Kurt Tucholsky für Boshafte

von Christine M. Kaiser 
4,0 Sterne bei1 Bewertungen
Kurt Tucholsky für Boshafte
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Eine launige Aphorismensammlung des berühmten Berliner Schriftstellers, die bis heute nichts an Aktualität und Esprit eingebüßt hat.

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Inhaltsangabe zu "Kurt Tucholsky für Boshafte"

„Es geht nirgends so merkwürdig zu wie auf der Welt“, und kein Detail dieser „Merkwürdigkeiten“ entging Kurt Tucholsky (1890-1935).
Auf unnachahmliche Weise brachte er seine scharfsinnigen Beobachtungen menschlicher Verhaltensweisen und genialen Analysen des gesellschaftlichen und politischen Zustands Deutschlands zur Zeit der Weimarer Republik in all ihrer Absurdität prägnant auf den Punkt. Die mit feiner Ironie gewürzten und von seiner Vorliebe für den spielerischen Umgang mit der Sprache zeugenden Aphorismen und Aperçus erweisen sich dabei als geradezu erschreckend zeitlos.
Hier einige besonders schöne Beispiele:

„Die Verwandtschaft ist eine Plage, die der liebe Gott sonst ganz gesunden Menschen auferlegt hat, damit sie nicht zu übermütig werden!“

„In der Ehe pflegt gewöhnlich immer einer der Dumme zu sein. Nur wenn zwei Dumme heiraten –: das kann mitunter gut gehn.“

„Wenn die Amerikanerin so lieben könnte, wie die Deutsche glaubt, daß die Französin es täte –: dann würde sich die Engländerin schön freun. Sie hätte einen herrlichen Anlaß, sich zu entrüsten.“

„Sehe ich mir die Tagesliteratur an, dann denke ich manchmal: Das haben sich die Schreibmaschinen allein gedichtet.“

„… und was wäre der Mensch ohne Telefon! Ein armes Luder. Was aber ist er mit Telefon? Ein armes Luder.“ (1930)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458353478
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:115 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:20.02.2011

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    seschatvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine launige Aphorismensammlung des berühmten Berliner Schriftstellers, die bis heute nichts an Aktualität und Esprit eingebüßt hat.
    Ein Meister der Sprache

    Der Literat und Journalist Kurt Tucholsky (1890-1935) hatte mehr zu bieten als "Schloß Gripsholm" und "Rheinsberg". Er war ein scharfzüngiger Gesellschaftskritiker, genauer Beobachter und hat sich gern hinter fantasiereichen wie humorigen Pseudonymen, so z. B. Peter Panter oder Kaspar Hauser, verschanzt. Seine Meinungsäußerungen in Presse und Belletristik entbehrten niemals literarischen Anspruchs und waren dabei herrlich durchzogen von feinsinniger Ironie. Sprache diente ihm als wichtigstes Ausdrucksmittel und als eine "Waffe" gegen Missstände und Ungerechtigkeiten. So sind Tucholskys sarkastische Spitzen gegen biedere Moral und Regime mehr als legendär. In „Kurt Tucholsky für Boshafte“ hat Christine M. Kaiser genau diese „bitterbösen“ Aphorismen und oft allzu treffenden Aperçus auf 82 Buchseiten (E-Book-Version) zusammengetragen. Hierbei haben mich vor allem Tucholskys zeitlose Gedanken zur Politik und Verwandtschaft begeistern können.

    Lieblingsbonmots:

    „Denn eine richtige Uniform imponiert sogar einem Affen. Er wäre ja sonst keiner.“ (S. 15)

    „Warum, lieber Gott, ist man sonntags stets in Familie? Vor Tisch sind sie beleidigt, und nach dem Tisch sind sie satt – wenn ich dran denke, wird mir jetzt ganz matt.“ (S. 22)

    „Unsre Politiker sind derart zurückgeblieben, daß sie für unmöglich halten, auf ehrliche Weise Politik zu machen.“ (S. 29)

    „Die Politik war bei uns eine Sache des Sitzfleisches, nicht des Geistes.“ (S. 29)


    FAZIT
    Eine launige Aphorismensammlung des berühmten Berliner Schriftstellers, die bis heute nichts an Aktualität und Esprit eingebüßt hat.




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