Die Bluthunde von Paris

von Christina Geiselhart 
3,6 Sterne bei27 Bewertungen
Die Bluthunde von Paris
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Positiv (17):
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Ein Ausflug in die Französische Geschichte

Kritisch (4):
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stellenweise sehr gut, teils verwirrend, teils spannend, teils langweilig, überwiegend grausam, zu viele Details

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Inhaltsangabe zu "Die Bluthunde von Paris"

Philippine Sanson, die Nichte des Henkers von Paris, ist wunderschön, klug und ungewöhnlich, aber ihr verkrüppelter Fuß und die Ereignisse in ihrer Kindheit, scheinen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft im Keime zu ersticken. Um ihrem Elternhaus zu entfliehen - ihre Mutter ist Hure, der Vater königlicher Verhörvollstrecker - reitet sie oft stundenlang durch die Wälder von Saint-Ouen. Dort entdeckt sie eines Tages ein verfallenes Landhaus, in dem sich ein junger Mann von aristokratischem Aussehen vor den Schergen des Königs versteckt. Sie versorgt ihn regelmäßig mit Lebensmitteln, erfährt sein Schicksal und verliebt sich in ihn. Während sie ihn heimlich trifft, betreibt Mutter Lea ihr Hurengeschäft und zieht auch Philippines Schwester Frieda mit hinein. Anfangs werden die Freier im Haus des Folterers empfangen, doch als dieser eines Tages früher von seinen grausamen Geschäften zurückkommt und die Umtriebe aufdeckt, jagt er beide Frauen in rasendem Zorn davon. Lea lässt sich von der Wut ihres Ehemannes nicht aus der Fassung bringen. Sie heuert willige Mädchen an und findet schließlich Mittel und Wege, in der Stadt ein Bordell zu errichten. Indessen hofft Philippine auf eine gemeinsame Zukunft mit dem jungen Mann. Maxence hingegen hat wichtigere Pläne. Er wartet auf die Revolution. Auf das Ende des Absolutismus. Als der Sturm auf die Bastille das Land erschüttert, kehrt er nach Paris zurück. Philippine sieht ihren Traum vom gemeinsamen Glück zerrinnen. Doch da eröffnet sich ihr eine Chance. Ihr Vater, der von Frau und ältester Tochter betrogene Folterer, schickt sie zu seinem Bruder Charles-Henri Sanson nach Paris. Im Strudel einer umwälzenden Epoche dient Philippine fortan dem Henker von Paris als Schreibkraft und folgt gleichzeitig unerschütterlich der Spur ihres Geliebten. Als die beiden sich endlich finden, ist ihr Glück in Gefahr. Auf Maxence wartet die Guillotine.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783737553322
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:388 Seiten
Verlag:epubli
Erscheinungsdatum:12.09.2016

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    jackdecks avatar
    jackdeckvor 4 Monaten
    Bluthunde

    Wir haben das Jahr 1774, als Philippine Sanson das Licht der Welt erblickte. Doch die Schönheit, die ihr Gott gab, brachte ihr nicht. Den ihr verkrüppelter Fuß, ihr Umfeld und die grausamen Dinge, die in ihrer Kindheit geschehen sind, scheinen die Hoffnung auf eine besser Zukunft nicht zu ermöglichen. Aufstände im Landesinnern, Krieg und Hunger, bestimmen den Alttag des kleinen Mädchens in ihrer Kindheit und Jugend. Ihr Vater, ein gefürchteter Folterer, ihr Onkel der berühmte Henker von Paris und ihre Mutter, eine Hure und Mörderin, als das zerstörte dennoch nicht ihre Edle Seele.

    Das Cover passt, zu diesem historischen Roman. Es hat etwas Düsteres, geheimnisvolle und Vintage mäßiges an sich. Passend dazu, die Schreibweise des Titels, dass sich in dem Buch immer wieder verteilt.

    Die Schreibweise des Buches leicht und fließend. Es hat viele sehr spannende Szenen, aber auch sehr brutale, die das Herz schneller schlagen lässt. Autorin Christina weiß, wie sie ihre Leser in den Bann zieht und an das Buch fessel. So ist es in 3 Teilen aufgeteilt. Es beschreibt so nicht nur das Leben während der Revolution des 17. Jahrhundert, sondern auch das Leben davor und danach.

    Das Leben von Philippine ist wahrhaft nicht einfach und sie musste als Kind schon viel Leid über sich ergehen. Doch man spürt, dass sie einen starken und liebenswerten Charakter hat und im inneren nie ihre Edle Seele hergibt. Von der Geschichte bin ich sehr fasziniert, den es beschreibt schonungslos und ehrlich, das grausame Leben während der Französischen Revolution.

    Selber habe ich mich nie mit solch ein Thema beschäftigt und finde es erschreckend, wie das Leben vor vielen Jahren gewesen sein sollte. Irgendwie hat man während des Lebens immer wieder das Gefühl, als sei man selber mittendrin. Nur die Liebesgeschichte, zwischen den zwei Hauptprotagonisten weist kleine Schwächen auf. Den ich finde sie etwas lang gezogen und das Hin und Her mit den zwei, ist etwas zu viel des guten. Empfehlen kann ich euch die Geschichte mit 4 Sternen

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    Tamileins avatar
    Tamileinvor 8 Monaten
    Paris während der Revolution.

    Klappentext
    Frankreich und Paris Ende des 18. Jahrhunderts: Revolution, hetzerische Debatten im Konvent, Krieg an den Fronten, blutige Aufstände im Landesinnern, Verrat und Hunger bestimmen den Alltag und Philippines Kindheit und Jugend. Ihr Vater ist Folterer, ihr Onkel der berühmte Henker von Paris, Charles-Henri Sanson. Inmitten dieses Hexenkessels und einer Mutter, die Hure und Mörderin zugleich ist, bewahrt sich das Mädchen seine edle Seele, entwickelt sich zu einer starken, gebildeten Frau und findet jenen wieder, den sie als Kind getroffen und sofort geliebt hat. Auf das Glück der beiden jedoch wirft das Blutgerüst seinen drohenden Schatten.


    Das Cover
    Eigentlich ist das Cover nicht so ganz mein Ding. Mir fehlen ein wenig die Farben. Aber das Cover verrät durch die abgebildeten Personen schon viel über den Inhalt machen auch sehr neugierig auf diesen. Die Revolution steht im Zentrum des Covers und das ist ein Thema, das mich schon lange brennend interessiert. Ob mich das Cover so im Laden auf das Buch aufmerksam gemacht hätte? Das weiß ich nicht so genau. Ich mag die Schriftart, in der der Titel verfasst ist. Auch die Guillotine im Zentrum des Covers interessiert mich sehr.


    Meine Meinung
    Vorab sollte erwähnt werden, dass die Autorin eine Altersbeschränkung festgelegt hat. Ich finde diese auch sehr zutreffend. Das Buch ist für u. 18 nicht zu empfehlen. Das liegt daran, dass die Autorin den Geist der damaligen Zeit beeindruckend realistisch eingefangen und niedergeschrieben hat. Sie beschreibt eindrucksvoll die vorherrschende Stimmung während der Revolution in Paris. Außerdem gibt es zahlreiche gewalttätige Szenen.
    Meine Liebe zu dieser Stadt ist bekannt und ich finde es wirklich beeindruckend, wie die Autorin mich in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte, die sie geschrieben hat, macht den Eindruck einer starken Recherchearbeit und zieht den Leser mit jeder Seite mehr in die Tiefen des revolutionären Paris.
    Philippine Sandson ist die Hauptprotagonistin, deren Leben durch eine Behinderung an ihrem Fuß beeinträchtigt wird. Dennoch ist sie eine kluge und starke Persönlichkeit, die sich schnell zu einer bemerkenswerten Frau wandelt. Doch hat Philippine es nicht leicht. Sie ist ein uneheliches Kind, entsprungen einer außerehelichen Liebelei ihrer Mutter. Ihr Vater ist Folterer. Kein leichter Start ins Leben - zumal sie kurz vor Beginn der Revolution zur Welt kommt. Dennoch reift sie zu einer wissbegierigen Frau heran, die - wie sollte es anders sein - irgendwann ihr Herz an einen jungen Mann verschenkt.
    Die Autorin Christina Geiselhart erschafft eine realistische Atmosphäre für ihren Roman und erleichtert das Lesen durch einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil. Die Seiten flogen für mich nur so dahin. Durch das detaillierte Beschreiben der Charaktere hat man das Gefühl diese gut zu kennen. Ich konnte mich von Anfang an gut in sie hineinversetzen. Ganz im Gegensatz zu ihrem Herzensmann - wir wurden nie wirklich Freunde. Er war mir einfach unsympathisch und ich konnte seine Vorgehensweise oft nicht nachvollziehen. Dennoch gönne ich Philippine und ihren Herzensmann alles Glück der Welt. In einer brutalen, nicht unbedingt Liebe hervorbringenden Welt. Das Paris während der Revolution hat zum Glück nichts mit dem Paris der Gegenwart gemeinsam - was ich natürlich gut finde.
    Doch die Autorin hat hier ein wahres Meisterwerk geschaffen. Ich habe die Lesestunden sehr genossen, war gefangen in einer Zeit, die ich zum Glück nicht selbst erlebt habe. Durch geniale Recherchearbeit bereitet die Autorin den Lesern ihres Romans gruselige Lesestunden, die gleichermaßen begeistern und schockieren...

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    derMichis avatar
    derMichivor 9 Monaten
    Wer braucht schon das Mittelalter ...

    ... wenn man die Französische Revolution haben kann? Die Zeit, in der Adel und Revolutionäre mit gleichermaßen brutalen Methoden um den Machterhalt kämpften hält genug Stoff für spannende Geschichte(n) bereit, schon weil sich viele moderne Nationalstaaten auf ähnliche Ereignisse berufen. Christina Geiselhart zeigt entsprechend viele Facetten einer der größten Umwälzungen der Geschichte auf, in der eben nicht nur heroisch Adel und Klerus bezwungen, sondern im Namen der Gerechtigkeit auch wahllos gemordet und ausgemerzt wurde, was unpassend schien. Thematisch also eine runde Sache.

    Die ersten Kapitel lassen zudem auf einen ebenso flüssig wie schlüssig erzählten Roman mit einer vielschichtigen Hauptfigur hoffen, die es schon aufgrund von Geschlecht, Behinderung und Herkunft in beiden Welten nicht leicht hat. In ihrer Jugend darf Philippine dennoch idealistisch und lernbegeistert sein und sich hemmungslos Illusionen über die Liebe und ihre Familie machen. Leider entwickelt sie sich danach nie weiter.

    Unter Lebensgefahr sucht sie nach ihrem Liebsten, den sie trotz seiner mehrmals bekundeten Ablehnung stets vergöttert. Keine noch so große Enttäuschung kann sie davon abhalten und spätestens ab diesem Punkt wird ausgerechnet die wichtigste Person der Geschichte uninteressant. Maxence ergeht es übrigens ganz ähnlich, er jagt allerdings der Revolution hinterher, die ihn gleichfalls enttäuscht.

    Dafür schlummert in den Nebenfiguren mehr Potential. Philippines mörderische Verwandtschaft (Onkel: Henker, Vater: Verhörvollstrecker, Großmutter: Hausdrache mit Humor und Bauernschläue) bildet den Stand einer zwiespältig aufgenommenen Zunft ab, die in egal welcher Gesellschaft einen Stempel aufgedrückt bekommt und doch gebraucht wird. Dass da trotz aller abgeschlagenen Köpfe und zerquetschten Beine noch Menschlichkeit schlummert ist ebenso beruhigend wie abwechslungsreich zu lesen, selbst wenn manche Entwicklung etwas plötzlich daherkommt.

    Das horizontale Gewerbe von Philippines Mutter wird im Vergleich zum blutigen Handwerk der Männer eigenartig lustvoll beschrieben. Ein kritischer Blick auf die Situation von Frauen in dieser Zeit dürfte auch für Romanautoren unerlässlich sein, dennoch ist so häufig und detailreich von enormen Gliedern, prallen Brüsten, breiten Hintern und klaffenden Schößen die Rede, dass mancher Porno vor Neid erblassen würde. Man besorgt es sich mit Schwung und Genuss, Hurenmutter Lea nimmt auch mal Vergewaltigungen und Verletzungen beim Akt in Kauf. Und das alles aufgrund einer "göttlichen Vision" (S. 62), die ihr die Freuden der körperlichen Liebe vor Augen führte. Eine Verurteilung dieser Praktiken findet nicht statt, vielmehr scheint die Beschreibung dieser Szenen eine bewusste Provokation zu sein, die der Roman offenbar nötig hat.

    Als problematisch erweisen sich außerdem mehrere formelle Dinge. Die Sprache und Gefühlswelt aller Figuren kennt hauptsächlich Extreme. Und die äußert man mal in archaischer, gefühlt altertümlicher Sprache, dann wieder in unpassend postmodernen Halbsätzen wie: "Das bringt mich auf Touren." (S. 46)  Aber echt, ey. Große Gesten, laute Rufe, schmerzliche Seufzer, lustvolles Stöhnen, energisches Aufstampfen, wütendes Keifen und polternde Sitten erfüllen die Szenen und lassen weder Leser noch Charaktere jemals wirklich zur Ruhe kommen. Der stellenweise holprige Satzbau trägt sein übriges dazu bei.

    Noch dazu strotzt das Layout von großen und kleinen typografischen Fehlern. Spätestens wenn am Ende von Sätzen immer wieder die Anführungszeichen zu Boden fallen, Menschen zur "Salzsäure" (S. 374) erstarren oder aus Brüsten Bürsten werden, dann wünscht man dem Manuskript händeringend ein zweites Lektorat, das die Peinlichkeiten eines offenbar unter Zeitdruck und teilweise automatisch formatierten Texts ausmerzt. Sicher, selbstverlegte Bücher wie dieses haben weder immer das Budget noch die Möglichkeiten von Veröffentlichungen großer Publikumsverlage, sie müssen aber mit ihnen konkurrieren können. Sonst werden sie schlicht nicht gelesen.

    In der Summe erweist sich "Die Bluthunde von Paris" also als mächtig durchwachsenes Werk mit grundsätzlich spannender Thematik, deren Vielschichtigkeit immerhin zwischen den Zeilen angedeutet wird. Die Recherchen über die Epoche sind einem historischen Roman angemessen, der im Hinblick auf das Künstlerische ein besseres Sachbuch gewesen wäre.

    Seitenzahl: 522
    Format: 12,5 x 19 cm, Taschenbuch
    Verlag: Epubli / Selbstverlag

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    wordworldvor einem Jahr
    Kurzmeinung: An einigen Stellen zu übertrieben abstoßend, aber eine mit großem Geschick aufgesetzte Geschichte zur Zeit der Französischen Revolution.
    "Die Revolution ist wie Saturn. Sie frisst ihre eigenen Kinder!"

    Allgemeines:

    Titel: Die Bluthunde von Paris
    Autor: Christina Geiselhart
    Verlag: epubli (31. Dezember 2016)
    Genre: Historischer Roman
    ISBN-10: 3741880485
    ISBN-13: 978-3741880483
    Seitenzahl: 522 Seiten
    Preis: 12,99€ (Taschenbuch)
    14€ (gebundene Ausgabe)
    4,99€ (Kindle-Edition)
     
     

    Inhalt:

    Frankreich und Paris Ende des 18. Jahrhunderts:

    Revolution, hetzerische Debatten im Konvent, Krieg an den Fronten, blutige Aufstände im Landesinnern, Verrat und Hunger bestimmen den Alltag und Philippines Kindheit und Jugend. Ihr Vater ist Folterer, ihr Onkel der berühmte Henker von Paris, Charles-Henri Sanson. Inmitten dieses Hexenkessels und einer Mutter, die Hure und Mörderin zugleich ist, bewahrt sich das Mädchen seine edle Seele, entwickelt sich zu einer starken, gebildeten Frau und findet jenen wieder, den sie als Kind getroffen und sofort geliebt hat. Auf das Glück der beiden jedoch wirft das Blutgerüst seinen drohenden Schatten.


    Bewertung:

    DISCLAIMER:  Vielen Dank an Christina Geiselhart und ihr Team für das Rezensionsexemplar!

    "Liberté, Égalite, Fraternité" - Man lernt es in der Schule, die Grundzüge des folgenreichsten Ereignisses der neuzeitlichen europäischen Geschichte. Die Französische Revolution war eine harte Zeit mit vielen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen, welche im Roman "Die Bluthunde von Paris" deutlich vorgebracht werden. Demnach ist es bei weitem kein sonniges Buch, sondern das Porträt der Gewalt zu dieser Zeit vielen politischen Kalküls gemischt mit einer romantischen Liebesgeschichte.


    Erster Satz: "Als Philippine zur Welt kam, war ihr Vater im Begirff die Waden eines Häftlings zwischen die Eisenplatten des Spanischen Stiefels zu spannen."


    Die Geschichte beginnt in den frühen Anfängen der Französischen Revolution 1774 mit der Geburt der Protagonistin Philippine Sanson. Das wunderschöne Kind hat zwei Makel: ein verkrüppelter Fuß und ihre verkommene Familie. Der Vater ist Verhörvollstrecker, der Onkel der Henker von Paris, die Mutter baut mit ihrer anderen Tochter ein florierendes Hurengeschäft auf,  ihre weiteren Schwestern haben allesamt sichtbare Makel, sei es eine Hasenscharte, fleckige Haut oder verdorrte Hände. Doch zu ihrem Glück sieht die habgierige Mutter in dem wunderschönen Mädchen eine Tür in eine bessere Welt, sie soll Lea durch eine gute Heirat zu Reichtum verhelfen. So schickt sie sie zur Schule und kauft ihr das Pferd Vraem, das bald ihre beste Freundin wird. Um ihrem schrecklichen Elternhaus zu entkommen unternimmt sie auf ihrem Pferd immer mehr Streifzüge durch den Wald, wodurch sie auf ein verlassenes Herrenhaus stößt und einen geheimnisvollen, jungen Mann kennenlernt, der sich dort versteckt und sie mit seinen flammenden Reden über eine Abschaffung der Monarchie und dem Aufbau einer Republik begeistert. Fortan trifft sich das Mädchen täglich mit dem Mann und lernt mehr und mehr über Politik und die Untergrundszene. In Philippine reift eine junge Liebe zu Maxence heran, doch der Mann sieht in ihr nur ein Mädchen aus der Unterschicht, die seines Standes nicht würdig wäre… Doch als er nach Paris aufbricht, folgt sie ihm. Und gerät in den Strudel der kochenden Revolution, die ihre Kinder frisst...

    Der erste Teil des Buches ist relativ heftig und derb erzählt. Später wird die Handlung etwas zivilisierter, doch nicht minder blutig und gewalttätig. Die Autorin hat eine Altersempfehlung von 18 Jahren angesetzt, was ich auch auf jeden Fall bekräftigen würde. Ich selbst bin zwar noch keine 18 und habe es trotzdem verkraftet, doch das Buch hat wirklich dermaßen abstoßende und verstörende Züge, sodass ich auf jeden Fall sagen kann, es ist nicht für zart besaitete Leser zu empfehlen. Die Beschreibungen von Folter, Gewalt, Vergewaltigung und anderen Leiden des normalen Alltags sind sehr plastisch erzählt und schrecken vor nichts zurück. Das Buch gibt wirklich jeden Zustand der damaligen Zeit völlig ungeschönt wieder. Was mich aber sehr gestört hat ist, dass eine gehörige Portion an Sexszenen und Gewalt an Frauen die Geschichte durchsetzt und mit Fortschreiten Leas Gewerbes und Beschreibung der Prostitution das Buch teilweise fast abstoßend pornographische Züge entwickelt. Die Bilder, die durch die anschaulichen Beschreibungen in den Köpfen des Lesers entstehen, machten es mir schwer, mich dem Buch emotional irgendwie zu nähern. Dazu hat dann auch noch der beschreibende und fließende Schreibstil beigetragen. Manchmal wollte ich gar nicht erst weiterlesen. Es ist wirklich beeindruckend, wie gekonnt die Autorin die brutalen und erschreckenden Zustände der damaligen Epoche mit den fundierten historischen und geschichtlichen Aspekten und Ereignissen zu Beginn der Französischen Revolution verwebt, meiner Meinung nach ist sie an manchen Stellen aber entschieden und übertrieben zu weit gegangen!

    Gut gefallen hat mir an der Darstellung des Buches, dass man wirklich einen besseren Einblick in die Motive und die Stimmung des Landes erhält. Revolution heißt nicht nur Stürzen der Regierung, hetzerische Debatten im Konvent, Krieg an den Fronten, sondern auch blutige Aufstände im Landesinnern, Verrat und Hunger der Bevölkerung. Man sieht, dass es nicht immer die Lösung ist, die Regierung zu stürzen und nicht leicht danach selbst zu regieren. Das Buch ist in drei große Abschnitte geteilt, die hauptsächlich die drei Teile der Revolution untergliedern, ebenso wie wichtige Abschnitte in Philippines Leben.
    Die erste Phase von etwa 1789 bis 1791 stand im Zeichen des Kampfes für bürgerliche Freiheitsrechte und für die Schaffung einer konstitutionellen Monarchie.
    Die zweite Phase von 1792 bis 1794 führte angesichts der inneren wie äußeren gegenrevolutionären Bedrohung zur Errichtung einer Republik mit radikaldemokratischen Zügen und zur Ausbildung einer Revolutionsregierung, die mit Mitteln des Terrors und der Guillotine alle „Feinde der Revolution“ verfolgte.
    In der dritten Phase, der Direktorialzeit von 1795 bis 1799, behauptete eine von besitzbürgerlichen Interessen bestimmte politische Führung die Macht nur mühsam gegen Volksinitiativen.


    "Das Volk regiert. Jetzt muss nur noch einer kommen und Feuer an die Zorneslunte legen, dann geht alles in die Luft. Am 12. Juni 1789 kam so einer..."


    Gut fand ich auch, dass viele wichtige Namen und Personen, die in Zusammenhang mit der Revolution fallen genannt und manchmal auch genauer charakterisiert werden. Ich habe an vielen Stellen das Gefühl bestätigt bekommen, die Autorin hat sehr gute Recherchearbeit geleistet. Dennoch muss man sich sehr gut auskennen, um an der ganzen Flut aus Informationen und Fakten nicht erschlagen zu werden. Ich denke, ich kann von mir behaupten, ein recht gutes Allgemeinwissen zu haben, doch während ausgiebigen Politik Diskussionen der Hauptcharaktere, seltsamen Andeutungen über geheimnisvolle Untergruppen oder revolutionäre Zusammenhänge wurde ich zunehmend verwirrter. Wer waren jetzt noch mal die Sansculotten oder die Girondisten, die Jakobiner, welche der tausend Charaktere des Konvents mit den verwirrenden französisch-adeligen Namen gehörten zu welcher Gruppe und was zum Teufel wollten die eigentlich? Ich habe irgendwann angefangen zu googeln, wurde aber nicht viel schlauer daraus, sondern nur zunehmend überfordert. Die Hälfte der Informationen, gut erklärt und in Zusammenhang gestellt hätte gereicht, Großteils habe ich mich aber über die Darstellung der Fakten gefreut.

    Neben all den Informationen und Entwicklungen dieser Zeit, die an sich schon ein ganzes Buch füllen könnten, gehen die Charaktere und vor allem die Geschichte der jungen Philippine leider ein wenig unter. Sie verschönern (naja außer vielleicht Lea) zwar die Geschichte, machen sie zu einem Roman, rücken aber leider ein wenig in den Hintergrund. Das könnte dann auch der Grund gewesen sein, warum ich den Drang, weiterzulesen an manchen Stellen kurzzeitig verloren habe, auch wenn ich durch die düstere, blutige Atmosphäre angespornt wurde und wissen wollte, wie es weitergeht.


    "Hier unter den Kastanienbäumen wollte sie träumen. Von einer besseren Zeit und von ihrem Leben mit Maxence. Sie malte sich die Hochzeit aus, dachte an Kinder - ein Junge und ein Mädchen - und sah sich im Geiste tanzen. Irgendwann wird dies alles vorbei sein, dachte sie. Wir werden alle genug zu essen haben und in Frieden zusammen leben. Die Guillotine wird verschwinden und mit ihr die Todesangst. Irgendwann."


    Denn die Story, die wir verfolgen ist wirklich sehr passend und gut durchdacht in das historische Konstrukt eingebaut. Die Charaktere sind aus der allwissenden Perspektive geschildert, wobei ich hier meine Probleme hatte sie alle an mich heran zu lassen und zu mögen.

    Philippine ist der einzige Lichtblick inmitten von halbwilden Barbaren, so scheint es immer wieder. Wir lernen das Mädchen von klein auf kennen und schätzen vor allem ihren hellen und edlen Charakter, ihre fröhliche, wissbegierige und ehrliche Art, mit der sie ihre düstere Umgebung aufhellt.
    Im Laufe der Story macht sie eine unglaubliche Entwicklung durch. Sie erscheint zunächst unterwürfig und kindlich naiv; verliebt in einen Mann, den sie nicht haben kann, setzt alles daran Maxence zu beeindrucken und seine Liebe zu gewinnen, um mit ihm zusammen leben zu können. Doch sie bildet sich fortlaufend weiter, lernt und liest, nimmt an Diskussionen im Konvent teil und entwickelt sich zu einer selbstbewussten Frau mit einer eigenen Meinung und einem gebildeten Blick auf die Welt, die ich bewundert habe


    "Schweigend sahen sie dem Eintreten des Abends zu. Die Luft war nicht mehr klar wie am Tag, in ihr hing ein feiner Schleier, der sich langsam auf den Garten herabsenkte und ihn vergoldete. Ein schimmerndes Netz lag auf dem frischen Gras, den jungen Blättern, fiel von den Wipfeln der Bäume über das Dach des Hauses. Philippine hatte sich Maxence gegenüber gesetzt und das Gesicht zum Himmel erhoben. Sie wünschte sich, in dieses Netzt eingesponnen zu werden."


    Über den adligen Revolutionär Maxence Vergniaud hingegen konnte ich oft nur den Kopf schütteln. Seine Argumentations- und Denkweise empfand ich oft als unlogisch und auch einige seiner Handlungen nicht wirklich nachvollziehen. Deshalb konnte ich Philippines Begeisterung ihm gegenüber nicht wirklich verstehen.

    Erwähnen mag ich noch zwei etwas seltsame Nebenfiguren, die mir trotz ihrer etwas rohen Art sehr ans Herz gewachsen sind. Zum einen war das Philippines Onkel, der Henker von Paris Charles-Henri Sanson, bei dem sie unterkommt, nachdem ihr Vater Karl den Hurenbetrieb seiner Frau Lea und seiner Tochter Frida aufgedeckt hat. Trotz seines grausamen, blutigen Berufes zeigt er sehr menschliche, gebildete Züge. Durch Philippine kommt ein wenig Leben in sein Haus, was ihn sehr berührt und ihn nachdenken lässt. Ebenso liebgewonnen habe ich seine Großmutter Marthe. Eine robuste, redselige Frau, die sich niemals den Mund verbieten ließ und für mich ein wenig das Gewissen aller handelnden Personen darstellte, weil sie das sagte, was die anderen sich vielleicht nicht mal zu denken wagten. Insgeheim war sie mein persönlicher Liebling!


    "Eine Veränderung ging in ihm vor. Er hatte das Gefühl, entweder bald zu sterben, oder ein ganz anderer Mensch zu werden."


    Um zur Gestaltung zu kommen: Ich finde das Cover irgendwie passend. Durch das dreckige grau-beige wird die Atmosphäre des Buches sehr gut widergespiegelt. Dazu passen auch das berühmte Bild der Hinrichtung Ludwigs XVI. durch die Guillotine und die Zeichnungen der drei Personen in der Mitte, auch wenn ich sie nicht wirklich eindeutig zuordnen konnte. Die Frau links sollte wohl Philippine sein, in meinen Augen passt sie aber gar nicht. Die Schreibweise des Titels ist ebenso passend - geschwungene Schnörkel, die sich immer wieder im Buch wiederfinden. Den Titel fand ich erst einmal etwas verwirrend, weil ich nicht genau wusste, was die Bluthunde jetzt mit der Geschichte einer jungen Dame, die ihr Glück in Paris sucht, zu tun haben soll. Als ich dann aber verstanden habe, dass das Buch keineswegs eine lockere Story über das Leben dieses jungen Mädchens darstellt, erschloss sich auch der Titel für mich. Die Revolutionäre, Jakobiner, ihre Henker und Folterer Familie, alle sind sie blutgierig und gewalttätig - gebeutelt von dieser schwierigen Zeit.
    Das Ende hat mir sehr gut gefallen, nicht kitschig und unrealistisch auf Happyend getrimmt, sondern einfach, klar aber doch positiv. Ein guter Abschluss, denn irgendwie war klar, dass es noch jemanden kosten musste.

    "Die Revolution ist wie Saturn. Sie frisst ihre eigenen Kinder!"


    Fazit:

    Auch wenn ich das Buch an einigen Stellen zu übertrieben abstoßend empfand und mit einigen Fakten überfordert war, muss man das Geschick loben, mit dem Christina Geiselhart diese Geschichte aufgesetzt hat. Auch wenn ich das Buch nicht unbedingt schön fand, habe ich mich mehr mit der Zeit der Französischen Revolution auseinandergesetzt und vor Augen geführt bekommen, was für ein blutiges Opfer die Franzosen bringen mussten, damit wir heute die Idee einer freien Gesellschaft leben können.

    Schaut doch mal auf meinem Blog vorbei:

    www.w0rdw0rld.blogspot.com

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    KerstinMCs avatar
    KerstinMCvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Ausflug in die Französische Geschichte
    Der Start der Guillotine und die Französische Revolution

    Das Cover ist in grau und sepia Tönen gestaltet. Mittig sind drei Personen zu sehen, eine junge Frau, Mann mit Hut und ein junger Herr der besseren Gesellschaft. Unterhalb der Personen ist eine Hinrichtung zu sehen. Eine Person zeigt den Kopf des Opfers dem breiten Publikum vom Podest der Guillotine aus. Es ist ein Abbild vom Kupferstich aus dem Jahr 1793 genannt: Hinrichtung Ludwigs des XVI. Die Szene trifft ganz gut den Inhalt des Buches.

    Bei dem Titel habe ich lange überlegt, ob ich das Buch lesen möchte. Das Thema ist im Cover sehr schön dargestellt und hat mich auf den ersten Blick abgeschreckt. Doch dann habe ich den Klappentext gelesen und gedacht ein bisschen Französische Geschichte kann nicht schaden.

    Der Roman spielt in Paris am Ende des 17. Jahrhunderts. Phillipine wird als jüngste Tochter des Verhörvollstreckers Karl und seiner Frau Lea im Frühjahr 1774 geboren. Sie wird von ihren Eltern als wunderschön bezeichnet, selbst ihr Klumpfuß kann ihrer Schönheit nichts anhaben. Das Mädchen wächst in einer Welt voller Hunger und Brutalität auf. Als Jugendliche wird sie zu ihrem Onkel, dem Henker von Paris geschickt, um ihn als Schreibkraft zu unterstützen. Zu dieser Zeit beginnt die Revolution in Paris. Phillipine findet gefallen an den Versammlungen und findet einen Freund aus ihrer Kindheit wieder. Doch hat ihre Liebe zu Zeiten der Revolution überhaupt eine Chance?

    Detailliert beschreibt Christina Geiselhart die Menschen und ihre Umgebung. So steht Phillipine mit ihrem Klumpfuß bildlich vor mir. Auch die Tätigkeiten des Henkers kommen bei der Erzählung nicht zu kurz. Was das Buch für mich zu einem Buch ausschließlich für Erwachsene macht.

    Die fiktive Geschichte um Phillipine finde ich sehr gut in den historischen Hintergrund eingebettet. Die Namen Danton, Marat und natürlich auch Robespierre sind mir aus meinem Geschichtsunterricht noch vertraut. Ich finde es beeindruckend wie genau der Bau der Guillotine und dessen Verwendung beschrieben wird. Dafür muss die Autorin vermutlich einige Berichte über die Hinrichtungen während der Französischen Revolution gelesen haben.

    Ich fand den Roman sehr spannend, aber auch schwer zu lesen. Es war für mich keine Lektüre vorm Schlafengehen, sondern nur am helllichtem Tag.

    Vielen Dank an Christine Geiselhart für das Rezensionsexemplar

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    sollhabens avatar
    sollhabenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nichts für Zartbesaitete, aber sehr gut recherchiert! Wer sich für die Französische Revolution interessiert kommt hier auf seine Kosten.
    Revolutionäre waten immer durch Blut

    Philippines Geburt mitten in den Wirren am Ende des 17. Jahrhunderts steht unter keinem guten Stern. Bereits ihre Schwestern wurden mit sichtbaren körperlichen Makeln geboren, doch Philippine ist ungemein schön und ihr verkrüppelter Fuß kann gut versteckt werden. Sie wächst in einer Familie auf, die voller Gewalt ist. Ihr Vater ist der Verhörmeister und ihr Onkel der Henker. Ihre Mutter versucht ständig zu Geld zu kommen und verdingt sich selbst und ihre Töchter als Hure. Nur Philippine wird nicht zur Prostitution gezwungen, da auf ihr die Hoffnungen auf eine gute Partie liegen. Sie ist nicht nur wunderschön, sondern auch sehr wissbegierig und intelligent. Sie entflieht oft dem tristen Leben, indem sie lange Ausritte in den nahen Wald macht. Genau dort lernt sie auch Maxence kennen, der sich dort in einem kleinen Häuschen versteckt hält. Über einige Zeit verbringen sie viel Zeit miteinander und Philippine verliebt sich in den jungen Mann. Als dieser wieder nach Paris geht, um den Rufen der frühen Revolution zu folgen, trennen sich ihre Wege, die sich zwar wieder überschneiden, aber dann scheint es bereits zu spät zu sein. Denn die Geschichte nimmt ihren Lauf.

    Wie hat es mir gefallen?

    In meinem zu Hause war die Französische Revolution immer wieder einmal Thema, denn meine Mama stammt aus Frankreich und unterrichtete Geschichte. Somit wurde ich schon in jungen Jahren mit den Werten bekannt gemacht. Ich lese zwar nicht sehr oft über diese Zeit, aber ich durfte dieses Buch als Rezenionsexemplar lesen und war dennoch nicht wirklich auf die Geschichte vorbereitet.
    Natürlich weiß man von den Henkern, den Verhörmeistern, der Guillotine und der Gewalt, die jede Revolution mit sich bringt, aber in diesem Buch taucht man noch viel tiefer in die Geschichte und Tatsachen ein. Ungeschönt, historisch sehr gut recherchiert und daher auch sehr gewalttätig, schließlich waren diese Zeiten geprägt von Verrat, aufgeputschten Menschen, die bereit waren, ihr Leben zu lassen, um eine neue Zukunft zu gestalten.

    Ich habe bereits in einigen anderen Rezensionen gelesen, dass die Geschichte nichts für Zartbesaitete sei und dem gebe ich völlig recht. Die Beschreibungen von Folter, Gewalt, Vergewaltigung und dem normalen Alltag sind sehr plastisch und schrecken vor nichts zurück.
    Die Liebesgeschichte nimmt keinen großen Teil ein. Ich hatte das Gefühl, dass diese als Nebenstrang mitläuft, um ein wenig Hoffnung auf eine gute Zukunft zu schüren. Zeitweise hatte ich richtige Probleme meine positive Einstellung zur Französischen Revolution mit diesem Buch abzugleichen. Denn wir setzen heute noch auf Errungenschaften wie „Gleichheit, Brüderlichkeit, Freiheit“, die Menschen- und Bürgerrechte – all dies sind Werte auf die wir heute noch stolz sind, aber der Preis, der dafür bezahlt werden musste, war unglaublich hoch.
    „Die Bluthunde von Paris“ ist ein Roman, der auf mich sehr authentisch wirkt, mich mehr schockiert, als berührt hat. 

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    SilVia28s avatar
    SilVia28vor einem Jahr
    Kurzmeinung: mitreisende, packende Story während der französischen Revolution
    Liebe während der französischen Revolution

    Philippine, die Tochter einer Hure und des Verhörvollstreckers, ist ein hübsches Kind, wurde aber mit einem Makel geboren. Sie wächst in bescheidenen Verhältnissen auf und zieht dann nach Paris zu ihrem Onkel dem Henker. Philippine ist sehr gebildet und verliebt sich in einen Revolutionär und erlebt mit ihm die französische Revolution.

    Ein Roman der mitten in der französischen Revolution spielt, der Leser erlebt das leben zu dieser Zeit hautnah mit. Das Buch liest sich flüssig und es ist leicht den Handlungen zu folgen, die Gefühle und Gedanken der Protagonisten sind ohne Probleme nachzuvollziehen.

    Ein sehr zu empfehlender historischer Roman.

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    Buchfeelings avatar
    Buchfeelingvor einem Jahr
    Ein wirklich ergreifendes Buch, das vom Leser viel Aufmerksamkeit fordert.

    Die Geschichte beginnt mit Philippines Geburt und ihrem angeborenen Makel: einem verkrüppelten Fuß. Ihre Familie, die zu diesem Zeitpunkt aus drei weiteren Schwestern, der Mutter und dem Vater besteht, lebt in ärmlichen Verhältnissen. Die Mädchen haben allesamt sichtbare Makel, sei es eine Hasenscharte, fleckige Haut oder kleinwüchsige Hände. Doch Philippine ist anders. Sie ist wunderschön, nur ihr Fuß als Makel ist zu übersehen und so setzt die Mutter alles daran, dass dieses wunderschöne Mädchen eines Tages die Tür in eine bessere Welt öffnet. Sie soll der Mutter durch eine gute Heirat zu Reichtum verhelfen.

    Und so wächst Philippine relativ ungestört auf. Der Vater schlägt die Mädchen, doch nicht die Schöne. Die Mutter verachtet die Töchter, doch nicht die Schöne. Doch bald muß auch die Mutter feststellen, dass eine Heirat mit einem wohlhabenden Mann noch lange auf sich warten lassen wird und baut daher lieber ein recht florierendes Hurengeschäft mit ihrer anderen Tochter auf.

    Philippine lernt währenddessen einen geheimnisvollen, jungen Mann kennen, der sie mit seinen flammenden Reden über eine Abschaffung der Monarchie und dem Aufbau einer Republik begeistert. Fortan trifft sich das Mädchen täglich mit dem Mann und lernt mehr und mehr über Politik und die Untergrundszene.

    In Philippine reift eine junge Liebe zu Maxence heran, doch der Mann sieht in ihr nur ein Mädchen aus der Unterschicht, die seines Standes nicht würdig wäre… und so trennen sich die Wege der jungen Leute.

    In Paris gerät Philippine immer mehr in den Sog der politischen Ereignisse.

    Das Buch ist wirklich keine leichte Kost. Die Gespräche und Ausdrücke sind derb, hart und ungeschönt. Die Menschen haben kaum Manieren und man muß sich so einige blutige Gespräche anhören.

    Das hat mich mitunter ein wenig gestört. Das Buch strotzt vor Beleidigungen und Erniedrigung. Egal ob Philippine nun mit ihrer Großmutter, ihrem Onkel oder ihrem Liebsten spricht. Es wird angefahren, derb zurückgewiesen oder einfach nur gefühllos beleidigt.

    Auf der anderen Seite strotzt das Buch vor politischem Hintergrundwissen. Dies war für mich der viel schwierigere Teil. Mir waren es meistens zu viele Informationen auf einen Schlag. Französische Könige und ihre Kriege, Taten, französische Revolutionäre und ihre Helfer, verschiedene politische Lager, Namen, Daten, Organisationen, Verstrickungen, Verbündete, verfeindete Lager…. oft bin ich nicht mehr durchgestiegen und habe Seiten überblättert.

    Für den Leser, der sich intensiv mit den politischen Hintergründen der französischen Revolution interessiert ist dies sicher ein sehr spannendes, interessantes Buch.

    Für mich war es einfach zu viel geballtes Wissen, für MICH zu uninteressant erzählt.

    Am Ende ist die Story um Philippine eher eine Randgeschichte im Drama der französischen Revolution, was sehr schade ist.

    Da ich einfach überfordert war von dem politischen Geschehen und den ausgreifenden Beschreibungen dessen…habe ich dem Buch 3 Sterne gegeben.

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    Losnls avatar
    Losnlvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ungeschönte Einblicke in das revolutionäre Frankreich. Mitreißend, packend, brutal, nichts für schwache Nerven.
    Nichts für schwache Nerven

    Inhalt

    Paris 1774: Philippine Sanson, die Nichte des Henkers von Paris und Tochter des Verhörvollstreckers Charlemagne Sanson, genannt Karl, erblickt das Licht der Welt. Sie ist wunderschön, doch ihr verkrüppelter Fuß, ihre Umgebung und die grausamen Dinge, die sie in ihrer Kindheit erleben muss, ersticken ihre Hoffnung auf ein besseres Leben, im Keim. Um ihrem derben Elternhaus zu entfliehen, reitet Philippine stundenlang durch den Wald von Saint – Ouen, wo sie ein verfallenes Landhaus entdeckt. Eines Tages begegnet sie dort einem aristokratisch aussehendem jungen Mann, der sich vor den Schergen des Königs versteckt. Sie versorgt ihn mit Lebensmitteln, verliebt sich und hofft auf ein gemeinsames Leben mit ihm. Doch Stimmen der Revolution werden laut und Maxence kehrt nach Paris zurück. Während im Konvent die Erklärung der Menschenrechte durchgesetzt wird, folgt Philippine der Spur ihres Geliebten und gerät in den Strudel einer umwälzenden und blutigen Epoche, deren geistigen Köpfe Danton und Robespierre sind. Als sich die Liebenden finden ist ihr Glück in Gefahr, denn auf Maxence wartet die Guillotine…

    Meinung

    „Die Bluthunde von Paris“ von Christina Geiselhart hat mich wahrlich mitgerissen, schockiert und beeindruckt.

    Christina Geiselhart entführt den Leser in die düstere und schonungslose Zeit der frühen Französischen Revolution, wobei der Focus auf das Leben der jungen Philippine Sanson gerichtet ist. Aufgrund ihrer Herkunft sowie ihrer Behinderung, scheint ihr ein hartes und schonungsloses Leben vorher bestimmt. Doch das junge Mädchen versucht den heimischen, grausamen Zuständen zu entfliehen, um seiner Mutter, die ihre Gelüste als Hure auslebt und ihrem Vater, der als königlicher Verhörvollstrecker tätig ist, zu entkommen. Auf ihren Streifzügen durch die Wälder, lernt sie den jungen Maxence kennen und ist von dem jungen Mann völlig beeindruckt.

    Gekonnt verwebt die Autorin, die brutalen und erschreckenden Zustände der damaligen Epoche, mit den fundierten historischen und geschichtlichen Aspekten und Ereignissen zu Beginn der Französischen Revolution.

    Die Charaktere sind rundum beeindruckend, erschreckend und zugleich sehr authentisch dargestellt.

    Philippine macht eine unglaubliche Entwicklung durch. Sie erscheint zunächst unterwürfig und kindlich naiv. Sie setzt alles daran Maxence zu beeindrucken und seine Liebe zu gewinnen, um mit ihm zusammen leben zu können. Sie bildet sich fortlaufend weiter, lernt und liest, nimmt an Diskussionen im Konvent teil und entwickelt sich zu einer selbstbewussten Frau.

    Ein wahrlich expliziter Gegensatz zu ihrer Mutter Lea. Diese eröffnet ein Hurenhaus und bezieht sogar eine ihrer Töchter in das Geschäft mit ein um eine bessere gesellschaftliche Stellung und Reichtum, zu erlangen. Beinahe skrupellos und ohne Rücksicht auf Verluste, lässt Lea weitere Mädchen für sich arbeiten.

    Der aristokratische Maxence hingegen, scheint nur Augen und Ohren für die Politik des Landes zu haben. Dabei verliert er in den Strudel aus Intrigen, Verrat, Hass und selbst seine Gefühle aus den Augen und gerät schon bald selbst in Gefahr.

    Besonders gut gefiel mir der Charakter, der Urgroßmutter Marthe. Sie ist ein herzensguter Mensch, der das Herz auf der Zunge trägt. Ob Enkel oder Urenkel, ein jeder bekommt sein Fett weg. Die Dialoge in denen Marthe involviert ist, lockern die Geschichte auf angenehme Art und Weise, auf.

    Die Gespräche über politische Themen innerhalb der Familie, empfand ich als sehr tiefgründig und interessant. So verschafft die Autorin dem Leser einen Einblick während des Umbruchs der politischen Situation und offenbart gleichzeitig die Empfindungen und Gedanken des französischen Volkes.

    Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Aufgrund vielseitiger Wendungen und facettenreicher Erzählstränge, sowie detaillierter Beschreibungen, konnte ich dem Verlauf der Geschichte gut folgen und musste mich so manches Mal angewidert abwenden. So verschlug es mir, beim Aufbau und dem Gebrauch der neumodischen Guillotine, den Atem. Die Beschreibungen waren so bildlich und spürbar, so dass ich mir selbst den Geruch von Blut vorstellen konnte. Mein einziger Kritikpunkt kommt den vielen aufgeführten Namen zu, die der Französischen Revolution innewohnten. Hierbei musste ich einige Passagen doppelt lesen, um den Inhalt erfassen zu können.

    Fazit

    Das Buch bietet schonungslose und brutale Einblicke, in die beginnende Französische Revolution. Es vermittelt fundiertes historisches Wissen und verknüpft einen Hauch von Liebe mit ungeschönten Einblicken in die damalige Zeit. Von mir gibt es dafür eine Leseempfehlung.

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    MissNorgevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Historisch sehr gut recherchiert, brutal, aussagekräftig und spannend geschrieben ...
    Nichts für zarte Seelen


    Kurz zur Geschichte
    Frankreich und Paris Ende des 17. Jahrhunderts: Revolution, hetzerische Debatten im Konvent, Krieg an den Fronten, blutige Aufstände im Landesinnern, Verrat und Hunger bestimmen den Alltag und Philippines Kindheit und Jugend. Ihr Vater ist Folterer, ihr Onkel der berühmte Henker von Paris, Charles-Henri Sanson. Inmitten dieses Hexenkessels und einer Mutter, die Hure und Mörderin zugleich ist, bewahrt sich das Mädchen seine edle Seele, entwickelt sich zu einer starken, gebildeten Frau und findet jenen wieder, den sie als Kind getroffen und sofort geliebt hat. Auf das Glück der beiden jedoch wirft das Blutgerüst seinen drohenden Schatten.



    Meine Meinung
    Ein schonungsloser historischer Roman, wo man am besten nicht zartbesaitet sein sollte, denn es geht schon, der damaligen Zeit entsprechend, recht brutal zu. Ich lese ja nicht so viele historische Romane und wenn, dann muss mich der Klappentext so ansprechen, das ich denke, ja das Thema, welches eine große Rolle spielt, könnte mich interessieren und manche Geschichten sind ja oftmals härter, als so manch anderer Schocker. 
    Christina Geiselhart konnte mich mit ihrer Geschichte packen und je weiter ich beim Lesen kam, umso mehr hat sie mich in ihren Bann gezogen. Ein Kompliment an die Autorin, die hervorragend recherchiert hat und einen wunderbaren Schreibstil vereint mit ausdrucksstarken Beschreibungen, wo man doch ab und zu tief durchatmen musste. 
    Als Leserin kam ich mir vor, als würde ich direkt neben Philippine sein und ihr hartes Leben mit ihr zusammen bestreiten. Sie hat es wahrlich nicht leicht und doch hat sie sich, tief in ihrem Inneren, einen wundervollen, zarten, weichen und liebevollen Kern erhalten.
    Da das Ende hoffen bleibt, bin ich wirklich sehr auf eine Fortsetzung gespannt, die hoffentlich nicht all zu lange auf sich warten lässt.
    Wer gerne historische Romane aus der Zeit, vor, während und nach der Französischen Revolution liest, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    christinageiselharts avatar
    Habt Ihr nicht auch hin und wieder das Gefühl, vieles von dem was heute so passiert, hat sich schon einmal ähnlich zugetragen?
    In meinem Roman „Die Bluthunde von Paris“ trefft ihr Idealisten, die eine neue und gerechte Gesellschaft aufbauen wollen,  sich bei der Realisierung nicht einigen können und sich schließlich gegenseitig umbringen. Ihr trefft auf eine junge Frau, die um ihre Liebe kämpfen muss weil sie einen Makel hat und einfachen Verhältnissen entstammt. Und ihr trefft auf eine gerissene Frau, die junge Mädchen zur Prostitution zwingt.

    In dieser Leserunde werde ich 20 eBooks verlosen! Wahlweise schicke ich euch eine EPUB oder MOBI Datei.

    ###YOUTUBE-ID=kClI3hwXc2s###

    Der Roman:  
    Philippine Sanson,  die Nichte des Henkers von Paris, hat ein schönes Gesicht aber einen Klumpfuß.  Ihr Vater ist Folterer, ihre Mutter Nymphomanin, ihre Schwester verkommt zur Hure. In ihrer Kindheit geschehen so viel grausame Dinge, dass sie sich immer wieder in die Wälder von Saint-Ouen flüchtet.  In einem verfallenen Landhaus entdeckt sie eines Tages Maxence. Sie versorgt ihn mit Lebensmittel und verliebt sich in ihn. Doch da hallt ein Schrei durchs Land: Sturm auf die Bastille! Nieder mit dem Absolutismus! Und Maxence kehrt nach Paris zurück. Während Sansculotten das Land durchstreifen, Louis XVI aufs Schafott steigt, folgt Philippine der Spur ihre Geliebten und gerät hinein in eine blutige Zeit.
     
    Wer also Lust auf eine Reise hat in diese zum Teil schreckliche Zeit, den lade ich herzlich ein bei der Leserunde mit zu machen.
                      
    Mehr Infos zum Roman:
    https://www.facebook.com/christinageiselhartautorin/
    http://christinageiselhart.de
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