Das Lied des Nordwinds

von Christine Kabus 
4,7 Sterne bei54 Bewertungen
Das Lied des Nordwinds
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Y

Sehr schöner historischer Roman!

Honigmonds avatar

Spannend und emotional

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Inhaltsangabe zu "Das Lied des Nordwinds"

Zwei Frauen, ein Geheimnis und eine unverhoffte Reise

Norwegen, 1905. Das Jahr, in dem das Land um seine Unabhängigkeit ringt, markiert auch für zwei sehr unterschiedliche Frauen einen Wendepunkt:

In Stavanger tritt Liv, ein Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, eine Stelle als Dienstmagd an und muss schon bald die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen: Darf sie sich gegen ihren Dienstherren stellen, um einem kleinen Jungen zu helfen, den ein trauriges Schicksal erwartet? Auch für die junge Gräfin Karoline im fernen Schlesien steht ihre Existenz auf dem Spiel. Der Familienbesitz würde an einen entfernten Verwandten gehen, wenn ihr schwerkranker Mann ohne Erben stirbt. Als sie erfährt, dass er kurz vor der Hochzeit in Norwegen ein Kind gezeugt hat, schmiedet sie einen abenteuerlichen Plan.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404176434
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:560 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:29.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Losnlvor 3 Monaten
    Ein wundervoller Roman, der mich tief beeindrucken konnte

    Mein erster Roman von Christine Kabus und ich war äußerst gespannt zu erfahren, wie sich „Norwegen“ in einen historischen Roman intergriert und darauf, welche Schicksale mir begegnen. Dieser Norwegenroman „Das Lied des Nordwinds“ konnte mich vollends überzeugen und hat mich wahrlich beeindrucken können. Es wird sicherlich nicht der letzte Roman gewesen sein, den ich von Christine Kabus lese.

    Norwegen, 1905. Das Jahr, in dem das Land um seine Unabhängigkeit ringt, markiert auch für zwei sehr unterschiedliche Frauen einen Wendepunkt:
    In Stavanger tritt Liv, ein Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, eine Stelle als Dienstmagd an und muss schon bald die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen: Darf sie sich gegen ihren Dienstherren stellen, um einem kleinen Jungen zu helfen, den ein trauriges Schicksal erwartet? Auch für die junge Gräfin Karoline im fernen Schlesien steht ihre Existenz auf dem Spiel. Der Familienbesitz würde an einen entfernten Verwandten gehen, wenn ihr schwerkranker Mann ohne Erben stirbt. Als sie erfährt, dass er kurz vor der Hochzeit in Norwegen ein Kind gezeugt hat, schmiedet sie einen abenteuerlichen Plan …



    Der Einstieg in das Buch gelang mir Dank des flüssigen und einfühlsamen Schreibstils der Autorin, sehr gut. Sofort konnte ich mich die Geschichte vereinnahmen und auf eine beeindruckende Reise nach Skandinavien entführen. Der Autorin gelingt es auf wundervolle bildliche Weise und äußerst eindrucksvoll, ihre Liebe zu diesem Land auf den Leser zu übertragen. Mit jeder Beschreibung wuchs in mir verstärkt der Wunsch, das Land selbst zu bereisen und zu erkunden. Die Handlung wird aus zwei verschiedenen Sichtweisen geschildert, die zwar zur selben Zeit geschehen, aber an unterschiedlichen Orten spielen.

    Stavanger 1905: Hier lebt die 18 – jährige Liv, in ärmlichen Verhältnissen. Der Vater hat sich von einem Arbeitsunfall nicht erholt und ertränkt seinen Frust im Alkohol. Liv ist die älteste Tochter und zieht aus, um ihrer Mutter finanziell unter die Arme zu greifen. Sie kommt bei Familie Treske unter und unterstützt den Missionarslehrer und seine Frau im Haushalt. Die Familie hat zwei Kinder, wobei der Sohn Elias als Sorgenkind gesehen wird. Schon bald bemerkt Liv die Abneigung und Distanz der Eltern gegenüber dem hilflosen Jungen. Doch darf sie sich in ihrer Position gegen den Dienstherren auflehnen?
    Liv ist ein äußerst kennzeichnender Charakter. Sie ist liebevoll, hilfsbereit, freundlich und geht mit offenen Augen durchs Leben. Im Verlauf der Geschichte muss sie Entscheidungen treffen, welche ihr Leben beeinflussen. Dabei vertritt sie rigoros ihre Meinung und ist in der Lage, die daraus entstehenden Konsequenzen zu tragen.

    Niemand kann für einen anderen entscheiden, wann er was am besten tun sollte. Es hat keinen Sinn – und sei es noch so gut gemeint -, die Rezepte, die man fürs eigene Glück gefunden hat, anderen aufzunötigen. ( Zitat S. 364 )


    Die junge Gräfin Karoline lebt im entfernten Schlesien, deren Existenz auf dem Spiel steht. Der Familienbesitz geht an einen entfernten, verhassten Verwandten, wenn ihr schwerkranker Mann ohne Erben stirbt. Auch zeigt sich die verarmte Grafenfamilie (besonders ihre Schwiegermutter), in die sie eingeheiratet hat, ihr gegenüber abweisend und distanziert. Um das Ansehen innerhalb der Familie zu stärken, macht sich Karoline auf nach Norwegen, um das vor der Ehe gezeugte Kind zu suchen.
    Karoline erschien mir zunächst sehr auf ihren Titel bedacht und erweckte den Eindruck, ein großspuriges Leben führen zu wollen. Doch zahlreiche Wendungen und Ereignisse überzeugten mich vom Gegenteil. Karoline beweist unglaublichen Mut, sich auf die Suche nach dem verschollenen Kind zu begeben. Auf ihrer Reise gewinnt sie durch ihre Reisebegleiterin Frau Bethge, an Größe und Kraft. Grundlage für diese Entwicklung ist die Frauenbewegung, für die Frau Bethge einsteht. Durch den Meinungsaustausch der Frauen setzt Karoline neue Prioritäten und verfolgt letzten Endes andere Ziele. Die unterhaltsame Handlung besticht somit durch beeindruckende Frauen und ist überaus lesenswert.



    Fazit:

    Die Autorin Christine Kabus hat mit “Das Lied des Nordwinds” einen wundervollen historischen Roman vorgelegt, indem wir zwei unterschiedliche Frauen auf einer außergewöhnlichen Reise begleiten. Nicht nur die Charaktere sind authentisch und liebevoll gezeichnet, nein, auch die Schauplätze laden zum Träumen und Verweilen ein. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und mir spannende Lesestunden beschert. Ich kann es nur weiter empfehlen und werde die Autorin im Auge behalten, damit ich keines ihrer Werke mehr verpasse.

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    unclethoms avatar
    unclethomvor 3 Monaten
    Tipp!

    Die Geschichte verläuft in zwei Handlungsebenen und man ist gespannt wie diese zusammen passen könnten.
    Auf der ersten Ebene wird das Leben der Karoline behandelt, einer Frau die jung in eine adlige, aber verarmte Familie eingeheiratet hat. Ihre Jungmädchenträume vom Leben als Gräfin werden schnell von der harten Realität eingeholt und sie muss erkennen, dass ihr Angetrauter es mit der ehelichen Treue nicht so eng sieht.
    Die zweite Ebene behandelt das Leben jungen Liv, die aus ärmlichen Verhältnissen eine Anstellung als Dienstmagd antritt und schon bald eine Entscheidung treffen muss.
    Gleich zu Beginn holt einen die Autorin ab und man taucht sogleich in die Story ein. Wie gewohnt lässt sie den Leser ihre liebe zu Norwegen spüren und das macht die Story so echt.
    Die Figuren wirken gut durchdacht und real und besonders die Dialoge haben es mir persönlich sehr angetan. Diese wirken real und man bekommt das Gefühl dass sich viele dieser Dialoge tatsächlich so im Jahr 1905 geführt worden sein könnten.
    Die Autorin hat ein feines Gespür dafür, wie die Atmosphäre damals gewesen sein könnte und setzt das auch entsprechend im Buch um.
    Der Schreibstil von Christine Kabus nimmt den Leser schon auf den ersten Seiten mit und recht schnell erreicht man den Point of no return, eben diesen Punkt ab dem man das Buch nicht mehr aus den Händen legen kann.
    Das Buch ist ein Buch welches man langsam und genussvoll lesen und nicht schnell herunterrattern. Diese Story war für mich ein wahrer Genuss und ich freue mich schon heute auf den nächsten Norwegenroman von Christine Kabus.
    Für mich sind das 5 von 5 Sternen sowie eine Leseempfehlung. 

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    YH110BYvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr schöner historischer Roman!
    Das Lied des Nordwinds

    Das Buch wird abwechselnd von zwei verschiedenen Frauen erzählt. Es spielt im Jahre 1905 und ein Teil davon handelt von Liv, die als junges Mädchen im Haushalt bei der Familie Treske arbeiten muss. Dort muss sie sich um den 9jährigen Elias kümmern und der Köchin zur Hand gehen oder andere Arbeiten im Haus erledigen. Elias hat einen sehr strengen Vater, der ihn schon für jede Kleinigkeit maßregelt und ihn immer wieder zu Gehorsam zwingt. Auch von Elias Mutter hat er keine Unterstützung zu erwarten, sie ist immerzu mit ihrer kleinen Tochter, die noch ein Baby ist,beschäftigt und mischt sich nicht in die Erziehung ihres Sohnes ein. Als Liv mitbekommt, dass Elias in ein Heim abgeschoben werden soll, ergreift sie mit ihm die Flucht. Im anderen Teil geht es um Karoline, die unglücklich mit dem Grafen Moritz von Blankenburg-Marwitz in Schlesien verheiratet ist. Die Ehe wurde nur geschlossen, um die Grafschaft vor dem Ruin zu retten und Moritz ist andauernd unterwegs und schenkt seiner Frau keinerlei Beachtung und Liebe. Die Ehe der beiden ist kinderlos geblieben und Moritz ist schwer erkrankt. Bei seinem Tode würde das Gut einem entfernten Verwandten vererbt werden und so versucht Karoline Moritz uneheliches Kind in Norwegen zu finden.

    Das ist mein zweiter Roman von Christine Kabus, den ich gelesen habe. Ihr Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen und ich bin sofort in die Geschichte von Liv und Karoline eingetaucht. Durch ihre detaillreiche Beschreibung ist es mir gelungen, immer ein Bild von Liv, Karoline, Elias oder auch den anderen Personen vor Augen zu haben. Auch die Landschaft Norwegens wurde wunderschön beschrieben.Sehr gut hat mir auch gefallen, dass immer ein Abschnitt von Liv und der nächste aus der Sicht von Karoline geschrieben wurde. Insgesamt ein sehr schöner historischer Roman, der für jeden Leser von historischen Romanen sehr zu empfehlen ist!

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    MarySophies avatar
    MarySophievor 4 Monaten
    Das Lied des Nordwinds

    Handlung:

    Norwegen 1905

    Das Land befindet sich im Umbruch. Immer mehr Bewohner legen Wert darauf, dass das Land seine Unabhängigkeit von Schweden erhält. Davon sind letztendlich viele Personen betroffen, Männer, aber auch Frauen.

    Liv trifft in dem Örtchen Stavanger ihre erste Stellung als Dienstmagd an. Sie arbeitet bei einem Lehrer und dessen Familie, kümmert sich nicht nur um den Haushalt, sondern auch um den Sohn der Dienstherren. Dieser erregt häufig den Ärger des Vaters und Liv muss sich schon bald entscheiden, was ihr wichtiger ist. Der Junge oder ihre Stellung...

    Gleichzeitig lebt Gräfin Karoline in Schlesien und hapert mit ihrem Schicksal. Jung verheiratet mit einem Mann, der kaum Interesse an ihr zeigt, die Schwiegereltern sind auch nicht sonderlich freundlich zu ihr. Noch dazu ist ein fehlender Erbe für die gräfliche Familie ein Makel. Als Karolines Ehemann schwer erkrankt und der Familienbesitz in Gefahr ist, erfährt die junge Gräfin ein wohlgehütetes Geheimnis. Vor ihrer Ehe hatte Moritz eine Liason in Norwegen, aus welcher ein Kind hervorgegangen ist.


    Meinung:

    Das Cover ist schön, aber für mich nichts Besonderes. Eine tolle Naturaufnahme, die jedoch recht nichtssagend ist und eher an eine schnulzige Lektüre denken lässt, als an einen anspruchsvollen Roman. Nur aufgrund des Covers hätte ich den Roman wahrscheinlich nicht weiter beachtet. Das ist sehr schade, denn es steckt eine sehr interessante und anspruchsvolle Geschichte hinter den Buchdeckeln, die mir gut gefallen hat.


    Sofort positiv aufgefallen ist mir am Anfang des Romans, dass es ein Personenverzeichnis gibt und eine kleine Karte, die den nördlichen Teil Europas darstellt, d.h. Dänemark, Schwegen, Norwegen und die nördliche Hälfte des Deutschen Reiches. Dies fand ich sehr angebracht, da einige Personen im Verlauf der Handlung durch die besagten Länder reisen und ich als Leser somit einen Einblick bekommen habe, wo sich die unterschiedlichen Orte befinden. Gerne hätte die Karte auch größer ausfallen können, damit ich mir ein noch besseres Bild hätte machen können.


    Der Einstieg in den Roman fand ich sehr angenehm. Die Schreibweise war durchweg sehr gut zu lesen, es wurden wenige Fachbegriffe genutzt, mehr Alltagssprache, was mir gefallen hat. In den Roman eingebracht wurden ab und an Briefe, die immer an den richtigen Stellen eingebracht wurden und Geschehenes teilweise noch einmal etwas wiedergegeben haben, weshalb sie für mich eine Art Zusammenfassung der letzten Seiten dargestellt haben.

    Dazu gab es viele Namen, die nordischen Ursprungs waren, diese waren zwar für mich ein kleines Hindernis beim Lesen, da ich Probleme mit der Aussprache habe, jedoch passten sie gut in das Gesamtbild und haben dem Roman einen nordischen Touch gegeben, was mir am Ende wichtiger war als die Aussprache.


    Die Protagonisten fand ich sehr interessant. Es waren richtige Typen dabei, die teilweise gewöhnungsbedürftig waren, jedoch sehr stark dargestellt waren. Es gab sowohl gute, als auch böse Menschen, weshalb ein breites Personenspektrum vertreten war. Mich hat es lediglich gestört, dass die beiden weiblichen Hauptfiguren zwar lebendig dargestellt wurden, jedoch nicht wirklich viele Ecken und Kanten hatten. Besonders das Dienstmagd Liv war mir zu weich und unschuldig dargestellt, sie hätte ruhig mal mehr auf den Tisch klopfen können und ihre Meinung laut kundtun können. Karoline zeigte erst gegen Ende des Romans ihre Zweifel und Ängste offen, was mir zu spät war. Wenn sie schon am Anfang mehr Charakter gezeigt hätte, hätte dies dem Roman definitiv gutgetan.


    Lange Zeit fand ich die Handlung sehr spannend und habe mit Vergnügen gelesen. Auch wenn mir die ganze Zeit ein mögliches Ende des Romans im Kopf herumgeschwirrt ist (welches letztendlich auch eingetroffen ist), fand ich dies lange Zeit vollkommen in Ordnung. Ich habe mir zugeredet, dass ich vielleicht doch noch überrascht werde oder es einen phantastischen Twist geben könnte, der mich vom Hocker haut. Dies ist leider nicht eingetreten, ich muss gestehen, dass die letzten 100-150 Seiten teilweise recht vorhersehbar waren und dadurch für mich die Spannung etwas flöten ging. Es wurde hier sehr deutlich, dass die Autorin bemüht war, die zwei Handlungsfäden zu vereinen und zu einem Ende zu bringen.


    Der Roman umfasst nicht nur die Geschichten von Liv und Karolina, sondern vermittelt auch jede Menge historisches Wissen, besonders über Norwegen. Hierbei hat es mir gut gefallen, dass dieses sehr einfach erklärt wurde und ich es direkt aufnehmen konnte und nicht eine Stelle mehrmals lesen musste, um den Sinn komplett zu verstehen und zu verinnerlichen. Insgesamt wurden historische Begebenheiten sehr reduziert und sinnvoll eingebracht, sodass der Roman davon nicht überladen wurde, es aber auch nicht zu wenige Informationen gab. Hier wurde genau die richtige Menge an Details geliefert.


    Besonders toll waren die Landschaftsbeschreibungen. Diese waren nicht nur sehr lebendig und prächtig beschrieben, sondern es wurde auch deutlich, dass die Autorin sich damit riesige Mühe gegeben hat, welche sich letztendlich ausgezahlt hat. Viele Orte hätte ich nur zu gerne live gesehen, da sie einfach traumhaft dargestellt waren.


    Fazit:
    Ein toller Roman mit kleinen Schwächen, die jedoch durch die fantastischen Beschreibungen der Natur fast wieder wettgemacht werden. Diese werden mir besonders in positiver Erinnerungen bleiben, sowie die Einbindung von historischen Begebenheiten.


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    SABOvor 4 Monaten
    Abenteuer Norwegen

    Christine Kabus - Das Lied des Nordwinds

    "Zwei Frauen, ein Geheimnis und eine unverhoffte Reise.
    Norwegen, 1905. Das Jahr, in dem das Land um seine Unabhängigkeit ringt, markiert auch für zwei sehr unterschiedliche Frauen einen Wendepunkt:"

    Schlesien
    Die junge Karolina will heiraten und ihr Brief über die Hochzeitsvorbereitungen an ihre Freundin Ida  wird sehr enthusiastisch. Karolina platzt fast vor Freude und Aufregung: das Brautkleid, der Schmuck, die feine Familie, das Fest, das Festmahl..und das sie eine Gräfin sein wird..

    Das klingt wirklich zu schön um wahr zu sein, für sie hängt der Himmel voller Geigen und sie freut sich auf das Abenteuer Ehe, auch wenn sie ziemlich unvorbereitet in diese geht. Ausgerechnet ihr Graf behandelt sie sehr unterkühlt und hat soviel Feingefühl hat, wie ein grober Klotz.   Karoline versteht die Welt nicht mehr, all ihre Träume treffen auf eine harte Realität. Ihr feiner Ehemann will nichts von ihr wissen, sie ist nur Mittel zum Zweck füt dessen Nachkommenschaft. In seiner immer länger währenden Abwesenheit, macht ihr die alte Gräfin das Leben schwer.

    Norwegen:
    Liv entstammt einer kinderreichen und armen Familie, der Vater durch einen Unfall arbeitslos, versäuft seine kleine Rente. Die Mutter versucht alle Mäuler zu stopfen und trotzdem reicht es an allen Ecken und Enden nicht. Liv ist alt genug, um ihre Familie zu unterstützen. Man besorgt ihr eine Stelle als Dienstmagd bei einer Pfarrersfamilie. Ohne einen lieben Gruß oder einen Trost schickt man das eingeschüchterte Mädchen auf die Reise. Dort angekommen wird sie gleich Zeuge einer unbarmherzigen Szene.
    Der Pfarrer prügelt seinen kleinen Sohn, der offensichtlich ein lieber Junge ist, aber der Willkür der Schläge, nichts als betteln entgegenzusetzen weiß.

    In diesem Moment keimt das kleine Pflänzchen Mut in Liv heran. Trotzallem wird sie freundlich empfangen und freut sich über ihre Kammer und ein warmes Mahl.
    Doch den kleinen Elias kann sie nicht vergessen, sie hat den Jungen sofort in ihr großes Herz geschlossen und muss ihm helfen.

    Für beide Frauen gilt: Harte Zeiten erfordern mutige und erfinderische Pläne.

    Christiane Kabus hat da einen wundervollen Roman geschrieben. Spannnend, flüssig, mitreißend. Gefühle werden hier groß geschrieben, der Leser hat absolut keine Chance das Buch aus der Hand zu legen.
    Eine Abenteuerreise um zwei Frauen, die lernen für sich und ihr Glück zu kämpfen.
    Empfehlenswerte und gute Unterhaltung. Viel Spaß!



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    Honigmondvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend und emotional
    Zwei starke Frauen in Norwegen

    Zum Buchinhalt:
    Norwegen, 1905. Das Jahr, in dem das Land um seine Unabhängigkeit ringt, markiert auch für zwei sehr unterschiedliche Frauen einen Wendepunkt:

    In Stavanger tritt Liv, ein Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, eine Stelle als Dienstmagd an und muss schon bald die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen: Darf sie sich gegen ihren Dienstherren stellen, um einem kleinen Jungen zu helfen, den ein trauriges Schicksal erwartet? Auch für die junge Gräfin Karoline im fernen Schlesien steht ihre Existenz auf dem Spiel. Der Familienbesitz würde an einen entfernten Verwandten gehen, wenn ihr schwerkranker Mann ohne Erben stirbt. Als sie erfährt, dass er kurz vor der Hochzeit in Norwegen ein Kind gezeugt hat, schmiedet sie einen abenteuerlichen Plan.


    Mein Leseeindruck:
    Der Autorin ist es gelungen, das Schicksal zweier Frauen in Norwegen abwechselnd zu erzählen und dabei deren unterschiedliche Entwicklung im weiteren Verlauf der Handlung spannend zu schildern. Dies ist sehr glaubhaft beschrieben und die beiden Frauen sind so gut beschrieben, dass man sie sich sehr gut vorstellen kann. Auch ist die Handlung an sich sehr spannend und detailgetreu, so dass man meint, dabei zu sein. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und detailliert, zudem sehr gut verständlich. Die Beschreibung der Handlungsorte in Norwegen ist ebenso gut gelungen und wunderschön beschrieben.

    Mein Fazit:
    Ein sehr spannender und mitreißender historischer Roman, den man kaum aus der Hand legen mag und der auch gefühlvoll ist, was mir sehr gut gefallen hat. Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

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    Svanvithevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Historisch fundierte, mit Charakter und Emotionalität erzählte Geschichte...
    Von der Freiheit und der Selbstbestimmung

    „Die Freiheit ist wie Luft. Wir merken erst, wie viel sie wert ist, wenn sie uns fehlt.“

    Diese Worte stellt Christine Kabus ihrem aktuellen Roman voran. In "Das Lied des Nordwinds" lernen wir mit Karoline und Liv zwei junge Frauen kennen, für das Wort Freiheit eine vielfältige Bedeutung besitzt.

    Während der Himmel für Karoline im Mai 1896 noch voller Rosen hängt und sie sich auf ihre Hochzeit freut, sind ihre Träume neun Jahre später zerplatzt. Die Wirklichkeit hat sie eingeholt, und diese sieht so aus:

    Ihr Mann Moritz hat sie nur wegen der Mitgift geheiratet und ansonsten kein Interesse an ihr. Die Schwiegermutter verachtet sie, auch weil sie in den vergangenen Jahren kein Kind bekommen hat. Karoline lebt abgeschieden auf Schloss Katzbach in Schlesien und schafft sich mit Büchern eine Fantasiewelt. Zumindest in dieser existiert ein Mann, der sie mit Respekt behandelt und ihr ritterlich zur Seite steht, wenn es schwierig wird. Eine Art von Freiheit. Denn Karoline selbst geht den Problemen aus dem Weg. Mut gehört nicht unbedingt zu ihren prägenden Eigenschaften. Das ändert sich, als sie erfährt, dass ihr Mann in Norwegen ein uneheliches Kind gezeugt haben soll. Sie sieht darin eine Chance, nicht nur für den gewünschten Erben zu sorgen, damit der Familienbesitz nicht an einen ungeliebten Verwandten geht, sollte sich bei den Blankenburg-Marwitzens kein Nachwuchs einstellen, sondern erhofft sich daneben ein Quäntchen Glück für sich selbst. Und so macht sie sich auf die Suche...

    Demgegenüber hat Liv im Haus ihrer Eltern bislang den wahren Unbill des Lebens kennengelernt. Seit frühester Jugend unterstützt sie ihre Mutter beim Broterwerb für die Familie, weil dies ihrem Vater nach einem Unfall nicht möglich ist. So kommt sie als Dienstmädchen nach Stavanger in das Haus von Oddvar und Ingrid Treske. Viel lieber wäre sie allerdings frei von irgendwelchen Dienstherren und ebenso von den Eltern.

    Schon bei ihrer Ankunft muss sie mit ansehen und erleben, wie Oddvar Treske seinen Sohn Elias maßregelt. Sie wendet sich dem Jungen offen und behutsam zu und knüpft schnell eine besondere Beziehung zu ihm. Bald vermutet sie, dass hinter dem Verhalten von Oddvar Treske mehr steckt als die sittenstrenge Erziehung eines fürsorglichen Vaters...

    Christine Kabus ist mit ihren in Norwegen angesiedelten Geschichten, die durch ihre ausgezeichnet recherchierten – vor allem der historischen – Hintergründe und Zusammenhänge punkten, zu einer festen Größe in der Leselandschaft geworden. Auch ihr fünfter Roman nimmt uns mit auf eine Reise in den Norden, an deren Ende wir mit neuem Wissen bestückt und außerordentlichem Wohlgefühl das Buch aus der Hand legen.

    Dies resultiert aus dem Vermögen der Autorin, Land und Leute mit Können und spürbarem Enthusiasmus zu formen, so dass einzigartige Bilder bei der Lektüre entstehen und zum nachhaltigen Leseerlebnis beitragen.

    Dabei ist hoch einzuschätzen, dass sich Christine Kabus nach „Das Geheimnis der Mittsommernacht“ in ihrem hier vorgelegten Werk „Das Lied des Nordwinds erneut auf meisterhafte Art und Weise mit der Stellung der Frau im Blickwinkel der Zeit auseinandersetzt, diese ins rechte Licht rückt und lebensechte und zugleich emotional agierende Porträts erarbeitet.

    Es ist das Jahr 1905. Norwegen befindet sich an einem Wendepunkt in seiner Geschichte und will sich aus der schwedisch-norwegischen Personalunion und damit aus der Abhängigkeit von Schweden lösen.

    Wie das Land sind auch Liv und Karoline – dabei spielt es keine Rolle, dass Karoline Deutsche ist – anfänglich in ihren Korsetts gefangen. Zwar trennt sie ihre jeweilige Herkunft, eint jedoch die Einbindung in die gesellschaftlichen Normen und damit das Fehlen der Freiheit, selbständige Entscheidungen zu treffen.

    Es gelingt ihnen erst nach und nach, sich davon freizumachen, einen inneren Wandel zu vollziehen, Bewusstsein für die Bedürfnisse und Träume sowie Selbstwertgefühl zu entwickeln und Courage zu verstärken.

    Dabei haben beide Hilfe. Es gibt Menschen, die ihnen die Augen öffnen und es vermögen, ihnen Alternativen zu ihrem bisherigen vorgefassten Lebenswegen aufzuzeigen.

    So ist es Bjarne, der Livs Denken in Gang setzt, ihr die Einsicht in eine völlig andere Welt eröffnet, sie mit neuen Ideen bekannt macht, über Dinge grübeln lässt, über die sie sich zuvor nie mit jemandem ausgetauscht hat.

    In Karolines Fall vermittelt Auguste Bethge ihr ein Frauenbild, dem sie zuvor keine Beachtung geschenkt hat. In deren Begleitung entwickelt Karoline sich und verändert ihre Sichtweise. Sie findet Gefallen an der Formulierung eigenen Gedankengutes, über ihre eigenen Probleme hinaus einen Blick auf die Unzulänglichkeiten der Welt im Allgemeinen und die der Frauen im Besonderen zu werfen, Verantwortung zu übernehmen, Wunschträume verwirklichen zu wollen.

    "Jeder Mensch hat das Recht, selbst über sich zu bestimmen." Mit ihren Heldinnen Liv und Karoline erbringt Christine Kabus ein anschauliches Beispiel dafür, dass dieses Ansinnen von Erfolg gekrönt ist.

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    Pucki60s avatar
    Pucki60vor 5 Monaten
    Zwei starke Frauen, die über sich hinauswachsen

    Die Geschichte spielt 1905 in Schlesien und Norwegen.

    Karoline ist seit 9 Jahren mit Moritz von Blankenburg-Marwitz verheiratet und lebt in Schlesien in dem Schloss der Familie. Schon bald nach der Hochzeit hat Moritz sich von ihr abgewandt und sie lebt bei den Schwiegereltern, denen sie nichts recht machen kann. Moritz wird schwer krank und ohne Kinder würde das Schloss an einen verhassten Familienzweig fallen. Durch Zufall erfährt Karoline, das ihr Mann vor der Ehe in Norwegen einen unehelichen Sohn gezeugt hat und beschließt, dieses Kind zu suchen.

    Liv ist die älteste Tochter einer armen Bauernfamilie. Damit die Ernährung der Geschwister gesichert ist, muss sie in Stavanger als Magd arbeiten. Die Familie Treske haben den 9jährigen Sohn Elias und ein kleines Mädchen. Elias kann seinem Vater  nichts recht machen und trotz aller Anstrengungen  wird er immer nur bestraft. Liv versucht Elias zu unterstützen, dann eskaliert die Situation jedoch und Liv muss sich entscheiden. Möchte sie weiter ihre Stelle behalten oder Elias helfen.

    Die Autorin erzählt sehr einfühlsam und anschaulich die Geschichte dieser beiden Frauen, die sehr verschieden sind. Liv ist ein zupackendes junges Mädchen, hilfsbereit und mitfühlend und Elias erinnert sie an ihren verstorbenen Bruder. Karoline ist einsam und lebt in der Welt ihrer Romanfiguren. Dank ihrer Freundin gewinnt sie ihre alte Lebensfreude zurück.

    Die Orte in Norwegen werden sehr anschaulich und bildhaft geschildert, sodass man sich die Landschaft gut vorstellen kann. Neben der Handlung wird von den Unabhängigkeitsbemühungen der Norweger von Schweden berichtet. Auch die beginnende Frauenbewegung in Deutschland und Norwegen spielt eine Rolle. Mir gefällt das, so erfährt man nebenbei etwas von der jeweiligen Zeit.

    Schon relativ früh wird die Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen klar, das hat mich aber nicht gestört. Zum Ende trifft man noch die Figuren aus dem Buch "Das Geheimnis der Mittsommernacht" der Autorin. Das war dann nochmal eine besondere Begegnung.

    Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich habe eine schöne, unterhaltsame Reise nach Norwegen unternommen und habe mit dem Buch etliche interessante Stunden erlebt. Dafür bekommt das Buch 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung von mir.

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    Gina1627s avatar
    Gina1627vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein fesselnder historischer Roman, der mich voll überzeugen konnte!
    Absolute Leseempfehlung! Zwei wunderbare Lebensgeschichten nehmen einen mit auf eine Reise nach Norw

    Liv und Karoline sind zwei  sehr unterschiedliche Frauen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, deren  Lebenswege im Jahre 1905 aufregende und spannende Wendungen nehmen, als sie unabhängig voreinander ein lang gehütetes Geheimnis aufdecken wollen. Sie begegnen Menschen, die bei ihnen die Sehnsucht nach der eigenen Freiheit und Unabhängigkeit  auslösen und ihnen aufzeigen, dass das Leben für sie so manche Überraschungen bereithält.

    Karolines Glück und ihre Hoffnungen sind schon kurz nach ihrer Heirat mit Graf Moritz von Blankenburg - Marwitz zerstoben. Ihr untreuer Gatte lässt sie jahrelang ein tristes und liebloses Leben auf Schloss Katzbach in Schlesien führen und sie spürt die Verachtung seiner Familie, da der langersehnte Erbe ausbleibt. Nur durch Zufall kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, dass ihre Schiegereltern unter Verschluss halten.   Moritz scheint einen unehelichen Sohn in Norwegen zu haben und Karoline macht sich heimlich auf den Weg um ihn zu finden.

    Zur gleichen Zeit steht Liv in Stavanger unter Druck, da sie als älteste Tochter ihre Familie ernähren muss, weil ihr Vater nach einem Unfall nicht mehr dazu  in der Lage ist. Sie nimmt eine Anstellung als Dienstmädchen bei Oddvar Treske an und ist entsetzt über seinen Umgang mit seinem 9-järigen Sohn Elias. Liv versucht ihr Bestes um ihm das Leben erträglich zu machen, doch dann kommt der Zeitpunkt, der ein schnelles Handeln erfordert.


     Christine Kabus hat mit „Das Lied des Nordwinds“ einen wunderbaren historischen Roman erschaffen, der für mich das reinste Lesevergnügen war. Ihr fesselnder, sehr bildhafter und detailreicher Schreibstil zieht einen sofort in beide Handlungsorte hinein und löst durch die unglaublich gut dargestellten landschaftlichen Kulissen von Norwegen und Schlesien eine Sehnsucht nach der weiten Ferne aus. Die geschichtlichen Einbindungen über die Loslösung Norwegens von der schwedischen Herrschaft und die Unabhängigkeitsbewegungen der Frauen in der damaligen Zeit sind eine tolle Untermalung  in beiden Erzählsträngen gewesen und führen auch zu einer Beeinflussung der Lebenswege von Karoline und Liv.

     Mit ihnen hat Christine Kabus zwei wirklich ausdrucksstarke Persönlichkeiten geschaffen, die einem sofort ans Herz gewachsen sind. Ihre Charaktere werden toll beschrieben und man erlebt mit ihnen einen Wandel  ihres Selbstbewusstseins, ihrer Entschlussfreudigkeit und letztendlich auch, wie sie ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle auszuleben. Weitere spannende Menschen wurden ihnen an die Seite gestellt, von denen einige einen  durch ihre Handlungen dermaßen gereizt haben und andere, die man wegen ihrer damals schon modernen Einstellung zum Leben und zu ihrer Weltanschauung bewundert hat.

    Neben Karoline und Liv war meine Lieblingsfigur der kleine Junge Elias. Seine Gefühlswelt und sein Verhältnis zu seinem Vater haben sofort Sorge und Mitleid  bei einem erzeugt und man wäre am liebsten mit in die Geschichte eingestiegen um für ihn sorgen zu können. Doch auch sein Weg entwickelt sich genauso wie der von Karoline und Liv auf vielen Umwegen in eine glückliche Richtung. Für alle Charaktere und für den Leser hat Christine Kabus ein schönes Ende im Buch gefunden.

     Mein Fazit:

     Zwei wirklich spannende Lebensgeschichten wurden hier wunderschön in geschichtliche Begebenheiten und landschaftlichen Traumkulissen eingebunden und haben mir ein unvergleichliches Lesevergnügen beschert. Christine Kabus hat mich mit „Das Lied des Nordwinds“  vollkommen überzeugen können und ich kann für dieses Buch nur eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen. Verdient vergebe ich 5 Sterne!

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    Lulu2305vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Wieder ein gelungener Roman von Christine Kabus. Zwei junge Frauen, jede mit ihrer eigenen Geschichte und einem eigenen Ziel.
    „Nur wer den Mut zu träumen hat, hat auch die Kraft zu kämpfen!“

    „Das Lied des Nordwinds“ von Christine Kabus ist ein Norwegenroman, der die Geschichte zwei Frauen aus unterschiedlichen Schichten erzählt. Er spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts, und hat als Kulisse sowohl die beginnende Frauenbewegung, als auch das Kämpfen Norwegens um die Unabhängigkeit von Schweden. Er ist in sich abgeschlossen, greift aber eine Nebenhandlung aus dem Roman „Das Geheimnis der Mittsommernacht“ von Christine Kabus auf.

    Karoline von Blankenburg-Marwitz hat bereits in jungen Jahren ihren Mann Moritz geheiratet. Seit dem Beginn der Ehe wird sie von diesem allerdings eher ignoriert und auf dem Familienanwesen zurückgelassen. Dort lebt sie eher zurückgezogen und in Geschichten aus Frauenzeitschriften versunken, während ihre Schwiegermutter keine Gelegenheit auslässt sie zu schikanieren und ihr klar zu machen, dass sie eigentlich nutzlos sei. Immerhin ist die Ehe zwischen Moritz und Karoline bisher kinderlos geblieben und die Familie Blankenburg-Marwitz bangt um den Familiensitz, da die finanzielle Situation aktuell nicht rosig ist und das Familienerbe an den verhassten Neffen Kilian fallen würde, sollte ein Nachfolger ausbleiben oder die Familie tatsächlich bankrott gehen. Nachdem Moritz plötzlich schwer an einer Geschlechtskrankheit leidet und zur Kur fahren muss, bitten Karolines Schwiegereltern sie, ihre Eltern um finanzielle Hilfe zu bitten. Karoline weigert sich, findet aber durch einen Zufall heraus, dass Moritz bereits ein Kind mit einer norwegischen Frau gezeugt hat. Unter dem Vorwand einige Zeit bei ihrer Familie zu verbringen, flüchtet sie sich zu ihrer besten Freundin Ida. Gemeinsam schmieden die beiden einen Plan und Karoline macht sich auf den Weg das uneheliche Kind von Moritz in Norwegen zu suchen, zu adoptieren und mit nach Deutschland zu nehmen.

    In Norwegen beginnt zur gleichen Zeit für das junge Mädchen Liv welches aus sehr armen Verhältnissen stammt, ein neuer Lebensabschnitt. Sie soll von zu Hause fort und als Hausmädchen eine Stellung im Haushalt eines Pastors und dessen Familie annehmen. In dieser Familie wird ihr schnell klar, dass der Sohn der Familie, Elias, keinen leichten Stand hat. Von seinem Vater wird er streng erzogen und häufig unfair behandelt, seine Mutter ignoriert ihn häufig und kümmert sich eher um seine kleine Schwester. Liv beschließt, sich um den Jungen zu kümmern und ihm eine Freundin zu sein. Gleichzeitig begegnet sie während ihrer Dienstzeit ihrer großen Liebe, zeitgleich wirft allerdings auch ein Missionar ein Auge auf die junge Frau und beschließt sie zu heiraten.

    Christine Kabus schafft es mit ihrem neusten Roman wieder einmal den Leser vollständig zu begeistern. Die Charaktere Karoline und Liv kommen aus unterschiedlichsten Lebensverhältnissen und sind jede für sich so authentisch dargestellt, das es leicht ist, sich in das jeweilige Leben hineinzuversetzen.

    Beide Frauen sind zu Beginn des Romans eher zurückhaltend und schüchtern. Sie müssen zunächst die neuen Lebensumstände verarbeiten und begreifen, beginnen dann aber zunehmend selbstbewusster zu werden und schaffen es am Ende dorthin zu gelangen, wo sie gerne sein möchten. Für dieses Ziel müssen sie zunächst aber kämpfen und benötigen einige Kraft und viel Mut um ihre Träume greifen zu können.

    Die Geschichten der beiden Hauptfiguren verwebt Christine Kabus geschickt miteinander. Erst nach und nach versteht der Leser, weswegen die Erlebnisse beider Frauen eine Rolle spielen und vor allem wie sie miteinander zusammenhängen. Da ich das „Geheimnis der Mittsommernacht“ bereits kannte und einen Teil der Zusammenhänge relativ früh erkannt habe, konnte ich mir schon zu Beginn des ersten Abschnittes meinen Teil zu den Zusammenhängen überlegen. Mit meinen Vermutungen lag ich allerdings dann doch falsch, wenn auch nicht völlig daneben, sodass das „Vorwissen“ mir keinerlei Lesespaß genommen hat, sondern ich sogar Freude daran hatte, gewissen Personen wiederzubegegnen.

    Das Ende nimmt dann tatsächlich eine überraschende und rasante Wende mit der ich so überhaupt nicht gerechnet hätte.

    Weiterhin schafft Christine Kabus es dem Leser auch historische Themen näherzubringen, ohne dabei langweilig zu werden. So ist die Frauenrechtsbewegung zum Anfang des 20. Jahrhunderts ein großes Thema in der gesamten Erzählung und auch die Unabhängigkeitsbewegung Norwegens spielt eine große Rolle. Beides sind Themen, mit denen ich mich zuvor wenig bis gar nicht beschäftigt habe und ich fand es toll, dass immer wieder kleine Informationen in den Fokus gerückt sind und auch Karoline und Liv eine Rolle dabei spielen.

    Außerdem ist natürlich die Beschreibung der Umgebung und der Landschaft wieder großartig dargestellt. Man kann sich alles nahezu bildlich vorstellen und gerade diese Beschreibungen geben den Romanen von Christine Kabus eine unglaubliche Tiefe und Authentizität. Zu keinem Zeitpunkt erschien mir der Roman oberflächlich oder langweilig und ich hatte große Schwierigkeiten ihn nicht in einem Zug durchzulesen.

    Dieser tolle Schreibstil wurde zusätzlich dadurch unterstrichen, dass die Kapitel zwischen Karoline und Liv wechseln, jedes Kapitel aber so spannend endet, dass man eigentlich die andere Figur überblättern und direkt mit der aktuellen Person weitermachen möchte. Dies ist allerdings eher schwierig, denn dann ergibt sich natürlich der Fluss der Geschichte nicht richtig… J

    Der Titel des Romans „Das Lied des Nordwinds“ ließ für mich zunächst keine weiteren Schlüsse auf den Inhalt zu. Im Roman gibt es dann aber eine Textstelle, die direkt auf den Titel schließen lässt. So wird Liv von ihrem Liebsten eine Sage erzählt, in der der Gott des Nordwindes seine Geliebte mithilfe einer Wolke entführt und mit ihr zusammen leben kann. Diese Verknüpfung fand ich sehr schön und ich mag auch den Titel sehr. Auch das Cover ist wieder sehr ansprechend und typisch norwegisch gestaltet. Man kann kaum daran vorbeigehen, wenn man es in der Buchhandlung liegen sieht.

    Der einzige Kritikpunkt meinerseits ist eigentlich: Das Buch beginnt mit einer Personenliste, ich persönlich finde diese eher lästig als hilfreich und gerade beim eBook blättert man dann doch nicht wieder hin. Für mich ist eine Personenliste bei einem so toll geschriebenen Roman überflüssig, aber hier gehen die Meinungen sicherlich auseinander…

    Fazit

    „Das Lied des Nordwinds“ ist ein weiterer großartiger Roman von Christine Kabus. Ich habe ihn sehr gern gelesen und fand ihn spannend und einfach schön zu lesen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und empfehle die Romane der Autorin jedem, der gerne Romane liest, die nicht nur oberflächliche Handlung haben, sondern ein gewisses Maß an Tiefgang mitbringen und den Leser in ein wundervolles Norwegen mitnehmen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Liebe Norwegenfreunde, liebe Leseratten,

    habt Ihr Lust auf eine weitere Lesereise in den hohen Norden?

    Am Donnerstag, 29. März 2018 erscheint mein fünfter Norwegenroman.

    Vor gut anderthalb Jahren konntet Ihr tief in die Wälder des norwegisch-schwedischen Grenzgebiets eintauchen, dieses Mal führt der Weg vor allem an die Westküste des Landes.

    Wenn Ihr bis Sonntag, 25. März 2018 Euren Namen in den Lostopf werft, könnt Ihr eines der fünfzehn Freiexemplare gewinnen, die der Bastei Lübbe Verlag freundlicherweise zur Verfügung stellt.

    Und das erwartet Euch:

    Zwei Frauen, ein Geheimnis und eine unverhoffte Reise …

     Norwegen, 1905.
    Das Jahr, in dem das Land um seine Unabhängigkeit ringt, markiert auch für zwei sehr unterschiediche Frauen einen Wendepunkt:
    In Stavanger tritt Liv, ein Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, eine Stelle als Dienstmagd an und muss schon bald die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen: Darf sie sich gegen ihren Dienstherren stellen, um einem kleinen Jungen zu helfen, den ein trauriges Schicksal erwartet?
    Auch für die junge Gräfin Karoline im fernen Schlesien steht ihre Existenz auf dem Spiel. Der Familienbesitz würde an einen entfernten Verwandten gehen, wenn ihr schwerkranker Mann ohne Erben stirbt. Als sie erf ährt, dass er kurz vor der Hochzeit in Norwegen ein Kind gezeugt hat, schmiedet sie einen abenteuerlichen Plan…

    ÜBRIGENS:

    Der Roman schließt inhaltlich an den Vorgängerroman DAS GEHEIMNIS DER MITTSOMMERNACHT an, der zehn Jahre zuvor 1895 spielt.
    Beide Romane erzählen in sich geschlossene Geschichte, es gibt jedoch Orte und Figuren, die im LIED DES NORDWINDS erneut auftauchen.

    Hier geht’s zur Leseprobe:

    https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/frauenromane/das-lied-des-nordwinds/id_5856828

    Selbstverständlich sind auch alle, die kein Freiexemplar ergattern, herzlich eingeladen, an der Leserunde teilzunehmen!

    Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Eindrücke, Kommentare und Anmerkungen und freue mich auf die Leserunde mit Euch!

    Eure Christine

    P.S. Die Einteilung in Leseabschnitte werde ich hier posten, sobald ich das Buch in Händen halte...

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