Christina Baker Kline Der Zug der Waisen

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Inhaltsangabe zu „Der Zug der Waisen“ von Christina Baker Kline

Ein vergessenes Kapitel AMERIKANISCHER GESCHICHTE, gelebt durch ZWEI STARKE FRAUEN New York, 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisenkindern wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch nur die wenigsten erwartet ein liebevolles Heim. Stattdessen müssen sie als billige Landarbeiter, Haushaltshilfen oder Näherinnen harte Knochenarbeit leisten. Auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor, bis es ihr nach entbehrungsreichen Jahren endlich gelingt, einen Ort der Geborgenheit zu finden und ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Aber erst Jahrzehnte später vermag sie, durch die überraschende Freundschaft zu einem rebellischen jungen Mädchen, das wie sie seine Eltern verloren hat, das Schweigen zu brechen und wahren Frieden zu finden. (1 mp3-CD, Laufzeit: 10h 23)

Ein Stück amerikanische Geschichte, das erzählt und gelesen werden muss. Leider war die Umsetzung mir zum Teil zu wenig ergreifend.

— SteffisBuecherbloggeria
SteffisBuecherbloggeria

„Der Zug der Waisen“ behandelt ein ernstes Thema amerikanischer Geschichte und gibt den Kindern von damals eine Stimme.

— NiWa
NiWa

Waise zu sein 1930 und 2011. Die Geschichten von Vivian und Molly - Angst, Hoffnung, Verzweiflung und Freude. Eindrucksvoll!

— black_horse
black_horse

Eine gefühlvolle Geschichte unglaublich toll erzählt.

— pallas
pallas

Eine Geschichte 2er Seelen aus 2 verschiedenen Zeiten - und trotzdem hängen sie zusammen. Sehr toll umgesetzt!

— BettinaR87
BettinaR87

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  • Kaum zu glauben, aber es ist amerikanische Geschichte

    Der Zug der Waisen
    LeseBlick

    LeseBlick

    26. March 2017 um 18:15

    InhaltsangabeNew York, 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisenkindern wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch nur die wenigsten erwartet ein liebevolles Heim. Stattdessen müssen sie als billige Landarbeiter, Haushaltshilfen oder Näherinnen harte Knochenarbeit leisten. Auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor, bis es ihr nach entbehrungsreichen Jahren endlich gelingt, einen Ort der Geborgenheit zu finden und ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Aber erst Jahrzehnte später vermag sie, durch die überraschende Freundschaft zu einem rebellischen jungen Mädchen, das wie sie seine Eltern verloren hat, das Schweigen zu brechen und wahren Frieden zu finden.Meine MeinungZwei Zeiten, zwei Generationen und zwei ähnliche Geschichten. Dies beschreibt die Geschichte um den Zug der Waisen vorerst sehr gut. Aber nur Vivian Daly hat diesen Teil der Geschichte miterlebt. In einer neuen Stadt, verliert sie ihre gesamte Familie und steht vor dem Nichts. Auf Hilfe hoffend, gerät sie an eine Organisation, welche sich Waisenkindern widmet und diese vermittelt. Auch das Wort „vermittelt“ trifft es hier sehr gut. Die Kinder, meist wirklich noch Kleinkinder, mussten sich im Jahre 1929 auf die Reise vom Osten in den Westen Amerikas machen, um eventuell eine neue Familie zu finden. Dies hört sich erst sehr schön an, aber dann hörte Wörter wie „kostenlos“, „Probezeit“ und „zurückschicken“ und dachte nur, dass dies nicht wirklich passiert sein konnte. Aber so ist es. Ein Teil der Geschichte. Vor allem im ersten Teil des Hörbuches wird der Schrecken auf Seiten und auf Kosten der Kinder unheimlich gut rübergebracht und solche Szenen bleiben auf jeden Fall in Erinnerung eines Hörers bzw. Lesers.Ein Fakt, der mich ganz besonders erschüttert hat, war der Werdegang des Namens Vivian. Denn Vivian ist nicht ihr erster Name und der Weg dorthin war einfach schrecklich, wenn man bedenkt, dass sich mit einem Namen auch eine Persönlichkeit entwickelt.Neben diesem Erzählstrang wird von Susanne Schroeder die Handlung der jugendlichen Molly im Jahre 2011 erzählt. Auch sie sieht sich als Waise und ist mit ihrer aktuellen Lebenssituation gar nicht zu frieden. Immer wieder bekommt sie zu spüren, dass sie in ihrer Pflegefamilie nicht erwünscht ist. Ein weiterer Punkt, der im Buch behandelt wird, sind ihre Sozialstunden, die sie abzuleisten hat, weil sie einen Diebstahl begangen hat. Auch wenn es eine wunderbare Sache war, die sie sich angeeignet hat. Und genau diese Sozialstunden sind es, die die beiden Generationen um Vivian und Molly zusammenführt. Ich kann im Nachhinein gar nicht sagen, welche der beiden Sprecherinnen mir besser gefallen hat. Sowohl Beate Himmelstoß in Bezug auf Vivian, als auch Susanne Schroeder in Bezug auf Molly passten einfach sehr gut. Beide Sprechstimmen waren unheimlich angenehm.Steht zu Beginn des Hörbuches die Geschichte um Vivian in der Vergangenheit doch sehr im Fokus, nimmt dieses im Verlauf nach und nach an Intensität ab. Die Autorin nimmt uns mit und fügt beide Leben nach und nach zusammen und diese Entwicklung und der Werdegang an sich waren sehr schön zu verfolgen.____________________________________________________________Wie die meisten Bücher, welche auf zwei Zeitebenen spielen, wechseln auch hier die Erzählstränge. Verwirrend beim Hören war nur, dass wenn sich die Geschichte im Jahre 2011 abspielte, es mehrere Male die Überschrift 2011 gab, so dass man immer kurz überlegen musste, ob es gerade einen Wechsel in der Zeitebene gab oder nicht. Dieser Punkt wurde wahrscheinlich eingefügt, um die einzelnen Kapitel in der jeweiligen Ebene nicht zu lang zu gestalten. Gewöhnungsbedürftig.Ein weiterer Punkt, sind die Emotionen. Die erste Hälfte fesselte den Leser wirklich an die Geschichte. Da die komplette Lebensgeschichte von Vivian erzählt wird, kann dies nicht konstant aufrecht gehalten werden, aber vor allem ihre späteren Lebensjahre erschienen mir sehr emotionslos. Es wurde nur noch als Abhandlung von Ereignissen erzählt und ich hatte als Hörer Schwierigkeiten mich so schnell auf die verschiedenen Lebenssituationen einzulassen.Mein FazitEgal ob hörend oder lesend, diese Geschichte kann ich jedem ans Herz legen. Vor allem den Hörern und Lesern, welche es wie ich nicht fassen können, dass es die „Orphan Trains“ wirklich gab. Dieses Buch vereint Vergangenheit und Gegenwart sehr gut und ist historisch gesehen sehr gut recherchiert.

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  • Vom Waise-Sein

    Der Zug der Waisen
    NiWa

    NiWa

    09. February 2017 um 14:07

    Ende der 20er-Jahre wird die neunjährige Vivian in einen Waisenzug gesetzt. Als Tochter irischer Einwanderer hat sie bei einem Häuserbrand ihre Familie verloren und fährt kurzerhand einer ungewissen Zukunft entgegen. Erst im hohen Alter bringt sie es über sich, dem Teenager Molly ihre Geschichte zu erzählen, weil Molly selbst eine Waise ist. „Der Zug der Waisen“ von Christina Baker Kline ist ein wunderbar aufbereiteter historischer Roman, der Vergangenheit und Gegenwart vom Dasein als Waise reflektiert. Zudem geht es um Identitätssuche und die Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit. Im Zentrum der Handlung stehen die Waisenzüge, wie sie in den USA in den 20er- und 30er-Jahren zum Einsatz kamen. Waisenkinder wurden einfach in einen Zug Richtung Westen gesetzt, um von Station zu Station neue Familien für sie zu finden. Leider hat man sich um das Wohlergehen der Kinder selbst kaum Sorgen gemacht, sondern war froh, wenn sie unterkamen. So hat es sich ergeben, dass viele dieser Waisen keine angenehme Kindheit hatten, sondern als Dienstmädchen, Stallburschen oder Erntehelfer ohne Schulbildung aufgewachsen sind. Vivian erzählt dem Teenager-Mädchen Molly, wie es ihr als Waisenzugkind ergangen ist. Sie holt aus und berichtet, wie sie einst mit ihrer Familie in den USA landete, erklärt, wie schwierig es war in New York Fuß zu fassen, und wie sie ihre Familie, ihre Herkunft und sogar ihren richtigen Namen verlor. Es war sehr angenehm der alten Dame - Vivian ist zu dem Zeitpunkt schon über 90 Jahre alt - zuzuhören. Ohne sentimental zu werden, erzählt sie davon, wie es damals gewesen ist, was sie ertragen musste, berichtet von ihren Befürchtungen und wohin sie die Reise ihrer Kindheit verfrachtet hat. Molly ist selbst ein Waisenkind und in einer Pflegefamilie untergebracht. Dadurch lernt sie die alte Frau kennen, der sie zur Hand gehen soll. Anhand von Molly wird das Waisendasein in der Gegenwart thematisiert. Molly hat es auch nicht leicht, weil sie nur selten den Erwartungen ihres Umfelds entspricht und diesen gar nicht entsprechen will. Sie hasst es, sich verbiegen zu müssen, dass alle anderen es ständig besser wissen, und dass sie nie dazuzugehören scheint. Diese beiden Perspektiven von damals und heute wurden anhand der beiden Schicksale zu einem schönen Roman verwoben. Es wird zwischen den Erzählsträngen gewechselt, sodass man Parallelen aber auch Unterschiede erkennt. Mir hat sehr gut gefallen, dass die Autorin nicht zu sehr auf die Tränendrüse drückt. Die Emotionen der Protagonisten werden trotzdem gut rübergebracht, allerdings ohne kitschig zu sein. Einziger Kritikpunkt sind die Nebenpersonen des Gegenwartsstrangs, die sofort als Mittel zum Zweck erkennbar und ziemlich ausdruckslos geblieben sind. Man merkt, dass sie nur ihren Platz in der Geschichte haben, damit die Handlung voran getrieben wird, ohne authentische Eigenheiten erhalten zu haben. Dessen ungeachtet hat Christina Baker Kline einen sehr gut recherchierten, historischen Roman geschaffen, dem die beiden Sprecherinnen der Hörbuchversion gerecht geworden sind. Den unterschiedlichen Erzählsträngen kann man sehr gut folgen, denn bei jedem Kapitel wird auf die Zeitebene verwiesen, und die Sprecherinnen haben auf mich glaubwürdig gewirkt. „Der Zug der Waisen“ behandelt ein ernstes Thema amerikanischer Geschichte und gibt den Kindern von damals eine Stimme, damit ihre ‚wahre‘ Identität nicht vergessen wird. Ich bin froh, mehr darüber erfahren zu haben und hoffe, dass es noch viele Leser und Hörer finden wird. 

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    • 12
  • Nicht alle Kinder haben es leicht im Leben ...

    Der Zug der Waisen
    engineerwife

    engineerwife

    16. November 2016 um 10:17

    Genau so hätte es sein können, damals, 1929, als der sogenannte „Orphan Train“ mit Vivian an Bord den Bahnhof von New York verließ. Diese Waisenzüge wurden von der Children’s Aid Society schon ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis ca. 1930 organisiert. Über 250.000 Kinder fanden so ein neues Zuhause. Viele hatten Glück, leider kamen aber auch viele der Kinder vom Regen in die Traufe. So ging es an den ersten Stationen auch der inzwischen 90jährigen Protagonistin Vivian, deren Leben sich auf glückliche Weise mit dem der 17jährigen Molly verknüpft. Beide haben es am Anfang nicht leicht gehabt im Leben, doch während Vivian schlussendlich auf ein erfülltes und glückliches Leben zurück blicken kann, vermittelt sie Molly während der ihr auferlegten sozialen Stunden in ihrem Hause Hoffnung für deren Zukunft. Ein wunderbar erzähltes Hörbuch, das ich gerne weiter empfehle.   

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  • Waisengeschichten

    Der Zug der Waisen
    black_horse

    black_horse

    30. August 2015 um 14:45

    Vivian ist 91 Jahre alt, als 2011 die zu Sozialstunden verurteilte Molly in ihr Haus kommt, um mit ihr gemeinsam den Speicher aufzuräumen. Diese Aktion wird zu einer Reise in Vivians Vergangenheit. Denn Vivian, die Tochter irischer Einwanderer, deren Familie von einem Brand zerstört wurde, wurde von der Childrens Aid Society 1929 in einem Waisenzug aufs Land verschickt. Sie hat in dieser Zeit viel Leid erfahren, aber letztlich doch das Glück gehabt, eine Familie zu finden, in der sie behütet aufwachsen konnte. Doch der Weltkrieg zerstörte ihr Glück wieder ... Auch die 17-jährige Molly lebt als Pflegekind in einer Familie, in der sie sich nicht akzeptiert fühlen kann. Es tut ihr gut, mit Vivian sprechen zu können. Gemeinsam begeben sich sich auf die Suche ... Diese Geschichte, die immer wieder wechselt zwischen der Gegenwart und Vivians Vergangenheit, ist sehr emotional und gefühlvoll. Sie erzählt ein Kapitel amerikanischer Geschichte. Ein sehr interessanter Roman, der sicher auch schon für Jugendliche geeignet ist. Das ungekürzte Lesung ist wunderbar einfühlsam vorgetragen von Beate Himmelstoß und Susanne Schröder. Ein sehr empfehlenswertes Hörbuch!

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  • Zug der Waisen

    Der Zug der Waisen
    Claudias-Buecherregal

    Claudias-Buecherregal

    02. May 2015 um 14:55

    New York, 1929. Vivian, Tochter irischer Einwanderer, verliert bei einem Brand ihre komplette Familie. Als 9-jährige Waise wird sie mit vielen anderen Kindem in den sogenannten „Zug der Waisen“ verfrachtet und Richtung mittlerer Westen gefahren. An verschiedenen Stationen können Paare sich Kinder wie Vieh aussuchen und mit nach Hause nehmen. Sie sollen ihnen eine neue Heimat bieten, doch meistens finden die Kinder dort nur ärmliche Bedingungen, harte Arbeit und körperliche Züchtigung vor. Spruce Harbor, Maine, 2011. Molly ist seit dem Tod ihres Vaters Halbwaise und wurde von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht, da ihrer drogenabhängige Mutter sich nicht um sie kümmern konnte. Da sie in einer Bücherei ein Buch gestohlen hat, muss sie Sozialstunden ableisten. Sie soll einer über 90-jährigen Frau dabei helfen ihren Dachboden zu entrümpeln. Zunächst wird Molly zwar freundlich aber sehr distanziert aufgenommen, doch die Erinnerungsstücke sorgen dafür, dass die alte Dame anfängt ihre spannende Geschichte zu erzählen und die beiden Frauen stellen fest, dass sie ein ähnliches Schicksal teilen. Dieser Roman wurde mir von einer Leserin empfohlen und ich bin sehr froh, dass ich mich von der Autorin bzw. den beiden Sprecherinnen in ein vergessenes Kapitel der amerikanischen Geschichte habe entführen lassen. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen geschildert. Zum einen die Gegenwart (2011) zum anderen die Zeit aus Vivians Kindheit hin bis zum Erwachsensein (1929 — 1940???). Sehr angenehm fand ich, dass die Autorin stets einige Kapitel in einer Zeitebene verweilt und nicht ständig zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her springt. Außerdem sind die Zeitebenen insich chronologisch aufgebaut. Bemerkenswert finde ich, dass die Autorin es geschafft hat, ein ernstes Thema anzugehen, dieses gefühlvoll und emotional zu beschreiben, so dass es mich wirklich berührt hat, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen. Ich fand es wahnsinnig bewegend mitzuerleben, wie Vivian eine Kindheit ohne Sicherheit erleben muss, wie sie sich ein neues Heim erhofft, aber doch stets nur auf Ausbeutung trifft und ihr einfach keine Liebe geschenkt wird. Ich habe mich mit der Protagonistin gefreut, als endlich auch einmal etwas Positives in ihrem Leben passiert ist, denn man wünscht es der sympathischen Hauptfigur wirklich sehr. Durch Baker Klines detaillierte Beschreibungen konnte ich mir alle Settings bildlich vor Augen führen. Die Geschichte und ihre Figuren kamen mir nie fremd vor. Alles wirkte so authentisch, als wenn die Autorin ihr eigenes Leben beschrieben hätte. Sie verzichtet auf Effekthascherei, was der Atmosphäre sehr gut tut, und trotzdem ist der Roman niemals langweilig, dafür ist man zu sehr von den beiden Schicksalen gepackt. Die Geschichte wird von den beiden Sprecherinnen Beate Himmelstoß und Susanne Schroeder vorgelesen, die mir beide sehr gut gefallen haben. Beide Stimmen sind sehr angenehm und passen zu den jeweiligen Buchpassagen. Es handelt sich bei dem Hörbuch um eine ungekürzte Hörfassung mit über zehn Stunden Laufzeit und ich war positiv überrascht, dass die Einteilung in die jeweiligen Jahre nicht nur im Inlay festgehalten wurden, sondern auch von den Sprecherinnen vorgelesen wurden, so dass einem ein Zeitsprung stets direkt angekündigt wurde. Etwas, dass leider nicht jedes Hörbuch bietet. Fazit: Eine unglaubliche Story über ein fast vergessenes Kapitel der amerikanischen Geschichte, die unglaublich authentisch und fesselnd präsentiert wird. Sowohl die Handlung als auch die Leistungen der Sprecherinnen haben mich begeistert. Absolute Hörempfehlung für alle, die an diesen Geschehnissen Interesse haben. MP3: 1 CD - ca. 10h 23 min Verlag: der Hörverlag; Auflage: ungekürzte Lesung (10. November 2014) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3844517480 ISBN-13: 978-3844517484

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  • Waisenleben

    Der Zug der Waisen
    BettinaR87

    BettinaR87

    Molly lebt in der Gegenwart. Sie ist ein Waisenkind, das von Familie zu Familie wandert. Bis sie bei ihren aktuellen Pflegeeltern ankommt. Nicht, dass sie nun im Himmel lebt, nein - die Pflegemutter ist gegen ihren Vegetarismus, recht konservativ und nicht geneigt, Molly eine große Chance zu geben. Nach einem vermeintlichen Diebstahl wird sie vom Jugendgericht zu Sozialstunden verdonnert. Besser als der Jugendknast ist das allemal. Über ihren Freund erhält sie die Chance, die Stunden bei der Arbeitgeberin seiner Mutter abzuleisten. Vivian Daly ist eine alte und gebrechliche Frau, die ein bewegtes Leben hinter sich hat. Ihr soll Molly beim Ausmisten des Dachbodens helfen. Dabei kommen einige Dinge ans Licht, die Molly ziemlich überraschen - und sie für die alte Lady einnehmen. Als Niamh geboren (Nieve gesprochen), wandert sie in jungen Jahren mit ihrer Familie von Irland in die Staaten aus. Nicht lang drauf stirbt ihre Familie bei einem großen Brand. Kurzerhand wird sie mit anderen Waisenkindern von der Childrens Aid Society in einen Zug gepackt und raus aufs Land gefahren - der Zug der Waisen. Familien auf dem Land sollen den Kindern eine Zukunft und ein Zuhause geben. Oftmals werden sie jedoch nur als billige Arbeitskräfte missbraucht. Ein Schicksal, dass aus der jungen Niamh erst eine Dorothy macht und letztendlich eine Vivian, die irgendwann einen Daly heiratet. Zusammen arbeiten die beiden an ihrer Vergangenheit, der Gegenwart und ihrer Zukunft - zwei Seelen, die sich gegenseitig brauchen. Die Kritik Die Childrens Aud Society gibt es wirklich! Gegründet 1853 war es tatsächlich diese Organisation, die in den 1920ern die Kinder aus der Stadt einsammelten wie Streuner und aufs Land brachten - komme, was wolle. Ein an sich nobles Ziel und von der Grundlogik nicht falsch gedacht, aber leider nicht auf Einzelschicksäle ausgelegt, die wir Menschen nun mal sind. Wie schief es gehen kann, zeigt die fiktive Geschichte von Vivian Daly. Ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, das aktueller kaum sein könnte. Jede Station in dem Umfeld der Children's Aid Society presst dem jungen Mädchen eine neue Identität auf. Die muss sie sich anziehen wie eine künstliche Haut, auch wenn sie so gar nicht zu ihr passen. Akzeptiert werden, wie sie ist? Weit gefehlt! Jeder will das Mädchen so formen, wie er/ sie  es gerne hätte. Nirgendwo kommt sie wirklich an. Wie Molly, die überall gegen Widerstand läuft und ihren Platz in der Welt nicht finden kann. Die Umsetzung als Hörbuch ist spitze. 2 Figuren, 2 Stimmen, die diese überzeugend verkörpern (Beate Himmelstoß und Susanne Schroeder). Die Handlung springt zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her, aber immer chronologisch. Zusammen mit den Erinnerungen der alten Frau entwickelt sich die Handlung und das Selbstverständnis einer jungen Frau - und das unsere. Ein Buch, das man in seinem Leben gelesen oder angehört haben sollte!

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