Christinane Dieckerhoff Schillers Schatten

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Inhaltsangabe zu „Schillers Schatten“ von Christinane Dieckerhoff

Als Literaturagent Christoph Schiller Monas Exposé in Händen hält, weiß er, dass die Studentin nicht nur seinen Starautor ersetzen kann, sondern vielleicht auch seine Frau. Bevor Schiller mehr über Mona und den Millionenbetrug beim Bau des Magdeburger Stadions erfahren kann, wird Schiller zusammengeschlagen und die schöne Autorin verschwindet. Die Suche nach ihr führt ihn in die Neonaziszene. Das Problem: Schillers Hautfarbe. Er ist schwarz! Um Mona zu retten, muss er sich den Schatten seiner Vergangenheit stellen und Hilfe suchen: bei seinem Vater, der ihn und seine Mutter 1979 sitzenließ, und bei Pogwisch, einem alten MfS-Mann. Kann Schiller ihnen trauen?
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  • Rezension zu "Schillers Schatten" von Christinane Dieckerhoff

    Schillers Schatten
    GloriaFrost

    GloriaFrost

    05. February 2011 um 14:21

    Hochexplosiv Schiller ist ein Macher. Was er anfasst, gelingt. Schöne Frau, Doktortitel, klug und blendend aussehend, selbstbewusst. Und auf den Mund gefallen ist er auch nicht. Wenn er etwas aufbaut, hat das Hand und Fuß. Mit halben Sachen gibt ein Typ wie er sich nicht zufrieden, Und da er einer der besten Literaturagenten des Landes ist, kann sich jedes noch so talentlose Schreiberlein glücklich schätzen, wenn es, wie auch immer, die Aufmerksamkeit des Meisters auf sich lenkt. Bedeutet ein Vertrag mit ihm doch die Fahrkarte in den Bestsellerhimmel , zumal Schillers Frau als Lektorin in einem großen Verlag fungiert. Eine solche Troika kann nichts aus der Bahn werfen, oder? Nun ja … Der Mensch versuche die Götter nicht! Ausgerechnet auf der Leipziger Buchmesse kommt es zum Eklat. Schillers mittlerweile preisgekrönter Schützling Jakobs kann den Hals nicht voll kriegen, greift nach den Sternen. In diesem Fall nach dem Stern Ruth, Schillers angetrauter Ehefrau. Und plötzlich bricht Schillers mühsam errichtetes Kartenhaus in sich zusammen. Er sieht sich als das, was er ist. Ein Schwarzer, der einen Teil seiner Kindheit im Heim verbracht hat, allein mit einer afrikanischen Mutter, die beide mehr schlecht als recht durchs Leben manövrierte, nachdem ihr Mann, der sie in die damalige Bundesrepublik geholt hatte, als Spion der DDR enttarnt wurde, Hals über Kopf über die Grenze floh, Frau und Sohn ihrem Schicksal überließ. Schillers längst vernarbt geglaubter Schmerz bricht wieder auf. Sein Hass auf den gewissenlosen Vater steigert sich ins Unermessliche, zumal er ihm auch den frühen Tod seiner geliebten Mutter ankreidet. In Magdeburg soll der Schuft untergetaucht sein. Und Magdeburg ist nicht weit … Da kommt es Schiller gerade recht, dass sich Mona, eine bildhübsche und dazu begnadete junge Schriftstellerin, mit einem brisanten Manuskript über Korruption beim Bau des Magdeburger Sportstadions im Gepäck, unverhohlen an ihn ranschmeißt und eine heiße Liebesnacht mit ihm im Hotel verbringt. Unheil, nimm deinen Lauf. Denn nun geht es Schlag auf Schlag. Rassismus der übelsten Art, Monas Verschwinden, das Auftauchen alter Seilschaften, der Tod eines blonden Mädchens, das ihn mit ihrer Bande von Glatzköpfen verfolgte und ihn mit dem Lied: „Neger, Neger, Schornsteinfeger“, immer wieder verhöhnt und verletzt hatte, treiben Schiller fast in den Wahnsinn. Und welche Rolle spielt sein unvermittelt auf der Bildfläche erscheinender Vater in dem düsteren Spiel? Ist der Taxifahrer Pogwisch, der ihm das Leben rettet, wirklich so harmlos, wie er sich gibt? Was haben Mager und die Kommissarin zu verbergen? Rätsel über Rätsel in diesem mit flotter Feder geschriebenen Krimi. Das rasante Tempo, die wendungsreiche Story und die mitreißende Erzählkunst der Autorin machen diesen Roman zu einem Highlight der Literaturlandschaft. Dieses Buch muss man gelesen haben. Ich kann es in höchstem Maße empfehlen!

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