Die Farben des Himmels

von Christina Baker Kline 
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Die Farben des Himmels
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Ein ganz wunderbares, bewegendes Buch um eine starke und besondere Frau

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Der "Zug der Waisen" hat mir bedeutend besser gefallen - dennoch ein interessantes Frauenportrait.

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Inhaltsangabe zu "Die Farben des Himmels"

Die abgeschiedene Farm ihrer Familie in Maine ist die einzige Welt, die Christina Olson kennt. Eine seltene Krankheit schränkt ihren Radius extrem ein und verhindert, dass sie diesen kleinen Kosmos verlassen kann. Als ihre ersehnte Verlobung in die Brüche geht, platzt ihre letzte Hoffnung, der klaustrophobischen Enge ihres Lebens zu entkommen. Doch dank ihres unbeugsamen Willens gelingt es Christina, sich eine ganz eigene Welt zu erschaffen – in deren Mittelpunkt die tiefe Freundschaft mit dem Maler Andrew Wyeth steht. Er zeigt ihr, dass es mehr als eine Art gibt zu lieben, und verewigt sie in einem der berühmtesten amerikanischen Gemälde des 20. Jahrhunderts.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442314157
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:370 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:14.05.2018

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    dermoerderistimmerdergaertnervor einem Monat
    "Christinas Welt"

    Inhalt: Christina Olsen leidet an einer seltenen Krankheit. Schon seit ihrer Kindheit verlässt sie deshalb nur selten die Farm ihrer Eltern in Maine. Ihr Leben ist geprägt von schwerer körperlicher Arbeit.
    Dann lernt Christina den jungen Maler Andrew Wyett kennen, der bald ein guter Freund wird und ein ganz besonderes Bild von ihr malt



    Meine Meinung: Der Schreibstil von Christina Baker Kline hat mir sehr gut gefallen. Ruhig, einfühlsam und unaufgeregt erzählt sie auf zwei Zeitebenen die Lebensgeschichte von Christina Olsen.
    Schon mit drei Jahren machen sich bei Christina die Anzeichen ihrer Krankheit bemerkbar. Nach einem schweren Fieber mit starken Schmerzen sind ihre Hände und Füße verformt. Die vom Arzt verordneten Beinschienen bereiten nur Schmerzen und fügen ihr tiefe Wunden zu. Trotz ihrer körperlichen Einschränkungen nehmen ihre Eltern keine Rücksicht und sie muss auf der Farm helfen. Die Arbeit ist hart. Es gibt weder Elektrizität noch fließendes Wasser, aber Christina beschwert sich nicht. Sie ist intelligent und ehrgeizig, stolz und eigensinnig und möchte so unabhängig wie möglich sein, was ihr nicht immer gelingt. Ich konnte ihren Frust, ihre Traurigkeit und ihre ruppige Art gut nachvollziehen. Erst als sie den Maler Andrew Wyett kennenlernt, der sich völlig ungezwungen bei ihr einquartiert, um zu malen, findet sie einen Freund, der sie versteht. 
    Ich fand Christina sehr authentisch. Auch wenn sie keine Sympathieträgerin ist, so ging mir ihr Schicksal doch nah. Ihre Brüder, besonders Al, der auch noch als Erwachsener sein Leben mit Christina verbringt, fand ich sympathisch. (Ein wenig erinnerten mich Al und Christina an das alte Geschwisterpaar von „Anne auf Green Gables“.) Andrey und seine Frau Betsy bringen endlich frischen Wind auf die Farm.
    Das Ende und Christinas Gedanken zu dem Bild „Christinas Welt“ haben mir gut gefallen und mich neugierig gemacht. Ich habe im Internet nach Christina und Andrew gesucht und außer „Christinas Welt“ noch ein anderes Gemälde von Wyett gefunden, das im Buch beschrieben wird. Auch im Nachwort gibt es noch einige interessante Informationen. Obwohl Christina, Andrew und auch deren Familien real sind, ist die Geschichte fiktiv. 
    „Christinas Welt“ ist meiner Meinung nach zu Recht eines der berühmtesten amerikanischen Gemälde des 20. Jahrhunderts. (Es ist im Buch abgebildet, aber  leider nur sehr klein).

    Fazit: Ein ruhiges und berührendes Buch über eine starke Frau, das mich mehr und mehr gefesselt hat. Besonders interessant fand ich dabei den wahren Hintergrund und das Gemälde.

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    Nadezhdavor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein ganz wunderbares, bewegendes Buch um eine starke und besondere Frau
    Ein ganz wunderbares, bewegendes Buch um eine starke und besondere Frau

    Ein ganz wunderbares Buch!


    In ruhiger, aber intensiver Sprache, gespickt mit vielen stillen Lebensweisheiten, wird das Schicksal von Christina Olson und ihrer Familie über mehrere Jahrzehnte dargestellt, wobei die Geschehnisse der verschiedenen Zeitebenen manchmal scheinbar nur nebeneinander laufen, manchmal aber durch ihre Verknüpfung auch verblüffende Perspektiven eröffnen. Dabei wird Christinas Leben nicht nur von ihrer verheerenden Krankheit bestimmt, sondern auch von den Entscheidungen der Eltern, die oft genug nicht nach Christinas Willen fragen und über sie hinweg ihren Lebensweg bestimmen. Christina, die sich nach einem normalen, selbstbestimmten Leben sehnt, stößt immer wieder schmerzhaft an Grenzen, muss sich arrangieren - und bewahrt sich dabei doch eine bewundernswerte innere Unabhängigkeit und Stärke. Der Maler Andrew Wyeth, fasziniert von Christinas Persönlichkeit und dem in seinen Augen unendlich reichen, würdevollen Mikrokosmos ihrer kleinen Welt, verewigt sie und ihre Welt und kommt ihr dabei näher als alle anderen Menschen um sie herum.


    Das Buch hat mich sehr bewegt und trotz der extrem ruhigen Erzählweise keine Zeile lang gelangweilt. Schade finde ich nur, dass der englische Titel "A Piece Of The World" nicht wörtlich übersetzt wurde. "Die Farben des Himmels" ist für mich ziemlich nichtssagend. Da fallen mir zwar auch Bezüge im Buch ein, aber der englische Titel trifft es m.E. um Welten () besser.


    Dieses Buch gehört zu meinen Jahreshighlights, ich vergebe volle Punktzahl und kann die Lektüre nur wärmstens empfehlen.

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    Ann_Katrin_Wichmanns avatar
    Ann_Katrin_Wichmannvor einem Monat
    Solides Buch mit schwierigem Hauptcharakter

    Inhalt/Klappentext

    Die abgeschiedene Farm ihrer Familie in Maine ist die einzige Welt, die Christina Olson kennt. Eine seltene Krankheit schränkt ihren Radius extrem ein und verhindert, dass sie diesen kleinen Kosmos verlassen kann. Als ihre ersehnte Verlobung in die Brüche geht, platzt ihre letzte Hoffnung, der klaustrophobischen Enge ihres Lebens zu entkommen. Doch dank ihres unbeugsamen Willens gelingt es Christina, sich eine ganz eigene Welt zu erschaffen – in deren Mittelpunkt die tiefe Freundschaft mit dem Maler Andrew Wyeth steht. Er zeigt ihr, dass es mehr als eine Art gibt zu lieben, und verewigt sie in einem der berühmtesten amerikanischen Gemälde des 20. Jahrhunderts.



    Schreibstil/Storyverlauf

    Das Buch war angenehm zu lesen. Umgebung, Figuren und Gefühle wurden gut beschrieben, sodass man eine genaue Vorstellung von allem hatte. Auch die Sprache der Figuren war an die Zeit, in der das Buch spielt, angepasst.
    Das Buch hat zwei Erzählzeiten. Es springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Ich mag sowas immer gerne lesen, aber in diesem Fall kam die Gegenwart zu kurz.
    So lang der Fokus mehr auf der Vergangenheit der Protagonistin als auf der Freundschaft.
    Natürlich war die Geschichte interessant zu lesen und man sie besser kennengelernt.
    Aber genau fingen die Schwierigkeiten an…


    Charaktere
    Das Buch wird aus der Sicht von Christina geschrieben. Sie leidet seit ihrer Kindheit an einer Krankheit, die ihre Beine verkrüppelt hat, deswegen kann sie nur schwer fortbewegen.
    Ich empfand Christina als einen sehr schwierigen Charakter und es fiel einem sehr schwer Sympathie für sie auf zubauen.
    Einerseits kann man Verständnis für ihre Situation aufbringen. Schließlich steckt man eine Behinderung nicht ohne weiteres weg. Aber ihre Verbohrtheit ließ sich oft den Kopf schütteln.
    Je mehr von ihrer Geschichte gelesen hat, desto weniger konnte ich sie leiden.
    Ich habe nicht verstanden warum sie keine Behandlung wollte oder war sie es vorgezogen hat sich robbend fortzubewegen statt den Rollstuhl zu nehmen.

    Andrew Wyeth war, wie man sich einen Maler vorstellt. Er lebt gedanklich in seiner eigenen Welt und will nur malen.
    Natürlich klappt das nur bedingt, da seine Frau andere Vorstellungen hat. Daher muss er im Buch erstmal seinen Weg finden.
    Mit Christina findet ihn im Grunde nur das Anders sein. Daher verstehen die Beiden sich auch so gut.

     

    Dann gibt es noch den Bruder von Christina, der mit ihr auf der Farm geblieben ist.
    Er tat mir am allermeisten Leid. Er konnte nie wirklich das machen was er wollte. Nachdem seine Schwester seine große Liebe vertrieben hat, wurde er sehr verbittert und ist wohl aus Trotz auf der Farm geblieben.

    In Christinas Erzählung ihrer Vergangenheit tauchen noch einige Personen auf, die in ihrem Leben eine große Rolle gespielt haben.
    Besonders toll fand ich ihre Großmutter, die sie immer noch ermutigt hat, was aus ihrem Leben zu machen.

    Ihren Vater konnte ich nicht sonderlich leiden, weil er Christina zusätzlich Steine in den Weg legt hat. U.a. als er ihr quasi verboten hat als Lehrerin zu arbeiten. Schließlich haben sie doch die Farm….

    Ihren Ex-Verlobten mochte ich auch, weil er sie wirklich geliebt hat und er wollte nur das Beste für sie. In meinen Augen war Christina selbst schuld, dass er sie verlassen hat.

    Meine Meinung
    Als ich den Klappentext gelesen haben, hatte ich gehofft, dass das Buch ähnlich so wird wie „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“
    Leider war es nicht so.

    Ich habe das Buch recht gerne lesen. Aber wie schon beschrieben, hatte ich ein großes Problem mit der Hauptprotagonistin.
    Aus einiger Erfahrung in meinem Umwelt weiß ich, dass es nicht leicht eine Behinderung zu machen. Man muss auch vieles verzichten und es gibt sicherlich viele mitleidige Blicke.
    Aber ich habe es echt nicht verstanden, warum Christina sich nicht helfen lassen wollte und warum sie in ihrer eigenen Verdrossenheit u.a. das Leben ihres Bruders zerstört hat.

    Auch wenn der angekündigten Freundschaft war ich nicht vollkommen überzeugt. Die meiste Zeit lief Adam durchs Haus und hat gemalt. Die Gegenwartparts waren einfach zu kurz, als dass sich die Freundschaft richtig entwickeln konnte.

    Das Buch ist solide, aber auch nichts wirklich besonders. Ein nettes Buch für Zwischendurch.

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    ConnyKathsBookss avatar
    ConnyKathsBooksvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Der "Zug der Waisen" hat mir bedeutend besser gefallen - dennoch ein interessantes Frauenportrait.
    Faszinierendes Frauenporträt, aber lange nicht so gut wie "Der Zug der Waisen"

    "Du kannst lange Zeit in der Muschelschale leben, in der du geboren bist. Aber eines Tages wird sie dir zu klein sein." (S. 43)

    Seit ihrer Geburt leidet Christina Olson an einer seltenen degenerativen Erkrankung, die ihr Leben und ihre Mobilität stark einschränkt. Damit ist sie weitestgehend an ihr Elternhaus gefesselt, eine abgeschiedene Farm in Cushing, Maine. Als auch die ersehnte Verlobung platzt, scheint ihr Schicksal besiegelt. Doch die willensstarke Christina gibt nicht auf und erschafft sich ihre ganz eigene Welt - mit ihrem Bruder Al und der tiefen Freundschaft zum Maler Andrew Wyeth. Christina wird Andys Muse, der sie in seinem berühmten Gemälde "Christinas Welt" verewigt.

    "Die Farben des Himmels" stammt aus der Feder von Christina Baker Kline. Die Autorin legt hier ein interessantes Frauenporträt vor, das auf historischen Fakten beruht. Leider konnte mich der Roman nicht ganz so bewegen und begeistern wie ihr wunderbares Debüt "Der Zug der Waisen".

    Gleich im Klappeneinband ist das Gemälde "Christinas Welt" von Andrew Wyeth abgebildet, das im Museum of Modern Art in New York zu sehen ist. Dieses zeigt ein Mädchen auf einem Feld, in einem rosa Kleid und mit verborgenem Gesicht, das auf dem Boden liegt und sich zu einem dunklen Haus hinstreckt. Das Gemälde trifft zwar nicht unbedingt meinen Geschmack, dennoch wollte ich mehr darüber erfahren. Der amerikanische Maler war mir bislang auch noch unbekannt.

    Das Ganze wird aus Christinas Ich-Perspektive im Präsens erzählt. Zwei Zeitebenen wechseln sich dabei ab: die Geschehnisse zwischen 1896 und 1938 sowie zwischen 1940 und 1948. Nach und nach erfahren wir mehr über Christinas schweres Schicksal, über ihre Familie und Vorfahren, über zerschlagene Hoffnungen und ein gebrochenes Versprechen. Eine starke, stolze, einsame und sehr eigensinnige Frau, die trotz ihrer körperlichen Einschränkungen nie aufgegeben hat und sich ihr eigenes kleines Stück der Welt erschaffen hat. Schon in jungen Jahren musste sie schwere körperliche Arbeit verrichten, in einem Haus, wo es nicht mal Strom und eine Wasserleitung gab. Dafür kann ich sie nur bewundern. Andererseits wurde nicht wirklich mit ihr warm. Oft fand ich sie viel zu stur und konnte ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen. Zum Beispiel, dass sie partout keinen Rollstuhl wollte und sich später nur kriechend fortbewegte, Behandlungen lange Zeit vehement ablehnte oder ewig ihrer verlorenen Liebe nachtrauerte.

    Zeitweilig fand ich Christinas Geschichte auch etwas zäh und besonders in der zweiten Hälfte schwand meine Leselust immer weiter dahin. Das Ende hat mir wiederum ganz gut gefallen. In den ausführlichen Anmerkungen der Autorin erfahren wir dann noch mehr zu den Hintergründen und auch die Danksagung ist lesenswert. Der amerikanische Titel "A Piece Of The World" ebenso wie das originale Cover mit Haus, Feld und Himmel gefallen mir übrigens viel besser und passen auch mehr zum Inhalt.

    Insgesamt kann ich daher "Die Farben des Himmels" nur eingeschränkt empfehlen. Ein durchaus faszinierendes Porträt einer starken und ungewöhnlichen Frau, das mich aber nicht vollständig überzeugte. Gute 3 Sterne von mir.

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    Gluecksklees avatar
    Glueckskleevor 2 Monaten
    Die Geschichte einer starken Frau

    „Die Farben des Himmels“ ist nach „Der Zug der Waisen“ der zweite Roman von Christina Baker Kline. Nachdem mich ihr erster Roman unglaublich begeistert hatte, war ich auch auf das neue Werk der Autorin sehr neugierig. Zuerst einmal: Das Buch hatte für mich eine ähnlich melancholische Grundstimmung wie „Der Zug der Waisen“. Auch in „Die Farben des Himmels“ steht das Schicksal einer Frau im Mittelpunkt. Dabei ist es der Autorin gelungen, dass mich Christinas Schicksal wirklich interessiert hat, obwohl sie mir als Protagonistin nicht durchgängig sympathisch war. Das macht sie in meinen Augen aber tatsächlich umso glaubwürdiger. Ihr widerfährt so manche Ungerechtigkeit, aber auch sie selbst wird nicht als moralisch überlegen dargestellt, sondern hat ihre Fehler und Charakterschwächen.


    Die Geschichte von Christinas Leben wird unter Angaben von Jahreszahlen in etlichen Kapiteln aus der Ich-Perspektive durch Christina selbst erzählt. Eingerahmt wird diese Geschichte durch die Begegnung mit dem Maler Andrew Wyeth, dem sich Christina öffnet und mit dem sie eine Freundschaft verbindet.


    Mir persönlich haben die Kapitel, die die Vergangenheit beschreiben, besser gefallen als die Kapitel in der „Gegenwart“. Die Art und Weise, wie Christina aus „heutiger Sicht“ auf ihr Leben zurückblickt ist dabei zum Teil wirklich berührend, auch weil sie selbst ihr eigenes Verhalten in Teilen reflektiert, nachdem sie sich in ihren Gesprächen mit Andrew erneut damit beschäftigt hat.


    Realistisch stellt Christina Baker Kline die Lebensverhältnisse auf der Farm in Maine dar, auf der Christina ihr ganzes Leben verbracht hat. Die Autorin beschönigt meiner Meinung nach nichts und betrachtet das Landleben mit all seinen Verpflichtungen und Entbehrungen der damaligen Zeit.


    Das Buch ist kein actiongeladener Roman, sondern die Geschichte und der Spannungsbogen leben von der Entwicklung der Charaktere, insbesondere von Christinas Entwicklung. Wer sich darauf einlassen kann, den erwartet mit „Die Farben des Himmels“ ein schönes Leseerlebnis.


    Von mir erhält der Roman vier von fünf Sternen.

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    MissesFrostyvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Es hat mich nicht berührt...
    Die Farben des Himmels

    Das Buch:

    Die abgeschiedene Farm ihrer Familie in Maine ist die einzige Welt, die Christina Olson kennt. Eine seltene Krankheit schränkt ihren Radius extrem ein und verhindert, dass sie diesen kleinen Kosmos verlassen kann. Als ihre ersehnte Verlobung in die Brüche geht, platzt ihre letzte Hoffnung, der klaustrophobischen Enge ihres Lebens zu entkommen. Doch dank ihres unbeugsamen Willens gelingt es Christina, sich eine ganz eigene Welt zu erschaffen – in deren Mittelpunkt die tiefe Freundschaft mit dem Maler Andrew Wyeth steht. Er zeigt ihr, dass es mehr als eine Art gibt zu lieben, und verewigt sie in einem der berühmtesten amerikanischen Gemälde des 20. Jahrhunderts. Quelle Amazon


    Die Autorin:

    Christina Baker Kline wuchs in England und in den Vereinigten Staaten auf. Sie hat Literatur und Kreatives Schreiben unterrichtet und sich als Buchautorin und Herausgeberin von Anthologien einen Namen gemacht. Ihr Roman "Der Zug der Waisen" war in den USA ein großer Erfolg und hielt sich monatelang an der Spitze der New-York-Times-Bestsellerliste. Mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen lebt die Autorin in Montclair, New Jersey. Quelle Amazon


    Meine Meinung:

    Das Buch ist wirklich schön erzählt, die Autorin hat eine schöne Schreibweise. Leider zieht es sich meiner Meinung nach zu sehr in die Länge.

    Christina ist las Hauptprotagonistin wirklich nicht einfach, sie hat es aber auch wirklich nicht leicht im Leben.Eigentlich ist sie eine intelligente Frau und könnte im Leben wirklich was schaffen, trotz ihrer Krankheit. Christina ist aber leider auch ziemlich stur und ganz schön verbittert. Das hat mich manchmal schon gestört, wäre ein paarmal gerne ins Buch gehüpft und hätte sie geschüttelt. Ich hab schon Verständnis für ihre blöde Situation, aber man darf eben auch nicht alles mit einer Krankheit entschuldigen. So richtig warm bin ich mit ihr deswegen nicht geworden. Leider passiert in ihrem Leben dann auch nicht wirklich viel, was das Buch für mich interessanter gemacht hätte. Durch die wenigen Ereignisse zieht es sich wie gesagt in die Länge.

    Erzähltechnisch und sprachlich ist das Buch absolut wunderbar, es ist leicht und locker erzählt, man könnte ins Träumen kommen


    Fazit:

    Für mich konnte die schöne Schreibweise die wenige Spannung in diesem Buch nicht überspielen.

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    Mira20s avatar
    Mira20vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch hat mich berührt und beeindruckt!
    Berührend und beeindruckend!

    Ausgangspunkt dieses wunderbaren Romans ist das berühmte Bild des amerikanischen Malers Andrew Wyeth. Die Hauptfigur des Romans sein Model Christina Olson. Titel des Bildes: Christinas Welt!
    Immer wieder nahm ich mir Zeit, das Bild zu betrachten. Denn Wyeth wollte Christina nicht einfach nur malen – er wollte sie verstehen, herausfinden, wer sie war! Dabei hatte ich während dem Lesen das Gefühl, dass Christina aus dem Bild steigt und mir ihre Geschichte erzählt. 


    Die Autorin nimmt uns mit in Christinas Vergangenheit, beschreibt ihre Kindheit, die geprägt war von einem schmerzhaften Gebrechen, das ihre Glieder immer mehr verformte und sie stets anders sein liess! Aber sie erzählt auch von ihrem starken Willen, selbständig zu bleiben, ihre Pflicht als Tochter zu erfüllen - und von einer unglaublich tiefen Einsamkeit! Dieses Gefühl hat mich ganz tief berührt.

    Ihre Lebensgeschichte, dramatisch, aber unaufgeregt erzählt, hat mich im Innersten ergriffen. Nicht Jahreszahlen und historische Ereignisse stehen dabei im Vordergrund, sondern das Leben einer jungen, behinderten Frau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert. Ihr Leben war geprägt von alten patriarchischen Strukturen, die ihr als unverheirateten Frau wenig Möglichkeiten liessen.
    Gerade die inneren psychischen Prozesse nehmen den Leser mit! Wo ist das junge, kämpferische Mädchen geblieben? Was ist aus ihren Träumen geworden?

    Natürlich ist der Roman eine Mischung aus Fakten und viel Fiction! Trotzdem hatte ich stets das Gefühl, dass die Autorin ihre literarische Freiheit nicht effekthaschend einsetzt. Sie versucht das Besondere dieses Bildes in Worte zu fassen. Dass das Bild der Autorin viel bedeutet, konnte ich auf jeder Seite des Buches erlesen.

    Ich bin überzeugt, dass das Buch sehr viele unterschiedlich interessierte Leser und Leserinnen erreicht. Von mir erhält das Buch eine absolute und unbedingte Leseempfehlung.

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    Streifivor 3 Monaten
    Christinas Welt

    Christina Baker Kline bringt uns in diesem Buch die Hintergrundgeschichte zu dem Bild Christinas Welt von Andrew Wyeth nahe.

    Christina lebt 1939 alleine mit ihrem Bruder Al auf einer abgelegenen Farm  in Maine, als sie über eine Freundin den Maler Andrew Wyeth kennenlernt. Der verliebt sich in das Haus und ist bald Dauergast und guter Freund.

    In den folgenden Jahren wird Andy die Sommer bei den Olsons verbringen und dort malen. Im Sommer 1948 entsteht dann sein bekanntestes Werk Christinas Welt.

    Parallel zur Entwicklung der Freundschaft erfahren wir von Christinas schmerzvollem Leben. Sie leidet unter einer Krankheit, die ihre Gliedmaßen verkrümmt und ihr teilweise starke Schmerzen bereitet. Doch Christina ist ehrgeizig und stur und erlaubt es der Krankheit nicht ihr Leben komplett zu bestimmen.

     

    Mir hat das Buch vor allem wegen des Schreibstils sehr gut gefallen. Die Autorin erzählt in einer sehr ruhigen Art von der Härte des damaligen Lebens auf dem Land, den Freuden und Leiden Christinas und ihrer Familie. Denn auch wenn das Leid und die Einschränkungen Christinas Leben bestimmt haben, so hatte sie auch schöne Zeiten und später dann vor allem in Andrew Wyeth und seiner Frau Freunde, die sie so nahmen, wie sie war.

     

    Fazit: Ein tolles Buch, schön zu lesen und ein beeindruckender Ausflug nicht nur in die amerikanische Geschichte, sondern auch in die Kunstgeschichte.

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    hasirasi2s avatar
    hasirasi2vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ungewöhnlich eindringliche Romanbiografie.
    Christinas Welt

    Maine um die 1900: Welche Farbe hat der Himmel heute? Diese Frage hat sich Christina sicher nicht oft gestellt, als sie noch jünger war. Durch eine unheilbare Krankheit nehmen ihre Muskeln immer mehr ab und sie muss sie beim Gehen stets auf den unmittelbaren Bereich vor ihren Füße schauen, um nicht zu oft hinzufallen. Ihr Körper ist übersäht von frischen Wunden und alten Narben, aber sie ist eine Kämpfernatur. Mit Mitte 30 kann sie nur noch kriechen, ihre Beine haben keine Kraft mehr. Doch zur Not robbt sie auf den Ellenbogen aufs Feld. Es ist ein hartes Leben, Abwechslungen bringen nur die Abenteuergeschichten ihrer Vorfahren, die ihre Mammey (Großmutter) erzählt.

    Christina wäre gern Lehrerin geworden. Sie ist sehr intelligent, aber ihre Eltern waren dagegen. In ihren 20ern ist sie 4 Jahre lang verlobt – Walton Hall kommt jeden Sommer und verspricht ihr die Ehe, heiratet am Ende aber eine gesunde Frau. Christina verbittert. Zwei jüngere Brüder fliehen in die Stadt, sobald sie alt genug sind. „Über Dich habe ich mir gar keine Gedanken gemacht.“ „Natürlich nicht. Warum auch? Warum sollte das irgendjemand tun?“ (S. 241) Nur ihr Bruder Alvaro bleibt und kümmert sich mit ihr um die Eltern und das Land.

    1939 taucht der Maler Andrew Wyeth das erste Mal bei ihnen auf. Ihn faszinieren das Licht und das Haus. Bald richtet er sein Atelier auf ihrem Dachboden ein. Er bewundert, wie Christina den Alltag meistert. Sie könnte doch sicher Hilfe gebrauchen. „Ich komme schon zurecht ...“ „Das tust du wirklich, Christina, oder? Alle Achtung.“ (S. 156) – endlich mal jemand, der sie versteht und so sieht, wie sie ist.

     

    Ich bin ehrlich, Christina war kein einfacher Charakter, haderte als sie älter wurde mit ihrem Schicksal und lies das an ihrem Bruder Al aus. Trotzdem hatte auch ich beim Lesen auch oft Mitleid mit ihr und hätte in keiner Minute ihres Lebens mit ihr tauschen wollen. Am erschreckendsten fand ich sie Zeit, als sie, um ihre Eltern zu pflegen, auf allen vieren die Treppen in den ersten Stock kriechen musste.

     

    Die Autorin Christina Baker Kline hat eine sehr ungewöhnliche Romanbiografie über Christina Olson und den Maler Andrew Wyeth geschrieben. Das Trostlose der Landschaft und von Christinas Leben spiegeln sich in der Sprache wieder. Das Buch ist sehr schwermütig, düster und eindringlich. Es zeigt ungeschönt das Leben im ländlichen Amerika Anfang des 20. Jahrhunderts, geprägt von zwei Weltkriegen und dem Abwandern der Jugend.

    Der Fortschritt kommt bei den Olsons nie an, sie haben weder Strom noch eine Wasserleitung. Da Christina nach Ansicht ihrer Eltern sowieso nie einen Mann finden wird, muss sie von früh bis spät im Haus und auf der Farm schuften - heute wäre sie ein Pflegefall. Sie wird ihr Leben lang bemitleidet, erst recht, nachdem ihre Verlobung geplatzt ist. Erst Andrew Wyeth und seine Frau Betsy sehen den Menschen in ihr, nicht den Krüppel. Wyeth setzt ihr mit dem Bild „Christinas Welt“ ein Denkmal. Er hat verstanden, was das Land und das Haus für sie bedeuten – „Mal Zufluchtsstätte, mal Gefängnis, war dieses Haus auf dem Hügel immer mein Zuhause.“ (S. 9)

    Kommentare: 1
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    Sturmherzs avatar
    Sturmherzvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Pur und ungeschönt - Christina Baker Kline hat mich verzaubert
    Unbändiger Lebenswille

    Christina Olson will leben - egal was das Leben für Hürden mit sich bringt. Und das Leben meint es wahrlich nicht gut mit ihr. Eine Nervenkrankheit sorgt dafür das Christina von klein auf nur beschwerlich laufen kann, theoretisch also immer auf Hilfe angewiesen wäre. Auch scheint sie nicht so hübsch, als das sie attraktiv genug wäre das ein junger Mann sie heiraten würde. Der Gang zu Schule wird ihr nach wenigen Jahren vom eigenen Vater verweigert, die Hilfe und Unterstützung auf der eigenen Farm ist wichtiger als eine Schulbildung für ein Mädchen. So muss sie anpacken und ihre eigenen Bedürfnisse zurückstecken. 

    Nichts desto trotz lässt sie sich nicht unterkriegen und will selbstständig leben und arbeiten. Auch verliebt sie sich und hegt die Hoffnung auf eine normales Leben an der Seite des Mannes der ihr Herz bekommen hat. Nicht immer ist das Schicksal fair...
    Dann tritt der junge Künstler Andrew Wyeth in ihr Leben und wird dieses für immer verändern. 

    Christina Baker Kline hat mit ihrem Roman über die Geschwister Olson ein wunderbares Bild über das Leben der Menschen im Amerika des 19. und 20. Jahrhundert gezeichnet. Gekonnt vermischt sie wahre Geschichte mit Fiktion. Sie hat mir Lust auf Kunst gemacht, und mich am beschwerlichen und doch unvergesslichen Leben von Christina Olson teilhaben lassen. 

    Ich kann das Buch sehr, sehr, sehr empfehlen!

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