Christina von Braun Stille Post

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Inhaltsangabe zu „Stille Post“ von Christina von Braun

Eine Familie in Deutschland – zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik, NS-Diktatur und Nachkriegszeit. Während die Männer 'Geschichte machten', führten die Frauen Tagebücher oder schrieben Briefe. Diese 'Stille Post' ist es, der Christina von Braun in ihrem einfühlsamen Familienporträt nachspürt. Dabei gelingt es ihr auf subtile Weise, eigene Erinnerungen, innere Zwiesprache mit den Verstorbenen und die reichen Quellen des Familienarchivs zu einem facettenreichen Gesamtbild deutscher Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu verknüpfen.
Im Mittelpunkt steht die Großmutter Hildegard Margis, die aufgrund von Kontakten zum kommunistischen Widerstand 1944 von der Gestapo verhaftet wurde und im Gefängnis starb. Ihr vor allem, dieser politisch engagierten, beruflich erfolgreichen, ganz und gar eigenständigen Frau will die Autorin ein Denkmal setzen. Aber auch von den Eltern erzählt sie, Hilde und Sigismund von Braun, die es im Krieg nach Afrika und dann in den Vatikan verschlug, wo der Vater an der deutschen Botschaft tätig war; vom Onkel Wernher von Braun, der in Peenemünde Raketen für Hitler baute und nach dem Krieg in die USA ging; von den Großeltern von Braun, die von ihrem Gut in Niederschlesien vertrieben wurden; und vom Onkel Hans, den die Mutter in den dreißiger Jahren nach England schickte, um ihn vor den Fängen des NS-Regimes zu bewahren. Alle diese turbulenten Lebenswege fügen sich wie ein Puzzle zu einem faszinierenden Gesamtbild deutscher Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Eine Hörprobe finden Sie auf www.literaturport.de

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  • Eine Familiengeschichte wird rekonstruiert

    Stille Post

    Biografienwerkstatt

    07. March 2014 um 12:40

    Zwei sehr persönliche Auseinandersetzungen mit den Eltern und Großeltern findet man bei Christina von Braun (Jahrgang 1944) in dem Buch „Stille Post“ sowie bei Wibke Bruhns (Jahrgang 1938) in „Meines Vaters Land“. Beide erzählen jeweils aus einer persönlichen Sicht ihre eigene Familiengeschichte, die sie aus Briefen und Tagebüchern rekonstruiert haben. Gerade die persönliche Betroffenheit machen diese Erzählungen so interessant. Beide Autorinnen versuchen gar nicht erst zu verstecken, wie sehr sie selbst im Verlauf ihrer Recherchen unter der Flut der gesammelten Informationen leiden. Wibke Bruhns etwa wenn sie die Tagebucheinträge ihres Großvaters kommentiert mit „Was geht bloß vor in diesen Männern? In fast jedem Brief ist die Rede davon, dass jemand aus dem Freundeskreis oder aus der Familie gefallen ist. Drei der Vettern mit denen HG aufgewachsen ist sind tot (…) Kurt schreibt über die Beerdigung eilig in zwei Absätzen „es hat mich tief ergriffen“, um dann übergangslos „noch zwei Notizen“ anzuhängen: „Man isst jetzt hier im Excelsior-Hotel sehr gut“ (…) „Suppe, ein Gang und Speise für vier Mark. Ich war überrascht wie gut das Essen war.“ Christina von Braun hat das Schweigen auch gleich zum Titel ihres Buchs gemacht: „Stille Post“. Im Zentrum steht die Großmutter, über die sie so wenig weiß und die doch eine faszinierende Persönlichkeit gewesen war. An sie, die am 30.9.1944 im Frauengefängnis in Berlin starb, richtet sie ihre reflektierenden Briefe, die sich durch das ganze Buch ziehen und die etwa so beginnen: „Liebe Großmutter, das erste Weihnachten nach Deinem Tod. Hilde verliert kein Wort darüber. Ihr Schweigen über Deinen Tod ist laut. Man hat den Eindruck, dass sie sich jedes Nachdenken über deinen Tod verbietet.“ Viele solcher Bücher könnten in Deutschland geschrieben werden. Aber nicht jeder kann und mag das auf sich nehmen – und nicht jeder kann sich auf so viel persönliches Material stützen, wie diese beiden Autorinnen. Lesenswert ist es allemal.

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