Nur ein Wort

von Christina Talberg 
3,4 Sterne bei14 Bewertungen
Nur ein Wort
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Positiv (6):
MissRose1989s avatar

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit gesellschaftlichen Anspruch...

Kritisch (2):
katikatharinenhofs avatar

Nur ein Wort - Enttäuschend :-(

Alle 14 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Nur ein Wort"

Anna hat eine grüne Kunstlederjacke, ein Faible für Pariser Programmkinos und Filme aus kühlen Ländern. Und sie hat ein Problem: Sie lebt zu sehr in der Vergangenheit. Seit ihr Vater in eine Gletscherspalte gefallen und einfach aus ihrem Leben verschwunden ist, bildet sie sich ein: Sobald sie jemanden liebt, wird er vom Erdboden verschluckt. Genau wie ihr Vater.

Pedro ist katholischer Slumpfarrer und politischer Flüchtling aus Kolumbien, wo seine umstürzlerischen Ideen nicht gerne gesehen werden. Auch er hat ein Problem: Er verliebt sich in Anna.

Die beiden begegnen sich in Paris, und bevor sie sich endlich lieben dürfen, müssen sie erst lange durch den Pariser Dauerregen spazieren und eine ganze Liste von Rätseln lösen: Welchen Sinn hat ein Keuschheitsgelübde? Warum verdient ein Manager hundertfünfzig Mal mehr als eine Krankenschwester? Warum werden in Kolumbien Sozialarbeiter umgebracht? Warum macht Liebe Angst?

NUR EIN WORT – SEULEMENT UNE PAROLE erzählt von Tabus und Redeverbot. Von dem Risiko, der Liebe wegen auf den Regenschirm zu verzichten. Und der Chance, den grauen Pariser Regen in glitzernde, schillernde Perlenschnüre zu verwandeln.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783939990420
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Pro-Talk
Erscheinungsdatum:10.10.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    MissRose1989s avatar
    MissRose1989vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit gesellschaftlichen Anspruch...
    Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit gesellschaftlichen Anspruch...

    Das Cover des Buches ist wirklich schön gemacht, das Cover zeigt eine Strasse in Paris, man sieht im Hintergrund des Eiffelturm und die recht schlicht gehaltenen Farben runden das Cover wirklich schön ab. Anna ist eine Lebefrau - sie nimmt sich, was sie will, auch wenn sie die Männer, mit denen sie die Nächte verbringt, nicht liebt. Anna versteht in dieser Beziehung ihre Schwester Nat nicht, die das typische in Annas Augen Spiesserleben mit Ehe und einem Kind führt, was Anna immer wieder verwundert, weil das Lebensmodell nicht in ihre Welt und ihre Einstellung passt. Pedro ist katholischer Pfarrer, der aus seinem Slum in Kolumbien geflüchtet ist und sich aufgrund seines Glaubensbekenntnisses nicht verlieben darf. Doch dann begegnen sich beide in Paris und diese Begegnung wird ihrer beider Leben durcheinander wirbeln, da Pedro sich in Anna verliebt und das wird eine recht turbulente Liebesgeschichte. Christina Talberg schreibt sehr flüssig, auch der Stil zu Beginn des Buches etwas gewöhnungsbedürftig war und die Geschichte baut sich langsam auf, auch der Spannungsbogen ist etwas knapp gehalten, was aber vielleicht auch an der Kürze der Geschichte liegt. Christina Talberg kreiert aber mit Anna und Pedro zwei spannende Menschen, die ein völliges anderes Lebensmodell haben, aber die eins verbindet - die Liebe und das Kämpfen für alle ihre Ideale. Christina Talberg schreibt recht gesellschaftskritisch, was aber in die Zeit passt und sie versteht das Spiel mit tabuisierten Themen, das muss man sagen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Anna geschrieben, trotzdem bleib Anna als Protagonistin etwas an der Oberfläche, obwohl aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Leider fehlt auch sonst etwas die Tiefe in den Protagonisten - so merkt man kaum, dass es sich bei Petro um einen katholischen Pfarrer handelt, weil das Thema katholische Kirche maximal gestreift wird, mehr aber auch nicht. Da wünscht man sich schon mehr, gerade wenn man im Klappentext liest "katholischer Pfarrer eines Slums aus Kolumbien wird er wegen seines Einsatzes für soziale Gerechtigkeit politisch verfolgt" wünscht man sich dann mehr zu dem Thema, aber das fehlte leider. Auch Anna ist als Protagonistin recht blass, auch wenn sie im Buch immer wieder mal an ihre Grenzen kommt. 
    Fazit:Nur ein Wort - Seulement une parole ist ein Roman, der sehr lebendig ist, weil man mit Anna und Pedro zwei Protagonisten gestaltet hat, die aus zwei Welten kommen und mit zwei völlig verschiedenen Lebensmodellen ausgestattet sind, aber trotzdem auf der Suche nach ihrem Ideal sind. Man findet eben nicht die klassische Liebesgeschichte vor, da Christina Talberg sich nicht scheut, Gesellschaftskritik und auch Tabuthemen mit in die Geschichte einzubinden, was den Roman besonders macht. 

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    BlueVelvets avatar
    BlueVelvetvor 9 Monaten
    Kein typischer Liebesroman

    Anna ist eine etwas chaotische Frau, die seit ihr Vater verschwunden ist traumatisiert ist was Männer und Beziehungen betrifft. Sobald sie jemanden liebt, verschwindet dieser jemand - das glaubt sie zumindestens. Somit lässt sie keine Nähe zu, auch nicht als sie sich in Pedro verliebt. Pedro ist ein Slumpfarrer & politischer Flüchtling aus Kolumbien, der ebenfalls Gefühle für Anna entwickelt.

    Den Einstieg fand ich etwas holprig, aber habe dann doch schnell in die Geschichte gefunden. Ich fand schön, dass man Paris nicht nur als Stadt der Liebe mit rosa Wolken und Rosenblättern auf den Straßen umschrieben hat. Das heutige Paris ist einfach nicht nur romantisch, wie man es in vielen Büchern lesen kann, das kam hier sehr gut zur Geltung. Pedro fand ich als Charakter sehr angenehm, vielleicht hätte man Anna noch ein wenig mehr Tiefe verleihen können. Nach dem Klappentext habe ich einfach etwas anderes erwartet, aber mich nicht darauf versteift, deswegen konnte ich mich vermutlich besser auf die Geschichte einlassen.

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    BuchHasis avatar
    BuchHasivor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine schöne Liebesgeschichte mit leicht bedrückender Stimmung
    Eine dunkle Liebesgeschichte

    Anna lebt als Deutsche in Frankreich und schreibt eine Arbeit über Geistliche, die gegen das Zölibat verstoßen. Sie verliebt sich eigentlich nicht, doch über Ecken lernt sie den katholischen Pfarrer Pedro kennen. Die beiden landen im Bett und Pedro verliebt sich in Anna. Doch diese hat es nicht in Herzensangelegenheiten - vor allem nicht mit Pfarrern/ kolumbischen Flüchtlingen....


    An sich hat mir die Handlung der Geschichte gut gefallen. Doch die Stimmung an sich war etwas düster. Zu der Hauptprotagonistin, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, habe erst nach einiger Lesezeit einen Draht gefunden. Ihre Gesamteinstellung und ihre Gedanken war zum Teil sehr düster und sehr deprimierend. 


    Andererseits war es auch das, was mich an diesem Buch so gefesselt hat. Es war keine rosarote romantische Lovestory, sondern eine ernste aber herzliche Geschichte.


    Wer die "etwas andere" Liebesgeschichte sucht, ist hier genau richtig.

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    NiliBine70s avatar
    NiliBine70vor 10 Monaten
    Alles hätte so schön sein können

    Inhalt:

    Die chaotische Anna ist auf dem Sprung nach Buenos Aires, wo sie eine Feldstudie über ein Art alternatives Kloster für Mönche, Nonnen und Priester und ihre Geliebten schreiben will. Und somit wohl auch vor einem Leben zu fliehen, in dem es bisher noch keine richtige Liebe für sie gab. Bisher hat sie sich mit Männern wohl eingelassen, aber Liebe hat sie dabei nicht verspürt. Und ausgerechnet ihr läuft nun Pedro, ein aus Kolumbien geflohener katholischer Pfarrer über den Weg und er schlägt bei beiden ein, der Blitz der Liebe.

    Und beide Seiten wehren sich gegen eine Liebe, die nach den heutigen Moralvorstellungen nicht sein darf.

    Meine Meinung:

    Alles hätte so schön sein können

    Ich lasse mich wirklich auf mal ganz andere Bücher ein. Bin auch sehr neugierig gewesen, was mich hier hinter diesem schlichten und doch so sprechenden Cover verbirgt. Auch der Titel ist gut gewählt. Denn Liebe ist ja auch nur ein Wort...

    Zu Beginn ist alles sehr chaotisch, wie die Hauptfigur, Anna, selbst auch. Sehr wuselig, wie sie Pedro kennen lernt, die ganze Familie Annas scheint ein einziger wuseliger Haufen zu sein, schon immer. Das hat mich schon schmunzeln lassen, aber ist leider auch sehr im Vordergrund geblieben. Manchmal kann diese Selbstironie, die Anna an den Tag legt, bei Protagonisten sehr sympathisch sein, aber hier hat es mich einfach gestört, um mich wirklich auf die Geschichte so richtig einlassen zu können.

    Und noch etwas hat mich gestört und die Stirn runzeln lassen. Die Texte der Salsa-Musik mögen schön oder melancholisch sein, nur sorry, ich versteh sie nicht! Entweder wäre da eine Übersetzung als Fußnote schön gewesen oder gleich im Text. Ich gestehe, da war ich schon ganz schnell versucht, das Buch gleich wieder zuzuklappen, weil ich dachte, wenn das so weitergeht, dann werde ich jedes Mal aus dem Lesefluss rausgerissen. Ja, ich fühlte mich so ein Stück weit auch ausgeschlossen, weil ich außen vor blieb, was die Bedeutung der Textstellen anging. Nicht schön, wenn man doch eigentlich in ein Buch eintauchen möchte.

    Die Liebesgeschichte zwischen Anna und Pedro ist schon sehr schön und aufregend streckenweise erdacht, aber irgendwie hätte da auch noch mehr gehen können. Für meine Begriffe zumindest.

    Aber generell finde ich es gut, wenn so eine Geschichte überhaupt erzählt wird. Es wird ja doch noch immer tabuisiert, dass gerade katholische Geistliche oder Nonnen auch Gefühle haben können, sich verlieben. Und so ein Roman wie „Nur ein Wort“ könnte ein Vorbote sein, wenn nur die richtigen Leute ihn auch lesen und vielleicht erkennen, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind und Veränderungen gesund sind und nicht den Untergang des Abendlandes bedeuten müssen ;-)

    Insofern hat die Autorin gut daran getan, kein „0/8/15“-Setting zu nehmen, sondern rund umd das Thema Zölibat, politische Verfolgung und das dann in der Stadt der Liebe anzusiedeln.

    Das große Highlight war die Story für mich dann am Ende zwar nicht, aber ich fand es gut zu lesen und bin eigentlich schon gespannt, was die Autorin als nächstes präsentieren mag!

    Fazit:

    Die Liebe fällt da hin, wo sie will... das zeigt dieser Roman sehr deutlich, wenn auch mit kleinen Schwächen.

    Bewertung:

    4 von 5 Nilpferden

    Danke an Pro Talk und Spread & Read für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

    © Sabine Kettschau/Niliversum

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    Anchesenamuns avatar
    Anchesenamunvor einem Jahr
    Rezension: "Nur ein Wort" von Christina Talberg

    2,5 von 5 Sternen, aufgerundet auf 3 Sterne


    Die Geschichte ist aus Annas Sicht erzählt, und ich fand leider keinen
    Zugang zu ihr. Sie war mir zwar nicht komplett unsympathisch, aber ich
    fand sie spröde, introvertriert - einfach anstrengend. Sie scheint
    regelrecht mit ihren melancholischen Gedanken in ihrem eigenen Kopf, in
    ihrer kalten winzigen Wohnung eingesperrt zu sein. Dadurch wirkte die
    Geschichte für mich lange Zeit sehr bedrückend und trist. Der
    vielgepriesene Pariser Charme half hier leider auch nichts. In diesem
    Buch kam mir die Stadt wie ein schmuddeliger Moloch kaputter Gestalten
    vor.



    Pedro blieb mir bis zum Schluss fremd. Er ist ein guter Kerl, aber ein
    extremer Mensch mit viel (übertriebener) Leidenschaft. Männer,
    die schon nach einer Nacht eine Frau heiraten und mit ihr Kinder haben
    wollen, sind mir etwas suspekt. Zusammen wirken Anna und Pedro einfach
    nicht. Man fragt sich, worin die gegenseitige Anziehungskraft liegt.
    Kein Knistern, kein Beben - bei mir kamen null Emotionen an. Dann auch
    noch Szenen, in denen Anna sich bei Pedro wie ein Schaf verhält, das zu
    allem Ja und Amen sagt, während es "Hilfe, nein!" denkt.  



    Bei den anderen Charakteren fehlte mir ebenfalls die Tiefe, auch wenn
    sie alle sehr interessante Figuren sind. Gefallen hat mir aber Annas
    gutes Verhältnis zu ihrer Schwester Nat und ihrer kleinen Nichte.
    Interessant auch die Familiengeschichte: Der Vater kam bei einem Unglück
    ums Leben, die Mutter unterhält seitdem eine bereits lang anhaltende
    Beziehung zu einem katholischen Pfarrer. Diese Thematik wird oft in
    Rückblenden aufgegriffen. Später lernt der Leser dann auch die
    vielzitierte Mutter samt Priester-Freund kennen, was nochmal für Dynamik
    in der Geschichte sorgt.



    Die ersten zwei Drittel des Buches bin ich etwas lustlos durch die
    Seiten geschlichten. Erst im letzten Drittel hat es die Autorin meines
    Erachtens herausgerissen. Die Geschichte dümpelt nicht mehr so vor sich
    hin, und zum Schluss habe ich die Gefühle zwischen Anna und Pedro sogar
    einigermaßen abgekauft. Nichtsdestotrotz muss ich wiederum kritisieren,
    dass sich die ganzen Probleme und Missstände, die sich vorher langwierig
    durch das Buch zogen, nun fast alle nach und nach in Gefälligkeit
    auflösten. Dies hat mich einerseits für die Figuren gefreut, die sich
    diese Wendungen zum Positiven hin auch verdient hatten. Andererseits war
    es zu konstruiert und zu gewollt.



    Der Schreibstil ist einerseits relativ einfach gehalten. Allerdings
    unterhalten sich die Figuren öfter über sehr anspruchsvolle Themen aus
    den Bereichen Politik oder Philosophie, was auch dem Leser stellenweise
    Konzentration abringt. Es werden Stilmittel wie eingeschobene Liedtexte,
    Schlagzeilen aus Zeitungen oder Geräusche ("dopp, tschick, klack")
    verwendet, was ich persönlich eher störend fand, was aber vielleicht
    Annas teils wirre Gedankengänge ganz gut wiedergibt. Generell lässt sich
    der Schreibstil aber schnell und angenehm lesen.



    Zu guter Letzt muss ich noch anmerken, dass das Layout mehrmals meinen
    Lesefluss gestört hat. Oft gab es abrupte Wechsel von Block- in
    Flattersatz, mitten in den Zeilen gab es Worttrennungen. Da dies
    auffallend häufig vorkam, würde ich hier dem Verlag empfehlen, das
    Layout nochmal zu überprüfen.



    "Nur ein Wort" ist eine etwas schwere Liebesgeschichte mit einer grauen
    Protagonistin, die mich nicht so ganz überzeugen konnte, die aber im
    letzten Drittel nochmal das Ruder herumreißt und sich immerhin schnell
    weglesen lässt. Ich persönlich fand leider keinen Zugang zu den Figuren
    und hatte beim Lesen wohl nicht den nötigen Hang zur Melancholie.

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    SillyTs avatar
    SillyTvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ungewöhnliche Liebesgeschichte, ohne Kitsch, dafür hätte es ruhig noch mehr in die Tiefe gehen dürfen (3,5 Sterne)
    Anders als erwartet (3,5 Sterne)

    Anna lebt in Paris und liebt das Leben in dieser Stadt, doch eines ist auch in Paris nicht anders: sie war auch in der Stadt der Liebe noch nie verliebt. Vielleicht liegt es an ihrer eigenen Vergangenheit? Daran, dass sie den Tod des Vaters nie so ganz überwunden hat unddie Beziehung, die ihre Mutter später einging, alles andere als gewöhnlich ist. Dann lernt Anna Pedro kennen, einen katholischen Pfarrer aus einem Slum in Kolumbien, der von dort fliehen musste, da sein solzialer Einsatz alles andere als Anklang fand. Doch ausgerechnet ein Priester, dessen Gelübde ihnen im Wege steht? Und ausserdem, wer darf bestimmen, ob man sich verliebt?
    Meine Meinung:
     Das Cover ist, spätestens wenn man den Inhalt kennt, passend gewählt, denn auch wenn es sehr trist und trüb wirkt, macht es doch neugierig. Doch der Einstieg fiel mir nicht ganz leicht, da ich mich doch ein wenig an die sehr sprunghaft wirkende Protagonistin und deren Gedankengänge gewöhnen musste. Aber der Schreibstil der Autorin Christina Talberg machte die Geschichte dann doch wiederum leichter, denn dieser lässt sich locker und leicht lesen. Sprachlich sehr jung und sehr modern, ist es auch durchaus für junge Erwachsene vorstellbar, bringt aber auch sonst nicht nur Unterhaltung, sondern lädt auch zum Nachdenken ein.
    Liest man alleine den Klappentext, könnte man annehmen, dass es hier ein reiner Liebesroman ist. Doch bis es hier wirklich um die Liebe zwischen Anna und Pedro geht, vergeht eine ganze Weile, bzw. erlebt der Leser hier sehr viel rund um Anna, deren Leben und Gedanken. Viele politische Themen werden angesprochen und die ein oder andere Kritik wird wach. Sei es die Gesellschaft oder die Kirche, so ein bisschen bekommt hier jeder einen Part, der den Leser zum Nachdenken animieren kann und auch soll. Gerne hätte es hier an der ein oder anderen Stelle noch ein wenig mehr in die Tiefe gehen können, wobei es da abzuwägen ist, wie sehr das alles dann noch in eine Liebesgeschichte gepasst hätte. Diese Waage zu halten, ist der Autorin doch recht gut gelungen.
    Erzählt wird die Geschichte i aus der Ich-Perspektive von Anna. Diese lernt der Leser sehr intensiv kennen und auch wenn man viele ihrer Gedanken kennenlernt, so ist es doch alles in allem ein wenig sprunghaft und immer mal wieder muss man innehalten, um noch einmal zu überlegen, auf was Anna da gerade hinaus wollte. Doch je mehr man sie kennenlernt, umso sympathischer wird sie dem Leser. An und für sich ist sie eine Frau, die ihr Leben durchaus mit Humor nimmt. Die Verbundenheit zwischen Anna und Nat ist deutlich spürbar. Die beiden Frauen wuchsen in nicht ganz einfachen Verhältnissen auf und man merkt, wie sehr Nat alles perfekt machen möchte. Dabei wirkt sie durchaus schonmal sehr steif, aber ihre Art kann man nachvollziehen. Pedro ist ein interessanter Charakter, doch gerade seine Herkunft und sein Amt als Priester hätten diese Liebesgeschichte noch intentsiver machen können. Hier hätte ich mir einfach gewünscht, dass er mehr in den Vordergrund gerückt wäre und man seine Zerrissenheit zwischen Amt und Liebe noch mehr verdeutlichen könnte.
    Mein Fazit:
     Eine Liebesgeschichte, die auf jeden Fall eins ist: nicht gewöhnlich. Es gibt einige Themen, die mich immer wieder zum Nachdenken brachten, gerade diese Frage, ob es heute überhaupt noch richtig ist, dass es eine Institution wie die Kirche noch immer schafft, vorzugeben, wen man lieben darf. Was mir ein bisschen gefehlt hat, waren die intensiveren Gefühle, ich hätte mich gerne mit den Charakteren verbunden gefühlt, was aber nicht immer gelang. Was mir aber hier richtig gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass diese Geschichte in keinster Weise kitschig wirkt, also wer eine Priester-Liebesgeschichte voller Drama und Schmalz erwartet, ist hier nicht richtig. Eine Geschichte, in die es sich lohnt, einmal hineinzulesen.

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    Buecher-Liebe-des avatar
    Buecher-Liebe-devor einem Jahr
    Nur ein Wort

    Anna war bisher noch nie so richtig verliebt. Das ändert sich aber als sie Pedro kennenlernt. Auch Pedro findet schnell heraus, dass er Gefühl für Anna hat und so dauert es nicht allzu lang bis die beiden im Bett landen. Das Problem an der Sache ist aber, dass Pedro ein katholischer Priester ist und diese Art der Liebe ihm verboten ist.

    Pedro ist nun also zwischen seinen Gefühlen hin- und hergerissen. Nach ihrer gemeinsamen Nacht schreibt er Anna daher einen langen Brief und erklärt ihr, warum die Beziehung nicht funktionieren kann. Noch einmal einige Zeit später kommt es aber natürlich doch, wie es kommen muss und die beiden finden wieder zueinander. Pedro entscheidet sich für die Liebe, auch wenn es ihn sein Amt als Priester kostet.

    Anna kommt dazu auch noch etwas schwierigeren Familienverhältnissen. Ihr Vater ist vor einigen Jahren verstorben, ihre Mutter hat mittlerweile ebenfalls eine heimliche Beziehung zu einem Pfarrer, ihre Schwester ist verheiratet und hat ein Kind und führt ein sehr grünes Leben.

    Mir gefallen Liebesgeschichten, die anders sind, in denen es nicht nur um die normalen Widrigkeiten des Lebens geht, sondern die Tiefgang haben. Genau das habe ich von diesem Buch erwartet. Diese Erwartung wurde aber nur zum Teil erfüllt.

    Anna hat auf mich den Eindruck einer sehr sympathischen jungen Frau gemacht, die das Leben überwiegend mit Humor nimmt. Abgesehen von ihrer Angewohnheit, sich selbst oft „Alte“ zu nennen, mag ich sie sehr gerne. Ihre Schwester Natascha und ihr Schwager Victor gingen mir manchmal aber ein bisschen auf den Zeiger. Ihre Lebensweise und ihr Denken ist mir einfach zu grün, um mich damit zu identifizieren. Auch die Tochter der beiden, Paola, wünscht sich oft ein lockeres Leben. Sie tat mir dahingehend manchmal schon ganz schön leid.

    Pedro’s anfängliche Zweifel die Beziehung betreffend, fand ich gut nachvollziehbar. Und auch seine Entscheidung für Anna und gegen das Priester-Sein ist für mich authentisch. Nachdem Anna und Pedro dann aber ganz offiziell ein Paar sind, reden sie zwar ab und zu über das Problem, dass Pedro’s Amt mit sich bringt und er schreibt im Verlauf des Buches auch einen Brief an seinen zuständigen Bischof, aber ob er den Brief auch tatsächlich versendet und wie genau die Antwort ausfällt, das bleibt offen.

    Diese ganze direktere Auseinandersetzung zwischen Pedro und der Kirche kommt mir hier einfach viel zu kurz. Pedro hat erst Zweifel, dann kommen die beiden zusammen und dann sind sie halt glücklich zusammen. Da fehlt mir die tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema. Es wirkt mir alles ein bisschen zu leicht.

    Fazit

    Die Problematik eines Priesters, der sich für die Liebe und gegen sein Amt entscheidet, hätte in „Nur ein Wort“ noch ein bisschen tiefer ausgearbeitet werden können.

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    specialangs avatar
    specialangvor einem Jahr
    Eine etwas andere Liebesgeschichte

    Inhalt:

    Anna hat eine grüne Kunstlederjacke, ein Faible für Pariser Programmkinos und Filme aus kühlen Ländern. Und sie hat ein Problem: Sie liebt die Männer nicht, mit denen sie sich trifft. Pedro ist katholischer Slum-Pfarrer und politischer Flüchtling aus Kolumbien. Auch er hat ein Problem: Er verliebt sich in Anna.

    Meinung:

    Ich hatte am Anfang etwas Probleme, mich in die Geschichte einzufinden. Das lag bestimmt am etwas anderen Schreibstil, der mir aber sehr gut gefallen hat. Nachdem ich dann voll in der Geschichte war, konnte ich so richtig in das Leben von Anna und Pedro eintauchen. Beide sind sehr unterschiedliche Charaktere und doch finden sie irgendwie zusammen. Paris wurde sehr bildhaft und gut wiedergegeben. Nicht nur die schönen Seiten wurden beschrieben, sondern auch das „reale“ Paris der heutigen Zeit. Das Leben ist nicht nur heiter Sonnenschein und ich finde, dass Christina Talberg dies sehr gut in ihrem Buch umgesetzt hat. Eine wundervolle Geschichte, die ich nur empfehlen kann.

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    Marion2505s avatar
    Marion2505vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine etwas andere Liebesgeschichte, die mich mit ihren besonderen Charakteren absolut begeistern konnte. Es wurde wirklich nie langweilig ♡
    Eine etwas andere Liebesgeschichte

    Inhalt:

    Anna lebt in Paris, ist politisch engagiert und hatte mit ihren bisherigen Männern nicht viel Glück. Sie verliebt sich in Pedro, einen katholischen Slumpfarrer und politischen Flüchtling aus Kolumbien. Auch er erwidert ihre Gefühle. Natürlich werden sie mit großen Problemen konfrontiert, denn das Keuschheitsgelübde verbietet Pedro, sich zu verlieben. Aber ist es überhaupt möglich, seine Gefühle wegen eines Gelübdes komplett auszuschalten? Und wird sich Anna tatsächlich auf diese Liebe einlassen? Denn es gibt in ihrer Vergangenheit nicht nur ein Argument dagegen ...

    Meine Meinung:

    Das Buchcover gefällt mir unglaublich gut. Ich mag, dass es mit dem tristen Grauton und dem grellen Rotton Gegensätze aufzeigt. Denn auch im Buch werden viele Gegensätze präsentiert. Beim Betrachten fühle ich mich sofort wieder mitten in der Geschichte.

    Der Schreibstil von Christina Talberg war für mich anfangs nicht ganz einfach. Die Geschichte wird aus der Sicht von Anna in der Ich-Perspektive erzählt. Der Leser wird zu Beginn sofort ohne Vorwarnung mitten in ihre Gefühls- und Gedankenwelt katapultiert. Ich hatte erst etwas Mühe, mich dort zurechtzufinden. Denn Anna ist schon ziemlich chaotisch und springt mit ihren Gedanken hin und her. Während sie über etwas nachdenkt, liest sie Teile von Zeitungsartikeln oder Werbebanner und hat mich immer wieder aus dem vorherigen Gedanken herausgerissen. Aber diese Probleme hatte ich nur zu Beginn. Bald habe ich mich daran gewöhnt. Und rückblickend kann ich sagen, dass der Schreibstil völlig anders ist als bei den Büchern, die ich normalerweise lese, mich aber schon irgendwie fasziniert hat.

    Aber nicht nur der Schreibstil war erfrischend anders, sondern auch die Charaktere waren alle sehr interessant. Sie sind alle in irgendeiner Weise politisch engagiert und kämpfen für ihre Ideale. Schnell wird klar, dass Anna ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter hat und ihre Kindheit nicht immer leicht war. Auch erfährt der Leser, dass Annas Vater vor vielen Jahren auf tragische und auch etwas mysteriöse Weise gestorben ist und Anna diese Sache bei Weitem noch nicht verarbeitet hat.

    Dafür hat Anna ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Schwester Nat. Nat lebt im Gegensatz zu Anna ein eher spießiges Familienleben, denn sie ist mit Victor verheiratet und hat eine 10-jährige Tochter, Paola. Das ist aber auch schon das einzige, was an Nat spießig ist und Anna wundert sich immer wieder über diesen Umstand in Nats Leben. Ich mochte Nat sofort, denn sie ist sehr herzlich und einfach ein toller Mensch. Aber auch Nats Tochter Paola habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist inmitten des ganzen Chaos immer herrlich erfrischend gewesen.

    Aber eigentlich haben mir alle Charaktere in diesem Buch gefallen, denn jeder ist irgendwie besonders und einzigartig. Zu dem einen hatte ich schneller einen Zugang, zu dem anderen halt etwas später. Aber alle waren genauso, wie sie dargestellt sind, einfach perfekt.

    Wer denkt, dass Nur ein Wort - Seulement une parole eine kitschige Liebesgeschichte ist, der ist absolut auf dem Holzweg. Es handelt sich hier eher um ein Werk, das eine ruhige Liebesgeschichte mit all ihren Zweifeln und Problemen erzählt. Das gesellschaftliche Probleme hinterfragt und den Leser zum Nachdenken bringt. Auch wenn mir manchmal die politischen Diskussionen ein klein wenig zu ausschweifend waren, habe ich die Lektüre dieses Buches dennoch sehr genossen. Denn es gibt viele Dinge, über die ich gerne nachdenken möchte, die mir vorher gar nicht so sehr bewusst waren.

    Mein Fazit:

    Eine etwas andere Liebesgeschichte, die sehr interessante Charaktere bereit hält, mit denen es wirklich nie langweilig wird. Es werden politisches Engagement und die Zölibats-Frage wunderbar mit dem Thema Liebe verbunden, so dass ich viel Stoff zum Nachdenken erhalten habe. Wer auf der Suche nach einer Liebesgeschichte ohne Kitsch und den üblichen Verlauf ist, wäre hier genau richtig und sollte unbedingt zugreifen!

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    UlrikeRenks avatar
    UlrikeRenkvor einem Jahr
    Kurzmeinung: "Es gibt diese seltenen Augenblicke, in denen ich spüre, dass alles möglich ist. " - so wie dieses Buch. Großartig!
    „Was soll Gott dagegen haben, dass ich dich liebe?!"

    >>Nur ein Wort<<
    Dieser Roman ist KEINE Liebesgeschichte. Es ist eine Liebesgeschichte, aber keine rosarote, keine sülzige, schmalzige.
    Ja, der Roman spielt in Paris, der Stadt der Liebe. Und ja, er handelt von Liebe. Von Liebe, Politik, von Zweifeln, von Selbstaufgabe und von Gesellschaftskritik.
    Es ist ein großartiges und sprachgewaltiges Werk, das zum Nachdenken anregt.
    Es ist eine Spiegelung und ein Entwicklungsroman, so voller Fragen und Skepsis, wie es das Leben auch ist.
    "Nur ein Wort" ist ein großartiges Werk und gehört gelesen - aber nicht, wenn man sich eine kitschige Schnulze erhofft.
    Bitte lest es kritisch und mit Bedacht. Bitte lest zwischen den Zeilen. Da findet ihr auch die Liebe. Die Liebe zum Leben, zu Zweifeln ud zur Skepsis - aber auch die Liebe, etwas Neues zu probieren. Und immer ist da auch Gott.

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    SpreadandReads avatar
    Eine Liebe in Paris? Nichts besonderes denkt ihr? Dann solltet ihr unbedingt dieses Buch lesen! Mit der ungewöhnlichen Liebesgeschichte, die gleichzeitig mit viel Augenzwinkern und Ironie einen kritischen Blick in unsere Gesellschaft wagt, erlebt ihr eine Geschichte, der besonderen Art. Autorin Christina Talberg schafft es auf einzigartige Weise, nicht nur das Herz, sondern auch den Verstand ihrer Leser zu verzaubern.  Nutzt die Chance und bewerbt euch jetzt auf eine wundervolle Leserunden und diskutiert mit der Autorin über euer Leseerlebnis.


    Inhalt:
    Anna hat eine grüne Kunstlederjacke, ein Faible für Pariser Programmkinos und Filme aus kühlen Ländern. Und sie hat ein Problem: Sie liebt die Männer nicht, mit denen sie Sex hat. Und auch die nicht, mit denen sie keinen Sex hat.
    Pedro ist katholischer Slumpfarrer und politischer Flüchtling aus Kolumbien, wo seine umstürzlerischen Ideen nicht gerne gesehen werden. Auch er hat ein Problem: Er verliebt sich in Anna.
    „Nur ein Wort – Seulement une parole“ erzählt von Tabus und Redeverbot. Von dem Risiko, der Liebe wegen auf den Regenschirm zu verzichten. Und der Chance, den grauen Pariser Dauerregen in glitzernde, schillernde Perlenschnüre zu verwandeln.







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