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Tectum_Verlag

vor 10 Monaten

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Liebe Lovelybooks-Lesefreunde, am 16.01. erscheint das neue Buch unserer Autorin Christina Mundlos!
Nach Titeln wie "Mütterterror" und "Gewalt unter der Geburt" gehen wir nun einen Schritt zurück und beleuchten, was Frauen widerfährt bzw. welche Möglichkeiten im Beruf plötzlich nicht mehr vorhanden sind, wenn diese ein Kind erwarten.
Im Anhang des Buches finden Betroffene von Mobbing, Diskriminierung und Sexismus am Arbeitsplatz direkte Hilfe in Form von Musterformularen, um die eigenen Ansprüche geltend zu machen.

Um an der Leserunde teilzunehmen, beantwortet bitte folgende Frage: Habt ihr selbst oder Bekannte bereits "Probleme" am Arbeitsplatz durch eine Schwangerschaft erfahren? Wie seid ihr damit umgegangen? Welche Schwierigkeiten könntet ihr euch vorstellen und wie würdet ihr versuchen, diese zu lösen?

Autor: Christina Mundlos
Buch: Mütter unerwünscht – Mobbing, Sexismus und Diskriminierung am Arbeitsplatz

kalligraphin

vor 10 Monaten

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Ich habe bei meinem vorherigen Arbeitgeber miterlebt, dass junge Frauen dort unter dem "Generalverdacht" standen schwanger zu werden. So hat es ein männlicher Vertreter in der Mitarbeitervertretung bezeichnet. Junge Frauen wurden zeitlich befristet auf zwei Jahre eingestellt, während Männer im selben Alter, mit derselben Ausbildung und in derselben Anstellung direkt unbefristet eingestellt wurden. (Vom Gehaltsunterschied soll hier nicht die Rede sein.)

Eine Kollegin ist kurz vor Ablauf der zwei Jahre ihres befristeten Arbeitsverhältnisses schwanger geworden. Im vorausgehenden Mitarbeitergespräch hatte ihr Chef schon mit ihr über eine unbefristete Fortführung des Vertrags gesprochen. Beide waren sich einig, dass sie bliebe. Dann wurde sie schwanger und war so vertrauensselig, es ihrem Chef umgehend mitzuteilen. Mit der Begründung, dass sie sich nun erst einmal "in Ruhe um ihre Kind und die Familie kümmern" solle, wurde ihr Vertrag nicht verlängert.

Ich finde das skandalös! Man sollte meinen, dass so etwas nicht mehr vorkommt!

Mir selbst erging es anders. Ich war zwei Wochen bei meinem neuen Arbeitgeber, als ich bemerkte, dass ich schwanger bin. Ich habe nicht allzu lange gewartet und es meinem Chef im Vertrauen mitgeteilt. Ich wusste, dass er anders tickt und dass es für ihn die selbstverständlichste Sache der Welt ist. Dafür bin ich ihm auch sehr dankbar! Das alles war überhaupt kein Problem. Habe eine Dreivierteljahr dort gearbeitet und bin nun in Elternzeit (, die mir sogar anstandslos nachträglich noch verlängert wurde). Allerdings ist in der Zwischenzeit mein Chef und auch die Hälfte des Teams gegangen. Ich bin gespannt, was mich nach meiner Rückkehr an den Arbeitsplatz im Büro erwartet. Denn ich denke, dass mein Chef die Ausnahme war. So einen gibt es vermutlich kein zweites Mal.

kalligraphin

vor 10 Monaten

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@kalligraphin

Ich möchte noch was hinzufügen...

Die ehemalige Kollegin, die schwanger vor die Tür gesetzt wurde, hat sich nach einem Jahr beim selben Arbeitgeber nochmal beworben und wurde wieder auf zwei Jahre befristet eingestellt.

Sie tat mir während der Schwangerschaft unheimlich Leid und ein paar Kollegen und ich waren zu der Zeit bei der Mitarbeitervertretung, um das Problem zur Sprache zu bringen (was leider nichts genützt hat). Sie selbst hat sich zurückgehalten, nie etwas laut gesagt, nur vor uns Kollegen geweint. Ihr war es zu unsicher, da es keinen Betriebsrat gab.

Über ihr Verhalten bis hin zur kleinlauten Rückkehr an denselben Arbeitsplatz war ich fast genauso entsetzt wie über das des Arbeitgebers. Man muss immer schauen, wo man bleibt, aber... alles muss man sich nun wirklich nicht gefallen lassen!
Meiner Meinung nach sollte man auf die Gegebenheiten umsichtig zu reagieren wissen. Dieser Arbeitgeber hat keinen Hehl daraus gemacht, wie er zu seinem Arbeitnehmern steht (hatte keinen Betriebsrat, Frauen wurden befristet eingestellt...). Dort wäre ich an ihrer Stelle niemals so vertrauensvoll mit der Information umgegangen, bevor ich nicht den unbefristeten Vertrag in Händen gehabt hätte.

Wenn ich in Bewerbungsgesprächen nach meiner Familienplanung gefragt wurde (zweimal ist es vorgekommen), habe ich geantwortet, dass ich damit noch warten möchte. Obwohl ich während des Jobwechsels schon mitten in der Umsetzung des Plans war. ;) Man ist nicht verpflichtet, auf diese Frage zu antworten. Aber es hat auch keinen Zweck dann auf sein Recht zu bestehen und das Gespräch feindselig zu gestalten. Auch der Bewerberin wird in diesem Moment offenbart, wie der Arbeitgeber so ist, bei dem sie sich gerade bewirbt. Bei der Bewerbung auf meine derzeitige Stelle wurde ich nicht danach gefragt.

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kalligraphin

vor 9 Monaten

Abschnitt 4: S. 113-140

Folgendes Zitat fand ich sehr aussagekräftig und auch erschreckend:

"Die Diskriminierung von Müttern ist daher auch kein speziell deutsches Phänomen, denn es ist eng verbunden mit frauenfeindlichen Gesellschaftsstrukturen und findet sich daher auch in anderen Ländern mit patriarchalen Rahmenbedingungen." (137)

Mir geht es gar nicht so sehr um die Hauptaussage des Satzes, sondern um die Nebenbemerkung, dass in unserem vermeintlich modernen Land "patriarchale Rahmenbedingungen" und "frauenfeindliche Gesellschaftsstrukturen" herrschen! Das muss man sich so deutlich einfach mal vor Augen halten, finde ich.

kalligraphin

vor 9 Monaten

Abschnitt 5: S. 143-148 (Anhang)
@Schoensittich

Das ist eine gute Idee...

kalligraphin

vor 9 Monaten

Abschnitt 4: S. 113-140

Das Fazit, das die Autorin zieht, ist wenig spektakulär. Außerdem wird dabei sehr deutlich, dass ihre statistische Grundlage recht dünn ist. Gut über hundert Zuschriften - das ist noch keine wissenschaftlich fundierte Grundlage. Entsprechend vage und abwägend klingt dann auch ihr Fazit.

Schoensittich

vor 9 Monaten

Abschnitt 4: S. 113-140
@kalligraphin

Glaube die Autorin wäre gut beraten gewesen die Sache wegen ihrer Studie in Familienzeitschriften zu anoncieren oder bei Facebook über die ganzen Babyversandhändler etc. Ihren Beitrag teilen zu lassen. Dann hätte sie wesentlich mehr Zuschriften bekommen. Von so wenigen Daten kann man natürlich, wie du schon erwähnt hast kein großes Ergebnis präsentieren.

kalligraphin

vor 9 Monaten

Fazit/Rezension

https://www.lovelybooks.de/autor/Christina-Mundlos/Mütter-unerwünscht-Mobbing-Sexismus-und-Diskriminierung-am-Arbeitsplatz-1359719034-w/rezension/1430256834/1430257173/

Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Buch!

TheLastUnicorn_

vor 9 Monaten

Abschnitt 1: S. 13-38
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Simi159 schreibt:
Noch ein paar Fragen in die Runde: Warum muss ich mir als Frau immer die Frage gefallen lassen, was mit der Familienplanung ist? Wo die Kinder untergebracht sind, wenn man arbeitet? Und ob man nicht eine Rabenmutter ist, wenn diese fremdbetreut werden? Männern stellt man diese Fragen nicht...

Die Gesellschaft tickt da halt sehr langsam. Frauen wollen von Natur aus Kinder, allesamt. Und Frauen sind es die sich um die Kinder kümmern. Letztendlich wurd das im Buch doch schon ganz gut auf dem Punkt gebracht, wenn Männer immer mehr auch in Elternzeit gehen wird ein Gleichgewicht geschafft zwischen Frauen und Männern und das braucht es unbedingt.
Und ja vielleicht sorgt es nur dafür, dass man auch Männern mit solchen Fragen konfrontier (und ob ein Mann sich das dann gefallen lässt oder nicht, ist ja eher Typ Sache - ebenso wie bei Frauen). Vielleicht sorgt es aber auch dafür, dass Frauen nicht immer nur mit der Gefahr "Kinder kriegen" in Zusammenhang gebracht wird, weil es vollkommen normal ist, dass der Mann auch in Elternzeit geht und die Frau dann gar nicht so lange ausfällt und schon ist das ganze einfach nicht mehr das riesen Thema. Klingt natürlich sehr einfach in der Theorie, aber ich glaube das ist es worauf es hinauslaufen muss, damit sich was ändert. Und eigentlich ist das ja auch schon ein wenig traurig.
Vielleicht sollte man zum Wohle des Kindes Männer in die Elternzeit zwingen (gesetzlich).^^

Christina_Mundlos

vor 9 Monaten

Plauderecke

Liebe Leserinnen,

erstmal vielen Dank für das Feedback zu meinem Buch! Tatsächlich haben viele schon richtig erkannt, dass es sich bei dem Buch um KEINE Studie handelt. Wissenschaftliche quantitative Untersuchungen benötigen viel Personal und entsprechend viele finanzielle Mittel! Es gibt allerdings bereits eine solche Studie, auf die ich mich bezogen habe und deren Ergebnisse ich auch vorstelle.
Mir ging es in diesem Buch darum, solchen Statistiken "Gesichter" zu geben - also aufzuzeigen, was sich genau hinter den Diskriminierungs-Erfahrungen verbirgt und mit Tipps zu unterstützen, wenn es darum geht, was man als Betroffene tun kann. Es ging NICHT darum, zu beweisen, dass es Diskriminierung gibt und dass diese häufig vorkommt! Das ist nämlich gar nicht nötig, denn dazu gibt es unzählige wissenschaftliche Studien und Beweise (die ich ja auch anführe). Größere Aufrufe habe ich daher auch ganz bewusst nicht durchgeführt, weil ich das Thema qualitativ und nicht quantitativ aufziehen wollte!
Ich danke Euch aber fürs Mitdenken und die Tipps, die zeigen, dass sich viele mit dem Thema beschäftigen!

Herzliche Grüße,
Christina Mundlos

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