss und die 91jährige Vivian jemanden zum Entrümpeln ihre Speichers sucht. Zunächst ist der Teenie im Gothik-Look nicht wirklich davon begeistert, doch mit jeder verstaubten Kiste, die sie gemeinsam mit der betagten Dame öffnet, werden alte Erinnerungen wach, die langsam auch Mollys Interesse wecken. Denn in Vivians schicksalhafter Reise von Irland nach New York und per Waisenzug bis Minnesota findet das Mädchen viele Anklänge an ihr eigenes problematisches Leben in diversen Pflegefamilien. Und so entwickelt sich bald eine enge und ungewöhnliche Freundschaft, von der beide profitieren.Der Roman ist im Präsens geschrieben, liest sich wunderbar flüssig und spielt auf zwei Zeitebenen. Gerade die Ereignisse in der Vergangenheit von 1929 bis 1943 haben mich zum Teil richtig erschüttert und zu Tränen gerührt. Immer wieder wird Vivians Hoffnung auf einen sicheren und warmen Ort zunichtegemacht, immer wieder muss sie unter entsetzlichen Zuständen bei ihren Gasteltern leiden, zu neuen Orten aufbrechen oder Verluste ertragen, bis sie endlich auch etwas Liebe, Glück und Zuneigung erfährt. Bewegende Momente, welche die Autorin sehr einfühlsam beschreibt und mit der sogenannten "Portage" verknüpft. Ein indianisches Konzept, das hier wie ein roter Faden das Buch durchzieht und dafür steht, was man auf eine Reise mitnimmt, was man zurücklässt und welche wichtigen Erkenntnisse man dabei gewinnt. Auch das Ende hat mir richtig gut gefallen, denn Vivian erlebt noch einen unverhofft schönen Moment, der mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte und mich sehr berührte. Eine kurze Geschichte der "Orphan Trains" mit vielen echten Bildern rundet das Ganze dann gelungen ab.Insgesamt kann ich daher "Der Zug der Waisen" uneingeschränkt empfehlen. Ein sehr ergreifender Roman, der von mir klare 5 Sterne erhält.

    Mehr
  • Der Zug der Waisen

    Der Zug der Waisen

    BeaSwissgirl

    29. April 2017 um 16:12

    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gestossen und da ich noch nie etwas über die " Orphan Trains" gehört habe wurde meine Neugierde geweckt....Der Schreibstil ist sehr bildhaft, atmosphärisch, lebendig und überaus angenehm und flüssig zu lesen.Erzählt wird aus zwei verschiedenen Perspektiven, nämlich in der autodiegetischen Form aus der Sicht der zu Beginn ( 1929) neunjährigen Niahm ( später erhielt sie noch andere Namen) Im Jetzt 2011 kommt die siebzehnjährige Molly im personalen Stil zu Wort. Zu einem Durcheinander kam es nie, da alles immer ganz klar am Beginn des Kapitels deklariert wird.Niahms Charakter wurde sehr gründlich ausgearbeitet und ich habe sie auf Anhieb in meine Herz geschlossen. Sie hat eine offene, ehrliche, natürliche Art, wirkt aber nie vorwitzig und handelt häufig sehr vorbildlich besonnen und klug. Oft konnte ich nur staunen über ihre Handlungen und wie sie mit Ereignissen umgegangen ist und dennoch wirkt es nie übertrieben oder künstlich. Im Jetzt, also im Jahr 2011, wo sie immerhin das stolze Alter von 91 Jahren erreicht hatte kommt sogar noch die humorvolle Seite von ihr zum Vorschein ;)Molly hingegen wirkt auf mich recht rebellisch und irgendwie wütend, obwohl sie im tiefsten Herzen eigentlich eine sehr verletzliche, sensible Seite hat.Weitere Protagonisten, die für die Handlung wichtig sind wurden soweit gut und genügend gezeichnet.Der ganze Aufbau der Geschichte hat mir gut gefallen, obwohl ich sagen muss, dass mich der Plot in der Vergangenheit viel mehr gefesselt, berührt und beeindruckt hat.Mehrere Male hatte ich echt einen Kloss im Hals und war einfach nur erschüttert über die damaligen Ereignisse. Zwar handelt es sich hier um einen fiktiven Roman, dennoch basiert dieser ja auf wahren historischen Fakten, was mich zusätzlich bewegte.Erst als die alte Dame und Molly aufeinander treffen faszinierte mich die Handlung im Jahr 2011 auch mehr.Schön fand ich übrigens dass beide Protagonistinnen ein Lieblingsbuch haben, bei Molly ist es " Jane Eyre", welches ich nun unbedingt auch endlich einmal lesen will ;) und " Anne auf Green Gables" war für Vivian wichtig geworden ( dieses kenne ich noch aus meiner Jugend ;) Zwischendurch hätte ich mir noch mehr Vertiefung gewünscht vor allem als " Niahm" und " Dutchy" aufeinander treffen, da entwickelten sich viele Dinge zu rasant so dass es sich schon fast unglaubwürdig anfühlte.Auch gegen Ende des Buches ging mir alles ein bisschen zu schnell, hier hätte die Autorin ruhig länger verweilen können....Ein eindrücklicher, berührender, historischer Roman, den ich kaum aus der Hand legen konnte.Ich vergebe hiermit gerne 4,5 Sterne.

    Mehr
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  Punkteeilatan123                                 ---   96 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   343 Punkte Frenx51                                     ---  127 Punkte glanzente                                  ---   104 Punkte GrOtEsQuE                               ---   94 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   207,5 Punkte Hortensia13                             ---   199 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  222 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    109 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   153 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   116 Punkte Katykate                                  ---   130 Punkte Kerdie                                      ---   259 Punkte Kleine1984                              ---   190 Punkte Kuhni77                                   ---   155 Punkte KymLuca                                  ---   149 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   306 Punkte Larii_Mausi                              ---    154 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   331 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte miau0815                                 ---   71 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   263 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  163 Punkte Nelebooks                               ---  310 Punkte niknak                                       ----  328 Punkte nordfrau                                   ---   162 Punkte PMelittaM                                 ---   283,5 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   165 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   87 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 80 PunkteSandkuchen                              ---   300 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   209 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   361 Punkte SomeBody                                ---   207,5 Punkte Sommerleser                           ---   244 Punkte StefanieFreigericht                  ---   263,5 Punkte tlow                                            ---   178 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   147 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   202 Punkte Yolande                                       --   233 Punkte

    Mehr
    • 2656
  • Der Zug der Waisen

    Der Zug der Waisen

    vormi

    01. April 2017 um 22:07

    New York 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Brand ihre Familie.Gemeinsam mit anderen Waisen wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder ein neues Zuhause finden sollen. Doch es ist eine Reise ins Ungewisse – nur die wenigsten erwartet ein liebevolles Heim.Und auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor.Erst viele Jahrzehnte später eröffnet sich für die inzwischen 91-jährige in der Begegnung mit der rebellischen Molly die Möglichkeit, das Schweigen über ihr Schicksal zu brechen.Inhaltsangabe auf amazon.deEin tolle, berührende Geschichte, die über 2 Frauen aus völlig unterschiedlichen Generationen berichtet.Und wie zwischen den beiden etwas ganz besonderes heranwächst.Ich habe das Buch durch Zufall entdeckt.Ich war in der Buchhandlung, um mir noch was dünnes für einen Urlaub zu suchen.Und das Buch ist schön dünn, trotz der 350 Seiten.Das Cover hat sofort meine Aufmerksamkeit in Beschlag genommen, denn durch die 2 Kinder darauf, beide nur von hinten gezeigt, lässt erahnen, das eines der beiden das andere verlässt oder verlassen muss.Auch der Klappentext hat mich sofort überzeugt, denn von den Zügen, in denen Waisenkinder einfach mal zu "neuen" Eltern verfrachtet werden hatte ich noch nie was gehört.Ein tolles Buch um darin abzutauchen. Denn "leider" sind die Figuren sehr lebensecht gelungen und man glaubt jede Situation, das diese so oder so ähnlich hundertfach vorkommen kann.Beeindruckend, aber trotzdem herzlich und es drückt nicht auf die Tränendrüse, so wie ich es erwartet hatte.Ein Buch, das ich sofort Jedem empfehlen würde.Sollte man gelesen haben👍

    Mehr
  • Richtigstellung eines historischen Mythos

    Der Zug der Waisen

    loralee

    18. March 2017 um 00:41

    Ich muss sagen, dieses Buch hat mich etwas unzufrieden zurückgelassen. Die Aufarbeitung des wenig bekannten Umgangs mit Waisen- und Straßenkindern in den USA des späten 18. Jahrhunderts ist aufschlussreich und auch schockierend. Der Stil und die Rahmenhandlung hat mich allerdings nicht überzeugt, leider.Der Roman räumt auf mit dem Mythos um die Barmherzigkeit einer privaten Initiative, die Straßenkinder und Waisen aus den Elendsvierteln New Yorks mit dem Zug in den Mittleren Westen zu ländlichen Familien brachte. Raus an die frische Luft, wo sie wachsen und gedeihen können und eine Chance bekommen, sich aus der Spirale der Armut zu befreien. Es bleibt unklar, ob die Initiative einfach nur naiv war und es einfach nicht besser wusste, oder ob sie bewusst so handelte: viele dieser Kinder wurden als billige Arbeitskraft wie auf dem Sklavenmarkt gehandelt und waren schutzlos der Willkür und Aggressivität der betreuenden Familien ausgesetzt. Hauptperson des Romans ist die 10jährige Niamh, die bei fast jedem Familienwechsel auch ihren Namen wechseln musste und damit nach und nach ihre wahre Identität verliert, das letzte was ihr von ihrer leiblichen Familie geblieben ist. Die Autorin beschreibt sehr eindringlich das Schicksal dieses Mädchens, das wie ein Stück Vieh von einer Familie an die nächste weitergereicht wird. Dieser Teil der Geschichte ist sehr anschaulich und spannend beschrieben, auch wenn es hier und da für meinen Geschmack an Emotionalität und Empathie fehlte. In der Rahmenhandlung erzählt dasselbe Mädchen inzwischen als 90jährige Frau in der Gegenwart ihr damaliges Schicksal einem Teenager, die bei der alten Dame Sozialstunden ableisten muss. Es entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine enge Verbindung, die erst in der zweiten Hälfte des Romans beginnt mich zu berühren. Mir fehlte an diesem Roman der zündende Funke, um ihn gänzlich spannend finden zu können. Die Autorin reißt interessante Themen rund um die sozialen Beziehungen der Figuren an, aber anstatt diese zu vertiefen, eilt sie weiter zum nächsten Thema. Der nüchtern-distanzierte Schreibstil sprach mich nicht an.Dennoch empfehle ich diese Geschichte weiter an diejenigen unter euch, die sich für die USA der Jahrhundertwende interessieren und einen guten Einblick in die Lebensbedingungen der Menschen auf dem Land und in der Stadt zu der Zeit bekommen möchten.

    Mehr
  • Mutter Gottes, behüte diese Kinder, leite sie und segne sie auf ihren Weg hinaus in die Welt

    Der Zug der Waisen

    Taluzi

    16. February 2017 um 15:06

    Vivian Daly kommt mit ihrer Familie als irische Einwanderer nach New York. Kurz dadrauf verliert die 9 jährige ihre Familie bei einem Brand. Über eine Hilfsorganisation wird sie mit anderen Waisen in einen Zug verfrachtet, die die Kinder in verschiedenen Bahnhöfen an neue Familie vermitteln soll. Es ist eine Reise ins Ungewisse. Eine schwere Zeit erwartet Vivian. Nicht jede Familie wünscht sich eine Tochter, sondern oftmals werden unbezahlte Arbeitskräfte und Haushaltshilfen gesucht. So muss Vivian einige Schicksalsschläge einstecken, bevor sie adoptiert wird. Nun ist Vivian 91 Jahre alt und die junge Molly soll ihren Dachboden entrümpeln. Auch Molly ist bei Pflegeeltern groß geworden und weiß, was es heißt zurückgestoßen zu werden. Schnell verbindet die beiden nicht nur die Arbeit auf dem Dachboden sondern ein freundschaftliches Miteinander. „Der Zug der Waisen“ ist ein großartiger Roman über das Schicksal zweier Frauen und der Suche nach Bindung. Der Roman wechselt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Die Vergangenheit ist die Geschichte von Vivian, die 1929 beginnt und chronologisch erzählt wird. In der Gegenwart geht es um Molly und ihr Zusammentreffen mit Vivian. Der Schreibstil ist lebendig, wenn auch sachlich. Beim Lesen kann man sich gut in die vergangene und gegenwärtige Zeit hineinversetzen und sich alles bildlich vorstellen. Die Autorin schildert die Geschehnisse neutral und bauscht sie nicht künstlich auf. Trotzdem ist das Schicksal der beiden Frauen spannend und berührend. Die Grundlage für diesen Roman erhielt die Autorin Christina Baker Line von den „Orphan Trains“, die einen bedeutsamen Teil der Gesichte der USA ausmachen. In diesen Zügen wurden über 2000 heimatlose Kinder von der Ostküste in den mittleren Westen gebracht, wo sie zur Adoption bereitstanden. Von mir bekommt „der Zug der Waisen“ volle Leseempfehlung.

    Mehr
  • Unbedingt lesenswert, auch oder gerade für jüngere Erwachsene

    Der Zug der Waisen

    jaylinn

    13. February 2017 um 10:45

    Diese Rezension erscheint auch auf meinem Blog www.zeilenliebe.wordpress.com. Allgemeines: Der Zug der Waisen erschien bereits 2014 als gebundenes Buch auf Deutsch und wurde im Januar 2017 als Taschenbuch aufgelegt. Es umfasst inklusive des Anhangs 350 Seiten und ist bei Goldmann erschienen. Inhalt: „New York, 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisen wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch es ist eine Reise ins Ungewisse, denn nur die wenigsten von ihnen erwartet ein liebevolles Heim. Und auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor … Erst viele Jahrzehnte später eröffnet sich für die inzwischen Einundneunzigjährige in der Begegnung mit der rebellischen Molly die Möglichkeit, das Schweigen über ihr Schicksal zu brechen.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House) Meine Meinung: Christina Baker Kline hat mit Der Zug der Waisen ein bewegendes Buch geschrieben, das oberflächlich gesehen sehr leicht zu lesen ist, geradezu ein Pageturner für einen Nachmittag auf dem Sofa. Erst nach dem Lesen merkt man, wie aufrüttelnd die Handlung ist. Dieses Buch lässt einen tief bewegt zurück, die Handlung lässt einen nicht mehr los. Das liegt unter anderem daran, dass die historischen Fakten im Nachwort erst so richtig klar machen, dass es solche Waisenzüge tatsächlich gegeben hat, dass in den Jahren 1854 bis 1929 mehr als 200.000 meist irische Kinder, Waisen der ersten Einwanderergeneration, mit diesen Zügen von Ost nach West in Amerika transportiert wurden, um adoptiert zu werden. Oft wurden sie misshandelt und lebten unter furchtbaren Bedingungen, wurden als billige Arbeitskräfte missbraucht. Nur wenigen war es vergönnt, eine echte Familie zu finden. Sie mussten ihre Namen ablegen und erhielten eine völlig neue Identität. Welche Folgen daraus für ihre Persönlichkeit entstanden, kann man sich vorstellen. Die Protagonisten Vivian (91), eigentlich Niamh, und Molly (17) teilen ein ähnliches Schicksal, beide sind nicht in ihrer eigentlichen Familie aufgewachsen und durch die Hände einiger Pflegefamilien gegangen. Im Fokus steht der Lebensweg Vivians, der in Rückblenden erzählt wird. Baker Klines Stil ist sehr nüchtern, fast sachlich und mitleidlos, dadurch geht die Geschichte unter die Haut, denn die Inhalte stehen im Widerspruch zu dieser Erzählweise. „Ja, Niamh. Ausgesprochen: ‚Neev.‘ Ein recht gebräuchlicher Name in Galway und auch nicht allzu unüblich in den irischen Wohnvierteln von New York, aber sicher dort, wo der Zug mich hinbringen wird, nicht akzeptabel. (…) Ich hoffe, du hängst nicht an diesem Namen, junges Fräulein, denn ich kann dir versichern, dass deine neuen Eltern ihn sofort ändern Werner, falls du überhaupt das Glück hast, dass dich jemand nimmt. ‚Meine Niamh‘, pflegte mein Dad immer zu mir zu sagen. Aber ich hänge nicht so sehr an dem Namen. Ich weiß, dass er schwer auszusprechen ist, fremdartig, unschön für diejenigen, die ihn nicht kennen – ein merkwürdiges Durcheinander von unterschiedlichen Konsonanten.“ (S. 43) Mein Fazit: Unbedingt lesenswert, auch oder gerade für jüngere Erwachsene.

    Mehr
  • Orphan Trains - Vergessene Geschichte wird lebendig

    Der Zug der Waisen

    Gela_HK

    Ein Zug voller Waisenkinder rollt im Jahr 1929 von New York Richtung Mittlerer Westen. Auch die neunjährige irische Immigrantin Vivian hofft darauf, ein neues Zuhause zu finden. Bis es so weit ist, muss sie einen schweren Weg gehen. Erst mit 91 Jahren vertraut sie sich der jungen Halbwaisen Molly an, mit der sie sich verbunden fühlt. Christina Baker Kline hat ein trauriges und vergessenes Kapitel amerikanischer Geschichte zum Leben erweckt. Im Nachwort findet man von der Autorin zusammengestellte geschichtliche Details. Die Orphan Trains fuhren zwischen 1854 und 1929 in den Mittleren Westen, um unglaubliche 200.000 Kinder adoptionswilligen Paaren zuzuführen. Die von der „Children’s Aid Society“ vermittelten Kinder wurden allerdings häufig als billige Arbeitskräfte wie Sklaven gehalten. Hauptprotagonistin Vivian Daly ist eines dieser Kinder und steht für eine Generation ohne Liebe und Geborgenheit. Der zweite Handlungsstrang führt in die Gegenwart zu Molly, einer aufmüpfigen 17-jährigen Halbwaisen, die von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht wird. Sie steht kurz davor, wieder aus einer Familie zu fliegen. Ihre letzte Chance sind Sozialstunden, die sie bei Vivian auf dem Dachboden mit Entrümpelungsarbeiten ableisten soll. Das Schicksal einer alten Dame und die Selbstfindung eines Teenagers werden von der Autorin gekonnt miteinander verwoben. Einfühlsam, leise und gefühlvoll entwickelt sich eine Freundschaft, mit der niemand gerechnet hat. Eigentlich soll Molly nur den Dachboden für Vivian entrümpeln. Doch je länger die beiden Frauen die alten Dinge betrachten, desto näher kommen sie sich. Mit jedem Fundstück kehren mehr Erinnerungen zurück und Vivian beginnt, Molly von ihrem Leben zu erzählen. Die Handlungsstränge werden durch Kapitel und Jahreszahlen getrennt erzählt, sodass man der Geschichte gut folgen kann. Besonders Vivian wirkt sehr authentisch und lebendig. Zusammen mit ihr durchlebt man all die schrecklichen Dinge, die ihr widerfahren sind.       "Keine Erwartungen zu haben macht das Ganze leichter zu ertragen.       Ich bin überzeugt, dass ich am Ende wieder im Zug landen werde,       um an der nächsten Station wieder ausgeladen, mit den anderen       verbleibenden Kindern vorgeführt und dann wieder zurück in den       Zug verfrachtet zu werden. "Tief getroffen hat mich, wie dieses kleine Mädchen sich selbst eine Gefühllosigkeit auferlegt, um überleben zu können. Als erwachsene Frau trifft sie ein weiterer Schicksalsschlag, von dem sie nicht nie ganz erholen wird und ihre Gefühle endgültig für sich behält. Mich hat dieser Roman sehr berührt. Im Anschluss habe ich noch viel über die Orphan Trains gelesen und bin froh, durch diese Geschichte mehr darüber erfahren zu haben.

    Mehr
    • 4
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks