Nacht über Tanger

von Christine Mangan 
4,0 Sterne bei4 Bewertungen
Nacht über Tanger
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Atmosphärisch überzeugend und sich unerwartet zum Psychothriller entwickelnder Roman - lesenswert!

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Kaum Spannung, aber exotischer Handlungsort

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Inhaltsangabe zu "Nacht über Tanger"

Tanger 1956: Alice Shipley ist ihrem Mann John von England in das von politischen Unruhen aufgeheizte Marokko gefolgt. Doch die Hitze und die fremde Kultur machen es Alice schwer; während John sich immer mehr ins Nachtleben der pulsierenden Stadt stürzt und kaum mehr zu Hause ist, verkriecht sich Alice in der gemeinsamen Wohnung, gleitet in eine Depression. Da steht eines Tages Lucy Mason vor ihrer Tür, Alice' Zimmergenossin und Freundin aus Collegezeiten in Vermont, die sie seit einem mysteriösen Unfall ein Jahr zuvor nicht mehr gesehen hat.
Die unabhängige und furchtlose Lucy entdeckt Tanger schnell für sich und versucht Alice aus ihrer Isolation zu befreien. Doch Alice beschleicht bald das ihr nur allzu vertraute Gefühl, von Lucys Fürsorge kontrolliert und erstickt zu werden. Als John plötzlich verschwindet, wird Alice von dem Unfall in Vermont eingeholt und sie fängt an, an Lucys Vertrauenswürdigkeit und ihrem eigenen Verstand zu zweifeln ...
Ein vielschichtiger, spannender, psychologisch tiefgründiger Roman, erzählt aus zwei Ich-Perspektiven, die den Leser bestricken und verstricken in eine komplexe Freundschaft, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse, Normalität und Wahnsinn fließend sind.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783896676030
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Blessing
Erscheinungsdatum:13.08.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 13.08.2018 bei Random House Audio erschienen.

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Atmosphärisch überzeugend und sich unerwartet zum Psychothriller entwickelnder Roman - lesenswert!
    Christine Mangan - Nacht über Tanger

    Es ist ihr Mann John, der darauf drängt nach Tanger zu ziehen, Alice Shipley ist wenig begeistert davon und fühlt sich in Marokko sichtlich unwohl. Sie wurde auf ihrem Mädchen-College in Neuengland auch nicht auf ein solches Leben vorbereitet, überhaupt sollte eine junge Frau in den 1950ern in geordneten Verhältnissen leben. Alice ist einsam und unglücklich als plötzlich ihre ehemalige Zimmergenossin Lucy vor ihr steht. Schnell blüht sie auf, verlässt das Haus, doch mit Lucy sind auch die bösen Erinnerungen zurückgekehrt und Alice weiß, dass sie ihrer vermeintlichen Freundin nicht trauen darf. Die Vergangenheit hat sie eigentlich gelehrt, möglichst viel Abstand zwischen sich und Lucy zu bringen – doch nun sind sie auf engstem Raum und Alices schlimmste Befürchtungen sollen sich bewahrheiten.

    Christine Mangan hat mit „Nacht über Tanger“ einen Roman geschrieben, der unerwartete Züge eines Psychothrillers entwickelt. Atmosphärisch überzeugt er auf jeder Seite und man hat von Beginn an den Eindruck, zurückversetzt in die 50er Jahre zu sein und kann die Hitze Afrikas regelrecht spüren. Neben den psychologisch interessant gezeichneten Figuren war es vor mich vor allem Tanger in Mangans Darstellung, das nicht nur glaubwürdig, sondern nahezu greifbar erscheint.

    Der Reiz der Geschichte liegt im psychologisch geführten Kampf zwischen den beiden Frauen. Zunächst erscheinen sie als Freundinnen, doch bald wird durch ihre Erinnerungen klar, dass dem nur bedingt während der Studienzeit so war und dass es ein dramatisches Ende gegeben haben musste, dass sie entzweite. Diese Wissenslücke an sich sorgt schon für Spannung, viel raffinierter und eindrucksvoller jedoch ist das Vorgehen Lucys bei dem man sich letztlich nur noch fragt, wie weit sie bereit ist tatsächlich zu gehen. Und dann geht sie noch einen Schritt weiter.

    Tanger war einer der Sehnsuchtsorte von Amerikanern und Europäern gleichermaßen in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, doch die Flucht nach Afrika hat nicht alle Probleme beseitigt, die es zuvor gab und so stellt Youssef fest:

    „Ein Dummkopf (...) bleibt ein Dummkopf, ob zu Hause oder hier. Gerät man zu Hause in Schwierigkeiten, sollte man sich nicht wundern, wenn man auch hier in Schwierigkeiten gerät. Man bleibt ja überall derselbe Mensch. Tanger mag zwar etwas Magisches an sich haben, aber Zauberkräfte besitzt diese Stadt auch nicht.“

    Es ist etwas Magisches, das bei der Beschreibung der Kasbah durchscheint, aber auch dies kann nicht überdecken, was die Figuren mit sich bringen und wovor sie versuchen zu fliehen. Auch wenn Tanger im Roman für fast alle zum Alptraum wird, selten konnte ein Handlungsort einen solchen Reiz verströmen wie bei Christine Mangan. Ganz sicher neben der Figurenzeichnung und dem Handlungsaufbau die größte Stärke der Autorin.

    Kommentare: 1
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    Curins avatar
    Curinvor einem Monat
    Kurzmeinung: Kaum Spannung, aber exotischer Handlungsort
    Wenig Spannung und hervorsehbare Handlung

    Seit dem College und einem furchtbaren Ereignis haben sich Lucy und Alice nicht mehr gesehen. Mittlerweile ist Alice verheiratet und lebt mit ihrem Mann John in Tanger, Marokko, wo sie alles andere als glücklich ist und die meiste Zeit zuhause verbringt. Umso überraschter ist sie, als eines Tages Lucy vor der Tür steht... .
    Christine Mangans Roman spielt in den 1950er Jahren in Marokko und versprach vom Klappentext her einen außergewöhnlichen Psychothriller. Anfangs konnte mich die Geschichte noch unterhalten, doch viel zu schnell wird klar, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird und welchen der beiden Frauen man glauben und trauen kann. So ging für mich die Spannung verloren und auch mein Interesse.
    Erzählt wird die Geschichte immer wieder im Wechsel aus den Ich-Perspektiven von Lucy und Alice. Dabei werden die Gedanken und Pläne der beiden Frauen offen gelegt und dadurch aus meiner Sicht viel zu viel verraten. 
    Auch fand ich die Figuren im Roman irgendwie unnatürlich und auch nicht sympatisch. Alice hat offensichtlich in Tanger einen Kulturschock erlitten, traut sich nicht mehr aus dem Haus und führt eine unglückliche Ehe, aus der sie sich nicht befreien kann. Sie wirkte auf mich ziemlich naiv und ich habe mich auch gefragt, warum sie Lucy nach dem, was geschehen ist, überhaupt noch bei sich aufgenommen hat. Allein, dass diese solange bei ihr wohnen darf, fand ich schon nicht realistisch.
    Bei Lucy merkt man schnell, dass sie etwas im Schilde führt und sie einen ungeheuren Einfluss auf Alice hat. Im Gegensatz zu ihr bewegt sie sich relativ selbstsicher durch die Stadt und wird schnell mit den Bewohnern und der Lebensweise warm.
    Christine Mangan schreibt flüssig, aber hat es nicht geschafft, mich mit ihrem Roman gut zu unterhalten. Die Wendungen kann man hervorsehen und auch bei den beiden Freundinnen merkt man fast zu Beginn schon, wer ,,die Böse" ist. Spannung kam daher kaum auf. Was der Autorin allerdings gut gelingt, ist die Darstellung der Stadt Tanger. Sie schafft es, die Lebendigkeit, aber auch die Andersartigkeit und die kulturellen Unterschiede gut hervorzuheben. So kann man gut verstehen, dass Alice von der ganzen ihr fremden Atmosphäre eingeschüchtert ist und sich zurückzieht.
    Insgesamt ist ,,Nacht über Tanger" für mich ein hervorsehbarer und wenig spannender Roman, der außer einer exotischen Atmosphäre nur wenig zu bieten hat. Mein Geschmack wurde jedenfalls nicht getroffen.

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    YukBooks avatar
    YukBookvor einem Monat
    Zerstörerische Freundschaft

    Der Roman handelt von zwei sehr gegensätzlichen Frauen, die in der Collegezeit eng befreundet waren und nach einem tragischen Vorfall getrennte Wege gingen. Die psychisch labile Alice Shipley ist nach einer überstürzten Heirat ihrem Mann John McAllister nach Marokko gefolgt, um die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Lucy Mason dagegen hat die Trennung nie überwunden und sucht ihre ehemalige Zimmergenossin im Jahr 1956 in Tanger auf.

    Gleich zu Beginn schafft die Autorin viele Spannungsmomente, indem sie mehrere Fragen aufwirft: Was für eine Art von Freundschaft verband damals die Studentinnen, was steckt hinter dem immer wieder angedeuteten Unglück in Vermont, das die beiden endgültig entzweite, und wie wird Alice auf Lucys Überraschungsbesuch reagieren?

    Genau genommen gibt es neben Alice und Lucy noch eine dritte Hauptfigur in der Geschichte und zwar die Stadt Tanger. Während Alice es auch nach mehreren Jahren nicht geschafft hat, mit der Umgebung und den Einheimischen warm zu werden, fühlt sich Lucy schon nach wenigen Tagen zugehörig. Sehr anschaulich und sinnlich beschreibt die Autorin Lucys erste Eindrücke und Empfindungen in der pulsierenden Stadt, die auf die Figuren eine ganz unterschiedliche Wirkung ausüben: Für Lucy verkörpert sie Freude und Neuanfang, für Alice Angst und Einsamkeit.

    Leider ließ meine Begeisterung nach dem vielversprechenden Anfang stark nach. Zum einen ist die Handlung vorhersehbar, zum anderen wirken die Nebenfiguren wie Alice’s Ehemann John oder Lucys Verbündeter Youssef zu schablonenhaft. Hinzu kommt, dass die Autorin sehr bemüht ist, jede Gefühlsregung so präzise und ausführlich wie möglich zu beschreiben, so dass für die eigene Vorstellungskraft kein Spielraum bleibt. Ich fragte mich auch, wie oft die Figuren denn noch die Stirn runzeln. Aus dem explosiven Stoff rund um Obsession, Eifersucht und Kulturschock hätte man mehr machen können.

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    19angelika63s avatar
    19angelika63vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Titel der so "harmlos" daher kommt, aber eine Geschichte die es in sich hat ... vor allem Spannung!
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    HarIequins avatar
    HarIequinvor 4 Monaten
    Interessantes Setting und bei einer Mischung von Mystery und psychologischem Roman bin ich eh dabei
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