Christina Löw

 4.6 Sterne bei 7 Bewertungen
Christina Löw

Lebenslauf von Christina Löw

Christina Löw arbeitet als Übersetzerin, Lektorin/Korrektorin, Schreibcoach, Journalistin und Autorin. Außerdem ist sie als Kunstvermittlerin in Museen tätig und werkelt an ihrer Promotion in Kunstgeschichte. "Träume voller Schatten" (Mai 2018) - eine Adaption des Märchens "Der Zwerg Nase" - ist ihr Roman-Debüt.

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Träume voller Schatten

Träume voller Schatten

 (7)
Erschienen am 13.05.2018

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Rezension zu "Träume voller Schatten" von Christina Löw

Märchenspinnerei
xotilvor 3 Monaten

  

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Rezension zu "Träume voller Schatten" von Christina Löw

Ein instruktives Erstlingswerk!
buchlilievor 5 Monaten

Cover:

Das Cover konnte auf Anhieb mein Interesse wecken, kommt es doch äußerst ästhetisch in einem malerisch anmutenden Stil daher. Außerdem lässt es auch viel Raum für eigene Interpretationen offen. Der Spiegel, der das Abbild eines hübschen jungen Mannes auf der einen Seite widergibt, doch auch das eines verwahrlosten Zwerges mit übergroßer Nase auf der anderen, könnte den Inhalt des Romans jedenfalls nicht treffender festhalten. Die dunklen Farbtöne verleihen dem Ganzen zusätzlich eine düstere Atmosphäre. In meinen Augen ist das Cover absolut gelungen!

Meine Meinung:

„Er hätte nie gedacht, dass einmal ein Tag kommen könnte, an dem er sein Abbild nicht mehr sehen wollte und er die Menge der Spiegel in seiner Wohnung verfluchen würde.“ (Träume voller Schatten, S. 66)

In „Träume voller Schatten“ bedient sich Christina Löw einzelner Elemente aus dem Märchen „Zwerg Nase“, um eindrucksvoll die Folgen unverarbeiteter Traumata vor Augen zu führen. Die Grundthematik ist damit zwar keineswegs eine leichte, doch wird der Leser mit ihren klaren Worten ohne Probleme durch die Handlung getragen und unbemerkt zum Nachdenken animiert. Gelegenheiten hierfür bieten sich zahlreiche – ob in kürzeren Passagen oder ganzen Kapiteln, immerzu finden sich kleine Wahrheiten, die diesen Roman umso wertvoller machen.

Die Geschichte handelt von Patrick, der sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Angetrieben von seinem Traum, eines Tages als professionelles Model zu arbeiten, ist sein Äußeres sein wichtigstes Kapitel. Perfektion in Vollendung, das ist es, was für den jungen Mann einzig zählt. Doch ausgerechnet während des Castings holen ihn unerwartet die Geister seiner Vergangenheit heim. Fortan plagt ihn sein Fluch Tag und Nacht. Wird es ihm gelingen, ihn zu brechen?

Es ist wirklich großartig, wie Christina Löw die Grenzen zwischen Märchen und eigener Erzählung, zwischen Traum und Realität in diesem Roman verwischen lässt! Man erkennt deutlich die Inspirationsquelle wieder und hat doch etwas Selbstständiges vorliegen. Egal, ob die Suppe, der Zauber oder die Gans, all das hat auf seine Weise einen Platz im Buch erhalten. Die Stimmung ist zum größten Teil sehr düster und bedrückend, manchmal gar furchteinflößend. Damit ist sie aber auch sehr bewegend. Zugleich sorgen vereinzelte humoristische Ausschnitte für etwas Leichtigkeit auf dem beschwerlichen Entwicklungsweg des Helden. Insbesondere Melissa ist ein wahrer Lichtblick in der Handlung; mit ihrer fröhlichen, unbeschwerten Art weiß sie sich rasch ins Leserherz zu schleichen. Obwohl sie nicht im Mittelpunkt des Romans steht, zeigt sich an ihr, dass auch die Nebencharaktere mit Liebe zum Detail ausgearbeitet worden sind, scheint doch jeder mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen. Wie sie und Patrick sich schließlich annähern – und er zu begreifen beginnt, dass er nicht länger vor sich selbst davonlaufen kann – ist ein Aufstieg, den man nur allzu gern mitverfolgt. Mit leeren Händen kommt man aus dieser Geschichte keinesfalls heraus, so bietet sich doch insgesamt ein unterhaltsames, aber vor allem lehrreiches Gesamtwerk. Autonomie, Selbsterkenntnis, Mut und Freundschaft sind die Pfeiler, auf die es sich stützt.

Fazit:

„Träume voller Schatten“ bietet als zwölfter Band der Märchenspinnerei ein emotionales Leseerlebnis mit Tiefgang. Wer moderner, trivialer Nacherzählungen müde ist, dem sei dieser Roman, wie auch die anderen jener Autorengemeinschaft, ans Herz gelegt. Ich vergebe fünf Sterne.

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Rezension zu "Träume voller Schatten" von Christina Löw

Eine tiefgründige Geschichte verpackt in ein Märchen
Mimi_Schreiberlingvor 7 Monaten

Als erstes möchte ich an dieser Stelle der Autorin Christina Löw für das Rezensionsexemplar danken. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und wurde nicht enttäuscht.

Das Cover zeigt zwei gezeichnete Gesichter: das Linke ist das eines Zwergs mit langer Nase, das Rechte das eines ansehnlichen jungen Mannes. Ich finde, das Cover passt sehr gut zur Geschichte, auch wenn es mich im ersten Moment nicht so richtig angesprochen hat. Ich weiß aber auch nicht genau, warum.

Erst der Klappentext hat mich überzeugt, dass ich dieses Buch gerne lesen würde. Es handelt von ernsten Themen: einem einsamen jungen Mann, der bei einer Modelshow ausgerechnet seinen ehemaligen Mathelehrer wieder trifft, an den er schlechte Erinnerungen hat. Sexueller Missbrauch spielen ebenso eine Rolle wie Halluzinationen und Angstzustände.

Die Geschichte spielt zur Hälfte in der Psychiatrie und allein dieser Fakt hat sie für mich zu etwas sehr Besonderem werden lassen. Der Ablauf in der Psychiatrie ist sehr gut beschrieben und trifft auch auf die Realität zu. Da hat die Autorin sehr gute Recherchearbeit geleistet. Auch zeigt sie, dass eine Psychiatrie längst nicht so schlimm ist wie ihr Ruf.

Am Anfang war mir der Protagonist Patrick sehr unsympathisch, um ehrlich zu sein. Besonders im ersten Kapitel ist er schrecklich eitel und das hat mir gar nicht gefallen – aber es musste so sein, denn so konnte er durch die Geschichte hinweg eine Entwicklung durchmachen und am Schluss der Geschichte hatte ich ihn richtig lieb gewonnen.

Seine Nachbarin Melissa war mir von Anfang an sympathisch und ich fand es sehr lieb, wie sie sich um Patrick gekümmert hat. Ich habe mir eine Liebesgeschichte zwischen den beiden gewünscht, doch ob es dazu kam, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

In der Geschichte geht es um einen jungen Mann, der mit sich selbst ins Reine kommen muss. Und das lernt er, indem er sich vom Male Model in einen hässlichen Zwerg verwandelt. Die Geschichte hat mich zum Nachdenken angeregt und ich fand sie sehr tiefgründig. Der Scheibstil der Autorin hat mir ebenfalls gut gefallen.

Das Ende war stimmig und ich wurde mit einem glücklichen, zufriedenen Gefühl aus der Story entlassen. Nur so viel sei verraten: Es nimmt ein Happy End mit Patrick.

Trotzdem war die Geschichte nicht SO dermaßen spannend geschrieben, dass ich ihr fünf Sterne geben könnte. Ich machte zwischendurch sogar eine Pause von ein paar Tagen, weil ich mich eher anderen Büchern widmete. Deshalb gibt es vier Sterne – und eine von Herzen kommende Empfehlung für alle, die Märchenadaptionen und tiefgründige Geschichten über die menschliche Psyche mögen.


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