Christina Dalcher

 3.7 Sterne bei 165 Bewertungen
Autorin von Vox, Vox und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Christina Dalcher

Ein bisschen Margaret Atwood gemischt mit Ira Levin: Christina Dalcher ist in den USA geboren und hat ihren Abschluss in Theoretischer Linguistik an der Georgetown University gemacht. Sie hat sich auf die Phonetik von Lautveränderungen in italienischen und britischen Dialekten spezialisiert. Sie ist begeistert von Flash Fiction, das sind Kurzgeschichten, die nicht länger als 2000 Wörter sind. Dalcher unterrichtet an Universitäten in den USA, in England und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie hat bereits mehrere Kurzgeschichten in Zeitungen auf der ganzen Welt veröffentlicht und wurde für diese mit diversen Preisen ausgezeichnet, beispielsweise gewann sie den „Best Small Fictions“-PRes und war unter anderem nominiert für den Pushcart Prize. Im August 2018 erscheint ihr Debütroman „Vox“ sowohl in Deutschland, als auch im amerikanischen Original. Darin entwirft sie eine Welt, in der Frauen nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen. Die Protagonistin Jean McClellan ist mit diesem neuen Gesetz alles andere als einverstanden und geht gegen die Regierung an – sie kämpft für das weibliche Stimmrecht, die Bildung und für die Träume von Tausenden von Frauen. Dalcher selbst weiß nicht, in welches Genre sie ihr Debüt einordnen würde, sie beschreibt es als Mischung aus Margaret Atwoods „Report der Magd“ und Ira Levins „Frauen von Stepford“ mit einer Prise Neurolinguistik. Dalcher lebt heute mit ihrem Ehemann teils im Süden der USA und teils in Neapel, nachdem sie mehrere Jahre im Ausland verbracht hat.

Alle Bücher von Christina Dalcher

Vox

Vox

 (156)
Erschienen am 15.08.2018
Vox

Vox

 (5)
Erschienen am 15.08.2018
Vox

Vox

 (3)
Erschienen am 21.08.2018

Neue Rezensionen zu Christina Dalcher

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Suskas avatar

Rezension zu "Vox" von Christina Dalcher

Ein aufwühlender Roman mit wichtigen Botschaften
Suskavor 14 Tagen

Jean lebt in einer Welt, in denen es Frauen verboten ist, mehr als 100 Wörter am Tag zu sprechen. Zur Kontrolle müssen sie einen Wortzähler am Arm tragen, der ihnen Stromschläge verpasst, wenn sie ihr Kontingent überziehen. Die Welt wird von Männern regiert, Frauen haben sich unterzuordnen, sie dürfen nicht mehr arbeiten, keine Meinung haben. Am Herd stehen dürfen sie und Kinder gebären. Schon den Kleinen wird das neue System eingebläut, Mädchen lernen in der Schule nur noch das Nötigste: Zählen (bis 100), Kochen, Nähen, Gartenarbeit. Den Jungs wird von klein auf das neue Rollensystem eingeimpft. Jean, die „davor“ eine angesehene Wissenschaftlerin war, kann diese neue Welt noch nicht fassen, rebelliert stumm und weiß doch nicht, was sie tun soll. Bis sie ein Angebot bekommt, das ihre große Chance sein kann.

Ich muss sagen, dies war seit langer Zeit mal wieder ein Buch, das mich voll in seinen Bann ziehen konnte. Die schreckliche Vorstellung, in einer Welt leben zu müssen, in der die Frauen nichts (mehr) zu sagen haben, in der sie sich dem Mann unterzuordnen haben, der ihnen zeigt, wo ihr Platz ist, hat mich anfangs wütend gemacht. Ich konnte es nicht glauben – und doch ist es eigentlich gar nicht so lange her, und eigentlich ist es auch gar nicht so weit hergeholt. Schnell baut sich die Handlung auf, schnell gibt es erste Überraschungen, und schnell ist man mitten drin im Geschehen. Und genauso schnell kommt leider auch das Ende – es wirkte auf mich ziemlich überhastet, nicht richtig durchdacht. Es wird nicht richtig erklärt und man muss sich seinen eigenen Reim auf die Geschehnisse machen.

Mit dem Schreibstil von Christina Dalcher bin ich gut zurechtgekommen, auch wenn er manchmal etwas undurchsichtig war. Ohne Vorwarnung springt man plötzlich in die Vergangenheit, manchmal passiert die Handlung gar nicht, sondern die Protagonistin stellt sie sich nur vor – der Leser muss das selbst merken, was mitunter anstrengend sein kann. Trotzdem ist das auch ein interessantes Stilmittel.

Das Buch beleuchtet so einige Themen und soll auch eine Warnung sein. Fängt es damit an, der Presse den Mund verbieten zu wollen? Was kommt als nächstes? Das Thema ist hockaktuell. Am meisten bedrückt hat mich dabei tatsächlich die Vorstellung, nicht mehr reden, sich nicht mehr ausdrücken und mitteilen zu dürfen.

Das hastige, schwache Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Trotzdem ist das Buch absolut empfehlenswert, es ist fesselnd, bedrückend, warnend, kritisch.

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Bambi-Ninis avatar

Rezension zu "Vox" von Christina Dalcher

erschreckendes Szenario – Umsetzung überzeugt letztlich aber nicht
Bambi-Ninivor 15 Tagen


Achtung: Rezension enthält ein paar kleine Spoiler zur Handlung.

Je länger das Buch nachwirkt, desto enttäuschter bin ich. Dabei fing es so vielversprechend an.
Das beschriebene Szenario ist grausam und erschreckend. Amerika wird von Männern regiert. Schlimmer noch, Frauen wurden zu stummen Hausmütterchen degradiert. Wortzähler in Armbandform erlauben ihnen 100 Worte am Tag. Wer mehr spricht, bekommt Stromschläge von dem Gerät – die zu schweren Verletzungen führen können. Arbeiten ist den Frauen nicht mehr erlaubt. Sie sollen Kinder gebären und sich um den Haushalt kümmern.
Mädchen und Jungen werden in getrennten Schulen unterrichtet, die Gehirnwäsche fängt früh an. Während den Mädchen bereits kurz nach der Geburt die vermeintlichen Armbänder umgelegt werden und sie in der Schule nur das notwendigste lernen, wird den Jungen das System förmlich eingeimpft. Kurse zur neuen Anschauung als Grundlage für eine Collagezulassung machen auch dem letzten die Rollenteilung schmackhaft. Manipulation und Gehirnwäsche ohne Ende…

Soweit, so schaurig. Auch wenn bei dem beschrieben Setting bereits einige Fragen offen bleiben – wie konnte es in einem so riesigen Land ernsthaft so weit kommen? Schaut der Rest der Welt einfach so zu? –, war Protagonistin und Ich-Erzäherin Jean für mich das größte Problem. Dr. Jean McClellan, Mitte 40, einst eine angesehene Wissenschaftlerin. Da Jean ja nur wenig sprechen kann, teilt sie den Lesern anfangs vor allem ihre Gedanken mit. Dabei gibt es immer wieder kleine Einblicke in verschiedene Stationen ihrer Vergangenheit. Diese Rückblenden sind übergangslos in den Fließtext eingebunden, sodass die Erzählweise anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist.
Da der Präsident Jeans Fähigkeiten als Medizinerin benötigt, wird sie das Armband für eine begrenzte Zeit los.

Ich bin mit Jean gar nicht warm geworden. Sie ist eine selbstbewusste Frau, aber vor allem ist sie unglaublich egoistisch und oftmals konnte ich über ihr Handeln nur den Kopf schütteln. Jean ist nicht gerade die geborene Hausfrau, was ja auch ok ist, aber irgendwer sollte den Haushalt bei vier Kindern (die alle vor der Gesetzesänderung zur Welt gekommen sind, also kein Produkt der neuen Rolle als Gebärmaschine sind…) dann doch am Laufen halten, damit die Kids vernünftig versorgt sind – was Jean aber relativ egal ist. Sie flippt ihrem Sohn, der vom System völlig verblendet ist, gegenüber aus und wird handgreiflich. Sie denkt ernsthaft darüber nach, ohne ihre Kinder abzuhauen, um der Wiederanlegung ihres Armbandes zu entfliehen. Das ungeborene Kind, das sie in sich trägt, reicht ihr dafür als Ausrede – verantwortungsbewusst genug mit ihrem heimlichen Liebhaber zu verhüten, war sie nämlich nicht…
Dabei legt sie bei der Betrachtung ihrer Welt eine ziemliche Doppelmoral an den Tag… Zudem trieft die ganze Geschichte nur so vor billigen Klischees.

Die Handlung konnte es dann auch nicht so wirklich retten. Zwar muss ich zugeben, dass ich das Buch an nur einem Wochenende gelesen habe – ist man erst mal drin, liest es sich recht flüssig –, einfach weil das Setting so erschreckend ist, dass ich wissen wollte, wie das Buch ausgeht. Dabei gibt es leider einige langatmige Passagen und insgesamt zu wenig Spannung. Zwar bietet die Handlung auch fesselnde Augenblicke, überraschende Wendungen und erschreckende Aufdeckungen, insgesamt zieht es sich aber. Besonders unerwartet kamen einige politische Verstrickungen, sowie die Aufdeckung von versteckt arbeitenden Rebellen.
Geschockt hat mich das Ende – weil es total vage ist. Mir zumindest ist nicht klar geworden, was da nun genau passiert ist, wer dabei was getan hat und welche Folgen daraus resultieren. Es fehlen ganz viele Erklärungen, die den Abschluss irgendwie hätten rund machen können…

Fazit

Die Idee des Buches hat mir super gefallen und anfangs empfand ich das Setting auch als spannend ausgearbeitet. Jean führt die Leser mit kleinen Rückblicken aus ihrem vorherigen Leben langsam an die neue Welt heran und lässt sie dabei an all ihren wütenden und aufgebrachten Gedanken teilhaben. Leider entwickelt sich Jean aber zu einer unglaublich unsympathischen Figur. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr Probleme hatte ich mit ihrem oft egoistischen, kratzbürstigen Verhalten.
Die Handlung bietet einige spannende Szenen sowie unerwartete politische Intrigen und Verstrickungen, hat aber auch immer wieder Längen. Am Ende geht alles viel zu schnell – wobei völlig offen bleibt, was eigentlich tatsächlich passiert ist.

Was bleibt, ist dass das Setting – die Gehirnwäsche eines ganzen Staates – natürlich dennoch zum Nachdenken darüber anregt, wie jeder Einzelne Einfluss auf politische Entwicklungen nehmen kann…

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Lupiens avatar

Rezension zu "Vox" von Christina Dalcher

Keine einfache Kost
Lupienvor 22 Tagen

Ich bin auf Vox aufmerksam geworden, da der Hype ja schon recht groß war. Ich lese auch sehr gerne mal eine gute Dystopie, allerdings fand ich diese jetzt nicht ganz so gelungen.

Zuerst das Cover, das für mich nicht so richtig zu der Geschichte passt, viel zu nichtssasgend ist und auch der Titel ist für mich nicht stimmig. Bis jetzt weiß ich immer noch nicht, wieso das Buch  so heißt.

Der Klappentext hat mich dann auch neugierig werden lassen und ich hab es mir in der Bibliothek geliehen. Gute Entscheidung, da das Buch sicherlich ein Fehlkauf geworden wäre und ich so das Geld für bessere Storys  sparen konnte.
Am Anfang kam ich noch gut in die Geschichte, aber sobald Jean wieder zur Arbeit ging wurde es echt schwer.
Es kommen Fachbegriffe vor, mit denen der Laie nichts anfangen kann. Seitenweise Text von dem ich nur die Hälfte verstanden habe, sodass ich dann angefangen habe quer zu lesen. Es wurde chaotisch, unübersichtlich und so fachlich, dass der Normalo kaum mehr mitkam.
Absätze hätten der Geschichte auch gut getan, da oft Jeans Gedanken oder Rückblicke nicht von der gegenwärtigen Handlung gut zu trennen waren.
Und ein bisschen mehr Gefühl hätte auch nicht geschadet.

Die Charaktere haben mich dann auch nach einer Weile irritiert und wurden teilweise nervig oder störend.

Da die Idee sehr gut war und ich unbedingt wissen wollte wie es endet, habe ich weitergelesen, auch wenn ich mich manchmal zwingen musste.

Was sonst noch positiv war:
- die Protagonistin
- der Weltenbau

Fazit: Sehr anstrengend zu lesen, auch wenn es eine tolle Idee ist und eine Handlung  die zum Nachdenken anregt. Der Hype ist dennoch nicht ganz gerechtfertigt, wie ich denke.

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Gespräche aus der Community

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Marina_Nordbrezes avatar

Was, wenn du nur noch 100 Wörter pro Tag sprechen darfst?

"Vox" von Christina Dalcher ist ein Buch, über welches man sprechen muss. Doch was passiert mit einer Gesellschaft, in der Frauen pro Tag nur noch 100 Wörter sprechen dürfen? Schwer vorstellbar, dass ein solches Gesetz erlassen wird. Aber ist es das wirklich? 
Christina Dalcher entwirft mit "Vox" eine bedrohlich-realistische Zukunftsvision, weshalb wir uns ganz besonders freuen, euch diese eindringliche Lektüre in unserer Leserunde präsentieren zu dürfen!

Über das Buch
In einer Welt, in der Frauen nur hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, bricht eine das Gesetz. Das provozierende Überraschungsdebüt aus den USA, über das niemand schweigen wird!

Als die neue Regierung anordnet, dass Frauen ab sofort nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen, will Jean McClellan diese wahnwitzige Nachricht nicht wahrhaben – das kann nicht passieren. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Amerika. Nicht ihr.

Das ist der Anfang.

Schon bald kann Jean ihren Beruf als Wissenschaftlerin nicht länger ausüben. Schon bald wird ihrer Tochter Sonia in der Schule nicht länger Lesen und Schreiben beigebracht. Sie und alle Mädchen und Frauen werden ihres Stimmrechts, ihres Lebensmuts, ihrer Träume beraubt.

Aber das ist nicht das Ende.

Für Sonia und alle entmündigten Frauen will Jean sich ihre Stimme zurückerkämpfen.


>> Hier geht es direkt zur Leseprobe

Gemeinsam mit
S. FISCHER vergeben wir in unserer Leserunde 25 Exemplare von "Vox" .

Was ihr tun müsst, um dabei zu sein? Bewerbt euch bis einschließlich
29.07.2018 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantworte folgende Frage:

Wann hast du das letzte Mal geschwiegen, obwohl du eigentlich etwas hättest sagen müssen? Erzähle uns von deiner Geschichte und zähle, wie viele Wörter du dafür benötigt hast!

Ich bin gespannt auf eure Antworten und drücke euch ganz fest die Daumen für die Teilnahme an der Leserunde! 

Mit dem Hashtag #100Wörter könnt ihr selbst mitmachen!

Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

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