Christine Grän Hurenkind

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Inhaltsangabe zu „Hurenkind“ von Christine Grän

Eine Frau will nach oben. Abkürzungen auf diesem Weg sind ihr stets willkommen. In der Wahl ihrer Mittel ist sie nicht zimperlich. Sie hat begriffen: Moralische Skrupel werden in einer skrupellosen Gesellschaft zum persönlichen Handicap. Glück dekliniert sich auf Macht und Reichtum. Marie ist die jüngste Ressortleiterin einer großen Tageszeitung. Sie will - vorläufig - Chefredakteuerin werden. Marie kommt von ganz unten. "Ich bin nicht schlecht", sagt sie, "wer würde das von sich denken. Ich bin nur ein Kind meiner Mutter, meiner Herkunft, meiner Zeit. Ich weiß, dass ich allein bin. Vater unbekannt, Mutter Hure: So, meine Damen und Herren, beginnen tragische Schicksale mit glücklichem Ausgang."§Marie hat gelernt, dass man für alles bezahlen muss, auch für das Glück. Sie lebt in einer Gesellschaft, in der alles käuflich ist. Marie ist eine gelehrige Schülerin. Sie benutzt Sex als Waffe und schläft mit Männern, wenn dies ihrer Karriere als förderlich erscheint. So schläft sie m it Conrad, dem selbstherrlichen Chefredakteur, der von Maries erotischen Qualitäten jedoch nicht auf ihre journalistischen schließen möchte. Er erweist sich als Karrierehindernis. Aber Marie entdeckt das schäbige Geheimnis seines Lebens, den dunklen Punkt auf einer scheinbar makellos weißen Weste. Sie erpresst ihn, und er macht sie widerwillig zu seiner Stellvertreterin. Marie kennt auch den Wert gesellschaftlicher Beziehungen und beginnt ein Verhältnis mit Max Lenbach, dem mächtigen Vorstandsvorsitzenden eines Konzern. Der kühle Erfolgsmensch Max scheint in ihr Lebenskonzept zu passen. Doch das Verhältnis zu dessen Bruder Leon bringt Marie aus dem Gleichgewicht. Der fliegende Tagträumer und notorische Verlierer läßt sich von ihr nicht lenken, und sie wird von ihren Gefühlen überrollt. Plötzlich ist diese Liebe wichtiger als Erfolg und Aufstieg. Und Marie sieht sich wieder als das, was sie einmal war: Ein kleines Mädchen, das innerlich zu erfrieren drohte und deshalb mit dem Feuer spi elt. Doch diesmal endet dieses Spiel tödlich.§Unter der Kühle, die diese Geschichte ausstrahlt, erahnt der Leser eine gewaltige Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. Und er weiß, wenn diese unterirdische Sehnsucht das Eis der Einsamkeit zu schmelzen beginnt, entsteht ein gefährlicher Strom, der alles mitreißen wird. Die Liebe endet mit dem Tod der Liebe oder der Liebenden. Denn Christine Grän ist überzeugt, dass "die Liebe eine schöne und letztendlich traurige Angelegenheit (ist), weil sie vor unseren Ansprüchen nicht bestehen kann".§Christine Grän, das zeigt dieses Buch mit manchmal schmerzlicher Deutlichkeit, beobachtet mit unbestechlichem Blick, was um uns und mit uns vorgeht. Sie macht erzählend sichtbar, wie Gier, Korruption und Furcht die menschlichen Beziehungen vergiften, und sie entlarvt mit lustvoller Aggressivität die Doppelmoral einer Gesellschaft, die Charakterbildung aus Fitnessgründen betreibt.

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