Christine Preißmann Gut leben mit einem autistischen Kind

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Inhaltsangabe zu „Gut leben mit einem autistischen Kind“ von Christine Preißmann

Ein autistisches Kind bringt Familien immer wieder an ihre Belastungsgrenzen. Fast immer sind es die Mütter, die sich neben Arbeit, Haushalt und Geschwisterkindern auch um Arztbesuche, Therapie und Förderung kümmern. Sie sind die ersten AnsprechpartnerInnen bei den häufig eingehenden Klagen und Beschwerden seitens der Schule und der Umwelt. Das Buch hilft Müttern dabei, - zu lernen: Was gibt anderen betroffenen Müttern Halt und Kraft? - zu einem individuell für sie passenden resilienten Lebenskonzept zu finden - die Empfehlungen von Autismus-Experten auf ihre Situation zu übertragen. Mütter brauchen Unterstützung,damit Familien mit einem autistischen Kind funktionsfähig bleiben. Dieses Buch richtet sich an: - Mütter von Kindern mit Autismus-Störung

Ein Mutmach-Buch als Geschenk oder einfach für sich selbst

— SilkeBauerfeind

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  • gepusht im Vertrauen in mich selbst

    Gut leben mit einem autistischen Kind

    SilkeBauerfeind

    23. July 2016 um 11:38

    „Habe ich schon mal ein „Resilienz-Buch“ gelesen?“, fragte ich mich, als ich das Buch in den Händen hielt. Dafür musste ich erstmal recherchieren, was mit Resilienz überhaupt gemeint ist und ich fand schnell ein paar Stichworte wie: psychische Widerstandsfähigkeit und die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, indem man sich auf seine eigenen Stärken und Ressourcen besinnt. Das machte mich neugierig, denn als Mutter eines autistischen Kindes, die genau die Zielgruppe dieses Buches ist, fühlte ich mich spontan angesprochen. Wer braucht sie nicht, diese Bewältigungsstrategien, um wohlbehalten durch Krisen und schwere Zeiten zu kommen? Beim Lesen merkt man schnell, dass Frau Dr. Preißmann als Medizinerin, Psychotherapeutin und Autistin genau weiß, wovon sie spricht. Das Buch vermittelt von Anfang an großes Verständnis für die Situation von Müttern autistischer Kinder. Es tut unwahrscheinlich gut, sich beim Lesen mit seinen Ängsten und Sorgen angenommen und verstanden zu fühlen. In keiner Zeile hat man das Gefühl wie so oft im Leben, man müsse erstmal etwas klarstellen oder relativieren. Insofern führt das Lesen an sich schon zu einem besseren Gefühl, denn oftmals erlebt man dieses Verständnis im Alltag ja gerade nicht. Darüber hinaus vermittelt Frau Dr. Preißmann Strategien und Wege zu einer positiven Lebenseinstellung, in der vor allem auch die Sorge um sich selbst, also das Sich-Kümmern der Mütter um ihre eigenen Belange, nicht zu kurz kommen darf. Die Autorin spricht Müttern Mut zu, sich ohne schlechtes Gewissen Auszeiten, Erholungszeiten, Entlastung, Zeit für sich allein, für Hobbys und Sport oder Zeit für die Partnerschaft zu nehmen. Dafür gibt sie ganz konkrete Anregungen. Auch vermittelt sie ein großes Maß an Selbstbewusstsein, denn ein Großteil unserer Kraft, die wir bei der Versorgung eines behinderten Kindes brauchen, kommt aus uns selbst – auch wenn andere Faktoren wie Freunde, Spiritualität oder Familie oftmals Auslöser für Energieschübe sein mögen. Krisen zu durchleben, macht Mütter stark. Schwere Zeiten nehmen nicht nur Energie, sondern können auch den Glauben an die eigene Kraft und das eigene Durchhaltevermögen bestärken und Zuversicht für die Zukunft geben. Auch Möglichkeiten, die Resilienz der betroffenen Kinder zu stärken, lässt Frau Preißmann nicht aus. Hier gibt sie Anregungen, wie das Vertrauen in unsere Kinder gestärkt werden kann, wie wir sie durch unsere Begleitung und Förderung in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstständigkeit wachsen lassen können und wie sie dadurch selbst aus ihren Ressourcen schöpfen lernen. Ein wichtiger Bestandteil des Buches sind die persönlichen Erfahrungsberichte betroffener Mütter. Sie sind abwechslungsreich gestaltet und geben einen sehr authentischen und lebhaften Einblick in den Alltag der Familien. Dabei wird nichts verschönt und oftmals ist eine angenehme Prise Humor in den Schilderungen zu entdecken. Manches Mal musste ich schmunzeln, da ich uns und unser Leben so gut wiedererkannte. Manches Mal wurde mein Blick auch für die Probleme anderer geschärft und ließ mich eigene Sorgen in einem anderen Licht sehen. Zentrales Thema ist dabei oft die Schullaufbahn der Kinder, die Wege, Umwege und Sackgassen, die es meist mit einem autistischen Kind zu bewältigen gilt. Ein bisschen schade ist – aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt an dem Buch – dass fast alle Erfahrungsberichte von Müttern mit Asperger-Autisten geschrieben wurden. Ich hätte gern noch mehr von Müttern frühkindlicher Autisten gelesen. Aber das ist natürlich ein rein subjektives Anliegen. Sehr gut abgerundet wird das Buch am Schluss mit Hinweisen auf konkrete Anlaufstellen wie zum Beispiel Selbsthilfegruppen, sozialpsychiatrische Diensten, Ärzte, Kliniken und Hilfsmöglichkeiten in Schule, Studium, Arbeit und Beruf. Gerade Müttern, die viel an sich selbst zweifeln und sich in einer Phase mit wenig Lebensfreude und scheinbar hoffnungsloser Perspektive befinden, kann das Buch vielleicht einen entscheidenden positiven Schub geben. Ein tolles Mutmach-Buch als Geschenk oder einfach für sich selbst. Als ich das Buch durchgelesen hatte und aus der Hand legte, war ich gefühlte 5 Zentimeter größer. Ich fühlte mich ein wenig aufgerichtet, bestärkt in dem, was ich täglich leiste, verstanden in dem, was mich umtreibt und sorgt und gepusht im Vertrauen in mich selbst. Danke, Frau Preißmann

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