„Der Geisterbaum“ ist eine Geschichte, die sich schnell und unkompliziert lesen lässt und dabei vor allem auf Spannung, Geheimnisse und eine zunehmend düstere Atmosphäre setzt. Im Mittelpunkt steht ein mysteriöses Geschehen rund um einen besonderen Geisterbaum, bei dem nach und nach immer mehr Fragen auftauchen. Die Geschichte entwickelt sich dabei in eine Richtung, die zunehmend ungewöhnlicher und dramatischer wird. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es wird definitiv nicht langweilig und es kommen einige ziemlich abgefahrene Elemente zusammen.
Beim Lesen hatte ich allerdings öfter das Gefühl, dass die Geschichte sehr klassisch und teilweise fast schon stereotypisch geschrieben ist. Manche Figuren und Entwicklungen wirkten auf mich dadurch etwas vorhersehbar und auch die Art, wie Spannung aufgebaut wird, war nicht unbedingt etwas Neues. Trotzdem hat mich das beim Lesen gar nicht so sehr gestört, weil das Buch dadurch sehr leicht zugänglich ist und man einfach weiterlesen kann, ohne sich groß anstrengen zu müssen.
Besonders gegen Ende wurde es mir dann allerdings etwas zu viel. Irgendwann hatte ich ein bisschen das Gefühl: Hauptsache, es wird noch dramatischer, schlimmer und abgefahrener. Gerade das Ende war für mich deshalb eher ein „Okay, jetzt wird es aber wirklich wild“ als ein überzeugender Abschluss. Hier hätte für mich etwas weniger vielleicht tatsächlich mehr gewesen.
Trotzdem würde ich das Buch nicht schlecht bewerten. Es war unterhaltsam, spannend genug, um dranzubleiben, und vor allem einfach zu lesen. Es war irgendwie genau das richtige Buch für den Moment, weil ich mich darauf einlassen konnte, ohne viel darüber nachdenken zu müssen. Es ist für mich definitiv kein Buch, das ich als großartig oder besonders herausragend bezeichnen würde, aber es hat seinen Zweck erfüllt: Es hat mich unterhalten.
Unterm Strich also ein Buch für zwischendurch, wenn man Lust auf etwas leicht Lesbares, Mysteriöses und stellenweise ziemlich Abgefahrenes hat. Besonders das Ende war mir persönlich dann doch eine Spur zu viel – aber langweilig war es definitiv nicht.

























