Christine Schurr Münsterturm

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Inhaltsangabe zu „Münsterturm“ von Christine Schurr

Ulm 1938: Magda hat gerade ihre Ausbildung zur Fotografin abgeschlossen und steckt voller Zukunftspläne. Sie sucht nach einer Anstellung in ihrer Heimatstadt und träumt sogar von einem eigenen Atelier. Als sie sich bei ihrem ersten Auftrag in den Engländer Robert verliebt, scheint das Glück perfekt. Doch dann muss Magda ihren Reichsarbeitsdienst auf dem Hof von Verwandten ableisten und der Kriegsausbruch macht den Kontakt zu ihrem Geliebten, der nun zu den Feinden zählt, nahezu unmöglich. Während sie auf Lebenszeichen von Robert wartet, wächst in ihr das Gefühl, den Plänen anderer hilflos ausgeliefert zu sein. Und dann holt das Schicksal zum nächsten Schlag aus …

Tragisch, mitreißend... Eine wundervolle Geschichte in Zeiten des 2. Weltkrieges.

— angel1843
angel1843

Ergreifender Roman, der immer noch nachwirkt.

— Churchy_Andreas
Churchy_Andreas

Berührende Geschichte über Liebe und Leid im Dritten Reich!

— mabuerele
mabuerele

Eine junge Liebe in Zeiten des 2. Weltkriegs - sehr realistisch und ergreifend erzählt

— Julitraum
Julitraum

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  • Leserunde zu "Münsterturm" von Christine Schurr

    Münsterturm
    Silberburg_Verlag

    Silberburg_Verlag

    Christine Schurr nimmt Ihre Leser und Lerserinnen in Ihrem Roman »Münsterturm« mit ins schwäbische Ulm kurz vor dem zweiten Weltkrieg. Die sympathische und selbstständige Magda steckt voller Pläne und Enthusiasmus für ihr eigenes Leben. Auch eine glückliche Liebe zeichnet sich ab, als sie den jungen Engländer Robert kennen lernt. Doch der heraufziehende Krieg wird alles ändern … Eindrücklich zeigt Christine Schurr, wie das Weltgeschehen keine Rücksicht auf das Individuum nimmt, wie sich von einem auf den anderen Tag alles ändern kann. Ein Buch das trotz der Tragik der Zeit Mut macht und eine junge Frau auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben begleitet. Eine Leserunde mit der Autorin für zeitgeschichtlich interessierte Leserinnen und natürlich für alle, die Ulm kennen …

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    • 173
  • In den Wirren des 2. Weltkrieges

    Münsterturm
    angel1843

    angel1843

    22. November 2015 um 18:01

    Magda hat gerade die Uni abgeschlossen und kehrt nach Hause zurück. Dort angekommen muss sie auch schon wieder für ein Jahr von zu Hause weg um ihr Reichsarbeitsjahr zu absolvieren. Bevor dies aber geschieht lernt sie Robert - bei ihrem ersten Auftrag als Fotografin kennen - und verliebt sich in ihn. Beide wollen schon nach kurzer Zeit heiraten; jedoch wird wegen des Kriegsausbruches nichts daraus. Nun beginnt für Magda und ihre Familie ein Kampf ums überleben… Der Roman „Münsterturm“ von der Autorin Christine Schurr zeigt ein sehr realistisches Bild von den Kriegswirren des 2. Weltkrieges, wo viele geliebte Menschen getrennt und gestorben sind. Viele lebten in der Hoffnung diese geliebten Menschen nach Ende des Krieges wieder zu sehen; woraus aber in vielen Fällen nichts wurde. So auch bei Magda und Robert. Während Magda hofft, dass sie Robert nach dem Krieg wieder sieht und endlich Heiraten kann, kämpft sie zu Hause darum, dass die Familie überlebt. Leider endet es in beiden Fällen für Magda nicht so wie erhofft. Zu erst verliert sie ihren Bruder - der vermutlich von den Pflegern des Oberen Riedhofs getötet wurde, nur weil er im Rollstuhl saß - und dann auch noch Robert der schon 1940 bei einem Flugzeugabsturz in Norwegen starb - wie sie nach dem Krieg von deren Mutter erfuhr. Es ist also nicht leicht für Magda mit dem Verlust der beiden geliebten Menschen um zugehen. Jedoch schafft sie es Jahre später - nach Kriegsende - endlich mit dem Verlust fertig zu werden und nach vorne zu blicken. Dies ist für viele Verbliebene nach dem Krieg nicht leicht gewesen, da sie nicht wussten was mit ihren Angehörigen passiert ist. Nicht einmal Heute wissen viele, was aus ihren Männern während des Krieges passiert ist… Ich finde die Autorin hat es in ihrem Roman geschafft, uns zu zeigen wie es wirklich zu Kriegszeiten aus sah oder zumindest ausgesehen hat; und dieses auch sehr authentisch dem Leser näher zu bringen. Ich würde mir mehr solcher Geschichten wünschen, die mal zeigen wie der Alltag in Zeiten des Krieges waren; also vor, während und danach. Denn vieles wird Heute noch totgeschwiegen.  Was ich leider vermisst habe war wie sich Jakob gefühlt hat, während er in diesem Heim war. Und warum er erst dort hin wollte. Ebenso finde ich es schade das ausgerechnet er kein Happy End bekommen hat – wo er es doch gerade verdient hat. Aber ich denke die Autorin hat diesbezüglich ihre Gründe… Alles in allem war das Buch sehr schön veranschaulicht, und hat uns gezeigt was ein Krieg alles mit sich bringt.  Fazit: Ich finde es ist ein sehr schönes Beispiel für die Geschehnisse der damaligen Zeit. Und es sollte von jedem gelesen werden, der kein Problem mit dem Themen Liebe, Leid, etc. und auch dem Thema Euthanasie, während des Krieges hat. Denn es zeigt welches Schicksal die Menschen damals durchstehen mussten und auch Heute – manchmal – noch zu verarbeiten haben.

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  • Münsterturm

    Münsterturm
    abetterway

    abetterway

    15. November 2015 um 19:50

    Inhalt: "Ulm 1938: Magda hat gerade ihre Ausbildung zur Fotografin abgeschlossen und steckt voller Zukunftspläne. Sie sucht nach einer Anstellung in ihrer Heimatstadt und träumt sogar von einem eigenen Atelier. Als sie sich bei ihrem ersten Auftrag in den Engländer Robert verliebt, scheint das Glück perfekt. Doch dann muss Magda ihren Reichsarbeitsdienst auf dem Hof von Verwandten ableisten und der Kriegsausbruch macht den Kontakt zu ihrem Geliebten, der nun zu den Feinden zählt, nahezu unmöglich. Während sie auf Lebenszeichen von Robert wartet, wächst in ihr das Gefühl, den Plänen anderer hilflos ausgeliefert zu sein. Und dann holt das Schicksal zum nächsten Schlag aus …" Meinung: Die Geschichte spielt in der Vergangenheit und ist fiktiv. Allerdings könnte es so passiert sein. Sehr berührend ist die Geschichte zwischen Magda und Robert. Magda ist eine mutige Frau die ihren Weg so gut wie möglich bestreitet und einen sehr starken Charakter hat. Ein Roman der nachdenklich stimmt und nicht ausschließen lässt das sich die Geschichte irgendwo ereignet haben könnte. Absolute Leseempfehlung! Fazit: Sehr guter Roman, der einen im nachhinein noch nachdenklich macht.

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  • Zwischen Hoffen und Bangen

    Münsterturm
    britta70

    britta70

    08. November 2015 um 23:26

    "Münsterturm" erzählt Magdas Geschichte. Im Jahr 1938 hat sie ihre Ausbildung zur Fotografin gerade erfolgreich abgeschlossen und ist voller Zukunftsträume. Gerne würde sie direkt in ihrem Beruf arbeiten, und die Chance dazu hätte sie auch. Doch ihr Vater durchkreuzt ihre Pläne und besteht darauf, dass sie ihren Reichsarbeitsdienst antritt. Die schwere Knochenarbeit auf dem Hof ihrer Verwandten erträgt Magda nur in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, v.a. Einer an der Seite von Roberr, in den sie sich verliebt hat. Doch dann bricht der Krieg aus... "Münsterturm" erzählt exemplarisch das Schicksal einer jungen Frau, die voller Hoffnungen und Zukunftsträume ist, als der Krieg mit aller Macht über die hineinbricht. Der Schreibstil von Christine Schurr ist ein sehr ruhiger und gefühlvoller, er ist frei von jeglicher Dramatik. Gerade dadurch haben mich die beschriebenen Ereignisse umso nachhaltiger ins Mark getroffen. Zu jedem Zeitpunkt konnte ich mich mit Magda sehr gut identifizieren. Mit ihr habe ich gehofft, gebangt und gelitten. Überhaupt finde ich die Protagonisten sehr lebendig und lebensnah gezeichnet. Die Autorin beweist zudem ein ausgezeichnetes Gespür für den "Rhythmus der Zeit; die Schilderungen sind sehr authentisch. Alles in allem ein wunderbarer Kurzroman, der am Beispiel von Magda und ihrer Familie die Schrecken des Krieges aufzeigt und dennoch Hoffnungsschimmer enthält. Ich empfehle das Buch uneingeschränkt weiter.

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  • (Liebes)-Geschichte einer jungen Frau, die trotz Krieg und Schicksalsschlägen nie aufgibt.

    Münsterturm
    Churchy_Andreas

    Churchy_Andreas

    04. November 2015 um 14:41

    Über den Inhalt will ich gar nicht mehr erzählen, weil ich finde, dass es sich lohnt dieses Buch einfach selber zu lesen und auf sich wirken zu lassen. Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen, so sehr hat es mich in seinen Bann gezogen. Durch den einfühlsamen und authentischen Schreibstil fühlt man sich mittendrin in der Geschichte. Die Charaktere wirken sehr real und man hofft, bangt und leidet mit Magda. Ich bin froh, diese Kriegszeit nicht habe miterleben müssen. Auch historisch gesehen habe ich als Ulmer durch diesen gut recherchierten Roman noch etwas dazugelernt. Ergreifender Roman, der immer noch nachwirkt. Von mir deshalb die uneingeschränkte Kaufempfehlung und 5 Sterne.

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  • Super geschriebener Roman über eine Liebe, die während dem Krieg nicht sein darf

    Münsterturm
    zessi79

    zessi79

    30. October 2015 um 14:39

    Klappentext: Ulm 1938: Magda hat gerade ihre Ausbildung zur Fotografin abgeschlossen und steckt voller Zukunftspläne. Sie sucht nach einer Anstellung in ihrer Heimatstadt und träumt sogar von einem eigenen Atelier. Als sie sich bei ihrem ersten Auftrag in den Engländer Robert verliebt, scheint das Glück perfekt. Doch dann muss Magda ihren Reichsarbeitsdienst auf dem Hof von Verwandten ableisten und der Kriegsausbruch macht den Kontakt zu ihrem Geliebten, der nun zu den Feinden zählt, nahezu unmöglich. Während sie auf Lebenszeichen von Robert wartet, wächst in ihr das Gefühl, den Plänen anderer hilflos ausgeliefert zu sein. Und dann holt das Schicksal zum nächsten Schlag aus … Meinung: Der Schreibstil dieses Romans hat mir gut gefallen. Er liest sich flüssig und man fühlt sich, als ob man mitten im Geschehen dabei ist. Auch wenn das Thema schwierig ist, war es für mich so ein richtiger Wohlfühlroman, mir hat das Lesen sehr viel Spaß bereitet. Magda und Robert kommen sehr sympathisch rüber und auch die anderen Charaktere sind super beschrieben und sympathisch. Obwohl der Roman in der Nazizeit spielt, werden keine Kriegshandlungen oder ähnliches beschrieben, sondern eher das Leben der Frauen zu Hause. Einen Roman aus dieser Sicht zu lesen fand ich persönlich sehr interessant. Man konnte sehr gut mitfühlen, wie hilflos sich die Frauen in dieser Zeit gefühlt haben, während Krieg herrscht und sie kein Lebenszeichen von ihrem Mann hören. Ich bin froh, dass ich in einer Friedenszeit geboren wurde und hoffe, dass der Frieden noch lange anhält, denn ein solches Leben, wie in diesem Roman beschrieben wurde, möchte ich nicht leben. Fazit: Toller Roman über eine Liebe, die nicht sein darf und das Leben während der Nazizeit. Unbedingt lesen.

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  • Der Krieg und die große Liebe

    Münsterturm
    saraa

    saraa

    27. October 2015 um 08:26

    Die Geschichte spielt im Jahre 1938 in Ulm. Dort lebt Magda, die gerade als fertige Fotografin aus München zurückgekommen ist, mit ihrer Familie. Es könnte so einfach sein, jetzt einen Beruf als Fotografin. aber das ist in dieser Zeit nicht so einfach, denn ihr Vater hat sie für den Reichsarbeitsdienst angemeldet. Da sie sich aber schon bei einem ansässigen Fotografen vorgestellt hatte, bekommt sie von ihm einen kleinen Auftrag. Sie soll einem englischen Journalisten durch Ulm begleiten und für ihn Fotografien anfertigen. Sie zeigt ihm auch den Münsterturm. Hier bleibt er aber auf der Hälfte der Stufen sitzen und wartet auf sie, denn sie macht für ihn die tollsten Bilder von ganz oben. Daraus ergibt sich eine kleine Liebschaft die nachher auch noch mehr werden soll, wenn da nicht der Krieg kommt. Denn Magda schafft es nicht mehr rechtzeitig nach England zu fahren um ihren Robert zu heiraten. Sie muss in Deutschland bleiben und mit ansehen, wie ihr Bruder sehr krank wird und irgendwann, wahrscheinlich eines nicht natürlichen Todes stirbt. Magda ihre Mutter und der Bruder sind bei Ausbruch des Krieges auf sich selber gestellt, weil der Vater an die Front muss. Irgendwann verlieren sie auch noch ihr Haus und ziehen zu Verwandten. Weiterhin schreibt sie aber Brief an Robert in ihr Tagebuch die sie natürlich nie abschickt. Ihr ist auch nicht bekannt ob er überhaupt noch lebt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Beim lesen konnte man sehr gut nachvollziehen, wie das Leben zu dieser Zeit war und was die Leute mitgemacht haben, als Krieg herrschte. Magda war ein junges Mädchen mit vielen Träumen, die für diese Zeit noch nicht ganz selbstverständlich waren. Was aus dem Träumen geworden ist erzählt das Buch sehr gut. Das Buch ist auch sehr gut zu lesen, weil es einen sehr guten Schreibstil hat.

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  • Liebe in Zeiten des Krieges

    Münsterturm
    mabuerele

    mabuerele

    "...Die Zukunft wartete auf mich und im Moment schien sie wie ein vernebeltes Feld an einem Novembermorgen..." Im Prolog fährt im Jahre 1952 eine junge Frau nach London. Danach wechselt die Geschichte ins Jahr 1938. Magda kommt als fertige Fotografin von München nach Ulm zurück. Sie träumt davon, in ihrem Beruf arbeiten zu können. Doch ihr Vater hat sie für den Reichsarbeitsdienst angemeldet. Sie soll ihr Jahr auf dem Bauernhof der Verwandten ableisten. Für die verbleibende Zeit allerdings erhält sie ihren ersten Auftrag. Sie soll Robert, ein jungen englischen Journalist mit deutscher Mutter, durch Ulm begleiten und nach seinen Wünschen Fotografien anfertigen. Die Autorin hat einen sehr authentischen historischen Roman geschrieben. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich bald in seinen Bann gezogen. Das liegt an der sehr genauen Beschreibung der historischen Verhältnisse und an den angenehmen Schriftstil. Die Geschichte wird von Magda erzählt. Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Magda durfte ihren Wunschberuf erlernen. Für Politik interessiert sie sich nur marginal. Sie hat ein gutes Verhältnis zu ihrem jüngeren Bruder Jakob. Jakob möchte Literaturwissenschaften studieren. Er ist politisch aufgeschlossen und sieht schnell die Gefahren des neuen Regimes. Ein schwieriger Charakter ist der Vater. Einerseits hat er der Tochter mit eigenen Opfern die teure Ausbildung ermöglicht, andererseits ist er begeisterter Anhänger des Naziregimes. Dementsprechend widersprüchlich sind seine Entscheidungen. Immer dann, wenn politische Fragen tangiert werden, stellt sich der Vater gegen die Kinder. In anderen Situationen wiederum erweist er sich als hilfsbereit. Der Schriftstil ist gut lesbar. Die Sprache ist häufig bildhaft mit treffenden Metaphern. Das zeigt auch das obige Zitat. Detailliert werden Handlungsorte und Personen beschrieben. Die aufkeimende Zuneigung von Magda und Robert wird behutsam dargestellt. Viel Wert legt die Autorin auf die Emotionen ihrer Protagonisten. Die Angst um die Angehörigen, die an der Front stehen, ist genauso mit den Händen greifbar, wie die Furcht im Luftschutzkeller. Das Entsetzen nach der Bombardierung von Ulm, die Trauer um die Toten und die Sehnsucht nach dem fernen Geliebten werden mit passenden Worten wiedergegeben. Magda begreift nach und nach, dass die Politik ihr Leben tiefer beeinflusst, als sie je gedacht hätte. Zu besonderen Höhepunkten in der sprachlichen Gestaltung gehören die Dialoge von Magda und Jakob. Als besonderes Stilmittel dienen die kursiv hervorgehobenen Tagebucheinträge von Magda. Briefe an Robert sind nicht möglich. Deshalb schreibt sie diese ins Tagebuch. Obwohl Magda vom normalen Kriegsalltag erzählt, ist in jeder Zeile ihre Liebe und ihre Sehnsucht spürbar. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Autorin hat es verstanden, zu vermitteln, wie das Naziregime in das Leben ganz normaler Bürger eingegriffen hat, wie es Lebensplanung verändert und Hoffnungen zerstört hat. Als das wird berührend und behutsam erzählt. Genau deshalb wirkt es authentisch. Magda wollte nichts anderes als viele junge Leute heute auch: einen Beruf ausüben, der ihr Freude macht, und den Mann heiraten, den sie liebt. Was aus ihren Träumen wurde, davon erzählt das Buch.

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    • 3
    Floh

    Floh

    25. October 2015 um 03:23
  • Liebe in Zeiten des Krieges

    Münsterturm
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    22. October 2015 um 15:45

    Magda ist sehr stolz, dass sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat. Sie kehrt nach Ulm zurück und möchte nun als Fotografin arbeiten. Aber ihr Vater verlangt, dass sie bei Verwandten auf dem Bauernhof den Reichsarbeitsdienst ableistet. In der kurzen Zeit, die ihr bis dahin bleibt, lernt sie den Journalisten Robert Avendor kennen. Sie verliebt sich in ihn. Doch ihre Hoffnungen werden schon bald durch den Beginn des 2. Weltkrieges unmöglich gemacht. Der Kontakt reißt ab. Magda ist jung und naiv. Sie träumt von ihrem Leben als Fotografin und dann von ihrer Beziehung zu Robert. Dabei übersieht sie die politischen Veränderungen, die mehr und mehr ins Leben der Menschen eingreifen. Doch lange lässt sich das nicht ignorieren. Mit Kriegsbeginn ist es nicht mehr möglich mit einem Engländer Kontakt zu haben. Der Vater von Magda hat ihr die Ausbildung zur Fotografin ermöglicht, aber in der Zwischenzeit hat er sich verändert. Er ist der Regierung unter dem Führer ergeben und verlangt daher, dass Magda den Reichsarbeitsdienst antritt. Magdas Bruder Jakob, der wissbegierig ist, hält seine Meinung nicht zurück und gerät oft mit dem Vater aneinander. Die Mutter findet da immer den richtigen Weg, dass die Sache nicht eskaliert. Erzählt wird diese Familiengeschichte aus der Perspektive von Magda. Das Grauen geht auch nicht an Magda und ihrer Familie vorbei. Aber aufgrund des recht nüchternen Schreibstils blieb immer ein bisschen Distanz, dabei ist so viel geschehen, das die Emotionen hochkochen lassen könnte. Dieses Buch gibt einen Einblick, was die Politik und der Krieg mit den Menschen gemacht hat. Tod, Elend und Einschränkungen bestimmen den Alltag, aber das Schicksal von Jakob ist entsetzlich.

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  • Eine junge Liebe in Zeiten des 2. Weltkriegs

    Münsterturm
    Julitraum

    Julitraum

    20. October 2015 um 18:32

    Die junge Ulmerin Magda hat soeben erfolgreich ihre Ausbildung als Fotografin in München beendet. Voller Elan und Vorfreude auf ihre zukünftige Arbeit kehrt sie nach Ulm zu ihren Eltern und dem jüngeren Bruder zurück. Doch die Vorfreude wird schnell getrübt, denn zunächst muss Magda den neu von der Regierung festgelegten Reichsarbeitsdienst ableisten. Wenigstens hat hier ihr Vater schon vorgesorgt. Magda kann diesen 1-jährigen Arbeitsdienst in der Landwirtschaft bei entfernten Verwandten auf dem Land ableisten. Bis dieser beginnt, vermittelt ihr der örtliche Fotograf eine kurzfristige Beschäftigung. Ein junger Journalist aus Berlin soll eine Reportage über Ulm schreiben und Magda soll ihm die örtlichen Sehenswürdigkeiten zeigen sowie Fotos davon für ihn machen. Magda ist begeistert, denn nun kann sie doch schon in ihrem Beruf arbeiten, wenn auch nur für einige Tage. Diese Tage werden sehr wunderbar für Magda, denn sie und der Journalist Robert, der aus England stammt, dessen Mutter aber Deutsche ist, verstehen sich auf Anhieb sehr gut. Doch dann kommt die Zeit des Abschiednehmens. Robert kehrt an seine Arbeitsstelle in Berlin zurück und Magda muss ihren Reichsarbeitsdienst ableisten und dies ist kein Zuckerschlecken für Magda. Doch über all die Zeit bleibt sie in engem Kontakt mit Robert. Das Glück der Beiden steht dennoch unter keinem guten Stern. Magdas Vater ist ein Anhänger Hitlers und alles andere als begeistert von Magdas Beziehung, zudem gibt es noch weitere Sorgen in der Familie, doch das Schlimmste ist, der Nationalsozialismus in Deutschland nimmt ungeahnte Formen an. Deutschland wird der Krieg erklärt und dieser ändert alles. Diese Erzählung hat mir ausgesprochen gut gefallen. Der Schreibstil ist perfekt auf die damalige Zeit abgestimmt. Die Protagonisten werden so real und voller Leben beschrieben, dass man sie förmlich vor sich sieht und Freud und Leid mit ihnen teilt. Es ist ein rumdum fesselnder und sehr ergreifender Roman, den ich nur allzu gerne weiterempfehlen möchte.

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  • Historischer Roman der nachdenklich macht

    Münsterturm
    yari

    yari

    "Münsterturm" ist im Ulm des Jahres 1938 angesiedelt. Die junge Magda hat gerade ihre Ausbildung zur Fotografin abgeschlossen und möchte in dem Beruf weiterarbeiten. Doch ihr Vater möchte, dass sie bei der Verwandtschaft auf einem Bauernhof ihren Reichsarbeitsdienst absolviert. Bevor Magda den Dienst antritt, hat sie noch Gelegenheit, für den jungen deutsch-englischen Journalisten Robert Avendor, der einen Bericht über Ulm schreiben will, als Ortsführerin und Fotografin tätig zu sein. Die beiden verlieben sich ineinander, doch Magda muss den Reichsarbeitsdienst antreten, was es den beiden Liebenden nicht leicht macht, den Kontakt zu halten. Als schließlich der 2. Weltkrieg ausbricht, bricht der Kontakt zwischen Magda und Robert gänzlich ab. Indessen macht das Schicksal auch nicht vor Magdas Familie halt und sie muss Schlimmes erleben. Und jahrelang muss sie sich fragen, was aus dem geliebten Mann geworden ist, und ob er noch lebt. "Münsterturm" ist ein historischer Roman, der zeigt, wie der 2. Weltkrieg, Einfluss auf persönliche Schicksale nehmen konnte. Christine Schurr hat einen gut recherchierten Roman geschrieben, der zum Nachdenken anregt. Die Charaktere sind voller Leben und Gefühle, und man kann sich die Protagonisten sehr gut vorstellen. Magda ist eine tapfere junge Frau, die nicht aufgibt, und trotz der Schicksalsschläge, die das Leben für sie bereit hält, ihr Glück findet. Jakob, ihr Bruder, ist ein sehr sensibler und wissbegieriger junger Mann, der quasi zur falschen Zeit gelebt hat, und Hitlers Ideologie zum Opfer fiel. Auch Robert ist einem sehr sympathisch. Die Liebe zwischen Magda und ihm ist etwas Besonderes. Auch Großtante Eda, eine selbstlose und tatkräftige Frau, sieht man förmlich vor sich. Dieses Buch hat mich berührt und nachdenklich gemacht. Man vermag sich heutzutage nicht mehr vorzustellen, was die Menschen während des 2. Weltkrieges erlebt und mitgemacht haben. Aber trotz allem wird deutlich, dass man nie die Hoffnung und den Mut verlieren darf. "Münsterturm" bekommt deshalb von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung und fünf Sterne.

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    • 3
    heidi_59

    heidi_59

    19. October 2015 um 18:30
  • Die Zeit spielt gegen sie...

    Münsterturm
    Aspasia

    Aspasia

    19. October 2015 um 17:00

    In dem Roman Münsterturm der Ulmer Autorin Christine Schurr wird die Geschichte der jungen, gerade von der Münchner Fotografenschule zu ihrer Familie nach Ulm zurückgekehrten, Magdalena Jörger erzählt. Voller Tatendrang und froher Erwartung auf eine aufregende Zukunft in dem von ihr geliebten Beruf wird Magda, wie sie von ihrer Familie genannt wird, recht bald mit der Realität des Jahres 1938 konfrontiert, in der so viel Selbstbestimmung keinen Platz hat. Ihr Vater, ein Verehrer Hitlers, teilt ihr mit, dass sie den einjährigen,  verpflichtenden Reichsarbeitsdienst in wenigen Wochen bei entfernten Verwandten auf deren Bauernhof antreten soll. Doch vorher lernt sie den gleichaltrigen Journalisten Robert Avenson kennen, der im Auftrag einer in Berlin ansässigen Zeitschrift einen Bericht über die Stadt Ulm schreiben soll und die Ortskundige als Photographin engagiert. Der Engländer mit deutscher Mutter und Magdalena verbringen ausgelassene Tage miteinander und verlieben sich ineinander. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges durch die Kriegserklärung der Deutschen am 1. September 1939 macht das gemeinsame Leben dieser Liebe unmöglich. Aus der Ich-Perspektive eines jungen, eigentlich unpolitischen Mädchens wird hier das persönliche Leid geschildert, das ein Krieg für alle, auch die Zivilbevölkerung bedeutet. Verlust und Bangen um die Gesundheit und das Leben der Lieben im direkten Kriegseinsatz, Bedrohung des eigenen Lebens durch Luftangriffe, persönliche Übergriffe und Mangel, Zerstörung des Eigentums und der materiellen Heimat und die Unmöglichkeit, die eigenen Träume zu verwirklichen. Einen direkten Bezug auf die besondere Bestialität des Nationalsozialismus nimmt die Autorin durch die Figur des an einer Muskelschwäche erkrankten Bruders, des literaturverliebten und das politische Geschehen nicht ignorierenden Abiturienten, Jakob, und des Hitler-Gläubigen Vaters. Wobei diese wenigen Situationen wie eingeworfen wirken, die Figuren nehmen darauf kaum Bezug. Das gesamte Personal des Romans bleibt für das, was ihnen widerfährt, seltsam blass, eindimensional gezeichnet, agiert sichtbar am Phantasie-Gängelband ihrer Schöpferin. Deren hölzerner Sprachstil, oft leider weder zur Situation noch Zeit passend, ist fern von literarisch. Ein historischer Roman, der bestimmt mit der hehren Idee begonnen wurde, die große Geschichte der europäischen Neuzeit im Kleinen erfahrbar zu machen, das große Elend des Krieges im Mikrokosmos der Familie von Nebenan abzubilden und dabei meiner Meinung nach leider nur blutleere Handpuppen, aus denen Worthülsen tröpfeln,  im Nazi Setting präsentiert hat. 

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  • Kriegsschicksale

    Münsterturm
    uli123

    uli123

    18. October 2015 um 17:23

    Wie man es aus dem Silberburg-Verlag nicht anders kennt, ist auch dieser Roman in Baden-Württemberg angesiedelt - und zwar in Ulm. Kennern dieser Region wird daher die eine oder andere erwähnte lokale Besonderheit vertraut vorkommen, insbesondere das buchtitelgebende Münster. Dort verliebt sich 1938 die junge Ulmer Fotografin Magda in den Deutsch-Briten Robert. Leider macht der Kriegsausbruch ihrer Tätigkeit im erlernten Beruf und der schon terminierten Hochzeit einen Strich durch die Rechnung. Magda muss ihren Reichsarbeitsdienst auf dem Hof von Verwandten ableisten; eine Reise nach England ins Feindgebiet und der Kontakt zu Robert werden unmöglich. Planwidrig übersteht Magda die Kriegsjahre, getrieben von der Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Robert. Das Buch spricht besonders zeitgeschichtlich interessierte Leser an sowie „Lokalpatrioten“ von Ulm. Die Geschichte rund um Magda ist fiktiv, könnte so aber durchaus passiert sein. Wie der Lebensplan eines jungen Erwachsenen so völlig beeinflusst wird von dem politischen Weltgeschehen vor und während des Zweiten Weltkrieges, ist heute kaum noch vorstellbar und stimmt sehr nachdenklich. Der Autorin gelingt es, ihre Botschaft zu vermitteln, trotz aller Schicksalsschläge niemals den Mut zu verlieren. Das geschieht in einer nüchtern gehaltenen Erzählweise. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass einiges im Leben von Magda doch zu schnell passiert (z.B. Verlobung trotz bis dahin seltenem persönlichen Kontakt zu Robert;  vorsätzliche Tötung ihres kranken und deshalb „lebensunwerten“ Bruders alsbald nach seiner Einlieferung in ein Heim).   Ich empfehle dieses Buch sehr gern.    

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