Christina Schwarz.

 3.5 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Novemberkind, Die Leuchtturmwärterin und weiteren Büchern.

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Die Leuchtturmwärterin

Die Leuchtturmwärterin

 (6)
Erschienen am 11.01.2016
Ihre beste Freundin

Ihre beste Freundin

 (3)
Erschienen am 01.01.2003
Macht sie fertig! - Gefangene der Gang

Macht sie fertig! - Gefangene der Gang

 (0)
Erschienen am 20.06.2014
Nehmt sie durch! - Hilflos in der Klinik

Nehmt sie durch! - Hilflos in der Klinik

 (0)
Erschienen am 16.04.2014
Drowning Ruth

Drowning Ruth

 (1)
Erschienen am 01.07.2001
All Is Vanity

All Is Vanity

 (0)
Erschienen am 01.11.2003

Neue Rezensionen zu Christina Schwarz.

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Rezension zu "Die Leuchtturmwärterin" von Christina Schwarz.

Atmosphärisches Sittengemälde
Ulenfluchtvor 4 Monaten

Trudy und Oskar, das ist eine Liebe, die im Wisconsin des ausgehenden 19. Jahrhunderts nicht gut geheißen wird. Denn Trudy, deutsche Einwanderin der zweiten Generation, hat das College besucht und kommt aus gutem Hause. Oskar hingegen ist das Enfant Terrible. Eloquent, sprunghaft, leidenschaftlich. Als die trotzdem heiraten, gibt Trudy alles auf und folgt Oskar an die noch dünn besiedelte Westküste. Auf einer unwirtlichen Insel vor Kalifornien soll er Gehilfe des Leuchtturmwärters werden. Trudy merkt, dass Oskar doch nicht der ist, den sie sich erhofft hat. Außerdem muss sie lernen, mit den Menschen umzugehen, die in dieser rauen Gegend leben: Außer der Familie des Leuchtturmwärters gibt es dort nämlich niemanden. Dann entdeckt Trudy ein dunkles Geheimnis, das ihr Leben verändert.

Christina Schwarz hat ein ganz zartes Buch geschrieben, das vor allem die Natur greifbar zu machen versucht. Mit wenigen Worten erzählt sie die Vorgeschichte des Paars und mit starken Bildern stellt sie diesen besonderen Ort und seine Menschen dar. Im Zentrum steht die Frage, was Wissbegierde und Aufbruch mit einem macht und dass beides nicht immer gut ausgeht. Es geht um die Entdeckung eines weißen Flecks auf der Landkarte des 19. Jahrhunderts, der zuerst von diesen sonderbaren Leuten bevölkert wird.

Das Erzähltempo ist erst gemächlich, um sich dann ziemlich rasant zu steigern und mehr als eine Überraschung bereit hält. Die Figuren sind gut gezeichnet, es macht Spaß, mit ihnen diesen Ort zu entdecken. Immer schwingt Melancholie mit und man macht sich bereit für das große, dunkle Geheimnis, das am Horizont aufzieht. Es geht auch um die Frage, was Menschen erfüllt und wie sie ihr kleines Leben zu etwas Besonderem machen, selbst mit begrenzten Mitteln und Entbehrungen.

Ein Buch, das lange nachklingt, das nachdenklich macht ohne zu belasten und das einen an einen Ort entführt, den es so heute nicht mehr gibt. Sehr gut gemacht.

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Rezension zu "Die Leuchtturmwärterin" von Christina Schwarz.

Ungewöhnlich, aber auch unentschlossen und etwas halbherzig
Viv29vor 6 Monaten

Die Geschichte ist ungewöhnlich, dies schon alleine daher, daß sie Anfang des letzten Jahrhunderts auf einem abgelegenen Leuchttum spielt - das war vielversprechend, denn das ist eine Welt, von der ich gar nichts weiß. Natürlich wird auf dem Klappentext noch ein "Geheimnis" angekündigt - ohne Geheimnis scheint es bei historischen Romanen kaum noch zu gehen.

Es läßt sich alles recht vielversprechend an - die Protagonistin Trudy berichtet als Ich-Erzählerin und das in einem flotten Schreibstil, durch den immer wieder mal intelligenter, gut beobachtender Humor durchblitzt. Man merkt schnell, Trudy ist ein helles Köpfchen, offen für Ungewöhnliches. In der ersten Hälfte des Buches erfahren wir abwechselnd von Trudys neuem Leben auf dem Leuchtturm und in Rückblenden von ihrem Hintergrund als Tochter aus gutem Hause. Das ist abwechslungsreich und der stetige Wechsel ist gut gemacht und liest sich angenehm. Wie diese aufgeweckte aber behütete junge Frau sich mit ihrem neuen Ehemann auf dieser einsamen Leuchttuminsel und mit den dort wohnenden Kollegen zurechtfindet, ist interessant, auch die Lebensumstände sind gut erklärt. Bei Trudys Rückblicken auf ihr früheres Leben merkt man dann aber schon das, was letztlich das Lesevergnügen immer mehr beeinträchtigt: die Geschichte plätschert ein wenig unentschlossen vor sich hin. Man liest ein wenig über Trudys Collegedasein, ein wenig über das Leben mit ihren Eltern, ein wenig über ihre Pläne, aber alles kommt nicht richtig in Gang, nirgendwo wird wirkliches Interesse geweckt. Was sie genau möchte, was sie antreibt, erfahren wir eigentlich nicht. In einer Szene möchte sie ganz dringend lernen, wie man ein Schiff fährt - warum sie das möchte, erfährt oder spürt man nicht. Als sie auf dem Schiff ist, langweilt es sie eigentlich und man fragt sich während der ganzen Szene, welchen Sinn diese nun eigentlich hat (abgesehen von dem, daß man erfährt, daß Trudy eine gute Beobachtungsgabe hat).

Trudy hat einen Verlobten, aber man weiß schon aus den Leuchtturmkapiteln, daß sie diesen letztlich nicht geheiratet hat. Nun sind aber sowohl ihr Verlobter als auch der Mann, den sie letztlich heiratet so blaß gestaltet, daß man weder sieht, warum sie den einen verläßt, noch warum sie sich zu dem anderen hingezogen fühlt. Den Charaktern fehlt das Leben, sie sind halbherzig gestaltet. Auch der Wechsel von einem Mann zum andren geschieht nebenbei - vorher wird zwar angedeutet, was für einen furchtbaren Skandal Trudy damit ausgelöst hat, aber beim Lesen merkt man davon nichts.
Weitere Erlebnisse Trudys auf dem Weg zum Leuchtturm, wo ihr Ehemann arbeiten wird, werden zwar ausführlich erzählt, eine lange Zugfahrt, einig Tage Aufenthalt in San Francisco, aber auch hier geschieht letztlich nicht viel, alles plätschert vor sich hin und trägt auch zur eigentlichen Geschichte sehr wenig bei.

In der zweiten Hälfte des Buches findet die Handlung nur noch auf der Leuchttuminsel statt. Hier sind nun aber die neuen Lebensumstände auch schon hinreichend geschildert und es schleicht sich auch hier dieses Halbherzige, Unentschlossene ein. Trudys Ehemann bleibt blaß, ihre Beziehung zueinander ebenfalls. Trudy macht ein wenig hiervon, ein wenig davon. Sie beginnt, sich für die Meereslebewesen zu interessieren, was eine große Leidenschaft von ihr werden soll, aber auch hier merkt man diese Leidenschaft überhaupt nicht. Sie erleidet eine Fehlgeburt, auch dies eigentlich nebenbei. Dann wird allmählich das so groß angekündigte Geheimnis aufgedeckt und auch hier liest man und denkt "Aha. Und nun? Das ist jetzt das Geheimnis?" Der blasse Ehemann ist plötzlich Feuer und Flamme und zeigt im letzten Viertel des Buches endlich etwas Profil, aber auch hier kann man seine plötzliche Leidenschaft für ein Thema nicht wirklich nachempfinden. Man bekommt mitgeteilt, welche Emotionen die Charaktere haben, aber man fühlt sie nicht. Ganz zum Ende kommt tatsächlich dann mal für einige Seiten ein wenig Spannung auf, aber so richtig fühlt man auch da nicht mit. Wenn man das Buch schließt, denkt man nur, daß hier eine Geschichte mit Potential so halbherzig erzählt wurde, daß die Möglichkeit verschenkt ist. Das ist besonders schade, da der Schreibstil zeigt, daß hier eigentlich mehr möglich gewesen wäre.

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Rezension zu "Die Leuchtturmwärterin" von Christina Schwarz.

Langatmige Kopie unzähliger Frauenromane - Chance vertan
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Die US-amerikanische Autorin Christina Schwarz wuchs in Wisconsin auf und lebt inzwischen in Kalifornien. Ihr Debut „Novemberkind“ stand im Jahr 2000 wochenlang auf der Bestsellerliste der New York Times.

1898: Gertrude „Trudy“ Swan, Tochter einer gutbürgerlichen Familie in Wisconsin, soll sich bald mit dem Sohn einer befreundeten Familie vermählen. Sie verliebt sich jedoch in den freigeistigen Oscar. Sie heiraten kurzentschlossen und ziehen gemeinsam nach Kalifornien. Soweit eine wenig originelle Geschichte, die man so oder ähnlich schon in unzähligen Frauenromanen findet. Gut, Oscar und Trudy ziehen auf die verlassene Insel Point Lucia, wo Oscar als Leuchtturmwärter arbeitet. Eigentlich ein ungewöhnliches und interessantes Setting, aber die Geschichte kommt nicht so richtig in Gang.

Da sind zum einem die Protagonisten, die sehr flach und stereotypisch daher kommen und zu denen ich daher als Leserin keine Verbindung aufbauen konnte. Zum anderen die endlos erscheinenden Beschreibungen von Trudys Gefühlsleben und ihrem einsamen Alltag auf der Insel. Im Laufe des Romans gibt es Zeitsprünge ins Jahr 1977. Jane, die als Kind auf Point Lucia lebte, besucht diesen Ort noch einmal und erinnert sich an Trudy, ebenfalls mit sehr langatmigen Ausführungen.

Auch sonst plätschert die Geschichte bis zum Ende des Buches vor sich hin. Trudy und Oscar leben sich auseinander. Oscar interessiert sich für Elektrizität, Trudy erforscht die Flora und Fauna der Insel und unterrichtet die Kinder der Familie Crawley, mit denen beide zusammen auf der Insel leben.

Im letzten Viertel des Buches dann – endlich! – eine spannende Wendung. Trudy entdeckt, dass auf der Insel eine mysteriöse Frau in einer Höhle lebt, die letzte Überlebende eines indigenen Stammes. Es enthüllen sich Geheimnisse der anderen Bewohner von Point Lucia und Trudy gerät mit ihrem Ehemann in eine ernsthafte Auseinandersetzung, wie weit die anthropologische Erforschung der indigenen Frau gehen darf. Am Ende löst sich dieser Konflikt dann in einem, zugegeben, spannenden Showdown. Diese Spannungskurve hebt sich die Autorin leider bis zum Schluss auf.

Positiv hervorzuheben ist der Einblick in die gesellschaftlichen Konventionen, mit denen sich die Protagonistin auseinandersetzen muss, insbesondere ihrer Rolle als Ehefrau. Doch auch das kann leider nicht über die eintönige Gestaltung der restlichen Geschichte hinwegtäuschen.

Fazit: Setting und Idee des Romans sind interessant. Leider hat die Autorin keine packende Geschichte daraus entwickelt. Im letzten Viertel des Buches nimmt die Geschichte dann  noch Fahrt auf, die knapp 200 vorherigen Seiten kann man sich getrost sparen.

Danke für die Lesezeit an Franziska Schmidt

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