Christine Ranseder

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Napoleon in Aspern

Napoleon in Aspern

 (1)
Erschienen am 07.04.2017

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Rezension zu "Napoleon in Aspern" von Christine Ranseder

Spuren der Vergangenheit auf Wiens größter Baustelle
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Die Stadtarchäologen Wiens untersuchen eines der größten Schlachtfelder Wiens: Aspern.

In diesem Ort tobt am 21. und 22. Mai 1809 eine gewaltige Materialschlacht zwischen Erzherzog Karl von Österreich und dem Kaiser der Franzosen, Napoleon Bonaparte. In diesem Gemetzel wird Napoleon erstmals persönlich besiegt. Dennoch entscheidet diese Schlacht nicht den Krieg, sondern erst die, ein paar Wochen später, am Wagram, die die Franzosen gewinnen.

Die Archäologen untersuchen dieses Gebiet unter anderem deswegen sehr genau, weil es als größtes Stadtentwicklungsgebiet Europas gilt, das schon vor einigen tausend Jahren besiedelt gewesen ist. Nach dem Ersten Weltkrieg ist das Gebiet der Flughafen Wiens. Schon beim Bau des Flughafens gibt es vereinzelt Funde aus 1809, denen man aber (noch) nicht viel Bedeutung schenkt.
Heute gibt es Sondierungsgrabungen und bei den Aushubarbeiten sind ständig Mitarbeiter der Stadtarchäologen dabei, um eventuell Interessantes gleich zu begutachten und zu bergen.

Was hat man also gefunden?

• 32 mehr oder weniger vollständige Skelette von Menschen
• 17 von Pferden
• Metallteile, die von Uniformen stammen
• Knöpfe aus Metall und Knochen
• Teile von Waffen und Munition
• Hufeisen

Das scheint eine geringe Ausbeute zu sein, man muss aber bedenken, dass die meisten Toten nach der Schlacht geborgen und auf diversen Friedhöfen bestattet wurden.
Waffen und Munition wurde eingesammelt und wiederverwendet.
An Hand der menschlichen Überreste konnte der Gesundheitszustand, das Alter und die Todesursache der Soldaten festgestellt werden.

Für an Archäologie und Geschichte Interessierte (wie mich) ist es total spannend, welche Story ein einfacher Knopf, der sich an einer Uniform befunden hat, erzählen kann.

Zahlreiche Fotos der Grabungen ergänzen den Textteil, der uns die Schlacht und die Strapazen, denen die Soldaten ausgesetzt waren, ein wenig näherbringt.

Stiche aus dem Heeresgeschichtlichen Museum und der Österreichischen Nationalbibliothek lassen die bunten Uniformen wieder auferstehen.
Auch auf die Bewaffnung und die daraus resultierenden Verwundungen und das völlig unzureichende Sanitätswesen wird hingewiesen.

Fazit:

Eine tolle Dokumentation der unermüdlichen Arbeit von Archäologen.

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