Christina Dalcher

 3,7 Sterne bei 477 Bewertungen
Autorin von Vox, Q und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Christina Dalcher

Ein bisschen Margaret Atwood gemischt mit Ira Levin: Christina Dalcher ist in den USA geboren und hat ihren Abschluss in Theoretischer Linguistik an der Georgetown University gemacht. Sie hat sich auf die Phonetik von Lautveränderungen in italienischen und britischen Dialekten spezialisiert. Sie ist begeistert von Flash Fiction, das sind Kurzgeschichten, die nicht länger als 2000 Wörter sind. Dalcher unterrichtet an Universitäten in den USA, in England und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie hat bereits mehrere Kurzgeschichten in Zeitungen auf der ganzen Welt veröffentlicht und wurde für diese mit diversen Preisen ausgezeichnet, beispielsweise gewann sie den „Best Small Fictions“-PRes und war unter anderem nominiert für den Pushcart Prize. Im August 2018 erscheint ihr Debütroman „Vox“ sowohl in Deutschland, als auch im amerikanischen Original. Darin entwirft sie eine Welt, in der Frauen nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen. Die Protagonistin Jean McClellan ist mit diesem neuen Gesetz alles andere als einverstanden und geht gegen die Regierung an – sie kämpft für das weibliche Stimmrecht, die Bildung und für die Träume von Tausenden von Frauen. Dalcher selbst weiß nicht, in welches Genre sie ihr Debüt einordnen würde, sie beschreibt es als Mischung aus Margaret Atwoods „Report der Magd“ und Ira Levins „Frauen von Stepford“ mit einer Prise Neurolinguistik. Dalcher lebt heute mit ihrem Ehemann teils im Süden der USA und teils in Neapel, nachdem sie mehrere Jahre im Ausland verbracht hat.

Alle Bücher von Christina Dalcher

Cover des Buches Vox (ISBN: 9783596704514)

Vox

 (381)
Erschienen am 25.09.2019
Cover des Buches Q (ISBN: 9783596704538)

Q

 (55)
Erschienen am 27.10.2021
Cover des Buches Vox (ISBN: B07F8R26Z4)

Vox

 (35)
Erschienen am 15.08.2018
Cover des Buches Vox (ISBN: 9780440000785)

Vox

 (5)
Erschienen am 21.08.2018
Cover des Buches Femlandia (ISBN: 9780593201107)

Femlandia

 (0)
Erschienen am 19.10.2021
Cover des Buches Master Class (ISBN: 9780440000839)

Master Class

 (0)
Erschienen am 21.04.2020

Neue Rezensionen zu Christina Dalcher

Cover des Buches Vox (ISBN: 9783596704514)
Isa456belles avatar

Rezension zu "Vox" von Christina Dalcher

Falsche Umsetzung
Isa456bellevor 2 Monaten

Als ich dieses Buch entdeckte war ich sofort überzeugt das muss ich lesen. Thematisch geht es um die Einschränkung von Frauen, diese dürfen nur noch 100 Wörter am Tag sagen und sind vom gesellschaftlichen Leben nahezu ausgeschlossen. Es soll vor allem darum aufmerksamen machen seine Freiheit zu schützen und aktiv zu werden.

Grade in Zeiten von AufStänden im Iran oder eingeschränkten Abtreibungsgesetzen in Amerika hat dieses Buch eine große Aktualität. 

Leider wurde diese Geschichte mit seiner wichtigen Botschaft nicht gut umgesetzt, die Charaktere waren sehr oberflächlich und durchschaubar, die Story war sehr schnell und grade die Entwicklung, wie es zu diesem Zustand der Gesellschaft kam wurde nur sehr kurz beschrieben. Schade fand ich auch, dass dieser Zustand nur durch einen Mann überwunden werden konnte und die Frauen, die wirklich drunter litten, in diesem entscheidenen Punkt nicht die Hauptakteure waren. 

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Cover des Buches Vox (ISBN: 9783596704514)
Nosimis avatar

Rezension zu "Vox" von Christina Dalcher

#100Wörter
Nosimivor 2 Monaten

„Vox“ beginnt als Dystopie der besonders verstörenden Art: Nach der Machtübernahme der christlichen Fundamentalisten, die sich „Die Reinen“ nennen, werden die Rechte der Frauen plötzlich massiv eingeschränkt: Sie dürfen nicht mehr arbeiten, dürfen nicht mehr wählen und benötigen das Einverständnis ihres nächsten männlichen Angehörigen, Ehemann oder Vaters. Zudem werden Frauen mit einem Wortzähler ausgestattet, der ihnen maximal 100 Worte pro Tag erlaubt. So werden Frauen in diesem dystopischen Amerika des 21. Jahrhunderts praktisch mundtot gemacht. Mädchen wird die Bildung verwehrt, außer der Fächer, die sie für die Haushaltsführung brauchen können. So werden Frauen zu angepassten, stummen und willenlosen Hausmütterchen, die sich nicht am Weltgeschehen beteiligen und immer mehr verstummen. Die Protagonistin Jean war einst Wissenschaftlerin und Neuro-Linguistin, führend auf ihrem Gebiet, bevor sie zum Schweigen verdammt wurde. Nun ist die Mutter von vier Kindern zu Hause und verbrennt innerlich beinahe vor Wut auf die ihr und allen anderen Frauen angetane Ungerechtigkeit. Ihr Ehemann, ein enger Berater des Präsidenten, scheint ihr sehr entfremdet zu sein. Eines Tages klopfen jedoch hochrangige Regierungsbeamte an ihre Tür, die ihre Expertise benötigen. Das ist Jeans Chance zu kämpfen, für ihre Freiheit, ihre Kinder und alle unterdrückten Frauen.

Der Roman beginnt vielversprechend mit einem spannenden Szenario und einem beklemmenden, intensiven Thema. Wie „Der Report der Magd“ befinden wir uns in einem, von christlichen Fundamentalisten neu gegründeten Staat, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, systematisch und konsequent Frauen zu unterdrücken. Bereits in den ersten paar Seiten ist man voll im Thema drinnen und bekommt den Alltag der mit Wortzählern ausgestatteten Frauen und Mädchen mit. Gleichzeitig wird die Gesellschaft, in der wir uns nun befinden, eingeführt und mittels erster Rückblenden wird angedeutet, wie es soweit kommen konnte. Hätte die Autorin sich auf diesen Plot konzentriert und ihn auch besser und detailliert ausgearbeitet, wäre es wohl in meinen Augen ein richtig gutes Buch geworden.
Aber Christina Dalcher hat noch mehr gewollt. Und so schwenkt der Inhalt nach dem Hilferuf des Präsidenten in eine andere Richtung und entwickelt sich zu eine Politthriller mit einer strahlenden Heldin, einer vor Klischees triefenden Liebesgeschichte und gut eingestreuten wissenschaftlichen Ausführungen (Christina Dalcher selbst ist Linguistin), die der Geschichte dann etwas mehr Gehalt verleihen sollen. Leider ist da für mich viel zu viel gewollt worden. Nach einem langsamen Auftakt, der die Protagonisten, die Situation in der sie leben und wie dieses Situation den Alltag bestimmt, darstellt, wird es immer rasanter und vollgepackter. Jetzt will sich die Story zu einem richtig guten Thriller entwickeln mit allem, was man dafür braucht: Strahlende Heldin, stark und beinahe omnipotent, einen wirklich einfach gestrickten, dummen, dabei aber mächtigen Gegenspieler, eine große Verschwörung und eine – wie schon erwähnt wirklich klischeehafte – Liebesgeschichte.
Das ist das große Problem des Buches, dass sich die Autorin nicht entscheiden konnte, was sie schreiben will: Eine misogyne Dystopie oder einen Politthriller mit Sci-Fi-Elementen.
Für ersteres ist die Story nicht dicht genug, die „neue Welt“ ist nicht komplett durchdacht und viele Fragen bleiben für meinen Geschmack unbeantwortet (im Gegensatz zu Margaret Atwoods Roman). Für letzteres ist die Story zu kurz und zu einfach gestrickt, da hätte ich mir mehr Raffinesse gewünscht. Sprachlich ist das Buch einfach zu lesen und liest sich auch schnell. Das war dann gerade gegen Ende schwierig, als sich die Ereignisse überschlugen.
 Insgesamt halte ich das Buch für ein durchschnittlich gutes Buch, auf jeden Fall spannend, mit einem beklemmenden und sehr ernsten Thema, mit dem man sich auseinandersetzen sollte. Leider hat es jedoch keine Stringenz darin, die misogyne Dystopie wirklich aufzuarbeiten und will dann am Ende doch ein actiongeladener Thriller sein. Dem Vergleich mit Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ hält Christina Dalchers Buch leider nicht stand.

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Cover des Buches Q (ISBN: 9783596704538)
S

Rezension zu "Q" von Christina Dalcher

interessantes Thema
Streifivor 4 Monaten

Elena ist Lehrerin an einer silbernen Schule. Die Schüler müssen sich monatlich Tests unterziehen und ja nachdem wie sie abschneiden, werden sie in silbernen, grünen oder gelben Schulen unterrichtet. Elenas große Tochter ist eine silberne Schülerin, ihre Schwester Freddie hat zu kämpfen auf der grünen Schule bleiben zu dürfen. Eines Tages fällt Freddie durch die Prüfungen und soll auf eine gelbe Schule. D.h. sie muss ihre Eltern verlassen und darf auch keinen Kontakt mehr haben. Da kommen Elena Zweifel, ob das System, für das sie lange gearbeitet hat, wirklich so perfekt ist, wie sie immer dachte.

Mich hat dieses Buch recht zwiespältig zurückgelassen. Einerseits skizziert die Autorin ein Szenario, dass nicht so unwahrscheinlich ist. Schüler, die nach Leistungsfähigkeit unterrichtet werden und so die angeblich beste Förderung bekommen, klingt doch gar nicht so schlecht. Allerdings stellt sich natürlich die Frage: Wer entscheidet, darüber, wohin ein Kind zur Schule gehen kann. Liegt es wirklich nur an den eigenen Fähigkeiten oder spielen Dinge wie soziale Herkunft und Umfeld auch eine Rolle. Im Buch geht das Ganze noch einen Schritt weiter, das Thema Eugenik spielt eine große Rolle. Und hier begannen meine Probleme. Elenas Großmutter ergeht sich in Andeutungen über eine Freundin im dritten Reich, kommt aber trotz der fehlenden Zeit nicht auf den Punkt. Und auch die eine Kollegin, deren Großmutter wohl mit dem Eugenik Programm der USA Erfahrungen gemacht hat, vertröstet immer nur auf später. Für mich als Leser fand ich die Andeutungen einfach zu wenig, vor allem da nicht wirklich auf die entsprechenden Programme eingegangen wird. Dass die Deutschen ein Eugenik Programm in der Zeit des Nationalsozialismus durchgezogen haben, war mir bekannt, aber dass die USA ein solches Programm auch nach dem Krieg noch hatten und wie das aussah, war mir neu. Die Informationen, die man als Leser im Buch bekommt, waren mir an dieser Stelle einfach zu wenig.

Etwas störend empfand ich auch die Rückblicke in Elenas Jugend. Hier wird zwar ihre Entwicklung und ihre Rolle bei der Entwicklung des Q-Systems dargestellt, mich hat das Ganze aber mehr aus dem Lesefluss gerissen. Vor allem, da es meistens um Highschool Reibereien ging, aus denen dann wohl die Idee zum Q-System hervorging.

Das Ende der Geschichte fand ich relativ überhastet gestaltet. Das ging mir im Vergleich zum Rest der Geschichte einfach zu schnell. Nachdem man relativ lange in die Gesellschaft eingeführt wird, passieren die Dinge nach der Ankunft Elenas in der gelben Schule gefühlt im Minutentakt. In wenigen Kapiteln kommt sie dort an, erkennt den Ernst der Lage und rettet dann mit einer gewagten Aktion die Welt. Das war mir zu kurz gehalten.

Alles in allem war es ein Buch mit einem interessanten Thema, das mich auch nachträglich noch beschäftigt. Allerdings hätte ich mir das Ganze anders umgesetzt gewünscht. Ich denke das Thema ist wichtig, aber an manchen Ecken fehlten mir einfach die Hintergrundinfos und vieles ging mir dann auch zu schnell.

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Gespräche aus der Community

Was, wenn du nur noch 100 Wörter pro Tag sprechen darfst?

"Vox" von Christina Dalcher ist ein Buch, über welches man sprechen muss. Doch was passiert mit einer Gesellschaft, in der Frauen pro Tag nur noch 100 Wörter sprechen dürfen? Schwer vorstellbar, dass ein solches Gesetz erlassen wird. Aber ist es das wirklich? 
Christina Dalcher entwirft mit "Vox" eine bedrohlich-realistische Zukunftsvision, weshalb wir uns ganz besonders freuen, euch diese eindringliche Lektüre in unserer Leserunde präsentieren zu dürfen!

Über das Buch
In einer Welt, in der Frauen nur hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, bricht eine das Gesetz. Das provozierende Überraschungsdebüt aus den USA, über das niemand schweigen wird!

Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben – das kann nicht passieren. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Amerika. Nicht ihr.

Das ist der Anfang.

Schon bald kann Jean ihren Beruf als Wissenschaftlerin nicht länger ausüben. Schon bald wird ihrer Tochter Sonia in der Schule nicht länger Lesen und Schreiben beigebracht. Sie und alle Mädchen und Frauen werden ihres Stimmrechts, ihres Lebensmuts, ihrer Träume beraubt.

Aber das ist nicht das Ende.

Für Sonia und alle entmündigten Frauen will Jean sich ihre Stimme zurückerkämpfen.


>> Hier geht es direkt zur Leseprobe

Gemeinsam mit
S. FISCHER vergeben wir in unserer Leserunde 25 Exemplare von "Vox" .

Was ihr tun müsst, um dabei zu sein? Bewerbt euch bis einschließlich
29.07.2018 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantworte folgende Frage:

Wann hast du das letzte Mal geschwiegen, obwohl du eigentlich etwas hättest sagen müssen? Erzähle uns von deiner Geschichte und zähle, wie viele Wörter du dafür benötigt hast!

Ich bin gespannt auf eure Antworten und drücke euch ganz fest die Daumen für die Teilnahme an der Leserunde! 

Mit dem Hashtag #100Wörter könnt ihr selbst mitmachen!

Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden.
636 BeiträgeVerlosung beendet
MrsAmys avatar
Letzter Beitrag von  MrsAmyvor 4 Jahren
Es ist zwar schon ein wenig her, aber auch ich konnte mich schon über mein Buchpaket freuen! Nochmals vielen herzlichen Dank :)

Zusätzliche Informationen

Christina Dalcher im Netz:

Community-Statistik

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von 287 Leser*innen aktuell gelesen

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