Christine Sylvester Schattenleben

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Inhaltsangabe zu „Schattenleben“ von Christine Sylvester

Der plötzliche Tod ihrer Großtante Meta ist ein Schock für die junge Künstlerin Emma Liebmann. Als sie in deren Haus auf alte Tagebücher stößt und erfährt, dass Meta im Kriegsdeutschland der 1940er einen SS-Soldaten erschlug, ist sie ebenso entsetzt wie fasziniert. Sie weiß nichts von der Gefahr, in der sie aufgrund ihrer Lektüre schwebt. Denn Metas Tod war keineswegs natürlich, und der Mörder hat es auf Mitwisser abgesehen.

Ein authentisches Werk der Krimi-Autorin mit Historie, Tiefe und Emotionalität

— ewigewelten

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  • Wettlauf mit der Vergangenheit

    Schattenleben

    ewigewelten

    02. August 2014 um 22:51

    Emma, eine junge Künstlerin, findet die Tagebücher ihrer verstorbenen Großtante. Sie beginnt mit ihrem Freund, die Bücher zu lesen, und wird dabei immer mehr in die Vergangenheit gezogen, bis sie die Geschichte schließlich in der Gegenwart einholt. »Warum brauchen minderwertige Rassen dann ein Abzeichen, wenn jeder Volksdeutsche es ihnen am Gesicht ablesen kann? Als ich Klausi das gefragt habe, wurde er böse mit mir und sagte, ich sei eine blöde Ziege und würde das einfach nicht verstehen. Entweder hat Klausi sein Buch nicht gelesen, oder er gehört eben doch nicht zu denen, die aus Rassegründen besser denken können.« Tante Meta wuchs im Nationalsozialismus auf. Ihre ersten Einträge beschreiben Kinderalltag im Nationalsozialismus: Heimatabend, die Speise »Himmel und Erde« oder das Kinderlied vom »General Bumbum«. Ihre Haltung ist naiv und unvoreingenommen, umso schockierter ist der Leser, durch ihre Worte zu erfahren, welches Aufsehen beispielsweise ein Schreibfehler im Schulaufsatz zur »Rassenleere« nach sich zieht... In ihrem selbstlosen Wesen wird sie schließlich handgreiflich, um Unschuldige zu beschützen – und dabei unfreiwillig zur Mörderin. Der Leser beginnt, die Geheimnisse zu erahnen, das Meta all die Jahrzehnte in ihre Bücher verschlossen hat. »Und Klaus sagt immer: »Unsere Wehrmacht muss doch erst noch Moskau erobern.« Mutti schüttelt dann den Kopf. Aber vielleicht hat Klausi recht, denn der alte Walter hat heute etwas Ähnliches gesagt. Und auch Fräulein Brüggemeier hat uns erklärt, dass man beim Kampf gegen den Bolschewismus nicht einfach auf halbem Wege umkehren könne. Was der Bolschewismus ist, hat sie nicht erklärt. Aber er muss gefährlich sein, wenn alle so viel Angst davor haben.« Es ist ein Kunstgriff von Sylvester, diese schockierende Thematik aus der Feder eines Kindes fließen zu lassen, das auf seinen Vater wartet, der an der Ostfront kämpft. Während ihrer Lesepausen geht die Protagonistin Emma ihrem Broterwerb nach – einer erst amüsanten und später sogar unheimlichen Kunst, die neben der Trauer um Meta ihr Leben bestimmt. Emma ist naiv und lässt in der Resignation zu, dass sich eine fremde Frau in ihr Leben drängt, vor der sie alle in ihrem Umfeld warnen. Der Leser muss das Buch förmlich zuschlagen – so faul riecht diese Geschichte –, doch die Autorin lässt sich die Asse nicht so leicht aus dem Ärmel ziehen. Den weitaus größeren Schwerpunkt des Tagebuchromans macht Metas späterer Werdegang aus: Ihre Aufträge als Stasi-Agentin. Sie entscheidet sich ohne das Wissen ihrer Familie für die Bekämpfung der Neonazi-Szene im Untergrund und notiert von nun an bruchstückhaft mehr Fakten als Gedanken, sodass der Leser es immer schwerer hat, in ihre Gefühlswelt einzutauchen, und sich zunehmend von der Figur entfernt. Die Behandlung und Tiefe des Themas macht das Buch vor allem für Leser interessant, die sich vor allem für diese Zeit interessieren und schon einige Vorkenntnisse mitbringen. Das Ungewisse gart lange im Untergrund. Kurze Spannungspassagen lassen jedoch kein echtes Thrill-Gefühl aufkommen; die Lösung der Probleme erscheint zu schnell. Der Dresden-Bezug, der auf dem Cover betont wird, ist in diesem Buch zudem kaum präsent. Trotzdem ein unterhaltsames Werk der Krimi-Autorin mit viel Tiefe und Emotionalität – auch wenn ihr Potential noch weit mehr verspricht!

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  • Tolles Buch, großartig recherchiert mit vielen Überraschungen

    Schattenleben

    Franzis2110

    29. June 2014 um 00:13

    Meinung Schattenleben war mein erstes Buch von Christine Sylvester und ich kann nur sagen – ich will mehr. Zudem war es mein erster Kriminalroman und ich frage mich, warum ich nicht schon viel früher mal einen gelesen habe. Das Buch war mir alleine schon wegen dem Cover sympathisch und auch, weil es in und um Dresden spielt, meiner Geburtsstadt. Das Buch ist wirklich ein toller, und großartig recherchierter Kriminalroman. „Doch ich habe immer ein Schattenleben geführt, ein Durchschnittsgesicht mit einem Durchschnittsleben als Legende.“ (S. 291) Schreibstil Der Schreibstil von Christine hat mir vom ersten Satz an gefallen. das Buch hat sich wirklich toll lesen lassen. Sie hat es geschafft, das ganze Buch über Spannung zu erzeugen und meine Neugier ins Unendliche wachsen zu lassen. Immer wieder tauchen neue, andere, dezent platzierte Hinweise auf, die einem zum Grübeln bringen. Bis zum Schluss hatte ich Spekulationen und konnte aber einfach nicht sicher sein, wer de Mörder ist, wie das nur alles zusammen hängt und bei Gerlinde lag man dann ja doch vollkommen falsch. Wirklich super und das Ende schafft es, jeden einzelnen Faden perfekt zusammen zu führen und hat mich dann wirklich überraschen können. „Da war es wieder, dieses Gefühl aus dem Wald. Das Gefühl, verfolgt und beobachtet zu werden.“ (S. 193) Charaktere Emma, eine junge, aufstrebend Künstlerin, war mir von Anfang an sympathisch. Auch wenn ich ihr zwischenzeitlich gerne mal einen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf schütten wollte, weil sie doch sehr naiv und gutgläubig in manchen Situationen war. Trotz das klar war, irgendwas stimmt nicht, wird sie nicht mal ein bisschen vorsichtiger. Andererseits macht sie es auch liebenswert, dass sie offenherzig zu andern ist. Auch Lazlo mochte ich sehr. Er ist immer für Emma da und steht ihr bei, als ihre Tante stirbt und erkundet gemeinsam mit ihr die Tagebücher. Bei Monty, ihrem etwas durchgeknallten Galeristen, dachte ich erst, o Gott, was für ein Idiot. Aber im Laufes des Buches ist er mir auf seine Art dann doch sympathisch geworden. Ihren Vater Theo, der aufgrund des Testamentes und der Beerdigung mit seiner Lebensgefährtin Vicky zu Besuch ist, mochte ich auch. Er steht ganz schön unter dem Pantoffel von Vicky, ab und an lässt er es aber mal raus. Vicky, zickig, überheblich, eingebildet, aufbrausend. Nein, die konnte ich gar nicht leiden, schrecklich, und war damit mit Emma und Lazlo definitiv einer Meinung. Gerlinde mochte ich erst, dann wieder nicht, dann irgendwie doch..sie ist eine wirklich gelungener Charakter, der viel Grund zum Nachdenken, zu Spekulationen und zum Grübeln brachte. Geschichte Die Geschichte beinhaltet eigentlich fast drei Ebenen. Der Prolog der zum Schluss wieder mit dem Epilog zusammenpasst und einen runden Bogen um die gesamte Geschichte schlägt. Und dann die Tagebücher von Tante Meta, die uns in Kriegszeiten, ins Nazideutschland, zum Aufbau des Sozialismus, in die DDR, BRB, zu Stasi, RFA und Co. entführen. Und Emmas Geschichte im Jetzt, als ihre Tante stirbt und sie aufgrund der Tagebücher feststellt, dass ihre Tante wohl ein Mensch war, den sie gar nicht richtig kannte. Die eine Vergangenheit führte, die ihr nun zum Verhängnis wurde und auch Emma in Gefahr bringt. Die Geschichte von Emma im Jetzt ist zu Beginn eher unspektakulär, nimmt gegen Ende aber Fahrt auf. Und dann die Momente, in denen Emma, meist gemeinsam mit Lazlo, die Tagebücher liest. Gemeinsam mit ihr tauchen wir in die Vergangenheit ein und werden immer wieder überrascht und erschüttert. Die Tagebücher waren so authentisch, gefühlsnah, detailliert und anschaulich geschrieben. Vor allem in Kriegszeiten, als Meta noch Kind war, war ich einfach so wütend und entsetz und traurig, wegen all der Grausamkeiten, die damals passierten. „Und dann kamen die Bomben. […] Ein einziges Dröhnen, dann wieder ein Knall nach dem anderen, ohrenbetäubend, Heulen, Krachen – ein unglaublicher Lärm.“ (S. 75) Auch die Phasen in den 70er und 80er waren gut. Sie waren etwas verwirrend, manchmal schwer zu Lesen, da Meta auch „verschlüsselte“ Sprache benutzte zum Teil, also etwas wirre Sätze und Fakten nieder schrieb. Die Untergrundgegebenheiten und Geschehnisse und Erlebnisse zu RFA und Stasi Zeiten waren so gut durchdacht und recherchiert, Hut ab. Ich fühlte mich, als hätte ich echte Tagebücher in der Hand. Fazit Der Schreibstil, war einfach, ohne großen Schnickschnack  und super zu Lesen. Christine schafft es, die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten und für einige Überraschungen zu sorgen. Besonders die Tagebücher haben mich beeindruckt und mich vor allem zu Beginn in ein reinstes Gefühlschaos gestürzt. Die Geschichte im Jetzt, mit Emma, war am Anfang etwas unspektakulär, nahm, dann aber Fahrt auf. Die Tagebücher waren gegen Ende manchmal sehr verwirrend. Insgesamt war ich aber wirklich beeindruckt, von der Geschichte, dem Stil und der Recherche, die hier dahinter stecken muss. Ich kann das Buch jedem empfehlen und gebe vier von fünf Sternen.

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  • Wow – was für ein Buch!

    Schattenleben

    Mika2003

    Wow – was für ein Buch! Es ist, meiner Meinung nach, eines, das einen so schnell einfach nicht mehr los lässt. Und es hat die unterschiedlichsten Gefühle in mir ausgelöst. Das Buch ist auch zwei Ebenen geschrieben. Da ist zum einen die „aktuelle“ Geschichte. Die Geschichte von Emma, die mit dem Tod ihrer geliebten Tante Meta fertig werden muss. Die feststellt, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Und die – einfach so – in einen Kriminalfall hineinschlittert. Nur gut, dass es da Laszlo gibt, der ihr zur Seite steht, auch wenn es nicht immer einfach ist. Zum anderen gibt es die zweite Ebene – die Vergangenheit. Mit Hilfe von einer Sammlung Tagebücher lernt Emma ihre Tante Meta erst einmal richtig kennen. Genau wie für Emma ist die Geschichte von Meta eine einzige Überraschung. Sie beginnt in den Kriegszeiten und führt uns dann weiter in die Zeit des kalten Krieges, in die DDR und die BRD. Eine sehr abenteuerliche Reise. Eine Reise in die Vergangenheit, die alles was Emma wusste komplett auf den Kopf stellt. Beim Lesen des Buches habe ich zuerst zu meinem Freund gesagt, dass mir die Ausflüge in die Vergangenheit wesentlich besser gefallen. Dadurch wurde die Geschichte rund, man verstand die Hintergründe und – in meinem Fall – man lernt sogar etwas dabei. Dagegen erschien die Geschichte der Gegenwart eher unspektakulär und flach. Das änderte sich jedoch im Laufe des Buches deutlich — ich war dann so gefangen von der Geschichte, das ich das Buch wahnsinnig schnell durch hatte. Ein Wellness-Tag hat genügt J Die Figuren haben mir von der Charakterisierung her sehr gut gefallen und der spannende, detailreiche Schreibstil der Autorin tut ein Übriges dazu, um die Story greifbar zu machen. Es gab Figuren, die ich auf Anhieb mochte. Es gab welche, die ich von Anfang an überhaupt nicht leiden mochte und es gab aber auch diese, die mich überraschten. Christine Sylvester gelingt es, Spannung zu erzeugen, aufzubauen und zu halten. Sie führte mich als Leser mehrfach in die Irre, wer denn nun der Täter sein könnte und vor allem das Motiv – die Frage nach dem „Warum“, die lag für mich lange Zeit im Dunkeln. Umso verstörter, überraschter und teilweise auch fassungslos war ich, als ich das Buch zugeschlagen habe. Ich musste das gelesene erst einige Tage sacken lassen, ehe ich die Rezension dazu schreiben konnte. Während des Lesens der Tagebucheinträge hatte ich immer wieder nur eine Frage im Kopf. Ist das real? Hat das genauso passieren können? Und dabei war es egal, ob es die Einträge zu Zeiten des Weltkrieges waren oder die des kalten Krieges. Denkt man sich so etwas aus? Oder hatte die Autorin Tagebücher dieser Art zur Verfügung, um sich in die Situationen hineinzuversetzen? Bei den Einträgen aus der Zeit von 1940 bis 1945 weiß ich mittlerweile, das Christine Sylvester her auf reale Tagebücher zurückgreifen konnte und somit das Wissen daraus in ihr Buch einfließt. Hier hat mich besonders die eine, von Meta aufgeschriebene Rechenaufgabe vollkommen verstört. Wie es mit den Einträgen ab 1945 bis 1985 ausschaut mag ich nicht zu beurteilen. Aber so, wie ich die Autorin einschätze und kennengelernt habe, sind auch das Fakten, die in das Buch einfließen. Mit einem Satz aus dem Buch, der so ziemlich am Ende vorkommt und der mich begeistert hat, möchte ich meine Rezension schließen: »Ich finde es ja schon so unglaublich anstrengend, ich selbst zu sein. Wenn ich daran denke, so ein Doppelleben zu führen und ständig auf der Hut sein zu müssen, wird mir ganz schlecht.« (Zitat: Seite 268) Alles in allem ist dieses Buch eine deutliche Leseempfehlung – mehr kann man von einem Buch nicht wollen.

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