Christine Frick-Gerke

 3,8 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Christine Frick-Gerke

Anne Tyler wurde 1941 in Minneapolis, Minnesota, geboren und ist »eine der erfolgreichsten Autorinnen der amerikanischen Gegenwartsliteratur« (ZEITmagazin). Sie ist Preisträgerin des Pulitzerpreises und des Sunday Times Awards für ihr Lebenswerk. Bei Kein & Aber erschienen bislang ihre Romane »Verlorene Stunden« (2010), »Abschied für Anfänger« (2012), »Dinner im Restaurant Heimweh«, »Im Krieg und in der Liebe« (beide 2014) und »Der leuchtend blaue Faden« (2015). Anne Tyler lebt in Baltimore.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christine Frick-Gerke

Cover des Buches Wir müssen über Kevin reden (ISBN: 9783492310512)

Wir müssen über Kevin reden

 (189)
Erschienen am 02.05.2017
Cover des Buches Die Frau des Piloten (ISBN: 9783492315548)

Die Frau des Piloten

 (75)
Erschienen am 01.03.2019
Cover des Buches Im Krieg und in der Liebe (ISBN: 9783036959788)

Im Krieg und in der Liebe

 (64)
Erschienen am 16.04.2018
Cover des Buches Kleine Abschiede (ISBN: 9783036959443)

Kleine Abschiede

 (31)
Erschienen am 30.08.2016
Cover des Buches Die gebundenen Füße (ISBN: 9783548269016)

Die gebundenen Füße

 (33)
Erschienen am 12.06.2008
Cover des Buches Tag der Ankunft (ISBN: 9783548608426)

Tag der Ankunft

 (23)
Erschienen am 12.11.2008
Cover des Buches Abschied für Anfänger (ISBN: 9783036956428)

Abschied für Anfänger

 (13)
Erschienen am 25.07.2012
Cover des Buches Untiefen (ISBN: 9783546003636)

Untiefen

 (9)
Erschienen am 01.01.2004

Neue Rezensionen zu Christine Frick-Gerke

Cover des Buches Wir müssen über Kevin reden (ISBN: 9783492310512)FairyFlowers avatar

Rezension zu "Wir müssen über Kevin reden" von Lionel Shriver

Ist man für die Taten seine Kindes verantwortlich?
FairyFlowervor einem Monat

„Die Katastrophe klingt wie aus der Zeitung; das Ereignis spielt das Geschehene bis an den Rand der Obszönität herunter; und der Tag, an dem unser Sohn einen Massenmord beging ist zu lang, stimmt’s?“ (S. 25) 

Nachdem mich der Film „We need to talk about Kevin“ nachhaltig faszinieren konnte, holte ich mir die deutsche Ausgabe des Buches „Wir müssen über Kevin reden“ von Lionel Shriver, welches bereits 2003 erschien. Bei meiner Ausgabe handelt es sich um die Filmausgabe von 2012 im Ullstein Taschenbuch Verlag, die 560 Seiten umfasst. Mein Anspruch war es, mehr über die Gefühlswelt der Mutter zu erfahren und ich wurde auch nicht enttäuscht.

Eva Khatchadourian ist eine erfolgreiche Herausgeberin des Reiseführers „A Wing and a Prayer“ als sie sich mit 37 dazu entschließt, ein Kind zu bekommen. Doch anstatt eines Familienidyll beginnt ein ständiger Kampf und am Ende begeht Kevin eine schreckliche Gewalttat. Für Eva bleibt die Zeit stehen und sie fragt sich, wie viel Schuld sie selbst an dieser Entwicklung hatte… 

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Eva geschrieben, weshalb man sich unweigerlich in ihrem Kopf befindet und damit auch mit ihrer Version der Geschichte vorliebnehmen muss. Eine weitere Besonderheit ist, dass Kevins Tat zwar von Anfang an bekannt ist, die Details aber erst nach und nach in Form von Briefen an ihren Ehemann Franklin ans Licht kommen. Diese Erzählart führt dazu, dass die Geschichte nur sehr langsam voran geht. Die eigentliche Tat wird erst auf den letzten 60 von 560 Seiten abgehandelt. 

Eva ist ein Reisefan und hat Angst vor Verbindlichkeit. Einmal zieht sie eine dreimonatige Reise ihrer Zeit mit dem kleinen Kevin vor. Oft wird sie außerdem als gefühllos und narzisstisch beschrieben, wobei sie mit den anderen Menschen ebenfalls hart ins Gericht geht (vgl. S. 384). Von Kevin wird sie als selbstgerecht, herablassend und überheblich betitelt (S. 393). 

Die Entscheidung zu einem Kind fällt ihr zunächst schwer, die Mutterschaft wird als „fremdes Land“ (S. 33) bezeichnet. Mit 37 ist sie endlich bereit, diesen Schritt zu wagen und freut sich auf das neue Abenteuer. Allerdings kommen ihr schnell Zweifel an dieser Entscheidung und sie bereut Kevin, bevor er überhaupt geboren ist (S. 107). Auch später hat sie das Gefühl, sich als Mutter nicht genug angestrengt zu haben (S. 113). Eine postnatale Depression lässt sie aus der Wut auf sich selbst, versagt zu haben, gar nicht erst feststellen und stirbt fast, als sie mit einem Milchstau nicht zum Arzt geht. Sie bestraft sich immer wieder selbst. 

Zudem hat Eva ab der ersten Sekunde das Gefühl, dass Kevin sie hasst. Er verweigert ihre Milch, schreit in einer Tour und weigert sich zu sprechen. Irgendwann gibt sie sogar zu, Kevins Nähe unerträglich zu finden (S. 204). Kevin nehme ihr alles, was sie je ausgemacht habe (S. 238). Trotz dieser ambivalenten Beziehung liebt Eva ihren Sohn. Als Kevin krank ist und sie gemeinsam Robin Hood lesen (S. 333), erlebt sie zum ersten Mal eine friedliche Zeit mit ihm. Außerdem besucht sie ihn regelmäßig im Gefängnis (S. 61) und hadert mit dem Ruf als schlechte Mutter, den sie ihrer Meinung nach aber absolut verdient (S. 104). Sie findet etwas Trost, als sie erkennt, dass es schwer ist, eine Mutter zu sein (S. 237) und sie ihr Bestes gegeben hat und noch gibt.  Weiterhin bewundert sie Kevin für seine Außergewöhnlichkeit (S. 460), als er über PC-Viren redet oder wie er im Fernsehen auftritt (S. 494). 

Die Frage nach dem „Warum“ wird immer wieder gestellt, aber nie beantwortet. Sie beschäftigt Eva sehr, auch wenn sie weiß, dass es keine befriedigende Antwort auf diese Frage gibt. Vielleicht will Eva auch eine lange Zeit gar keine Antwort finden (S. 238). Sie gibt sich selbst die Schuld zu kalt, egoistisch oder kritisch gewesen zu sein (S. 236). 

Gut gefallen hat mir an dem Roman die radikal ehrliche Erzählweise. Eva geht zwar mit sich selbst hart ins Gericht, rechnet aber auch mit den veralteten Vorstellungen der Gesellschaft an die „perfekte“ Mutter ab. Dabei ist der Schreibstil intelligent und humorvoll. Es ergeben sich aber auch immer wieder interessante Blickwinkel durch Evas Ehemann, der das absolute Gegenteil darstellt. Immer wieder stellte sich mir neben dem Gedanken der Verantwortlichkeit auch die Frage nach der Unterstützung für Eva. Zu guter Letzt hat mir auch die Aufarbeitung der Gewalttat gefallen. Es ergibt sich ein allumfassendes Bild über Opfer, Schaulustige, Familie, Justiz, Gefängnis und historische Fakten.

Am Anfang fand ich den Schreibstil allerdings ungewohnt und die Briefform ermüdend. Die Geschichte kam mir an einigen Stellen ein wenig zu lang vor. 

Ich würde den Roman denjenigen empfehlen, die vor einem langsamen, aber belohnenden Schreibstil (Briefform!) nicht zurückschrecken und sich für die Gefühlswelt einer Mutter, die ihr Kind nicht so lieben kann, wie es erwartet wird, interessieren. Das Buch bricht mit Konventionen und stellt die Frage nach dem „Warum“ bei Gewalttaten. Das Ende ist allerdings nichts für schwache Nerven und es hat mich einige Zeit gekostet, es gedanklich aufzuarbeiten. Ich gebe 4/5 Sterne. 

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Cover des Buches Im Krieg und in der Liebe (ISBN: 9783471789445)Lilli33s avatar

Rezension zu "Im Krieg und in der Liebe" von Anne Tyler

Szenen einer Ehe und Familie
Lilli33vor 5 Monaten

Taschenbuch: 336 Seiten

Verlag: List Taschenbuch(12. Dezember 2005)

ISBN-13: 978-3548606040

Originaltitel: The Amateur Marriage

Übersetzung: Christine Frick-Gerke und Gesine Strempel

auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Szenen einer Ehe und Familie


Inhalt:
Es ist Krieg, als der bodenständige Michael und die umtriebige Pauline sich kennen lernen und Hals über Kopf verlieben. Sie geben scheinbar ein perfektes Paar ab. Doch schon am Hochzeitstag kriselt es - und im Verlauf der Jahre kommt es fast zu einem Kleinkrieg, da die Ansichten der Eheleute einfach zu verschieden sind. Sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. 


Meine Meinung:

Anne Tyler gelingt es mal wieder, ihre Figuren sehr detailliert zu zeichnen. Diese wirken ausgesprochen authentisch. Ich fürchte, in vielen Ehen geht es so zu, was einigermaßen tragisch ist. 


In zehn Kapiteln, zwischen denen jeweils Lücken von einigen Jahren herrschen, führt die Autorin uns durch das Leben von Michaels und Paulines Familie über einen Zeitraum von etwa sechzig Jahren. Es gibt Höhen und Tiefen, aber nichts wirklich Spektakuläres. Da ist zwar eine Sache, die sich sicher nicht in jeder Familie ereignet, aber Tyler macht recht wenig daraus. Ich hätte mir gewünscht, dass die Dinge ein bisschen dramatischer und lebendiger dargestellt würden. Der Schreibstil ist hier einfach nicht so mitreißend, wie ich es von Anne Tyler gewohnt bin. Nichtsdestotrotz ist der Roman absolut lesenswert, zumal er nicht nur die Entwicklung einer einzelnen Familie beschreibt, sondern auch die der ganzen Gesellschaft.


★★★★☆


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Cover des Buches Im Krieg und in der Liebe (ISBN: 9783036959788)M

Rezension zu "Im Krieg und in der Liebe" von Anne Tyler

Absolut fesselnd
Maticevor einem Jahr

Ein Buch, fesselnd von Anfang an. Jeder der glaubt, zu Beginn der Geschichte schon den Schluss vorhersagen zu können, befindet sich auf einem Irrweg. Schicksalsschläge können ein noch so geordnetes Leben total aus der Bahn werfen - so auch in diesem Buch!

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