Christine Hehle

 3,3 Sterne bei 133 Bewertungen
Autor*in von Die Kunst des Erzählens, Wien literarisch und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Christine Hehle, geb. 1969, studierte Germanistische Mediävistik, Französisch und Latein, Promotion im Jahr 2000. Lange Zeit war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Theodor-Fontane-Archivs in Potsdam. Sie betreute das Erzählerische Werk innerhalb der Großen Brandenburger Ausgabe editorisch und ist Herausgeberin von Unterm Birnbaum (1997), Effi Briest (1998), Stine (2000) und Unwiederbringlich (2003) sowie Mitherausgeberin der "Erschrecken Sie nicht, ich bin es selbst". Erinnerungen an Theodor Fontane ( 2003). Zuletzt erschien der von ihr edierte Band Vor dem Sturm (2011). Sie lebt in Wien.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Christine Hehle

Cover des Buches Die Kunst des Erzählens (ISBN: 9783446264601)

Die Kunst des Erzählens

 (1)
Erschienen am 22.09.2019
Cover des Buches Wien literarisch (ISBN: 9783746628691)

Wien literarisch

 (1)
Erschienen am 05.10.2012
Cover des Buches Das letzte Pferd des Königs (ISBN: 9783748545187)

Das letzte Pferd des Königs

 (0)
Erschienen am 21.05.2019
Cover des Buches Die Reisetagebücher (ISBN: 9783351031015)

Die Reisetagebücher

 (0)
Erschienen am 12.03.2012

Neue Rezensionen zu Christine Hehle

Cover des Buches Unterm Birnbaum (ISBN: 9783872911537)
M

Rezension zu "Unterm Birnbaum" von Theodor Fontane

Schöner leichter Klassiker
ManuBvor einem Monat

Unterm Birnbaum ist vermutlich nicht das tiefgründigste Buch von Fontane, aber eines der Unterhaltsamsten. Im Prinzipt ist es eine Art von Krimi aus dem 19. Jahrhundert.  Ich fand es super. Besonders witzig fand ich auch, wie Fontane die Mißtrauischen ZeitgenossInnen darstellt und überhaupt wie er die Gesellschaft beschreibt.

Cover des Buches Unterm Birnbaum (ISBN: 9783150196038)
V

Rezension zu "Unterm Birnbaum" von Theodor Fontane

Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein
Vera-Seidlvor 2 Jahren

Ich weiß nicht, weshalb Fontanes Kriminalnovelle "Unterm Birnbaum" bisher so wenig Beachtung gefunden hat. Enthält sie doch einige biografische Details des Schriftstellers; ebenso wie sie seine Liebe zur Heimat, den Kontrast zwischen Stadt- und Landleben, seine genaue Beobachtungsgabe, Psycho- und Gesellschaftsanlyse, historische Hintergründe, Religionskritik, Aufzeichnungen des Aberglaubens, seine spezielle Ironie, den kritisch liebevollen Abstand zu seinen Figuren, seine Erzählweise von Einstreuung und Rücknahme, die Verwendung von Dialekt neben dem Hochdeutschen und viel Spannung.

Der Protagonist ist Abel Hradscheck, der gemeinsam mit seiner Ehefrau, Ursel, seit etwa zehn Jahren im Oderbruchdorf Tschechin lebt, wo er einen Kramwarenladen mit Wirtsstube betreibt.
Er sorgt sich wegen seiner Spiel- und Trinkschulden, die durch die Ansprüche seiner, aus dem Hannoverschen stammenden Frau noch verstärkt werden. Um die drohende Armut abzuwenden, bringt das Ehepaar den polnischen Gläubiger Szulski um, verscharren ihn aber nur zum Schein für die tratschende Hexe Jeschke "unterm Birnbaum" im Garten, lassen ihn tatsächlich im Keller verschwinden und täuschen einen Unfall mit seinem Wagen und seiner Kleidung an der Oder vor.

Gleich auf den ersten Seiten des Buches streut Fontane die Keile in seine Erzählung ein, die das Rollen der Fässer im Flur seines Hauses, wo sich auch die Kellerluke befindet, verhindern sollen.
Eines dieser Bretter wird Hradscheck zum Verhängnis, als er die Leiche des Polen entsorgen möchte.
Da das Rezept der Hexe von nebenan, sich mit Farnkrautsamen unsichtbar zu machen, nicht funktioniert hatte, entnimmt der Wirt jetzt ein Brett unter den Ölfässern, um den Lichtschein der Laterne im Keller vor den neugierigen Blicken der Nachbarin Jeschke zu verbergen. Wie genau Hradscheck zu Tode kommt, erfährt der Leser nicht. Sein Erzfeind Gelhaar, Schulze Woytasch und Bauer Kunicke finden ihn neben der Leiche Szulskis im Keller tot auf. Seine Frau war bereits zuvor ihrem Gewissen erlegen.

Wegen Spielschulden veräußerte der Vater Fontanes seine Apotheke in Neuruppin und zog mit seiner Familie 1827 nach Swinemünde, später nach Letschin im Oderbruch. Als Heinrich Theodor Fontane 1841 an Typhus erkrankte, erholte er sich in Letschin und arbeitete auch drei Jahre im Geschäft seines Vaters als Apothekergehilfe.
"Hier in Letschin hab ich die Cavernen meines schwindsüchtigen Porte Monnais's halb¬wegs wieder geheilt."

Toletzt bün ik ja ok en Brannenbörger Planten. Trotzdem bereitete es mir große Schwierigkeiten, dass märkische Plattdeutsch beim Lesen zu verstehen. Neben den Erläuterungen zu speziellen Begriffen im Anhang war ein zusätzliches Hörbuch für mich sehr hilfreich.

Obwohl ich schon sechzig Jahre alt und ein Bücherwurm bin, war "Unterm Birnbaum" der erste Krimi, den ich in meinem Leben gelesen habe. Ich glaube, weitere werde ich mir ersparen, um diesen phantastischen Eindruck nicht zu zerstören.
Meine Schülerinnen und Schüler würde ich nicht mit diesem anspruchsvollen Werk quälen wollen. Die haben mehr Freude an der Ballade "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland", in der es ja auch um Birnen und einen Birnbaum geht und das märkische Platt zurückhaltender auftritt.

Theodor Fontane danke ich für dieses lehrreiche, humorvolle Werk.

 Vera Seidl 

 

Cover des Buches Kriegsgefangen (ISBN: 9783351034580)
Pongokaters avatar

Rezension zu "Kriegsgefangen" von Theodor Fontane

Kriegsanekdoten
Pongokatervor 3 Jahren

In typischer Fontane-Manier werden hier Kriegsanekdoten aus eigenem Erleben zum Besten gegeben. Denn Fontane geriet tatsächlich in französische Gefangenschaft. Das Anekdotenhafte verschleiert allerdings auch die wirklichen Gräuel in einem in Deutschland ohnehin nur von seinem Ergebnis aus gesehenen Krieg.

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