„Zu schade für nur einen Mann“ ist der Aufhänger für diese Geschichte, die nicht nur eine normale Liebesgeschichte ist. Immer wieder wurde ich mit gänzlich unerwarteten Ereignissen überrascht. Aber nicht nur im Ablauf, sondern auch inhaltlich. Die erzählenden Personen wechseln nach jedem der angenehm kurzen Kapitel, sodass man als Leserin sehr gut in verschiedene Köpfe hineinsehen kann. Auf diese Weise kommen interessante Diskussionen zustande und Denkweisen zutage, die nicht alltäglich sind. Religiöse Kontroversen zwischen katholisch und lutherisch werden genauso geboten wie unterschiedliche Haltungen zur Position der Frau in der Gesellschaft, hier und in Indien und in früherer Zeit. Die Autorin wagt sich auch an Tantrismus heran, an unterschiedliche Haltungen zu Liebe, zu Sex, ohne dabei schlüpfrig zu werden - dafür ist das Werk viel zu sehr mit Weisheit gespickt.
Ich habe es sehr gern gelesen und mich sehr gut unterhalten gefühlt.



