Christine Nöstlinger Gretchen Sackmeier

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Inhaltsangabe zu „Gretchen Sackmeier“ von Christine Nöstlinger

Gretchen Sackmeier ist ein 14-jähriges Mädchen, das ein bisschen dick ist. Alle in der Familie Sackmeier sind dick, aber sie führen ein ausgesprochen glückliches Familienleben. Bis zu Mamas letztem Klassentreffen jedenfalls - danach beginnt die Geschichte erst richtig. Mama möchte abnehmen, sie hat sich verliebt, der Vater kommt mit den Ansichten der Mutter nicht mehr klar. Streit ist vorprogrammiert und er kommt auch: gewaltig sogar! Bis sich die fünf Säcke (so nennen sie die Nachbarn) wieder zusammengerauft haben, geschieht mächtig viel.

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  • Rezension zu "Gretchen Sackmeier" von Christine Nöstlinger

    Gretchen Sackmeier

    pelznase

    27. March 2010 um 21:35

    Gretchen Sackmeier gehört seit rund 15 Jahren schon zu meinen Lieblingsbüchern, da war es nur logisch, dass auch die Hörbücher über kurz oder lang einziehen würden. Wenn ich so überlege, weshalb mir die Geschichte so gut gefällt, dann würde ich sagen: weil darin alles so herrlich normal ist, sie aber trotzdem so ganz anders ist. Gretchen ist ein ganz normales 14jähriges Mädchen, hat mit ihrem Gewicht, der Schule, der ersten Liebe und Konflikten innerhalb der Familie zu kämpfen. All das wird in der Geschichte thematisiert und man möchte meinen, da müsse eine ziemlich betrübliche Erzählung bei herausgekommen sein...aber nein! Vom ersten bis zum letzten Wort geht das humorvolle Augenzwinkern der Geschichte nie verloren, so dass es riesigen Spaß macht sie zu verfolgen. Klar, die Probleme sind immer irgendwie da, man weiß, dass sie bestehen, aber sie drängen sich nie in den Vordergrund. Sie werden auch beileibe nicht alle gelöst, teilweise werden sie sogar noch komplizierter, oder es kommen neue dazu, aber Gretchen hat andererseits auch eine Menge Spaß am Leben und der will schließlich auch erwähnt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der in der Geschichte Thema ist, ist der des "Andersseins". Gretchen ist anders als ihre dürren Klassenkameradinnen, aber sie ist fröhlich, nett und hilfsbereit. Und wieso eigentlich denkt man so leicht, dass ein gammelig gekleideter Punk keine klugen Gedanken im Kopf haben kann? Da beweist der Hinzel aber im Nullkommanichts das Gegenteil. In dieser Geschichte hat jeder so seine "Macken", aber...warum denn eigentlich auch nicht? Worauf man sich aber einstellen sollte ist, dass Christine Nöstlinger eine waschechte Wienerin ist und auch genauso so schreibt. Die erste Buchauflage hat sogar ein kleines Wienersich-Deutsch-Wörterbuch am Ende angehängt. Vieles kann man zwar aus dem Zusammenhang schließen, aber alles eben doch nicht. Dass das Abitur in Österreich "Matura" heißt, das war mir damals auch neu, unter einem Gericht namens "Schinkenfleckerln" konnte ich mir auch nichts vorstellen, und das ein Betrunkener "im Öl" ist, das musste ich auch erst lernen. Aber es macht Spaß und irgendwann versteht man es auch Allerdings verleidet einem Mavie Hörbiger den Spaß an der Geschichte sehr schnell. Ihre Stimme ist zwar ganz angenehm, aber sie nimmt es beim Lesen viel zu genau mit der Aussprache, dabei geht das Tempo der Erzählung völlig verloren und auch die Betonung passt nur selten. Wörtliche Rede würde man kaum erkennen, wenn es im Buch nicht immer hieße "...sagte die Mama" oder "der Papa fragte". Durch dieses ständige klare, deutliche und exakte Sprechen, schafft sie es einfach nicht, den einzelnen Charakteren Stimmen zu verleihen, die man sofort erkennt und die man von den anderen unterscheiden kann. Auch der allgegenwärtige Humor kommt dabei kaum beim Hörer an Das alles ist mehr als bedauerlich, denn die Geschichte hat Tempo und die einzelnen Personen sind alle auf ihre Art sehr speziell, sie laden praktisch dazu ein, sie ebenso speziell zu sprechen. Und wenn man das Buch liest, dann schmunzelt man auch an vielen Stellen, beim Hören dagegen leider nicht. Das Buch liest sich leicht und flüssig. Mavie Hörbiger zuzuhören ist anstrengend und hakelig. Das Hörbuch umfasst 3 CDs und es handelt sich um eine gekürzte Lesung. Viel fehlt aber nicht, hier und da ein Satz, mal ein kleinerer Absatz, doch das merkt man nur, wenn man -wie ich- fast alles synchron mitsprechen kann. Wer das Buch nicht kennt, der braucht sich also keine Gedanken zu machen, er wird alle Zusammenhänge problemlos verstehen. Da wurde nichts Wichtiges weggelassen. Ein kleines Booklet gehört auch dazu. Hier erfährt man einiges über Christine Nöstlinger und Mavie Hörbiger, man kann einen Blick auf Teil 2 und 3 der Sackmeier-Trilogie werfen und bekommt eine Kapitelaufteilung mit kurzer Inhaltsangabe an die Hand. Das Cover passt leider auch nicht recht zur Geschichte. Ich habe deshalb mal das Cover der Erstauflage des Buches daneben eingefügt, das der Erzählung viel eher gerecht wird. Ich denke aber, das Hörbuch-Cover musste umgestaltet werden, es musste einen modernen Anstrich bekommen, das Mädchen darauf musste hübsch und cool aussehen, sonst würde heute wohl niemand dieses Hörbuch kaufen bzw dahinter eine so schöne, spannende und durchaus auch tiefgründige Geschichte vermuten. Das Buch ist eben aus den 80er-Jahren, wenn man das heute dem Hörbuch äußerlich noch anmerken würde, dann bliebe es bestimmt im Regal stehen. Ein bedauerlicher Trend. Fazit: Die Geschichte ist nicht nur etwas für Teenies, an ihr kann man auch als Erwachsener noch eine Menge Spaß haben. Allerdings sollte man lieber das Buch lesen, das macht weitaus mehr Spaß als dem Hörbuch zuzuhören.

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